Sezession
20. April 2018

21. April, Schnellroda

Götz Kubitschek / 9 Kommentare

Es ist an der Zeit, etwas zu sagen zu einem Punk-Konzert, das morgen neben anderen Events "gegen uns" in Schnellroda stattfinden wird.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Diese Events richten sich nicht gegen einen konkreten Anlaß (eine Akademie, einen Kongreß, eine Verlagsveranstaltung), sondern finden einfach so statt. Der Grund ist der Zugzwang der staatlich bezahlten Organisatoren, die haupt- oder nebenberuflich den Kampf gegen rechts führen und dabei einen gewissen Grad an Aktivität nachzuweisen haben (vor sich selbst? Vor ihrem Führungsoffizier?).

Nun wird also morgen in Schnellroda hinter den Kuhställen gebastelt (zuletzt: null Beteiligung), gehüpft (nur eine Vermutung), demonstriert (zuletzt: 35 Vermummte) und gepunkt. Die Organisatoren nennen das "Landarbeit" und hoffen auf noch mehr Zuspruch durch die Dorfbewohner.

Mehr als Null ist nicht schwierig: Bei der bisher letzten Demonstration "gegen uns" im Januar kratzte die linke Truppe um Wanja Seifert (Linker Laden Halle) ein paar Dutzend Vermummte zusammen, und aus Querfurt war eine Handvoll Normalbürger angereist. Es gelang Seifert nicht mehr, diesen Offenbarungseid als Erfolg zu verkaufen - zu deutlich das völlige Desinteresse der Normalbürger am angestrengten Quatsch der Antifa.

Fieberphantasien der Seifert-Truppe: Wir hätten uns ernsthaft stören lassen durch ihre nicht wahrnehmbare Demonstration. Dabei stand bis auf eine Handvoll Aufpasser und Kontakthalter zur Polizei kein einziger Seminarteilnehmer auf der Straße, wozu auch? Selbst die angereisten Leute aus den umliegenden Dörfern, die uns unterstützen wollten, tranken lieber ein Bier mit uns in der Kneipe.

Nun also Punk-Bands - die sollen es richten? Mit Liedern wie "Fick dein Volk" und Texten über arme Antifas, die sich Zwillen bauen und dem ersten Deutschen, der sich ihnen nähert, den Kopf wegschießen? Das wird ein Lärm da hinten bei den Kühen!

Da waren die 500 Leute in Halle doch eine andere Ansage, die vor einer Woche gegen das Ein-Prozent-Haus demonstrierten und nebenbei zwei siebzehnjährige identitäre Sympathisanten gemeinschaftlich verprügelten, weil man sie in eine Nebenstraße abdrängen konnte.

Das wird mir bis zu meinem Abgang ein unauflösliches Rätsel bleiben: dieser Schulterschluß zwischen "Fick dein Volk"-Linken und staatlichen Stellen, zwischen Fahrradhelm-Bionade-Milieus und vermummten Schlägern.

Jeder meiner Autoren würde in einer Diskussion (in der einer Demokratie zugemessenen Form der Auseinandersetzung also) aus jedem dieser antifaschistischen Staatsversorgten argumentativ Konfetti machen, ohne Mühe, einfach so. Aber die wollen ja nicht reden, sondern bloß ihre 35-Stunden-Woche gegen rechts abarbeiten.

Kurzum: Wir werden erneut eine steuerfinanzierte "Fick dein Volk"-Truppe zu ertragen haben, bezahlt unter anderem von dem, was jene drei Handwerker (ein Dachdecker, ein Maurer, ein Mechaniker) nach getaner Arbeit an Dach und Hof unseres Ritterguts an den Staat abführen müssen. Zwei der Handwerker haben gestern Abend übrigens spontan angeboten, am Samstagnachmittag ein wenig ums Haus herum aufzuräumen und dabei ein Auge zu haben auf verirrte und verwirrte Vermummte, von denen sicher ein paar durchs Dorf streichen werden.

Nein, nicht notwendig: Wochenende für fleißige Leute! Die frühvergreiste Seifert-Truppe können wir auch alleine ignorieren, wenn wir sie überhaupt bemerken.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (9)

Franz Bettinger
21. April 2018 05:15

Hahaha, herrlicher Artikel! Entschuldigen Sie meinen heute etwas geistlosen Kommentar. Ich freue mich einfach über Ihre coole Art, mit Schmeißfliegen umzugehen. Alles Gute der ganzen tollen Familie! Bis mal im Sommer! Ihr FB

Simplicius Teutsch
21. April 2018 10:04

„Das wird mir bis zu meinem Abgang ein unauflösliches Rätsel bleiben: dieser Schulterschluß zwischen "Fick dein Volk"-Linken und staatlichen Stellen, zwischen Fahrradhelm-Bionade-Milieus und vermummten Schlägern.“ (G. K.).

Die psychologische Erklärung müsste wohl in den „Befreiungs-“Jahren 1944/45/46 ansetzen unter der Punk-Überschrift: „Kein Bock mehr auf Deutschland!“ - Ist ja irgendwo auch verständlich für Opportunisten und schwache Gemüter.

Selbst in der Kirche wird mittlerweile „gegen uns“ gepredigt, geplant und organisiert, obwohl gerade dieses rechte „du bist Faschist“-Volk mit seinem oft sauer verdienten Arbeitslohn den christlichen „fick dein Volk“-Funktionären und ihrem Apparat jährlich 12 Milliarden Euro alleine durch die Kirchensteuer in den Säckel fließen lässt.

Ostpreusse
21. April 2018 11:59

Tut mir leid, aber für "Opportunisten und schwache Gemüter" kann ich kein Verständnis aufbringen, denn nichts hält sie davon ab, sich geschichtliches Faktenwissen auch außerhalb der gängigen Lehrmeinung anzueignen. Es ist ganz einfach nur ein Problem der Moral, die jedwede Vernunft ausschalten kann (nicht zwangsläufig muß!).

halbautomat
21. April 2018 16:04

Als jemand, der in linken und linksradikalen Kreisen aufwuchs und politisch sozialisiert wurde, möchte ich ein paar Worte zum antideutschen Schulterschluss innerhalb der Linken verlieren.

Der verbindende Ethno- und Nationalmasochismus reicht vom „alles wo Deutsche sterben“ einer Linksjugendlichen bis zum „Das Volk ist jeder, der in diesem Land lebt“ und Fahnen-Wegwerfen der Regierungschefin.
Allen gemeinsam ist das internalisiere Konzept der nationalen und „weißen“ Schuld. Die kollektiv empfundene historische (NS) und gegenwärtige (Neokolonialismus) Schuld verpflichtet den Linken zur Bewältigung nachgerade dazu, sich gegen das eigene Volk, die eigene Nation zu stellen. Für die hiesige Leserschaft wenig überraschend, gibt es dabei, den Betroffenen i.d.R. nicht bewusst, große Überschneidungen mit religiösen Schuldkonzepten.

Zur Schuldbewältigung gehört zum einen der Kampf gegen die Vertreter des historisch absoluten Bösen, also gegen Vertreter der politischen Rechten als vermeintliche Wiedergänger des NS. Im Kampf gegen einen solch sinistren Gegner erscheint es mindestens legitim, in der Wahl der Mittel nicht zimperlich zu sein. Die militante Linke wird in diesem Sinne von der Bionade-Fraktion als etwas ungestüm, aber grundsätzlich wohlmeinend angesehen. Man hat dasselbe Ziel, denselben Gegner, steht auf derselben Seite.
Der „Kampf gegen Rechts“ ist zudem gleichsam Essenz wie Kulminationspunkt des großen Kampfes gegen die "Herrschaft des Menschen über den Menschen“ - deren Abschaffung das Endziel der linken Utopie darstellt.

Zum anderen gehört zum Sühnekonzept die teddywerfende Aufnahme all derer, die durch „unseren“ Neokolonialismus heute unter vermeintlich oder tatsächlich ausbeuterischen Handelsbedingungen leiden und daher einen Anspruch auf Teilhabe an all unseren Errungenschaften erworben hätten. Schließlich haben wir in dieser Weltsicht unseren Reichtum und alle damit verbundenen Freiheitsmöglichkeiten von ihnen gestohlen und uns damit an diesen Menschen versündigt. Womit wir in der Schuld zur Wiedergutmachung stehen - und dies bis hin zur Unterwerfung.
Bei der revolutionären Linken kommt noch die Hoffnung auf den Import des revolutionären Subjekts hinzu, nachdem das eigene Proletariat Anfang der 1930er und 1968 so kläglich versagt hat.

Die große Klammer zwischen Bionade-Linken, staatlichen Stellen der Post-68er-BRD und explizit Antideutschen ist also eben das gemeinsame „Fick-dein-Volk“ in mehr oder weniger drastischer Ausdrucksform.

Stresemann
21. April 2018 16:33

@Simplicius Teutsch: Seien Sie gewiss, dass es auch in den Kirchen Graswurzelarbeit gegen einen solchen sogenannten "Antifaschismus" gibt... Um es theologisch auszudrücken: Ein Senfkorn wächst.

Simplicius Teutsch
22. April 2018 09:20

„Null Bock auf Deutschland“ - „Nie wieder Deutschland!“

@ Ostpreusse
Ich drücke mich deutlicher aus: Für „Opportunisten und schwache Gemüter“ will auch ich, ebenso wie Sie, kein „Verständnis“ im Sinne von Einverständnis und Zustimmung reklamieren. Aber ich verstehe, dass „Opportunisten und schwache Gemüter“ sich lieber der herrschenden Meinung und der Übermacht der Sieger unterwerfen. Ist halt so

Aber viel besser, als ich das ausführen kann, haben Autoren, wie beispielsweise die Schwergewichte Thorsten Hinz und Martin Lichtmesz, das Thema „Nationalmasochismus“ und „Hass auf das Eigene“ ausgeleuchtet.

Habe gerade eben in der aktuellen Ausgabe der JF die Rezension zu Michael Leys Streitschrift „Hitlers Kinder“ (er meint damit die linken 68iger) gelesen. Das sehe ich schon lange auch so: „Aus der absurden Idee (Hitlers und Himmlers, S.T.) einer Erlösung durch Vernichtung – des Judentums – schmiedeten die Kinder (Hitlers und Himmlers) den Wahn der kollektiven Selbstvernichtung.“ Aber: Mit dem Ziel einer hochmoralischen, humanitären Endlösung, nämlich aus Multikulti einen neuen Menschen zu schöpfen.

Ostpreusse
22. April 2018 11:34

@ Simplicius Teutsch

Wir sind uns einig. Danke für den Tipp.

heinrichbrueck
22. April 2018 14:20

"Hitlers Kinder" - dazu mußte aber ein Systemwechsel durchgesetzt werden. Und was machen "Churchills Kinder"?
Hier bahnen sich Voraussetzungen an, die gegen den Islam in Stellung gebracht werden sollen?

Unke
22. April 2018 19:36

Hinterher spotten ist besser. Man muss diese Leute ja vorher nicht auch noch anstacheln. Weiß jeder Fussballtrainer (dass man den Gegner nicht heiss macht).

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