Sezession
14. Mai 2018

Das war’s. Diesmal mit: Rasse und Fleischeslust

Ellen Kositza / 15 Kommentare

11. Mai -- Unsere Katze hat geworfen. Es sind vier Kätzchen - Reservierungen werden abermals gern angenommen.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Ich selbst bin mit dem „Wissen“ Mutter geworden, daß es ein Kennzeichen a) des Patriachats, b) der generellen Entfremdung sei, daß „die moderne Frau“ sich zum Gebären auf den Rücken lege (und womöglich noch Männer zuschauen läßt).

Kein anderes Säugetier würde das natürlicherweise machen! Mir war's argumentativ und gefühlsmäßig klar. Aber: Unsere Katze hat heute wieder vor aller Augen (im Zelt, in dem die Kinder seit Wochen nächtigen) entbunden, und sie lag wieder auf dem Rücken dabei.

Unsere Jüngste: „Und verkaufen wir die alle wieder?“

„Nee, Katzen verkauft man nicht. Die verschenkt man. Außer Rassekatzen, die sind teuer.“

Spätabends kommt die Jüngste nochmal aus dem Zelt: „Weiß Du was, ich hab jetzt schon viermal gebetet. Du weißt warum, gell?“

„Nein?“

„Na, daß es diesmal Rassekatzen sind!“

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12. Mai -- Wir essen nur selten gekauftes Fleisch. Von unserem Burenbock, nachdem er seine Schuldigkeit getan hatte, zehrten die fleischessenden Familienmitglieder (me not!) bis nach Weihnachten.

Dazwischen gab es Reh vom befreundeten Verlegerjäger und Wildschwein von einem anderen Jagdfreund (als großzügige Gegengabe dafür, daß wir wir unseren Zuchthasen ausgeliehen hatten). Jetzt gab es länger nichts Fleischliches. Davon, daß Ziege Emma (eine alte Dame) nächste Woche verwurstet wird, wollen die Kinder erstmal nichts hören.

Heute kamen fünf kleine Gänschen ins Haus, noch sehr lieb. Die Töchter schmusten und vergaben Namen. Wieder die Kleinste: „Ich finds komisch. Einerseits denke ich, oh wie süß, andererseits: oh, wie lecker.“

Übrigens, keine Ahnung, ob das repräsentativ ist: Unsere in den ersten Lebensjahren fleischfrei aufgewachsenen drei Kinder (nun alle ausgewachsen) sind kleiner als ich. Die anderen, die Fleischesser, sind deutlich größer. (Bei den noch nicht ausgewachsenen zeichnet es sich ab.) Ich weiß: Man sagt “länger“.

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13. Mai -- Ich bin gerade mit Hausherrinnen-Pflichten beschäftigt, als ich durch’s geöffnete Fenster eine vertraute Stimme tönen höre: „HÖR ZU! ICH W I L L NICHT, DAß DU DICH GRUNDLOS WIE EIN ZAPPLER BEWEGST!!!“

Ich höre den Sohn zurückmaulen. Seine Schwester habe das auch grad getan, und, typisch, er bekäme es ab! Mein Interesse ist geweckt. Ich beobachte, wie Kubitschek gerade die Bildfläche verläßt.

Ich rutsche aus der Küche in den Garten und fordere die Kinder auf, a) die Zappeleien zu wiederholen und b) mir zu erklären, was es damit auf sich hat. Die Kinder bocken erst. „Nö! Sollen wir ja nicht! Aber JEDER macht es!“

Es braucht nur wenig Ermunterung, dann zucken Mädchen und Junge los, mit ironischen Gesichtern. Was ist das? Und – das machen „alle“?

„Nja, auf dem Schulhof“, sagt der Junge. „Alle spielen Fortnite. Immer. R. und L. und S. und Y. aus meiner Klasse sind süchtig danach.“

Aha, süchtig, werfe ich skeptisch ein.

„MAMA! Die SIND süchtig, da geht es nicht um ein, zwei Stunden am Tag, sondern um vielvielmehr!“ Wenn ich seinen langatmigen Bericht richtig verstanden habe, geht es in diesem populären „Game“ darum, möglichst viele Zombies abzuknallen und die passenden Waffen dafür zu erspielen.

Auf der Startseite der Homepage (mir begegnet ein muskelbepacktes, Multlikulti/Gender-Heer) lese ich:

Saison 4 beginnt mit einem KNALL! Je mehr du spielst, desto mehr Belohnungen bekommst du. Schließe W(!)öchentliche Herausforderungen ab, um schneller Level aufzusteigen und so zusätzliche Belohnungen wie aufrüstbare Outfits, Spraymotive sowie exklusive kosmetische Gegenstände (!!) zu erhalten.

Sohn weiter: „Und wenn Du ein bestimmtes Level erreicht hast, was leichter geht, wenn man ein bißchen Kohle investiert, kannst Du halt zur Belohnung diesen oder jenen Tanz absolvieren.“

„Mach mal. Mach mal einen … hohen Tanz, Highscore. Was man so tanzt, wenn man echt viele abgeknallt hat!“

Der Sohn macht, augenrollend. Gott, ist das daneben. Ich hab schon viel gelästert über die Generation, die nicht „gedient“ hat. Aber tiefer geht immer. Komischerweise ist der Laptop unseres Sohnes eh dauernd verschwunden. Macht nichts, es gibt so viel zu tun. Die Gänschen brauchen Brennesseln, die darf er mit dem "Schwert" abschlagen. Tanzen darf er im Rentenalter.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (15)

MartinHimstedt
14. Mai 2018 14:24

Ich habe mir vor wenigen Wochen zwei Rassekatzen gekauft, sonst hätte ich sie (vielleicht) genommen.

marodeur
14. Mai 2018 16:12

Habe jetzt einen Schnellkurs zu Fortnite hinter mir und könnte vermutlich mitreden auf dem Schulhof. Bevor jetzt wieder alles pathologisiert wird: Wir waren als Kinder auch mal spielsüchtig und haben dann trotzdem gedient. Aber DAS ... das ist ja noch mal eine ganz neue Quallität! Man bezahlt tatsächlich eine Gebühr, für "kosmetische" Erweiterungen, die ausdrücklich KEINEN Vorteil im Spiel bringen. Stattdessen dieses Gehampel. Ich bewundere das psychologische Geschick der Spiele-Designer. Das wird vielleicht später noch mal nützlich für uns.

Andreas Walter
14. Mai 2018 18:14

Das wussten Sie nicht? Jetzt bin ich baff.

Wobei, Sie sagten fleischfrei. Das bedeutet ja nicht automatisch auch eiweißarm und auf eine gute Versorgung mit genug Eisen haben sie ja womöglich auch geachtet.

Denn ja, es gibt zumindest einen Zusammenhang zwischen Eiweißversorgung und Körpergrösse, der ja auch Sinn macht im Wettbewerb der Evolution, im Kampf ums überleben. Hat in dem Fall mit dem zukünftigen Erhaltungsaufwand zu tun, der für ein Organismus auch als Erwachsener gewährleistet sein muss. Andere behaupten, dass es nur am Eiweissmangel an sich liegt, also ohne intelligente, vorgreifende Reglung sich einfach nur aus der Menge an verfügbaren Baustoff ergibt.

Gilt aber auch für grosse Pflanzenfresser auf Inseln, also bei begrenztem Raum. Bei grosser Kälte ist aber genau das Gegenteil der Fall, werden Tiere wieder deutlich grösser.

Es gibt darum sogar mehrere Mechanismen, die aber alle wie im Zusammenhang wirkend glaube ich noch nicht erforscht sind.

Grösse ist Luxus, den man sich leisten können muss, und darum zumindest bei Männchen oft gern gesehen, auch im Tierreich. Kleinere, durchschnittliche Leute neigen dagegen mehr zum Marxismus, zur gerechten Gleichverteilung, was gerade bei grossen, dichten Populationen der Fall zu sein scheint oder bei Mangel. Zumindest könnte man da eine Mengen Sachen erforschen. Warum auch Zechine weniger als ein Hinkelstein wiegt und Frauen ständig auf Diät sind, heute allerdings auch Männer. Oder was Muskelwahn und Magersucht gemeinsam haben oder auch Intelligenz mit Ernährung zu tun hat. Wenn es überhaupt intelligentes Leben im Universum gibt und wenn ja warum nicht. Zum Glück wird das jetzt aber alles nach und nach erforscht werden, jetzt, wo sie in Sicherheit und darum nicht mehr auf den Marxismus angewiesen sind.

Ein gebuertiger Hesse
14. Mai 2018 18:16

Ein echtes Problem mit Zitaten von Gómez Dávila (abgesehen von den Akzenten auf den Vokalen des Namens, die man immer nachgucken muß) ist, daß man seine Aphorismen bzw. Scholien nie und nimmer mehr wiederfindet, so man sie sich nicht angestrichen oder rausgeschrieben hat. So würde ich ihn eigentlich gern wörtlich zitieren, wenn er sagt (paraphrasiert), daß es "Jedem Menschen zukomme, an den Miseren der eigenen Zeit nicht zuletzt teilzuhaben". Die einen vor 30 Jahren mit Breakdance, die anderen heute mit "Fortnite". Womit ich die Scheußlichkeit dieses "Tanzes" (man möchte sich bei dem Wort entschuldigen, wenn man es hier verwendet) nicht relativieren möchte. Doch lockt das popkulturelle Unwesen die Jungen mit der gleichen Konsequenz wie die Eltern sich dagegen verwahren. Bis auf weiteres, scheinbar in fernster Zukunft liegendes, mag es gar nicht anders gehen.
Hoffe freilich dennoch, daß dem Jungen das "Schwert" ungleich mehr behagt als das jämmerliche Gehopse,

Stil-Bluete
14. Mai 2018 19:10

Zwiespalt. Seit Michael Jackson sich ständig in den Schritt gegriffen und roboterhafte Pantomime als Tanzschritte perfektioniert hat, erscheint mir diese Weiterentwicklung harmlos. 'Kraftwerk': Innovativ.

Ich kann, angesichts eigenen Erlebens und derer meiner Kinder und Kindeskinder nur raten - lasst sie zappeln. Sie dürfen, nein sie müssen mit den gleichaltrigen Zeitgenossen verbunden bleiben. Ausgestoßen werden/sein tut allzu weh und führt nicht selten zur Abneigung und Vorwürfen gegenüber den Eltern, die diese Gebote und Verbote diktiert haben. Wie heißt es doch so schön in einem alten Lied: 'Lasst doch der Jugend, der Jugend, der Jugend ihren Lauf...' Garantiert ist im Hause KuK Fundament gelegt worden. Das gilt.
Viel schlimmer als diese maskulin geprägte Tanzakrobatik finde ich Madonna und in der Nachfolge Gaga und diese ehemalige Countrysängerin, na wie heißt sie doch gleich...Miliy Gyros... oder so ähnlich. Verderben in Potenz.

Rassekatzen: Rassepferde, Rassehunde, Rassekanninchen - Rassefrauen - und das sind immer stolze dunkelhaarige, dunkelhäutige Schönheiten, die ihren Leib im Bauchtanz zu bewegen vermögen.

Monika
14. Mai 2018 20:21

Als "Bubenmama" inzwischen erwachsener Söhne möchte ich mich mal für die Jungs stark machen ! Im vergleichbaren Alter haben meine Söhne sich auch "daneben" benommen. Rumgehampelt. Der kleine Sohn, Vegetarier ( 1,98 cm lang), konnte den Moonwalk von Michael Jackson saugut nachmachen. Wir haben uns schlapp gelacht. Ich mag die blödelnden Jungs im Übergang zum Manne. Sie haben es schwer genug bei den starken Mödels ! Und sechs Schwestern muss man aushalten können. Also, locker bleiben. Beim wilden Tanz durch den Garten kann man wunderbar Brennnesseln abschlagen.....Der Tanz der Derwische im Fortnite - Stil. Warum erst im Rentenalter ?

Hartwig aus LG8
14. Mai 2018 20:53

Körpergröße und Fleischkonsum - Andreas Walter hat schon einiges gesagt. Kurz: Es gibt die Empirie in Entwicklungsländern mit Mangelernährung der untersten Schichten, die in der Körpergröße deutlich unterdurchschnittlich bleiben. Und es gibt die Beobachtung im Familienkreis: Der Suppenkasper, der zwar Fleisch angeboten bekam, es aber weitestgehend verschmähte (und auch sonst ein schlechter Esser war), blieb hinter allen seinen Geschwistern, auch den Weiblichen, um einige Zentimeter zurück.

Franz Bettinger
14. Mai 2018 20:55

Ich habe gelesen, dass die Braunbären Alaskas, die coastal grizzlies im Gegensatz zu den inland griszlies, nur deshalb so riesig groß werden, weil sie eine viel bessere Diät haben. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Lachsen, während die Inland-Graubären sich zu 90% pflanzlich ernähren. Experimente (mit vertauschten Diäten) sollen das bestätigt haben. Es könnte also etwas dran sein, dass vegetarische Kinder nicht so gut wachsen (gedeihen?) wie "Allesfresser". Dazu passt, dass es für chinesische Frauen Brauchtum ist, während der Schwangerschaft auf Fleisch verzichten, damit sie eine leichtere Geburt (durch kleinere Babys) haben. Food works!

Andreas Walter
15. Mai 2018 00:32

Da habe ich dann auch gleich etwas für Sie, nachdem ich erst jetzt das Wortspiel in der Überschrift entdeckt habe. Passt dazu wie die Faust auf's Auge und habe ich auch erst gestern entdeckt: Rasse und ... - doch lesen Sie selbst.

https://takimag.com/article/occams_condom_jim_goad

Von dem begnadeten Jim Goad, der neben Steve Sailer und David Cole meine Lieblingsautoren bei Taki's sind. Allerdings nix für Marxisten und Farbige, die gerne rumeiern und lieber dem Weissen Mann alles in die Schuhe schieben wollen.

https://pdfs.semanticscholar.org/56c7/049634ac87441e8a96afc8fe34c588bdad94.pdf

bb
15. Mai 2018 00:59

Schonen Sie den Burschen nicht. Wer hampelt, braucht größere Aufgaben. Geben Sie ihm etwas wo er sich mal richtig (körperlich und geistig) verausgaben kann und Verantwortung übernehmen muß. Sollte auf dem Land kein Problem sein. In dieser Lebensphase mal richtig rangenommen zu werden und an die eigenen Grenzen zu gehen ist wichtig für Jungs.

Seine Schwestern können nicht mithalten und seine Freunde spielen alle Fortnite. Ist doch klar, daß er anfängt zu hibbeln. Wo sollen die geballte Kraft und der Tatendrang der Jugend auch abfließen?

Pit
15. Mai 2018 02:04

Ich als Rassist... ok Quatsch, also...: es drückt sich unser Wesen aus. Woher hat der Singvogel sein Lied? Weitgehend aus genetischer Veranlagung. Das vorgegebene Muster wird abgeglichen mit äußeren Vorgaben und so das Lied entwickelt. In ähnlicher Weise finden wir die uns eigene Weise uns zu bewegen, unseren Tanz. Ich habe mich lange in Tänzen versucht, und das ist mein Ergebnis. Ich habe auch vor allem gefunden, daß ich gerade (noch?) NICHT eine Tanzart gefunden habe, die zu mir paßt. Gibt es für mich als Weißen und Deutschen keinen Tanz!!? Das muß als Möglichkeit in Erwägung gezogen werden !! Nicht jedem ist alles gegeben. Vielleicht etwas wie Schreittänze... aber im Vergleich zu den Tänzen anderer Völker erscheint das schon dürftig. Es scheint da die Fähigkeit zu geben, das Sakrale zu evozieren, Bewußtseinszustände, trance-artig vielleicht... ich sehe das in unserem Kulturkreis nicht. Gerade der Tanzsektor wird den Leuten schnell klarmachen, daß die Menschen VERSCHIEDEN sind, das ist also eine wichtige Lernerfahrung und sollte Kindern ermöglicht statt verwehrt werden.
Ich sage immer: wir Deutschen bauen gute Mercedesse, der Afrikaner aber baut keine guten Mercedesse. Dafür tanzt er besser, als es ein Deutscher jemals könnte. Da stimmt mal der Vielfaltsansatz, und Austausch in der Vielfalt kann alle bereichern ("bereichern"!). Der Vielfaltsansatz wird ja aber von den feindlich Gesonnenen nicht ernst genommen, sondern nur als Vorwand benutzt, die weißen Völker zu zerstören (diversity means less White people).

Frieda Helbig
15. Mai 2018 06:42

Das haben die jetzt von ihrer Inklusion.

Früher hieß es einfach zu uns Kindern: Behinderte soll man nicht nachäffen!!!

Thomas
15. Mai 2018 08:11

Ich würde gerne meine nächste Buchbestellung mit selbst erlegtem Wild (Reh, Feldhase oder Wildschwein) bezahlen. Wäre das möglich?

Old Linkerhand
15. Mai 2018 09:50

Bei Warmblüter ergibt Größe nur Sinn in kalten Gebieten. Hier gilt die Bergmann Regel, ergo der Wärmeverlust ist geringer. Unsere Größe ist leider unnötiger Luxus und verringert unsere Lebenserwartung erheblich. Weniger Essen, vor allen Dingen kleinere Portionen und klein bleiben -wie die Menschen auf Okinawa- bedeutet alt werden. Die ältesten Bachforellen in sehr kalten und nahrungsarmen Bächen sind auch die kleinsten, in 30 Jahren haben sie auf nur 25 cm geschafft, dagegen wurden die "Monsterforellen" nur 12 Jahre alt. Meine Empfehlung für Schnellroda: Bleiben Sie klein und vor allen Dingen stressfrei, weniger ist mehr!

Old Linkerhand
15. Mai 2018 10:04

@Franz Bettinger
Die Küstenbraunbären auf Kodiak werden deshalb gigantisch, weil sie gigantisch viel Proteine und Fette vertilgen und nie Diät (außer zur Winterruhe) halten müssen. Zur Paarungszeit dürfen dann auch nur die Giganten ran und zwar bei den "Prachtweibern". Das Ergebnis dürfte dann kaum verwundern.

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