Sezession
26. Mai 2018

Das war’s. Diesmal mit: Männerpipi und Männerhaß

Ellen Kositza / 20 Kommentare

23. Mai -- Retroding: Löschblatt. Vor einiger Zeit fragte mich die kleine Tochter, wie damit eigentlich zu verfahren sei.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Sie habe damit u.a. ordentlich über ihre Tinte gerubbelt, aber die Wirkung sei mit einem Tintenkiller nicht vergleichbar.

Ich habs erklärt. Heute finde ich ein gefaltetes Löschblatt in der Rocktasche der Kleinen. Ungelöscht steht da: „An Teo und Karl! Ich will nochmal betonen dass ihr wenn ihr Nazi zu mir sagt selber solche seit. Ihr macht euch wol keine Gedanken über den Sinn von Schimfwörter. Niemahls und das sagt viel. Gezeichnet E.“

Moment mal! Meine Tochter erzählt mir jeden Kleinkram, sogar jeden Traum im Detail. Davon aber, vom Nazivorwurf: nichts.

Ich frage nach: „Sag mal, ich hab da so einen Zettel gefunden, einen Brief von Dir an einen Theo und einen Karl. Stimmt es, daß die Dich als ‚Nazi‘ beschimpfen? Begründen die das auch? In welcher Klasse sind die überhaupt?“

„Ja, ‚Nazi‘ sagen die immer. Aber was das ist, wissen die eh nicht. Die haben keine Ahnung. die wissen nicht mal, wann der Zweite Weltkrieg war. Dritte Klasse. [Also: große Jungs, EK]. Ich hab den Brief dann doch nicht abgegeben. Ich mein, es bringt ja nichts.“ Erstklassig vs. drittklassig.

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24. Mai -- „Ich kapier nicht, warum Du die Hasen über Nacht ins Freigehege läßt. Manfred und Lotta sind von dort verschwunden, spurlos!“

Er: „Ja. Ein Rätsel. Der Zaun ist dicht. Aber ein Jahr haben sie dort glücklich gelebt und Kinder bekommen. In Deinen kleinen Gartenkäfigen kriegen sie keine Kinder.“

Ich lasse zu, daß die Kaninchen ins geräumige Freigehege gesetzt werden. Schon am nächsten Morgen sind sie, wie annodazumal ihre Eltern, spurlos verschwunden. Die Spur findet sich Tage später, weit weg vom Gehege: Zwei Kaninchen-Wirbelsäulen, daneben ausgeweidetes Fell. Muß ein Grizzlybär gewesen sein, mindestens.

Zwei andere Kaninchen haben überlebt. Sie hassen sich, Männer. Sie reißen sich das Fell vom Leib. Sie wurden getrennt und lebten wochenlang als traurige Einzelgänger. Der Nachbar schenkt heute ein süßes Weibchen. Die Kinder setzen es in den überdachten Gartenkäfig: „Schon nach einer Sekunde haben die geheiratet!“

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25. Mai -- Zweimal Museum, dreimal für die Vitrine!

Erstens: Das Museum für Völkerkunde Hamburg wurde umbenannt. Der neue Name lautet: Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt (MARKK).

Die neue (seit 2017) Direktorin Prof. Dr. Barbara Plankensteiner dazu:

Um die erfolgreiche Fortsetzung der Neupositionierung des Museums zu gewährleisten, ist eine Neubenennung  unumgänglich. Der gewählte Name symbolisiert den neuen Weg, den wir bereits eingeschlagen haben. Mit ihm können wir kommunizieren, dass wir ein in der Gegenwart verankertes Museum sind, das seine historischen Bestände und sein komplexes Erbe aus heutiger Perspektive befragt:  ein offenes Haus, das alle einlädt sich mit dem kulturellen Reichtum der Erde zu befassen. (…) Der Begriff „Völkerkunde“ steht nicht mehr im Einklang mit der Identität, den Inhalten und Zielen eines Museums, das sich mit der kulturellen Vielfalt der Welt befasst und auf Augenhöhe und in Partnerschaft mit Herkunftsgesellschaften und Diaspora-Gemeinschaften zusammenarbeiten will.

Das wird man ja wohl noch sagen dürfe: Völkerkunde! Nee, besser nicht.

Zweitens: Seit vergangener Woche zeigt das Dresdner Hygiene-Museum seine neue Ausstellung „Rassismus. Die Erfindung von Menschenrassen“. Wissenschaftlich sei heute Common sense, daß es Rassen nicht gäbe.

Kuratorin Susanne Wernsing weiß:

Und diese unterschiedlichen Merkmale sind natürlich komplett willkürlich gewählt, also so etwas wie Hautfarbe, Augenfarbe, Haarstruktur; erscheinen uns aber heute plausibel weil wir in dieser Denktradition stehen. Also dass wir denken, die Menschen sind unterschiedlich, und das erkenne ich an der Hautfarbe, verbinden wir schnell mit der Vorstellung, vielleicht gibt es Rassen doch.

Horrorvorstellung! Im Deutschlandfunk erzählt man uns heute (als gäbe es "andere Perspektiven" wirklich):

Immer wieder geht es in der Dresdner Ausstellung darum, andere Perspektiven anzunehmen. Die der Angehörigen der NSU-Mordopfer etwa, die in langen Videos zu Wort kommen. Um Bewohnern ehemaliger Kolonien ein Gesicht zu verleihen, werden einzelne Biografien vorgestellt, werden sie in Anzügen gezeigt und nicht nackt. Kuratorin Susanne Wernsing hat von Rassismus betroffene Menschen eingeladen, an der Ausstellung mitzuarbeiten, die Gruppe hat unter anderem über einzelne Ausstellungsstücke und den Titel mitentschieden. Gelbe Schilder an einzelnen Objekten zeugen von einem weiteren Beitrag.

Aha, ausgerechnet „gelbe Schilder“. Ein seltsamer Mitmach-Marker.

Drittens: Wenn Männer von „Pipi in den Augen“ reden/schreiben, drehe ich mich normalerweise peinlich berührt weg.

Hier mal nicht. Der „Journalist Burkhard Zimmermann“ postet heute:

Der Sohn einer Freundin ist fünf, er ist smart, sportlich und sieht sehr gut. Er hat so Karten mit Fußballspielern drauf, von denen er zwei immer wieder verwechselt. Wir sähen den Unterschied, er sieht ihn nicht. Es sind Jerome Boateng und Julian Draxler. Manchmal vergleicht er die Form ihrer Augen, um sie besser auseinanderhalten zu können. Meine Freundin könnte ihn darauf hinweisen, dass sie unterschiedliche Hautfarben haben, macht sie aber nicht. Er sieht es früh genug. Dass #Rassismus erlernt ist, war mir klar. Aber dass Kinder so denken und sehen, wusste ich nicht, und als ich es heute hörte, hatte ich ein bisschen Pipi in den Augen.

Es folgt eine Kette an Emoticons. Männer halt.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (20)

Carlos Verastegui
26. Mai 2018 11:24

Ich hatte auch ein so ein Erlebnis der "dritten Art" in einem Völkerkundemuseum, und zwar vor genau einem Jahr. Darüber habe ich sogar einen Bericht für die BN geschrieben. Hier ein Auszug daraus:

"Kein N-Wort, keine „Negerküsse“ mehr

In Köln habe ich eine Gehirnwaschanlage getestet, die vor allem die deutschen und nicht mehr so deutschen Schulkinder zu einem besseren Menschentum erziehen will. Es ist das, was ich den „Vorurteilskubus“ im ethnologischen Rautenstrauch-Joest-Museum nennen will. Außer dem „Vorurteil“ – unter dem Motto: „Der verstellte Blick“ – und dem „Rassismus“ behandelte der „Vorurteilskubus“ im Besonderen die Problematik des „N-Worts“ („Neger“; „Negerkuss“).

Darüber hieß es: „Das N-Wort steht für die grausame Geschichte der Versklavung und Kolonisation. AfrikanerInnen wurden generell bestimmte negative Eigenschaften zugeschrieben, wie z.B. Faulheit, Triebhaftigkeit und Grausamkeit. Alternative: Das N-Wort ersatzlos streichen, ‚Schokokuss‘ für die Süßigkeit verwenden.“ Zugegeben, ich selbst hatte immer gewisse Bedenken, das „N-Wort“ zu gebrauchen und habe die „N…“ stattdessen lieber „Schwarze“ genannt.

Weiße und Schwarze – Das ist Rassismus!

Das aber ist laut dem Vorurteilskubus rassistisch, denn „Schwarzsein ist (…) ebenso eine Erfindung des Rassismus wie Weißsein. Weiße Menschen machen sich selber Gedanken über ihre Hautfarbe, da sie glauben, Weißsein sei das Normale.“ Soso. Das Verwirrspiel im Indoktrinationsmodus wurde aber noch weiter getrieben: „Rassismus wird zu einem Großteil über Sprache transportiert. Unsere Sprache ist untrennbar verknüpft mit unserem Denken und Handeln. Diese Verknüpfung macht es erforderlich, dass wir uns Gedanken machen über Bedeutung und Inhalt der von uns verwendeten Begriffe.“

Ganz abgesehen davon, dass es für ein Kind ganz unangemessen und schon fast krankhaft anmutet, sich dauernd „Gedanken“ über die verwendeten Begrifflichkeiten machen zu müssen, liegt hier offen zutage: exzessives Grübeln über „Begriffe“ führt zu sprachlichem Unvermögen und am Ende sogar zu Verblödung. „N-Wort“ z.B. ist eine infantile Tabuisierungs- und Verlegensheitsbildung ähnlich der, die Vorschulkinder unter der Anleitung verklemmter Erwachsener bezüglich der Genitalien, der Ausscheidungsorgane, überhaupt der Ausscheidungen sowie des Geschlechtsakts an den Tag legen. Das betont Infantile dieser spielenden Pädagogik soll wohl bei den Kindern zu mehr Toleranz führen.

Der Vorurteilskubus im ethnologischen Museum ist doof, und er möchte euch „Kids“ ebenfalls doof machen. Beweis: Seine Rassismusdefinition: „Rassismus bedeutet, einen anderen Menschen wegen dessen Herkunft, Aussehen, Hautfarbe, Sprache oder Religion zu verdächtigen, ihn zu beschimpfen, zu benachteiligen oder zu bedrohen.“ Diese in denunziatorischem Ton gehaltene und absichtlich viel zu weit gefasste Pseudodefinition setzt den Rassismus bereits voraus, und zwar definitionslos! Es werden als rassistisch Taten und Verhaltensweisen bezeichnet, nur weil sie in Bezug auf vermeintliche oder wirkliche, nicht einmal mehr „Rasseeigenschaften“ begangen bzw. an den Tag gelegt werden.

Der „Vorurteilskubus“ ist beispielhaft für die Indoktrination in Deutschland

Wenn ein Museum unter anderem bilden und erziehen soll, so wird im Rautenstrauch-Joest-Museum unter Bildung und Erziehung Indoktrination verstanden. Indoktrination beginnt bei unauffälligen Kleinigkeiten und scheinbaren Nebensächlichkeiten. Die Art z.B., in der der Vorurteilskubus vom Vorurteil redet, ist bereits Indoktrination: „Vorurteile sind weltweit verbreitet. Sie dienen unter anderem dazu, das ‚Fremde‘ in ihr eigenes Weltbild einzuordnen und sich gegenüber dem ‚Anderen‘ abzugrenzen. Vordergründig sind es Urteile über andere, die indirekt meist eine Aufwertung des Eigenen ermöglichen.“

Rätselhaft für mein unbewusstes, reaktionäres und rassistisches Denken sind die Anführungszeichen, in die das „Fremde“ und der „Andere“ gesetzt sind. Ich z.B. bin fremd in Deutschland, auch wenn ich mir einbilde, es einmal gekannt zu haben. Fremd ohne Wenn und Aber, vor allem aber ohne Anführungszeichen. Und was am „Anderen“ in Anführungszeichen zu setzen sei, das erklärt mir der Vorurteilskubus nicht."

quarz
26. Mai 2018 11:28

"Wissenschaftlich sei heute Common sense, daß es Rassen nicht gäbe."

Eigenartig nur, dass sich das nicht bis zum immerhin bedeutendsten Evolutionsbiologen der letzten 100 Jahre herumgesprochen hat. Der schreibt nämlich noch 2002:

"There is a widespread feeling that the word "race" indicates something undesirable and that it should be left out of all discussions. This leads to such statements as "there are no human races." Those who subscribe to this opinion are obviously ignorant of modern biology."

Aber gut, der war da schon alt und hat vielleicht senilerweise die neuesten Erkenntnisse der Dekonstruktionswissenschaften nicht mehr mitgekriegt.

Dennoch gibt es immer wieder diese schwer erklärlichen Zufälle, z.B. den, dass eine genetische Klassifizierung der Menschheit anhand von bestimmten simultan berücksichtigten genetischen Markern zu fast 100% mit der phänotypische Rasse-Selbstzuschreibung der Menschen übereinstimmt (die gar keine Ahnung von Genetik haben).

Und dann diese jüngsten Erfolgsmeldungen über "race based medicine" ...

Naja, aber was wissen schon Biologen und Mediziner über Rassen?! Die sollten halt besser mal Ausstellungen von Historikerinnen besuchen anstatt in ihren Labors rumzuhocken.

Andreas Walter
26. Mai 2018 11:48

Was für ein Lügner. Selbst Babys sehen es schon und reagieren sogar darauf:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/diskriminierung-kleinkinder-bevorzugen-die-eigene-hautfarbe-a-401132.html

Die werden darum noch aus allen Wolken fallen, wie auch schon in Schweden, die dämlichen Marxisten, während wir wenigstens schon auf dem harten Boden gelandet sind. Nur machen wir leider nichts daraus, aus unserem Zeitvorteil.

Andrenio
26. Mai 2018 13:12

Uns wurde letzte Woche eine nicht genderkonforme Blutzentrifuge ausgeliefert.
Bei der Einführung durch eine charmante Türkin mit sehr hohen Absätzen und Kampfbemalung würden uns unterschiedliche Einstellpositionen für Männlein und Weiblein gezeigt.
Unverschämter Weise verhält sich weibliches Blut anders als männliches.
Die Nachfrage, ob es auch Rasseunterschiede gäbe, wurde ausweichend behandelt. Die in den arabischen Raum gelieferten Geräte hätten ihres Wissens nach andere Einstellungen.
Krankheitsverläufe und Medikationen haben auch Unterschiede mache Rasse und Geschlecht erwiesen.
Eigentlich Zeit die Gender- und Antifa-Polizei aud diese Teile der echten Wissenschaft loszulassen.
Wo kommen wir sonst noch hin?

Tobinambur
26. Mai 2018 13:37

Ad Nazikinder: Ihre Kinder haben den Brief nicht abgegeben, „es bringt ja nichts“. Meine Frage: Wie haben Sie reagiert?
Wenn mein Sohn solchen Beschimpfungen ausgesetzt wäre… alleine schon beim Gedanken daran steigt der Blutdruck. Sobald er wieder auf Normalwert wäre, würde ich mir die Eltern zur Brust nehmen – und zwar auf eine derart gebildete und niveauvolle Weise, dass die sich hinterher wie totalverblödete, ungebildete Volltrottel vorkämen – zurecht, weil sie es wahrscheinlich auch sind.

Kositza: Sie können sich vorstellen, daß dieser eher niedliche Firlefanz eine Lappalie ist gegenüber vielem, durch das unsere Kinder qua Sippenhaftung seit Jahren durchmüssen. Wenn ich mir dauernd jemanden "zur Brust nehmen" müßte, der meine Kinder irgendwie in ein falsches Licht stellt, hätte ich damit zeitweise einen Vollzeitjob.Solche Geschichten könnten ein Büchlein füllen. Dazu schweig ich aber lieber, weil ich den Ansporn, sich nicht "als Opfer zu inszenieren", durchaus sportlich nehme...

Ad Volkskunde: 1991 war ich (in der Medienbranche damals als Autor tätig) in einer Drehbuchsitzung eines öffentlich rechtlichen Senders. Der SPD-Redakteur hatte einen erlauchten Kreis von SPD-Genossen und einen ungebildeten Prol zusammengetrommelt. Letzterer outete sich als Kommunist und Student der Ethnologie und verkündete, dass sein Fachbereich aufgrund studentischer Proteste von Volkskunde in Ethnologieblablabla umbenannt wurde. Und wer war ich in dieser Runde? Zunächst das, was jeder Mensch für einen Linken apriori zu sein hat: ein weiterer Genosse. Schon nachdem ich das Ausdünsten linker Verbal-Pheronome verweigert hatte, war ich der böse Rechte, wurde explizit auch als solcher bezeichnet und konsequenterweise aus der öffentlich-rechtlichen Selbstbereicherungsgemeinschaft hinausgekantet.
Ad: kognitive Kompetenz: Zweijährige erlernen bereits die Namen der Farben und können zwischen Schwarz und Weiß und zwischen verschiedenen Hautfarben zu unterscheiden. Dem betreffenden fünfjährigen Jungen wird offenbar von den Eltern die betreffende kognitive Kompetenz bewusst vorenthalten – oder sollte man besser sagen, dass hier eine Art kognitiver Kindesmissbrauch stattfindet: Eine Vergewaltigung zur Verdummung (vgl. ad Nazikinder?). Ich denke ja, denn es sind diese Kinder, die (wenn sie erwachsen sind) das Resultat der Politik ihrer linken Eltern und Erzieher für gut befinden und weiterführen sollen. Dazu dürfen sie zuallererst keine qualitativen Unterscheidungen machen, sondern nur noch quantitative Unterscheidungen, um die Größe einer Menge bestimmen. Denn ihr Bestreben wird sein, zur größten Menge zu gehören: „Fresst Sch…, Millionen Fliegen können nicht irren“ (A.R.Penck)

John Haase
26. Mai 2018 13:54

„N-Wort“ z.B. ist eine infantile Tabuisierungs- und Verlegensheitsbildung ähnlich der, die Vorschulkinder unter der Anleitung verklemmter Erwachsener bezüglich der Genitalien, der Ausscheidungsorgane, überhaupt der Ausscheidungen sowie des Geschlechtsakts an den Tag legen. Das betont Infantile dieser spielenden Pädagogik soll wohl bei den Kindern zu mehr Toleranz führen.“

Das „N-Wort“ für Neger kommt aus dem amerikanischen linken lunatic fringe zu uns herüber und findet sich mittlerweile auch so in unserer Presse. In den letzten Jahren hat der Einfluss der amerikanischen Colleges und Universitäten auf das internationale Weltlinkentum massiv zugenommen. Hassrede (von Hatespeech) ist auch so ein kindlicher Begriff von drüben. Meist geht es ja dabei gar nicht um wirklichen Hass, sondern einfach darum, eine unerwünschte Meinung plattzumachen: „Das darfst Du nicht sagen, Mama hat gesagt, das ist Hassrede.“ „Whataboutism“ (wohl von einem Collegeaffen erdacht, der den Ausdruck Tu-Quoque-Argument nicht kannte) ist ein weiteres Beispiel für den retardierten Amijargon, den der Linke von heute so benutzt.

Die geisteswissenschaftlichen Colleges in den USA sind mittlerweile zu reinen Ideologiefabriken verkommen, die als Stichwortgeber für die amerikanische Presse und Demokratische Partei fungieren, von wo aus dann der Kram zu uns rüberschwappt. Die Homoehe kam von da, das Transengedöns auch. In den letzten Monaten fällt auf, daß ein weiterer, sehr giftiger Begriff in unserer Presse vermehrt gebraucht wird und zwar stets und ohne Ausnahme abwertend: weiße Männer, was bei uns besonders daneben und daher auch aggressiver wirkt, da wir in Deutschland keine angestammten Farbigen haben. Mal sehen, wo das noch hinführt.

Rueckert
26. Mai 2018 14:42

Ein kleines "Nazimädchen" bedroht den Wolf?
Ja, wenn der Gauland ein Kopftuchmädchen gewesen wäre, als er im Mai 2018 in der Frankfurter Altstadt bedrängt wurde, ja dann hätte man über diesen "Tabubruch" gezetert. Und der Bischof von Limburg, Herr über Frankfurts Kleriker, hätte sich darob ein Kopftuch übergezogen und eine Jereminade angestimmt.
"Ist es wieder so wie 1933?", fragte Ignaz Bubis, als er noch unter uns wandelte. Er beließ es bei der Frage. Frau Knobloch bekräftigte später, dass dem so sei. Ich behaupte: "Wir stehen kurz davor. Aber es geht mal anders herum!" AfD-Bürger dürfen nicht mehr im Hilton übernachten, beim Bäcker einkaufen, oder mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Etwas später werden sie aus den Fenstern geschmissen (oder in die Sahara zum Trocknen abgelegt, um dann als Dörrfleisch den hungrigen Kannibalen Afrikas verfüttert zu werden? Drei Kannibalen sind schon in Italien auffällig geworden, was den Papst nicht erkennbar beunruhigte).

Die Mafia der "Guten", von den christlichen Kirchenfunktionären bis zur Antifa, sieht inzwischen in jeder Eiche den Adolf und erkennt in jedem Lindenblatt die Strukturen des Alltagsrassismus. Und wer nicht mitheult ist bereits verdächtig.

Mauerbluemchen
26. Mai 2018 14:43

Na ja, vielleicht war ja eher der fromme Journalistenwunsch Vater dieser blitzsauberen Gesinnungsidylle ... oder aber bei diesem Buben handelt es sich um eines jener Hybride, die sich noch nicht orientiert haben, noch zwischen Blumenrock und Star-Wars Schlüpfer pendeln, sich vor dem nächste Punktspiel erst einmal die Fingernägel mit Muttis Nagellack bemalen und am Küchentisch mit den hippen Eltern unverbindlich Kosten und Aufwand einer chirugisch-chemischen Umrüstung überschlagen - und für all das von bunten Magazine wie NC als TitelheldX der Zukunft gefeiert werden.

Mit einem Wort, es ist nichts Substantielles aus der Wirklichkeit, was dem schreibenden Waschlappen da Krokodilstränen in die verlogenen Augen treibt.

Rueckert
26. Mai 2018 14:59

Rassismus quillt aus allen Poren zu uns herein. Die zahllosen Sippen und Stämme, mit denen wir uns anreichern, kennen sich als "Menschen", die anderen aber als Fremde. Die "Sioux" wurden von ihren Feinden Ssu genannt (man hört das Zischen der Schlangen), selbst bezeichneten sie sich Lakota, was soviel wie Menschen heißt.
Der Papst (seit Lampdusa 2013 mein Intimfeind) ernannte in Nigeria einen neuen Bischof, der aber vom örtlichen Stamm abgelehnt wurde, da fremdstämmig. Schließlich drohte er den Verweigeren mit der Exkommunikation - aber die streckten ihm nur die Zungen heraus (meine Sicht der Dinge). Da knickte der Starke ein und ernannte ihnen einen Seelenführer aus der eigenen Mitte.
Wir zerlegen uns in Grillspezialitäten (Schweinehals, Lammkeule ...), um nicht "Nazi" gescholten werden zu müssen, die Neubürger schlecken uns einfach weg. Wir sind trunken von Wahn, unsere Ältesten und Propheten am meisten.

Ruediger Plantiko
26. Mai 2018 16:22

Zur Phrase "Pippi in den Augen" schrieb Sibylle Berg schon 2015 ( https://twitter.com/SibylleBerg/status/681070363732762628 ):

'wie heisst der drang, menschen die: "ich habe pippi in den augen" sagen, schrauben unter die nägel schlagen zu wollen?'

Burkhard Zimmermann twitterte übrigens sein Geschichtchen, das uns alle total betroffen und ein Stück weit nachdenklich zurückläßt, bereits am 13. Januar, es wurde dann vom Account "Die peinlichsten SJW-Paulaner" (@SjwPaulaner) am 23. Mai noch einmal dokumentiert und verbreitet.

Old Linkerhand
26. Mai 2018 21:37

Beim Lesen der Überschrift hatte ich fast Pipi im Schlüpfer, aber die Sache mit Ihrer Kleinen ging dann doch an die Nieren. Die Vornamen Theo und Karl lassen auf ein gewisses Bildungsniveau der Eltern schließen, die wohl den Gruselgeschichten unserer Qualitätspresse auf dem Leim gegangen sind. Um die Sache schönzureden, hatte ich mir ein Bild von Theo, Karl und E., die lachend und winkend auf dem Schiff "Difent Jurop" segeln, vorgestellt. Bei den Karnickelkadaver herrscht allgemeine Ratlosigkeit, denn ein Grizzly war`s wohl nicht, denn die angeln an der Unstrut Lachse.

Kositza: Sie sind ein aufmerksamer Leser! Normalerweise mache ich hier in anonymisierender Absicht aus "Josie" eine "Zoe" und aus "Jamie" einen "Colin", aber diesmals waren es wirklich Theo und Karl. Mir ist selbst nach 16 Jahren Schnellroda nicht klar geworden, wer und warum hier seine Kinder Hans und Paul nennt und wer Brian und (schwerbeliebt) Liam. Nach meinen alltagsempirischen Beobachtungen hat das nur eine geringe Korrelation mit dem Bildungsniveau. Die Akademikerquote unter Grundschulkindereltern liegt hier aber sicher unter 1%.
Zum Grizzly: Daß ich eines Nachts einen Wolf in unserem Garten (Winter 2014) gesehen haben, sorgt bis heute für Schenkelklopfen. Hab ihn aber gesehen.

Weltversteher
26. Mai 2018 22:27

Das mit dem Pippi sagen doch aber vor allem Baggerfahrer oder Unteroffiziere, also eher Proletentypen und nicht Waschlappen?- So scheint es mir jedenfalls.

RMH
27. Mai 2018 10:06

"Das mit dem Pippi sagen doch aber vor allem Baggerfahrer oder Unteroffiziere, also eher Proletentypen und nicht Waschlappen?- So scheint es mir jedenfalls."

Oder es ist eine Phrase aus dem wunderbaren "Ruhrpott", der aufgrund seiner role-model-artigen Geschichte ja unser aller Vorbild für Multikulti, des „Menschelns“ und des „Kumpeligen“ und der damit notwendigerweise einhergehenden Sprachverhunzung sein soll --- wie auch immer, die Absicht von solchen Floskeln ist klar erkennbar, man will sich gemein machen, sich bodenständig und --- oh Gott! -- volksnah zeigen … oder doch besser, einwohnernah. Jeder, der Kinder hat, weiß, dass der Kleine einfach nur ein recht normales Namenszuordnungsproblem hat und die Personen dem Grunde nach sehr sauber auseinanderhalten kann. Üblicherweise sind die Kinder in der Phase, wo sie Wau-Wau zur Katze sagen, aber schon noch etwas jünger.

OT: Ein großes Kotzerlebnis seit langem, gefolgt von den allerheftigsten misanthropischen Anfällen hatte ich gestern, als ich im Auto fuhr und den entsprechenden Info-Sender laufen hatte und über das irische Abtreibungsreferendum berichtet wurde. Man mag zum Thema Abtreibung stehen wie man will, aber dass die Befürworter der Abtreibung nach den ersten Prognosen gejohlt und gejubelt haben (wurde im Radio natürlich eingespielt), wie nach einem gewonnen Fußballspiel oder wie auf einer schnöden Wahlparty, wenn die ersten Prognosen eingehen oder der vermeintliche Gewinner auf den Schild gehoben wird, hat mir ernsthaft Brechreiz verursacht. Man jubelt und kreischt also bei so einem Thema. Ich dachte mir im Stillen, wenn für diese Art Menschen das Abtreibungsverbot doch schon vor 80 Jahren abgeschafft worden wäre und vom Apfel auf den Stamm, von dem er gefallen ist, geschlossen werden darf …

Das wird wohl doch nichts mehr mit Europa und der Welt.

Stil-Bluete
27. Mai 2018 11:24

Je häufiger ich allerorten dem Schimpfwort 'Nazi' begegne, ist gleichzeitig die Inflationierung, also Wirkungslosigkeit festzustellen, so dass man getrost darüber hinweggehen kann. Eine reife Leistung Ihrer Tochter!

Frau Kositza, es ehrt Sie, dass Sie dieses Brieflein auf dem 'Retroding' Löschpapier m i t den Rechtschreibfehlern, doch wohl auch m i t der Zustimmung Ihrer Tochter veröffentlicht haben.

Die N-Wörter, das wissen wir, haben es in sich. Geschenkt.

Aber am üppigsten blühen die Sch-/Sp-Wörter: Schuft/-in, Schurke/-in, Schmarotzer, Schauspieler, Schreckgespenst, Schwerenöter, Sch...kerl/-in, Schürzenjäger, Spieler, /-Schlafschaf, Schwätzer, Schlafmütze/-mützerich, Spinner/-in, Schwein, Schreihals/-hälsin, Schimpanse, Schl....e, Schweinebraten, Schwindler, Spast, Spaßvogel, Speichellecker, Schreckschraube, Schafskopf, Scharlatan, Schandmaul, Schädling, Schaluppe, Scherzkeks, Schießbudenfigur, Schickimicki, Schächter, Schläger, Schlingel, Schlitzauge, Schmutzfink, Schnapsdrossel, Schnösel, Schönling, Spießer...

herbstlicht
27. Mai 2018 16:04

»»Die Spur findet sich Tage später, weit weg vom Gehege: Zwei Kaninchen-Wirbelsäulen, daneben ausgeweidetes Fell. ««

Uhu? Offener Fraßplatz (oder fand ihn der Hund?), halbwegs intakte Knochen und Fell deuten auf Greifvogel. Auch das stärkste Habichtweib wird beim Karnickel an seiner Grenze sein.

Las im Web über Müchelner Kalktäler: bewaldete Steilhänge, aufgelassene Steinbrüche; also Einstand und sogar Horstplatz des Uhus gut denkbar. Falls jemand diesen für einen Bewohner "einsamer Bergwälder" hält, hier:
https://www.youtube.com/watch?v=Q_ad8Iu7AJI

(In Helsinki gibt's "Stadtuhus" --- Leben besetzt die ökologischen Nischen.)

ede
27. Mai 2018 16:16

Das kann nicht mehr lange gutgehen. Ja, gut, was geht schon gut. Mir fällt da gern die Alt-Berliner Redewendung vom Frühjahr 45 über die Lage ein:
Alles kein Problem, solange man noch nicht mit der U-Bahn zur Front fahren kann.

Lotta Vorbeck
27. Mai 2018 16:56

"Pipi in den Augen haben" - Bedeutung / Herkunft

# https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~Pipi%20in%20den%20Augen%20haben&bool=relevanz&gawoe=an&suchspalte[]=rart_ou&suchspalte[]=rart_varianten_ou

# https://www.mundmische.de/bedeutung/16035-aus_den_Augen_pullern

# https://www.mundmische.de/bedeutung/13289-Pipi_in_den_Augen

Old Linkerhand
27. Mai 2018 21:23

@Kositza
Nix mit Schenkelklopfen, Sachsen Anhalt und besonders Südbrandenburg ist Wolfsgebiet!
Trotzdem bleibt die Sichtung eines Wolfes ein seltenes Erlebnis. Sie können sich also glücklich schätzen. Den meisten Menschen wird erstmal das Herz in die Hose plumpsen, aber dem Wolf geht es genauso. Selbst habe ich schon oft Wolfsspuren, Kot und Risse gefunden, aber das Privileg einem so schönen Tier in Freiheit zu begegnen war mir bisher nicht vergönnt.

Gotlandfahrer
28. Mai 2018 08:36

@ Andreas Walter:
Naja, im Artikel steht aber auch, dass die Bevorzugung abhängig ist von der Zusammensetzung der Umgebung der Babies. Ist da alles bunt, bevorzugen die nix. Ich halte das Terrain, bei dem um den Begriff "Rasse" gekämpft wird, für unergiebig. Rational ist so ein Disput eh nicht zu führen, und emotional ist da kein Blumentopf zu gewinnen (man denke an Riefenstahls Nuba). Verhalten im Sinne von Toleranzsymmetrie und Krisenloyalität sind aus meiner Erfahrung die Begriffe, die am ehesten noch bei Gegenüber das Denken öffnen, aber immer nur ahnungsweise und ganz kurz.

starhemberg
28. Mai 2018 12:47

Ich finde die Kolumne auch diesmal gut und gelungen wie immer. Aber vom Inhalt her auch zutiefst deprimierend. Unglaublich, wie die Lüge jeden Tag ein Stück weiter zur Wahrheit umgeformt wird. Lachen kann ich da nicht mehr.

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