Sezession
6. Juni 2018

Solidarität und Disziplin

Johannes Poensgen / 23 Kommentare

Die Inhaftierung Tommy Robinsons hat eine Kontroverse losgetreten, die eintreten mußte, sobald die Repression sich zuspitzen würde.

Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

  • Sezession

Während die Einen in selbstverständlicher Solidarität mit einem Mann, der nun um sein Leben fürchten muß, nach vorne geprescht sind, Solidaritätsdemonstrationen veranstaltet, Twitterkampagnen gestartet und die Forderung aufgestellt haben, das deutsche Asylrecht der Abwechslung halber einem politisch Verfolgten zugute kommen zu lassen, fragen sich die Anderen, warum sie sich gerade für Robinson einsetzen sollten.

Verständlich sind diese Rufe, wenn sie aus Amerika kommen. Nach Charlottesville hat sich Robinson mit der Antifa gegen die „Nazi Pricks“ solidarisiert. Seine islamfixierte, radikal philosemitische politische Anschauung ist in den Staaten, mit ihrer anders gearteten Frontstellung, ein süßes politisches Gift.

Für uns Europäer jedoch gilt zumindest, daß die politische Differenz zu Robinson derzeit nicht unüberbrückbar ist, auch wenn heute zweifellos – und zwar mit oder ohne Tommy Robinson – die Gefahr besteht, daß die europäische Neue Rechte in eine Retardierung aus Islamkritik und Wutbürgertum gesogen wird, die sich von Sexualverbrechen zu Sexualverbrechen hangelt.

Unter anderen Umständen gäbe es also mehr als genug Gründe, von Tommy Robinson eine gute Armlänge politischen Abstand zu halten.

Doch alles, was wir ihm im vorliegenden Fall vorwerfen können, ist, daß er durch eigene Dummheit in den Knast gewandert sei. Und ja, das ist richtig. Er hat einen schweren taktischen Fehler gemacht. Zweimal ein Gesetz zu brechen, daß zur Absicherung ordnungsgemäßer und unparteiischer Gerichtsverfahren gedacht ist: Das ist kaum vergleichbar mit den Ordnungswidrigkeiten oder Meinungsvergehen, wegen derer die Identitäre Bewegung und Konsorten von Zeit zu Zeit belangt werden.

Und ja, für Tommy Robinson in die Bresche zu springen wird uns nicht nur Sympathien einbringen, sondern auch Kosten, und zwar gerade unter den höher Gebildeten, die neben der Jugend unsere wichtigste Zielgruppe sind. Für die linksliberale Qualitätspresse ist der Fall Robinson ein gefundenes Fressen.

Doch was, wenn wir es nicht tun? Was, wenn wir auch nur zulassen, daß an die Stelle entschiedener Aktion eine Debatte über die Person Tommy Robinsons oder die Klugheit seiner letzten Aktivitäten tritt? Denn so verständlich manches Bauchgrimmen ist: Allein, daß diese Debatte geführt wird, ist ein Problem. Sie setzt einen Präzedenzfall, der sich unter keinen Umständen verstetigen darf.

Wenn es unter uns Brauch wird, gegenüber einem um Freiheit und Leben bangenden Aktivisten erst einmal abzuwägen, seine Fehler nach einem Grund zu durchwühlen, ihn seinem Schicksal zu überlassen, dann ist der politische Aktivismus tot!

Natürlich können wir nicht blind mit allem und jedem solidarisch sein, was irgendwie in unsere Richtung läuft, doch wir sind nun einmal eine Mosaik-Rechte (Benedikt Kaiser) unterschiedlicher Gruppen und mancher Einzelkämpfer, über denen es keine zentrale Autorität gibt, die darüber entscheiden könnte, wer dazu gehört und wer nicht, welche Aktion, welche Äußerung genehmigt ist und welche nicht. Dies ist schlicht der Preis, den wir für eine Reihe anderer Vorteile zahlen.

Aufgrund unserer dezentralen Struktur wird es notwendigerweise auch immer so sein, daß die, die von sich aus etwas tun, die Richtung vorgeben und den Rest hinter sich her oder eben mit hinein ziehen.

Das Problem einer solchen Debatte ist, daß in ihr die Hürden für eine Entsolidarisierung unsererseits viel zu niedrig sind. Dies liegt in der Struktur einer Debatte, in der das gesamte Leben des in Not geratenen Aktivisten vor das Tribunal unserer Öffentlichkeit gezerrt und jeder Punkt für oder wider ihn durchgekaut wird. Wenn sich dieses Verfahren festsetzt, dann zerstört das den Rückhalt bei den eigenen Leuten, ohne den Aktivismus nicht möglich ist.

In der Neuen Rechten, gerade in Deutschland, gibt es seit Jahren einen stillen Konsens, darüber zu schweigen, wenn Leute wegen nationalsozialistischer oder holocaustrevisionistischer Meinungsdelikte verurteilt werden, unabhängig davon, was einzelne von uns über die entsprechenden Strafparagraphen oder die Art denken, auf die diese Gerichtsverfahren geführt werden.

Das hat einen guten Grund. Anderenfalls würden die einschlägigen Kameraden ständig die Knöpfe drücken, die uns zur öffentlichen Solidarisierung mit ihnen zwängen. Doch selbst für diese Entscheidung zahlen wir einen Preis. An den Schmuddelkindern wurden die Instrumente der Repression geschärft, die heute auch wir zu spüren bekommen.

Können wir allen Ernstes zulassen, daß es unter uns akzeptabel wird, jemanden, weil er einen taktischen Fehler gemacht hat, so zu behandeln wie Mahler, Haverbeck und Volksgenossen? Dann hätte in Zukunft jeder eine Ausrede parat, den Kopf einzuziehen, sobald es Ärger gibt. Vor allem, wenn er denjenigen, der den Ärger verursacht hat, aus irgendwelchen Gründen nicht mag.

Meistens, wenn es Schwierigkeiten gibt, wird man irgendwem zu Recht einen Fehler vorwerfen können. Das darf keine Entschuldigung werden, die Leute im Regen stehen zu lassen. Das ist eine elementare Frage der Disziplin. Wenn wir die nicht aufbringen, dann werden uns die Repressionsorgane in mundgerechte kleine Scheiben schneiden.


Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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Kommentare (23)

Pit
6. Juni 2018 07:45

Bei aller Zustimmung trotz allem noch eine Verständnisfrage: man hört auch Stimmen, die sagen, TR hätte sehr wohl sehr bewußt darauf geachtet, eben keine Gesetze zu verletzen bei der letzten Aktion, also außerhalb des verbotenen Bereichs zu bleiben, hätte auch anwesende
Polizei gefragt, ob sein Verhalten so ok wäre. Ja, das ist nicht entscheidend, entscheidend ist, daß über den ungeheuerlichen Vergewaltigungsjihad (und die jahrzehntelange Vertuschung durch das gesamte Establishment) gesprochen wird. Jedoch: wenn TR, wie z.B. Greg Johnson argumentiert, ganz absichtlich seine Verhaftung provoziert hat und eine Verurteilung mohammedanischer Vergewaltiger gefährdet hat, dann stellen sich durchaus grundsätzliche Fragen bez. TR. Also ist dieses juristische Detail für mich doch von Interesse, und ich würde mich freuen, wenn jemand dazu etwas sagen könnte.

[Er ist bei dem jüngsten Ereignis jedenfalls deutlich vorsichtiger gewesen, als bei dem, das ihm vor einem Jahr die Bewährungsstrafe eingetragen hat. Die Latte dafür hängt allerdings nicht besonders hoch, vor einem Jahr hat er im Gerichtsgebäude gefilmt und die Angeklagten beschimpft.

Wie gesagt, die Aktion war dumm und die Mainstreampresse freut sich einen Ast, daß tatsächlich mal ein Rechter Dissident für einen Straftatbestand verknastet wurde, dessen Legitimität weitestgehen unbestritten ist.

Es geht mir jedoch, das ist hoffentlich deutlich geworden, nicht um die Person Tommy Robinsons, sondern um die Art und Weise, auf die er von manchen, wirklich zum falschen Zeitpunkt angegriffen wurde.

Wenn das Brauch wird, dann zerstört das jede Solidarität. Vor allem, weil in solchen Situationen immer zunächst Unklarheiten über den genauen Sachverhalt bestehen werden. Dieser Nebel des Krieges wird sich auch stets erst dann lichten, wenn alles bereits vorbei und der Zeitpunkt für wirksamen Protest verpasst ist.

Was Counter-Currents anbelangt, da war man sich nicht einmal zu schade, den Daily Star zu zitieren, um Robinson auch noch Sympathie für Pädophile zu unterstellen. https://www.counter-currents.com/2018/05/the-truth-about-tommy-robinson/

Von Greg Johnson hätte ich Besseres erwartet.

JKP]

Nils Wegner
6. Juni 2018 08:08

@ Pit:
Sofern das stimmt (und meines Wissens stammt diese Information von "Robinsons" Anwalt, ebenso wie die Auskunft, daß seinem Mandanten »sehr leid tue«, was er getan habe), halte ich das für vergleichbar mit den "juristischen Prüfungen" möglicherweise straf- oder zumindest indizierungswürdiger Druckerzeugnisse und Tonträger durch Rechtsanwälte – sowas ist schön und gut und zeugt von der Absicht, sich selbst möglichst wenig Probleme bereiten zu wollen, aber über den »verbotenen Bereich« haben im Endeffekt Gerichte zu befinden, keine beauftragten Anwälte oder umstehende Polizisten. Fällt also nicht ins Gewicht. Wer schon von sich aus die ganze Zeit mit dem Image des "Staatsfeinds" kokettiert (Tommy Robinson: Enemy of the State, Batley 2015) und seinen Lebensunterhalt darauf gründet (Ezra Levant hat ihn ja nicht umsonst angestellt), der tut nun einmal besser daran, dem Leviathan nicht seine Hand ins Maul zu stecken – auch wenn er vorher gefragt hat, ob jener hungrig ist.

Caroline Sommerfeld
6. Juni 2018 08:33

@Pit:
https://youtu.be/w0B6FWyiQWI
Robinsons Brötchengeber hat dieses Video ausgesendet, interessant ab Min. 16, wo ein Sikh-Journalist genau vor demselben Gerichtsgebäude filmt (selber Prozeß, anderes Datum), auch die Namen der Angeklagten teilweise nennt, und nicht festgenommen wird. Doch zweierlei Maß von "contempt of court"?
Ansonsten stimme ich Poensgen vollkommen zu, metapolitisch, nicht politisch. Politisch ist diese pro-israelische reine Counterdschihad-Ebene zweifelhafter Pudding, man schmeckt so schnell die Hintergründe. Hierzulande entspricht dem die rein liberale Islamkritik der versammelten Minirock- und Kippaträger wegen fehlender "westlicher Werte" des Islams. Politisch, wie gesagt.
Wenn es jedoch um Metapolitik geht, ist allemal Solidarität geboten (die "Narrensaum"-Dialektik haben Sie ja perfekt benannt).
Ich fragte angelegentlich meinen Mann, wie sie eigentlich '68ff. mit Figuren verfahren wären, die für "die Sache" irgendeinen schönen Mist gebaut haben oder zur anderen Splittergruppe gehörten und nun Repression erfuhren. "Habt ihr die gefeiert oder verachtet?" "Gefeiert natürlich!" Kann man das von den 68ern lernen oder liegt da gerade ihre Blindheit?

Der_Juergen
6. Juni 2018 08:54

Ein geradezu mustergültiger Artikel, der beste, den Poensgen seit vielen Monaten geschrieben hat. Von mir wurden mehrere Kommentare, in denen ich versucht hatte, direkt oder auch nur indirekt auf Ursula Haverbeck und ihre Verfolgung hinzuweisen, nicht freigeschaltet.

Bitte sehr, das ist das souveräne Recht der Bademeister; sie müssen vor allem an ihre Sicherheit denken, aber ein blosser Protest gegen die Verfolgung dieser 89-jährigen Frau (oder des beinamputierten Horst Mahler, oder des österreichischen Ingenieurs Wolfgang Fröhlich, der wegen reiner Meinungsdelikte schon über ein Jahrzehnt einsitzt), kann nicht als Vorwand für Repressalien verwendet werden. So weit sind wir noch nicht. In der Schweiz hat kürzlich eine linke Tageszeitung, der "Bund", die Inhaftierung Frau Haverbecks gerügt, ohne dass dem Blatt deshalb Schreckliches widerfahren wäre.

Kositza: Aber Sie kapieren schon, daß wir halt keine linke Tageszeitung sind? Und daß wir überhaupt keinen Bock auf ausufernde (und es will immer ausufern, ich kenn meine Mischpoke) Diskussionen zu d e m Thema haben?

Im Gegensatz zu Mahler, der Friedmann idiotischerweise mit "Heil Hitler" begrüsste, oder Robinson, der ein Gesetz bewusst zweimal ignorierte, hat Ursula Haverbeck übrigens niemals provoziert.

Ja, Solidarität mit Tommy Robinson ist angebracht, auch wenn sein Handeln und seine Worte nicht dafür sprechen, dass er ein besonders charakterfester oder besonders intelligenter Mann ist. "Wenn der Mohr kommt, ist dir selbst der blonde Russe ein Bruder", lautet ein usbekisches Sprichwort.

Raskolnikow
6. Juni 2018 08:56

Fügte es sich nicht,

daß gerade diese Islamkritiker, einige besonders moderne Identitäre, Free-Speech-Aktivisten, nichtjüdischen Zionisten, Political Inkorrekten, Trumponauten und Libertären in der Vergangenheit die eifrigsten Distanzierer und Abstandhalter waren? Sind es nicht gerade diese Gruppen gewesen, die sich mit teilweise aggressiver Rethorik und Kollaboration mit den Machthabern von der sogenannten "Alten Rechten" und anderen abgrenzen wollten?

Ich persönlich kann die ganze Breite des Widerstands akzeptieren. (Außer Libertäre, die sollten unter ihren Yachten kielgeholt und mit ihren NeunerEisen zergolft werden! Wie würde Nils Wegner sagen? Shills!) Ich setze mich gern an einen Tisch mit einem Manne, der sich einst werkstellig machen wollte, mich mit der Axt zu behauen und ich erbiete mich auch, zumalen einem unverschämten Anthroposophen die Hand zu schütteln, so es sich ergeben sollte. Aber ein Speichellecker gegenüber Leuten, die keine Gelegenheit auslassen, allen anderen die politisch-gesellschaftliche Daseinsberechtigung abzusprechen, werde ich sicher nicht. Solidarität ist niemals einseitig...

Es sitzen zahlreiche gute Männer und Frauen in europäischen Gefängnissen; von Phalangisten über Monarchisten, Faschisten und Altkatholiken bis hin zu Kommunisten, die sich nie von anderen Widerstandsgruppen distanziert haben.
Denen bleibe ich gern treu, trotz aller Differenzen...

Venceremos!

R.

quarz
6. Juni 2018 09:18

Zum politischen Gefangenen macht ihn ja nicht der Umstand, dass er wegen Verstoßes gegen eine Bestimmung festgenommen wurde, sondern der Umstand, dass zugleich andere, die dasselbe taten, nicht festgenommen wurden. Dieser selektiven Sanktion unterliegen offenbar politische Motive.

Montesquieu
6. Juni 2018 09:36

Bruce Bawer hat in einem aktuellen Artikel auf die verdrucksten Distanzierungsstrategien gegenüber Robinson hingewiesen, die an vielen Orten auch von definitiv Nichtlinken bemüht werden.

Das formalistische Argument, er hätte gewusst, was er tat, scheint ein beliebter Ausweg für die zu sein, die mit Robinson ganz andere Probleme haben.

Jeder weiß, dass schon Robinsons Verurteilung wegen Steuerhinterziehung mehr oder weniger eine Willkürmaßnahme war.

Robinson hat in England mit seiner Öffentlichkeit ein Störniveau erreicht, dass dem juste milieu zu hoch ist.

An Robinson wird das durchexerziert, was ehrlicher Weise jeden, aber wirklich jeden treffen kann, den das juste milieu treffen will.

Die strafrechtliche Verfolgung der IB in Österreich ist ein anderes Beispiel.

Die Gesetze sind so auslegbar, dass sie formaljuristisch korrekt ein sehr flexibles Instrumentarium zur Disziplinierung hergeben. Natürlich auch schon bei uns.

Robinson ist einigen in der Rechten nicht distinguiert genug, einige stören sich an seiner angeblichen Nähe zu Israel, weitere wiederum an seiner dezidiert islamkritischen Haltung (letztere ist es, die das juste milieu in England zum Handeln motiviert haben dürfte, weil in England die multikulturelle Lunte schon viel weiter abgebrannt ist als bei uns).

Wichtiger aber ist, dass gesinnungsjuristisches Durchgreifen (und die selektive Auslegung und Anwendung bestehender Gesetze gehört dazu) uns alle bedroht und Robinson hierfür ein Exempel ist.

Gesinnungsjuristisches Durchgreifen darf - egal wer darunter leidet - nie toleriert werden.

Klammheimliche Schadenfreude darf hierbei nicht zu Ausnahmen führen.

Denn klammheimlich freut sich immer jemand.

Montesquieu
6. Juni 2018 09:45

@ Nils Wegner

"Wer schon von sich aus die ganze Zeit mit dem Image des "Staatsfeinds" kokettiert (Tommy Robinson: Enemy of the State, Batley 2015) und seinen Lebensunterhalt darauf gründet (Ezra Levant hat ihn ja nicht umsonst angestellt), der tut nun einmal besser daran, dem Leviathan nicht seine Hand ins Maul zu stecken – auch wenn er vorher gefragt hat, ob jener hungrig ist."

Das klingt brav, tapfer und vor allem sehr pragmatisch.

An was scheuert Robinsons Person bei Ihnen, dass Sie unverhohlene Verachtung ob seiner juristischen Verfolgung äußern?

DirkAhlbrecht
6. Juni 2018 10:54

@Raskolnikow

Golf ist nicht so meine Sache, verehrter Raskolnikow. Mit meinem alten Paddelboot, als Geschenk exklusiv für Sie, kann ich hingegen aushelfen: Dann können Sie das Kielholen schon mal ein wenig üben...

RMH
6. Juni 2018 11:11

"Außer Libertäre, die sollten unter ihren Yachten kielgeholt und mit ihren Neuner Eisen zergolft werden!"
@R.
Sie kennen offenbar recht wenig Libertäre und werfen hier ein paar übliche Vorurteile über Julis mal einfach mit in den Topf, aber gemach ... die meisten von den Anarcho-Libertären und Libertären, denen ich begegnet bin, wären die ersten Verlierer in ihrem eigenen System. Da ist nichts mit Yachten oder Country-Club ...
Übrigens: Wirklich wohlhabende Menschen scheuen den echten Wettbewerb trotz nach außen zur Schau getragener liberaler Attitude meistens noch mehr, als manche linke. Alle Lust will Ewigkeit - das gilt auch im Bereich des Vermögens.

Wie auch immer: Ich mag diese Maul-Solidarisierung, dieses plakative "ich bin solidarisch mit ..:", womöglich auch noch per Button am Revers ausgedrückt, genauso wenig wie Boykott-Aufrufe jeglicher Art. Hierdurch wird dem Pöbel nur versucht einzureden, er hätte doch tatsächlich irgendwie ein Mitspracherecht, in dem er lediglich sein Maul aufreißen braucht.

Echte Solidarität zeigt sich ganz anders und die ist meistens auch recht still.

Alveradis
6. Juni 2018 11:49

In einem anderen Strang habe ich aufgezeigt, dass Robinson kein einsamer Kämpfer ist, sondern von einem gut finanzierten Medien Netzwerk getragen wird, das ganz eigenständig kampagnenfähig ist.
Wie sonst hätte sich Trump Junior ebenso hinter Tommy gestellt wie Roseanne? Ich werde hier nicht alles noch mal wiederholen um nicht zu langweilen.

Mir ist auch klar und verständlich, weshalb man manche Leute in deutschen oder britischen Gefängnissen sitzen lässt, ohne sie zu erwähnen aber sollte man dann nicht wenigstens die ausufernden Meinungsverbote grundsätzlich beschreiben und hinterfragen?

Es gab da mal diesen sehr guten Artikel von Martin Lichtmesz zum Rat für Toleranz und Versöhnung. Diese Vorschläge werden nun nach und nach umgesetzt und jetzt, wo das geschieht, ist es ein zu heißes Eisen, kann es nicht mehr angesprochen werden und man hängt sich an die Tommy Kampagne, weil das sicherer Boden ist?

Es ist nicht möglich die finanzstarken politischen Organisationen, die u. A. den Counter Jihad bilden zu ignorieren. Gleichzeitig ist es vielleicht sogar aussichtslos, sie frontal anzugehen, weil sie schlichtweg wesentlich stärker sind und obendrein, wenn auch aus taktischen Gründen Dinge thematisieren, die tatsächlich und ganz real mehr als problematisch sind. Ich will da meine eigene Haltung gar nicht zur einzig möglichen erklären.

Wer so viel Geld einsetzen kann und Zugang zu den Medien hat oder gar gerade im Weißen Haus tätig ist, der wird durch die sich daraus ergebende Kampagnenfähigkeit selbstverständlich als Vorkämpfer wahrgenommen, der sich nun z.B. gegen die Vergewaltigungsbanden einsetzt, allerdings nur, wenn die Vergewaltiger Moslems sind. (Wie die Haltung religiöser Führer in Israel zu Vergewaltigungen im Krieg ist, lässt sich allerdings noch herausfinden. "Tommy" scheint das wenig zu interessieren. Die Doppelmoral des Counter Jihad ist hier, wie beim Thema Meinungsfreiheit, wirklich offenkundig.)

Ich halte es für falsch diese Debatte auf "Tommy mögen oder nicht mögen" zu reduzieren, denn sie ist im Kern politisch und so ist auch die Tommy Unterstützung eine politische Entscheidung, die nicht aus dem Bauch heraus getroffen werden sollte. Wie weit lässt man sich mit wem ein? Welche Vorteile hat es, sich an die Kampagne anzuhängen, welche Nachteile ergeben sich auf lange Sicht? Lässt sich "Free Tommy" nutzen um eigene Inhalte zu verbreiten? Kann der Schwanz mit dem Hund wackeln? Welche Abhängigkeiten ergeben sich und was trägt man an Inhalten mit, wenn man sich einfach nur anschließt?

Wie auch immer eine Entscheidung ausfällt, sie sollte informiert und überlegt getroffen werden. Ich denke, gerade hier sind nicht nur die Autoren, sondern auch die Leser dazu in der Lage.

Die Tommy Kampagne kann auch ohne uns weiter laufen, zur Not mit der Hilfe von bots. Für die Freiheit der europäischen Völker allerdings können nur wir selbst eintreten und egal, wie es oberflächlich auch erscheinen mag, die von mir im anderen Strang erwähnten Großspender haben ihre eigenen Interessen und sind ganz allein in der Lage sie sehr breit zu kommunizieren.

Caroline Sommerfeld
6. Juni 2018 08:33
@Pit:
Robinsons Brötchengeber hat dieses Video ausgesendet, interessant ab Min. 16, wo ein Sikh-Journalist genau vor demselben Gerichtsgebäude filmt (selber Prozeß, anderes Datum), auch die Namen der Angeklagten teilweise nennt, und nicht festgenommen wird. Doch zweierlei Maß von "contempt of court"?

Das ist doch wenig überraschend, denn natürlich gibt es den Minderheiten Bonus. Gleichwohl ist die Reichweite der Sikh Organisation wesentlich geringer und der Sikh Aktivist rannte auch nicht rufend einem Angeklagten hinterher. Wann und wo der Sikh Beitrag über die Gerichtsverhandlung zu sehen war oder ist, weiß ich nicht. Auf der Netzseite der Organisation hab ich ihn jedenfalls nicht gleich gefunden, was nicht heißt, dass er nicht doch zu finden ist. Man müsste es sich also genauer anschauen.

Ich denke auch nicht, dass man sich für das politische System oder die britische Justiz stark machen muss, wenn man Tommy kritisiert. Ich tue das jedenfalls bestimmt nicht.

Dass sich Linke kaum distanzieren müssen, ergibt sich aus der Rolle, die sie spielen. Mir ist das allerdings erst klar geworden, nachdem ich dort ausgestiegen bin. Als linker Aktivist glaubt man allerdings, man würde sich fundamental gegen das System stellen. Gewisse Risiken sind ja tatsächlich vorhanden. So ganz ohne Verfahren und Verurteilungen geht es ja beim linken Aktivismus auch nicht zu. Natürlich ist aber das gesamte politische und Medienumfeld völlig anders und Distanzierungen sind nicht nötig. Wo allerdings eine Grenze gezogen wird ist der Bereich der Zusammenarbeit mit der Polizei. Es gilt als ziemlich unflott Genossen an die Polizei zu verraten.

Aber zur Distanzeritis -
Ich schätze, dass Tommy mich auch zu den " backward inbred far right Neonazis" zählen würde, wenn er die Gelegenheit dazu bekäme. Aber ich möchte mit ihm ja auch nichts zu tun haben. Mir gefällt "inbred" sogar, wenn ich ehrlich bin. Es ist so schön anti Schäuble.

t.gygax
6. Juni 2018 12:40

Kositza zu der Jürgen: " ich kenne meine Mischpoke".

Das ist aber schon heftig....ich bin seit Urzeiten in diesem blog und kenne die Texte von K und K seit vielen Jahren/Jahrzehnten, aber ich habe noch nie "Mischpoke" hier erlebt. Oder verstehe ich das falsch, weil der Begriff meines Wissens abwertend konnotiert wird?
Es gibt - und hat schon immer auch hier Wortmeldungen gegeben, die mir schwer im Magen liegen ( zu dem hier verehrten Raskolnikow habe ich überhaupt keine Beziehung, ich habe ständig das Gefühl, der macht sich nur noch lustig über andere ...ich kann mich auch irren, kenne die Person ja nicht.) aber sonst ist das hier ein sehr hohes Niveau , das es anderswo schon längst nicht mehr gibt.
Was die angesprochene Sache betrifft: der Jürgen hat völlig recht, und für die historisch interessierten sezessionsblog-Leser: die angesprochene alte Dame hat 1978 neben Erhard Eppler in einem Buch der Gustav -Heinemann Stiftung publiziert, war Gründungsmitglied der GRÜNEN und gehörte durchaus in diesen Zeiten zum Establishment. Man sollte sich einmal fragen, warum jemand sich freiwillig auf diese Schiene begibt...aber das ist ein weites Feld biographischer und psychologischer Ebenen...ich lasse das jetzt, denn das erfreut die "Bademeister" wohl nicht. Seltsames Wort übrigens, K hat überhaupt nichts von einem Bademeister an sich, ich habe ihn zweimal leibhaftig getroffen: ein Offizier vom Scheitel bis zur Sohle, und das ist positiv gemeint.

Nils Wegner
6. Juni 2018 13:12

@ Montesquieu:
Sie werden es sicher ebensowenig glauben wie die Fangemeinde, mit der ich mich in den "sozialen" Medien diesbezüglich schon angelegt habe, aber tatsächlich ist mir Herr Yaxley-Lennon an sich vollkommen gleich. Daß er eine ausgesprochen unappetitliche Persönlichkeit ist und schon lange vor Charlottesville innerhalb seiner eigenen Clowntruppe EDL mit Hilfe der Behörden, die jetzt so furchtbar böse sein sollen, leidenschaftliche Naziriecherei betrieben hat, wäre neben seiner von Poensgen oben umrissenen albernen "Mr.-Merkava"-Haltung zwar Grund genug, sich an ihm zu »reiben«, aber mit sowas verschwende ich meine Zeit nicht. Wer mag, kann sich gern mit ihm verbrüdern oder auch nicht, das ist mir alles herzlich egal. Wenn Sie darin "unverhohlene Verachtung ob seiner juristischen Verfolgung" wittern, dann kann ich nur auf den sprichwörtlichen Balken in Ihrem Auge verweisen – gerade "Robinson"-Fans müßte doch eigentlich daran gelegen sein, daß ihr Held in Freiheit ist und seine scheinbar irgendwie wichtige Arbeit weiterbetreiben kann, oder?

Was mir allerdings nicht egal ist, ist diese als "Solidarität" bemäntelte Sektiererei, wonach alles zu beklatschen – und am besten mit Spendengeld zu bewerfen – sein soll, was "einer von uns" tut, und sei es noch so absurd. Nein, eine dumme Aktion muß man auch eine dumme Aktion nennen dürfen, und wenn das allseitiges autistisches Kreischen auslöst, so als habe man irgendeinen Propheten beleidigt, dann ist dieses ominöse "uns" ein Haufen, zu dem ich von Herzen gern Abstand halte. ^^

Alveradis
6. Juni 2018 13:25

Montesquieu

Robinson ist nicht angeblich auf einem israelischen Panzer herumgeklettert und trägt nicht angeblich Hemden mit dem Aufdruck "Mossad" oder "IDF" oder "Proud Zionist" Anstecker. Er ist bekennender Zionist und das sagt er auch. Sie finden die Bilder und Videos im Netz. Das ist keine Sache des Glaubens, das sind keine Behauptungen, es lässt sich ganz leicht überprüfen.

Bruce Bawer ist Autor beim Gatestone Institute. Natürlich steht er hinter Robinson. Wie gesagt, die Kampagne rollt ganz ohne unser Zutun.

Ich weiß, dass auch Richard Spencer sich kokett einen "weißen Zionisten" nennt. Ich finde das ziemlich absurd. Es gibt eine Tendenz sich mit ultra rechten israelischen Kreisen zu treffen und wer weiß, wie lange das überhaupt noch diskutiert werden kann. Das sind sehr ernste Richtungsentscheidungen, keine Kleinigkeiten, die man vernachlässigen kann wie die Frage ob es sinnvoll ist Bier zu einer Demo mit zu bringen.

Valjean72
6. Juni 2018 13:35

[ZITAT]
“Können wir allen Ernstes zulassen, daß es unter uns akzeptabel wird, jemanden, weil er einen taktischen Fehler gemacht hat, so zu behandeln wie Mahler, Haverbeck und Volksgenossen?“
[ZITATENDE]
---

Bedeutet dies im Umkehrschluss, dass es (für neurechte Patrioten) akzeptabel ist, wie mit Herrn Mahler und Frau Haverbeck umgegangen wird?

Nun, ich bin in gewisser Weise ein freies Radikal, d.h. keiner Szene/Bewegung zugehörig aber folgendes will ich freimütig hier äußern: Frau Haverbeck ist mir ungleich näher als Mister Robinson.

In diesem Zusammenhang kann ich folgender Aussage Alveradis‘ nur zustimmen:

“Aber zur Distanzeritis -
Ich schätze, dass Tommy mich auch zu den "backward inbred far right Neonazis" zählen würde, wenn er die Gelegenheit dazu bekäme. Aber ich möchte mit ihm ja auch nichts zu tun haben. Mir gefällt "inbred" sogar, wenn ich ehrlich bin. Es ist so schön anti Schäuble.“

MARCEL
6. Juni 2018 13:38

Die grundlegende Frage: Was will (und kann) man sein: Pfeil oder Welle? Beides wirkt.
Die Zeit, insbesondere die zu erwartende Intensität des erst anhebenden Kampfes wird eine Antwort aufzwingen.
Manchmal ist es aber auch der Gegner, der einem diese Entscheidung abnimmt...
Grüße Marcel Kehlberg

heinrichbrueck
6. Juni 2018 14:24

Die Liberalismusdemokratie hat mehr vergewaltigt, als der gesamte Moslemminderwertigkeitsdschihad es je könnte! Diese Teile-und-herrsche-Ablenkungsmanöver fallen doch ins Auge. Ist es denn in Ordnung, daß die Moslems im Lande sind, auch wenn sie nicht vergewaltigen?

Disziplin ist ein gutes Stichwort. Führt zu Solidarität und letztendlich Souveränität.

Leute, 68er oder 69er, die keine Macht der Herrschaft und deren Ziele gefährden, können die Idioten des Systems rund um die Uhr feiern. Es stört nicht, aber es lenkt ab. Gegen die Abschaffung der weißen Rasse, droht von den 68ern nicht die geringste Gefahr. Ihr wollt doch nicht die Macht der Linken, oder?

Und die Meinungsfreiheit. Warum darf jemand / darf jemand nicht kritisiert werden? a) Im richtigen System darf Kritik geübt werden. b) Die Kritik trifft bedeutungslose Personen. Wer darf nicht kritisiert werden, unabhängig vom System? In der Demokratie gibt es keinen Machtwechsel.

Für Kaiser und Reich! Für Demokratie und Menschenrechte! Deshalb zweierlei Maß.

Mischpoke 1: "Light unto the Nations" - https://www.bundesregierung.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Reden/2011/01/2011-01-20-merkel-american-jewish-committee.html
Mischpoke 2: Merkel ist böse; offene Grenzen sind alles andere als gut, zestören Europa.
Kositza 3: Wer ist wieder schuld?

CJD
6. Juni 2018 19:06

@Kositza: Seien Sie meiner totalen Akzeptanz Ihres Hausrechts und meines tief empfundenen Respekts vor Ihrem Lebenswerk versichert. Und trotzdem hat Der_Juergen recht. Ohne Klärung dieses Stachels im Bewußtsein eines jeden Gerechten, ist alles andere nichts. Selbst wenn noch weitere tausend vorzügliche Artikel geschrieben und Spiegelfechtereien nach gehenktem Geschmack geführt werden. D a s Thema ist die eiskalte Stahlplatte zwischen jedem, sich auf's Eigene besinnen wollenden Jungpflänzchen und der Erde.

Kositza: Wenn's so wäre (ich mag es durchaus, in solchen Bildern zu reden/zu denken), dann hätt' ja gar keine "sich auf's Eigene besinnen wollende" Jungpflanze eine Chance. Die sind doch nicht alle von "Monsanto"! Nur komisch, ich seh grad so viel Blüten! Die sind doch nicht alle von "Monsanto"! (übrigens hab ich, allen Unkenrufen zum Trotze, nie so viele Bienen summen gehört wie dieses Jahr!)

Lotta Vorbeck
6. Juni 2018 22:40

@t.gygax - 6. Juni 2018 - 12:40 PM
"Kositza zu der Jürgen: " ich kenne meine Mischpoke".
Das ist aber schon heftig....ich bin seit Urzeiten in diesem blog und kenne die Texte von K und K seit vielen Jahren/Jahrzehnten, aber ich habe noch nie "Mischpoke" hier erlebt. Oder verstehe ich das falsch, weil der Begriff meines Wissens abwertend konnotiert wird?"

# Der Terminus "Mischpoke" läßt sich auch als "Verwandtschaft" übersetzen

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"... ich bin seit Urzeiten in diesem blog ...

...ich lasse das jetzt, denn das erfreut die "Bademeister" wohl nicht. Seltsames Wort übrigens, K hat überhaupt nichts von einem Bademeister an sich, ich habe ihn zweimal leibhaftig getroffen ..."

# Das Schließen der Kommentarfunktion eines Stranges, ist hier auf SiN bis vor geraumer Zeit als "Badeschluß" bezeichnet worden.

Wo es einen "Küchenschluß" gibt, gibt's einen Küchenmeister.

Wo es einen "Badeschluß" gibt ...

Lotta Vorbeck
6. Juni 2018 23:25

Sollte Mister Stephen Yaxley-Lennon aka Tommy Robinson ihrer Majestäts Jail lebend verlassen, kann er sich meinetwegen bei den Israel Defense Forces als Rekrut einkleiden lassen oder weiterhin imaginäre „Nazi Pricks“ / "backward inbred far right Neonazis" jagen. Robinson wird dies freilich wie der von @Der_Juergen erwähnte "blonde Russe" sagen würde "Bez menja!" tun müssen

Zum britischen "Mr.-Merkava" wahre ich genauso viel Abstand wie zu dem von PI hochgejazzten, ehemaligen Pressesprecher der Münchner CSU Michael Stürzenberger.

Franz Bettinger
7. Juni 2018 12:39

@Poensgen: Ich danke Ihnen für die Nachlese zu Tommy Robinson. Sie war bitter nötig. Die Engländer haben diesen Spruch "Wrong or right, my country". Philosophisch gibt der Satz nicht viel her, trifft aber in seiner apodiktischen Loyalität zum Eigenen ins Schwarze.

Cacatum non est pictum
7. Juni 2018 15:35

"... In der Neuen Rechten, gerade in Deutschland, gibt es seit Jahren einen stillen Konsens, darüber zu schweigen, wenn Leute wegen nationalsozialistischer oder holocaustrevisionistischer Meinungsdelikte verurteilt werden, unabhängig davon, was einzelne von uns über die entsprechenden Strafparagraphen oder die Art denken, auf die diese Gerichtsverfahren geführt werden.

Das hat einen guten Grund. Anderenfalls würden die einschlägigen Kameraden ständig die Knöpfe drücken, die uns zur öffentlichen Solidarisierung mit ihnen zwängen ..."

Das lasse ich nicht gelten. Es gibt den einen oder anderen ehrenwerten Wissenschaftler, der sich für eine Abschaffung der sogenannten Holocaustleugnung als Straftatbestand ausgesprochen hat, ohne den Verurteilten weltanschaulich nahezustehen; und zwar einfach deshalb, weil es in allerhöchstem Maße unanständig ist, jemanden für Jahre ins Gefängnis zu stecken, weil er eine konkrete Position der Geschichtswissenschaft anzweifelt. Für einen Staat, in dem die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit Verfassungsrang genießt und gern wie eine Monstranz vor sich hergetragen wird, geziemt sich das sowieso nicht. Auf diesen Zug könnte auch die Neue Rechte locker aufspringen.

Und wo genau liegt nun der Unterschied zum Fall Robinson? Warum schweigen in jenem Fall und protestieren im anderen? Wo verlaufen die Trennlinien? Was qualifiziert einen zionistisch ausgerichteten Engländer dazu, mehr Solidarität von deutschen Patrioten einzuheimsen als beispielsweise eine alte deutsche Frau, die sicher ebenso gegen den Großen Austausch ist?

Ruewald
7. Juni 2018 19:06

Man fragt sich manchmal, nach welchen Kriterien die Hauptamtszensoren manche Kommentare nicht freischalten, andere gleichen Inhalts aber freigeben. Ich wollte zustimmend zu @Der_Jürgen und anderen Beiträgern ebenfalls eine Lanze für die alte Dame U.H. brechen, die m.E. in mehrfacher Hinsicht uns näher steht als T.R. Ein Skandal, diese im übrigen hochgebildete, nahezu 90-Jährige zwei Jahre ins Gefängnis zu stecken, was fast einem Todesurteil gleichkommt. Sie verdient grundsätzlich unsere Solidarität. Die Argumente von @Cacatum treffen die Sache richtig.

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