Anbrüche – ein Gespräch über anbruch.info

Till-Lucas Wessels hat in seinem 60. Sonntagshelden kürzlich auf den Blog anbruch.info von Tano Gerke aufmerksam gemacht.

Lutz Meyer

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

Da Tano in Müns­ter lebt und ich nur zwei Dör­fer wei­ter, haben wir uns getrof­fen und über einen mög­li­chen neu­en Ansatz gesprochen.

MEYER: Tano, war­um Anbruch und nicht Aufbruch?

GERKE: Auf­brü­che haben wir schon vie­le gehabt, meist ver­san­den sie nach kur­zer Zeit. Anbrü­che hin­ge­gen zei­gen etwas auf, was der Auf­merk­sam­keit sonst ent­ge­hen könn­te. Sie kon­fron­tie­ren uns mit etwas, was man nicht über­se­hen soll­te. Wir wol­len das Eige­ne heben.

MEYER: Bei Jün­ger steht irgend­wo der Satz: Bruch­stel­len sind Fund­stel­len – meinst du das in die­sem Sinn? Wenn ja – was fin­det sich in den von dir the­ma­ti­sier­ten Anbrüchen?

GERKE: Wie du bin auch ich kein „Rech­ter von Haus aus“. Ich bin irgend­wann mit Theo­re­ti­kern in Berüh­rung gekom­men, die gemein­hin als eher rechts gel­ten – also mit Mar­tin Hei­deg­ger, Mir­cea Elia­de und dem von dir gera­de erwähn­ten Ernst Jün­ger. Mei­ne Fra­ge an die­se kon­ser­va­ti­ven Geis­ter war aber von Anfang an: Was kön­nen die Gro­ßen von ges­tern uns mit auf unse­ren Weg für mor­gen geben? Das war mir immer eine dring­li­che Fra­ge. Denn wenn sie uns nichts für die Zukunft mit­ge­ben kön­nen, sind sie nur über­flüs­si­ger Ballast.

MEYER: Du meinst: Der lebens­welt­li­che Hori­zont, in dem ein Hei­deg­ger oder mei­net­we­gen auch ein Carl Schmitt oder ande­re, noch wei­ter zurück­lie­gen­den Vor­den­ker, das ihre bedach­ten, war ein gänz­lich ande­rer als der unse­re. Wir Heu­ti­gen sehen uns mit Din­gen kon­fron­tiert, die unse­re geschätz­ten Vor­den­ker sich nur in ihren schlimms­ten Alp­träu­men aus­ma­len konn­ten und erst recht nicht ahn­ten, dass die­se so schnell zur Rea­li­tät der heu­ti­gen Lebens­welt wer­den –  so wie die Fol­gen der kul­tur- und lebens­raum­zer­stö­ren­den Glo­ba­li­sie­rung oder das Pro­jekt Mensch­heit 2.0, was in letz­ter Kon­se­quenz nichts weni­ger bedeu­ten wür­de, als einen kom­plet­ten Neu­start, bei dem der Mensch als bio- und daten­tech­no­lo­gi­sches Misch­we­sen eher Fran­ken­steins Labor als einem gött­li­chen Schöp­fungs­akt entstammt.

GERKE: Ganz genau. Auf uns kommt etwas zu, was mit den Begriff­lich­kei­ten der gro­ßen Geis­ter von einst kaum zu fas­sen ist. Nun mei­ne ich nicht, dass die­se Geis­ter uns nichts mehr zu sagen haben – im Gegen­teil. Wir müs­sen sie aller­dings anders lesen und ler­nen neu zu inter­pre­tie­ren. Wir wol­len das viru­lent machen, was in unser jet­zi­gen Situa­ti­on hel­fen kann, unser fast schon ver­lo­ren gegan­ge­nes Eige­nes wie­der zu ent­de­cken und zugleich mit neu­em Leben zu fül­len. Das ist ein Grund­an­lie­gen von Anbruch.

MEYER: Kur­ze Zwi­schen­fra­ge: Ist das eigent­lich ein Eigen­ge­wächs oder steht noch jemand dahinter?

GERKE: Ein Eigen­ge­wächs von mir und mei­nem Freund Oli­ver, der eben­falls als akti­ver Autor und Ideen­ge­ber mit­ar­bei­tet. Wie ein Gewächs Was­ser und Dün­ger braucht, braucht anbruch.info aller­dings auch eine wirt­schaft­li­che Basis – also Spen­den –, um wei­ter zu gedeihen.

MEYER: Die­sen klei­nen dis­kre­ten Spen­den­auf­ruf wol­len wir gern unter­stüt­zen – alles Wei­te­re fin­det sich ja auf der Sei­te. Reden wir ein wenig über das Eige­ne. Tano, du stu­dierst Geschich­te und Reli­gi­ons­wis­sen­schaf­ten in Müns­ter. Müns­ter gibt für mich so eine Art Modell ab, an dem man das Ver­hält­nis zum Eige­nen gut stu­die­ren kann. Man sieht sich hier gern als eine im Kern zwar grund­so­li­de und wert­kon­ser­va­ti­ve, aber ansons­ten welt­of­fen-libe­ra­le Stadt: welt­li­chen Genüs­sen zuge­tan, gern jeder­manns Freund, kul­tu­rell hoch ambi­tio­niert und – der Katho­li­ken­tag hat’s gera­de erst gezeigt – gera­de­zu umar­mungs­süch­tig, solan­ge das zu Umar­men­de nur weit genug von allem weg ist, was auch nur ansatz­wei­se als irgend­wie dis­si­dent oder rechts gel­ten könn­te. Was fällt dir per­sön­lich zu Müns­ter ein?

GERKE: Müns­ter ver­bin­de ich mit dem Wort Fas­sa­de. Der nach der Zer­stö­rung wie­der­auf­ge­bau­te Prin­zi­palmarkt, das Epi­zen­trum der ver­meint­lich bes­ser gesit­te­ten Bür­ger, wirkt auf vie­le Men­schen authen­tisch. Doch ist er es auch? Ich mei­ne damit nicht so sehr, dass die Fas­sa­den beim Wie­der­auf­bau stark ver­ein­facht wie­der­her­ge­stellt wor­den, das ist größ­ten­teils weder Gotik noch Renais­sance, son­dern allen­falls eine auf moder­ne Kon­sum- und Frei­zeit­be­dürf­nis­se getrimm­te Anmu­tung, so ähn­lich wie im Disneyland.

Mehr noch fin­de ich das, was hin­ter der Fas­sa­de geschieht cha­rak­te­ris­tisch: An die Stel­le der alt­ein­ge­ses­se­nen inha­ber­ge­führ­ten Geschäf­te sind längst die welt­weit ver­tre­te­nen Ket­ten getre­ten. Müns­ter ver­strömt einen Aller­welts­flair und ist daher kom­plett zeit­geist­kom­pa­ti­bel. Glei­ches gilt für die Bewoh­ner die­ser Stadt, von deren Geschich­te und Eigen­art sie nur Ver­mu­tun­gen auf­stel­len kön­nen. Aller­dings gibt es auch Gegen­bei­spie­le, so die Händ­ler auf dem Wochen­markt, die wirk­lich ein posi­ti­ves Ver­hält­nis zu ihrem Hand­werk und ihren Waren pflegen.

MEYER: Gewiss: Der Müns­ter-Tat­ort der ARD mit Axel Prahl und Jan-Josef Lie­fers und die gleich­falls in Müns­ter spie­len­de Kri­mi­se­rie „Wils­berg“ im ZDF sind dem heu­ti­gen Müns­te­ra­ner aus Iden­ti­täts­sicht auf jeden Fall deut­lich näher, als die hier gebo­re­ne Annet­te von Dros­te-Hüls­hoff oder der hier immer­hin ver­stor­be­ne Johann Georg Hamann. Man gibt gern vor, eine west­fä­li­sche Iden­ti­tät zu pfle­gen, weiß aber tat­säch­lich in sei­ner demons­tra­tiv vor­ge­leb­ten gren­zen­lo­sen Welt­of­fen­heit schon lan­ge nicht mehr, wer oder was man eigent­lich ist.

Kom­men wir wie­der auf das Eige­ne zu spre­chen, das, wie du sagst, zu heben ist. Wenn ich das Wort „heben“ höre, den­ke ich an ein Schiffs­wrack – das Schiff ist leck geschla­gen, folg­lich unter­ge­gan­gen und muss nun geho­ben wer­den. Ist unse­re Iden­ti­tät nur noch ein Wrack?

GERKE: Man könn­te die­se Meta­pher wäh­len. Dar­an wür­de sich dann aber die Fra­ge anschlie­ßen, kann man das Wrack restau­rie­ren und wie­der kursfä­hig machen? Wir Deut­schen haben uns doch bereits voll­stän­dig im Welt­bür­ger­li­chen ein­ge­rich­tet, auch wenn das kon­ser­va­ti­ve Milieu es nicht wahr haben will. Wir sind weni­ger dar­an inter­es­siert zu erfah­ren, was uns von den ande­ren Kul­tu­ren unter­schei­det, als das zu fin­den, was uns mit allen ande­ren verbindet.

Letz­te­res ist selbst­ver­ständ­lich nicht grund­sätz­lich schlecht, kann aller­dings fata­le Aus­wir­kun­gen haben, wenn der Bezug zum Eige­nen auf­ge­löst wur­de. Folg­lich liegt in die­sem Ver­bin­den ein Ver­schwin­den: Unser kul­tu­rel­les Selbst­be­wusst­sein ist nicht mehr trag­fä­hig, weder im täg­li­chen Leben des Ein­zel­nen, noch für eine kul­tu­rel­le Erneue­rung – dar­in gleicht es dann eben eher einem Wrack.

MEYER: Nun gilt es ja all­ge­mein als kon­ser­va­ti­ves Anlie­gen, genau die­ses kul­tu­rel­le Selbst­be­wusst­sein zu hegen und pfle­gen. Wenn wir es aber nur noch mit einem Wrack zu tun haben, schei­nen weni­ger die Kon­ser­va­ti­ven gefragt zu sein, als viel­mehr Kon­ser­va­to­ren, die das Wrack für künf­ti­ge Aus­stel­lungs­zwe­cke im Muse­um her­rich­ten. Der Kon­ser­va­ti­ve fin­det sich dann allen­falls in einer Besu­cher- und Zuschau­er­rol­le wie­der, wie in der Müns­te­ra­ner Innen­stadt. Er will, das soll­te man auch ehr­lich zuge­ben, das Alte gar nicht zum Zwe­cke einer kul­tu­rel­len Neu­be­grün­dung wie­der­her­stel­len. Dazu gefällt ihm sei­ne frisch erwor­be­ne, höchst kom­for­ta­ble und mora­lisch sau­be­re Welt­bür­ger­lich­keit viel zu sehr.

GERKE: Mehr noch. Der Kon­ser­va­ti­ve hät­te, selbst wenn er woll­te, nicht die aus­rei­chen­den intel­lek­tu­el­len Mit­tel. Er zieht es vor, sich sei­ne Pup­pen­stu­ben­welt zurecht­zu­ma­chen und ein wenig am Welt­ge­sche­hen zu lei­den. Auch bei ihm ist viel Fas­sa­de. Kon­ser­va­tiv sein heißt eben gera­de nicht, den Geist von einst wie in Ein­mach­glä­sern im Bücher­re­gal auf­zu­rei­hen, zumal nie­mand weiß, wie lan­ge das Bücher­re­gal noch hält. Man müss­te den Geist viel­mehr befrei­en und ihn mit dem Heu­te und dem Mor­gen kon­fron­tie­ren. Das wäre dann leben­di­ger Geist.

MEYER: Wie könn­te das ganz kon­kret aussehen?

GERKE: Wir müs­sen uns frem­den Ideen öff­nen, die aber näher an der Zeit und der aktu­el­len Lebens­welt sind. Das heißt, Den­ker bei uns auf­neh­men, die man eher der poli­ti­schen Gegen­sei­te zuord­net, um dann einen gro­ßen Bogen um sie zu machen. Ich will mich hier nicht auf ein­zel­ne Per­so­nen fest­le­gen, aber man könn­te durch­aus etwas von Ador­no und sei­ner Theo­rie der Kul­tur­in­dus­trie ler­nen. Dabei geht es dann nicht dar­um, kon­kre­te Inhal­te im Sin­ne einer Welt­theo­rie sich anzu­eig­nen, mit der nach lin­kem Mus­ter alles und jedes erklär- und form­bar wäre. Viel­mehr geht es dar­um, sich Ana­ly­se­instru­men­te nutz­bar zu machen. So könn­ten wir einen neu­en, etwas ande­ren als den bloß kon­ser­va­ti­ven Blick auf die Welt ent­wi­ckeln, in der wir leben.

MEYER: Nun gibt es ja gera­de im Bereich der Neu­en Rech­ten durch­aus das Bemü­hen, sich – wo immer es sinn­voll erscheint – der lin­ken Theo­rie anzunehmen.

GERKE: Aber geschieht dies nicht meist unter der Per­spek­ti­ve, deren Schwach­stel­len nachzuweisen?

MEYER: Natür­lich gibt es auch das. Doch hat man sich ja auf Sei­ten der Rech­ten längst bei­spiels­wei­se die Vor­ge­hens­wei­se der lin­ken Kom­mu­ni­ka­ti­ons­gue­ril­la ange­eig­net und geht damit höchst pro­duk­tiv und pro­vo­ka­tiv um. Auf der Win­ter­aka­de­mie 2018 etwa wur­de sogar ange­regt, Marx für die rech­te Sei­te frucht­bar zu machen. Da ging es – lei­der durch­aus zum Unwil­len von Tei­len des Audi­to­ri­ums – eben nicht dar­um, Marx vor­zu­füh­ren. Son­dern man ist sich hier einer eige­nen Theo­rie- und viel­leicht auch Cha­rak­ter­schwä­che durch­aus bewusst und sucht Schüt­zen­hil­fe von drü­ben – rech­te Theo­re­ti­ker haben oft kei­nen Blick für öko­no­mi­sche Pro­ble­me, sozia­le Fra­gen und das, was man „Gesell­schaft“ nennt.

Empa­thie geht vie­len hier völ­lig ab. Die sehen meist nur den Staat, sehen die Ord­nungs­prin­zi­pi­en, sehen sich als so eine Art Poly­tech­ni­ker der Macht. Lin­ke Theo­re­ti­ker kön­nen uns hel­fen, die Prin­zi­pi­en der Unord­nung, die im Leben ja min­des­tens so stark wir­ken wie Ord­nungs­prin­zi­pi­en, zu ver­ste­hen. Ich selbst kom­me ja mehr aus der anar­chis­ti­schen Ecke und habe dort genau das gefun­den: ein Gespür und eine Zunei­gung für das, was sich eben nicht in eine Form pres­sen lässt, für wil­des Wachs­tum, für den gern auch chao­ti­schen Drang ins Freie und die Abnei­gung gegen anma­ßend Begrenzendes.

Kurz­um: die Lie­be zum Leben. Bei Mar­tin Hei­deg­ger und Ernst Jün­ger habe ich unter­schwel­lig übri­gens genau das auch gefun­den – bei bei­den spür­te ich immer etwas Anar­chi­sches im Unter­grund. Bei vie­len ande­ren Autoren der Rech­ten eher nicht. Der Ansatz von Anbruch.info geht da ja durch­aus in eine ähn­li­che Richtung.

GERKE: Man könn­te sogar noch eine wei­te­re Schwä­che der rech­ten oder kon­ser­va­ti­ven Theo­rie benen­nen. Man redet gern von Got­tes Schöp­fung oder dem eige­nen Ver­hält­nis zur Natur und Umwelt, über­lässt zugleich aber die öko­lo­gi­sche Fra­ge weit­ge­hend den Linken.

MEYER: Weit­ge­hend, aber nicht voll­stän­dig. Es gibt ja durch­aus die öko­lo­gisch Beweg­ten in die­sem Umfeld. Sie deh­nen den bio­lo­gi­schen Natur­schutz­ge­dan­ken und den auch sozi­al aspek­tier­ten Umwelt­schutz­ge­dan­ken auf den kul­tu­rell begrün­de­ten Hei­mat­schutz­ge­dan­ken aus, das ist der wesent­li­che Unter­schied zwi­schen lin­ken und rech­ten Ökos. Was durch­aus kon­se­quent ist – Grü­ne bekämp­fen zwar Neo­bio­ten wie den Wasch­bä­ren oder das indi­sche Spring­kraut, sind zugleich aber vehe­men­te Befür­wor­ter kul­tu­rel­ler Ein­wan­de­rung. Hier gilt der Schutz­ge­dan­ke für das Eige­ne, das schon immer – oder zumin­dest seit dem Aus­gang der letz­ten Eis­zeit – hier Behaus­te und Hei­mi­sche nicht.

GERKE: Selbst­ver­ständ­lich kann man den Anbruch-Gedan­ken auch in die­se Rich­tung aus­deh­nen. Mit Anbruch-Kon­zept geht es mir aber eben nicht so sehr um aktu­el­le poli­ti­sche Fra­gen, um das poli­ti­sche Tages­ge­schäft. Das kann man mir ruhig als Kri­tik­punkt vor­wer­fen, dass wir uns da raus­hal­ten. Wir suchen nach Mög­lich­kei­ten, einen neu­en, eigent­li­chen Blick auf zu Welt zu erarbeiten.

MEYER: Damit besetzt du eine Posi­ti­on, die eigent­lich tra­di­tio­nell von der Sezes­si­on gepflegt wurde.

GERKE: Aber seit zwei, drei Jah­ren weni­ger gepflegt wird, wie mir scheint. Und zwar zuguns­ten eines kon­kre­ten, gewis­ser­ma­ßen natür­lich gerecht­fer­tig­ten, poli­ti­schen Enga­ge­ments. Das aber führt uns nach mei­nem Emp­fin­den weg von unse­rem Kern­an­lie­gen: Der Frucht­bar­ma­chung der eige­nen Wur­zeln, die Aus­gra­bung der ver­schüt­te­ten Quel­len, der Frei­le­gung unse­rer Fun­da­men­te und vor allem, die Wie­der­be­le­bung all die­ser Ele­men­te, um sie zukunfts­fä­hig zu machen. Die­sen Ansatz sehe ich aber nicht als Kon­kur­renz, son­dern eher als etwas, was sich sinn­voll ergän­zen läßt.

– – –

Netz­sei­te: anbruch.info

Lutz Meyer

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Kommentare (14)

RMH

5. Juni 2018 10:00

Sehr interessantes Gespräch! Werde mir den Blog auf jeden Fall einmal näher anschauen.

Zitat
"aber man könnte durchaus etwas von Adorno und seiner Theorie der Kulturindustrie lernen."

Hier fühle ich mich ein bisschen bestätigt - habe ich doch schon seit Jahren hier mehrfach geschrieben, dass das Werk "Dialektik der Aufklärung" von Horkheimer/Adorno geradezu nach einer rechten Entdeckung/Aufarbeitung ruft - zumal es angeblich ein "Kultbuch" der 68er war, von denen die Masse es offenbar gar nicht gründlich gelesen oder verstanden zu haben scheint.

Alleine die raunenhafte Sprache des Kapitels "Odysseus oder Mythos und Aufklärung" zeigt die tiefe Verwurzelung der Denker im Abendland und allem, was vor dem Kriege war. Da lässt sich Honig daraus saugen.

Der Gehenkte

5. Juni 2018 11:21

"Aber seit zwei, drei Jahren weniger gepflegt wird, wie mir scheint. Und zwar zugunsten eines konkreten, gewissermaßen natürlich gerechtfertigten, politischen Engagements."

Herr Gerke! Ich hatte den Eindruck, meine eigenen Worte udn Gedanken zu hören - gespenstisch! Will in aller Kürze nur den letzten Gedanken noch einmal unterstreichen: die sukzessive Änderung der Inhalte auf SiN. Der metapolitische Pfad ist mehr und mehr verlassen worden zugunsten tagespolitischer Kleinempörungen, die in den Kommentarspalten auch andere Teilnehmer anziehen. Das führt zu jenem Effekt, den der Witz vom Studenten wiedergibt, der sich auf Regenwürmer vorbereitet, in der Prüfung aber zu Elefanten gefragt wird und antwortet: "Der Elefant hat einen Rüssel, der wie ein Regenwurm aussieht. Der Regenwurm ist ..."

Es hat sich eine Geschichtsvergessenheit breit gemacht, eine Enttheoretisierung findet statt, dafür dürfen Gefühle und Aversionen eine größere Rolle spielen und große Worte geschwungen werden. Adorno lesen? War der nicht auch ...?

Jetzt schaue ich mir Ihre Seite genau an. Bei Wessel habe ich das gar nicht wahrgenommen - warum nur?

Stil-Bluete

5. Juni 2018 12:20

'Hier gilt der Schutzgedanke für das Eigene, das schon immer – oder zumindest seit dem Ausgang der letzten Eiszeit – hier Behauste und Heimische n i c h t ...' N i c h t !?

Die Trennung Kultur - Kulturlandschaft/Agro-Kultur, Politik - gesunder Menschenverstand, Elite - All-Tag, juristisches Gesetz - Natur-Gesetz, Beruf - Berufung, Kunst - Lebens-Kunst beruht weniger auf Verarmung als auf Konfusion, Ver-wahr-losung; weder be- noch verwahren.
Bis weit in in die Gegenwart waren Künstler, Philosophen, Politiker keine einseitigen Spezialisten, sondern doppelt und dreifach besetzt. Die griechischen Philosophen: Krieger, Pädagogen, Staatsmänner, die Ärzte Benn, Döblin, Tschechow Schriftsteller, Leonardo da Vinci Maler, Architekt, Waffenentwerfer, Naturwissenschaftler, Goethe Dichter und Minister, Gärtner und Theaterdirektor..., Novalis Bergbau-Asessor, Autor, Philosoph. Knut Hamsun Bauer, Autor, Bismarck Junker, Staatsmann. Allesamt Schöngeister, in der DDR nannte man das die 'allseits gebildete sozialistische Persönlichkeit'

Wir sind aufgerufen, den 'Anbruch' zu leben. Wobei das 'Verwurzeltsein' eine seltsame luftige Sache sein kann, werden doch so viele Samen vom Wind, dem Wind, dem himmlischen Kind dargebracht. Es ist nicht gesagt, daß sie da, wo sie sich niederlassen , auch die Kraft haben, sich anzusiedeln. Wir sind in dem Stadium, diese Samen übermäßig zu päppeln, zu düngen, zu gießen. Hybride?

Was sich 'von Natur aus' durchsetzt, sind zunächst Pionierpflanzen und -tiere.. Was machen wir mit denen? Bekämpfen? Folgen auf Pionierpflanzen Kulturpflanzen?

Adorno: Zweifellos kluger Kopf. Doch hat er ein paar so erbarmungslos vernichtende Sätze, über Deutsche, die ich hier nicht wiederholen möchte, gesagt, dass ich mich gezwungen fühle, an seiner Mission als Philosoph zu zweifeln.

Caroline Sommerfeld

5. Juni 2018 16:33

"Empathie geht vielen hier völlig ab."
Diesen Satz kenne ich bis zum Überdruß von Linken. Und er stimmt überhaupt nicht. Denn zur Verteidigung des Eigenen braucht es ein gerüttelt Maß an Empathie - und zwar mit den Nächsten, dem Umkreis, der Mitwelt, den Vorvätern und eigenen Kindern. Daß Rechte zumeist in Objektivitätsmustern denken (und damit Staat, Geschichte, Raumordnung, Kriege usw. im Blick haben) und nicht in Subjektivitätsmustern (die sich auf Individuen, Gefühle, Bedürfnisse und Innenwelten richten), ist ihnen doch nicht zur Last zu legen. Es verhält sich mit diesem Beobachtungsunterschied ein bißchen so wie weiland mit der luhmannschen Soziologie: ewig und drei Tage wurde ihm vorgehalten, sich nicht um "Menschen" zu kümmern, gar "antihumanistisch" zu sein, dabei war das als Systemdenker einfach nicht sein Objekt.

Janno

5. Juni 2018 16:36

Bin durch Wessels Hinweis bei anbruch gelandet. Lese gern die Essays der zumeist jungen Autoren, was sich auch in den Beiträgen zur Musik und Jugendkulturen spiegelt.
Den Machern gelingt es aber gut, historische, philosophische und eben popkulturelle Themen zu bündeln und sollte ein junger Interessent nach Lil Peep suchen und dadurch auch bei Heidegger landen, kann man nur sagen, gut gemacht.

@der Gehenkte
Ist das der zerstörerische Erfolg des Zauberlehrlings?
Zugegebenermaßen bin auch ich einer jenen, die sich erst aus der Deckung (oder Scham oder Unkenntnis) bei Sezession wagte, als die Metadebatten, die philologischen und literarischen Elfenbeintürme etwas geöffnet wurden.
Einerseits aus dem persönlichen Mangel an Bildung insbesondere der hier versammelten Geistesgeschichte, aber auch und vor allem weil ich schon vor 20 Jahren zu meinen marxistischen Sturm-und Drangzeiten die Zitate-Battle der linken Theoretiker als äußerst ermüdend und selbstreferenziell empfand.
Gesellschaftspolitisch halte ich es zwar immernoch mit Marx und Clinton, it's the economy stupid, aber in der Selbsterkenntnis der eigenen Indoktrination durch "Gedöns" bin ich neuerdings sensibler, was die kulturelle und mentale Implementierung von Gesellschaftsideen angeht. Daher mein Interesse auch an Metapolitischen Debatten, die eben derzeit bei den Rechten viel klüger und differenzierter geführt werden, was für jemanden, der sich in den 90ern noch mit unerträglichen Hools und Neonazis geprügelt hat, schon ein Eureka effect ist. Und nun treff ich hier als Anarchist auf den Anarchisten Gerke und wir wundern uns selbst über uns am meisten, und der Hausherr und Offizier der Reserve kann sich ein mephistophilisches Lachen vermutlich nicht verkneifen.

nom de guerre

5. Juni 2018 18:44

Seit Herr Wessels die Seite "Anbruch" auf etwas kryptische Weise zum Sonntagshelden gemacht hat, habe ich dort einige Male hineingeschaut und fand das alles sehr interessant und vor allem auch ästhetisch höchst ansprechend. Nur bin ich jetzt ein bisschen verwundert, dass man darin eine Konkurrenz zur Sezession erkennen können soll - offenbar müsste ich letztere länger kennen, um dies zu sehen.

Sentenza

5. Juni 2018 20:04

Ich seh es mit großer Freude, dass sich die Rechte der Ökonomie zuwendet aber bitte, bitte glauben sie nicht, irgendwas erhellendes in einer Marx-Exegese zu finden. Die Linke wiederkäut den Bärtigen jetzt seit über hundert Jahren und seine ökonomische Theorie, seine Prophezeiung als auch sein krudes Geschichtsbild sind schlicht und ergreifend falsch.
Die Rechte hat jetzt die großartige Möglichkeit einen Gegenentwurf zur verantwortungslosen, asozialen und leistungsfeindlichen Improvisationswirtschaft zu setzen. Echte Anstöße lassen sich gerade heute wieder bei Aristoteles, Smith, Schumpeter, Hayek, Rand u.v.m. finden.

Cacatum non est pictum

5. Juni 2018 20:38

"... Wir Deutschen haben uns doch bereits vollständig im Weltbürgerlichen eingerichtet, auch wenn das konservative Milieu es nicht wahr haben will. Wir sind weniger daran interessiert zu erfahren, was uns von den anderen Kulturen unterscheidet, als das zu finden, was uns mit allen anderen verbindet ..."

Wohl wahr, wohl wahr. Um diese Differenzen zu erspüren, eignen sich übrigens Auslandsaufenthalte recht gut. Als Ausländer bekommt man seine herkunftsbedingten Eigenheiten ziemlich gut gespiegelt. Für den einen oder anderen Weltbürgerdeutschen wäre das vielleicht eine heilsame Erfahrung.

Aber in der Tat: Von althergebrachter deutscher Kultur ist bei uns doch fast nichts mehr übrig. Die ist seit Kriegsende gründlich verschüttet worden. Wer nicht älteren Jahrgangs ist und familiär noch ein wenig unverfälscht davon mitbekommen hat, muß sie heute aus den kärglichen Restbeständen - nein: eigentlich aus dem Nichts rekonstruieren. Darin sehe ich eine unserer Aufgaben für die Zukunft - wieder anzuknüpfen an das, was unsere (regionalen) Vorfahren Generation um Generation ererbt und weitergegeben haben. Und dazu muß es zunächst wieder sichtbar gemacht werden.

"... Empathie geht vielen hier völlig ab. Die sehen meist nur den Staat, sehen die Ordnungsprinzipien, sehen sich als so eine Art Polytechniker der Macht. Linke Theoretiker können uns helfen, die Prinzipien der Unordnung, die im Leben ja mindestens so stark wirken wie Ordnungsprinzipien, zu verstehen ..."

In dem ausführlichen, als Gesprächsband vorgelegten Interview mit Günter Maschke ist der Fragesteller Sebastian Maass von seinem Gegenüber geradezu belächelt worden, als er wissen wollte, ob Rechte von der Lektüre linker Literatur profitieren könnten. Maschke schien das für selbstverständlich zu halten und attestierte den Marxisten, viele Fragen tiefer durchdacht zu haben als Autoren der politischen Rechten.

Mir ist insbesondere bei vielen (Wirtschafts-)Liberalkonservativen/Libertären aufgefallen, daß sie rundheraus alles verdammen, was sich auch nur lose mit dem Etikett "links" bekleben läßt; sie scheinen dem Sozialismus jedes Übel dieser Welt anlasten zu wollen und sind dabei kaum weniger radikal als ihre weltanschaulichen Gegenspieler vom Bunten Block. Das mag vieles sein: Feindbestimmung, Selbstvergewisserung, Ideologie; aber redliche Auseinandersetzung ist es gewiß nicht. Insofern stimme ich Meyer und Gerke zu: Wo es sinnvoll und fruchtbar ist, darf man sich vor theoretischen Anleihen beim Gegner nicht scheuen.

Julius Fischer

5. Juni 2018 23:39

Ich wohne auch in Münster, bin Zugezogener. Was hier unerwähnt bleibt und was mich teilweise sogar ratlos zurücklässt, ist der hohe Anteil an Menschen, die Ihre Wurzeln augenscheinlich nicht in Deutschland haben, sondern hauptsächlich aus dem Nahen Osten, Afrika, Asien etc. Wenn ich mit dem Bus fahre, und das mache ich täglich, sind Deutsche i.d.R. in der Minderheit. Es fühlt sich nicht mehr wie eine deutsche Stadt an.

Gustav

6. Juni 2018 08:04

@ Der Gehenkte

"Es hat sich eine Geschichtsvergessenheit breit gemacht, eine Enttheoretisierung findet statt, dafür dürfen Gefühle und Aversionen eine größere Rolle spielen und große Worte geschwungen werden. Adorno lesen? War der nicht auch ...? "

Geschichtsvergessenheit? Auf wen das wohl zutrifft?

"Also: möchten die Horst Güntherchen in ihrem Blut sich wälzen und die Inges den polnischen Bordellen überwiesen werden, mit Vorzugsscheinen für Juden."

"Alles ist eingetreten, was man sich jahrelang gewünscht hat, das Land vermüllt, Millionen von Hansjürgens und Utes tot" (1. Mai 1945).

Theodor W. Adorno: "Briefe an die Eltern" 1939 bis 1951. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 2003.

„In der Frankfurter Rundschau findet sich ein Artikel, der an Golo Manns Rückkehr aus dem Exil erinnert. Im Jahr 1963 sollen Horkheimer und Adorno seine Berufung an die Frankfurter Universität verhindert haben, indem sie bei den zuständigen Stellen auf seine Homosexualität, seine ‚psychologischen Schwierigkeiten‘, ja sogar seinen vorgeblichen ‚heimlichen Antisemitismus‘ anspielten, hübsch indirekt, doch wirkungsvoll. Wir, die jungen Leser der älteren Kritischen Theorie, ahnten damals nicht, auf welcher Flamme die bewunderten Autoren ihre Suppe kochten. Keiner konnte sich einen Begriff davon machen, wie konsequent die Mannschaft um Adorno an der Absicherung ihrer Einflußpositionen arbeitete, innerhalb der Hochschule wie in den Medien. Außer den direkten Opfern ihrer Intrigen gab es praktisch niemanden, der seinerzeit bemerkt hätte, was diese Akteure sich erlauben konnten, moralisch gedeckt durch ihren Opferstatus, intellektuell gesichert durch ihre Stellung auf den Kommandohöhen von Theoriekonstrukten, deren Schwächen man sich erst viel später zu bemerken gestattete. Ich erinnere mich recht gut: Als ich vor vielen Jahren auf die vernichtenden Urteile Hannah Arendts über Adornos Charakter stieß, dachte ich zuerst, das könne man wohl nur durch eine Idiosynkrasie bei der urteilsstarken Dame erklären. Es mußte viel Zeit vergehen, bis mir klar wurde, daß Arendts Äußerungen nichts mit ihren Empfindlichkeiten, aber viel mit ihrer moralischen Hellsicht zu tun hatten.“ — Peter Sloterdijk

Raskolnikow

6. Juni 2018 08:16

Das aberwitzige,

Unterfangen des modernen Menschen, sich fremden und vor allem neuen Ideen zu öffnen, „die aber näher an der Zeit und der aktuellen Lebenswelt sind“, wird scheinbar nie langweilig...

Seit ein paar hundert Jahren versuchen die fleißigsten Streber der Menschenheit immer wieder auf´s Neue das Alte zu überwinden, für die moderne Zeit nutzbar zu machen oder an „unsere Zeit anzupassen“. Die Bilanz dieser Raserei ist wahrlich beeindruckend...

Wir leben unter der unmenschlichen Ordnung eines planmäßig formlosen Ungeheuers, das zwar stets ausweicht aber fortwährend verschlingt. Kann mir irgendeiner sagen, warum ich mein Denken, meine Geistige Ordnung an dieses Ungeheuer „anpassen“ soll, nur weil es gerade im Schwange ist? Was verspricht diese Anpassung, was hat sie in den letzten paar hundert Jahren gebracht?

Zum Beispiel hat das 20. Jahrhundert den verständlichen und klaren Begriff abgeschafft. Er existiert nicht mehr. Wir sind nur noch in der Lage zu Hintergedanken, Ironie, Zweideutigkeiten und Andeutungen. Ein Strom aus Albernheiten, Sinnestäuschungen und Verblödung ergießt sich immer breiter in Richtung des Chaos...

Warum soll ich mich von diesem Strom erfassen lassen? Denn nichts anders ist dieses ewige „Erneuern, Modernisieren, Anpassen“? Die Strömung führt zum Abgrund; wer das nicht sieht, ist ein Narr.

Ich versuche weiter den Strom hinaufzuschwimmen, auch wenn ich nicht mehr die Mittel habe, mich effektiv zu wehren. Ja, manchmal fehlen mir sogar die Mittel, mich verständlich zu machen; und das ist ein gutes Zeichen. Ich verweigere dieses Dasein, zumindest will ich es versuchen.

Im Grunde sind all diese Erneuerungs- und ModernisierungsStrampeleien nur der Versuch, unlösbare Probleme zu meistern und geheimnisvolle Widersprüche zu entwirren, anstatt zu lernen mit diesen Geheimnissen und Widersprüchen zu überleben. Ist den politischen Denkschulen nicht gemeinsam, daß sie alle auf irgendeine Art Wunder hoffen, um die Selbsttäuschung zu ertragen? Wie sonst funktioniert dieses ständige Hin und Her? Keiner hat uns je die Wahrheit gesagt!

Den Klassikern der konservativen oder reaktionären Bewegungen ist gerade nicht ihre mangelnde Aktualität, sondern ihre eigene Zeitbefangenheit vorzuwerfen. Jeden gerade vorüberziehenden Oberförster mit dem großen Ungeheuer zu verwechseln...

999 von tausend Menschen sind nicht zu retten. Dem Rest kann man nur raten, diese verlorenen Massen nicht weiter in die Überlegungen einzubeziehen, auch um den Preis des Mahls der „Unmenschlichkeit“! Wie Frau Sommerfeld so schön andeutet, ist wahres Mitgefühl, wahre Menschlichkeit kleinformatig. Empathie mit tausenden Marsmenschen ist einfach, der eine stinkende Bettler vor der Haustür verlangt da schon mehr...

Voll der Liebe,

R.

Der Gehenkte

6. Juni 2018 09:44

@ Gustav

Wann haben Sie hier den letzten substantiellen Artikel über Hans Blüher, Moeller van den Bruck, Friedrich Hielscher, Herbert Fritsche, die Jünger-Brüder, Röpke, Spengler, Nebel, Lübbe, Spaemann, George, Benn ... gelesen oder Auseinandersetzungen mit Adorno, Habermas, Marcuse, Popper, Lukács ... um nur ein paar Tote zu nennen - von den laufenden relevanten Diskussionen (ich meine nicht die Mikroszenen) ganz zu schweigen.

Dabei erste Grundregel: Trennung von Werk und Person:

https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2018/05/31/der-twitter-tod/

So, wie das Sloterdijk vorbildlich macht: Person Adornos beurteilen aber das Werk in- und auswendig kennen und produktiv verwenden.

Und dann empfehle ich, sich mal ein zwei Forendiskussionen von vor drei, vier Jahren anzuschauen und mit den heutigen zu vergleichen. Dazu muß man nichts weiter sagen.

Stil-Bluete

6. Juni 2018 17:06

Welche Wiedergeburt Luther, die 'dem Volk auf's Maul schaut', kann helfen? Wir sprechen, schreiben, streiten hier allesamt konstant kryptischer, verworrener, strukturloser.

Dazu tragen wesentlich die gestaltlosen grauen Kommentarseiten bei, die eine Zu-Ordnung der Dialoge, Quellen, Zitate, Verweise nur mit allergrößter Mühe zulassen.

Asenpriester

7. Juni 2018 02:38

"GERKE: Man könnte sogar noch eine weitere Schwäche der rechten oder konservativen Theorie benennen. Man redet gern von Gottes Schöpfung oder dem eigenen Verhältnis zur Natur und Umwelt, überlässt zugleich aber die ökologische Frage weitgehend den Linken."
Ich, als Gruhl-Ökologe, behaupte schon immer, Ökologie geht nur von Rechts! Konservative und Rechte weigerten sich bisher vehement in natürlichen Kreisläufen zu denken. Die Linken reiten ewiglich auf ihrer Öko-Welle herum, ohne damit irgend etwas anfangen zu können. Das Einwanderungsproblem war schon immer ein reines Öko-Thema, denn in einen restlos übersiedelten Land können keine weiteren Völker aus den bevölkerungsexplodierenden Ländern aus Afrika und Asien hier angesiedelt werden. Vom Heimatschutzgedanken mal ganz abzusehen.
Heute sind die Grünen eine anti-ökologische Partei! Warum nehmen die Konservativen eigentlich dieses Hauptanliegen nicht wieder an sich ??

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