Frank Böckelmann, Dietrich Leube: Entkommen oder Not macht erfinderisch. Auswege in Wort und Bild

Eine Rezension von Christian Marschall

 Gastbeitrag

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Frank Böckel­mann, Diet­rich Leu­be: Ent­kom­men oder Not macht erfin­de­risch. Aus­we­ge in Wort und Bild, Ber­lin: Die Ande­re Biblio­thek 2017. 396 S., 42 €

Schau­en wir auf das wohl unwi­der­ruf­lich uns ins Haus ste­hen­de, dann sieht’s nicht gut aus: Bür­ger­krieg, Atten­ta­te, Zusam­men­bruch der sozia­len Sys­te­me. Wann kommt der gro­ße Schlag? Frank Böckel­mann, den man doch für einen Kul­tur­pes­si­mis­ten hal­ten woll­te, plä­diert mit Co-Autor Diet­rich Leu­be für die Prin­zi­pi­en Hoff­nung und Gelas­sen­heit: Was, wenn all die­se Pro­gno­sen nur Abwehr­zau­ber wären? »Offen­bar erhof­fen wir uns vom Benen­nen des Schreck­li­chen unbe­wusst eine ver­hin­dern­de, gleich­sam katechon­ti­sche Wir­kung.« Woher aber wächst das Ret­ten­de, wenn das ängst­lich Anti­zi­pier­te tat­säch­lich eintritt?

Böckel­mann und Leu­be haben ein ganz und gar unkon­ven­tio­nell gestal­te­tes Kom­pen­di­um auf­ge­sam­melt, woher je Hoff­nung kam in so unter­schied­li­chen Not­fäl­len wie Schiff­bruch, Depor­ta­ti­on, Gei­sel­nah­me und Ver­trei­bung. Wir fin­den Zei­tungs­schnip­sel (FAZ anno 1980: neun­jäh­ri­ger Bub, beim Blu­men­pflü­cken ver­schwun­den, wie­der auf­ge­taucht), Arzt­be­rich­te (1923: Erläu­te­rung, inwie­fern das See­len­le­ben von einem Erd­be­ben pro­fi­tie­ren könn­te), Memoi­ren vol­ler Über­le­bens­stra­te­gien in Krieg und Nach­krieg, früh­neu­zeit­li­che Wun­der­erzäh­lun­gen und bei­spiels­wei­se das »Wun­der von Wien«, das von der unver­hoff­ten Ret­tung des jun­gen Fried­rich Heb­bel erzählt – wie aus dem Ver­kann­ten über Nacht ein Genie wurde.

Ein Trost­buch!

Frank Böckel­manns und Diet­rich Leu­bes Ent­kom­men oder Not macht erfin­de­risch kann man hier bestel­len.

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