Sezession
22. Juli 2018

Sonntagsheld (70) – Knüppel auf den Kopf

Till-Lucas Wessels / 7 Kommentare

...dann ist Ruhe.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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So eine primitive Überschrift und dann so ein hehres Thema: Die allermeisten werden den ritterlichen Appell kennen, der schon im Grundschulalter in unsere Herzen gepflanzt wurde: Wenn etwas Ungerechtes geschieht, dann schau nicht weg, sondern greif ein. Damals ging es vornehmlich darum, dass man dem Mark eins vor die Nase gibt, wenn er der Natalie wieder an den Haaren zieht, später waren es edlere Ziele, die uns auf dem Heimweg die Augen offen halten ließen, ständig parat stehend um Umweltsündern oder Tierquälern in den Weg zu treten, oder dem Rollstuhlfahrer in einer Auseinandersetzung mit Nichtrollstuhlfahrern zu seinem Recht zu verhelfen. Irgendwann erklärte man uns dann, dass das, was man da von uns erwartete, Zivilcourage heiße und wir haben den Beigeschmack nie vergessen mit dem dieser Wortklumpen damals schon auf meiner Zunge lag.

Man hat, wenn man sich so mit klopfendem Herzen durch eine Situation in der derart couragiertes Handeln erfoderlich ist, hindurchdenkt, meist eher die kleinen Alltagsvorkommnisse im Kopf: Der berüchtigte Handtaschenräuber, ein betrunkener Pöbler in der Straßenbahn, oder vielleicht auch nur einen Falschparker. Was aber macht man, wenn auf einmal in einem vollbesetzten Bus einen rauchenden Rucksack auf den Boden schmeißt? Wie bereitet man sich auf so eine absurde Situation vor und, wenn es dann soweit ist, wie reagiert man? "Erstmal drauf", hätten unsere vier Sonntagshelden vielleicht gesagt. Jedenfalls ist das genau das, was sie gemacht haben.

Nachdem ein 34-jähriger "Deutsch-Iraner" in Lübeck um 13:47 Uhr Ortszeit seinen Rucksack und damit das Gelenk eines Busses in Brand gesetzt hatte, bremste Busfahrer Peter S. das Fahrzeug umgehend und öffnete die Türen, um die Fahrgäste aus dem zunehmend verrauchten Fahrgastraum aussteigen zu lassen. Als er anschließend versuchte den Brand zu löschen, schlug ihm der Täter ins Gesicht und verletzte ihn. Im anschließenden Tumult begann er dann mit einem großen Küchenmesser wahllos auf Fahrgäste einzustechen. Von den 10 getroffenen Personen wurden später 3 als schwerverletzt eingestuft, mindestens einer von ihnen war zeitweilig in einem kritischen Zustand. Dem blutenden Busfahrer eilten derweil rasch zwei weitere, namentlich unbekannte Fahrgäste, zur Hilfe und versuchten den bewaffneten Täter unter Kontrolle zu bringen. Ob die Helfer dabei ebenfalls verletzt wurden, kann ich nicht sagen, dass die Situation am Ende unter Kontrolle gebracht wurde, verdanken wir allerdings vor Allem der Schachpassion des 74-jährigen ehemaligen Zimmermannes Bodo Z:

„Ich wollte zum Freiluftschachspielen nach Travemünde. Ein Kollege und ich saßen hinten links hinter dem Gelenk. Der Mann war mir aufgefallen, weil er viel zu warm angezogen war. Er trug Hemd, Pullover, Jacke mit Fellkragen. Plötzlich qualmte es vorne im Bus, es gab Unruhe. Dann lief der Mann nach hinten, stach auf einen Rollstuhlfahrer ein. Dann ging er auf meinen Schachfreund los, der am Gang saß. Er bekam einen Stich in die Schulter ab. Danach sind alle aus dem Bus raus, es gab Schreie. Auch ich bin raus, dachte ich muss handeln, nahm mir draußen eine Ast. Ich sah, wie am Bus zwei Männer mit dem Angreifer rangelten. Dann habe ich ihm mit dem Ast auf den Kopf gehauen. Dann war Ruhe.“

Was lernen wir aus diesem Fall? Nun, zum einen, dass die goldene Regel der Zivilcourage - "Hauptsache machen" - auch hier wieder passt wie Faust auf Auge, bzw, eben Knüppel auf Kopf. Zum anderen, und das ist in Anbetracht zeitgenössischer bundesdeutscher Militärdiskurse natürlich was zum verzweifelten Schmunzeln, dass man es sich vielleicht zweimal überlegen sollte, wem man in Deutschland eine Soldatenausbildung angedeihen lässt. Die hatte der Angreifer nämlich bei der Bundeswehr bekommen.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (7)

Pit
22. Juli 2018 21:04

Ja... da sag ich doch mal das Offensichtliche:
wir erwarten Anzeigen und deutliche Strafen für die Täter... also diejenigen, welche sich der gemeinschaftlichen Körperverletzung an einem Mitbürger schuldig gemacht haben. Natürlich waren es Haßverbrechen, da es sich bei dem Opfer um eine ethnische Person handelt. Und wo war denn die Polizei, schaute sie wieder einmal tatenlos zu und ließ es geschehen, daß in Deutschland Deutsche in ihrem Haß auf Fremde auf ethnische Personen einprügeln?

Lotta Vorbeck
23. Juli 2018 02:34

@Pit - 22. Juli 2018 - 09:04 PM

"... da es sich bei dem Opfer um eine ethnische Person handelt. ... in ihrem Haß auf Fremde auf ethnische Personen einprügeln?"

________________________

Nachgefragt:
Wen oder was darf man sich unter einer "ethnischen Person" vorstellen?

Andreas Walter
23. Juli 2018 09:00

Da könnte man viel machen. Auch durch Teilintegration der reguläreren Berufsausbildung bereits in die Wehr- beziehungsweise dann auch Zivilplicht.

In dem man Frauen und Männer nämlich gleichfalls heranzieht. Der Wehr- und Zivildienst als eine Mischung von (Grund-)Berufsschule und Armee, in der sich danach dann jeder weiter spezialisieren kann, je nach gesellschaftlichen Erfordernissen und persönlichen Vorstellungen. Die Grundausbildung bereits für die Lehre, aber auch das Praktikum für die Akademiker, würde dann bereits in der Armee oder im Zivildienst beginnen oder sogar ganz abgeleistet und auch anerkannt werden wie ein Modul moderner Schul- und auch Hochschulbildung.

Es könnte sogar ein Pflicht- und ein Wahlprogramm geben. Die Einen würden dann schon nach der Mittleren Reife anfangen, die Anderen nach dem Abitur dazustoßen. Sogar Auslanderfahrung als Pflicht könnte man in so ein Programm integrieren, egal ob im Bereich Wehrpflicht oder Zivilplicht.

Wenn es nach mir ginge müssten dann sogar Mädchen auch mal durch den Schlamm robben und Jungs kranke versorgen, damit aus allen dann ganze Menschen werden, die einander verstehen und kennen. Auch ihr Unterschiede.

Eine Schule des Lebens, mit Pflichten und Freuden, Zwängen und Freiheiten, Individualität und Gemeinsamkeit. Für eine Gesellschaft, die nicht nur aus selbstoptimierten, kapitalistischen Einzelkämpfern und/oder sozialistischen Robotern, Arbeiter und Bauern, Träumern besteht.

Europa ist nun mal weder die VSA noch ist es Afrika. Das merkt man allein schon an der Zahl der Sprachen. Geld aber als kleinster gemeinsamer Nenner hat noch nie Menschen zu Freunde gemacht ausser die, die darüber in grossen Mengen verfügen, also die weltlichen Eliten.

In dem Punkt besteht übrigens auch eines der fundamentalen Missverständnisse zwischen der globalen, hochmobilen Elite und den weniger mobilen, sesshaften Untertanen. Vor allem bei der Reisegeschwindigkeit und der Entfernung der Ziele. Dieser letzte Satz ist durchaus auch Metaphysisch zu verstehen. Nur bestimmte Leute wollen (müssen) nämlich ganz hoch hinaus, meist zum Nachteil der Bescheideneren. Dass allerdings ist tatsächlich überall gleich. In Afrika, in Europa, und ebenso in den VSA. Eine menschliche Schwäche, die man sich aber überall darum zu Nutze machen kann. Was auch schon früh manche Religionen und später auch der Marxismus erkannt, gewusst haben, nicht nur der Kapitalismus.

Ein säkularer Staat der Mitte muss sich darum gegen viele Kräfte wehren, einschließlich der Marxisten und Kirchen, die alle das Mehr oder das Meer oder sogar die ganze Welt für sich beanspruchen. Für alle, die es aber bereits vergessen haben, selbst die Armee der DDR hiess Nationale(!) Volksarmee (NVA) und auch mit "Patria, o muerte" hat es auch Che Guevara vor den Vereinten Nationen auf den Punkt gebracht. Nationale Marxisten?

Ich habe darum auch kein Problem mit Kapitalismus. Das Problem auch mit Kapital ist nur der Verwendungszweck. Das Gleiche gilt für Waffen, oder sogar eine Volksarmee.

Wird der Iran aber womöglich auch drangsaliert? Auch durch die deutsche Regierung/Elite? Denn das Erdgas wird nicht ewig reichen, auch nicht im Iran. Muss auch der Iran sich darum nicht technisch weiterentwickeln? Das Land hat immerhin vorbildlich auch schon sehr niedrige Geburtenraten und angegriffen hat es seit 400 Jahren auch niemand.

Doch warum hat er dann deutsche Menschen aus dem einfachen Volk angegriffen? Eine traurige Geschichte, weil es im Krieg, auch Wirtschaftskrieg, meist die Falschen trifft. Die Tat eines Verzweifelten an den Falschen für etwas, worüber man zumindest streiten kann, solange jeder in seiner Ecke bleibt.

nom de guerre
23. Juli 2018 09:05

Die Stelle mit der soldatischen Ausbildung verstehe ich nicht ganz. Wenn der Täter 34 Jahre alt ist und (ausschließlich oder auch?) die deutsche Staatsbürgerschaft hat, müsste er doch (damals noch) wehrpflichtig gewesen sein, was ist also so ungewöhnlich daran, dass er bei der Bundeswehr war?

@ Lotta Vorbeck: Anscheinend hat der Begriff ethnic person inzwischen seinen Weg ins Deutsche gefunden; er bezeichnet einen Ausländer, Einwanderer oder einen Angehörigen einer fremden Kultur, s. hier: https://en.wiktionary.org/wiki/ethnic
Oder, nach einem schon etwas älteren Wörterbuch, einfach nur einen Heiden: https://www.websters1913.com/words/Ethnic

Andreas Walter
23. Juli 2018 10:36

Ergänzend, um nicht als sozialistisches Weichei missverstanden zu werden.

Auch im radikalsten Darwinismus hat jedes Wesen auch das Recht sich zu verteidigen. Unabhängig vom vermeintlichen Status des Angreifers. Jeder mit den (vermeintlichen) Waffen, die er hat (glaubt zu haben), oder die ihm bleiben, oder gelassen wurden.

Wer also Nationen mit Sanktionen belegt, womöglich sogar mit ungerechtfertigten, wobei der Grund so oder so keine Rolle spielt, muss darauf mit Reaktionen rechnen.

Das sind Naturgesetze, und bei denen herrscht auch oft kein fairplay, Anstand, politische Korrektheit, wenn ein Tier alle Babys eines anderen Tieres einer anderen Gattung oder Art angreift oder sogar frisst.

Unter Menschen kann man sogar beobachten, dass der Kampf um so härter, um so brutaler und unfairer, verlogener geführt wird, je verzweifelter die Lage für den Unterlegeneren (oder Ehrgeizigeren) ist.

Das ist die berühmte Frage nach der Souveränität, sowohl bei Nationen aber auch Individuen, oder auch Gruppen, egal welcher Natur. Selbst Rosen haben darum Dornen und manche Planzen sind hochgiftig.

Regen wir uns genauso auf, wenn iranische Atomwissenschaftler umgebracht werden?

Hatten die deutschen Atomwissenschaftler nur Glück, dass sie gut genug abgeschirmt waren? Wurden aber trotzdem dann unter Druck gesetzt, für fremde Mächte fern der Heimat jahrzehntelang zu arbeiten. Unter Androhung von was, wenn sie sich geweigert hätten? Tod, GULag?

Oder was musste ich gestern schon wieder lesen? Der Einstieg der VSA in den Krieg war schon lange vor Pearl Harbor bereits ausgemachte Sache? Woran auch ein "Vater der EU", Jean Monnet, kräftig mit beteiligt war?

https://fr.wikipedia.org/wiki/Victory_Program

Von dem auch der Monnet Plan stammt, der später dann zum Schuman Plan abgewandelt wurde?

Dann aber war ja auch Kohl und ist Merkel ein Feind der Deutschen. Deutschland schafft sich also nicht ab, Deutschland wird abgeschafft, und daran sind auch 85% "seiner" Elite beteiligt.

Treibt man deshalb womöglich jetzt die letzten patriotischen Deutschen in die Enge, aus ihren "Löchern"? In die Verzweiflung? Damit es zu Terror, oder Bürgerkrieg kommt? Wobei man ja sogar friedliche Patrioten bereits vor Gericht zieht, wie jetzt die IB.

Egal darum wo ich hinsehe, nur falsche Opfer. Weil die echten Täter entweder nicht sichtbar oder nicht greifbar.

wodantok
25. Juli 2018 15:36

Willkommen in Deutschland, wo ein alter Mann mit Stock mehr Mut hat als die Männer von hunderten vergewaltigten Frauen auf der Köllner Domplatte.

Andreas Walter
26. Juli 2018 13:55

@wodantok

Das ist Unsinn, wodantok. Sie haben wahrscheinlich noch nie in Ihrem Leben gegen 5 Mann gleichzeitig kämpfen müssen. In so einer Situation sind Sie ruck zuck von Ihrer Partnerin isoliert und dann mit Ihrer eigenen Sicherheit beschäftigt, während der Dame Ihres Herzens dann im schlechtesten Fall theoretisch alles passieren kann bis hin sogar zum Tod durch schwerste Verletzungen. Verstehe nicht, dass man so einen unqualifizierten Kommentar hier überhaupt veröffentlicht.

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