Sezession
1. Juni 2016

Hans-Hermann Hoppe: Eine kurze Geschichte der Menschheit

Gastbeitrag

Eine Rezension von Felix Dirsch

Hans-Hermann Hoppe: Eine kurze Geschichte der Menschheit. Fortschritt und Niedergang, aus dem Englischen übersetzt von Robert Grözinger, Grevenbroich: Lichtschlag 2015. 132 S., 16.90 €

Hans-Hermann Hoppe, einer der weltweit profiliertesten Libertären, wurde hierzulande mit seinem Buch Demokratie – Der Gott, der keiner istbekannt. Mit seinem anarcho-kapitalistischen Ansatz steht er in der Tradition der ökonomischen Schulen von Ludwig von Mises und Murray N. Rothbard. In seinem neuesten Buch arbeitet er Wendemarken der Weltgeschichte knapp und prägnant heraus.

Eine nachhaltige Zäsur ist für ihn die sogenannte neolithische Revolution vor ungefähr 11000 Jahren, die über einen langen Zeitraum aus Jägern und Sammlern Seßhafte machte. Obwohl die heutige Forschung zumeist die tiefen Ambivalenzen der kolossalen Wandlungsprozesse betont, hebt Hoppe die wegweisenden Veränderungen hervor. Langsam konnten weitreichendere Formen von Privateigentum entstehen, darüber hinaus verbreitete sich die Monogamie.

Als Grund für diese so wirkmächtige Zäsur nennt der Verfasser den Versuch, die Malthussche Falle zu überwinden. Sie beschreibt das Dilemma der zwangsläufigen Verminderung von Nahrungsmitteln beim Anwachsen der Bevölkerung, das erst infolge der neuen Möglichkeiten, die die technischen Produktionsmöglichkeiten als Folge der Industriellen Revolution boten, vollständig überwunden werden konnte. Erst um 1800 begann die Produktivität schneller zuzunehmen, als die Bevölkerungszahl stieg.

Hoppe findet eine andere Erklärung als seine Lehrer: Er konstatiert eine Steigerung humaner Intelligenz, bedingt durch genetische Mechanismen, was sich allerdings über Jahrtausende hinzog. Zu diesem Zeitpunkt gelang es, einfache in produktive Ersparnisse zu investieren.

Fällt der »positive« eugenische Effekt der Malthusschen Falle weg, so breiten sich mehr und mehr Unterschichten aus, die ohne Sozialstaat nicht überleben können. Dieser wurde zum Leidwesen des Libertären weiter ausgebaut durch die Transformation etlicher Monarchien in demokratische Systeme im 20. Jahrhundert. Deren Eliten können das »Stimmvieh«, das sich gern die Stimmabgabe vergolden läßt, nicht ignorieren – Staatsverschuldung und Zerrüttung der Staatsfinanzen hin oder her.

Hoppe stellt am Ende seiner in toto zustimmungsfähigen Abhandlung fest, daß das Ende der Malthusschen Falle (mit allen negativen Konsequenzen) nicht irreversibel sei.

Ein wenig mehr über etwaige, sicherlich problematische Lösungsmöglichkeiten hätte der Leser gerne noch erfahren.

Eine kurze Geschichte der Menschheit von Hans-Hermann Hoppe kann man hier bestellen.


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