Hans-Hermann Hoppe: Eine kurze Geschichte der Menschheit

Eine Rezension von Felix Dirsch

Hans-Her­mann Hop­pe: Eine kur­ze Geschich­te der Mensch­heit. Fort­schritt und Nie­der­gang, aus dem Eng­li­schen über­setzt von Robert Grö­zin­ger, Gre­ven­broich: Licht­schlag 2015. 132 S., 16.90 €

Hans-Her­mann Hop­pe, einer der welt­weit pro­fi­lier­tes­ten Liber­tä­ren, wur­de hier­zu­lan­de mit sei­nem Buch Demo­kra­tie – Der Gott, der kei­ner istbekannt. Mit sei­nem anarcho-kapi­ta­lis­ti­schen Ansatz steht er in der Tra­di­ti­on der öko­no­mi­schen Schu­len von Lud­wig von Mises und Mur­ray N. Roth­bard. In sei­nem neu­es­ten Buch arbei­tet er Wen­de­mar­ken der Welt­ge­schich­te knapp und prä­gnant heraus.

Eine nach­hal­ti­ge Zäsur ist für ihn die soge­nann­te neo­li­thi­sche Revo­lu­ti­on vor unge­fähr 11000 Jah­ren, die über einen lan­gen Zeit­raum aus Jägern und Samm­lern Seß­haf­te mach­te. Obwohl die heu­ti­ge For­schung zumeist die tie­fen Ambi­va­len­zen der kolos­sa­len Wand­lungs­pro­zes­se betont, hebt Hop­pe die weg­wei­sen­den Ver­än­de­run­gen her­vor. Lang­sam konn­ten weit­rei­chen­de­re For­men von Pri­vat­ei­gen­tum ent­ste­hen, dar­über hin­aus ver­brei­te­te sich die Monogamie.

Als Grund für die­se so wirk­mäch­ti­ge Zäsur nennt der Ver­fas­ser den Ver­such, die Mal­thus­sche Fal­le zu über­win­den. Sie beschreibt das Dilem­ma der zwangs­läu­fi­gen Ver­min­de­rung von Nah­rungs­mit­teln beim Anwach­sen der Bevöl­ke­rung, das erst infol­ge der neu­en Mög­lich­kei­ten, die die tech­ni­schen Pro­duk­ti­ons­mög­lich­kei­ten als Fol­ge der Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on boten, voll­stän­dig über­wun­den wer­den konn­te. Erst um 1800 begann die Pro­duk­ti­vi­tät schnel­ler zuzu­neh­men, als die Bevöl­ke­rungs­zahl stieg.

Hop­pe fin­det eine ande­re Erklä­rung als sei­ne Leh­rer: Er kon­sta­tiert eine Stei­ge­rung huma­ner Intel­li­genz, bedingt durch gene­ti­sche Mecha­nis­men, was sich aller­dings über Jahr­tau­sen­de hin­zog. Zu die­sem Zeit­punkt gelang es, ein­fa­che in pro­duk­ti­ve Erspar­nis­se zu investieren.

Fällt der »posi­ti­ve« euge­ni­sche Effekt der Mal­thus­schen Fal­le weg, so brei­ten sich mehr und mehr Unter­schich­ten aus, die ohne Sozi­al­staat nicht über­le­ben kön­nen. Die­ser wur­de zum Leid­we­sen des Liber­tä­ren wei­ter aus­ge­baut durch die Trans­for­ma­ti­on etli­cher Mon­ar­chien in demo­kra­ti­sche Sys­te­me im 20. Jahr­hun­dert. Deren Eli­ten kön­nen das »Stimm­vieh«, das sich gern die Stimm­ab­ga­be ver­gol­den läßt, nicht igno­rie­ren – Staats­ver­schul­dung und Zer­rüt­tung der Staats­fi­nan­zen hin oder her.

Hop­pe stellt am Ende sei­ner in toto zustim­mungs­fä­hi­gen Abhand­lung fest, daß das Ende der Mal­thus­schen Fal­le (mit allen nega­ti­ven Kon­se­quen­zen) nicht irrever­si­bel sei.

Ein wenig mehr über etwa­ige, sicher­lich pro­ble­ma­ti­sche Lösungs­mög­lich­kei­ten hät­te der Leser ger­ne noch erfahren.

Eine kur­ze Geschich­te der Mensch­heit von Hans-Her­mann Hop­pe kann man hier bestel­len.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Sezession
DE58 8005 3762 1894 1405 98
NOLADE21HAL

Kommentare (0)