Sezession
1. April 2016

Werner Mäder: Die Zerstörung des Nationalstaates aus dem Geist des Multikulturalismus

Gastbeitrag

Eine Rezension von Konrad Gill

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Werner Mäder: Die Zerstörung des Nationalstaates aus dem Geist des Multikulturalismus, Graz: Ares 2015. 79 S., 9.95 €

Ein Buch solch gewichtigen Titels und bedeutenden Themas aus einem geschätzten Verlag kann der Leser nicht ohne Neugierde erwarten. Der erste Eindruck irritiert: Der Band ist so dünn und groß gedruckt, daß er auch einen längeren Aufsatz hätte abgeben können. Daß man in diesem Umfang dem Thema kaum gerecht werden kann, versteht sich fast von selbst.

Für Werner Mäder ist der Multikulturalismus »eine der vielen anglo-amerikanischen Modetorheiten, die mit zeitlicher Verzögerung (…) nach Europa kam und in der Bundesrepublik besonders gründlich und inbrünstig aufgegriffen wurde«. Dabei ist doch mit dieser Reduzierung aufs Modische der Multikulturalismus als Bestandteil eines komplexen ideologischen Geflechts, als Sieg des seltsamen Zweckbündnisses zweier gleichermaßen globaluniversalistischer expansiv-revolutionärer Weltanschauungen (entorteter Liberalkapitalismus und moderner Hedonistensozialismus) nicht annähernd angemessen beschrieben!

Das weiß Mäder, Rechtspraktiker mit jahrzehntelanger Erfahrung, zweifelsohne. Glaubt er, das seinen Lesern nicht zumuten zu können? Ist das noch didaktische Komplexitätsreduktion oder schon didaktisches Versagen? Kurz: über die Hintergründe, die Beweggründe der Ideologieproduzenten, das große »Warum«, das zu klären doch die Bedingung für ein »Wogegen« wäre, erfährt man in dem Büchlein so gut wie nichts. So bedauert der Rezensent, über das leicht verständliche und mit vielen hilfreichen Fußnoten versehene Buch nichts Besseres sagen zu können, obwohl er doch nahezu jedem Satz darin zustimmen kann.

Aber die extreme, dem riesig-komplexen Gegenstand nicht angemessene Kürze, gar Skizzenhaftigkeit und die fehlende Ursachenanalyse führen zumindest beim themenaffinen erfahrenen Leser kaum zu mehr als wohlwollendem Achselzucken. Für Einsteiger in das Thema, die einen ersten Zugang zu einer Multikulturalismuskritik aus nationalkonservativem Blickwinkel suchen, dürfte das Buch besser geeignet sein.

Die Zerstörung des Nationalstaates aus dem Geist des Multikulturalismus von Werner Mäder kann man hier bestellen .


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