Sezession
1. Oktober 2015

Johannes Rogalla von Bieberstein: Schwulenkult und feministischer Geschlechterkampf

Gastbeitrag

Eine Rezension von Konrad Gill

Johannes Rogalla von Bieberstein: Schwulenkult und feministischer Geschlechterkampf. Wie der »sex-positive« Geschlechterkrieg Kirche und Gesellschaft verändert, Graz: Ares 2015. 139 S., 14,95 €

Noch ein Buch über »Gender Mainstreaming« – muß das sein? Soll man das als interessierter Konservativer lesen? Ist nach den Büchern von Zastrow, Kositza, Rosenkranz, Kuby, Kelle und anderen nicht alles gesagt? Gibt es überhaupt noch Neues zu erfahren? Die Antworten auf diese naheliegenden Fragen können nach der Lektüre nur lauten: ja, ja, nein und definitiv ja!

Der Verfasser, profiliert durch das berühmt-berüchtigte, zu Unrecht skandalisierte Werk Jüdischer Bolschewismus. Mythos & Realität, ist pensionierter Bibliotheksdirektor der namhaften soziologischen Fakultät in Bielefeld. Von Berufs wegen wurde er »als Dokumentar von verschwörungstheoretisch überhöhten und ethnisch aufgeladenen Gruppenkonflikten« zum Experten für ideologisches Schrifttum. Dies macht den Unterschied aus zu anderen Darstellungen des genderfeministischen Ideologiearsenals: Bieberstein widmet sich den teils vor Jahrzehnten gelegten Fundamenten der heutigen Verirrungen. Er kennt die Literatur der Feministen, Marxisten und (päderastisch-)homosexuellen Propagandisten der letzten 50 Jahre, entbirgt personelle Verbindungen, Netzwerke und Strategien.

Sein besonderes Augenmerk gilt dabei der massiven Einflußnahme auf die evangelischen Kirchen. Bieberstein weist nach, daß deren »Bildungsakademien«, Kirchentage und sogar Gottesdienste zumindest mancherorts nicht nur nichts mehr mit dem Evangelium zu tun haben, sondern zu grotesken Selbsterfahrungsveranstaltungen für sexuell Deviante geworden sind. Ausreichend belegt weist der Verfasser hin auf kirchlich finanzierte Gruppenintimitätstreffen für Lesbierinnen, auf geistige Kindesmißhandlung durch »vielfältige« Sexualpädagogik und nicht zuletzt auf erschreckende Dokumente des Unglaubens. Von der notorischen Dorothee Sölle grub er das folgende aparte Zitat aus den Archiven: »… die Geschichte vom leeren Grab Jesu und seiner Auferstehung sind Legende«.

Solche heterodoxen Einlassungen, weniger freundlich »Ketzerei« genannt, sind dem theologischen Fachmann sicherlich bekannt. Zusammen mit den Schilderungen direkter partei- und kirchenpolitischer Einflußnahme, rechtsstaatlich mindestens zweifelhafter Kumpanei zur Deckung von Päderasten und Haßparolen gegen Männer und deren Ehefrauen geben sie jedoch auch dem Kundigen ein eindrückliches Bild einer dem blanken Irrsinn entgegensteuernden Kirchen- und Staatsführung.

Perfekt ist das Buch nicht. Etliche Wiederholungen, kaum miteinander verzahnte Kapitel und allzu viele Nebenerzählungen legen der ansonsten trefflichen Argumentation unnötige Schwellen in den Weg. Dennoch ist es eine wertvolle Ergänzung, auch für Kenner. Besonders aber den noch Ahnungslosen sollte es als gute Zusammenfassung (fast) aller Aspekte dieser Schicksalsfrage für die abendländischen Völker in die Hand gegeben werden.

Johannes Rogalla von Biebersteins Schwulenkult und feministischer Geschlechterkampf kann man hier bestellen. 


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