1. Oktober 2015

Joachim Feyerabend: Das Abendland als Kalifat

Gastbeitrag

Eine Rezension von Felix Dirsch

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Joachim Feyerabend: Das Abendland als Kalifat. Jahrhundertziel des Islam für Europa, Reinbek/München: Lau 2015. 170 S., 18 €

Neues von der Islamisierungsfront, die rasant an Stärke zunimmt! So könnte man diese neue Veröffentlichung schlagwortartig betiteln. Joachim Feyerabend läßt einen dezidiert christlichen Hintergrund erkennen. Daher räumt er den kulturellen Aspekten einen größeren Stellenwert ein als dem – von den Identitären besonders betonten – Gesichtspunkt des migrationsbedingten Bevölkerungsaustausches.

Der Publizist erinnert an die weltweite Christenverfolgung und thematisiert den zunehmenden Verlust der christlichen Identität in den Ländern des sogenannten Abendlandes. Vor dem Hintergrund einer solchen Diagnose geht Feyerabend bekannten Fakten nach. Der Islam ist in der Tat eine »heiße Religion« (Rüdiger Safranski). Das zeigt sich unter anderem in einem stärkerem Bevölkerungswachstum, das zusammen mit der immer massiveren Einwanderung erhebliche Konsequenzen nach sich zieht. Islamistische Strategen können angesichts dieser Entwicklung durchaus realistische Pläne schmieden, die europäischen Länder in einem »langen Marsch«, den der Verfasser beschreibt, zu übernehmen.

Beispiele für die spürbare Überlegenheit der Islamisten und ihres religiösen Hintergrundes werden von Feyerabend in Hülle und Fülle präsentiert, besonders im Abschnitt über »Schattenjustiz«. Komplementär dazu problematisiert er die Schwächen des Westens, vornehmlich dessen Auszehrung durch Entchristlichung und durch die bloße Dominanz eines seelenlosen Konsumismus. Symbol für diese Prozesse ist die explodierende Zahl der Moscheen sowie die gleichzeitig schrumpfende Menge an Kirchen.

Mehr als bloß unterschwellig ist spürbar, daß Verlag und Verfasser danach trachten, die artige Mitte nicht zu verlassen. So heißt es, die durch militante Islamisten erzeugten Bedrohungen riefen Ängste hervor, die den »rechten Untergrund« schürten. Was damit gemeint ist, wird nicht erläutert. Die wohl beabsichtigte Anspielung auf das NSU-Phantom ist eher schlecht gelungen. Die »Hogesa«, von der man seit den Aktionen im Herbst letzten Jahres nur noch wenig hört, wird pauschal als »gewaltbereit« abgekanzelt, was deren Vorgehensweise nicht entspricht. Wo Rechtsextreme einen Bürgerkrieg heraufbeschwören, den sie mangels Masse gar nicht zu führen imstande wären, bleibt Geheimnis des Verfassers. Insinuieren lässt sich freilich viel. Polemik werde nicht betrieben, heißt es am Anfang ausdrücklich. Dieses Versprechen wird im Text eingelöst.

Fazit: Auf manches Wissenswerte wird hingewiesen. Der Duktus ist verständlich, die Botschaft klar und eindringlich formuliert. Ganz ohne Hasenfuß-Attitüde, die auch im letzten Kapitel über den »Umgang mit dem Islam« deutlich wird, geht es jedoch nicht. Bloß nicht »Panikmacher« (Patrick Bahners) sein wie Thilo Sarrazin oder Heinz Buschkowsky! Immerhin schafft es der Autor, Wasser in den vermeintlichen Wein der schädlich-infantilen Willkommenskultur zu gießen. Für die Rolle eines Spielverderbers im semioffiziösen Bereich der Islamkritiker reicht es allemal.

Das Abendland als Kalifat von Joachim Feyerabend kann man hier bestellen.


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