Mathias von Gersdorff: Begegnung mit Plinio Corrêa de Oliveira.

Eine Rezension von Martin Bürger

 Gastbeitrag

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Mathi­as von Gers­dorff: Begeg­nung mit Pli­nio Corrêa de Oli­vei­ra. Katho­li­scher Strei­ter in stür­mi­scher Zeit, Aachen: Patri­mo­ni­um 2015. 154 S., 14.80 €

Der 1995 ver­stor­be­ne katho­li­sche Publi­zist Pli­nio Cor­rêa de Oli­vei­ra ist in Deutsch­land unbe­kannt, in sei­nem Hei­mat­land Bra­si­li­en jedoch inso­fern noch immer von Bedeu­tung, als sein geis­ti­ges Erbe einen Sitz hat: 1960 grün­de­te er die »Bra­si­lia­ni­sche Gesell­schaft zum Schutz von Tra­di­ti­on, Fami­lie und Pri­vat­ei­gen­tum«, die bis heu­te besteht.

Sie ent­stand aus den Erfah­run­gen, die Cor­rêa de Oli­vei­ra im Kampf um einen tra­di­tio­na­len Katho­li­zis­mus gesam­melt hat­te. Schon als Stu­dent grün­de­te er die »Katho­li­sche Stu­den­ten­ak­ti­on«. Kraft­voll wen­det er sich in der ers­ten Aus­ga­be sei­nes Mit­tei­lungs­blat­tes an die Leser und bezeich­ne­te jeden Katho­li­ken als einen Kämp­fer gegen die Auf­lö­sungs­ten­den­zen der Moderne.

1933 wur­de Cor­rêa de Oli­vei­ra zum Abge­ord­ne­ten für die »Ver­fas­sungs­ge­ben­de Ver­samm­lung« gewählt, spä­ter über­nahm er das Amt des Prä­si­den­ten der »Katho­li­schen Akti­on« und muß­te fest­stel­len, daß durch sie »pro­gres­sis­ti­sche Ideen aus Euro­pa in das bra­si­lia­ni­sche Kir­chen­le­ben« ein­dran­gen, die die Ent­ste­hung der Befrei­ungs­theo­lo­gie mit ihrer offe­nen Sym­pa­thie für den Mar­xis­mus begüns­ti­gen sollten.

So ver­faß­te er 1943 ein Buch Zur Ver­tei­di­gung der katho­li­schen Akti­on. Fort­an galt er als »umstrit­te­nen«, ver­lor alle Ämter sowie die Grund­la­ge sei­ner wirt­schaft­li­chen Exis­tenz als Anwalt der Kurie des Erz­bis­tums São Pau­lo. 1951 grün­de­te er die Zeit­schrift Cato­li­cis­mo– eine erneu­te Gele­gen­heit, zu aktu­el­len Gescheh­nis­sen Stel­lung zu bezie­hen. Sein bekann­tes­tes Werk heißt Revo­lu­ti­on und Gegen­re­vo­lu­ti­on (1959), ein phi­lo­so­phi­scher Essay, der die Geschich­te der Chris­ten­heit seit dem Ende des Mit­tel­al­ters analysiert.

Die Revo­lu­ti­on sei uni­ver­sell und bestehe aus his­to­ri­schen Etap­pen: Renais­sance, Pro­tes­tan­tis­mus, Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, Kom­mu­nis­mus. Die moder­ne Welt, die die Revo­lu­ti­on anstre­be, sei eine Uto­pie der völ­li­gen Gleich­heit. Dem­ge­gen­über wol­le die Gegen­re­vo­lu­ti­on, auf die der Titel sei­nes Buches anspielt, »die Wie­der­errich­tung des­sen, was die Revo­lu­ti­on zur Gän­ze zer­stö­ren will«, die Restau­ra­ti­on der Ord­nung Christi.

Von Gers­dorff hat ein sprach­lich stel­len­wei­se hol­pern­des, aber kom­pak­tes und moti­vie­ren­des Buch über einen fast ver­ges­se­nen Strei­ter für die Tra­di­ti­on vorgelegt.

Mathi­as von Gers­dorffs Begeg­nung mit Pli­nio Corrêa de Oli­vei­ra kann man hier bestel­len.

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