Sezession
17. August 2018

Ist Deutschland zu weiß? (1)

Martin Lichtmesz / 20 Kommentare

"Wo Deutschland noch zu weiß ist", titelte der Tagesspiegel am 13. August.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Anneta Kahane äußerte sich vor drei Jahren ähnlich: Es sei „die größte Bankrotterklärung“ der deutschen Politik seit der Wiedervereinigung, „daß ein Drittel des Staatsgebiets“, also das Gebiet der ehemaligen DDR, "weiß" geblieben sei.

Der aparten Wortwahl des Tagesspiegels folgend könnte man im Stil der alten Rechten getrost auch sagen: wo etliche Teile Deutschlands immer noch nicht "umgevolkt oder "umgerasst" oder "zu wenig schwarz" sind. Wer durch eine solche Sprache schockiert ist, sollte sich fragen, ob er auch ein Problem damit hat, wenn Deutsche "ohne Migrationshintergrund" als "Weiße" klassifiziert werden, womit gezielt die "Rassen"-Ebene angesprochen wird.

Das betrifft nicht nur offenbar hochneurotische taz-Schreiberinnen wie die Kurdin Sibel Schick (Sammlungen ihrer schönsten Tweets gibt es hier und hier) oder die iranischstämmige Wundertüte Hengameh Yagoobifarah (schon der Name hat eine passiv-aggressive Aura) oder diverse Antifanten-Seiten, die die "People of Color" gegen die "Weißen", "Almans" oder "Kartoffeln" ausspielen (linksradikale "weißdeutsche" Cucks sind in vorderster Front mit dabei).

Wir finden "Rassifizierungen" (um es in der Sprache der "Antirassisten" zu sagen) dieser Art inzwischen auch in der Zeit, dem derzeitigen Zentrum dieses Trends (die gesamte Serie hier).

Fragst du Weiße beim Smalltalk nach ihren Großeltern?

Wenn du ein Kind hättest, würdest du es in eine Kita mit mehrheitlich Kindern mit Migrationshintergrund schicken – wenn es in der Nähe eine Kita mit mehrheitlich weißen Kindern gäbe?

Wischst du bei Dating-Apps tendenziell weiter, wenn die angezeigte Person nicht weiß ist? (Link)

Warum reagieren Weiße so abwehrend, wenn es um Rassismus geht? Weil sie es nicht gewohnt sind, sich mit ihrem Weißsein zu befassen, sagt die Soziologin Robin DiAngelo. (Link)

Ich wollte einen Text zur Frage schreiben, ob es rassistisches Dating gibt. Dann merkte ich: Auch ich treffe fast nur weiße Frauen. Bin ich selbst ein Rassist? ... Ich liebe weiße Frauen. Das ist keine wertende Aussage, sondern eine Feststellung: Alle festen Partnerinnen, die ich in meinem Leben hatte, waren weiß. Ihre Eltern kamen aus Deutschland, ihre Großeltern auch. Woran liegt das? Und bin ich deshalb ein Rassist? Vor der Recherche für diesen Text dachte ich: Nein. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher.  (Link)

In der Süddeutschen Zeitung:

Hört auf zu jammern, alte weiße Männer!... Warum klagen gerade die privilegiertesten Mitglieder unserer Gesellschaft plötzlich über Diskriminierung? Unser Autor, übrigens selbst ein alter weißer Mann, erklärt, warum es per Definition keinen »umgekehrten Rassismus« geben kann.

Oder im Deutschlandfunk:

"Viele reiben sich an dem Wort 'Privileg'", sagt Dardan. Privilegiert hieße aber nicht automatisch ein besseres Leben zu führen, sondern aufgrund bestimmter Merkmale keine Diskriminierung zu erfahren. "Der 'weiße Mann' wird nie eine Wohnung nicht kriegen, weil er ein weißer Mann ist. Oder von jemanden beschimpft werden, weil er ein weißer Mann ist." (Link)

(Ironischerweise ebenfalls im DLF: Die Vorstellung eines Buches mit dem Titel "Wie die Deutschen weiß wurden". Damit ist aber nicht die aktuelle Nomenklatur der "antirassistischen" Linken gemeint.)

Aber zurück zu dem Tagesspiegel-Artikel (hier ein weiteres Beispiel aus derselben Zeitung, von derselben Autorin).

Er folgt nicht nur dem Trend, autochtone Deutsche (oder auch europäischstämmige Einwanderer, die sich leichter assimilieren) als "Weiße" zu klassifizieren, sondern auch dem Trend, eine ehemals "rechtsextreme Verschwörungstheorie" zu bestätigen und wie selbstverständlich als erstrebenswertes politisches Ziel zu präsentieren:

Ihre Zahl wächst rasch: 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, vom Säugling bis zur Greisin, leben inzwischen in Deutschland. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt beinahe ein Viertel, nämlich 23,6 Prozent. In nur einem Jahr, zwischen 2016 und 2017, so verkündete es das Statistische Bundesamt vergangene Woche, stieg dieser Anteil um 4,4 Prozent. Gerade fünf Jahre ist es her, da zählte die Wiesbadener Behörde zum ersten Mal ein Fünftel migrantischer Bevölkerung. Überhaupt erfasst wird der „Migrationshintergrund“ seit 2005. Bis dahin kannte die Statistik nur deutsche und ausländische Staatsbürger. Seitdem zählt sie auch, wer hier lebt und entweder selbst mit ausländischer Staatsangehörigkeit geboren wurde oder mindestens einen Elternteil ohne deutschen Pass hat.

Davon ausgehend, moniert die Autorin, daß die Migrationshintergründler nicht genug "Teilhabe" an der deutschen Gesellschaft hätten, und in vielen Bereichen zahlenmäßig unterrepräsentiert seien. Besonders "einfarbig" seien "Lehrerzimmer und Redaktionen" (letztere wohl derselben Medien, die derartige Artikel verbreiten):

Eine besonders schlechte Bilanz hat eine der wohl wichtigsten Sozialisationsinstanzen der Gesellschaft, die Schule: In den Klassenzimmern sitzen zwar zu mehr als einem Drittel Kinder und Jugendliche mit türkischen, polnischen, vietnamesischen oder arabischen Familien. Die sie unterrichten, haben aber nur in einem Zehntel der Fälle einen Familienhintergrund wie sie. 90 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer sind nach wie vor alteingesessene Deutsche. (...) Vielfalt spiegeln Deutschlands Lehrerzimmer jedenfalls noch nicht wider, trotz vieler Förderprogramme, trotz staatlicher und Stiftungsstipendien für migrantischen Nachwuchs an den Schulen.

Wie immer bestätigt sich die Regel: "Diversity means less white people" - "Vielfalt = weniger weiße Menschen".  Die Autorin Andrea Dernbach ist übrigens eine weiße (und wie man vermuten kann, lesbische) LGBT- und Masseneinwanderungs-Propagandistin, die schon von Hadmut Danisch und Henryk Broder gewürdigt wurde.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (20)

Tobinambur
17. August 2018 09:14

Was uns als Rassismus verkauft wird, ist ja nur ein Teil des Versuchs der De-Individualisierung, um uns zu nur mehr numerisch unterscheidbaren Objekten der Mainstream-Abrichtung bzw. Subjekten des Konsums zu transformieren. Beispielsweise die Frage "Wo kommst Du her?", bzw. "Woher kommen Deine Eltern/Großeltern...?". Wenn ich mich für einen Menschen als Individuum, d.h. als Persönlichkeit wahrhaft interessiere, dann interessiert mich immer auch seine Herkunft, seine Geschichte, da diese (noch) zur Persönlichkeit gehört. Wenn diese Frage verboten wird, spielt Herkunft keine Rolle mehr als Eigenschaft der Person (das gleiche ist die Abschaffung des Volkes, der Nation etc.). Es sind nur noch rein aktuelle Eigenschaften relevant: Wie sehr habe ich die Eigenschaften des juste milieus. "Stets sollte man sich der größeren Zahl anpassen und nie auffällig werden." (Molière) Und bald sind auch die aktuellen visuellen oder akustischen Eigenschaften nicht mehr für die Persönlichkeitsbestimmung relevant, denn das wäre ja Lookismus. Wir werden in wenigen Jahrzehnten tatsächlich bloß noch abzählbare biologische Gegenstände sein. Transhumanisten exerzieren das ja bereits in perverser Weise vor.

quarz
17. August 2018 09:59

Angesichts des weltweiten phänotypischen Zahlenverhältnisses (bis 2060 noch 10% Weiße prognostiziert) kann der absurden Forderung nach weniger Weiß wohl nur noch mit dem Stilmittel der dürrenmattesken Satire adäquat begegnet werden. Der Plot: ein Yanomami-Stamm im südamerikanischen Regenwald beklagt den Mangel an Diversity und eine "fortschrittliche" Splittergruppe setzt sich für die Rodung des Regenwaldes ein, weil dadurch mehr Weltoffenheit und weniger Yanomami in die lokale Gesellschaft Einzug halten würde.

Monika
17. August 2018 09:59

Und Aiman Mazyek ist "per se" ein Schwarzer
https://www.welt.de/politik/deutschland/article181208126/Zentralrat-der-Muslime-Aiman-Mazyek-erklaert-warum-er-ein-Schwarzer-sei.html

ALD
17. August 2018 10:03

Werter Herr Lichtmesz, da es mir wirklich zu schwer fällt die Ergüsse dieser ganzen Damen und Herren ständig zu lesen, bin ich Ihnen sehr dankbar für diese (wie immer) hervorragende Zusammenfassung und Analyse als update 2018!
Zu Herrn Kazim: Weihnachten 2015. Eine Ausnahmesituation brachte mich dazu übergangsweise die Orgel der evangelischen Gemeinde deutscher Sprache - Gruß an alle, die die schönen außergewöhnlichen Begegnungen ebenso genossen wie ich und hier nun ebenso regelmäßig mitlesen - in Istanbul zu spielen. Ich tat es meinem geliebten Bache in Ehren nach bestem Wissen und Gewissen. Bach und Händel-Arien mit hervorragenden Gesangsstudenten des Mimar-Sinan-Konservatoriums, Weihnachtslieder und ein par weitere besondere musikalische Schmankerl standen auf dem Programm. Und siehe da: Herr Kazim war ebenso zugegen, da sein Sohn als Teil der Konfirmantengruppe beim Krippenspiel mehr gelangweilt und statisch als freudig und lebendig mitwirkte. Ich fragte mich nach diesem insgesamt doch sehr stimmungsvollen Gottesdienst, was wohl jemand, der über viele Monate hinweg, als Berichte, Kommentare und Nachrichten getarnte Propaganda für eine zutiefst menschenverachtende und lebensfeindliche, linksterroritische Organisation macht und quasi alle Strukturen und Organisation, die zu dieser Zeit an der Aushöhlung der staatlichen Strukturen seines Gastlandes arbeiteten, lobt, in einem christlichen Gotteshaus der Nächstenliebe, das als Zeichen deutsch-türkischer Verbundeheit und Anerkennung entstanden war, zu suchen hat. Meine daraufhin folgenden Kommentare und Beschwerden waren wohl nicht die einzigen; einige Monate später entzog man diesem immer recht mitleidvoll-drollig daherschauenden Terrorrelativierer richtigerweise die Akkreditierung als Journalist. Bin gespannt, wie lange der einst rennomierte SPIEGEL solch mittelmäßige Schreiberlinge, denen es an einem Mindestmaß an Verständnis, Emphatie und Respekt fehlt, noch erdulden wird.

den Kazims und Schicks und wie sie alle heißen, denen Dankbarkeit, Loyalität, Wahrnehmungstiefe, Nüchternheit und Realitätssinn anscheinend völlig unbekannte Begriffe zu sein scheinen, sei hier nochmal der Link zum wirklich für jeden eindeutig verständlichen Schnellkurs "DEUTSCHES DEUTSCHLAND" bereitgestellt:

https://www.youtube.com/watch?v=i1rTPy4lgX8

auf bald...

Der Gehenkte
17. August 2018 11:16

Hasnain Kazim hat ob seiner Position, dem Zugang zum Leitmedium, Macht. Nicht viel, aber es läßt sich doch ersehen, wie er und seinesgleichen mit tatsächlicher Macht umgehen würden. Das macht ihn aber auch attraktiv.

Wenn er vor Ihrer Tür stünde, ML, und um ein Interview bäte, wie würden Sie reagieren?

ML: Was er mit Sommerfeld gemacht hat, war unter aller Kanone. Aber ich würde ihm ein Interview unter der Bedingung geben, daß er mir auch eines gibt.

Martin Heinrich
17. August 2018 11:36

@ALD
Ergänzend möchte ich noch hinzufügen:

Was das türkische Musikleben betrifft: Wer war der große Reformator und hat es jahrzehntelang entscheidend geprägt? (aus dem Wikipedia-Artikel)
Eduard Zuckmayer, der Bruder von Carl Zuckmayer!
" ... 1965, zu seinem 75. Geburtstag, hieß es in einem ihm gewidmeten Artikel:
'Es gibt keinen Musiklehrer in der Türkei, der nicht von ‚Profesör Sukmajer‘ ausgebildet wurde, und es gibt keinen Musiklehrer im Lande, um den dieser sich nicht musikalisch und pädagogisch gekümmert hätte. [..] Im entferntesten Winkel Anatoliens kennt man ihn, kennt man zumindest seinen Namen. Man weiß vielleicht nicht, wie der augenblicklich zuständige Minister heißt: wer aber Zuckmayer ist, weiß praktisch jeder Lehrer im Lande.'

Sollen doch die "PoC" auf die Erfindungen und Kulturleistungen der alten weissen Männer verzichten! Sie säßen wieder am rauchenden Lagerfeuer aus getrocknetem Dung ...

Fritz
17. August 2018 11:36

Diese Psychische Reaktion von Menschen, die sich nirgendwo richtg dazugehörig empfinden, ist häufig zu beobachten. Entweder bei in Deutschland aufgewachsenen Kindern von Migranten wie Kazim, oder bei Menschen gemischter Herkunft, deren einer Elternteil deutsch ist.

Sie sind weder Pakistaner, noch Deutsche, bzw. beides zugleich und damit nichts wirklich. Verständlich, dass das ein psychisches Problem für die Betroffenen ist, was sie dann dadurch bekämpfen, dass sie fordern, niemand mehr dürfe sich als zu irgendwas dazugehörig empfinden, und wer das doch tut, ist ihr Feind.

Verantwortlich dafür sind natürlich ihre Eltern, nicht die Deutschen.

MARCEL
17. August 2018 11:56

Es ist ein Glaubenskrieg. Die nichtweiße Hautfarbe ist der Fetisch, das goldene Kalb. Das "neue Jerusalem" ist die (z.B. von Augstein) visualisierte Multi-Kulti-Gesellschaft einer eschatologischen Zukunft, "Heimat" für alle und niemanden. In Fanatismus und Opferbereitschaft dem parallel gehenden Islam nicht ganz unähnlich, wobei der sich in die andere Richtung bewegt. Radikaler Fideismus in beiden Fällen! Letztlich irgndwie auch wieder deutscher "Messianismus"...
Gläubige, vor allem, wenn fanatisiert, sind Argumenten unzugänglich. Öffentlich-private Dispute fruchten wenig, das musste man bereits in der Reformationszeit zur Kenntnis nehmen. Bekehrungen sind eher die Folge einschneidender Erlebnisse mit der Realität als Ergebnis von Argumenten.
Die ersten Jesuiten z.B. (das Beispiel sei hier ohne konfessionellen Seitenhieb angeführt) sahen aus diesem Grund ihre Strategie darin, erst die eigenen Reihen zu festigen und zu schließen, um dann offensiv zu werden.
Grüße

RMH
17. August 2018 12:14

Das Problem an der ganzen antiweißen Rassismus-Debatte ist nicht, dass irgendwelche meiner "Rassegenossen" und "Rassegenossinnen" ein schlechtes Gewissen haben, sich selber als "Rassisten" identifizieren oder ähnliches Selbstgeisselungsverhalten an den Tag legen (das wäre mir weitestgehend egal). Das große Problem ist, dass all den Nichtweißen damit bestätigt wird, dass sie vollkommen im Recht sind, wenn sie weiße als "rassistischen Abschaum" behandeln und sich entsprechend an ihnen vergehen. Diese weißen Selbstbezichtiger liefern die Motive und Rechtfertigungen für jedes kleines Abziehen bis hin zu Kapitaldelikten an Weißen durch Nichtweiße - und bereits dafür verdienen sie es, wenn sie selber Opfer ihre eigenen Prophezeiungen werden.

So, und jetzt lege ich mich an den Strand, damit mein Weißsein unter Inkaufnahme von Hautkrebs zumindest verdunkelt wird, "braun" werden oder sein, geht ja mittlerweile leider auch nicht mehr :)

Gustav Grambauer
17. August 2018 12:49

Fritz

Bingo.

Selbst noch die Begleitmusik zur pseudointellektuellen Absicherung einer echten Conquista würde sich anders anhören, weniger verdruckst, weniger trotzig, weniger beleidigt, weniger fordernd, weniger hilflos, dafür intellektuell etwas sicherer.

Dahinter steckt nur Verzweiflungohnmachthilflosigkeitwutpanik - bei denen. Deutschland verändert sich eben nicht so schnell wie aus der Soros-Ecke versprochen, vielmehr verändert es sich in die ungeplante, ja bis anhin sogar nicht mal in Erwägung gezogene - und nun in Italien bereits klar als Fanal sichtbare - Gegenrichtung. No Pasaran, bei allen - heftigen - Schäden, die sie und jedwede Fünfte Kolonne anrichten können, die Festung wird standhalten.

Bei denen soweit "Migranten" besteht diese Panik bereits auf den Nährboden existentieller Unsicherheit aufgrund von Entwurzelung bzw. kultureller Gespaltenheit, deren Ausdruck der oft vorhandene Doppelpaß ja nur ist, ganz zu schweigen von Kazim, der von seinem Vaterland nicht nur formell sondern auch aus der ganzen Tiefe des Volksgemüts heraus verstoßen wurde. Soweit Moslems werden sie auch spüren, daß ihnen der Islam niemals das geben können wird womit jeder, der auch nur Kulturchrist ist, souverän und gelassen in sich ruht.

Diese Hatespeakers hatten gedacht, sie könnten ihre existentielle Unsicherheit über die Erlangung von Herrschaft, als Multikulti verbrämt, kompensieren und wären damit ein für alle mal geheilt, aber diese Taktik stellt sich jetzt als eine Luftnummer heraus, was die Panik nur noch mehr steigert.

- G. G.

Stefanie
17. August 2018 12:59

Warum sollte ich jemanden als Deutschen anerkennen, der sich offensichtlich selber nicht als Deutscher sieht?
Als mögliche Abhilfe möchte ich ein Integrationsmantra vorschlagen, das wenn möglich, fünf mal am Tag intoniert werden sollte: "Ich bin Deutsche/r. Die deutsche Kultur, ist meine Kultur. Die deutsche Geschichte ist meine Geschichte. Das Wohl der Deutschen (bzw.Deutschlands) ist auch mein Wohl." Gefolgt von einer oder mehreren Strophen von Johannes R. Bechers "Unsere Heimat " oder einem beliebigen deutschen Volkslied. Könnte man auch im Radio bringen. - Das geht ins Ohr und bleibt im Kopf.
(Ist Ironie. Ich schreibs mal lieber dazu. Allerdings funktioniert die gegenteilige Erziehung ja auch nicht viel anders.)

Fritz
17. August 2018 13:20

Deutschland liegt ja nun in der Mitte Europas, und seit Urzeiten sind die Menschen hier durchgezogen und haben ihre (auch genetischen) Spuren hinterlassen; Römer (in Köln gab es im 2. Jahrhundert angeblich eine nubische Militäreinheit), Soldaten Gust Adolfs und Napoleons, Hugenotten, polnische Arbeiter im Ruhrgebiet. Die Deutschen haben auch in ihrer physischen Erscheinung ein größere Breite als unsere Nachbarvölker (meiner Einschätzung nach).

Aber das ging doch immer ganz gut zusammen, und letzten Endes wurden es alles Deutsche. Das Problem beginnt wohl dort, wo die Zuwanderer keine Deutschen werden, sondern ihre angestammte Kultur beibehalten bzw. gegen die der Einheimischen druchsetzten wollen.

Wie sagt Gene Simmons so schön:

"They want to come and live right where you live and they think that you're evil. "

https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4380365,00.html

Gotlandfahrer
17. August 2018 14:29

Danke, erneut, dass Sie das alles aushalten beim Sichten.
Persönlich bin ich mit jedem Tag, den der Herr uns schenkt, mehr beeindruckt von dem Wunder, dass es dem Menschen gelang, mit einer im Mittel völlig unselbständig arbeitenden Intelligenz eine Zivilisation zu erschaffen, die die Ernährung und den kommunikativen Austausch von 8 Milliarden Exemplaren ermöglicht. Zwei Fragen treiben mich dabei um: Mit welchem minimalen Anteil an unabhängig arbeitender Intelligenzkapazität könnte so ein Menschenschwarm wie der jetzige überhaupt entstanden sein? Und: Wenn doch die meisten Menschen mit, sagen wir es einfühlsam, eher eingebetteter Intelligenz ausgestattet sind, wie kam es es überhaupt dazu, dass sich dieser minimale Anteil entwickeln konnte? Sind Erfinder, Physiker, Ingenieure, Komponisten, echte Poeten, Handwerker und Milchbauern nur ein Ergebnis einer irgendwo im Hymalaya rein zufällig und dann nie wieder aufgetretenen Hirnmutation, die innerhalb der beglückten Stämme nur mit ca. 16,7%iger Wahrscheinlichkeit vererbt wird?

Anders formuliert: Wieso können nur wir Dinge sehen, die andere nicht sehen (jaja, habs gelesen: Ich sehe was, was Du nicht siehst, aber wie geht das?), die sie aber sehen müssten, wenn sie auch nur minimal in der Lage wären, die sie umgebende Machstruktur nicht nur intuitiv in sich aufzunehmen, sondern kognitiv zu begreifen? Oder: Wie bescheuert kann eine Menschheit eigentlich sein und trotzdem überleben?

Also ich gebe herzlich gern mein Privileg auf, das Klo zu reparieren, den DSL Router einzurichten, Spinnen zu entfernen oder mir als Ingenieur in Nachtschichten Lösungen dafür einfallen zu lassen, wie es mehr Menschen möglich wird, an der Zivilisation teilzuhaben.

Gustav
17. August 2018 15:42

Könnten die Tatsachen ein Pferd kränken, so hätte der Zeitgeist schon entschieden, daß es weder Vollblüter noch Schindmähren gibt, sondern nur Ebenbürtige, und die Hippologie hätte sich mit der Anthropologie zusammengetan, um zu verkünden, der Glaube an Unterschiede sei eine böse und unwissenschaftliche Einbildung.
Der Trieb, die europäischen Völker zu zerstören, wird von der Forderung begleitet, jeder Mensch davon müsse die Zerstörung feiern, andernfalls werde er als böse verunglimpft. So eine schön gemachte und verfeinerte Grausamkeit ist fast bewundernswert.
Es bleibt abzuwarten, ob sich eine Zivilisation gegen eine Horde mit politikwissenschaftlichen Diplomen bewaffneter Vollhorste erfolgreich verteidigen kann.
Inselaffenartigkeiten

Maiordomus
17. August 2018 17:56

Das Thema "Weiss" auch im Zusammenhang mit Trump wurde von Lichtmesz in seinem neuesten Büchlein mit dem Titel "Rassismus" mit noch weit mehr Hintergründen analysiert als hier oben, wo nun mal von der Textsorte her bestenfalls von Journalismus die Rede sein kann, wodurch ein Buchautor von Format regelmässig auf schlechterem Niveau rüberkommt als gleichsam im Original. Eigentlich zählt, was man im Buche schreibt, siehe Sieferle. Es bleibt dabei, dass die in der Reihe Kaplaken bei Antaios herausgekommenen drei Büchlein, darunter noch exzellent die Studie über 1968 von Johannes Braun, einfach bei weitem vertiefter rüberkommt als was man hier dann noch debattiert. Vor allem Lichtmesz Beitrag im Buch zum Thema Trump ist weit über dem Durchschnitt, auch im Differenzierungsgrad, als in der sog. westlichen Qualitätspresse Standard ist. Bei Braun könnte von einer preiswürdigen Ideologiekritik an den 68ern gesprochen werden, wiewohl natürlich vieles längst schon mal gesagt wurde und er gegen Schluss mit dem Bio-Deutschtum selber ideologisch wird.

Carlos Verastegui
17. August 2018 18:20

Alle Zwitterwesen, Mestizen, Mischlinge und Mischlingsnaturen sind problematisch, das weiss man schon seit Plato. Jemand, der weder ganz die eine, noch ganz die andere Sache ist, gebärdet sich genau so unbeherrscht und unausgeglichen wie diese bunten Neudeutschen. Das Problem kannten auch die spanischen Eroberer Amerikas, wo plötzlich die Mestizen eine rein säuberliche Scheidung zwischen eroberten Ureinwohnern und weissen Eroberern erschwerten und sogar aufrührerisch auftraten. Alle sozialen, ethnischen, religiösen oder rassischen Gruppen, die infolge einer "Emanzipation" sich einer Identitätskrise ausgeliefert sehen, sorgen für Unruhe. Gerade wer sich bezüglich seiner Identität im Niemandsland befindet wirkt wie ein soziales Gift auf seine Wirtsgesellschaft. Und Menschen die krank sind im Kopf, wie Kahane, geben ihren Senf dazu.

silberzunge
17. August 2018 20:58

Mehr Hans braucht das Land, würde ich sagen

Caroline Sommerfeld
17. August 2018 21:39

@silberzunge:
Ich habe schon mal einen zu bieten, unseren Ältesten!

Fritz
18. August 2018 11:40

@Carlos: Interessant übrigens in diesem Zusammenhang, dass die Schwarzen auf Haiti nach dem endgültigen Abzug der Franzosen alle Mulatten umbrachten, weil sie ihnen nicht trauten.

Carlos Verastegui
18. August 2018 18:01

@Fritz

Klar, nach den Weissen war das die herrschende Schicht und den reinen schwaren geistig-kulturell überlegen. Ob die Schwarzen wirklich alle Mulatten umbrachten, weiss ich nicht. Santo Domingo ist ja der Nachbarstaat und fast nur von Mulatten bevölkert, und das, obwohl Haiti Santo Domingo eine zeitlang besetzt hatte. Während des Geschistudiums hat man mir gesagt, dass die Elite auf Haiti immer noch aus Mulattennachkommen bestehen soll.

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