Weiße Männer – Allzweckwaffe der Diskriminierungsindustrie (1)

Und zwar nicht nur in den USA, sondern mehr und mehr auch in Europa. -- Ein Gastbeitrag von Sophie Liebnitz.

 Gastbeitrag

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Als ich im Dezem­ber 2017 das Manu­skript mei­nes Kapla­ken-Bänd­chens „Tote wei­ße Män­ner lie­ben“ abschloß, war die Ver­bin­dung von anti­wei­ßem Ras­sis­mus und Misandrie noch kein son­der­lich ver­brei­te­tes The­ma, jeden­falls nicht aus der Per­spek­ti­ve einer Kri­tik dar­an. Die polit­kor­rek­ten Dis­kurs­ma­ta­do­re schwan­gen zu die­sem Zeit­punkt aller­dings schon län­ger ihre Capas.

Die noto­ri­sche Taz unter­hielt ab 2016 eine Kolum­ne mit dem Titel „Dum­me wei­ße Män­ner“, deren Ver­fas­ser, „Wort­po­li­zist“ (Selbst­be­schrei­bung) Lalon San­der dar­in Sät­ze wie die­sen von sich gab: „Wei­ße Män­ner sind stolz dar­auf, rei­cher zu sein als zum Bei­spiel ‚Wirt­schafts­flücht­lin­ge‘. Dabei haben sie ihren Wohl­stand über Jah­re zusammengeklaut.“

Die geball­te wirt­schafts­his­to­ri­sche Kom­pe­tenz, die sich dar­in aus­spricht, fin­det ihr ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gi­sches Gegen­stück bereits 2012 in der Zeit, wo die ame­ri­ka­ni­sche Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rin Mar­cia Pal­ly dekre­tier­te „Der wei­ße Mann muß nicht unter­ge­hen – er muß nur erwach­sen werden.“

Mitt­ler­wei­le mutet das harm­los an. Der Hass (es gibt kein ande­res Wort) gegen „wei­ße Män­ner“ ist medi­al omni­prä­sent gewor­den und wird wie eine Ein­tritts­kar­te in den Dis­kurs der Wohl­ge­sinn­ten vor­ge­zeigt. Im Maga­zin der Süd­deut­schen Zei­tung ven­ti­liert ein wei­ßer Mann sei­ne Ver­ach­tung für „alte wei­ße Män­ner“, die unge­recht­fer­tig­te Pri­vi­le­gi­en genös­sen, auf Twit­ter tobt die Schlacht um den Hash­tag „#Men­A­reTrash“, der als „#White­Men­A­reTrash“ gele­sen wer­den muß, da jede Kri­tik an impor­tier­ten Macho-Kul­tu­ren tabu ist.

Par­al­lel dazu gibt man bezeich­nen­der­wei­se erst­mals zu, daß den Deut­schen eine Min­der­hei­ten­exis­tenz im eige­nen Land bevor­steht, was für acht­zig­jäh­ri­ge CDU-Poli­ti­ke­rin­nen kei­nen Anlass zur Beun­ru­hi­gung dar­stellt. Die Ein­schlä­ge kom­men näher.

Wie die ver­schärf­te Dis­kri­mi­nie­rung im aka­de­mi­schen Bereich aus­se­hen kann, demons­triert wie­der ein­mal Groß­bri­tan­ni­en: Die „School of Phy­sics and Engi­nee­ring“ der Uni­ver­si­tät Bir­ming­ham betreibt ein Pro­jekt, das wei­ßen Pro­fes­so­ren ihr „unbe­wuß­tes Vor­ur­teil“ gegen Frau­en und Min­der­hei­ten vor Augen füh­ren soll. Klä­ren soll es fer­ner, wel­che „tie­fer­lie­gen­den Grün­de zur Unter­re­prä­sen­ta­ti­on von Frau­en und eth­ni­schen Min­der­hei­ten in aka­de­mi­schen Spit­zen­po­si­tio­nen führen“.

Die Maß­nah­me ist Teil eines 5,5 Mil­lio­nen Pfund schwe­ren „Anti-Diskriminierungs“-Programms der Regie­rungs­agen­tur EPSRC („Engi­nee­ring and Phy­si­cal Sci­en­ces Rese­arch Coun­cil“), mit dem „Equa­li­ty, Diver­si­ty and Inclu­si­on“ in Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten und Phy­sik geför­dert wer­den sol­len.  Allein das ist erstaun­lich, denn die Auf­ga­be der EPSRC war bis­lang die För­de­rung von For­schung in den genann­ten natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächern, nicht der ideo­lo­gie­kon­for­me Umbau von Universitätsinstituten.

Im Rah­men der För­der­maß­nah­me wird jedem (wei­ßen) Pro­fes­sor eine jün­ge­re, far­bi­ge Kol­le­gin als „Men­to­rin“ an die Sei­te gestellt wird. Zweck, so der Pro­jekt-Lei­ter, sei es, daß die Kol­le­gen sich mög­lichst unbe­hag­lich füh­len und so ihres wei­ßen Pri­vi­legs und ihrer unbe­wuß­ten Vor­ur­tei­le inne­wer­den mögen: „…said he hoped the sche­me would allow emi­nent pro­fes­sors to con­front their own bia­ses and lea­ve them ‚fee­ling qui­te uncomfortably‘“.

(Offen­bar sind Män­ner aus isla­mi­schen Kul­tu­ren oder aus Indi­en man­gels wei­ßen Pri­vi­legs von Vor­ur­tei­len gegen Frau­en völ­lig frei. Das ist ja nicht unzu­tref­fend, denn das Weg­sper­ren von Frau­en oder das Anzün­den bei man­gel­haf­ter Mit­gift beru­hen ja nicht auf einem Vor­ur­teil, son­dern auf einem Urteil, wie die Welt zu sein hat. Vor­ur­tei­le haben bekannt­lich nur Europäer.)

Das fügt sich naht­los in das Mus­ter, das ich in „Tote wei­ße Män­ner lie­ben“ ana­ly­siert habe, etwa in die ange­streb­te Erset­zung der Büs­ten ver­dien­ter Grün­dungs­pro­fes­so­ren durch eine Bil­der­ga­le­rie far­bi­ger Stu­den­ten und Dozen­ten (sog. „Wall of diver­si­ty“), natür­lich ins­be­son­de­re weib­li­cher, am renom­mier­ten und alt­ehr­wür­di­gen King’s Col­le­ge, London.

Die Hoch­schu­le ruder­te nach dem Inter­view mit dem Tele­graph, in dem sich der zustän­di­ge Dekan als ein­ge­fleisch­ter Labour-Akti­vist beschrie­ben hat­te, zwar has­tig zurück, aber die­ser hat­te der Zei­tung sei­ne Absich­ten in sehr ein­deu­ti­ger Form zu Pro­to­koll gegeben.

Die For­mu­lie­rung „emi­nent pro­fes­sors“ spricht dabei Bän­de. Der hoch­ran­gi­ge männ­li­che Aka­de­mi­ker wird als Sym­bol und Stell­ver­tre­ter für die Leis­tun­gen west­li­cher Zivi­li­sa­ti­on und Kul­tur gezielt ins Visier genom­men. Die Kul­tur wird treff­si­cher in ihren Eli­ten atta­ckiert. (Die Über­tra­gung die­ses Mecha­nis­mus auf Frau­en ist nur eine Fra­ge der Zeit und hat in den eng­lisch­spra­chi­gen Län­dern bereits ein­ge­setzt, wo wei­ße Femi­nis­tin­nen von far­bi­gen wegen ihrer „Pri­vi­le­gi­en“ ins Visier genom­men werden.)

Ver­rä­te­risch ist die Spra­che auch der Über­schrift des Arti­kels: „Male, pale and sta­le uni­ver­si­ty pro­fes­sors to be given ‚rever­se men­tors‘.“ Die­se Wen­dung, etwa „männ­lich, blaß und alt­ba­cken“ ist seit etli­chen Jahr­zehn­ten belegt, taucht aber in letz­ter Zeit mit infla­tio­nä­rer Häu­fig­keit in den eng­lisch­spra­chi­gen Medi­en auf. Es ist einer der vie­len Ver­su­che, wei­ße Männ­lich­keit nega­tiv zu rah­men, hier mit Hil­fe eines sug­ges­ti­ven Schlag­reims, der sich fest­setzt wie ein musi­ka­li­scher Ohrwurm.

Daß die Orwell­sche Maß­nah­me, ver­dien­te Hoch­schul­leh­rer und For­scher durch eine Kon­troll­per­son ein­zu­schüch­tern, genau die Dis­kri­mi­nie­rung nach Ras­se und Geschlecht ist, die sie zu bekämp­fen behaup­tet, ist jeder auch nur halb­wegs bei Ver­stand befind­li­chen Per­son klar. Sozio­lo­gi­sche Spe­zi­al­kennt­nis­se sind dazu nicht vonnöten.

Inter­es­sant ist viel­mehr, daß es den Vor­kämp­fern des eth­ni­schen Maso­chis­mus gelingt, dies aus­zu­blen­den, eine gera­de­zu absur­de Leis­tung mora­li­scher Gym­nas­tik ange­sichts der Tat­sa­che, daß sie selbst jeder­zeit die nächs­ten sein kön­nen. Denn in die­sem wie in dem hier beschrie­be­nen Fall sind es wei­ße Män­ner, die die Maß­nah­men gegen ihre Vor­gän­ger und Kol­le­gen auf den Weg gebracht oder dies zumin­dest ver­sucht haben.

Die Kom­bi­na­ti­on von anti­wei­ßem Ras­sis­mus mit Misandrie bie­tet dem poli­tisch kor­rek­ten Dis­kurs nach wie vor unschlag­ba­re tak­ti­sche Mög­lich­kei­ten. Sie sichert ein brei­tes Bünd­nis aus far­bi­gen Stu­den­ten und Nicht-Stu­den­ten bei­der­lei Geschlechts, wei­ßen Femi­nis­tin­nen und wei­ßen „allies“, jenen „Ver­bün­de­ten“, die sich in letz­ter Zeit auf Twit­ter breit machen. Alle sind ent­we­der dis­kri­mi­niert oder empö­ren sich über Dis­kri­mi­nie­rung – unter Bedin­gun­gen eines uni­ver­sa­li­sier­ten Schuld­den­kens die per­fek­te win-win-Situation.

Der wei­ße „Ally“ ist öko­lo­gisch per­fekt in die euro­ame­ri­ka­ni­sche Selbst­hass­kul­tur ein­ge­passt und pro­fi­tiert, eine Art Tri­chi­ne im Speck ver­ord­ne­ter Kor­rekt­heit, para­si­tär vom Auf­stieg der eth­ni­schen Min­der­hei­ten − was sich im Fal­le eines fort­schrei­ten­den Macht­ver­lusts der Noch-Mehr­heits­kul­tur bald schmerz­lich erle­di­gen könn­te. Als Mit­rei­sen­de im Dis­kri­mi­nie­rungs­zug bele­gen sie die Schleudersitze.

– – –

Sophie Lieb­nitz: tote wei­ße män­ner lie­ben. 96 Sei­ten, 8.50 €, hier bestel­len.

 Gastbeitrag

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Kommentare (28)

John Haase

26. August 2018 20:48

Auch in den deutschen Medien häuft sich in letzter Zeit das Geschimpfe auf explizit weiße Männer stark. Auf Deutsch wirkt das sogar noch etwas gruseliger als auf Englisch, weil es bei uns eben keine historisch gewachsenen braunen Minderheiten gibt, mithin tritt wegen der Verschrobenheit der Formulierung der Kampagnencharakter der Sache noch deutlicher hervor. Ist „Gegen den weißen Mann“ die neue Homoehe?

Wie zu erwarten, ist man in der SPD eifrig mit von der Partie. Besonders seltsam, da alte weiße Männer vermutlich 50% der SPD-Wähler sind (die anderen sind alte weiße Frauen). So sagte Barbara Hendricks bereits im Februar, daß die Zeit der alten weißen Männer vorbei sei. Wessen Zeit anstelle derer angebrochen sein soll, verriet sie allerdings nicht. Es dürfte sich jedoch kaum um die Zeit der alten weißen kinderlosen Kampflesben handeln.

Wenn wir es nicht verhindern können wahrscheinlich das Zeitalter der Orks, fürchte ich.

Ronny Licht

26. August 2018 21:07

Seit dem 1. August 2018 liefen auf der SIN 8 Artikel (n = 16), die sich ganz oder teilweise mit Rassismus gegen Weiße beschäftigen. Dann muss das Ganze ja ziemlich akut sein, oder?
Frage deshalb in die Runde: Wer ist euer James Brown ("Say it loud...!")? Die Band "Bronson"? Jedenfalls waren die ja wohl nicht auf der traurigen 300er-Kirmes (epische Zahl ;) ) der IB in Dresden. Da reichte die Solidarität wohl nicht aus.
Aber dafür war der gesund und kräftig ausschauende Herr Kubitschek da! Doch der singt ja bekanntlich nicht gern.

Grüße aus Leipzig!
Ronny Licht

Kositza: Echt, "bekanntlich"? Der Kubitschek singt sehr schön & wohlklingend und hat (in seiner sehr späten Adoleszenz) drei tolle CDs eingespielt. Komischerweise hat die noch keiner ausgegraben, öffentlich.

Frieda Helbig

26. August 2018 23:17

@Ronny Licht:

Mensch, das haben die Dummies von der IB ja mal wieder voll verkackt. Machen die ihr Fest während Bronson in Santiago de Chile spielt. Solche Vollhonks.

Ausserdem mußten die bösen Rechten ja schnell nach Chemnitz weiter, um völlig grundlos und instrumentalisierend zu marschieren und randalieren.

Wir sind schon so Amateure hier auf der rechten Seite...

Andreas Walter

27. August 2018 03:23

Vielleicht ist ihm gerade nicht nach singen zumute, Herr Licht.

Wie sieht es denn mit Ihnen aus? Sie kommen doch aus "Karl-Marx-Stadt":

https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/messerstecherei-stadtfest-chemnitz-100.html

Ein Toter und zwei Schwerverletzte, letztere vielleicht für immer behindert. Kommen Sie, Herr Licht, ein Liedchen.

https://www.youtube.com/watch?v=8GZ71IBwxmc

https://www.youtube.com/watch?v=mpMh5auMaVQ

Ronny Licht

27. August 2018 09:33

Zunächst möchte ich mir keine Wertung über die Auseinandersetzung in der Nacht zum Sonntag in Chemnitz erlauben. Das können Sie besser, IM "Kleinkaliber".

Doch wer da in Chemnitz im MOB "Wir sind das Volk" gerufen hat [1], sieht alles andere als der repräsentative Querschnitt der Zivilgesellschaft aus. "Hutbürger" und Typen, die man auch auf der Cockerwiese gesehen hat. Flaschenwerfen und Provokationen. Unschuldige (!) mutmaßliche Migranten über die befahrene Straße jagen. [2]
Für jene die den "Riss" herbeisehnen war dieser Sonntag der "krönende" Abschluss einer sächsischen Woche.

--- --- ---
[1] https://www.youtube.com/watch?v=xQSeZKDCcb0
[2]https://www.youtube.com/watch?v=AnlbzQ7kze0

RMH

27. August 2018 10:02

"Dann muss das Ganze ja ziemlich akut sein, oder?"

Ist es auch.

John Haase

27. August 2018 10:37

Nö, Ronny, der repräsentative Querschnitt der Zivilgesellschaft saß zu Hause und sagte bange: „Hoffentlich wird das jetzt nicht von Rechts instrumentalisiert. Das wahre Opfer dieses Verbrechens ist die Vielfalt.“

Schon witzig, daß diejenigen, die am lautesten vorgeben, Wissenschaft, Fakten und Fortschritt hochzuhalten die welthistorisch mit Abstand beklopptesten Menschen abgeben.

Gustav Grambauer

27. August 2018 11:06

Nanu, Ronny Licht, wo bleibt das "Verständnis" für die "jungen Männer", die "viel erlebt haben",

https://www.youtube.com/watch?v=hDSygAwqp3Y

https://verlag.buschfunk.com/kuenstler/liedtexte/14_Gerhard_Gundermann/234_Dem_Deutschen_Volk

"deshalb etwas verunsichert sind" und somit "in Einzelfällen" "auch schon mal ein wenig überreagieren"? (Es sind hier tatsächlich Einzelfälle ganz im Gegensatz zu den Messer-Massakern, schon wegen der strukturell-gewalttätigen Einschüchterung, oder wie wir dieses System kennen haben wir es nicht unwahrscheinlich sogar mit Agents Provocateuers tun.) Haben Sie die Nacht am Volksempfänger verbracht, um nicht live zu verpassen falls noch mehr "Migranten" (wie kann man nur diese von oben durchgestellten PC-Wort-Schablonen nachpawlowieren) über die Straße gejagt würden? (Wurden aber nicht ...)

MOB kommt von lat. mobilitas. Wer besinnt sich hier auf seine Wurzeln, auf seine Herkunft, darauf, wie schon die Vorfahren körperlich und vor allem im Geiste an dieser Kultur mitgewoben haben - und wer macht nichts anderes als Mobilität und Mobilisierung geltend?! Und wer hat Mobilität und Mobilisierung sogar zu einer Ideologie, ja, zu einer neuen bizarr-obszönen Zivilreligion erhoben?! Wer ist hier eigentlich der Mob?!

Herrlich der Ruf "Das ist unsere Stadt", noch dazu in dieser Entschlossenheit. Das sitzt. Das hätte der Bonzenklüngel, der rotzfrech immer nur sich selbst meint wenn er "Deutschland" oder "unsere Stadt" sagt, gar nicht mehr erwartet. Hier wird tatsächlich sehr wirksam öffentlicher Raum (rück-)geltend gemacht, eine Landnahme, eine Annexion - hoffentlich schnell - rückgängig gemacht, und ich sage: mit vollem Recht. Lese hier bei SiN seit vielen Jahren erstmals wieder mit etwas peinlichem Befremden das Wort "Zivilgesellschaft" - mit der Verständigung darüber, was damit gemeint ist und mit dem entsprechenden Amüsement über dieses Wort sind wir, "die wir schon ein wenig länger hier schreiben", lange durch.

Sehe am Tatort, oder man muß sagen: am Ort des asymmetrisch-kriegerischen Angriffs, keine Wut mehr, auch wenn sie am Ausgangsort noch da war. (Die anfängliche Wut betraf die Polizei.) Den Gesichtern in Ihrem ersten verknüpften Streifen ab etwa 19:00 steht vielmehr die Fassungslosigkeit eingeschrieben, auch die Trauer, zumindest der Ernst der Lage (es geht auch vergleichsweise leise zu, etliche haben den Blick gesenkt, eine Frau weint laut ...); wahrscheinlich fangen manche an, in größeren Dimensionen zu begeifen, was es eigentlich zu betrauern gibt. Es ist das, worauf Leute wie Sie nur herumtrampeln, sowie auch auf deren Trauer, aber das müssen Sie mit sich selbst ausmachen.

"Friede in unserem Lande!
Friede in unserer Stadt,
daß sie den gut behause,
der sie gebauet hat." - Brecht

- G. G.

starhemberg

27. August 2018 12:30

Finde ich gut, diesen Ronny Licht. Bestätigt mich ununterbrochen in meinem knallrechten Dasein, eine Art von sich ewig wiederholender Motivationsmaschine. Ich hoffe, er wird nicht dafür bezahlt. Das wäre dann unromantisch.

Andreas Walter

27. August 2018 13:30

Och, der Riss. Schnief schnief, mir kommen die Tränen.

Waren doch alle ganz friedlich, in Anbetracht dessen was passiert ist und was möglich wäre (zumindest nach dem Koran, nämlich Auge um Auge, Zahn um Zahn).

(...)

t.gygax

27. August 2018 13:39

Ronny Licht

"Unschuldige mutmaßliche Migranten." Na, das ist schon eine tolle Formulierung. Wenn ich das nächste Mal in der Stadt bin und im Bus als der letzte deutschsprechende Mensch ( Normalität in meinem Stadtteil)sitze , werde ich dann die mich umgebenden Menschen als "mutmaßliche" Ausländer kategorisieren.
PS: Orks ? " out jumped the goblins, great ugly looking goblins"..Originaltext Tolkien. Wenn ich manche der Kulturbereicherer und Goldstücke sehe- empfehle Herrn Licht einmal einen erhebenden Spaziergang am Samstagmittag in Mannheim-Neckarstadt,- da kommen mir auch Assoziationen a la Tolkien.
Aber Herr Licht, die Hacken zusammen wie ehemals in der DDR und der großen Kanzlerin zugejubelt: "Wir faffen daf"!!!
Sie wissen ja; Erich Honecker kurz vor seinem Abgang "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf"
In diesem Sinne: " und er wär /gern wie er /solch ein Revolutionär/ und von solch einer Prinzipienfestigkeit" aus einem Song von Gerhard Schöne, falls Sie überhaupt wissen, wer das war.

Die andere Seite

27. August 2018 18:24

Als gebürtige Dresdner waren wir natürlich auch zum IB-Treffen auf der Cockerwiese. Obwohl wir etwas älter als die angesprochene Zielgruppe sind. So interessieren uns die Aktionen der IB von Anfang an, und wir unterstützen diese Projekte auch. (Soweit nach der Zwangsenteignung über Lohnsteuer, mit der dann die Gegner staatlich finanziert werden, noch was übrig ist.)
Zwielichtige Gestalten oder Typen wie Herr Licht beschreibt, haben wir ausschließlich vor dem Festgelände, also außerhalb des Zaunes wahrgenommen. Den "Ungewaschenen" stand berittene Polizei gegenüber - schönes Bild.
Den Veranstaltern hätten wir noch mehr Publikum gewünscht. Hier könnte der Eintritt von 25 Euro einige Jugendliche abgehalten haben. (War erst auf dem Festgelände ersichtlich das Kostenfrei.) Wir haben das natürlich gerne und freiwillig gezahlt, aber für manche der Jugend evtl. ein Hemmnis. Hemmschwelle nach wie vor ist natürlich auch, wenn Bürgermeister und öffentliche Kultureinrichtungen zum "Singen gegen Nazis" trommeln, für mich jedesmal aufs Neue unfaßbar wie die Schlafschafe dann mitblöken.
Was mir noch aufgefallen ist, das sehr wenige Mädchen als Gäste da waren. Zum Beispiel 120Dezibel richtet sich ja an die Mädchen, wo sind die ????? I
Ich hab mir die Bücher von Martin Sellner und Mario Müller signieren lassen und das Buch "mit Linken leben" erworben ( haha besitze nun den ersehnten Käferbeutel).
Herrn Kubitschek aufs neue Sezession-Heft anzusprechen, hab ich mir nicht getraut, deshalb auf diesem Weg nochmal verschärftes Lob für die gelungene Umschlaggestaltung des aktuellen Heftes. Ich glaub, ich war nicht die Einzige, die ein bißchen gefremdelt hat. Das identitäre Pils was vorgestellt werden sollte, hätte sicher die Stimmung gelockert. (Schmeckt nämlich.) Aber die Auflagen für so eine Veranstaltung können natürlich ausgereizt werden - sollen sich ja nicht zu wohl fühlen die "Nazihipster".
Ich denk, die Jugend hat sich auch so ausgetauscht, und vorbildlich gezeigt haben sie sich allemal.

Venator

27. August 2018 18:55

Warum so zurückhaltend, Ronny? Würde da ein anderer Toter liegen, wären Sie sicher recht schnell mit einer Wertung zur Hand, an der Sie uns sicher auch teilhaben lassen würden.

Was hat eigentlich die Band Bronson, mit den Artikeln hier zum Thema Rassismus gegen Weiße zu tun? Der Zusammenhang erschließt sich irgendwie gar nicht. Dann stellt sich noch die Frage, was hat Bronson mit der IB zu tun? Wenn Sie so gut informiert wären, wie sie hier glauben machen wollen, dann wüssten sie wohl, das CPI der IB kritisch gegenüber steht? Stichwort Robinson, da sind also wohl noch ein paar afa Nachhilfestunden angesagt?

Der Gehenkte

27. August 2018 23:03

Zehn von dreizehn Kommentaren wenden sich an Herrn Licht, zwei ist er selber - keiner über den Artikel. Das nenne ich erfolgreiches Trollen und "Vorgeben der Agenda durch Provokation". Wie wäre es mit Ignorieren? Und Warten auf Inhalte oder Godot?

Ronny Licht

27. August 2018 23:36

Es ist schon beachtlich wie beim Anschwellen der zeitgeschichtlichen Effekte, zeitgleich das Niveau in der Kommentarspalte des führenden rechten Meinungsmediums in Deutschland sinkt.
Ist es denn zuviel verlangt die wichtigsten Informationen einer Tat erst abzuwarten, bevor man den Hagen Grells, Svens Liebichs, Oliver Fleschs, Tim Kellners oder Chris Ares´ des Landes auf den Leim geht? Wenn zwei Männer drei andere Männer an- und abgestochen haben, so hoffe ich, dass die Täter nach dem Gesetz eine angemessene Strafe bekommen. So einfach, @ Gustav Grambauer.
Mir ist es dabei egal, ob die Täter aus Syrien, Irak oder Sachsen kommen - beide wären vor diesem Hintergrund schlecht für das gesellschaftliche Miteinander. [1]
Interessant ist, dass es heute unter Rechten Solidarität mit einem Deutschkubaner gibt. Zu DDR-Zeiten und kurz danach, sah das etwas anders aus. Da waren die wenigen Ungarn, Kubaner, Mosambikaner, Vietnamesen und Algerier die "Fremden". Es braucht halt immer einen, der nicht dazu gehört, gell?

Ich tue mich auch schwer damit zu verstehen, warum man den Polizeibericht verachtet und die Medien pauschal verschreit aber diesen Scharfmachern, von denen einige oftmals eindeutige wirtschaftliche Absichten mit Onlinehandel und Buchverkäufen verfolgen, jedes Wort glauben mag. Unerträglich!
Auch wenn ich wohl ziemlich konträr zu den Meinungen stehe, habe ich weniger etwas gegen eine organisierte Demonstration aus Unzufriedenheit (bpws. Cottbus), als gegen Massen, die durch gezielte Falschinformation ihrer blinden Wut überlassen werden. #LeBon

@ Venator
Sie könnten sich doch mittlerweile denken, dass ich hier so gut wie keine Behauptung in den Raum stelle, ohne mich im Vorfeld mit Informationen darüber abzusichern. Die Band Bronson wird in der Kuckhoffstraße 16 von einigen Mitgliedern gefeiert. Bestes Beispiel: Die schöne Melanie. [2]
Sie war es auch die kurz vor ihrem Sendeschluss bei Instagram, die Fahne der selbsternannten Neofaschisten von Casa Pound präsentierte, als sie mit der gemeinen ZIVIIIIILGESELLSCHAFT abrechnete.[3]

@ Die andere Seite
Auch für Sie gilt: Ich denk mir diese Sachen nicht aus. Ich seh sie und gebe sie bei Bedarf wieder. [4]

@ T.Gyrax
Zugegeben, ich weiß nicht was im Vorfeld des Mittschnitts passiert ist. [5] Aber ich sehe eine Horde kräftiger Ronnys und Kevins (und "Hasis") zwei Araber/Türken/Bulgaren (?) auf eine befahrene Straße jagen. Sowas ging letztes Jahr in Berlin am Alex schief: Tot durch Überfahren. Elemtare Sätze wie "Was ist denn ihr Kannacken? Rennt ihr F*tzen! Ihr seid hier nicht willkommen!" sprechen in diesem Zusammenhang für sich.
Und zur Info: Ich lebe in Kleinzschocher. Lange ein Arbeiterviertel ohne Arbeit. Hier bin ich, einem Interludium auf der Realschule geschuldet, überwiegend mit Ronnys (wir drei in der Klasse > zum Vergleich zum Gymnasium davor und danach eine Anstieg um 200%) aufgewachsen. Aber auch mit den drei Dönerläden in unserem Haus, dem Nebenhaus und gegenüber sowie den iranischen Jungs von nebenan. Ich habe einige Jahre zusammen mit Kurden, Syrern, Kubanern, Armeniern, Irakern, Algeriern, Jordaniern und Russen bei Atlas e.V. geboxt. Wir haben uns wunderbar verstanden trotz/wegen Nasenbluten und blauen Augen.

@ starhemberg
Zugegeben: Ich bekomme von meinem "Kumpel" Martin Lichtmesz (zufrieden Genosse?) Geld dafür, dass ich auf der Tastatur den Stereotypen für Sie tanze. Vielleicht bin ich ja sogar Martin Lichtmesz himself? Ein genialer Gedankenstreich des sprachbegabten Cineasten. Eine Ausgleichsfigur zur tristesse droite, die zugleich anheizt und bestätigt. Ein légerer Advocatus Diaboli, der nur dafür da ist, Sie und den Rest hier rhetorisch zu schulen.

@John Haase
"'Hoffentlich wird das jetzt nicht von Rechts instrumentalisiert. Das wahre Opfer dieses Verbrechens ist die Vielfalt'“

Wenns denn nur so einfach wäre.
--- --- ---
[1] https://www.welt.de/politik/deutschland/article13476556/Volltrunkene-Neonazis-ermordeten-jungen-Iraker.html

[2]https://www.youtube.com/user/MademoiselleEnvie/playlists (gleich der zweite Track)

[3] https://mobile.twitter.com/M000X/status/996312991590178816/photo/1

[4] https://www.youtube.com/watch?v=uL0iIFGyYqg

[5] https://www.youtube.com/watch?v=AnlbzQ7kze0

nom de guerre

28. August 2018 00:41

@ Ronny Licht
Habe mir eben das ganze lange erste Video angesehen - was da zu sehen ist, nennen Sie doch aber nicht ernsthaft einen Mob!? Das sind normale, über das, was vorher passiert ist, bestürzte und zum Teil wütende Leute, von denen einzelne immer mal wieder etwas (z.T. unverständliches) rufen, aber es ist ganz sicher kein Mob im allgemein gebräuchlichen Wortsinn. (Falls Sie nicht wissen, wie ein tatsächlicher Mob aussieht und wie er sich verhält, googeln Sie zum Beispiel mal London riots 2011 oder Hamburg G20 Krawalle; dürfte lehrreich sein.) Beim zweiten Video sehe ich am Anfang eine gewalttätige Szene, die ich nicht einordnen kann, dafür ist sie zu kurz und zu unübersichtlich. Ein "rechter Mob" ist da jedenfalls trotzdem nicht zugange, und ich denke, das wissen Sie auch. Sie genauso wie die Mainstreammedien, die das Geschehen in Chemnitz offenbar für eine neue Kampagne "gegen rechts" instrumentalisieren möchten, statt ein einziges Mal wie normale Menschen zu reagieren und sich zu fragen, wie es sein kann, dass jemand, der mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen gewalttätigen Streit gesucht hat, auf einem Volksfest (oder in einer Arztpraxis oder an einem beliebigen anderen Ort - die Liste wird leider immer länger) erstochen wird. Gäbe es diese Reaktion und käme die Staatsmacht ihrer Aufgabe nach, müsste niemand "Wir sind das Volk" oder "Das ist unsere Stadt" rufen, das verstünde sich dann nämlich einfach von selbst.

Venator

28. August 2018 08:07

@Ronny Licht

Sie scheinen persönliche Vorlieben mit echter, gegenseitiger Unterstützung zu verwechseln? Vielleicht sollten Sie nicht soviel, national beschränkt, bei Instagram rumhängen, sondern weltoffen und gewandt mehr bei tumblr?

Gustav Grambauer

28. August 2018 09:23

Ronny Licht

"... so hoffe ich, dass die Täter nach dem Gesetz eine angemessene Strafe bekommen. So einfach ..."

Frage mich, ob es bei Ihnen Naivität oder - so wie bei der Lügenpresse durchweg - Kalkül ist, uns hier die sogenannte Demokratie als arkadisches Schäferidyll und die BRD-Justiz als Poussinsches Picknick in diesem hinzustellen.

Mann, die Anklage lautet auf Totschlag. Bei 25 Messerstichen müßte in einem Rechtsstaat die Anklage ja wohl auf Mord lauten. Da zeigt sich schon die ganze Fäulnis hinter dem possierlichen Pastoralmaskenspiel. Und Sie sollten vielleicht allmählich erkennen, daß immer weniger Leute im Osten noch bereit sind, bei Ihrer Aufführung des eskapistischen Stückes "Die BRD ist ein Rechtsstaat" als Statisten mitzuspielen. Zumal das Amphitheater aus PVC schon an allen Ecken anfängt zu brennen, und Sie wissen ja: Plastik ist hochbrennbar und Fäulnisgase sind hochexplosiv.

Falls es nicht Kalkül bei Ihnen ist, so haben Sie wohl in den letzten Jahrzehnten alle Meldungen selbst der linientreuesten Lügenpresse über Gewaltdelikte und deren Verfolgung bzw. Bestrafung an sich vorbeirauschen lassen oder niemals tiefer reflektiert, was für Sie mit dem Anspruch, mit dem Sie hier auftreten, schon aus staatsbürgerlicher Verantwortung eigentlich geboten gewesen wäre. Und hier bei SiN beklagen Sie sich über das Niveau ...

- G. G.

Ronny Licht

28. August 2018 09:46

@ Venator

Mein Fehler. Ich verwechsel manchmal die offensichtliche Bereitschaft für Zweckbündnisse, Sympathien und Zusammenarbeit "mit echter, gegenseitiger Unterstützung". Und ich werde mich bemühen in Zukunft mit Bildern untelegte Artikelabschnitte wie
"Der Saal im Hauptquartier der italienischen Casa Pound in Rom ist prall gefüllt, an der Wand hängt ein Portrait des französischen Rechtsterroristen Dominique Venner. Der „Blocco Studentesco“, die Jugendorganisation der neofaschistischen Bewegung, hat am 21. und 22. April 2017 zum Kongress „Europa – Comunita di popoli civilta“ – sinngemäß etwa „Europa, kulturelle Gemeinschaft der Völker“ – geladen."
noch differenzerter zu betrachten. Vor allem, wenn im gleichen Artikel wenig später Philip Stein und Philip Thaler als Besucher und aktive Teilnehmer der Veranstaltung bezeichnet werden und auf Abbildungen erscheinen, dann steig ich einfach aus dem überbewertetn hermeneutischen Karusell aus und setz die gleiche Brille auf, wie sie @nom de guerre bei Youtube-Videos über Chemnitz trägt.

Am Ende lerne ich auch von Ihnen.

jojo

28. August 2018 10:10

@ Ronny Licht
Sehe ich ähnlich , Herr Licht.
Aber so sehen nunmal Geister aus , die die Regierenden und moralisch Überlegenen durch Unterlassung , Schönrederei und Gesinnungsanklagen zur Durchsetzung ihres "freiheitlich-demokratischen Grundkonsens " zu bannen glauben , welche aber " nu mal da sind "..........

Lotta Vorbeck

28. August 2018 11:27

@Ronny

+ Ronny, Du kannst Dich hier noch so sehr abstrampeln: Ich befinde mich hier weder im hinteren, noch im vorderen Orient und sehe deshalb überhaupt nicht ein, warum ich "drei Dönerläden in unserem Haus", "Kurden, Syrer, Iraker, Algerier, Jordanier" oder "iranische Jungs von nebenan" um mich herum haben müßte

+ Ronny, Du darfst es gern "Unerträglich!" finden, wenn's mir beliebt, "Scharfmachern, von denen einige oftmals eindeutige wirtschaftliche Absichten mit Onlinehandel und Buchverkäufen verfolgen, jedes Wort zu glauben", ja dann wirst Du mich nicht davon abbringen, "diesen Scharfmachern, von denen einige oftmals eindeutige wirtschaftliche Absichten mit Onlinehandel und Buchverkäufen verfolgen, jedes Wort zu glauben".

+ Ronny, "die wichtigsten Informationen einer Tat erst abzuwarten" braucht tatsächlich niemand. Diese Arten von als "Taten" verbrämten, bestialischen Messermorden sind einerseits selbsterklärend und andererseits bis vor wenigen Jahren noch hierzulande völlig unüblich gewesen. Ausländische Kriminelle, die erst garnicht ins Land herein gelassen werden, können hier im Lande logischerweise auch keine "Taten" begehen, vulgo Einheimische abstechen, tottreten, vergewaltigen oder ausrauben.

Gustav Grambauer

28. August 2018 11:59

Nachtrag

"... so hoffe ich, dass die Täter nach dem Gesetz eine angemessene Strafe bekommen. So einfach ..."

Die Ansage, wir stünden vor einem fundamentalen Wandel und das Zusammenleben müsse täglich neu ausgehandelt werden, kommt ja nicht von irgendwelchen Rechten, die entnehmen wir einem Strategiepapier von Frau Özuguz. Und wir sind inzwischen längst soweit, auch die Justiz handelt nur noch nach dem Paradigma des Vulgärdarwinismus (wenn man nicht soweit gehen will zu sagen: nur noch als Terrorbande mit Terror gegen das deutsche Volk).

Bemerken Sie in obiger Ansage den expliziten Frontalangriff auf den Rechtsstaat, denn es ist dessen naturrechtlich begründeter Sinn (und damit bis heute auch die einzige Legitimation seines Bestehens), daß das Zusammenleben eben nicht täglich neu ausgehandelt werden muß. Und es handelt sich nur um einen Frontalangriff in einer ganzen Kanonade von Frontalangriffen.

Die synallagmatische Begründung der staatsbürgerlichen Loyalität haben die Besatzer in ihrem Statut mit dem Widerstandsrecht lt. Art. 20 Abs. 4 bekräftigt, und Sie können davon ausgehen, daß der Bundestag dieses längst ausradiert hätte wenn er gedurft hätte. Es gibt noch andere, noch bessere Möglichkeiten, sich dem verfaulenden, dem Volk gegenüber hochagressiven Leviathan gegenüber unseren Raum zurückzuholen, aber das würde hier zu weit führen.

- G. G.

HomoFaber

28. August 2018 12:06

@Ronny Licht

Hiermit ist alles gesagt:

https://www.danisch.de/blog/2018/08/28/die-politische-leichen-logik/

Andreas Walter

28. August 2018 12:43

Was für eine kafkaeske Diskussion und deswegen auch Situation.

Faselt etwas von gerechter(?) Strafe, als würde das dem ermordeten sein Leben wieder geben und dem 7-jährigen Sohn den Vater. Der Mann war sogar ein Mischling, halb Kubaner, für den die angeblichen "Nazis" jetzt auf die Strasse gegangen sind. Merkt Ihr nicht, wie aber alles verdreht wird, von diesem Geschmeiss der Presse und marxistischen Trollen?

@starhemberg

Geht mir genauso.

@Der Gehenkte

War auch mein erster Gedanke eben.

H. M. Richter

28. August 2018 22:33

Grambauers Analysen, ob sie nun die Welt insgesamt oder die ehemalige DDR betreffen, sind mir stets eine Freude, und so auch diesmal.

Bei der Betrachtung (ruptly tv) der gestrigen Abläufe in Chemnitz bekam ich zunehmend das Gefühl, hier 'solle' etwas geschehen, was an anderer Stelle beschlossen bzw. gedacht wurde.

Es erinnerte mich auf eigenartige Weise an den Sturm auf die Ostberliner Stasi-Zentrale in den Abendstunden des 15. Januar 1990 ...
Und an die dazugehörigen Hintergründe (Beschaffung der sog. Rosenholz-Dateien u.a.)

Heute nun las ich eine Einschätzung Wimmers, die doch sehr nachdenklich stimmt.

Es scheint letztlich um Krieg und Frieden - um alles - zu gehen.

https://www.world-economy.eu/pro-contra/details/article/world-economywann-befreit-sich-deutschland-von-dem-vasallen-syndrom/
____________________________________________

Dies ändert nichts daran, daß der Ruf "Das ist unsere Stadt!" nicht nur großartig ist und die Lage zusammenfaßt, sondern sogar Hoffnung macht, in die Geschichte einzugehen wie einst der Spruch "Wir sind das Volk!" im Herbst 1989.

Damals bekamen die Staats-Medien, die von Rowdies auf den Straßen sprachen, bekanntlich zur Antwort: "Wir sind keine Rowdies!"

Es war die Erst-Parole des Herbstes 1989, aus der alle weiteren hervorgingen ...

Vgl.:
https://www.ddr89.de/texte/appell3.html

Es würde mich nicht wundern, wenn zur Groß-Demonstration am Samstag in Chemnitz vieltausendfach gerufen würde: "Wir sind keine Nazis, wir sind keine Nazis!" ...

Es könnte eine ähnliche Wirkung haben wie damals.

Gustav

29. August 2018 10:01

Bei Augstein liest sich das so: „Sachsen ist wie das Internet. Nur in echt. Der ganze niedrige Hass, der sich im Netz Bahn bricht – in Sachsen kann man ihn auf der Straße sehen. Die Videos aus Sachsen zeigen sie ja, die dicken, stiernackigen Männer, die mit ihren Glatzen aussehen wie Pimmel mit Ohren – allerdings Pimmel mit Sonnenbrillen. Sie sind das Fleisch gewordene Rülpsen und Tölpeln, das die sozialen Medien durchflutet.“

Niedriger Hass ist streng zu unterscheiden von hohem Hass, der sich im Netz Bahn bricht, nämlich aus Augsteins Rechner via Spiegel Online. „Pimmel mit Ohren“, damit befolgt der Erbe mit Ohren die erste Regel der Propaganda: den Gegner zu dehumanisieren.

In Sachsen erweisen sich Dinge als gesellschaftliche Realität, die man aus jedem Drehbuchmanuskript als zu klischeehaft streichen würde“, schreibt Zeit Online. „Längst dient dort der illiberale Staat ungarischen Zuschnitts als Leitstern, der die kritische Öffentlichkeit bekämpft und den Mob ermächtigt. Er entsteht im Zusammenspiel zwischen wutschnaubender Basis und dem Versagen von Politik wie Exekutive. Er entsteht in Dresden wie in Chemnitz.”

Zwar klingeln alle #MeTwo-Glöckchen bei einem kollektiven Urteil über Migranten – aber über Sachsen, als Land, als Bevölkerung – darf jederzeit kollektiv geurteilt werden. Es darf praktisch alles behauptet werden, Fakten muss niemand sortieren, Ermittlungen niemand abwarten. Generalverdacht ist vielmehr erste Journalistenpflicht.
https://www.publicomag.com/2018/08/ruelpsen-und-toelpeln-wenn-journalisten-aus-dunkelland-berichten/

„Reden wir davon, welche Verbrechen an der Gesellschaft die Augstein-Presse begeht, und warum Augstein, den wir ja nicht eigentlich aufhängen, noch nicht einmal ins Gefängnis stecken, den wir ja nur in irgendeinem produktiven Beruf, beispielsweise als Herrenschneider, beschäftigt sehen möchten, warum Augstein enteignet werden muss.“
Frei nach Rudi Dutschke
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46225038.html

Hartwig aus LG8

29. August 2018 11:18

@ H.M. Richter

Ja, ich schwinge mich nicht jedes mal zum Applaus auf, wenn @G.Grambauer kommentiert, aber er sollte wissen, dass seine Beiträge zu den Highlights gehören, oder wie sagt man das auf deutsch ... Hochlicht? ... wobei ich das Wort "Licht" zur Zeit in diesen Spalten nicht übermäßig strapazieren will.

Gustav Grambauer

29. August 2018 18:37

H.M. Richter, Hartwig aus LG8

Allerbesten Dank für Ihre Lorbeeren. Bin ja ein großer Aluhut-Freund, aber diesmal sieht es mir sehr nach Eigendynamik aus, was für mich auch besonders herzberührend ist. Gebe Ihnen insofern recht: keine Eigendynamik ohne eine gewissen Schwungmasse. ("Kaotic", sicher gut vernetzt ...)

Wimmer ist schon ein Guter, er will nachträglich die Ehre Kohls und seiner Regierungen geltend machen, aber er dramatisiert auch gern.

"Wir sind keine Nazis" würde a) eine Verneinung und b) eine Position der Defensive bedeuten. Von beidem raten PR-Berater ab. Das Unterbewußtsein kennt keine Verneinung, so daß bei ihm nur ankäme: "Wir sind Nazis". Die Freudsche Fehlleistung ist nahe. Eine Definition sollte sowieso positiv sein, was zugleich immer eine Offensive bedeutete.

Haben Sie inzwischen die PK von Merkels Regierungssprecher gesehen, der en passant mit "unseren (sic!) Städten" dagegenhält und sagt, wofür in "Deutschland" (?!) "kein Platz" sei? Ja, wir dürfen uns sehr bestätigt sehen. Die sind hochnervös, weil ohne "Erlaubnis" öffentlicher Raum geltend gemacht wurde, was die Fronde als Angriff auf ihr Eigentum ansieht, das sie als Reservat für die Deutschen vorgesehen hat, und dies auch noch mit den Faktoren der Unsicherheit und Dezimierung durch Messerterror. Dies ist wohl die verkorkste rechtsphilosophische Erklärung dafür, daß friedliche Ansammlungen von bis zu 10.000 Menschen mit kleinen Zwischenfällen, die man an den Fingern einer Hand abzählen kann, als eo ipso "Ausschreitungen" und "Gewalt" bezeichnet werden. Der Ruf "Das ist unsere Stadt" sollte doch eigentlich in einer "Demokratie" ein völlig alltäglicher, harmloser und förderungswürdiger Ruf sein, siehe obige Zeilen von Brecht (welcher noch auf dem alten revolutionären Subjekt bestand, was dessen kulturmarxistische Vereinahmung / Zurechtlügung wie z. B. durch Jan Knopf aber nicht einfacher macht).

Die Deutschen dürfen sich im Reservat BRD einzeln oder - gerade noch - zu zweit zu Fuß bewegen (am besten zur Arbeit, ESt erwirtschaften), sogar Autofahren ist im Reservat gestattet (noch, schon bald nicht mehr ...),

https://www.focus.de/auto/news/automatisiertes-fahren-kommt-merkel-in-20-jahren-darf-man-nur-noch-mit-sondererlaubis-selbst-auto-fahren_id_7234707.html

aber möglichst nicht zu dritt oder in noch größerer Zahl. Merkel hat über ihren Regierungssprecher nicht zufällig gerade jetzt nach Chemnitz der DDR-Jargon "Zusammenrottung" wieder aufgenommen. Es ist abzuehen, daß er demnächst wie in der DDR als Tatbestand im StGB verankert wird. Im sogenannten Grundgesetz ist den Deutschen das "Recht" bekräftigt (dies ist, da naturrechtliche Gegebenheit, unter keinen Umständen konstituabel) "sich sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln" (Art. 8 Abs. 1). Von der deklaratorischen Norm, geschweige denn von der naturrechtlichen Gegebenheit, ist durch Aushöhlung via Art. 8 Abs. 2, VersG, PolG, Rechtsprechung und Hetzjournaille de facto nichts mehr übrig.

Es gibt noch ein Parallelphänomen durch die liberale Einseuchung, so daß wir in zweierlei Hinsicht in unserer eigenen Heimat im öffentlichen Raum nicht mehr frei sind. Jeder noch so kleine Händler zahlt bei der Stadt für das Aufstellen einer Preistafel auf dem Gehweg. Als wir geheiratet haben wollten wir vor dem Zivilstandsamt (Standesamt) wie man hier in der Schweiz sagt unseren Gästen (und der Zivilstandsbeamtin!) einen Apéro offerieren (d. h. eine kleine Champagnerfete feiern). Dazu bedurfte es einer Sondergenehmigung der Gemeinde für die "Sondernutzung des öffentlichen (?!) Raumes", die selbstverständlich eine Stange Geld gekostet hat. Dieselbe Botschaft ans Volk wie oben.

Der Gehenkte, - ja, beenden wir den Exkurs, schon aus Höflichkeit.

Grüße!

- G. G.

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