Sezession
23. Februar 2019

Die Selbsterdrosselung der „Zivilgesellschaft“

Götz Kubitschek / 32 Kommentare

Studenten der "Studienstiftung des deutschen Volkes" hatten mich für den 23. März nach Heidelberg eingeladen, Thema: "Diskurs Feindschaft".

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kaum war das gestern öffentlich, ging es der versammelten Zivilgesellschaft nur noch um eines: Diskursverhinderung. Das ist mit dem heutige Twitter-Statement der Studienstiftung geglückt. Zitat:

Personen, die außerhalb des Grundgesetzes stehen, haben in der #Studienstiftung keinen Platz. #Kubitschek einzuladen war ein Fehler, den wir bedauern.

Ich kommentiere diese Begründung vorerst nicht weiter, empfehle aber meinen Beitrag über die "Selbsterdrosselung der Zivilgesellschaft" der erneuten Lektüre, vor allem Punkt 5, der den Abschnürungsmechanismus erläutert: Es kommt alles, wie es kommen muß, wenn man in der Moralfalle steckt. Ob diese Mechanismen an mir oder an einem anderen kenntlich werden, ist Nebensache.

Dank Euch Klügeren und Weitsichtigeren unter den Gegnern für die konsternierten Mails, habe sie mit Genuß gelesen: Wer Leute wie Laurin, Quent, Liedtke uswusf. auf seiner Seite hat, schämt sich zurecht. Kopf hoch, Laptop an: nicht mein Problem, wenn Eintagsfliegen Euren Diskurs bestimmen.

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Die Selbsterdrosselung der Zivilgesellschaft

1. Im Frühherbst des vergangenen Jahres hat Sahra Wagenknecht ihre Bewegung mit dem wenig einfallsreichen Namen "Aufstehen" endgültig aus der Taufe gehoben.

Es ging ja häppchenweise vor sich, es war die Chronik einer angekündigten Woge: Wir alle würden die Geburt einer Linken erleben, die diesen Namen wieder verdiente. Dazu müßten wir alle #aufstehen. Das hat uns interessiert.

Aber: Was von der Vokabel her nach einer Ausweitung der Perspektive klingt, nach einem Ende der bequemen Sitzhaltung, ist - bei Lichte betrachtet - doch wieder kein "Aufstehen", sondern nur eine weitere Spielart einer alten brd-linken Krankheit: morbus kitahara - der sich vergrößernde Blinde Fleck.

Denn in Gesprächen mit linken, teils sehr gebildeten, stets geistig offenen Intellektuellen hören wir immer wieder dasselbe Lamento:

daß man, wenn man könnte, wie man wollte, längst mit uns spräche, um das Notwendige, den fehlenden Part ganz selbstverständlich aufzunehmen, von uns zu übernehmen, zu kapern, um »die Lücke« in der eigenen Theorie und Weltwahrnehmung auszufüllen und die offensichtlichen blinden Flecken zu beseitigen - die Nation, das Eigene, die Begrenzung, das Organische, die Differenz, die Hierarchie, die Unfertigkeit.

Als wir dann jüngst in München in die großbürgerliche Wohnung eines linken Theoretikers eingeladen waren, weil er sich mit uns in der Öffentlichkeit nicht zeigen dürfe;

als wir dort in dieser Wohnung auf und neben feinstem Jugendstil Platz nahmen und eines der klügsten Gespräche seit langem führten;

als wir auf dem chaotischen Intellektuellenschreibtisch einiges aus unserer Verlagsproduktion, daneben aber auch Böckelmann, Sarrazin, Klonovsky und Krüger liegen sahen und mitgeteilt bekamen, daß dies in den Seminaren mit den Studenten zu lesen vollkommen, wirklich vollkommen ausgeschlossen sei;

als wir dann aufbrachen und an der Tür, noch nach dem Abschied, den Satz nachgeflüstert bekamen, dieses Gespräch sei »zwar interessanter gewesen als jedes andere in diesem Jahr«, aber es habe »nie stattgefunden« -

da fragten wir: Warum eigentlich nicht?, und gaben uns die Antwort selbst: Diese Linke, dieses intellektuelle Milieu hat sich auf eine Art und Weise selbst gefesselt, eingeschnürt, verschnürt, die Schlinge ums Gehirn gelegt, daß nur noch ein Quent zur »Selbsterdrosselung« fehlt.

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2. Wenn wir über die »Selbsterdrosselung« der Linken sprechen, müssen wir an den Oktober letzten Jahres erinnern, genauer gesagt: an die Buchmesse in Frankfurt, deren Berichterstattung unser Verlag Antaios dominierte.

Über die Dramaturgie dieser Tage ist viel berichtet worden. Interessant für das Thema »Selbsterdrosselung« ist die punktgenaue Plazierung zweier Bücher aus zwei Verlagen für diese Messe sowie der Vorlauf zweier weiterer Titel, die der Auseinandersetzung erst den Weg bahnten und den dramatischen Knoten schürzten:

Ohne Rolf Peter Sieferles Finis Germania aus unserem Verlag und die Untersuchung Die Angstmacher (Aufbau) aus der Feder des linken Publizisten Thomas Wagner wäre die Aufregung nicht halb so groß und die Erwartungshaltung des verstörten Feuilletons nicht so indifferent (und damit halbgeöffnet) gewesen.

Der Sieferle-Skandal, in dessen Zentrum das schmale Finis Germania stand (Band 50 der reihe kaplaken), führte im Juni und Juli des vergangenen Jahres zur Exekution einer Literatur-Bestenliste, die der NDR und die Süddeutsche Zeitung jahrelang mit Erfolg und Binnenreputation geführt hatten. Er beschädigte weiterhin die Spiegel-Bestsellerliste, aus der Finis Germania trotz glänzender Absatzzahlen gestrichen wurde.

Im Kielwasser einer verschämten Diskussion über die Souveränität der Agierenden in diesem Ausnahmezustand kamen Thesen von Thomas Wagner zum Tragen, der als linker Publizist das getan hatte, was in unserer Republik ständig für selbstverständlich erklärt, selbstverständlich aber nie ernstgenommen wird: daß miteinander zu reden sei.

Wagner hatte Lichtmesz und Sellner, Stein und Kaiser, Kositza und mich, Eichberg und Rabehl, Böckelmann und Maschke aufgesucht und uns in langen, gut vorbereiteten Gesprächen zu Herkunft, Lesebiographie, Denkschule, Vorbildern, Drive und Skrupel, Grenze und Provokation, Prognosen, Alternativen und Kontakten befragt. Das Ergebnis war ein Buch, das uns als Gesprächspartner nicht vorführte, sondern vorstellte und uns dadurch etwas vom Nimbus des unbekannten Unberechenbaren (und damit vom unheimlich Interessanten) nahm – ein Vorgang, den wir selbst als die Entzauberung des Scheinriesens beschrieben und für völlig normal erachteten:

Man kann nicht ständig und wiederholt schockierend präsent sein – man ist irgendwann einfach präsent, und wenn dieser Normalisierungsvorgang lange genug dauert, ist diese Präsenz etwas, das niemanden mehr über die Maßen interessiert.

Erst auf dieser Grundlage des vorbildlichen Zuhörens konnte dann schließlich das Autorentrio Per Leo, Volker Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn die Schrift Mit Rechten reden (Klett-Cotta) als Buch zur Stunde plazieren – der Titel wurde zu einer der stehenden Wendungen der verrückten Frankfurter Tage.

Und wiederum unser Verlag konterte diesen Aufschlag und legte Mit Linken leben von Martin Lichtmesz und Caroline Sommerfeld vor. Das Buch kam nach einem Parforceritt tatsächlich am Tag vor der Messe gerade noch rechtzeitig aus der Druckerei.

Die Feuilletondiskussion über den richtigen Umgang mit uns als einem geradezu übermächtigen Phänomen, das keiner so recht auf der Karte hatte, lief während der Buchmesse auf dieses halb durchgerungene, halb wagemutige »mit Rechten reden« zu. Das Autorentrio selbst suchte in Person Per Leos an unserem Verlagsstand das Scheinwerferlicht, und später saßen wir im Klett-Cotta-Stand, als sei daran nichts außergewöhnlich oder anstößig. Getuschel, Handyphotos – aber es wirkte so, als sei die erste große, öffentliche Diskussion über die Frage, ob mit uns zu reden sei, tatsächlich mit unserer Beteiligung geplant, und zwar in sehr absehbarer Zeit.

Dennoch blieben die Pressetermine oberflächlich und eindimensional. Der Höllenbetrieb am Stand konnte nicht darüber hinwegtäuschen, daß nicht mit uns, sondern über uns geredet wurde, daß die Fragen vorgestanzt und plakativ gestellt wurden und an »der anderen Sicht der Dinge« im Grunde kein Interesse bestand. Festgefahren die Erzählmuster, die Attribute; omnipräsent das Pflichtgefühl des »Wehret den Anfängen«; spürbar die Suche nach einem Hebel, nach einer Möglichkeit, sich nicht mit dem beschäftigen zu müssen, was jenseits der schieren Provokation inhaltlich durch unseren Verlag vorgelegt wurde.

Das Ergebnis ist bekannt: Es kam nicht zu den gerade von uns erhofften Normalisierungsgesprächen, und zwar nicht, weil wir eine zu hohe Hürde gesetzt oder auf Bedingungen bestanden hätten, die frech oder höhnisch oder unangemessen gewesen wären.

Es kam zu diesen öffentlichen Auseinandersetzungen nicht, denn diejenigen, die solche Ideen vorantrieben, wurden von ihren eigenen »Communities«, ihren Freundeskreisen und Resonanzräumen auf eine Art beschimpft, angefeindet, entfreundet, vor das geistige Tribunal gezerrt, daß ihnen nach kurzer Abwägung von Gewinn und Verlust und einer intensiven Durchmusterung der Folterwerkzeuge die Entscheidung nicht schwerfiel: Sie legten sich ihre Fesseln wieder an.

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3. Wir sollten uns das Bewegungsprofil des überforderten, linksliberalen Feuilletons in den Monaten vor, während und nach der Messe (also: bis heute) wie das eines DDR-Flüchtlings vorstellen, der auf allen Vieren durch einen Tunnel in die Freiheit kriecht und noch in derselben Nacht denselben Weg zurück nimmt, weil er sich der Unbegrenztheit und einem Leben ohne die alten Freunde nicht gewachsen fühlt. Wir müssen das zur Kenntnis nehmen. Wir müssen das einkalkulieren.

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4. Auch der Verleger des Lit-Verlages, Wilhelm Hopf, ist zurückgekrochen, oder sollten wir besser sagen: ist zurückgeholt worden? Jedenfalls hat er im April seine Unterschrift unter die »Erklärung 2018« zurückgezogen, die im März dieses Jahres für Furore sorgte, obwohl sie nur aus zwei recht banalen Sätzen bestand:

Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.

Aber es sammelte sich eben doch hinter diesen Sätzen das, was man  - sehr vorsichtig - zum bürgerlichen »Gegenmilieu von rechts« rechnen könnte.

Natürlich mußte Hopf für die Öffentlichkeit nach seinem Rückzieher behaupten, er sei im April klüger als im März gewesen und habe zu spät erkannt, daß er mit den falschen Leuten im selben Boot sitze. Aber diese Erklärung ist ähnlich viel wert wie die beruhigende Telefonauskunft einer Geisel über ihre Lage, die während des Gesprächs in die Mündung einer Pistole blickt. Im Falle Hopfs war es seine Homezone aus Autoren, Lektoren und Kunden, die ihm die Pistole auf die Brust setzte.

Wir müssen uns diesen Vorgang als zugleich verzweifelten und alternativlosen Stabilisierungsversuch vorstellen. Die Panik vor abweichenden Meinungen, Stellungnahmen, Diskussionsbeiträgen, Wahlentscheidungen und Gesprächsangeboten ist unter den Linken und ihren bevorzugten Berufsgruppen mittlerweile so groß, daß sie sich vor alledem abzuschotten versuchen wie vor einem Infektionsherd. Man glaubt dort wirklich an die Notwendigkeit der Disziplinierung von Abtrünnigen und hofft auf die stabilisierende, erzieherische Wirkung solcher Vorgänge.

Wird jemand wie der Verleger Hopf zurückgepfiffen, ist das ein Hexenprozeß auf zivilgesellschaftlicher Ebene: Das Ergebnis der peinlichen Befragung steht fest, bevor die erste Frage gestellt wird. Die richtigen Antworten sind Phrasen, die jeder ohne nachzudenken wiederholen kann, wenn er in Ruhe gelassen und bis auf weiteres zu den Dazugehörigen gerechnet werden will.

Woran ließ sich Hopf ketten? An den nicht hinterfragbaren Verhaltenskodex seines sozialen Umfelds. Der Soziologe Arnold Gehlen hätte dies als Entlastungsfunktion mittels institutionalisiertem Antworten beschrieben: Überraschungslosigkeit sorgt für Stabilität. Der gefesselte Mensch ist der verfügbare, der erdrosselte ist still.

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5. Bis es soweit kommt, müssen Stufen der Einschnürung erklommen werden, die der Betroffene selbst allerdings (und leider!) für notwendige Maßnahmen hält. Wir wollen diesen Vorgang »moralische Selbstoptimierung« nennen, oder noch etwas vorbewußter: »moralische Selbstverzauberung«, und rufen in Erinnerung, daß dies nur andere, schönere Begriffe für die konstatierte intellektuelle Selbsterdrosselung sind. Die Luft wird schrittweise knapper:

  • Zunächst wird »die andere Meinung« nicht mehr sachlich, sondern entlang der Kategorien »gut« und »böse« bewertet, wobei »gut« der linken, »böse« der rechten Seite des Meinungsspektrums zugewiesen ist. Wer jetzt noch sprechen will, spricht nicht mehr mit dem Anderen, sondern mit dem bösen Anderen, kurzum: mit jemandem, mit dem man besser gar nicht spricht.
  • Rechtfertigen muß sich ab sofort, wer dennoch den Dialog sucht. Rechtfertigen muß sich aber auch, wer diese Kategorisierung grundsätzlich in Frage stellt.
  • Und rechtfertigen muß sich recht bald auch jener, der Verständnis dafür hat, daß es Leute gibt, die noch immer mit dem bösen Anderen in den Dialog treten möchten.
  • Daß auch diejenigen Schuld an der Aufweichung der moralischen Front tragen, die den Dialogbesessenen aus den eigenen Reihen nicht denunzieren, nicht verstoßen, nicht bloßstellen und nicht ächten wollen, ist von diesem Punkt aus die konsequente Steigerung.
  • Denn selbst eine Nicht-Beteiligung an der wilden Jagd auf diejenigen, die eine Auseinandersetzungssperre für falsch halten, gilt mittlerweile als brennendes »Ja« zum Dialog, zum Feind selbst, und »den Feind zu lesen« ist aus der Sicht der moralisch Selbstverzauberten zweifellos eine Einstiegsdroge, von der aus ohne Entzugskur und Selbstkritik eine alternativlose Bahn zur verheerenden Wahlentscheidung führt.

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6. Wir haben uns in Cottbus einen Vortrag angehört. Die Philosophin Angelika Seewald sprach in der »Mühle« über das Thema »Warum wir demonstrieren«. Eingeladen hatte das Bündnis »Zukunft Heimat«, das seit zwei Jahren Demonstrationen für einen Politikwechsel organisiert und Tausende Bürger auf die Straße bringt. Seit Ende Juni hat dieses Bündnis nun ein Ladenlokal direkt hinter dem Altmarkt in Cottbus – die »Mühle« eben. Mit Christoph Bernd ist da jemand an der Arbeit, der die Struktur, das Netzwerk und die inhaltliche Grundierung in Südbrandenburg schrittweise, klug und authentisch ausbaut.

Die Antifa war auch schon da, man erkennt den Treffpunkt an der gesprenkelten Fassade.

Angelika Seewald korrigierte in ihrem Vortrag die Erwartungshaltung: Keine Regierung werde durch Demonstrationen gestürzt, der Sinn liege ein paar Stufen darunter: sich sammeln, einander kennenlernen, sich vernetzen, eine Gegenstimme laut werden lassen, ganz persönlich Mut fassen und der Tatenlosigkeit entkommen.

»Wir demonstrieren nicht zuletzt für uns selbst!« Das klingt so banal und ist doch fürs Ich in unserer Zeit ein revolutionärer Schritt, den eine Zuhörerin geradezu dramatisch faßte: »Es war, als hätte ich die Wasseroberfläche erreicht und könnte endlich wieder Luft holen.«

So ist es. Dies ist unsere Freiheit. Und einstweilen erdrosselt sich die Linke selbst.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


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Kommentare (32)

Nemo Obligatur
23. Februar 2019 16:19

Irgendwie auch tröstlich: Solange die Antifa Ihre Auftritte an Universitäten und sonstigen Zentren progressiven Lebens verhindert, sind Sie auf einem geraden Weg, Herr Kubitschek. Sorgen sollten Sie sich machen, wenn das nicht mehr der Fall wäre.

Franz Bettinger
23. Februar 2019 16:19

Stefan Laurin (von den Salonkolumnisten) will also nicht an einer Podiums-Diskussion teilnehmen, an der auch Götz Kubitschek teilnimmt. Er grenzt den fehlenden (in diesem Fall rechten) Part aus. Er ist also nicht satisfaktionsfähig und damit für mich gestorben. Sorry, dass ich den Mann (den ich gestern nur extrem oberflächlich per Internet abgeschuppert hatte) in einem anderen Strang falsch (nämlich ehrbar) eingeschätzt habe. Kann passieren.

Franz Bettinger
23. Februar 2019 17:16

"Sie legten sich ihre Fesseln wieder an," schreibt GK über die Linken, die ihn erst haben und mit ihm reden wollten und dann doch nicht. Sich selbst fesseln? Ist es nicht eher so, dass die Salon-Kommunisten wie auch Laurins "Salon-Kolumnisten", da sie ihre Schwäche erkennen, feige vor der Entscheidungs-Schlacht zurückweichen? Für mich ist das offensichtlich. - Wie bitte, diese Studenten laden zu einem "Diskurs Feindschaft" ein, ohne die relevanten 'Feinde' mit einzuladen? Das ist wie wenn Sitting Bull die Friedenspfeife nur mit einem toten Custer rauchen möchte. Lächerlich! Die Erklärung für ein solch ehr- und geschmackloses Verhalten ist eigentlich ganz einfach, dazu braucht es keiner Psychoanalyse: All diese Typen hängen am Portemonnaie des Tiefen Staates, und der droht ganz unverblümt, jedem den Geldhahn zuzudrehen, der nicht spurt. Daher halte ich GK's Flüchtlings-Tunnel-Motiv (die Angst der Linken vor der Freiheit des Denkens und vor den sich daraus ergebenden Konsequenzen) für viel zu sehr entgegenkommend. Nee, diese Typen sind viel profaner gestrickt. Besser passt das Bild von der Geiselhaft - z.B. eines Wilhelm Hopf. Verdammt noch mal, wie blöd diese Linken sind! Wenn es einen leibhaftigen Luzifer gäbe, so wollte ich doch mit ihm sprechen und ihn endlich fragen, warum, WARUM er von Gott abgefallen ist. Pah, heimlich unter der Decke Feindsender hören, aber mit dem Feind nicht vis-à-vis sprechen zu wollen, wenn er sich anbietet - was für hoffnungslose, erbärmliche Armleuchter!

Zooey
23. Februar 2019 19:10

Wieder eine Chance verpasst. Wegen solchen Verhaltens ist die Linke für mich gestorben. Laurin kann sich ja gleich "Ich bin feige" auf die Stirn tätowieren.

MartinHimstedt
23. Februar 2019 19:22

Den Absage-Brief eines angedachten Teilnehmers, dessen Namen ich bereits vergessen habe, überflog ich lediglich, nachdem dort nur das Übliche stand: Auch wenn ich es immer wieder bemerkenswert finde, wie weit der Verlust an Realität bei manchen Menschen fortgeschritten ist.

Auf Twitter musste ich dann laut lachen. Ein besonders eifriger Schreiberling brachte nicht nur die üblichen Geschichten aus dem Paulanergarten („von einer Gruppe Neo-Nazis überfallen“), sondern auch folgendes: „(…) Personen der radikalen Rechten einzuladen, in deren Weltbild viele Stipendiat*innen keine Existenz-Berechtigung haben (…).“ Nun, ich kenne zufällig eine Stipendiatin der "Studienstiftung des deutschen Volkes" [sic]. Diese ist der Ansicht, dass das deutsche Volk überhaupt nicht existiert und ist mit ihrer Ansicht in den heiligen Hallen offensichtlich nicht alleine. Kann ich mich jetzt bei einer Diskussion dort überhaupt noch sicher fühlen?

Und inwiefern stehen derartige Ansichten von Stipendiaten noch auf dem Boden des Grundgesetzes (vgl. Präambel; Art. 56, Art. 146 GG) beziehungsweise Volk (vgl. Art. 20 Abs. 2 Satz 1)? Ist der Verfassungsschutz schon aktiv?

Dieter Rose
23. Februar 2019 20:43

"außerhalb des Grundgesetzes"?
wo sind da Beweise, Belege?

Ging der Vorwurf schon an die Regierung?

Gustav Grambauer
23. Februar 2019 21:50

Es ist schon mal gut, die angebliche Zivilgesellschaft als solche bei ihrer Ehre zu packen. Darüber hinaus würde ich bei keiner Gelegenheit versäumen, dem Typus des hier in Rede stehenden Citoyen noch Folgendes zu sagen:

Eure Inanspruchnahme des Anscheins von Zivilität ist eine Lüge. Ihr seid ein Kampforden und als solcher habt ihr euch spätestens mit dem Abfeiern eurer LGBT-Pride-Paraden (sic!) auch öffentlich zu erkennen gegeben. Neben diesen kunterbunten Formen ändert an eurem militärischen Selbstverständnis weder euer - zugegeben für einen einheitlichen Kampforden ungewöhnliches - Motto "Unity in Diversity" ergo "Getrennt marschieren - vereint schlagen" etwas, noch eure Vorliebe dafür, euch im Anschein möglichst "breiter Bündnisse" zu suhlen, ebensowenig euer - jetzt allmählich wieder rückgängig gemachter - Durchgriff auf einstige Bastionen z. B. des Konservatismus. Der peniblen Pflege des Egregors eures Kampfordens in Transformation der Mentalität des Kalten Krieges, soweit wir von Deutschland sprechen damals entlang von Weser, Rhein und Neckar, gilt euer durchaus bemerkenswerter Eifer und eure einzige Loyalität.

Auch wenn es bei euch von Neurotikern wimmelt: "neurotischer politischer Waschzwang" - pillepalle. Es ist in Wahrheit euer Anspruch der Pflege eures magisch-militärischen Formationsbewußtseins, der eurem Verkehr mit uns entgegensteht, etwas böser ausgedrückt euer schnöder Korpsgeist. Dieser Korpsgeist ist unvergleichbar stärker als eure Individualität, die, wie wir von Habermas wissen, in reziprokem Verhältnis zu eurem Individualismus steht, dessen Ausdruck ja eure pralle Buntheit gerade ist.

Euer Egregor ist inzwischen hochfragil. Nahezu jede Berührung mit uns wird ihn im Kleinen kollabieren lassen, auch im Großen schwächt sie ihn zunehmend empfindlich.

Aber auch ohne uns bricht sie jetzt zusammen, so wie die Immunität desjenigen der Nationalen Front der DDR 1989. D. h. eure Quarantänemaßnahmen sind aus eurer Hilflosigkeit heraus verständlich, werden ihn und euch aber nicht stabilisieren, im Gegenteil. (Privat werden sie keinem von euch dienlich sein.)

Ihr sitzt schön in der Falle drin, und umso mehr, wenn wir euch Politniks die Kreide der angeblichen Zivilität, Offenheit, Diskursivität und Toleranz von eurer frechen Zunge reiben.

- G. G.

RMH
23. Februar 2019 22:19

Aus der Perspektive der Zustände des Jahres 2019 war die zunächst ausgesprochene Einladung die größere Überraschung als die prompt folgende Ausladung; die überrascht nun überhaupt nicht mehr.

ede
23. Februar 2019 23:21

Die Revolution ist ein Mädchen.

Simplicius Teutsch
23. Februar 2019 23:49

Sehr geehrter Herr Kubitschek, es kommt weniger als selten vor, aber in diesem Fall möchte ich Ihrer speziellen Begriffswahl für die Benennung der Lage ausnahmsweise nicht zustimmen.

Ich sehe nicht, wenn ich mich täglich umschaue und umhöre in der Öffentlichkeit, dass die „Zivilgesellschaft“ sich selbst erdrosselt. Im Gegenteil, sie befreit sich von Ketzern, die ihr an die Kehle wollen, sie bläht sich mit prall gefüllten Lungen immer weiter zum aggressiven, alles dominierenden Monster auf, sie walkt und wälzt sich mit starren, großen Scheuklappen auf der Zeitleiste vorwärts, trampelt und brennt rücksichtslos und völlig unsentimental alles nieder, was an Traditionsbeständen in Reichweite bzw. unter ihre Füße kommt, baut riesige Löschzentren für die Entsorgung falscher Meinungen, ackert tiefe Furchen in die Gesellschaft und wirft die neue Saat für die Züchtung des neuen Menschen aus. Und die Saat wird Früchte tragen. Aber welche?

Und ja, wer geistig-ideologisch allzu aufmüpfig oder anspruchsvoll ist, wer die vorgeschriebenen Scheuklappen abnehmen und vielleicht ausscheren will aus dem zivilgesellschaftlichen Konformismus, aus dem „Kampf gegen rechts“, wer gar eine Alternative zum Finis Germaniae laut denken und propagieren will, den greift sich das niederträchtige, verlogene Monster mit seinen sozialen und staatlichen Fangarmen und drosselt ihm die Luft zum freien Atmen ab. Und das Monster lebt und bläht sich auf. Alle Macht geht vom Monster aus.

Aber der Gipfel der unverschämten Verlogenheit aus einer dominanten, autoritären Machtposition heraus sind dann kalte Monster-Urteile zum Zwecke der Hinrichtung eines Ketzers auf dem sozialen Scheiterhaufen, mit einer geradezu bodenlos niederträchtigen Begründung („die außerhalb des Grundgesetzes stehen“), wie in dem Urteil über Götz Kubitschek; das Urteil selbst ist schon die Hinrichtung:

„Personen, die außerhalb des Grundgesetzes stehen, haben in der #Studienstiftung keinen Platz. #Kubitschek einzuladen war ein Fehler, den wir bedauern.“

Laurenz
24. Februar 2019 08:15

Was erwarten der Autor von der indoktrinierten Linken? Daß diese Ihre Lebenslüge eingestehen? Wir sind die Reaktion, Teufel, Satan, Klimawandelleugner, Häretiker, Rechts-Abweichler, Kulaken, Nazis, Bourgeoisie, Heiden etcetc. und wir werden als solche gebraucht. Denn ohne Feindbild ist die Linke ein nichts. Der ganze Planet hat den Niedergang der besten Sozialisten/Kommunisten der Welt, die deutschen Kommunisten, erlebt. Was sollte es da noch zu bereden geben? Daß der Niedergang in erster Linie das gemeine Volk betraf, hat den Staatsrat nie wirklich interessiert. Nicht umsonst, sondern aus Erfahrung riecht der gemeine Ex-DDR 1.0 Bürger aus den Neuen Ländern, wie auf breiter Front die EUdSSR, eine DDR 2.0 im Großformat eingeführt werden soll. Und da dort nicht die Deutschen das Sagen haben, ist die europäisch totalitäre Perspektive auf die Zukunft schlimmer als die Vergangenheit der DDR.

Lieber verläßt sich der Linke auf Trotzki, der dafür sorgen wollte, daß der Planet nicht dazu kommt, über die gute, aber menschenfeindliche Bekehrung von oben, nachzudenken, oder gar die Unmöglichkeit der sozialen und ethnischen Gleichheitsideologie wahrzunehmen. 

In den 90ern bis in die 00er hinein, glaubte man noch in der deutschen Nomenklatura, daß Rechte auf ihren Rittergütern und Bauernhöfen nachts in die Wehrmachtsuniform steigen -, und mit dem Königstiger aus der Scheune fahren würden und schickte entsprechende "unauffällige" Beobachtungs-Vans und des-Angelns-nicht-mächtige Angler zur Beobachtung aufs Land. Und wenn man mal die Chance auf einen Zugriff sah, verhaftete man doch meist die eigenen V-Leute. Auf dieser primitiven Sicht beruht auch jedes Symbol-Verbot, man hoffte lange, der imaginäre rechte Feind sei blöd, gern zeichnet man noch immer dieses Bild. Selbst aktuell holt man im öffentlich-rechtlichen TV die Klamotten von vor 20 Jahren aus der Kiste, in der Hoffnung, die Übeltäter, welche damals den deutschen, vormals römischen Gruß, vor allem in den Neuen Ländern, zeigten, seien alle tot. Reden mit Rechten bedeutete historisch immer die Bekehrung eines Debilen, oder eine alkoholsüchtige Glatze im Nazi-Ausstiegsprogramm, wieder sinnlose Jobs auf Steuerzahlers Kosten für nichtsnutzige Sozialarbeiter aus der Antifa. 

Die sachliche Auseinandersetzung, also das Reden mit Rechten, ist in einer Debatte für Linke nicht möglich. Das würde die eigene linke Position augenblicklich ad absurdum führen. Ist man zur Debatte mit Rechten "gezwungen", wird der Rechte "demoralisiert", eine andere Möglichkeit, außer Diffamierung, existiert ja auch nicht.

Unser größter Feind war immer das Bedürfnis der globalen Masse nach Glauben und der damit verbundenen Unterwerfung. Das einzige Mittel der Bolschewisten war schon immer die Ausgrenzung (wie man Ihrem Artikel entnehmen kann, auch die Ausgrenzung der eigenen Leute, die nicht auf Linie marschieren), das Pochen auf Alleinstellung einer erlogenen "Wahrheit". Das Ziel jedes bewußten einzelnen Linken ist doch immer noch der Posten eines Gulag-Chefs auf Aruba, um dort über die Masse der Beglückten zu herrschen. Kein Linker, der denkt, sieht seine Zukunft bei der Müllabfuhr, deswegen gibt es bei der ja auch noch keine Frauen-Quote. 

Ganz egal, was man von Orban, Putin, Kaczynski oder Jinping persönlich halten mag. Was sie mit den Nationalsozialisten verbindet, ist, daß sie von diesen gelernt haben, welche ihrerseits die politische Agitation und  die Strukturierung eines autoritären Staates von der Linken lernten. Goebbels war selbst Sozialist. Und die wichtigste Lektion ist, daß es niemals einen sachlichen Disput mit der Linken geben wird, selbst dann nicht, wenn man ihn anbietet.

Es bleibt nichts zu tun, als die Macht zu erringen, linke Protagonisten an den Schlüsselstellungen der Gesellschaft gegen Patrioten auszutauschen. Berufsverbote sind nicht mehr zeitgemäß. Nicht-tarifärer Druck ist viel effizienter und weniger werbe-wirksam für den Gegner. Wer verliert schon gerne seinen Job, nur weil er bei der AfD ist? Und wer will schon, daß ein solcher Fall publik wird?

Der Unterschied zu historischen Gegebenheiten, den Mob betreffend, ist das Netz. Der bei den Linken übliche körperliche und geistige Mißbrauch, bzw. Schändung von Kindern, um früh-kindlich zu prägen, kommt beim gemeinen Volk ganz schlecht an, ein Erbe des preußischen Generalsstabs und der Märchenerzähler der deutschen Romantik. Es gleicht einem "inneren Reichsparteitag", wie sich, der früher Päderastie befürwortende, Volker Beck unter den verbalen Schlägen von Erika Steinbach in einer Ihrer letzten Bundestagsreden windet, es reichte dafür aus, daß Beck, u.a. wegen des Mitführens von Panzerschokolade, von der Grünen Liste flog. Aber es hat noch nicht gereicht, einem Daniel Cohn-Bendit die katholische Ehrendoktorwürde abzuerkennen. Immerhin hat er Einreiseverbot in der Russischen Föderation. 

Wenn ein Verlag größer als Bertelsmann sein wird, haben Sie den Totalitären den größten Schlag versetzt. Das ist ein Ziel, oder?

Caroline Sommerfeld
24. Februar 2019 11:10

Die "Studienstiftung des Deutschen Volkes" hat noch daran zu knabbern, daß sie in den 70er Jahren die crème de la crème der damaligen Neuen Linken gefördert hat (auch meinen werten Gatten). Ulrike Meinhof war Studienstiftlerin, prominentestes Beispiel.
Sie haben versucht, diesen Teil der Stiftungsgeschichte dezent zu beschweigen und die vielen späteren Professoren, die in den 60ern zweifellos hochbegabte Studenten waren, einfach nie zu Vertrauensdozenten und Akademieleitern gemacht und dachten, damit hat's ein End', Vergangenheit bewältigt.
Jetzt fällt ihnen durch die Kubitschekausladung womöglich die Beschweigerei auf die Füße, denn anhand dieser Causa sollte doch zumindest eine nette kleine interne Diskussion, angestupst durch die häßliche große in den Sozialen Medien, beginnen.
Ich werde ihnen jedenfalls, Studienstiftungs-Alumna die ich bin, schreiben, daß sie mit dieser Selbsterdrosselung genau das verraten, wozu sie seit Anbeginn im Gegenentwurf zu den zahlreichen Parteienstiftungen da sind und da sein sollen: Begabte zu fördern unabhängig von deren politischer Ausrichtung.

heinrichbrueck
24. Februar 2019 11:50

Aus der Hypnose aufwachen? Dann verlöre der Demokrat seine nichtvorhandene Wichtigkeit. Die miesen Kröten werden geschluckt, dafür sorgt schon der demokratische Hochmut. (Hochmut? Ich darf wählen! Meine wichtige Intelligenz entscheidet über die Zukunft des ganzen Volkes!) Die usa (point of no return) sind ein sichtbareres Beispiel. Der mächtigste Mann der Welt liest vom Teleprompter ab, aber Hauptsache er ist nicht weiß. Die Demokraten stellen einen Hirnschaden als Kandidatin auf, endlich eine Frau. Die Republikaner gewinnen wie vorgesehen, mit einem Schweinepriester als Kandidaten, aber immerhin spricht er Dinge aus, deren Inhalt schon lange nicht mehr gehört wurde. Die Verdurstenden trinken es wie reines Quellwasser, auch wenn es Meerwasser ist. Hauptsache der Präsident sagt es, also wählen wir ihn. Und die Ablenkungsindustrie, Media, hält die ganze Show am Laufen.
In welche Gedankenwelten man Demokraten hineinmanipulieren, wie sehr sie auch gedemütigt weden, wie groß die Wählerverhöhnung seitens der Regierenden auch wahrgenommen werden kann, sie bleiben Demokraten.
An der Börse könnte man Demokraten handeln. Es wäre leicht, schließlich ginge der Kurs immer nach unten. Eine Aktie mit nur einer Richtung, eine sichere Spekulation. Und weil dieser Handel nicht ganz koscher wäre, manche würden ihn unmoralisch nennen, könnte man ihnen eine Abwrackprämie, eine Art Steuerentlastung, zukommen lassen. Und wenn dann die Autisten noch das Klima retten, die schulschwänzenden Autisten, wer weiß, vielleicht erholte sich auch die Demokratieaktie.
Der Witz an der ganzen Chose, die Vorfahren der Demokraten kämpften, aber wofür, wogegen die Nachfahren jetzt kämpfen?
Steht dieser Kommentar noch auf dem Boden des Grundgesetzes? Das hoffe ich doch!

Niekisch
24. Februar 2019 12:06

@ MartinHimstedt & Dieter Rose 23.2. 19:22 u. 20:43:

Bitte ganz ruhig bleiben: selbst solche abstrusen Ansichten verstoßen weder gegen das Grundgesetz noch gegen strafrechtliche Normen. Im politischen Meinungskampf sind noch schärfere Messer erlaubt.

Dieter Rose
24. Februar 2019 12:42

@Niekisch

ganz in Ruhe gesagt:
der Vorwurf an Kubitschek,
er stehe außerhalb des Grundgesetzes,
ist schon massiv. und der sollte bewiesen werden.
und er könnte schon strafrechtlich relevant sein.

Eine Klarstellung durch ruhrbarone.de und Studienstiftung
ist nicht zu erwarten.

Das hehre Motto "friedlicher Wettstreit der Meinungen"
war einmal und gilt nicht für die,
die heutzutage meinen, die Meinungsfüherschaft zu haben

RMH
24. Februar 2019 13:10

@
Laurenz,
bislang wohl mit das Beste, was ich von Ihnen gelesen habe (was nicht heißt, dass ich jeden einzelnen Punkt teilen würde).

Aber vergessen wir alle nicht: Die Unwahrscheinlichkeit, dass auf eine Einladung auch eine Teilnahme an einer solchen Veranstaltung folgt, ist Herrn Kubitschek sicher bestens bekannt. In dem er immer wieder zusagt, die Gesprächskanäle demonstrativ offen hält und den Diskurs gerade eben nicht ablehnt, erreicht er eigentlich mehr, als wenn er dann einmal doch einen solchen "eingerahmten" und eingehegten Vortrag halten dürfte. Es wird hier ja wohl eine Einladung zu einem Vortrag gewesen sein und nicht zu einer jener so beliebten Vorführ-Podiumsdiskussionen, oder?

Die Linke bzw. die derzeit herrschende Klasse pflegt eben zumeist die Rechnung zu kurzfristig und ohne den Wirt zu machen.

Wahrheitssucher
24. Februar 2019 13:48

@ Laurenz

„Unser größter Feind war immer das Bedürfnis der globalen Masse nach Glauben und der damit verbundenen Unterwerfung.“

Ein wirklich guter Satz...!

Laurenz
24. Februar 2019 13:49

@Caroline Sommerfeld ....Frauke Petry hatte doch auch so ein Stipendium und mit magna cum laude promoviert. Aber, wie bei Ulrike Meinhof, nutzt das alles nichts, wenn die Hormone in die Quere kommen. Das kann dann doch von der Nutzung eines ausgezeichneten Hirns ablenken. Wenn ich versuche, mich da hinein zu versetzen, frage ich mich des öfteren, wie man als Wissenschaftler, was viele irgendwie tun, mit der archaischen Religion klar kommt? Auch Ulrike Meinhof würde ich persönlich zwar als intellektuelle Wissende bezeichnen, aber in ihren Handlungen wurde sie wohl mehr durch "Glauben" bewegt. Ist hier nicht der Hund begraben?

Zooey
24. Februar 2019 13:57

@simplicius
Das kann man durchaus "Selbsterdrosselung" nennen. Sie vergleichen es mit Scheuklappen und - ganz richtig - mit Ketzerverfolgung. Ist damit nicht etwas Ähnliches gemeint? Kubitschek wird pars pro toto exkommuniziert. Intellektuell, kognitiv schottet sich die "Zivilgesellschaft" ab; sie büsst damit ihre Lernfähigkeit ein. Das wird sich rächen.

Zooey
24. Februar 2019 14:16

Ein allgemeines Phänomen scheint mir dieses Einknicken, sobald etwas Gegenwind auftritt. Diese mangelnde Widerstandsfähigkeit. Beobachte ich an mir selber. Wie hat da das Erziehungssystem versagt?

Zugleich: Die einladenden Studenten, wenn sie - was ich nicht annehme - völlig naiv sind, werden sich doch bereits im Vorfeld Gedanken gemacht haben, was passiert, wenn sie eine Reizfigur wie Kubitschek einladen; sie hätten mit den üblichen empörten Reaktionen rechnen und sich wappnen können/ müssen.

Da sie in Windeseile eingeknickt sind, frage ich mich ernsthaft, ob das nicht alles "marketingmässig" inszeniert ist, um dieser Veranstaltung zu Aufmerksamkeit zu verhelfen. Ohne die Einladung Kubitscheks hätte die Veranstaltung doch gar kein mediales Echo, keine Katze hinter dem Ofen hervorgelockt!

LotNemez
24. Februar 2019 16:30

Zitat @ Franz Bettinger
" "Sie legten sich ihre Fesseln wieder an," schreibt GK über die Linken, die ihn erst haben und mit ihm reden wollten und dann doch nicht. Sich selbst fesseln? Ist es nicht eher so, dass die Salon-Kommunisten wie auch Laurins "Salon-Kolumnisten", da sie ihre Schwäche erkennen, feige vor der Entscheidungs-Schlacht zurückweichen?"

Sich die Fesseln wieder anlegen - das vermag zunächst nicht zu imponieren. Und doch steht davor die Leistung, sich schon einmal befreit zu haben, schon einmal einen Vorstoß gewagt zu haben, an der Wasseroberfläche nach Luft geschnappt zu haben.

Was gilt uns denn als Feigheit?
Ist es Feigheit, eine gut bezahlte und/oder sozial etablierte Position zu riskieren, um in Gesprächsangebot zu machen?
Ist es Feigheit, Unpopuläres zu wagen, um die verhärteten Fronten aufzubrechen?
Ist es Feigheit, erschrocken zurückzuweichen, nicht vor Verzweiflung über die Fremdheit der Anderen, sondern vor der Bestialität der Eigenen?

Und was ist uns Mut?

Landet der Mutige am Ende immer im rechten Lager?
Oder behauptet der Mutige seine Meinung gegen den Gegner im fremden wie im eigenen Lager?
Riskiert er nicht viel mehr, als der bisher geheime Rechte, der sich endlich traut Gesicht zu zeigen, und damit wohl einiges verliert, aber doch immerhin den Anschluss an eine politische Heimat (die Guten, die Wahren, die Schönen) gewinnt?
Riskiert der wahrhaft Mutige nicht ungleich mehr, weil er Gefahr läuft, sich einsam zwischen allen Fronten wiederzufinden?

Verlangen Sie Heldentum? Es kann nicht jeder ein Held sein. Sonst gäbe es keine Helden.

Diese forschen Zweifler ringen viel mehr mit sich und der Welt als diejenigen, die schon immer wussten, dass sie die Guten sind und die schon immer die Kraft in sich spürten, es herauszurufen. Die Zweifler verdienen es nicht, von den Einen getadelt und von den Anderen verhönt zu werden.

Sie verdienen Respekt. Meinen haben sie.

nom de guerre
24. Februar 2019 16:39

@ RMHs Kommentar kann ich nur uneingeschränkt zustimmen - überraschend ist nicht die Ausladung (auch nicht ihre Begründung), sondern dass es diese Einladung überhaupt gegeben hat.

Off Topic zu dem Wettbewerb über die Reichsidee im 21. Jahrhundert, auf dessen Ergebnis ich mit Spannung warte, ein lesenswerter Text von Parviz Amoghli, der auf Philosophia Perennis den Gedanken eines auf dem Christentum basierenden Imperium Europaeum in den Raum stellt:
https://philosophia-perennis.com/2019/02/24/imperium-europaeum-ohne-christentum-ist-europa-nicht-vorstellbar-und-umgekehrt/

Franz Bettinger
24. Februar 2019 22:53

Das Ganze erinnert an eine Szene in der Late Night Show 1992, in der Thomas Gottschalk den Vorsitzenden der Republikaner zu Gast hatte. Franz Schönhuber beantwortete alle Fragen des Moderators so überzeugend, dass es den Linken Angst und Bange wurde. Es blieb diesen Schwächlingen nichts anderes übrig, als Gottschalk massiv anzugreifen und ihm vorzuwerfen, er würde die Rechten salonfähig machen und ihnen eine Bühne geben. Der Moderator entschuldigte sich, in der Sache "zu naiv" gewesen zu sein. Ich hingegen fand Gottschalk damals gut und mutig und sowohl die Sendung als auch die Skandalisierung sehr aufschlussreich.

Kaiza
24. Februar 2019 23:20

@LotNemez

"Ist es Feigheit, erschrocken zurückzuweichen, nicht vor Verzweiflung über die Fremdheit der Anderen, sondern vor der Bestialität der Eigenen?"

Die Angst vor der eigenen Courage. Ich bitte Sie... jetzt wird es langsam lächerlich.
Wir sind doch alle inkognito unterwegs. Als ob wir (K&K & Co. ausgenommen) uns trauen würden mal wirklich gegen Mainstream-Entscheidungen anzustinken. Weder beruflich noch privat schaffen das die meisten von uns. Ich verurteile nicht - habe ich doch selber viel zu verlieren. Aber das ich den Feind vor meinem Vernichtungswillen schützen will, das erinnert mich doch sehr an: " Halt mich zurück, Junge" Einfach mal auf Youtube ansehen ;)

Und weiter:
"Riskiert er nicht viel mehr, als der bisher geheime Rechte, der sich endlich traut Gesicht zu zeigen, und damit wohl einiges verliert, aber doch immerhin den Anschluss an eine politische Heimat (die Guten, die Wahren, die Schönen) gewinnt?"

Ja klar. Sich öffentlich zu positionieren, mit als rechtem Gedankengut erkennbaren Äußerungen soll einem eine neue politische Heimat schenken? Wovon träumen Sie nachts?

Also manchmal Frage ich mich wirklich wie der Alltag von Menschen wie Ihnen aussieht.
Sind Sie Rentner? Oder Christ?

Kein Krypto-Rechter bekommt eine neue Heimat wenn er sich bekennt. Er wird isoliert.
Verliert seinen Job wenn's blöd kommt und wird dann von Rechten als schlechtes Beispiel angeführt. Das rechte Lager ist leer von Solidarität. Deswegen schreibe ich unter Pseudonym und werde mich auch niemals (wieder) öffentlich politisch äußern.

Zusammengefasst: Der Rechte, auch er Inkognito-Rechte geht das ungleich höhere Risiko ein.
In allen Beziehungen. Deswegen sind das die mutigen Menschen und die anderen nicht.

Trennung.

Ich teile die Meinung des Autors nicht.

In wiefern legt sich er Feind hier den Strick um den Hals?
Ich sehe eher eine Machtdemonstration. Diese MachtD E M O N S T R A T I O N diszipliniert das eigene Lager, schafft Gemeinschaft und stimmt auf den gemeinsamen Feind ein und kommuniziert Stärke.
Wie war das? Die haben mit einem(!) Tweet die Veranstaltung platzen lassen? Das ist stark.

Sieht für mich eher nach Frontenbildung aus. Jetzt wo die Globalisten(Linke?) stark genug sind, wird klar Kante gezeigt. Dieses ganze "wir müssen miteinander reden..." diente nur der Gewinnung von Zeit. Während sich der Konservative um die Einhaltung der Regeln bemühte, wurden von anderer Seite die Regeln gemacht.

Der Feinsinnige
25. Februar 2019 00:14

„...und »den Feind zu lesen« ist aus der Sicht der moralisch Selbstverzauberten zweifellos eine Einstiegsdroge, von der aus ohne Entzugskur und Selbstkritik eine alternativlose Bahn zur verheerenden Wahlentscheidung führt.“

Vielleicht sollte man diese und andere Ausladungen einfach als Kompliment nehmen – und als Zeichen der Schwäche:

Offenbar sehen die Tugendwächter der „moralischen Selbstverzauberung“ die Argumente des „Gegenmilieus von rechts“ als so stichhaltig und überzeugend an, daß sie sich nicht zutrauen, in einer offenen Diskussion zu bestehen und zu verhindern, daß große Teile des interessierten Publikums zum Gegenmilieu überlaufen.

„Außerhalb des Grundgesetzes?“ Unsinn. Diese Leute mißbrauchen das Grundgesetz als Totschlagsargument zur Einhegung des öffentlich akzeptierten Diskurses in einen selbst und willkürlich definierten immer enger werdenden Rahmen, also de facto zur Einschränkung der vom Grundgesetz gewährten Meinungs- und Redefreiheit, wofür sie de jure gar nicht zuständig sind, und merken dabei noch nicht einmal, wie sie es genau dadurch beschädigen und diskreditieren.

Gustav
25. Februar 2019 09:19

"Der Gulag war alles andere als ein Betriebsunfall der "Emanzipations"-Geschichte: Er war ihre notwendige und idealtypische Konsequenz. Wer einer Ideologie folgt, die ihn zwingt, die Wirklichkeit systematisch zu entstellen, muß die Welt und die Menschen so lange "verändern", bis sie vielleicht doch zur Utopie passen. Der Erfolg eines utopiekompatiblen Menschen bleibt notwendig aus, nicht aber der "Erfolg", eine Gesellschaft von verkrüppelten Seelen zu schaffen, in der der Mensch nicht etwa des Menschen Wolf, wohl aber des Menschen Bluthund ist, der bei Bedarf von der Kette gelassen wird."
Manfred Kleine-Hartlage

Stellen wir uns also lieber auf eine Steigerung der Bösartigkeiten ein. Wer bereits Weltkriege hat führen lassen, um sein Ziel zu erreichen, sollte sich wovon ins Bockshorn jagen lassen?

Niekisch
25. Februar 2019 10:35

@ Dieter Rose 24.2. 12:42: Der Begriff "außerhalb des Grundgesetzes" ist unscharf und rechtlich bedeutungslos, ein reiner politischer Kampfbegriff. Auf welche Strafrechtsvorschrift beziehen Sie sich? Meinen Sie nicht eher zivilrechtliche Abwehransprüche?

LotNemez
25. Februar 2019 10:52

@Kaiza

"Sind Sie Rentner? Oder Christ?"
Den Rentner nehme ich Ihnen übel. Beim Christen waren Sie nah dran. Die Taufe steht bevor.

"Die Angst vor der eigenen Courage."
Ich schrieb: "zurückweichen (...) vor der Bestialität der Eigenen." Nicht etwa "des Eigenen".
Linke, die aus der Formation ausscheren, sind nach meiner Beobachtung danach angezählt. Denn in jedem Verein, Firma, Gemeinde... gibt es ein zwei Gesinnungsjäger, vor denen alle kuschen oder sich zumindest in Acht nehmen. Und man weiß, wer diese Leute sind. Und man redet dann nicht frei. Wir haben 2019. Jeder kennt mittlerweile seine Pappenheimer. Das wird in diesem Stiftungsrat nicht anders sein. Und dann trotzdem so eine Einladung, noch dazu ausgerechnet an DEN Protorechten vom Rittergut! Also es bleibet dabei: Dazu gehört schon was!

Aber ich weiß ja: der Feind ist der Feind ist der Feind und verdient kein Mitgefühl. Nicht wahr, so meinen Sie es doch?
Is scho recht. Nur bittschön: Wir sind noch nicht im Bürgerkrieg.

Zwischen Furore (übrigens: furor teutonicus - wilder Kampfesmut. Lucanus 1. Jh.n.Chr.) und Duckmäusertum gibt es einen dritten Weg. Und der ist, im Gegner trotz allem auch den Menschen zu sehen. Das tut der Gegnerschaft keinen Abbruch, erlaubt aber ab und an ein Augenzwinkern über den Graben hinweg. Das nehme ich bspw. auch in der Haltung von Kubitschek und Kositza wahr, die mir deshalb ein Vorbild geworden ist.

Man muss Mensch bleiben können, sonst verliert doch alles seinen Sinn.

Oder steht nun die Kuh ganz auf dem Glatteis und wurde die Einladung extra ausgesprochen um dann öffentlichkeitswirksam und moralisierend wieder auszuladen? G.K. scheint das nicht anzunehmen.

Simplicius Teutsch
25. Februar 2019 12:30

@Zooey. – Die „Zivilgesellschaft“ beherrscht und gestaltet die Öffentliche Meinung mithilfe des politisch-medialen Komplexes und ihrer ausländischen Freunde. Obwohl ihr inzwischen die freien Medien – und Intellektuelle wie Götz Kubitschek oder auch die AfD(!) - schwer zusetzen.

Gegner und deren Ideen werden mit allen Mitteln kriminalisiert und aus der Öffentlichkeit der Zivilgesellschaft verstoßen, „exkommuniziert“, wie Sie @Zooey sagen.

Wegen einer Begrifflichkeit („Selbsterdrosselung“), und was der eine oder andere darunter versteht, will ich nicht rumtun. Aber doch so viel zur Lage, wie ich sie sehe:

Mein persönlicher Blickwinkel aus dem Leben einer westlichen Großstadt heraus ist der, dass ich die linke „Zivilgesellschaft“ täglich in allen gesellschaftlichen Bereichen zunehmend dominant und intolerant erlebe, dass sie eigentlich jeden aufmüpfigen Abweichler und rechten Ketzer ausgrenzt und zu erdrosseln versucht. Eine „Selbsterdrosselung“ der Zivilgesellschaft sehe ich da nicht.

Andererseits hat Herr Kubitschek Einblick und Zugang in andere Lebenskreise und Milieus, er hat offensichtlich auch mit linken, intelligenten und anständigen Intellektuellen zu tun, darunter solche, die mittlerweile an der nicht mehr einzubremsenden Entwicklungsrichtung der „Zivilgesellschaft“ verzweifeln, aber nicht laut aufbegehren, sondern mit einem Strick in der Hand auf den Dachboden steigen, wo der hohe Querbalken wartet. Und dort zappeln sie dann röchelnd eine Zeit lang vor sich hin, bis sie ganz verstummen.

Dieter Rose
25. Februar 2019 20:50

@Niekisch

ich bin kein Jurist,
deshalb habe ich unscharf formuliert.
ich bin einfach sauer,
dass jemandem
grundgesetzwidriges
Handeln oder Denken
vorgeworfen werden kann -
ohne Begründung.

Danke für Ihren Einwand!

Niekisch
26. Februar 2019 10:38

@ Dieter Rose 25.2. 20:50: Gerne geschehen. Bei allem Vorbehalt gegenüber dem heutigen, weitgehend politisierten Rechtswesen: Es ist einer der wenigen Frontabschnitte, auf denen wir mit einer gewissen Waffengleichheit kämpfen können. Deswegen sollten wir hier die Schwerter schärfen und jede Gelegenheit wahrnehmen, uns unserer Haut zu wehren. Manche Rechtsmittel sind auch zum Angriff geeignet.

Stil-Bluete
26. Februar 2019 14:21

Daß diejenigen Verhaltensanalysen am meisten stimmen, d.h. nachfolgend in der Praxis, der Anwendung am meisten Erfolg haben, die das Muster 'Binsenweisheit' bestätigen, ist wissenschaftlich. belegt.

In diesem Fall: 'Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.' Stimmt das? Dem Streit wird ja aus dem Weg gegangen. Wer ist mehr Friedensstifter, derjenige, der dem Feind aus dem Wege geht oder der ihn sucht?'

Feind, feindlich, jemandem feindlich gesonnen sein, feindliche Lager, Feindschaft: Eignet sich die Begrifflichkeit rund um den 'Feind' zum Austausch, zur Auseinandersetzung, zum Streit, zur Konfrontation? Im Kriege verhandelt der Feind nicht mit seinem Feinde; er bekämpft ihn. Erst nach Sieg/Niederlage/ Kapitulation 'herrscht Frieden'. Das Diktat des Friedens schreibt der Sieger. Wehe dem, der sich nicht unterwirft. Oder Widerstand leistet.

Man kann den Linken spinnefeind sein, aber Feinde bzw. diejenigen, die Feind-Seligkeiten unterstützen, wenn nicht gar inszenieren, sehen anders aus, d.h. man sieht sie nicht, man hört sie nicht. Sie agieren im Dunklen, Verborgenen, Unsichtbaren. Eine Binsenweisheit: Sie halten sich bedeckt.

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