Fragen an Dagen

Der Buchhändlerin Susanne Dagen wurde am vergangenen Mittwoch bei einer Tagung in Dresden die Tür gewiesen.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Die Ver­an­stal­tung fand in Koope­ra­ti­on unter ande­rem mit der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung, dem Kul­tur­bü­ro Sach­sen e.V. und der Katho­li­schen Aka­de­mie des Bis­tums Dres­den-Mei­ßen statt. Frau Dagen hat­te vor einem Jahr anläß­lich der Vor­gän­ge auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se die viel­be­ach­te­te Char­ta 2017 initi­iert. Ich will von ihr wis­sen, was genau vor­ge­fal­len ist.

KOSITZA: Susan­ne, wie man hier lesen konn­te und wie es mitt­ler­wei­le viel­fach get­wit­tert wur­de, wur­dest Du ges­tern von einer Ver­an­stal­tung im Hygie­ne­mu­se­um aus­ge­schlos­sen. Was war da los?

DAGEN: Ich hat­te mich im Vor­feld aus pri­va­tem zeit­po­li­ti­schen Inter­es­se an der Tagung “Die Neue Mit­te? Rech­te Bewe­gun­gen und Ideo­lo­gien in Euro­pa” ange­mel­det, bezahl­te die Gebühr und war seit Mon­tag schon Teil­neh­me­rin, aus­ge­stat­tet mit Namens­schild und umfang­rei­chem Kata­log zum Pro­gramm. Es wur­den Vor­trä­ge zu the­men­spe­zi­fi­schen Sach­ge­bie­ten gehal­ten, die Refe­ren­ten kamen aus Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len von Düs­sel­dorf bis Zit­tau, von Ham­burg bis Leip­zig. Dazu wur­den Work­shops ange­bo­ten, für die man sich im Vor­feld per Aus­hang ein­tra­gen konn­te – ein völ­lig nor­ma­ler und gut orga­ni­sier­ter Tagungsalltag. 

KOSITZA: Du bist davon aus­ge­gan­gen, daß die­se Leu­te Dich teil­neh­men lassen?

DAGEN: Aber natür­lich. Mir ist es über­haupt nicht in den Sinn gekom­men, daß es Bestre­bun­gen geben könn­te, mich aus­zu­schlie­ßen. Ich hat­te im Vor­feld die Prä­am­bel zum Haus­recht stu­diert, in dem davon die Rede war, Stö­rer oder Leu­te mit erkenn­ba­rem rechts­ex­tre­men Hin­ter­grund von der Tagung ver­wei­sen zu kön­nen. Ich habe mich völ­lig still ver­hal­ten und hat­te auch kei­ne Ambi­ti­on, mich mit Wort­bei­trä­gen ein­zu­brin­gen. Es waren vor­nehm­lich jun­ge Leu­te dort, deren Kennt­nis­stand natür­lich ein ande­rer war als mei­ner. Da hät­ten die an die Vor­tra­gen­den gerich­te­ten Ein­las­sun­gen durch mich nur verwirrt.

Aller­dings hat es mich manch­mal mäch­tig gejuckt, wenn Begrif­fe zusam­men­ge­wür­felt wur­den oder ein Pro­fes­sor Lite­ra­tur­an­ga­ben aus den 60er Jah­ren auf der Folie hat­te.  Zwei Tage lang blieb ich völ­lig unbe­hel­ligt, nahm an den Vor­trä­gen, die mich zumeist lang­weil­ten, teil und auch an einem dis­kur­si­ven Work­shop zum The­ma “Hei­mat”. Den Work­shop mit Lia­ne Bed­narz hät­te ich gern besucht, lei­der fehl­te mir dazu die Zeit. Aber wir haben wenigs­tens ein paar Wor­te mit­ein­an­der wech­seln kön­nen und wer­den uns wohl auch zu einem ande­ren Zeit­punkt mal tref­fen. Sie beob­ach­tet sehr genau unse­re Lite­ra­tur­sen­dung, Ellen. Und ich selbst schaue hin und wie­der, was sie so macht. Ehr­li­ches Inter­es­se am Ande­ren ist der Anfang für einen respekt­vol­len Umgang mit­ein­an­der, auch bei Meinungsverschiedenheiten. 

KOSITZA: Was genau soll­te denn in dem „Work­shop“ bear­bei­tet wer­den, aus dem Du aus­ge­schlos­sen wurdest?

DAGEN: Der Work­shop von Simo­ne Rafa­el, einer Mit­ar­bei­te­rin der Ama­deu-Anto­nio-Sti­fung, hat­te “Echo­kam­mern und Fil­ter­bla­sen: Ver­net­zung über Social Media” zum The­ma. Das hat mich inter­es­siert, zumal ich hoff­te, das da ein biß­chen mehr zum aktu­el­len Stand der rech­ten Social-media-Kam­pa­gnen zu hören wäre. Und gern hät­te ich eine Ver­tre­te­rin einer Stif­tung ken­nen­ge­lernt, die von IM Vic­to­ria gelei­tet wird, die ihrer­seits erwie­se­ner­ma­ßen 8 Jah­re lang für die Sta­si gespit­zelt hat und pikan­ter­wei­se vor allem Künst­ler und Aus­län­der obser­vier­te. Eine Unge­heu­er­lich­keit, die­se Frau mit dem groß­an­ge­leg­ten und staat­lich mas­siv durch­fi­nan­zier­ten Pro­gramm “Kampf gegen Rechts” zu betrau­en! Auch ein Schlag ins Gesicht für all jene, die zu DDR-Zei­ten unter der Sta­si gelit­ten haben. Mit dem kürz­lich und viel zu früh ver­stor­be­nen Autoren und Publi­zis­ten Ulrich Schacht haben wir immer wie­der und hef­tig dar­über debattiert. 

KOSITZA: Kannst Du die Per­spek­ti­ve der­je­ni­gen Teil­neh­mer ver­ste­hen, die sich von Dir ein­ge­schüch­tert fühlten?

DAGEN: Das hat mich echt umge­hau­en.  Ich hät­te es nie für mög­lich gehal­ten, dass ich mit mei­nen Ein­me­ter­acht­und­fünf­zig ein­schüch­ternd wir­ke. Es wur­de sogar davon gespro­chen, man hät­te Angst vor mir. Erklärt wur­de die Angst vor mir damit, daß ich ja, so wür­de man es von rech­ten Stra­te­gien ken­nen, ein­ge­schleust wäre, um die Namen der Teil­neh­mer mit­zu­schrei­ben und dann an mei­ne rechts­ex­tre­men Freun­de, die ich ver­mu­tet en mas­se habe, zu mel­den. Auf die Fra­ge, woher ich denn die Namen haben soll­te, ver­wies man auf die aus­hän­gen­den Lis­ten. Das aller­dings, so sag­te ich dar­auf, wäre ja wohl das daten­schutz­recht­li­che Pro­blem des Veranstalters.

Wor­um geht es wirk­lich? Es ging dar­um, mich zu kri­mi­na­li­sie­ren, um den Aus­schluß aus Rafa­els Work­shop zu recht­fer­ti­gen. Das Argu­ment von “das macht mir aber jetzt Angst” ist kei­nes, weil es spe­ku­la­tiv even­tu­ell Ein­tref­fen­des auf den Gegen­über pro­ji­ziert. Also auf mich. Das hat mich wirk­lich wütend gemacht, zumal ich dann erfuhr, daß es bereits am Vor­tag Beschwer­den über mei­ne Anwe­sen­heit bei der Tagung gab. Eini­ge der Anwe­sen­den wären schon Opfer rech­ter Gewalt gewor­den und hät­ten vor allem des­halb Angst vor mir. Ein Witz! Auf mei­nen Ein­wand, daß ich schon oft Opfer lin­ker Gewalt, wenn auch nicht kör­per­li­cher, gewor­den bin, erwi­der­te man nichts. Man mißt auch hier mit zwei­er­lei Maß. 

KOSITZA: Man hat Dir zum Vor­wurf gemacht, daß Du mit mir bekannt bist und mit mir zusam­men­ar­bei­test. Das ist des­halb lus­tig – oder bes­ser: bestür­zend, weil genau die­ses Vor­ge­hen, die­ses Aus­schlie­ßen und Mund­tot­ma­chen ja exakt der Mecha­nis­mus ist, den Du in der von Dir initi­ier­ten Char­ta 2017 beklagt hast: Unter der gro­ßen, pseu­do­welt­of­fe­nen Über­schrift “Tole­ranz“ wird das exak­te Gegen­teil gelebt, näm­lich Into­le­ranz gegen­über Anders­den­ken­den, oder?

DAGEN: Ja, das ist ein immer wie­der­keh­ren­des sys­te­mi­sches Ele­ment bei den Lin­ken. Die Angst vor dem Ande­ren ist so groß, dass man dies weg­ha­ben will. “Mach Dich unsicht­bar” sag­te mal ein Bekann­ter zu mir. Die­se lin­ke Uto­pie ist nur auf Sand gebaut, sodaß das müh­sam errich­te­te uto­pi­sche Welt­bild bei kleins­tem Wider­stand schon zusam­men­zu­bre­chen droht. Das bedeu­tet Ver­lus­te von Deu­tungs­ho­hei­ten, von Macht, von Geld.
Bei der “Char­ta 2017” ging es exakt um den sel­ben Vor­gang: Man lädt ein, läßt “das Ande­re” ver­meint­lich zu, im Sin­ne des bekann­ten Jar­gons, und demons­triert dann mit Gleich­ge­sinn­ten, abhän­gi­gen Geis­tern Macht, indem man stig­ma­ti­siert, aus­grenzt, denun­ziert und demon­tiert. Kei­ne 24 Stun­den spä­ter wur­den Ver­mu­tun­gen laut, ich hät­te dies alles bewußt insze­niert und geplant. Die­se Leu­te kön­nen sich also noch nicht ein­mal vor­stel­len, daß ich mit mei­ner Mei­nung nicht allei­ne ste­he und es Leu­te gibt, die sich soli­da­ri­sie­ren und die Nach­richt vom Vor­fall wei­ter­tra­gen. Im Übri­gen war der ers­te Tweet von einem Jour­na­lis­ten, der zufäl­lig dazu­kam, als man mich an der Tür abwies. Ich habe davon wie­der­um erst eine Stun­de spä­ter erfah­ren, da war es auf Twit­ter schon mehr­fach geteilt und kom­men­tiert wor­den. Ver­rück­te Neue Welt!

KOSITZA: Wir bei­de ste­cken inso­fern unter einer Decke, da wir seit ein paar Mona­ten unser Bücher­sen­dung „Auf­ge­blät­tert-zuge­schla­gen“ betrei­ben und in den bis­her drei ver­öf­fent­lich­ten Fol­gen Caro­li­ne Som­mer­feld, Mat­thi­as Matu­s­sek und Sophie Lieb­nitz zu Gast hat­ten. Haben wir dort eine poli­ti­sche Agenda?

DAGEN: Ich für mei­nen Teil nicht. Weißt Du, die Lin­ke hat ja auch kei­nen Humor! War­um nen­nen wir denn unse­re Lite­ra­tur­sen­dung “Auf­ge­blät­tert. Zuge­schla­gen – Mit Rech­ten lesen”? Weil wir auch auf­sprin­gen wol­len auf die Rat­ge­ber­li­te­ra­tur von “Mit Rech­ten reden und “Mit Lin­ken leben”. Weil wir sagen wol­len, guckt Euch das doch erst­mal an und hal­tet Euch nicht an den Per­so­na­li­en Dagen/Kositza auf. Wie arm­se­lig ist das eigent­lich, wenn es Leu­te gibt, die hin­ter allem etwas ver­mu­ten? Nein, wir reden dort über Lite­ra­tur, über Bücher, die uns tref­fen – mit­ten ins Herz oder in die Magen­gru­be. Und, sag mal, Du kochst doch genau­so gern wie ich: Ich hät­te Lust auf eine Sen­dung “Mit Rech­ten kochen”, wir im Schürz­chen und hin­ter­her dür­fen die Leu­te zugu­cken, wie wir das mit unse­ren Män­nern Micha­el und Götz genuß­voll verspeisen. 

KOSITZA: Ein Twit­ter­teil­neh­mer wirft Dir vor, Du seist „rechts­au­ßen“ und unter­stüt­zest eine „men­schen­feind­li­che Ideo­lo­gie“. Was könn­te er damit meinen?

DAGEN: Ich habe kei­ne Ahnung, noch nicht ein­mal eine Idee, was er mei­nen könn­te. Aber ich den­ke, wir soll­ten auch nicht jedem 280-Zei­chen-Ador­no soviel Bedeu­tung bei­mes­sen und auch nicht auf jeden Schrei nach Lie­be reagie­ren. Es ist absurd. 

KOSITZA: Kann man denn sagen mit der Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung und „uns“ ste­hen sich zwei Lager mit unter­schied­li­chen Feind­bil­dern gegen­über, die per se unver­söhn­lich sind? Von mir selbst kann ich sagen: Ich hat­te die­sen Leu­ten, die auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se einen Stand­platz unse­rem Ver­lag gegen­über geschenkt beka­men, ein schrift­li­ches Gesprächs­an­ge­bot unter­brei­tet und das­sel­be noch mal im direk­ten gegen­über wie­der­holt. Die woll­ten nicht. Es hieß pau­schal, mit uns kön­ne „man nicht reden“.

DAGEN: Ich wür­de da wei­ter gehen: Es ste­hen sich mit Links und Rechts zwei unver­söhn­li­che Lager gegen­über. Ich habe viel ver­sucht, habe alles gege­ben, um im Gespräch zu blei­ben. Doch erwar­te ich auch ein ent­spre­chen­des Niveau. Ich erwar­te Geschichts­kennt­nis und eine bio­gra­fi­sche gefes­tig­te Per­sön­lich­keit. Ich habe kei­ne Lust dar­auf, immer wie­der die Wech­sel­be­zie­hung von Ursa­che und Wir­kung anzu­mah­nen und wenn schon nicht Ver­ständ­nis, so doch Empa­thie ein­zu­for­dern. Mit dem Fall, über den wir ein­gangs gespro­chen haben, offen­bart sich doch das Exem­pla­ri­sche. Wir sind am Ende mit­ein­an­der. Was bleibt, ist auf bei­den Sei­ten Mythen­bil­dung und das Ver­zet­teln im Klei­nen. Solan­ge wir nicht das Gemein­sa­me wie­der­fin­den, wird das Tren­nen­de immer stär­ker. Wir wer­den uns erst in exis­ten­zi­el­ler Not wiederfinden. 

KOSITZA: Wie geht’s Dir nun mit die­sem Affront? Fühlst Du Dich als eine Art „Paria“?

DAGEN: Im DDR-Fern­se­hen gab es eine Sen­dung “Außen­sei­ter-Spit­zen­rei­ter”, das war immer sehr lus­tig. Aber im Ernst: Distanz ist doch was Schö­nes. Man guckt, hat Platz und wenn ich einen Schritt nur mache hab ich einen Hau­fen guter Leu­te um mich. Das Schö­ne sehen, posi­tiv wir­ken. Es sind schreck­li­che Zei­ten, es sind tol­le Zei­ten. So ein Leben ist doch irre lang – machen wir was draus. Mög­lichst das Beste!

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (20)

Dieter Rose

21. September 2018 07:45

nicht vergessen:
wir leben im freiesten Deutschland,
das je auf deutschem Boden existiert hat.

Caroline Sommerfeld

21. September 2018 09:58

"Wir werden uns erst in existenzieller Not wiederfinden." Das ist wahr gesprochen. Es muß immer erst alles individuell, existenziell durchlebt werden, bevor es wirklich ankommt, wirklich alles. Deswegen ist der Kassandrablick auch nicht produktiv, dieses "Ihr werdet sehen! Viel Spaß dabei! Ich weiß, daß es so kommt, ignoriert es, so lange ihr könnt, aber es wird eintreten." Deswegen nimmt zum Beispiel bei meinem Mann erst langsam der Gedanke Gestalt an, daß da etwas ganz und gar nicht stimmt mit diesem Land, seit uns der Schulverweis unserer Kinder existenziell zugestoßen ist.
Und: meint Ihr zwei denn, Ihr könntet etwa ohne mich kochen? Bleibt nur abzuwarten, ob meiner dann etwas abhaben will.

Maiordomus

21. September 2018 09:59

Geistig sind Leute, die sich so verhalten, auf Null abzuschreiben. Zur Beruhigung: eine langfristige politische Wirkung schliesse ich eher aus, obwohl die kurzfristige Macht, zumal bei der Erstellung einer niederträchtigen Konsens-Objektivität, beträchtlich ist.

H. M. Richter

21. September 2018 10:28

"DAGEN: Ja, das ist ein immer wiederkehrendes systemisches Element bei den Linken. Die Angst vor dem Anderen ist so groß, dass man dies weghaben will."
_________________________________________________

Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und das o.g. Wort 'dies' durch 'ihn' ersetzen.

Man sollte sich vollkommen im klaren darüber sein, was manche ohne Zögern täten, wenn sie dürften, wie sie wollen.

Insofern darf SD froh sein, in der Stadt Klemperers heutzutage den Großen Garten oder den Zoo ungehindert und ohne Kennzeichnungspflicht besuchen zu können.

Es ist wieder soweit: Man muß gar nicht der Teufel sein; es reicht der bloße Verdacht, man hätte Umgang mit ihm.

RMH

21. September 2018 10:33

"Am Donnerstag hat die Amadeu-Antonio-Stiftung eine Stellungnahme abgegeben und den Ausschluss Dagens aus dem Workshop verteidigt: „Teilnehmende des Workshops, darunter People of Color, äußerten, dass sie die Teilnahme Dagens unter Druck setze und sie Hemmungen hätten, sich dann frei zu äußern.“ (Quelle: Siehe oben, Beitrag aus der SZ).

Wenn ich mich von "People of Colour" unter Druck gesetzt fühle und dadurch Hemmungen entwickle, mich frei zu äußern oder zu bewegen, bin ich Rassist und voll Nazi - aber wir wissen ja mittlerweile alle, dass People of Colour per se keine Rassisten sein können, dass können nur die People of Non-Colour sein -- richtig off-colour, das Ganze ;)

https://astrologieklassisch.files.wordpress.com/2018/08/heimweg.png?quality=80&strip=info&w=1600

Durendal

21. September 2018 11:01

@RMH
Ich finde es aufrichtig von der AAS, dass sie die ernsten psychischen Probleme der Personen aus ihrem Umfeld bzw. deren mutmaßliche Angststörungen in der bloßen Gegenwart einer Person mit anderen Ansichten so offen eingesteht. Ein solches Eingeständnis ist immer der erste Schritt zur Heilung.
Auch wenn die hier vorhandene unangemessene Angstreaktion ein Indikator für eine Phobie im klinischen Sinne sein kann, möchte ich hier natürlich keine Ferndiagnose stellen. Die betroffenen Personen aus dem Umfeld der AAS sollte sich auf jeden Fall mal ein Fachmann anschauen um sicherzugehen.
Wenn diese Menschen aber jemals dazu in der Lage sein wollen ein normales Leben zu führen, müssen sie lernen, sich ihren Ängsten zu stellen. Die Flucht in Safe Spaces ist keine Lösung und widerspricht auch dem Inklusionsgedanken.

Der_Juergen

21. September 2018 11:17

@Caroline Sommerfeld

Ich will Ihrem Gatten, dem ja anzurechnen ist, dass er zu Ihnen steht, gewiss nicht zu nahe treten, aber wenn er erst seit dem Schulausschluss Ihrer Kinder zu begreifen begonnen hat, dass an diesem Staat etwas faul ist, hat der Lernprozess bei ihm reichlich spät eingesetzt. Was Ihren Kindern, und damit Ihrer Familie, zustiess, ist nur ein Fall unter Zehntausenden. Und in sehr vielen Fällen beschränkten sich die Repressalien leider nicht auf den Schulausschluss von Kindern eines zum Volksfeind abgestempelten Menschen.

quarz

21. September 2018 11:22

Ausschluss von einem Workshop zu "Echokammern und Filterblasen" aus Angst vor Trübung der ideologischen Harmonie - das hat schon auch dürrenmattsche Komik.

Heinrich Loewe

21. September 2018 11:29

Ja, es sind zwei unversöhnliche Lager, leider Gottes. "Miteinander reden" ist nach dem Motto Die Hoffnung stirbt zuletzt. Man fragt sich, wie das weitergehen soll.
Im Grunde ist es aber folgerichtig: Die liberale Demokratie, die das emanzipierte Ich zum Subjekt hat, kann ja langfristig nur fragmentieren. Wo soll der Kitt der Gesellschaft herkommen. Werte? Die Amerikaner müssen immer wieder chanten, daß sie die Größten sind, um den Laden einigermaßen zusammenzuhalten
Das Völkische bzw. Idenditäre könnte den Kitt hergeben, im Sinne von Schicksalsgemeinschaft mit gemeinsamer Geschichte und Kultur. Dies ist leider beschädigt, wenn nicht verbrannt. Lohnt es, um die Wiedergewinnung der Begriffe zu kämpfen?
Bleibt die Monarchie. Schon nach Dante die "Natürliche Ordnung".
Auch Zustimmung meinerseits: Die Not muß wohl leider erst groß werden. Einstweilen die Kinder streng erziehen, wenn es geht, damit sie vorbereitet sind.

heinrichbrueck

21. September 2018 12:30

Die ideologische Ausrichtung dieser Leute, in den vergangenen Jahrzehnten offenkundig geworden, ist eine Welt ohne Weiße Rasse. Nennt sich auch Antirassismus. Antifa und Medien, ihr Zusammenspiel, verkörpern diese Zielsetzung.
Die Antirassismusgarde, auch Antifa genannt, Kettenhund irgendwelcher NGOs, lassen diejenigen in Ruhe, die der Zielsetzung nicht im Weg stehen, auf Linie gebracht sind und vorauseilenden Gehorsam signalisieren.
Die Struwwelpetergeschichte funktioniert.
"Demokratie ist anstrengend: Bis wieder von einer freien und fairen Debatte die Rede sein kann, ist es noch ein weiter Weg." (Dieter Stein)
Über das "wieder" wäre zu reden.
Es gibt auf der Rechten eine gewisse Realitätsblindheit, es sei denn sie will im Aufwachprogramm langsamer auftreten, sachte anklopfen anstatt die Tür eintreten, die ansonsten gefährlich werden könnte, schließlich ist der Kaninchenbau sehr tief, ist sie sich ihrer nicht bewußt, wie es bei Liberalkonservativen zumeist der Fall ist.
"Wir werden uns erst in existenzieller Not wiederfinden."
Stimmt. Bis zu diesem Zeitpunkt, dem eine deutsche Blutspur vorausgehen wird, - die Sünde kommt nicht in den Himmel -, darf der antirassistische Selbsthaß weiterhin sein Mordprogramm ausführen. Sie bringen in jede deutsche Familie das Verderben und die Zerstörung. Und den Tod, langfristig gesehen.
Welche deutsche Familie wurde in den letzten hundert Jahren verschont?

Gustav Grambauer

21. September 2018 12:37

Durendal

Es ist offenbar eine verdeckte Doktrin, die gesamte öffentliche Sphäre als Geschützten Raum für psychotherapeutische Scharlatan-Spielchen zu beanspruchen. Sowieso hat schon der gesamte Komplex der Klientenzentrierten Gesprächstherapie, der - könnte man meinen (???) - einmal für Vertrauensgespräche hinter gepolsterter Tür entwickelt worden war, wie eine Krake auf den öffentlichen Raum ausgegriffen und sich die öffentliche Kommunikationskultur unterworfen. In der Schule des Sohnes unserer Freunde (in Thüringen) hängt neben der Tafel die Gefühls-Uhr, jedes Kind muß morgens dort an einem Schieber einstellen wie es sich gerade "fühlt", und dies läuft auf eine bizarre Art völlig abstrahiert / "emanzipiert" vom Mobbing auf dem Schulhof. Schon diese Farce veranschaulicht, daß auf diesem Wege niemals irgendetwas geheilt werden kann, zumal es dazu eines noch ganz anderen, nicht mal in der Therapeuten-Szene vermittelbaren Herangehens an die Seelentektonik bedürfte. Ganz abgesehen davon müßte auch in infrastrukturellen Dimensionen die Maazsche Psychotherapeutische Revolution eingeleitet werden, bei deren Imagination diese Mafia aber zuerst das Geld in der Kasse klingeln hört. Hinzu kommt, daß diese "Revolution" ressourcenmäßig gar nicht anders als in Gruppentherapien durchführbar wäre, welche schon aus ihrer kollektivistischen Grundnatur heraus gar keinen tieferen Heilungserfolg zeitigen können.

Aber der Kern ist: Heilung ist hegemonial gesehen gar nicht gewollt, vielmehr will das System nicht weniger - aber auch nicht mehr - als daß auch der letzte Deutsche seine Lebenshaltung, seine Lebensansprüche und seinen Habitus auf diejenigen der Hambi-Aktivistin herunterstutzt:

https://www.youtube.com/watch?v=1R7XAl3wasw

(Beim "Hambi" geht es erst in zweiter Linie um Braunkohle. In erster Linie handelt es sich um ein Trainingsscamp für den Bürgerkrieg, und zwar für alle drei Beteiligten, NGOs, Polizei und Konzerne, bei letzteren für deren jetzt anstehende eigene Militarisierung à la Leunawerke 1921, womöglich wird es bald wieder überall Betriebskampfgruppen geben. Würde mich nicht wundern, wenn noch herauskäme, daß die Aktionäre von RWE zugleich die Umwelt-NGOs finanzieren!)

Es ist klar, daß Frau Dagen allein mit der Ausstrahlung ihrer Klarheit diese hier nur oberflächlich skizzierbare Machination empfindlich stören würde, ohne daß sie auch nur ein einziges Wort sagte ...

... im Hygienemuseum (!) - dem sinnbildlichen Ort, den sich die Neurotiker oder sogar Psychopathen für das Ausleben ihres Waschzwangs nicht ohne freiwillig-unfreiwillige Finesse ausgesucht haben.

- G. G.

Lotta Vorbeck

21. September 2018 13:12

@Caroline Sommerfeld - 21. September 2018 - 09:58 AM

"... Und: meint Ihr zwei denn, Ihr könntet etwa ohne mich kochen? Bleibt nur abzuwarten, ob meiner dann etwas abhaben will."

___________________

Falls Ihrer - was ich nicht wirklich glaube - tatsächlich nichts vom Mahl abhaben wollen würde - ich käme jedenfalls gern zum Essen.

Lotta Vorbeck

21. September 2018 13:27

@Susanne Dagen

"Und gern hätte ich eine Vertreterin einer Stiftung kennengelernt, die von IM Victoria geleitet wird, die ihrerseits erwiesenermaßen 8 Jahre lang für die Stasi gespitzelt hat und pikanterweise vor allem Künstler und Ausländer observierte. Eine Ungeheuerlichkeit, diese Frau mit dem großangelegten und staatlich massiv durchfinanzierten Programm "Kampf gegen Rechts" zu betrauen! Auch ein Schlag ins Gesicht für all jene, die zu DDR-Zeiten unter der Stasi gelitten haben. Mit dem kürzlich und viel zu früh verstorbenen Autoren und Publizisten Ulrich Schacht haben wir immer wieder und heftig darüber debattiert."

@Ellen Kositza

"Man hat Dir zum Vorwurf gemacht, daß Du mit mir bekannt bist und mit mir zusammenarbeitest. Das ist deshalb lustig - oder besser: bestürzend, weil genau dieses Vorgehen, dieses Ausschließen und Mundtotmachen ja exakt der Mechanismus ist, den Du in der von Dir initiierten Charta 2017 beklagt hast: Unter der großen, pseudoweltoffenen Überschrift “Toleranz“ wird das exakte Gegenteil gelebt, nämlich Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, oder?"

@Susanne Dagen:

"Ich würde da weiter gehen: Es stehen sich mit Links und Rechts zwei unversöhnliche Lager gegenüber. Ich habe viel versucht, habe alles gegeben, um im Gespräch zu bleiben. Doch erwarte ich auch ein entsprechendes Niveau. Ich erwarte Geschichtskenntnis und eine biografische gefestigte Persönlichkeit. Ich habe keine Lust darauf, immer wieder die Wechselbeziehung von Ursache und Wirkung anzumahnen und wenn schon nicht Verständnis, so doch Empathie einzufordern. Mit dem Fall, über den wir eingangs gesprochen haben, offenbart sich doch das Exemplarische. Wir sind am Ende miteinander."

_________________________

Zu Ostzeiten lautete der Standardvorwurf (auch auf nur verhalten) vorgebrachte Kritik: "Bist Du etwa nicht für den Frieden?", unausgesprochen vulgo "für den Krieg".

Da es sich bei den Protagonisten des bereits deutlich bröselnden BRD-Systems, inclusive seines nachgeordneten Establishments zu großen Teilen um in der Wolle gefärbte Kommunisten/Maoisten/Stalinisten handelt, bedarf es wenig Phantasie um sich vorzustellen, was zukünftig noch alles auf der Agenda stehen könnte. Diesbezüglich kommt's lediglich darauf an, wie viel Zeit denen noch dafür bleibt, den alles niedertrampelnden und zerstampfenden Leviathan weiterhin zu reiten.

Wer's genauer wissen möchte, befrage den Großen Gockel, wegen welcher öffentlich genuschelter Sentenz - nahezu genau drei Jahre liegt's nun zurück - ein einst gefeierter Katzenkrimiautor zum quasi vogelfreien Paria erklärt worden ist.

silberzunge

21. September 2018 21:36

Rechts sein bedeutet in erster Linie, verfemt zu sein.

Simplicius Teutsch

21. September 2018 23:51

Es ist jedes Mal wieder bestürzend, wenn ich davon lesen oder hören muss, ich fühle mich persönlich mitgetroffen, soviel konformes Mobbing, soviel ehrliche Intoleranz und verbissener Eliminierungswille von Seiten der Gut- und Bessermenschen: „Der Buchhändlerin Susanne Dagen wurde am vergangenen Mittwoch bei einer Tagung in Dresden die Tür gewiesen.“

Leider ist das ja kein vereinzeltes Beispiel, die Ausgrenzung funktioniert gesellschaftsweit auf allen Ebenen und wird systematisch betrieben. Ich muss die Realität in Deutschland akzeptieren: „Die Veranstaltung fand in Kooperation unter anderem mit der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Kulturbüro Sachsen e.V. und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen statt.“

Der Feinsinnige

22. September 2018 20:39

Wer hat bei den Veranstaltern so fest geschlafen, daß man Frau Dagen überhaupt zunächst an der Tagung hat teilnehmen lassen? Die Verantwortlichen der Veranstaltung werden sich jetzt zumindest intern wohl einiges anhören müssen. Sie habe im „Kampf gegen rechts“ völlig versagt.

Aber im Ernst:
Diese Geschichte ist ein weiteres Zeichen fehlender Souveränität, ein Zeichen der Schwäche. Bundeszentrale für politische Bildung, Kulturbüro Sachsen e.V. - Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen – maßgebliche Träger der herrschenden Ideologie wissen sich nicht anders zu helfen als mit einer solchen Maßnahme. Sie haben die Lage längst nicht mehr im Griff und scheinen das auch zu wissen. Anders ist z.B. auch das öffentliche Theater um die causa Maaßen nicht zu verstehen. Bislang ist noch jede gegen die eigenen Bürger gerichtete Ideologie gescheitert. Je dünner das Eis, auf dem die Ideologen wandeln, desto hilfloser, ja hysterischer reagieren sie. Das Eis wird brechen, weil es brechen muß.

Amon73

22. September 2018 22:30

Sehnsüchtig warte ich auf die nächste Folge von "Mit Rechten lesen".Besonders die ersten beiden Sendungen waren vorzüglich,was teilweise auch an den schillernden Gästen lag.Ein "Kochen mit Ellen" würde ich mir auch noch anschauen.Es freut mich außerordentlich,daß es in diesen Zeiten noch aufgeweckte Zeitgenossen gibt, die echte Haltung zeigen.Lichtmesz und Sellner wären ebenfalls interessante Gäste.Weiter so!

Cacatum non est pictum

22. September 2018 23:33

"Wir sind am Ende miteinander. Was bleibt, ist auf beiden Seiten Mythenbildung und das Verzetteln im Kleinen. Solange wir nicht das Gemeinsame wiederfinden, wird das Trennende immer stärker. Wir werden uns erst in existenzieller Not wiederfinden."

Amen. Das ist die Großwetterlage auf den Punkt gebracht. Ich sehe zurzeit auch keinen Ausweg mehr aus diesem Dilemma. Es wird gewiß noch den einen oder anderen Überläufer geben, aber im großen und ganzen stehen die beiden Blöcke - unverrückbar und klar voneinander separiert. Eigentlich bürgerkriegsbereit, wenn man so will und wenn man sich einige Zutaten hinzudenkt, die das explosive Gebräu zur Umsetzung bringen könnten. Ein neuerliches Zusammenfinden kann ich mich nur vorstellen vor dem Hintergrund eines kataklysmischen Desasters. Vielleicht wird das eine Frage von Generationen sein; vielleicht werden wir, die wir hier schreiben, diesen Umkehrpunkt gar nicht mehr selbst erleben.

Gustav Grambauer

23. September 2018 09:17

Konstantin Wecker ist durch seine Regenbogenspiritualität "schon weiter", hinduistisch gesprochen im Vara-Bhaya-Bhava, in der Angstfreiheit angekommen. Deshalb ist für ihn "Das macht mir aber jetzt Angst!" längst kein Thema mehr. Deshalb ist er auch eop ipso Wunderheiler. Er kommt mit Edlen Wilden aus Kamerun in Tracht, die ihm zu Willen sind wie der Rauhe Percht dem Nikolaus bei der Einkehr. Vorher gibt`s `nen Osho Dynamic Kundalini Shake, denn erst muß das Body-Mind-System aufgebrochen werden. Er sagt, er würde sogar Bernd Höcke wunderheilen können (16:17 bis 17:23):

https://www.ndr.de/fernsehen/DAS-mit-Liedermacher-Konstantin-Wecker,dasx16130.html

(Kennt jemand einen Bernd Höcke?)

Allein der Mißgriff beim Vornamen offenbart den ganzen Abgrund des Narzißmus on the trip. Unglaubliche Entgleisung, Anmaßung und Frechheit, aber bezeichnend für die Selbstentgrenzung der Psycho-Spinner im öffentlichen Raum!

- G. G.

Stil-Bluete

26. September 2018 09:32

Mit Rechten kochen!

Das wäre ganz nach meinem Geschmack: Nichts anbrennen lassen, alles in Butter, armes Würstchen, ins Fettnäpfchen treten, da ham' wir den Salat...

Und als erste einheimische, weil adoptierte Frucht zu bekochen, schlüge ich die Kartoffel vor, auch weil wir Deutschen so liebevoll mehr benannt als beschimpft werden.

Hier bereits die poetische Vorspeise:

Ringelnatz, Joachim (1883-17.11.1934)

Abschiedsworte an Pellka

Jetzt schlägt deine schlimmste Stunde,
Du Ungleichrunde,
Du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,
Du Vielgequälte,
Du Gipfel meines Entzückens.
Jetzt kommt der Moment des Zerdrückens
Mit der Gabel! -- Sei stark!
Ich will auch Butter und Salz und Quark
Oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen.
Musst nicht so ängstlich dampfen.
Ich möchte dich doch noch einmal erfreun.
Soll ich Schnittlauch über dich streun?
Oder ist dir nach Hering zumut?
Du bist so ein rührend junges Blut. --
Deshalb schmeckst du besonders gut.
Wenn das auch egoistisch klingt,
So tröste dich damit, du wundervolle
Pellka, dass du eine Edelknolle
Warst, und dass dich ein Kenner verschlingt.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.