Sezession
21. September 2018

Fragen an Dagen

Ellen Kositza / 20 Kommentare

Der Buchhändlerin Susanne Dagen wurde am vergangenen Mittwoch bei einer Tagung in Dresden die Tür gewiesen.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Die Veranstaltung fand in Kooperation unter anderem mit der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Kulturbüro Sachsen e.V. und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen statt. Frau Dagen hatte vor einem Jahr anläßlich der Vorgänge auf der Frankfurter Buchmesse die vielbeachtete Charta 2017 initiiert. Ich will von ihr wissen, was genau vorgefallen ist.

KOSITZA: Susanne, wie man hier lesen konnte und wie es mittlerweile vielfach getwittert wurde, wurdest Du gestern von einer Veranstaltung im Hygienemuseum ausgeschlossen. Was war da los?

DAGEN: Ich hatte mich im Vorfeld aus privatem zeitpolitischen Interesse an der Tagung "Die Neue Mitte? Rechte Bewegungen und Ideologien in Europa" angemeldet, bezahlte die Gebühr und war seit Montag schon Teilnehmerin, ausgestattet mit Namensschild und umfangreichem Katalog zum Programm. Es wurden Vorträge zu themenspezifischen Sachgebieten gehalten, die Referenten kamen aus Universitäten und Hochschulen von Düsseldorf bis Zittau, von Hamburg bis Leipzig. Dazu wurden Workshops angeboten, für die man sich im Vorfeld per Aushang eintragen konnte - ein völlig normaler und gut organisierter Tagungsalltag.

KOSITZA: Du bist davon ausgegangen, daß diese Leute Dich teilnehmen lassen?

DAGEN: Aber natürlich. Mir ist es überhaupt nicht in den Sinn gekommen, daß es Bestrebungen geben könnte, mich auszuschließen. Ich hatte im Vorfeld die Präambel zum Hausrecht studiert, in dem davon die Rede war, Störer oder Leute mit erkennbarem rechtsextremen Hintergrund von der Tagung verweisen zu können. Ich habe mich völlig still verhalten und hatte auch keine Ambition, mich mit Wortbeiträgen einzubringen. Es waren vornehmlich junge Leute dort, deren Kenntnisstand natürlich ein anderer war als meiner. Da hätten die an die Vortragenden gerichteten Einlassungen durch mich nur verwirrt.

Allerdings hat es mich manchmal mächtig gejuckt, wenn Begriffe zusammengewürfelt wurden oder ein Professor Literaturangaben aus den 60er Jahren auf der Folie hatte.  Zwei Tage lang blieb ich völlig unbehelligt, nahm an den Vorträgen, die mich zumeist langweilten, teil und auch an einem diskursiven Workshop zum Thema "Heimat". Den Workshop mit Liane Bednarz hätte ich gern besucht, leider fehlte mir dazu die Zeit. Aber wir haben wenigstens ein paar Worte miteinander wechseln können und werden uns wohl auch zu einem anderen Zeitpunkt mal treffen. Sie beobachtet sehr genau unsere Literatursendung, Ellen. Und ich selbst schaue hin und wieder, was sie so macht. Ehrliches Interesse am Anderen ist der Anfang für einen respektvollen Umgang miteinander, auch bei Meinungsverschiedenheiten.

KOSITZA: Was genau sollte denn in dem „Workshop“ bearbeitet werden, aus dem Du ausgeschlossen wurdest?

DAGEN: Der Workshop von Simone Rafael, einer Mitarbeiterin der Amadeu-Antonio-Stifung, hatte "Echokammern und Filterblasen: Vernetzung über Social Media" zum Thema. Das hat mich interessiert, zumal ich hoffte, das da ein bißchen mehr zum aktuellen Stand der rechten Social-media-Kampagnen zu hören wäre. Und gern hätte ich eine Vertreterin einer Stiftung kennengelernt, die von IM Victoria geleitet wird, die ihrerseits erwiesenermaßen 8 Jahre lang für die Stasi gespitzelt hat und pikanterweise vor allem Künstler und Ausländer observierte. Eine Ungeheuerlichkeit, diese Frau mit dem großangelegten und staatlich massiv durchfinanzierten Programm "Kampf gegen Rechts" zu betrauen! Auch ein Schlag ins Gesicht für all jene, die zu DDR-Zeiten unter der Stasi gelitten haben. Mit dem kürzlich und viel zu früh verstorbenen Autoren und Publizisten Ulrich Schacht haben wir immer wieder und heftig darüber debattiert.

KOSITZA: Kannst Du die Perspektive derjenigen Teilnehmer verstehen, die sich von Dir eingeschüchtert fühlten?

DAGEN: Das hat mich echt umgehauen.  Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich mit meinen Einmeterachtundfünfzig einschüchternd wirke. Es wurde sogar davon gesprochen, man hätte Angst vor mir. Erklärt wurde die Angst vor mir damit, daß ich ja, so würde man es von rechten Strategien kennen, eingeschleust wäre, um die Namen der Teilnehmer mitzuschreiben und dann an meine rechtsextremen Freunde, die ich vermutet en masse habe, zu melden. Auf die Frage, woher ich denn die Namen haben sollte, verwies man auf die aushängenden Listen. Das allerdings, so sagte ich darauf, wäre ja wohl das datenschutzrechtliche Problem des Veranstalters.

Worum geht es wirklich? Es ging darum, mich zu kriminalisieren, um den Ausschluß aus Rafaels Workshop zu rechtfertigen. Das Argument von "das macht mir aber jetzt Angst" ist keines, weil es spekulativ eventuell Eintreffendes auf den Gegenüber projiziert. Also auf mich. Das hat mich wirklich wütend gemacht, zumal ich dann erfuhr, daß es bereits am Vortag Beschwerden über meine Anwesenheit bei der Tagung gab. Einige der Anwesenden wären schon Opfer rechter Gewalt geworden und hätten vor allem deshalb Angst vor mir. Ein Witz! Auf meinen Einwand, daß ich schon oft Opfer linker Gewalt, wenn auch nicht körperlicher, geworden bin, erwiderte man nichts. Man mißt auch hier mit zweierlei Maß.

KOSITZA: Man hat Dir zum Vorwurf gemacht, daß Du mit mir bekannt bist und mit mir zusammenarbeitest. Das ist deshalb lustig - oder besser: bestürzend, weil genau dieses Vorgehen, dieses Ausschließen und Mundtotmachen ja exakt der Mechanismus ist, den Du in der von Dir initiierten Charta 2017 beklagt hast: Unter der großen, pseudoweltoffenen Überschrift “Toleranz“ wird das exakte Gegenteil gelebt, nämlich Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, oder?

DAGEN: Ja, das ist ein immer wiederkehrendes systemisches Element bei den Linken. Die Angst vor dem Anderen ist so groß, dass man dies weghaben will. "Mach Dich unsichtbar" sagte mal ein Bekannter zu mir. Diese linke Utopie ist nur auf Sand gebaut, sodaß das mühsam errichtete utopische Weltbild bei kleinstem Widerstand schon zusammenzubrechen droht. Das bedeutet Verluste von Deutungshoheiten, von Macht, von Geld.
Bei der "Charta 2017" ging es exakt um den selben Vorgang: Man lädt ein, läßt "das Andere" vermeintlich zu, im Sinne des bekannten Jargons, und demonstriert dann mit Gleichgesinnten, abhängigen Geistern Macht, indem man stigmatisiert, ausgrenzt, denunziert und demontiert. Keine 24 Stunden später wurden Vermutungen laut, ich hätte dies alles bewußt inszeniert und geplant. Diese Leute können sich also noch nicht einmal vorstellen, daß ich mit meiner Meinung nicht alleine stehe und es Leute gibt, die sich solidarisieren und die Nachricht vom Vorfall weitertragen. Im Übrigen war der erste Tweet von einem Journalisten, der zufällig dazukam, als man mich an der Tür abwies. Ich habe davon wiederum erst eine Stunde später erfahren, da war es auf Twitter schon mehrfach geteilt und kommentiert worden. Verrückte Neue Welt!

KOSITZA: Wir beide stecken insofern unter einer Decke, da wir seit ein paar Monaten unser Büchersendung „Aufgeblättert-zugeschlagen“ betreiben und in den bisher drei veröffentlichten Folgen Caroline Sommerfeld, Matthias Matussek und Sophie Liebnitz zu Gast hatten. Haben wir dort eine politische Agenda?

DAGEN: Ich für meinen Teil nicht. Weißt Du, die Linke hat ja auch keinen Humor! Warum nennen wir denn unsere Literatursendung "Aufgeblättert. Zugeschlagen - Mit Rechten lesen"? Weil wir auch aufspringen wollen auf die Ratgeberliteratur von "Mit Rechten reden und "Mit Linken leben". Weil wir sagen wollen, guckt Euch das doch erstmal an und haltet Euch nicht an den Personalien Dagen/Kositza auf. Wie armselig ist das eigentlich, wenn es Leute gibt, die hinter allem etwas vermuten? Nein, wir reden dort über Literatur, über Bücher, die uns treffen - mitten ins Herz oder in die Magengrube. Und, sag mal, Du kochst doch genauso gern wie ich: Ich hätte Lust auf eine Sendung "Mit Rechten kochen", wir im Schürzchen und hinterher dürfen die Leute zugucken, wie wir das mit unseren Männern Michael und Götz genußvoll verspeisen.

KOSITZA: Ein Twitterteilnehmer wirft Dir vor, Du seist „rechtsaußen“ und unterstützest eine „menschenfeindliche Ideologie“. Was könnte er damit meinen?

DAGEN: Ich habe keine Ahnung, noch nicht einmal eine Idee, was er meinen könnte. Aber ich denke, wir sollten auch nicht jedem 280-Zeichen-Adorno soviel Bedeutung beimessen und auch nicht auf jeden Schrei nach Liebe reagieren. Es ist absurd.

KOSITZA: Kann man denn sagen mit der Amadeu-Antonio-Stiftung und „uns“ stehen sich zwei Lager mit unterschiedlichen Feindbildern gegenüber, die per se unversöhnlich sind? Von mir selbst kann ich sagen: Ich hatte diesen Leuten, die auf der Frankfurter Buchmesse einen Standplatz unserem Verlag gegenüber geschenkt bekamen, ein schriftliches Gesprächsangebot unterbreitet und dasselbe noch mal im direkten gegenüber wiederholt. Die wollten nicht. Es hieß pauschal, mit uns könne „man nicht reden“.

DAGEN: Ich würde da weiter gehen: Es stehen sich mit Links und Rechts zwei unversöhnliche Lager gegenüber. Ich habe viel versucht, habe alles gegeben, um im Gespräch zu bleiben. Doch erwarte ich auch ein entsprechendes Niveau. Ich erwarte Geschichtskenntnis und eine biografische gefestigte Persönlichkeit. Ich habe keine Lust darauf, immer wieder die Wechselbeziehung von Ursache und Wirkung anzumahnen und wenn schon nicht Verständnis, so doch Empathie einzufordern. Mit dem Fall, über den wir eingangs gesprochen haben, offenbart sich doch das Exemplarische. Wir sind am Ende miteinander. Was bleibt, ist auf beiden Seiten Mythenbildung und das Verzetteln im Kleinen. Solange wir nicht das Gemeinsame wiederfinden, wird das Trennende immer stärker. Wir werden uns erst in existenzieller Not wiederfinden.

KOSITZA: Wie geht’s Dir nun mit diesem Affront? Fühlst Du Dich als eine Art „Paria“?

DAGEN: Im DDR-Fernsehen gab es eine Sendung "Außenseiter-Spitzenreiter", das war immer sehr lustig. Aber im Ernst: Distanz ist doch was Schönes. Man guckt, hat Platz und wenn ich einen Schritt nur mache hab ich einen Haufen guter Leute um mich. Das Schöne sehen, positiv wirken. Es sind schreckliche Zeiten, es sind tolle Zeiten. So ein Leben ist doch irre lang - machen wir was draus. Möglichst das Beste!


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (20)

Dieter Rose
21. September 2018 07:45

nicht vergessen:
wir leben im freiesten Deutschland,
das je auf deutschem Boden existiert hat.

Caroline Sommerfeld
21. September 2018 09:58

"Wir werden uns erst in existenzieller Not wiederfinden." Das ist wahr gesprochen. Es muß immer erst alles individuell, existenziell durchlebt werden, bevor es wirklich ankommt, wirklich alles. Deswegen ist der Kassandrablick auch nicht produktiv, dieses "Ihr werdet sehen! Viel Spaß dabei! Ich weiß, daß es so kommt, ignoriert es, so lange ihr könnt, aber es wird eintreten." Deswegen nimmt zum Beispiel bei meinem Mann erst langsam der Gedanke Gestalt an, daß da etwas ganz und gar nicht stimmt mit diesem Land, seit uns der Schulverweis unserer Kinder existenziell zugestoßen ist.
Und: meint Ihr zwei denn, Ihr könntet etwa ohne mich kochen? Bleibt nur abzuwarten, ob meiner dann etwas abhaben will.

Maiordomus
21. September 2018 09:59

Geistig sind Leute, die sich so verhalten, auf Null abzuschreiben. Zur Beruhigung: eine langfristige politische Wirkung schliesse ich eher aus, obwohl die kurzfristige Macht, zumal bei der Erstellung einer niederträchtigen Konsens-Objektivität, beträchtlich ist.

H. M. Richter
21. September 2018 10:28

"DAGEN: Ja, das ist ein immer wiederkehrendes systemisches Element bei den Linken. Die Angst vor dem Anderen ist so groß, dass man dies weghaben will."
_________________________________________________

Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und das o.g. Wort 'dies' durch 'ihn' ersetzen.

Man sollte sich vollkommen im klaren darüber sein, was manche ohne Zögern täten, wenn sie dürften, wie sie wollen.

Insofern darf SD froh sein, in der Stadt Klemperers heutzutage den Großen Garten oder den Zoo ungehindert und ohne Kennzeichnungspflicht besuchen zu können.

Es ist wieder soweit: Man muß gar nicht der Teufel sein; es reicht der bloße Verdacht, man hätte Umgang mit ihm.

RMH
21. September 2018 10:33

"Am Donnerstag hat die Amadeu-Antonio-Stiftung eine Stellungnahme abgegeben und den Ausschluss Dagens aus dem Workshop verteidigt: „Teilnehmende des Workshops, darunter People of Color, äußerten, dass sie die Teilnahme Dagens unter Druck setze und sie Hemmungen hätten, sich dann frei zu äußern.“ (Quelle: Siehe oben, Beitrag aus der SZ).

Wenn ich mich von "People of Colour" unter Druck gesetzt fühle und dadurch Hemmungen entwickle, mich frei zu äußern oder zu bewegen, bin ich Rassist und voll Nazi - aber wir wissen ja mittlerweile alle, dass People of Colour per se keine Rassisten sein können, dass können nur die People of Non-Colour sein -- richtig off-colour, das Ganze ;)

https://astrologieklassisch.files.wordpress.com/2018/08/heimweg.png?quality=80&strip=info&w=1600

Durendal
21. September 2018 11:01

@RMH
Ich finde es aufrichtig von der AAS, dass sie die ernsten psychischen Probleme der Personen aus ihrem Umfeld bzw. deren mutmaßliche Angststörungen in der bloßen Gegenwart einer Person mit anderen Ansichten so offen eingesteht. Ein solches Eingeständnis ist immer der erste Schritt zur Heilung.
Auch wenn die hier vorhandene unangemessene Angstreaktion ein Indikator für eine Phobie im klinischen Sinne sein kann, möchte ich hier natürlich keine Ferndiagnose stellen. Die betroffenen Personen aus dem Umfeld der AAS sollte sich auf jeden Fall mal ein Fachmann anschauen um sicherzugehen.
Wenn diese Menschen aber jemals dazu in der Lage sein wollen ein normales Leben zu führen, müssen sie lernen, sich ihren Ängsten zu stellen. Die Flucht in Safe Spaces ist keine Lösung und widerspricht auch dem Inklusionsgedanken.

Der_Juergen
21. September 2018 11:17

@Caroline Sommerfeld

Ich will Ihrem Gatten, dem ja anzurechnen ist, dass er zu Ihnen steht, gewiss nicht zu nahe treten, aber wenn er erst seit dem Schulausschluss Ihrer Kinder zu begreifen begonnen hat, dass an diesem Staat etwas faul ist, hat der Lernprozess bei ihm reichlich spät eingesetzt. Was Ihren Kindern, und damit Ihrer Familie, zustiess, ist nur ein Fall unter Zehntausenden. Und in sehr vielen Fällen beschränkten sich die Repressalien leider nicht auf den Schulausschluss von Kindern eines zum Volksfeind abgestempelten Menschen.

quarz
21. September 2018 11:22

Ausschluss von einem Workshop zu "Echokammern und Filterblasen" aus Angst vor Trübung der ideologischen Harmonie - das hat schon auch dürrenmattsche Komik.

Heinrich Loewe
21. September 2018 11:29

Ja, es sind zwei unversöhnliche Lager, leider Gottes. "Miteinander reden" ist nach dem Motto Die Hoffnung stirbt zuletzt. Man fragt sich, wie das weitergehen soll.
Im Grunde ist es aber folgerichtig: Die liberale Demokratie, die das emanzipierte Ich zum Subjekt hat, kann ja langfristig nur fragmentieren. Wo soll der Kitt der Gesellschaft herkommen. Werte? Die Amerikaner müssen immer wieder chanten, daß sie die Größten sind, um den Laden einigermaßen zusammenzuhalten
Das Völkische bzw. Idenditäre könnte den Kitt hergeben, im Sinne von Schicksalsgemeinschaft mit gemeinsamer Geschichte und Kultur. Dies ist leider beschädigt, wenn nicht verbrannt. Lohnt es, um die Wiedergewinnung der Begriffe zu kämpfen?
Bleibt die Monarchie. Schon nach Dante die "Natürliche Ordnung".
Auch Zustimmung meinerseits: Die Not muß wohl leider erst groß werden. Einstweilen die Kinder streng erziehen, wenn es geht, damit sie vorbereitet sind.

heinrichbrueck
21. September 2018 12:30

Die ideologische Ausrichtung dieser Leute, in den vergangenen Jahrzehnten offenkundig geworden, ist eine Welt ohne Weiße Rasse. Nennt sich auch Antirassismus. Antifa und Medien, ihr Zusammenspiel, verkörpern diese Zielsetzung.
Die Antirassismusgarde, auch Antifa genannt, Kettenhund irgendwelcher NGOs, lassen diejenigen in Ruhe, die der Zielsetzung nicht im Weg stehen, auf Linie gebracht sind und vorauseilenden Gehorsam signalisieren.
Die Struwwelpetergeschichte funktioniert.
"Demokratie ist anstrengend: Bis wieder von einer freien und fairen Debatte die Rede sein kann, ist es noch ein weiter Weg." (Dieter Stein)
Über das "wieder" wäre zu reden.
Es gibt auf der Rechten eine gewisse Realitätsblindheit, es sei denn sie will im Aufwachprogramm langsamer auftreten, sachte anklopfen anstatt die Tür eintreten, die ansonsten gefährlich werden könnte, schließlich ist der Kaninchenbau sehr tief, ist sie sich ihrer nicht bewußt, wie es bei Liberalkonservativen zumeist der Fall ist.
"Wir werden uns erst in existenzieller Not wiederfinden."
Stimmt. Bis zu diesem Zeitpunkt, dem eine deutsche Blutspur vorausgehen wird, - die Sünde kommt nicht in den Himmel -, darf der antirassistische Selbsthaß weiterhin sein Mordprogramm ausführen. Sie bringen in jede deutsche Familie das Verderben und die Zerstörung. Und den Tod, langfristig gesehen.
Welche deutsche Familie wurde in den letzten hundert Jahren verschont?

Gustav Grambauer
21. September 2018 12:37

Durendal

Es ist offenbar eine verdeckte Doktrin, die gesamte öffentliche Sphäre als Geschützten Raum für psychotherapeutische Scharlatan-Spielchen zu beanspruchen. Sowieso hat schon der gesamte Komplex der Klientenzentrierten Gesprächstherapie, der - könnte man meinen (???) - einmal für Vertrauensgespräche hinter gepolsterter Tür entwickelt worden war, wie eine Krake auf den öffentlichen Raum ausgegriffen und sich die öffentliche Kommunikationskultur unterworfen. In der Schule des Sohnes unserer Freunde (in Thüringen) hängt neben der Tafel die Gefühls-Uhr, jedes Kind muß morgens dort an einem Schieber einstellen wie es sich gerade "fühlt", und dies läuft auf eine bizarre Art völlig abstrahiert / "emanzipiert" vom Mobbing auf dem Schulhof. Schon diese Farce veranschaulicht, daß auf diesem Wege niemals irgendetwas geheilt werden kann, zumal es dazu eines noch ganz anderen, nicht mal in der Therapeuten-Szene vermittelbaren Herangehens an die Seelentektonik bedürfte. Ganz abgesehen davon müßte auch in infrastrukturellen Dimensionen die Maazsche Psychotherapeutische Revolution eingeleitet werden, bei deren Imagination diese Mafia aber zuerst das Geld in der Kasse klingeln hört. Hinzu kommt, daß diese "Revolution" ressourcenmäßig gar nicht anders als in Gruppentherapien durchführbar wäre, welche schon aus ihrer kollektivistischen Grundnatur heraus gar keinen tieferen Heilungserfolg zeitigen können.

Aber der Kern ist: Heilung ist hegemonial gesehen gar nicht gewollt, vielmehr will das System nicht weniger - aber auch nicht mehr - als daß auch der letzte Deutsche seine Lebenshaltung, seine Lebensansprüche und seinen Habitus auf diejenigen der Hambi-Aktivistin herunterstutzt:

https://www.youtube.com/watch?v=1R7XAl3wasw

(Beim "Hambi" geht es erst in zweiter Linie um Braunkohle. In erster Linie handelt es sich um ein Trainingsscamp für den Bürgerkrieg, und zwar für alle drei Beteiligten, NGOs, Polizei und Konzerne, bei letzteren für deren jetzt anstehende eigene Militarisierung à la Leunawerke 1921, womöglich wird es bald wieder überall Betriebskampfgruppen geben. Würde mich nicht wundern, wenn noch herauskäme, daß die Aktionäre von RWE zugleich die Umwelt-NGOs finanzieren!)

Es ist klar, daß Frau Dagen allein mit der Ausstrahlung ihrer Klarheit diese hier nur oberflächlich skizzierbare Machination empfindlich stören würde, ohne daß sie auch nur ein einziges Wort sagte ...

... im Hygienemuseum (!) - dem sinnbildlichen Ort, den sich die Neurotiker oder sogar Psychopathen für das Ausleben ihres Waschzwangs nicht ohne freiwillig-unfreiwillige Finesse ausgesucht haben.

- G. G.

Lotta Vorbeck
21. September 2018 13:12

@Caroline Sommerfeld - 21. September 2018 - 09:58 AM

"... Und: meint Ihr zwei denn, Ihr könntet etwa ohne mich kochen? Bleibt nur abzuwarten, ob meiner dann etwas abhaben will."

___________________

Falls Ihrer - was ich nicht wirklich glaube - tatsächlich nichts vom Mahl abhaben wollen würde - ich käme jedenfalls gern zum Essen.

Lotta Vorbeck
21. September 2018 13:27

@Susanne Dagen

"Und gern hätte ich eine Vertreterin einer Stiftung kennengelernt, die von IM Victoria geleitet wird, die ihrerseits erwiesenermaßen 8 Jahre lang für die Stasi gespitzelt hat und pikanterweise vor allem Künstler und Ausländer observierte. Eine Ungeheuerlichkeit, diese Frau mit dem großangelegten und staatlich massiv durchfinanzierten Programm "Kampf gegen Rechts" zu betrauen! Auch ein Schlag ins Gesicht für all jene, die zu DDR-Zeiten unter der Stasi gelitten haben. Mit dem kürzlich und viel zu früh verstorbenen Autoren und Publizisten Ulrich Schacht haben wir immer wieder und heftig darüber debattiert."

@Ellen Kositza

"Man hat Dir zum Vorwurf gemacht, daß Du mit mir bekannt bist und mit mir zusammenarbeitest. Das ist deshalb lustig - oder besser: bestürzend, weil genau dieses Vorgehen, dieses Ausschließen und Mundtotmachen ja exakt der Mechanismus ist, den Du in der von Dir initiierten Charta 2017 beklagt hast: Unter der großen, pseudoweltoffenen Überschrift “Toleranz“ wird das exakte Gegenteil gelebt, nämlich Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, oder?"

@Susanne Dagen:

"Ich würde da weiter gehen: Es stehen sich mit Links und Rechts zwei unversöhnliche Lager gegenüber. Ich habe viel versucht, habe alles gegeben, um im Gespräch zu bleiben. Doch erwarte ich auch ein entsprechendes Niveau. Ich erwarte Geschichtskenntnis und eine biografische gefestigte Persönlichkeit. Ich habe keine Lust darauf, immer wieder die Wechselbeziehung von Ursache und Wirkung anzumahnen und wenn schon nicht Verständnis, so doch Empathie einzufordern. Mit dem Fall, über den wir eingangs gesprochen haben, offenbart sich doch das Exemplarische. Wir sind am Ende miteinander."

_________________________

Zu Ostzeiten lautete der Standardvorwurf (auch auf nur verhalten) vorgebrachte Kritik: "Bist Du etwa nicht für den Frieden?", unausgesprochen vulgo "für den Krieg".

Da es sich bei den Protagonisten des bereits deutlich bröselnden BRD-Systems, inclusive seines nachgeordneten Establishments zu großen Teilen um in der Wolle gefärbte Kommunisten/Maoisten/Stalinisten handelt, bedarf es wenig Phantasie um sich vorzustellen, was zukünftig noch alles auf der Agenda stehen könnte. Diesbezüglich kommt's lediglich darauf an, wie viel Zeit denen noch dafür bleibt, den alles niedertrampelnden und zerstampfenden Leviathan weiterhin zu reiten.

Wer's genauer wissen möchte, befrage den Großen Gockel, wegen welcher öffentlich genuschelter Sentenz - nahezu genau drei Jahre liegt's nun zurück - ein einst gefeierter Katzenkrimiautor zum quasi vogelfreien Paria erklärt worden ist.

silberzunge
21. September 2018 21:36

Rechts sein bedeutet in erster Linie, verfemt zu sein.

Simplicius Teutsch
21. September 2018 23:51

Es ist jedes Mal wieder bestürzend, wenn ich davon lesen oder hören muss, ich fühle mich persönlich mitgetroffen, soviel konformes Mobbing, soviel ehrliche Intoleranz und verbissener Eliminierungswille von Seiten der Gut- und Bessermenschen: „Der Buchhändlerin Susanne Dagen wurde am vergangenen Mittwoch bei einer Tagung in Dresden die Tür gewiesen.“

Leider ist das ja kein vereinzeltes Beispiel, die Ausgrenzung funktioniert gesellschaftsweit auf allen Ebenen und wird systematisch betrieben. Ich muss die Realität in Deutschland akzeptieren: „Die Veranstaltung fand in Kooperation unter anderem mit der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Kulturbüro Sachsen e.V. und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen statt.“

Der Feinsinnige
22. September 2018 20:39

Wer hat bei den Veranstaltern so fest geschlafen, daß man Frau Dagen überhaupt zunächst an der Tagung hat teilnehmen lassen? Die Verantwortlichen der Veranstaltung werden sich jetzt zumindest intern wohl einiges anhören müssen. Sie habe im „Kampf gegen rechts“ völlig versagt.

Aber im Ernst:
Diese Geschichte ist ein weiteres Zeichen fehlender Souveränität, ein Zeichen der Schwäche. Bundeszentrale für politische Bildung, Kulturbüro Sachsen e.V. - Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen – maßgebliche Träger der herrschenden Ideologie wissen sich nicht anders zu helfen als mit einer solchen Maßnahme. Sie haben die Lage längst nicht mehr im Griff und scheinen das auch zu wissen. Anders ist z.B. auch das öffentliche Theater um die causa Maaßen nicht zu verstehen. Bislang ist noch jede gegen die eigenen Bürger gerichtete Ideologie gescheitert. Je dünner das Eis, auf dem die Ideologen wandeln, desto hilfloser, ja hysterischer reagieren sie. Das Eis wird brechen, weil es brechen muß.

Amon73
22. September 2018 22:30

Sehnsüchtig warte ich auf die nächste Folge von "Mit Rechten lesen".Besonders die ersten beiden Sendungen waren vorzüglich,was teilweise auch an den schillernden Gästen lag.Ein "Kochen mit Ellen" würde ich mir auch noch anschauen.Es freut mich außerordentlich,daß es in diesen Zeiten noch aufgeweckte Zeitgenossen gibt, die echte Haltung zeigen.Lichtmesz und Sellner wären ebenfalls interessante Gäste.Weiter so!

Cacatum non est pictum
22. September 2018 23:33

"Wir sind am Ende miteinander. Was bleibt, ist auf beiden Seiten Mythenbildung und das Verzetteln im Kleinen. Solange wir nicht das Gemeinsame wiederfinden, wird das Trennende immer stärker. Wir werden uns erst in existenzieller Not wiederfinden."

Amen. Das ist die Großwetterlage auf den Punkt gebracht. Ich sehe zurzeit auch keinen Ausweg mehr aus diesem Dilemma. Es wird gewiß noch den einen oder anderen Überläufer geben, aber im großen und ganzen stehen die beiden Blöcke - unverrückbar und klar voneinander separiert. Eigentlich bürgerkriegsbereit, wenn man so will und wenn man sich einige Zutaten hinzudenkt, die das explosive Gebräu zur Umsetzung bringen könnten. Ein neuerliches Zusammenfinden kann ich mich nur vorstellen vor dem Hintergrund eines kataklysmischen Desasters. Vielleicht wird das eine Frage von Generationen sein; vielleicht werden wir, die wir hier schreiben, diesen Umkehrpunkt gar nicht mehr selbst erleben.

Gustav Grambauer
23. September 2018 09:17

Konstantin Wecker ist durch seine Regenbogenspiritualität "schon weiter", hinduistisch gesprochen im Vara-Bhaya-Bhava, in der Angstfreiheit angekommen. Deshalb ist für ihn "Das macht mir aber jetzt Angst!" längst kein Thema mehr. Deshalb ist er auch eop ipso Wunderheiler. Er kommt mit Edlen Wilden aus Kamerun in Tracht, die ihm zu Willen sind wie der Rauhe Percht dem Nikolaus bei der Einkehr. Vorher gibt`s `nen Osho Dynamic Kundalini Shake, denn erst muß das Body-Mind-System aufgebrochen werden. Er sagt, er würde sogar Bernd Höcke wunderheilen können (16:17 bis 17:23):

https://www.ndr.de/fernsehen/DAS-mit-Liedermacher-Konstantin-Wecker,dasx16130.html

(Kennt jemand einen Bernd Höcke?)

Allein der Mißgriff beim Vornamen offenbart den ganzen Abgrund des Narzißmus on the trip. Unglaubliche Entgleisung, Anmaßung und Frechheit, aber bezeichnend für die Selbstentgrenzung der Psycho-Spinner im öffentlichen Raum!

- G. G.

Stil-Bluete
26. September 2018 09:32

Mit Rechten kochen!

Das wäre ganz nach meinem Geschmack: Nichts anbrennen lassen, alles in Butter, armes Würstchen, ins Fettnäpfchen treten, da ham' wir den Salat...

Und als erste einheimische, weil adoptierte Frucht zu bekochen, schlüge ich die Kartoffel vor, auch weil wir Deutschen so liebevoll mehr benannt als beschimpft werden.

Hier bereits die poetische Vorspeise:

Ringelnatz, Joachim (1883-17.11.1934)

Abschiedsworte an Pellka

Jetzt schlägt deine schlimmste Stunde,
Du Ungleichrunde,
Du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,
Du Vielgequälte,
Du Gipfel meines Entzückens.
Jetzt kommt der Moment des Zerdrückens
Mit der Gabel! -- Sei stark!
Ich will auch Butter und Salz und Quark
Oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen.
Musst nicht so ängstlich dampfen.
Ich möchte dich doch noch einmal erfreun.
Soll ich Schnittlauch über dich streun?
Oder ist dir nach Hering zumut?
Du bist so ein rührend junges Blut. --
Deshalb schmeckst du besonders gut.
Wenn das auch egoistisch klingt,
So tröste dich damit, du wundervolle
Pellka, dass du eine Edelknolle
Warst, und dass dich ein Kenner verschlingt.

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