Warum Sezession? (V)

Meine Stellung und meine Erlebnisse bringen mich dazu, gefährliche Blätter mit mehr Aufmerksamkeit zu lesen, als es von Seiten ...

 Gastbeitrag

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… der meis­ten ande­ren der Fall sein mag, und wer die non­kon­for­me Pres­se in den letz­ten Jah­ren hier ver­folgt hat, der muß­te ja doch den Ein­druck gewin­nen, daß es um deren Güte nicht gera­de zum Bes­ten bestellt war.

Mich hat die Lek­tü­re aber doch noch nicht gera­de auf die Wen­dung der Sache vor­be­rei­tet, die eine tief betrü­ben­de und für unser natio­na­les Gefühl demüt­hi­gen­de ist. Ich konn­te nicht glau­ben, daß es kei­ne Zeit­schrift gibt, die erkannt hat, daß es der Sezes­si­on bedarf, um die Wün­sche und Bestre­bun­gen einer Nati­on zu verwirklichen.

Sicher, die Ver­gnü­gun­gen der gro­ßen Stadt haben sehr viel Anzie­hen­des. Die Leich­tig­keit des Ver­kehrs auf den Bah­nen, die Frei­zü­gig­keit, – alles dies hält die in den grö­ße­ren Städ­ten durch Zer­streu­ung abge­len­te Bevöl­ke­rung fest, und dies hat der Agi­ta­ti­on gro­ßen Vor­schub geleis­tet. Noch viel stär­ker wur­de dies, wie wir die Revo­lu­ti­on der Satz­tech­nik erlebten.

Bis dahin war ein gewis­ses Kapi­tal und mit dem Kapi­tal viel­leicht ein gewis­ses Maß von Bil­dung vor­han­den und erfor­der­lich, um eine Zei­tung ins Leben zu rufen; heut­zu­ta­ge kann man mit 1000–1500 Euro dem Unter­neh­men näher tre­ten, und nach Bil­dung ist ja gar kein Bedürf­niß, man braucht bloß abzu­schrei­ben, was einem gelie­fert wird, und das bekommt man von der Agi­ta­ti­on gelie­fert, was gedruckt wer­den soll. Aber genau dar­in liegt auch die Gele­gen­heit, die nur ergrif­fen wer­den woll­te: Der Sezes­si­on eine Stim­me zu geben und die­se auf star­ke Schul­tern zu setzen.

Möge es das letz­te Mal sein, daß die Errun­gen­schaf­ten der Sezes­si­on mit frei­gie­bi­ger Hand weg­ge­ge­ben wer­den, um die nim­mer­sat­ten Anfor­de­run­gen eines Phan­toms zu befrie­di­gen, wel­ches unter dem fin­gier­ten Namen von Zeit­geist oder öffent­li­cher Mei­nung die Ver­nunft der Fürs­ten und Völ­ker mit sei­nem Geschrei betäubt, bis jeder sich vor dem Schat­ten des ande­ren fürch­tet und alle ver­ges­sen, dass unter der Löwen­haut des Gespens­tes ein Wesen steckt von zwar lär­men­der, aber wenig furcht­ba­rer Natur.

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