Sezession
30. September 2018

Sonntagsheld (78) – Alles für’n Arsch

Till-Lucas Wessels / 25 Kommentare

Zerplatzende Seifenblasen soll man nicht aufhalten

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Speyer ist eine Stadt in Rheinland-Pfalz. In dieser Stadt gibt es einen Jugendstadtrat und dieser Jugendstadtrat kam wiederum auf die grandiose Idee im Rahmen einer „interkulturellen Woche“ in Zusammenarbeit mit der Initiative „Speyer ohne Rassismus – Speyer ohne Courage“  einen Dichterwettstreit auszutragen. Soweit, so langweilig; ein paar Stunden sollten die Teilnehmer im eigenen Saft bei behaglicher Nestwärme vor sich hinblubbern, mit verständnisvoller Distanz etwa der Geschichte einer 14-jährigen Sudanesin auf der Flucht lauschen, um dann am Ende butterweich gekocht in die Rotwein-Bars und sterilen Wohnzimmer zu taumeln, beseelt von dem Gefühl, endlich mal etwas getan zu haben gegen die Ungerechtigkeit in der Welt. Mit Courage – es ist ja wirklich eine Binsenweisheit, aber ich schreib’s nochmal gern auf, weil es in diesem Fall besonders köstlich ist – hat das alles freilich nichts zu tun.

Es ist ja nun nicht so, dass auf solchen Bühnen irgendwas vorgetragen würde, was auch nur in irgendeiner Art und Weise geeignet wäre Anstoß zu erregen. Die Grenzen der Vulgarität, das Böhmermann-Gedicht hat das ja recht eindrücklich gezeigt, sind allmählich erreicht und mit Fäkalsprache kann man heute niemandem mehr empören.

Es sei denn, man reimt „Zivilcourage“ auf „für den Arsch“. So sprach, unter den entsetzten Blicken der anwesenden Antifa-Schickeria, die 14-jährige AfD-Tochter (wichtig!!!) Ida-Marie Müller in ihrem Beitrag auf jener Bühne, die eigentlich errichtet worden war, um dem interkulturellen Austausch zu huldigen. Mit Reizworten gespickt war schon der Einstieg der Jungpatriotin: „Der Neger ist kein Neger mehr, Zigeuner kann man auch nicht sagen.“ Verständlich, dass sich die Veranstaltungsleitung zeitweise genötigt sah, das Mikro zu kappen, um das vermeintlich überforderte Publikum vor solcherlei Verbalangriffen zu schützen.

Blöd nur, wenn besagtes Publikum von diesen Texten total begeistert ist und der Vortragenden qua anhaltendem Applaus und Jubel den ersten Platz beschert. Das hatte man sich dann doch anders vorgestellt und so blieb den Verantwortlichen nur, die Siegerin kurzerhand zu disqualifizieren. Das gefiel zwar dem Publikum gar nicht, aber was will man machen?

Kein Preis also für Ida-Marie Müller, dafür aber die Liebe des Publikums und die Anerkennung des gesamten Widerstands für ihren Mut, ihre Standhaftigkeit und natürlich ihre Dichterkünste. Ich lege noch einen Lorbeerkranz oben drauf und meinen Lesern das unten dokumentierte „Schmähgedicht“ ans Herz. Gewinnerin des Wettbewerbs war übrigens das Mädchen mit der Story vom sudanesischen Flüchtlingskind – eine junge Deutsche. Es ist halt alles nicht mehr so wie früher: Der Gewinner ist nicht mehr der Sieger, Zivilcourage ist nicht mehr links und – so sagte einmal ein kluges Mädchen: Der Neger ist kein Neger mehr.

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PoetrySlamBeitrag von IdaMarie Müller

Der Neger ist kein Neger mehr / Zigeuner darf man auch nicht sagen.
Rassistisch ist das beides sehr / so hört man es an allen Tagen.
Wer´s trotzdem wagt wird ausgebuht / gefeuert und geächtet,
In Zeitungen und Talkshows mit viel Wut / denn so sind die „Gerechten”.
Das Kinderbuch prüft ein Zensor / Weiß ist jetzt Sarrotis Mohr.
Und das nennt sich dann Zivilcourage / Und wisst ihr was? – Das ist für‘n Arsch!

Aus fernen Ländern kam der Gast / Dank Menschenhändlerbanden.
Reist mit Handy, und ohne Pass / in den gelobten deutschen Landen.
Verbittert ist der junge Mann / Finanziell geht‘s ihm zwar besser.
Weil er aber kein Fräulein haben kann / hilft er schnell nach mit – einem Messer.
Ein Einzelfall, so sagen die Experten. / Kultursensibel sei das zu bewerten.
Wer wütend ist und‘s anders meint / Ist nur ein brauner Fremdenfeind.
Und das nennt sich dann Zivilcourage / Und wisst ihr was? – Das ist für‘n Arsch!

Das bunte Bündnis, tolerant, zivil und breit. / Wir finden‘s in jeder Stadt.
Gekämpft wird dort für Moral und Menschlichkeit. / Ein jeder dabei wer nen Namen hat:
Linke, Gewerkschaft, Kirchenvertreter / Karrieristen und Volksverräter.
Der Flüchtling und der Muselmann / die muss man integrieren.
Ob man das auch bezahlen kann / hat nicht zu interessieren.
Wenn Deutsche verarmen, ist doch egal. /So weiß es die linksgrüne Hypermoral.
Und das nennt sich dann Zivilcourage, / Und wisst ihr was? – das ist für‘n Arsch.

Für alle die zu uns einwandern / fordern die heil´ge Solidarität.
Die Opfer bringen dann die Andern / S´ ist bequemer so und tut nicht weh.
Mutig geben sie vor zu sein / woll´n aber nichts riskieren.
Sie glauben an ihre Heuchelein / denn geschickt sind sie im Lavieren.
Bunte Vielfalt statt braunem Brei / Hauptsach´ die Stadt ist Nazifrei.
Und das nennt sich dann Zivilcourage/ Und wisst ihr was? – Das ist für‘n Arsch!

Dort wohnt ein AfDler und Rassist / So wissen‘s Büttel und Denuzianten.
Und geben Namen und Adress / schnell weiter an die Antifanten.
Dem schlägt man dann die Fresse ein / In unsrer Stadt darf der nicht sein!
Hundedreck im Briefkastenschlitz / bei Nacht und Nebel, was für ein Witz.
Im Kampf gegen Rechts ist alles erlaubt / Hier geht es um Demokratie und Werte.
Deutschland verrecke, schreien sie laut / wie eine Hornochsen‐Herde.
Und das nennt sich dann Zivilcourage! / Und wisst ihr was?! – Das ist für‘n Arsch!

Und die Moral von der Geschicht?
Nun steck das Messer dir im Bauch / denn so ist‘s im Orient der Brauch.
Rufen alle mit Applaus: / „ NA‐ZIS RAUS !!!”

 


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (25)

Solution
30. September 2018 21:37

Respekt - und Schande über uns Männchen, daß wir jetzt die jungen Frauen für uns kämpfen lassen...

Das wird sich ändern.

ALD
30. September 2018 22:28

Zeit für BARRIEREN BAUEN:
https://youtu.be/4Eaf9VyM9EA

Franz Bettinger
30. September 2018 22:42

Ida-Marie Müller ist wahrlich eine Heldin. Wie blamabel von den Meinungs-Eunuchen, dem mutigen Mädchen das Mikro abzudrehen und Ida-Marie zu disqualifizieren! Mit welcher Begründung eigentlich? Hoffnung aber gibt uns das couragierte, begeisterte Publikum.

Cacatum non est pictum
30. September 2018 23:22

Nette Geschichte, nur mag ich nicht glauben, daß ein 14jähriges Mädchen diesen Text erdichtet hat. Da ist die Kleine wohl vom tatsächlichen Urheber benutzt worden, um dessen Agenda zu plazieren. Ob ich das gut finden soll, weiß ich nicht. Andererseits hat die Aktion offenbar mächtig Staub aufgewirbelt, was wiederum ganz nach meinem Geschmack ist.

Lotta Vorbeck
1. Oktober 2018 00:57

Mutige Ida-Marie Müller beim Speyerer Dichterwettstreit
https://www.youtube.com/watch?v=7M772tIB9M0

Andreas Walter
1. Oktober 2018 02:53

Ah, schön, den casus belli dieser Geschichte kannte ich nämlich noch nicht. Sehr mutiges Mädchen, muss man schon sagen. Ohne Zweifel eine Heldin, ein Fall echter Courage.

Ganz anders als bei folgender Geschichte, die auch bei Focus Online veröffentlicht wurde, und die mit dem Satz endet: "Zum Schutz aller in diesem Artikel erwähnten Personen wurden ihre Namen geändert. Auch unsere Autorin schreibt unter Pseudonym." (soviel auch zum Thema verifizierbare Quellen, "Lena Schirmherr" von der Lügenpresse).

https://www.huffingtonpost.de/entry/ein-neonazi-wollte-mich-daten-so-habe-ich-ihm-geantwortet_de_5bab45eee4b07dc0b87f1a9c?utm_hp_ref=de-homepage

Die Geschichte ist so was von irre (und so voller Klischees), dass man sie unbedingt gelesen haben muss. Wirklich lustig. Habe auch schon diverse Lieblingsstellen, von der Eine wie aus einem richtig schlechten Groschenroman für Frauen klingt:

"“Ja, war ich. Und es war wunderbar”, sage ich mit Nachdruck. Für einen Moment herrscht Stille am Tisch."

Hahahahaha, und warf dabei meinen Kopf nach hinten und liess dazu mein Haar in Zeitlupe wallen. Wie in der Werbung. Ganz, grosses, Kino - "Lena". Die Goldene Nazikeule ist dir damit so gut wie sicher. Lediglich marxistische Propaganda aus der Sowjetunion könnte dir jetzt noch gefährlich werden.

eike
1. Oktober 2018 03:08

Solche Sonntagsheldinnen lassen mich optimistisch (manche würden sagen 'red-pilled') in die Woche gehen.

Den Text hat sicher keine 14-jährige verfaßt, aber der Mut, ihn in der Höhle des Löwen vorzutragen, verschlägt den Atem. So etwas muß belohnt werden. Kann Sezession.de eine Spende weiterleiten oder das Konto der "AFD-Eltern" mitteilen?

Maiordomus
1. Oktober 2018 08:06

Speyer bleibt für die Königs- und Kaisergräber immer eine Reise wert, im Rückblick auf das 2. Jahrtausend lassen sich immer wieder mal einige Proportionen wieder herstellen. Das oben Geschilderte geht einem unter dieser Perspektive buchstäblich am A. vorbei.

David
1. Oktober 2018 08:48

Lt. JF ist Ida-Marie Müller die Tochter der AfD-Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst:

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2018/tochter-von-afd-abgeordneter-sorgt-fuer-eklat-bei-poetry-slam/

Ein gebuertiger Hesse
1. Oktober 2018 10:45

Tolles Mädchen, tolles Gedicht. Eine Provokation wie sie im (Kubitschekschen) Buch steht.

Bran
1. Oktober 2018 11:01

Zwei Sichtweisen, die in mir Widerstreiten:

1. Als ich davon zuerst über Twitter las, war ich begeistert über das Mädchen und das Publikum. Die Gezeiten wandeln sich und die Punk-Attitüde, das Rotzige und Freche, das die Jugend begeistert, verschiebt sich nach rechts. Gut so.

2. Cacatum non est pictum hat es bereits angesprochen: Nach der ersten Begeisterung drängt sich mir der Gedanke auf, dass dieses mutige Mädchen mit dem Text und der Intention von Erwachsenen in die Manege geschickt wurde. Linke, Palästinenser, Moslems im Allgemeinen neigen dazu, Kinder vorzuschicken. Gefällt es mir, wenn Rechts jetzt auch Kindersoldaten aufbaut?
Nein. Es bleibt ein fader Nachgeschmack.

Kositza: Also, das Mädchen macht mir nicht den Eindruck, als habe man sie zu diesem T-Shirt und diesem "Gedicht" gezwungen, sie wirkt ordentlich selbstsicher. "Kindersoldatin", das ist doch lächerlich!

sokrates399
1. Oktober 2018 12:04

Franz Bettinger:
Die Begründung war:
"Wie die städtische Pressesprecherin Barbara Fresenius gestern auf Anfrage ergänzte, seien Sätze wie in Ida-Marie Müllers Beiträgen nicht unter dem Wettbewerbsthema „Zivilcourage“ zu verbuchen, sondern eher dem Kapitel „Geistige Brandstifter schüren Ängste“ zuzuordnen. Die Interkulturelle Woche hingegen „will klares Bekenntnis für Speyer als weltoffene, vielfältige und friedliche Stadt sein“.
(https://www.rheinpfalz.de/lokal/speyer/artikel/speyer-eklat-beim-dichterwettstreit/)

Also: "Thema verfehlt"! Grotesker geht es wohl kaum. Da kann man gleich einen korrekten Text vorgeben, der dann preisgekrönt wird.

Man sollte Speyer als alte Kaiserstadt zur Hauptstadt Deutschlands erklären!

Bran
1. Oktober 2018 12:47

@Kositza: Ich habe nirgends behauptet, das Mädchen sei gezwungen worden.
Und ich finde den Begriff Kindersoldatin insofern durchaus passend, als dass diese sympathische junge Person von der Gegenseite mit grösstmöglicher Verachtung betrachtet wird und diese Verachtung sich in allen möglichen Schandtaten entladen kann.

Andreas Walter
1. Oktober 2018 13:03

@Lotta Vorbeck,

Danke für das Video. Immer besser, sich selbst ein Bild der Dinge zu machen. Bilder sagen nämlich mehr als Worte, und hier sind Beide echt, einschließlich dieser mutigen kleinen Kämpferin für die Freiheit.

Also benutzt oder gezwungen hat die Ida-Marie niemand, das sieht man, dass ihr das richtig Spass gemacht hat. Ich traue einer 14-jährigen zudem durchaus zu, auch das Gedicht selbst geschrieben zu haben. Oder das sie sich auch der exponierten Lage ihrer Familie bewusst ist. Dass ihr bewusst war, dass ihr dichterischer Protest und Vortrag auch auf Widerstand stossen, Folgen haben könnte.

Könnte mir sogar vorstellen, dass zumindest der Herr Papá nichts davon gewusst hat, denn ich hätte es ihr nicht erlaubt. Dazu sind meine Beschützerinstinkte viel zu stark, ist die Welt in meinen Augen viel zu voll von ruchlosen und verkommenen Gestalten. Von Verrückten und Blinden zudem.

Darum ist sie auch eine Heldin.

Die meisten Frauen haben nämlich gar nicht den Mumm, aus der Herde auszutreten. Am wenigsten in dem Alter.

nom de guerre
1. Oktober 2018 13:50

@ Kositza
Nun ja, Zwang ist bekanntlich nicht die einzige Möglichkeit, jemanden vorzuschicken, der mangels Lebenserfahrung nicht weiß - im Alter von 14 Jahren noch gar nicht wissen kann -, worauf er sich einlässt, wenn er sich in dieser Weise öffentlich exponiert. Meine erste Reaktion auf die Nachricht war uneingeschränkt positiv. Nachdem ich das Gedicht gelesen habe, finde ich das Verhalten des mutmaßlich erwachsenen Verfassers aber eher etwas fragwürdig.

Kositza: Liebe/r nom de guerre, nja, Erziehung, rechtverstanden, ist immer "irgendwo Zwang", gell? Selbstverfaßt/fremdverfaßt: in dubio pro reo, oder? Mich hat das Gedicht auch nicht wirklich angenehmn berührt, aber es erinnerte mich ganz grob an Textchen, die ich mit 15 verfaßt habe. Also in einem Alter, wo man noch viieel lernen kann/muß/sollte...

Gast auf Erden
1. Oktober 2018 14:17

In derber Sprache und so, wie es für "Slammer" gang und gäbe ist, hat die junge Lady die Frontverläufe und Denkmuster vieler auf den Punkt gebracht. Ich meine auch - ähnlich wie @Kositza - , dass ihr, auch wenn der Text nicht von ihr stammen sollte, schon bewusst ist, wohin die Reise geht und auch selbstbewusst genug ist, das jetzt Kommende an medialer Aufmerksamkeit auszuhalten. Außerdem hat sie dem zweiten Teil des Mottos, also das mit "Zivilcourage" voll entsprochen. - Natürlich reichlich amateurhaft von den Ausrichtern, sich vorab keine Texteinsicht zu verschaffen und auf diese Weise auf offener Bühne Märtyrer zu schaffen. - Apropos große Bühne: Wird Antaios auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sein?

John Haase
1. Oktober 2018 16:26

@Sokrates399
Danke für den Link. Wahrlich königlich. Und das mit 14! Schildmaiden, es gibt sie doch!

P.S.: vielleicht hätten sie „Tom Kupferschmidt mit der Aufforderung, sich eine Meinung zu bilden und sie zu vertreten“ besser gleich mit disqualifiziert. Eine eigene Meinung ist schließlich nichts als die Vorstufe von Hass, der wiederum keine Meinung ist, sondern das verursacht, „was wir hier schon mal hatten“, also Faschismus, der bekanntlich ebenfalls keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen.

RMH
1. Oktober 2018 17:02

Zum Thema:
"Hat sie nicht selber geschrieben".

Ich war auf ein paar dieser sog. "Poetry Slam"- Veranstaltungen und was da zum Teil noch deutlich jüngere Kinder raus hauen, war streckenweise durchaus beeindruckend - oder haben die alle etwa nur die Flausen der Dipl.-Germ. Mutti, die ansonsten nur Selbstverlegtes vertreibt, unter die Leute gebracht?

Das Video und sein Ton waren beim hier besprochenen Fall grottenschlecht, aber es entspricht in etwa dem, was auf Veranstaltungen gymnasialer Mittelstufen geboten wird und von daher geht das aus meiner Sicht auch bei einer Vierzehnjährigen in Ordnung.

PS: Ich hasse Poetry Slam! Nur Gruppenzwang oder familiäre Verpflichtungen brachten mich dahin!

Kositza: Ja, ja, und ja!

Stresemann
1. Oktober 2018 20:01

Ich halte allerdings die Urheberschaft der 14-jährigen durchaus für möglich - ob mit lektorierender Hilfe von Außen oder gar ganz ohne. Es gibt durchaus - nach meiner eigenen Erfahrung -, ob in Schule oder Familie, eben solche 14-jährigen Mädchen, die einfach geradeaus denken und auch texten können. Ob die real existierende Bildungslandschaft diese Fähigkeiten nun fördern mag, oder nicht...

sokrates399
1. Oktober 2018 22:55

Ich hasse ebenso Poetry-Schlamm. Als ich "in meiner Jugend" an solchen Veranstaltungen teilnahm, gewann stets der, der am häufigsten und lautesten F-Wörter produzierte. Die Grenzen zur den widerlichen Ejakulationen der "Gangster-Rapper" sind fließend.
Gewiß ist das Produkt aus Speyer keine große Lyrik. Und egal ist es auch, wer es verfaßte. Was zählt, ist die Tat und der Mut Ida-Maries. Sie ist erst 14, und diese Tatsache macht Mut, uns zeigend, daß die "heutige Jugend" nicht nur auf Erfolg und Angepaßtheit aus ist. Sie DENKT. Was will man mehr verlangen?

Andreas Walter
2. Oktober 2018 07:24

@David

Diese Information, der ich erstmal nicht nachgegangen war, ist für mich jetzt überaus interessant.

Sie mindert zwar in keiner Weise den Mut dieses Mädchens, doch jetzt verstehe ich, woher ihr Mut der Verzweiflung, ihr Trotz, die Furcht kommt. Von Dingen, die niemand gerne erlebt, am wenigsten auch Frauen, Kinder, Mütter:

https://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/bad-kreuznach_artikel,-direktkandidaten-im-portrAet-nicole-hoechst-afd-morddrohungen-und-mobbing-setzen-familie-zu-_arid,1692113.html

Kein Zufall daher, wer sich hier lautstark mehr Schutz wünscht, auf Missstände in der Gesellschaft hinweist.

Frau Merkel und auch andere Granden in Politik und Gesellschaft haben dafür ja ihre Personenschützer, gepanzerte Limousinen, manche sogar selbst scharfe Schusswaffen, die sie verdeckt tragen dürfen - und dann erst "grosse" Reden halten.

Ida-Marie hat von all dem nichts, und daher sogar mehr Mut als "unsere" Kanzlerin. Mit 14!

Da braucht auch ihr Gedicht noch nicht perfekt zu sein, oder ihr Vortrag, nicht einmal ihre Gedanken müssen in dem Alter schon alle "richtig" sein. Jedem Lumpen und jeder Hure in der Unterhaltungsindustrie wird da mehr Freiheit zugestanden, solange nur ordentlich die Kasse dabei klingelt.

Der Feinsinnige
2. Oktober 2018 08:34

Klonovsky schreibt von „Couragesimulanten“ (Acta diurna 23.10.2017)

Die aktuelle Sonntagsheldin hat den Couragesimulanten gezeigt, was Courage ist.

Thomas Martini
2. Oktober 2018 16:03

"Nach einwanderungskritischem Gedicht: Terror gegen Familie der 14-Jährigen geht los

[...]In dem Wettbewerb sei es um Toleranz gegangen, daher müsse das Mädchen disqualifiziert werden. Wie die Toleranz aussieht, wurde nun durch einen Tweet der Mutter bekannt: Die Toleranten beschädigten die Fassade des Hauses der Familie mit den Parolen „Nazi!“ und „Fick AfD“."

https://www.journalistenwatch.com/2018/10/02/nach-gedicht-terror/

Durch Ida-Marie Müllers Zivilcourage, wurde der Riss in unserer Gesellschaf noch einmal vertieft. Die Fronten haben sich verhärtet. Ich bin davon überzeugt, daß es irgendwann Tote geben wird. Das ist nur noch eine Frage der Zeit. Der blindwütige Haß gegen Rechts, von den Leitmedien befeuert, wird sich nicht ewig in Schach halten lassen. Vielleicht ergeht es einem Björn Höcke dann wie Pim Fortuyn, der 2002 bei einem Attentat in Hilversum erschossen wurde. Es kommt nicht von ungefähr, daß Höcke ständig mit schutzsicherer Weste auftritt. Niemand kann sich das wünschen, aber sollte es soweit kommen, haben die sogenannten "Nazis" einen echten Märtyrer. Spätestens dann, ist es nicht mehr nur ein Riss, sondern ein tiefer Graben, der unser Volk spaltet.

Sozialist
3. Oktober 2018 00:19

Werter @Bran, Sie schreiben "Linke, Palästinenser, Moslems im Allgemeinen und sonstiges Geschmeiss"...

kommentar kubitschek:
schrieb er, ist getilgt: ist keine der sezession gemäße ausdrucksweise.

Buxe
3. Oktober 2018 14:47

Bemerkenswert ist, daß das Publikum die Heldin zur Gewinnerin kürte und erst die PC- Blockwarte das Ergebnis zurechtstutzen mussten.

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