Fragen an unsere Leser (I)

1. Wir brauchen ein gebrauchtes Cello, und zwar eines in Erwachsenengröße. Es gibt im Internet viele im Angebot -

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

aber ich weiß auch, daß min­des­tens eben­so vie­le in Ecken ste­hen und ver­stau­ben. Fra­ge: Wer will und kann uns eines aus­lei­hen für die nächs­ten vier Jah­re, oder gleich ganz über­las­sen? Ant­wor­ten bit­te an verlag(at)antaios.de.

2. Wer kommt zur Buch­mes­se, kom­men­des Wochen­en­de? Kositza und ich sind am Frei­tag und am Sams­tag auf jeden Fall dort. Frei­tag ist Fach­be­su­cher­tag, Sams­tag ist offen für jeden. Könn­te sich loh­nen! Kur­ze Nach­richt an anmeldung(at)schnellroda.de – man könn­te sich ver­ab­re­den und ein Gläs­chen mit­ein­an­der trinken.

3. Ken­nen Sie die Kam­pa­gne “Viel­falt durch lesen”? Sie läuft auf twit­ter plus co. und ist natür­lich gegen die Viel­falt gerich­tet. Wie könn­te es auch anders sein, wenn ver­stopf­te Gehir­ne erzäh­len, wie es sich anfühlt, wenn man immer den glei­chen Quark lesen muß, weil man sich (und sei­nen Freun­den und den Freun­den sei­ner Freun­de und eini­gen weni­ger guten Freun­den) alle Neu­gier auf das wirk­lich Neue, Ande­re, Inter­es­san­te aus­ge­trie­ben und ver­bo­ten hat?

Jeden­falls: Machen Sie mit, hier kann man nach­se­hen, wie man mit­macht, und ich glau­be, daß erst durch unse­re Teil­nah­me die Viel­falt den ein­ge­schla­fe­nen Lesern als intel­lek­tu­el­les Koks in die Nase fährt.

Bei die­ser Gele­gen­heit: Ken­nen Sie schon das “Lite­ra­ri­sche Trio” um Ellen Kositza und Susan­ne Dagen? Die 4. Fol­ge ist nun online, dies­mal war Mar­tin Licht­mesz zu Gast – leb­haf­ter geht’s nicht. Und: Eines der dis­ku­tier­ten Bücher trägt den schö­nen Titel “Die Ver­ein­deu­ti­gung der Welt. Über den Ver­lust an Mehr­deu­tig­keit und Viel­falt”. Unbe­dingt ansehen!

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (9)

Stil-Bluete

8. Oktober 2018 14:59

Larsen in 'Fake Metal Jacket: 'Uff, uff, ein Schrei, das war Karl May'?

Maiordomus

8. Oktober 2018 15:10

Anregende Sendung. Ich lese wie Kositza und ihre Kollegin beileibe nicht nur deklariert "Rechtes", sondern zum Beispiel Wolf Wondratschek, das "Arschloch der achtziger Jahre" und Verfasser zumal von Männergedichten wie "Die Einsamkeit der Männer", die mich seinerzeit zu einer lyrischen Publikation animierten. Dass er in einem mittellangen Interview mit der Frankfurter Rundschau keine Silbe Politisches absondert, vor nichts und vor niemandem warnt, scheint mir nachgerade im positiven Sinn verdächtig. Erinnert mich stark an Ernst Jünger in den Siebziger und Achtzigerjahren. Man sollte Autoren dieser Sorte auf dem Radar behalten. Ausser Wondratschek zählte ich stets noch Uwe Dick ("Sauwaldprosa") zu den hochbegabten deutschen Autoren eher am Rande der feuilletonistischen Aufmerksamkeit, die in keiner Weise als Heuler mit den Wölfen eingeschätzt werden können.

Thomas Martini

8. Oktober 2018 15:21

Das Cello ist ein wundervolles Instrument, noch klangschöner finde ich nur das Cembalo. Klar, die meisten der weltberühmten Virtousen entscheiden sich für Violine oder Piano. Aber was wäre ein Streichquartett ohne Cello?

Hier könnte man sich einen Eindruck davon verschaffen, was dieses Instrument auszeichnet. Aber besser vorher anschnallen, die Streicher vom Stradivari-Quartett schlagen ein Höllentempo an:

Haydn: Reiterquartett, Allegro con brio

https://www.youtube.com/watch?v=OXT3fOldLoY

Übrigens: Der Kontrabassist Giovanni Bottesini, ein guter Freund von Guiseppe Verdi, erwarb mit seinem ersten selbstverdienten Geld den bis heute sagenumwobenen Testore-Bass. Der wurde von Carlo Antonio Testore im Jahre 1716 angefertigt. Heute besitzt ein Sammler in Japan dieses legendäre Instrument. Der Überlieferung nach, fand Bottesini die Bassgeige in einem verstaubten alten Theater und er erstand sie spottbillig für 900 Lire.

Wünsche Ihnen viel Glück bei Ihrer Suche!

John Haase

8. Oktober 2018 19:29

Vielfalt durch Lesen wird besonders witzig, wenn man sich die Köpfe dahinter anguckt. Es sind auffallend viele Frauen mit praktischem Kurzhaarschnitt dabei.

Besonders hervorzuheben auch hier der/die allseits bekannte Lann Hornscheidt. Wird mit Titel aufgeführt: Profex Drex. Professor Drex wäre sowohl ein guter Thomas Mannscher Telling Name als auch ein Gegenspieler von James Bond oder Batman.

Die in letzter Zeit unvermeidliche Ferda Ataman mischt auch mit. Sie scheint fest entschlossen, sich in der Schnittstelle Islam/Braune Haut/Linksliberalismus einzunisten. Ob das in Deutschland Erfolg haben wird oder zu spät kommt wird man sehen. Bei den Angelsachsen gibt es das schon länger, aber die haben aufgrund ihrer langen imperialen Tradition verankerte Narrative zu Rassenbeziehungen, die von interessierter Seite verdreht und nutzbar gemacht werden konnten. In Deutschland gab es diese Tradition nicht, weswegen man hier erst ein Narrativ konstruieren muß, das man dann gegen den alten weißen Mann in Stellung bringen kann, was deutlich weniger Zug entwickeln dürfte. Halbwahrheiten sind eben deutlich stärker als reine Lügen.

Maiordomus

9. Oktober 2018 08:18

@Lichtmesz. Sie wissen, dass ich grosse Stücke auf Sie halte als Gelehrten. Das in den Feuilletons flächendeckend besprochene Buch, von dem der Titel wohl das Beste ist, "Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt". welchem Sie einige kritische Anmerkungen entgegensetzen, halte ich für überschätzt mit erheblichem Geschwätz-Anteil. Zu den heute noch besten Verlagen zähle ich den Schwabe-Verlag in Basel sowie die Graue Reihe in Zug, in der um die Jahrtausendwende noch Gerd-Klaus Kaltenbrunner publizierte. Deren wohl bemerkenswertester lebender Autor, der Physiker und Philosoph Eduard Kaeser, das Gegenteil eines Schwätzers (man sollte ihn aber auf keinen Fall über YouTube geniessen), publizierte dort 2017 und 2018 die Essaybände "Die Welträtsel sind nicht gelöst. Die Wissenschaft, das Unbekannte und das Geheimnis" sowie über die Digitalisierung auch jenseits von Geschwätz den Titel "Die trojanischen Pferde unserer Zeit". Der brillante Autor, von dem auch der Begriff des "wissenschaftlichen Schattens" stammt (dasjenige, was wir von veralteten und überholten Theorie, die wir mit Recht vergessen, nichtsdestotrotz zu unserem Schaden entsorgt haben), hat letzte Woche verdientermassen als fast erste bedeutende Auszeichnung im Alter von 70 Jahren den Cogito-Preis entgegennehmen dürfen; es muss nicht immer der Friedenspreis des deutschen Buchhandels sein, den ich spätestens seit Carolin Emke oder wie sie heisst für beträchtlich abgewertet einschätze.

Der Gehenkte

9. Oktober 2018 10:55

Das besprochene Büchlein von Thomas Bauer über die Ambiguität - ich kenne es nicht - ist vermutlich besser vor dem Hintergrund seines wichtigen Hauptwerkes "Die Kultur der Ambiguität. Eine andere Geschichte des Islams" zu verstehen, das zu den wesentlichen Arbeiten der Islamwissenschaft der letzten Dekade zählt. Dort ist Bauer ein bedeutender Name - trotz seines gewöhnlichen Namens und dieses Werk sollte man kennen.

Martin Lichtmesz

9. Oktober 2018 11:43

@DerGehenkte

Ich traue Bauer nicht über den Weg. Die paar Bemerkungen apropos Islam in "Vereindeutigung" sind rundum suspekt.

Sandstein

9. Oktober 2018 13:17

Klasse!
durfte auch 7 Jahre lang Cello Unterricht nehmen. Ein wunderschönes Instrument. Bin sehr dankbar dafür.

Viel Erfolg bei der Suche, ich habe seit Jahren keines mehr, nur ein Erbstück in der Familie und das wird wohl auch mir nicht zur Verfügung gestellt werden. :(

hagustaldaz

9. Oktober 2018 18:49

@ Maiordomus 09.10., 08.18 Uhr

Ich bin verwundert, daß ein Gelehrter Ihres Formats das Unwort "nichtsdestotrotz" verwendet, das nur eine Verhohnepipelung des steifen "nichtsdestoweniger" darstellt, das wiederum eine Lehnübersetzung des lateinischen nihilominus war. Das Wörtchen "desto" kann nur bei Komparativen wie eben z. B. "weniger" stehen.

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