Sezession
12. Oktober 2018

Was uns das angeht

Johannes Poensgen / 24 Kommentare

Die Vereinigten Staaten haben als „Elitenation“ (offizieller Terminus Technicus der Medienwissenschaften!) einen besonderen Nachrichtenwert.

Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

  • Sezession

Doch vergangene Woche konnte man nicht die Startseite der Tagesschau besuchen, ohne ganz oben mit den allerneuesten Neuigkeiten über Brett Kavanaugh bombardiert zu werden.

Selbst die Weltanschauungsrestverwerter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks scheinen begriffen zu haben, daß die Schlammschlacht um die Besetzung eines Richterstuhles am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten auch uns irgendwie betrifft.

Ich will hier nicht diese erbärmliche Posse nacherzählen. Wir müssen uns viel mehr fragen, warum uns das eigentlich angeht. Nicht nur diese Gerichtsbesetzung, sondern allgemeiner: Was betreffen uns die internen Querelen der Vereinigten Staaten?

„Die Vereinigten Staaten sind die letzte verbliebene Supermacht“ reicht da nicht aus. Die, nebenbei bemerkt fragwürdige, Annahme einer Schicksalsgemeinschaft aller weißen Europäer und Europäischstämmiger, kann uns zwar zur gemütsmäßigen Parteiergreifung führen, Trump ist uns näher als Kamala Harris, doch erklärt dies nicht, welche Folgen wir im amerikanischen Polittheater für uns zu sehen haben.

Rechtsruck in Amerika, kein reaganistischer Schwachsinn aus Jesus und Steuersenkungen, sondern das Hochkochen der identitären Frage bis an den Rand der Unregierbarkeit, bedeutet für die deutsche Rechte die Option auf Handlungsfähigkeit. Zum ersten Mal seit über siebzig Jahren.

Seit dem Zweiten Weltkrieg stand jede deutsche Rechte in einer Zwickmühle, aus der sie aus eigener Kraft gar nicht entkommen konnte. In einem Satz: Der geopolitische Imperativ war mit dem kulturpolitischen unvereinbar.

Geopolitisch war die Westbindung (eigentlich nur das Bündnis mit den Vereinigten Staaten) notwendig. Nicht nur als Schutz vor der Sowjetunion, sondern viel mehr weil die USA als übergreifender Hegemon die innereuropäischen Rivalitäten auf einem Niveau hielten, mit dem Deutschland leben konnte. Umgekehrt hätte jede Abwendung von Amerika notwendig die Weltkriegskoalition Westeuropa und Amerika gegen Deutschland wiedererweckt. Aus geopolitischen Gründen konnte kein verantwortlicher Kopf das „Ami go home!“ zu seinem Programm machen.

Kultur- und gesellschaftspolitisch stand es exakt umgekehrt. Nur die deutlichste Trennung von den Vereinigten Staaten und zwar nach teheraner Vorbild mit allen Konsequenzen, hätte verhindern können, daß Deutschland in deren soziobiologischen Selbstmord hineingezogen wird. Die politische Bindung brachte die gesellschaftlichen Krankheiten der USA unweigerlich mit sich. Nur ein praktisch nicht durchführbarer Konfrontationskurs hätte die hier notwendigen kulturpolitischen Mauern errichten können.

Daran scheitern zu müssen, war die Tragik der bundesrepublikanischen Rechten. Diese Männer sahen, daß Deutschland als Vasallenstaat der USA dem Untergang geweiht war. Gerade das hielt sie von der politischen Macht fern.

Es ist oft bemerkt worden, daß die Linkspartei in dem Augenblick auf Bundesebene koalitionsfähig würde, in dem sie die NATO-Mitgliedschaft mittrüge. Diese Behauptung soll die Subalternität der BRD herausstreichen, daß die Amerikahörigkeit über die Regierungsbeteiligung entscheidet…

Doch hier ist dem bundesrepublikanischen Establishment kein Vorwurf zu machen. Wer dies anders sieht möge fünf Sekunden darüber nachdenken, wie die Lage unseres Landes wohl aussähe, wenn seine geopolitische Großstrategie im Koalitionspoker aufs Spiel gesetzt würde.

An dieser Wirklichkeit ist die Generation Armin Mohlers, Bernard Willms und Hans-Dietrich Sanders gescheitert.

Das sollten wir nachsichtig im Hinterkopf behalten, wenn wir rückblickend die absonderlichen Blüten dieser Zeit betrachten. Sanders Stauferfimmel, Willms Traumtänzerei einer „Erneuerung aus der Mitte“ die gegen beide Supermächte ein neues Zentraleuropa aus BRD, DDR, Österreich und der Tschechoslowakei formen sollte, oder Mohlers ernstgemeinter Vorschlag, Westdeutschland solle sich gegen Washington und Moskau mit Rotchina verbünden, es war die unverschuldete Ohnmacht, die eigentlich vernünftige Männer zu solchen Absurditäten trieb.

Es gibt gerade für meine Generation eine Gnade der späten Geburt, die darin besteht, sein Leben nicht im Kampf gegen Jürgen Habermas zu verschwenden.

Das Ende des Kalten Kriegs allein änderte an dieser Lage noch nichts. Im Gegenteil, die Wiedervereinigung war die größte Niederlage der deutschen Nachkriegsrechten. Erzielt durch eine langfristige Politik konsequenter Westbindung, machte sie eine Bewegung lächerlich und überflüssig, deren wichtigster Programmpunkt die Behauptung gewesen war, die Vereinigten Staaten seien das größte Hindernis auf dem Weg zur deutschen Einheit. Und nur ein Narr kann glauben, daß Deutschland etwa die Politik Viktor Orbáns kopieren könnte, ohne sich ungleich heftigerem Gegenwind auszusetzen. Ungarn ist nicht die erste Macht auf dem europäischen Kontinent. Dort steht viel, viel weniger auf dem Spiel.

Nur das Aufbrechen der Diversity in Amerika selbst kann diesem Zustand ein Ende setzen. Ob Trump Erfolg hat, oder das Land anhand seiner ethnischen Bruchlinien auseinanderfällt, ist für uns dabei zweitrangig. Sicherlich, angesichts der chinesischen Bedrohung wäre das Erste auch für uns besser. Doch das wichtigste ist, daß Deutschland in eine außenpolitische Position gerät, in der Rechts regierungsfähig ist. Das ist das Interesse, das wir jenseits aller Sentimentalitäten an dem amerikanischen Zirkus haben.

Für unsere Gegner im eigenen Land bedeutet Trump, daß die Zeit vorbei sein könnte, in der sie die höhere Vernunft der großen Weltpolitik auf ihrer Seite hatten, als sie drei Millionen Türken ins Land holten. Deshalb versuchen sie seinen Sturz herbeizuschreiben. Doch auf diese für sie lebenswichtige Frage können sie nicht den allergeringsten Einfluß nehmen. Und obwohl wenig den deutschen Bedeutungsverlust so drastisch widerspiegelt wie dies, irgendwie fühlt sich der Gedanke gut an.


Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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Kommentare (24)

Nils Wegner
12. Oktober 2018 09:30

»Geopolitisch war die Westbindung (eigentlich nur das Bündnis mit den Vereinigten Staaten) notwendig. Nicht nur als Schutz vor der Sowjetunion, sondern viel mehr weil die USA als übergreifender Hegemon die innereuropäischen Rivalitäten auf einem Niveau hielten, mit dem Deutschland leben konnte. Umgekehrt hätte jede Abwendung von Amerika notwendig die Weltkriegskoalition Westeuropa und Amerika gegen Deutschland wiedererweckt. Aus geopolitischen Gründen konnte kein verantwortlicher Kopf das „Ami go home!“ zu seinem Programm machen.«

Mit Verlaub, aber: Das ist nicht nur flott daherpostuliert, sondern vielmehr das Gegenteil der tatsächlichen Verhältnisse unmittelbar vor und eine Weile nach Gründung Kleinwestdeutschlands.

Natürlich bekommt man heute (nehme ich aus eigener Erfahrung vor zwölf Jahren an) wie eh und je im Oberstufen-Politikunterricht zu hören, daß eine Nicht-Westbindung beispielsweise durch Berücksichtigung der Stalin-Noten "selbstverständlich" zur letztlichen Okkupation der BRD durch die Sowjetmacht geführt hätte.

Das sollte man aber bei weitem nicht auch noch als Vorlage dafür hernehmen, die nationalneutralistische Strömung (mindestens) auf der dissidenten westdeutschen Rechten einfach abzubügeln. Und diese beschränkte sich bei weitem nicht auf irgendwelche Schreibstuben – man vergesse nicht, daß Mohler mit seinen mittleren bis späten Versuchen, innereuropäisch wie auch darüber hinaus Front gegen den transatlantischen Westen zu machen, durchaus Achtungserfolge als Einflüsterer Straußens erzielen konnte, bis den die übliche Parteimeierei im Verbund mit persönlicher Machtgier wieder zur Ordnung rief.

Und was parteiförmige neutralistische Strömungen noch vor einer "Neuen Rechten" anbelangt – immerhin stellt sich die wohl auch von außen betonte Notwendigkeit, diese rasch zum Schweigen zu bringen, als ein gewichtiger Grund für die bis dato einzigen hochoffiziösen Parteiverbote 1952 und 1956 durch das unmittelbar zuvor hastig zusammengestoppelte BVerfG dar.

Die Westbindung als "letztlich doch irgendwie notwendig" zu betrachten, dezimiert den eigenen Denkhorizont und ist ein großer Schritt in Richtung geistige Selbstverkrüppelung à la WELT.

Durendal
12. Oktober 2018 09:31

Zitat Poensgen:
"Nur die deutlichste Trennung von den Vereinigten Staaten und zwar nach teheraner Vorbild mit allen Konsequenzen, hätte verhindern können, daß Deutschland in deren soziobiologischen Selbstmord hineingezogen wird. Die politische Bindung brachte die gesellschaftlichen Krankheiten der USA unweigerlich mit sich."

Es gibt einige Beispiele für Nationen, die zwar in außen- und sicherheitspolitischen Fragen Bündnisse mit den USA eingingen, ohne gleichzeitig die Ideologie offener Grenzen zu übernehmen. Südkorea und Japan sind solche Beispiele. Aktuell ist Polen einer der engsten Verbündeten der USA in Europa und zugleich wohl der Staat, der der genannten Ideologie die deutlichste Absage erteilt.
Umgekehrt hat das neutrale Schweden diese Ideologie besonders konsequent umgesetzt.
Mir scheint daher die Gegenthese plausibler zu sein: Geopolitische und kulturelle Fragen können in der praktischen Politik voneinander getrennt werden, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.
Gleichzeitig werden die USA noch auf einige Zeit der mächtigste Akteur bleiben, der Mitteleuropa als sein Interessengebiet betrachtet und diese Interessen unabhängig von Trump mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln kompromisslos durchsetzen. Das geschieht auch in Deutschland regelmäßig und mit z.T. gravierenden Konsequenzen für die Betroffenen, z.B. Unternehmen, aber auch andere. Es wäre politisch unklug, das nicht zu berücksichtigen.

Maiordomus
12. Oktober 2018 10:23

@Poensgen. Den amerikanischen Konservativismus vor 30 bis 40 Jahren auf "reaganistischen Schwachsinn aus Jesus und Steuersenkungen" zu reduzieren, ist historisch und politisch ignorant und plappert die jahrzehntelangen Gebetsmühlen des linken Mainstreams nach. Zu den Meisterdenkern dieses Konservativismus gehörten unter anderen James Burnham, dessen Buchtitel "Begeht der Westen Selbstmord?" die bis heute grundlegendste Kritik des "american liberalism" wurde, ausserdem war Russel Kirk ("The Conservative Mind") ein Klassiker des US-Konservativismus, eine geistige Grundlage freiheitlich-rechter Gesellschaftskritik. Im Vergleich zur deutschen Rechten mit ihrer preussischen Tradition ist bei der amerikanischen Rechten noch eine gesunde Einspritzung von Anarchismus mitenthalten und natürlich ein der Pionierzeit der Mayflower geschuldeter Sinn für Religionsfreiheit bis hin zum Recht auf Selbstbornierung. Überdies war, trotz einiger dem Kalten Krieg geschuldeten Verirrungen, die "National Review" von James Buckley ein Organ auf einem Niveau, das in Sachen Bedeutung zum Beispiel auch von der geschätzten "Sezession" noch längst nicht erreicht ist. Auch waren Barry Goldwater und Ronald Reagan keineswegs Jesus-Frömmler, Goldwater als Verteidiger der Homosexuellen und Kritiker der religiösen Fanatiker schon gar nicht, sondern durchaus strategische Denker, Goldwater u.a. ein Kritiker der einseitigen Parteinahme für die Schwarzen und alles andere als ein Repräsentant des Antirassismus. Objektiv hatten Goldwater, Reagan, Buckley, Kirk und noch andere selbstverständlich ein noch ganz anderes geistiges Format als Donald Trump, dessen Stellung vor dem Gericht der Geschichte sich erst noch klären muss. Der erfolgreiche Kampf um die Besetzung des Bundesgerichtes war - objektiv gesehen - bis jetzt vielleicht Trumps einziger bedeutender und hoffentlich nachhaltiger Erfolg.

PS. Burnham, ehemaliger Kommunist, gehörte als einer der besten Vordenker der amerikanischen Rechten zu den frühen Rechtskonservativen, die auf sehr hohem Niveau soziologisch zu denken wussten, was zwar in Europa im 19. Jahrhundert bereits de Maistre und Bonald geschafft haben, übrigen längst vor Marx und tiefsinniger als der Mann aus Trier. Burnham war es auch, der die Existenzform des Managers als einer der ersten kritisch analysierte. Das Buch "Begeht der Westen Selbstmord?+ erschien auf Deutsch 1965 und war wohl damals der wichtigste Beitrag zur politischen Aufklärung, den man als Student lesen konnte, wollte man nicht den Verirrungen der 68er verfallen. Auch John Wayne, in dessen besten Filmen und Filmrollen die amerikanische Rechte mit ihrem Staatsdenken zwischen Anarchie und ehrbarer Ordnung ihren idealtypischen Ausdruck gefunden hat ("Der Mann, der Liberty Valance erschoss") war kein Jesus-Frömmler mit Steuersenkungen als vorrangigem Anliegen. Eher schon ging es ihm um das Recht des freien Mannes Waffen zu tragen, vgl. Wilhelm Tell und die Weltanschauung des gezielten Einzelschusses in der Schweizer Freiheitstradition. (Im Oberwallis wurden im übrigen die Einkommenssteuer wie auch die Schulpflicht erst nach der Eroberung des Landes durch Napoleon eingeführt. Dabei gab es auch ohne Schulpflicht im Land schon ganz hervorragende Gelehrte und Humanisten. In den Vereinigten Staaten wiederum war das Schulwesen im 19. Jahrhundert auf bedenklich tiefem Niveau, trotzdem gab es damals die besten Denker in der Geschichte des Landes.)

RMH
12. Oktober 2018 11:37

"Die Westbindung als "letztlich doch irgendwie notwendig" zu betrachten, dezimiert den eigenen Denkhorizont und ist ein großer Schritt in Richtung geistige Selbstverkrüppelung à la WELT."

Tut es in keiner Weise und diese steile These schießt meiner Meinung nach auch weit übers Ziel hinaus. Ordnen wir es doch einmal kurz ein wenig ein. Die sog Stalin- Noten wurden im Frühjahr 1952 gemacht und bereits 1 Jahr später war Stalin Tod, mit weitreichenden Folgen für die SU und ihren Einflussbereich. Zu entscheiden über den damit verbundenen "Friedensvertrag" hätten ohnehin nicht die Deutschen in einer Art autonomer Rollenfindung für die Zukunft, sondern maßgeblich die Hauptsiegermächte, USA, FRA, UK, SU, ergo: Wunschkonzert war von vorneherein ausgeschlossen.

Ohne hier viel künstlich simplifizieren zu müssen und irgendwelche Todschlagargumente erzeugen zu wollen, dürfte doch wohl klar, sein, dass es auf einen Willen Deutschlands hier überhaupt nicht mehr groß ankommen konnte und es stellt eben gerade keine Verkürzung des Horizontes dar, wenn man dieses Kapitel der Stalinnoten im Nachhinein nicht überbewertet. Die Westbindung (ebenso wie die Einbindung der DDR in den Ostlblock) war daher nicht einfach "irgendwie notwendig", sie war für Deutschland im gerade begonnen kalten Krieg schlicht unabwendbar. Den Status einer Art neutraler "Schweiz" in der Mitte Europas einzunehmen, hatte und hat natürlich etwas Faszinierendes (und ich bin mir sicher, dass Adenauer genau das auch gewählt hätte, wenn er hätte FREI wählen dürfen), aber den Beitrag von Poensgen verstehe ich eher dahingehend, dass man die Musik, die aktuell in den USA gespielt wird, als Chance zu einer Art von eigener Emanzipation zu verstehen.

Im Übrigen sehe ich keinen Anlass, irgendeine Art von Adenauer-Bashing im Nachhinein wegen dieses Themas zu betreiben. Der alte Mann vom Rhein wusste recht genau, wie er ein Maximum an Handlungsmöglichkeiten und Freiheit für Deutschland durch Erfüllung von Wünschen der USA erzielen konnte. Die Zeit, keck etwas eigenes für Deutschland zu fordern, war damals eben einfach nicht da (dies galt für beide Teile Deutschlands). Sie könnte aber jetzt durchaus anbrechen (darauf weist Poensgen ja hin). Deswegen wird ja m.M.n. gerade von den interessierten Kreisen der sog. "Europabefürworter" die Selbstauflösung Deutschlands massiv voran getrieben.

Im Übrigen erscheint mir Poensgen einer der Autoren hier zu sein, der zumindest gerne auch einmal fundierter im geopolitischen Bereich denken will und dabei realistische Ausgangspositionen einzunehmen vermag.

quarz
12. Oktober 2018 11:51

"Es gibt einige Beispiele für Nationen, die zwar in außen- und sicherheitspolitischen Fragen Bündnisse mit den USA eingingen, ohne gleichzeitig die Ideologie offener Grenzen zu übernehmen. Südkorea und Japan sind solche Beispiele. Aktuell ist Polen einer der engsten Verbündeten der USA in Europa und zugleich wohl der Staat, der der genannten Ideologie die deutlichste Absage erteilt."

Freilich hatte auch keiner dieser Staaten die Ambition, sich zur Buße für historisches Fehlverhalten als Musterschüler zu gebärden, der jede Vorgabe seines politischen Bewährungshelfers kritiklos schluckt.

Franz Bettinger
12. Oktober 2018 12:52

Eine beeindruckende Analyse der Lage und der Un-Möglichkeiten Deutschlands nach WW2. Wir sind also ganz in der Hand der 'Elite-Nation' USA!? In der Hand des viel-perspektivischen Donald Trump? Und an der NATO ist auch nicht zu rütteln?! Wir sind und bleiben Vasallen?! Ich fürchte, Sie haben recht, Herr Poensgen. Fürs erste.

Sandstein
12. Oktober 2018 13:03

Was uns das angeht? Weil es die USA angeht.

Empfehle hierzu die Lektüre der geostrategischen Konzepte von Nicholas Spykman ("rimland").
Anders lassen sich die Interventionskriege an den Rändern des amerikanischen Machtbereiches, aber auch schon deren Eingriffe in den eigentlich europäischen Weltkriegen nicht verstehen oder erklären.

Da die USA ihren Zenit überschritten haben, und die Analysten in Pentagon und den Thinktanks das auch wissen, werden Ressourcen dort gebündelt, wo es sinnvoll erscheint. Das Weströmische Reich hat eine ganz ähnliche Phase der Umstrukturierung am Ende der Antike erfahren. Retten was zu retten ist.
Bedeutet: der Pazifikraum bekommt deutlich mehr Aufmerksamkeit und Mittel zur Verfügung gestellt, während man in Europa dazu übergeht, die Satelliten-Staaten zu ertüchtigen, die ehemals amerikanischen Aufgaben zu übernehmen. Die bitte nach Aufrüstung an Deutschland, Polen und die baltischen Staaten stammen genau daher. Trump will ja nicht die Nato (wie angedroht) auflösen, sondern sie weiter als Mittel zur Durchsetzung von US Interessen nutzen. Nur eben mit weniger US Soldaten, Material und Ressourcen. Die werden dringend gegen China im Pazifikraum benötigt.

Stellt sich nur die Frage, wie wir Europäer und besonders wir Deutschen diese Situation für uns nutzen. Es ergibt sich aus dieser Lage ein gewisses Potential. Potential sich freizuschwimmen, Annäherung an die Russen zu suchen, und das auszuspielen, wozu uns unsere Lage prädestiniert: Schanierfunktion zwischen den Blöcken.

Besonders wir Deutschen haben ein vitales Interesse an guten Beziehungen zu Russen und Chinesen, das passt naturgemäß den Amis und ihren Atlantikbrückenversallen in unseren Funktioneliten nicht. Aber die Gelegenheit endlich wieder Geopolitik im deutschen Sinn zu treiben ist günstig wie nie.

Bleibt nur zu hoffen, dass es überhaupt noch Militärs, Wirtschaftsbosse und Politiker in D gibt, die geotrategisch denken können und wollen.

Sieht man sich das aktuelle Weißbuch der Bundeswehr an hat man daran berechtigte Zweifel. Schaut man sich den Kauf von Monsanto durch Bayer an, hat man auch was die Wirtschaft betrifft berechtigte Zweifel. Und Heiko Maaß und Konsorten taugen ja nicht mal für innereuropäische Politik.

Ich denke das wissen auch die Amis, daher der tiefen entspannte Umgang mit uns Deutschen. Sie wissen einfach, dass dieses Land eigentlich zu nichts mehr in der Lage ist aktuell.

Gotlandfahrer
12. Oktober 2018 14:08

Sehe ich ebenfalls so. Wenn das weisse Amerika seine Aufmerksamkeit auf das eigene innere Überleben richten muss, hat es, egal ob es noch weiss oder schon diverse regiert wird, keinen Hauptfokus mehr auf Europa, das seinerseits aufgrund Verbrachung als Beuteressource uninteressanter wird. Ob dieser gelockerte Würgegriff dann erlaubt, Deutschland rechts zu regieren und in Folge eine gesunde Partnerschaft mit Osteuropa eingehen zu können, wird sich zeigen. Alternativ sollte man als Kulturpatriot auch den langfristig ggf. heilsamsten Weg der Auflösung in deutsche Kleinstaaten erörtern. Man könnte NRW zunächst seinem Schicksal überlassen, um es später ausgezehrt aber neu formattierbar zurück zu holen. So wie Ungarn unterhalb der Relevanzgrösse operieren kann, könnten dies auch Thuringia-Saxonia, Bayern oder ein friesischer Hansestaat. Selbst wenn dies hiesse unter andere Fremdmächte zu gerieten, etwas besseres als die Atlantikerknechtschaft, und sei sie noch so aufs bundesdeutsche zurückgekappt, findet sich allemal.

John Haase
12. Oktober 2018 16:34

Die Besessenheit des deutschen Establishment mit der US-Innenpolitik ist vermutlich eine neue Form des traditionellen europäischen Überlegenheitsgefühls, das um so mehr hervortrat, wie es seine Berechtigung verlor. Indem man die US-Politik kritisiert unterwirft man sie zumindest geistig, indem man die eigenen Moralvorstellungen zum politischen Maßstab erklärt. So im Sinne von: „Mag ja sein, daß die Amis den Mond betreten haben, die besten Universitäten haben, die stärkste Armee haben, eine alles übertrumpfende kulturelle Macht ausstrahlen...aber diese Waffengesetze! Und erst das Gesundheitssystem!“

Die Kultur der Amerikaner ist uns nur scheinbar nahe. Tatsächlich stehen wir den Franzosen, Italienern, Polen und selbst den Russen kulturell deutlich näher als den Amis. Dies wird oft nicht begriffen. Gerade weil die amerikanische Kultur scheinbar unsere erdrückt verstehen wir sie doch, oder? Wir fluchen auf Amerikanisch (oder mit Amerikanismen), wir gucken amerikanische Serien, wir feiern Halloween, damit haben wir doch eigentlich alles. Natürlich nicht.

Dieses Nichtverstehen zieht sich durch den gesamten deutschen Politmedialen Betrieb. Es ist der Grund dafür, daß z.B. die Artikel der US-Korrespondenten des Spiegels, Marc Pitzke und Roland Nelles, sich nicht wesentlich anders lesen als die einer typischen Abiturientin. Von den USA verstehen alle drei nichts. Pitzkes jahrzehntelanger Aufenthalt dort hat ihn absolut nichts gelehrt. Vermutlich ein Filterblasenproblem: es gibt insbesondere an der Ostküste ein gewisses Klientel, das so ähnlich denkt wie europäische Sozialdemokraten. Dieses Klientel ist aber ziemlich klein (vielleicht 15%) und keinesfalls identisch mit der demokratischen Partei. Es kann aber so aussehen, wenn man an der Ostküste lebt, vor allem in diesen Kreisen verkehrt und sich nie ins Hinterland aufmacht.

Die USA sind derzeit vor allem mit sich selbst beschäftigt. Die internationale Linke macht daraus natürlich den üblichen Kampf Gut gegen Böse, aber trotz des Einsatzes aller verfügbaren Mittel muß die Linke in den USA derzeit mit einer neuen Situation klarkommen: der Situation, daß sie verliert. Trump wurde seit dem Vorwahlkampf nach allen Regeln der Kunst runtergemacht, er ist trotzdem Präsident. Kavanaugh wurde dabei gesehen, wie er auf einem Besen zum Blocksberg ritt und sich dort in eine Katze verwandelte, er ist jetzt trotzdem Richter am SCOTUS.

In den letzten Jahren haben sich die amerikanischen Linken europäisiert: sie sind noch niederträchtiger geworden, noch wahnsinniger und deutlich gewalttätiger. Zu ihrem Leidwesen stellte sich heraus: Sam ist längst nicht so geduldig wie Michel, Marianne und John und das färbt auf die Politiker ab. Die Kavanaughsache brachte sogar die für unmöglich gehaltene Entcuckung des Republikaners Lindsey Graham zu Stande (zu finden bei Youtube). Dies ist in etwa so, als spräche ein höchst verärgerter Armin Laschet im Bundestag von linksgrünversiffter moralischer Verkommenheit. Der Präsident twittert derweil, daß die Demokraten nicht regieren könnten, weil man die Macht nicht einem linksextremistischen Mob überlassen könne. Die getroffenen Hunde bellen auch in Deutschland.

Käme in Deutschland eine Regierung à la Orban an die Macht: die Mainstreampresse würde schreien, klar, aber ihr Einfluss ist auch in den USA erheblich gesunken. Einen Krieg finge man deswegen bestimmt nicht an. Ein realistischer gangbarer Weg für eine rechte deutsche Regierung wäre mehr militärische Hilfe für Amerika (finanziell, technologisch) auch z.B. gegen China oder im Nahen Osten, dafür Abzug der Besatzungsoldaten und kein aussenpolitisches Brimborium. Vielleicht könnte man das sogar billiger kriegen. Die derzeitige US-Regierung scheint kein großes Interesse an einem Konflikt mit Russland zu haben, also was sollen ihre Basen hier noch?

Thomas Martini
12. Oktober 2018 17:05

@Durendal

"Es gibt einige Beispiele für Nationen, die zwar in außen- und sicherheitspolitischen Fragen Bündnisse mit den USA eingingen, ohne gleichzeitig die Ideologie offener Grenzen zu übernehmen. Südkorea und Japan sind solche Beispiele."

Es geht bei diesem Beitrag nicht nur um die Ideologie offener Grenzen. Für das, was Johannes Poensgen hier ausgezeichnet dargelegt hat, sind Japan und Südkorea sehr wohl glänzende Beispiele, denn beide Länder leiden meines Wissens nach unter einem ähnlichem Verlust und Verfall der eigenen Kultur wie Deutschland. In Japan können die jungen Menschen gar nichts mehr mit ihren traditionellen Bräuchen anfangen, und wenn ihr Tennō einen öffentlichen Auftritt hat, stehen sie da wie der Esel vor'm Berg. Die "furchtbare Welle der Einförmigkeit" (Stefan Zweig), die von Amerika zu uns herüberschwappt, hat diese Länder auch wie ein Tsunami überschwemmt.

@Johannes Poensgen

Ein mehr als gelungener Beitrag von Ihnen, vor allem der Verweis auf Teheran passt hervorragend. Zustimmung in den meisten Punkten, und ein herzliches Dankeschön dafür!

Thomas Martini
12. Oktober 2018 17:57

"Die Kultur der Amerikaner ist uns nur scheinbar nahe. Tatsächlich stehen wir den Franzosen, Italienern, Polen und selbst den Russen kulturell deutlich näher als den Amis."

Das mag geographisch noch so sein, aber daß der gewöhnliche Bundesdeutsche bis zum Hals in nichts anderem badet und watet, als in angloamerikanischer Jauche, ist mal Fakt. Das Problem der Deutschen auf der rechten wie linken Seite, ist, daß sie gar nichts anderes mehr kennen, als das, was Sie als "eine alles übertrumpfende kulturelle Macht" bezeichnen.

Stefan Zweigs Menetekel, das Michael Klonovsky kürzlich in einem anderen Zusammenhang zitierte, sollte sich jeder Deutsche ohne Ausnahme immer im Hinterkopf bewahren, bevor er auf die Idee kommt, Amerikanisches ungefiltert und stumpfsinnig in sich hineinzustopfen:

"Alles wird gleichförmiger in den äußeren Lebensformen, alles nivelliert sich auf ein einheitliches kulturelles Schema. Die individuellen Gebräuche der Völker schleifen sich ab, die Trachten werden uniform, die Sitten internationaler. Immer mehr scheinen die Länder gleichsam ineinandergeschoben, die Menschen nach einem Schema tätig und lebendig, immer mehr die Städte einander äußerlich ähnlich. (...)
Schon wird es schwieriger, die Besonderheiten bei Nationen und Kulturen aufzuzählen als ihre Gemeinsamkeiten. Konsequenzen: Aufhören aller Individualität bis ins Äußer­liche. Nicht ungestraft gehen alle Menschen gleich angezogen, gehen alle Frauen gleich gekleidet, gleich geschminkt: die Monotonie muß notwendig nach innen dringen. Gesichter werden einander ähnlicher durch gleiche Leidenschaft, Körper einander ähnlicher durch gleichen Sport, die Geister ähnlicher durch gleiche Interessen. Unbewußt entsteht eine Gleichartigkeit der Seelen, eine Massenseele durch den gesteigerten Uniformierungstrieb, eine Verkümmerung der Nerven zugunsten der Muskeln, ein Absterben des Individuellen zugunsten des Typus. Konversation, die Kunst der Rede, wird zertanzt und zersportet, das Theater brutalisiert im Sinne des Kinos, in die Literatur wird die Praxis der raschen Mode, des 'Saisonerfolges' eingetrieben. (…)
Die wahre Gefahr für Europa scheint mir im Geistigen zu liegen, im Herüberdringen der amerikanischen Langeweile, jener entsetzlichen, ganz spezifischen Langeweile, die dort aus jedem Stein und Haus der numerierten Straßen aufsteigt, jener Langeweile, die nicht, wie früher die europäische, eine der Ruhe, eine des Bierbanksitzens und Dominospielens und Pfeifenrauchens ist, also eine zwar faulenzerische, aber doch ungefährliche Zeitvergeudung: die amerikanische Langeweile aber ist fahrig, nervös und aggressiv, überrennt sich mit eiligen Hitzigkeiten, will sich betäuben in Sport und Sensationen. Sie hat nichts Spielhaftes mehr, sondern rennt mit einer tollwütigen Besessenheit, in ewiger Flucht vor der Zeit: sie erfindet sich immer neue Kunstmittel, wie Kino und Radio, um die hungrigen Sinne mit einer Massennahrung zu füttern, und verwandelt die Interessengemeinschaft des Vergnügens zu riesenhaften Konzernen wie ihre Banken und Trusts. Von Amerika kommt jene furchtbare Welle der Einförmigkeit, die jedem Menschen dasselbe gibt (...)
Noch ist Europa das letzte Bollwerk des Individualismus, und vielleicht ist der überspannte Krampf der Völker, jener aufgetriebene Nationalismus, bei all seiner Gewalttätigkeit doch eine gewissermaßen fieberhafte unbewußte Auflehnung, ein letzter verzweifelter Versuch, sich gegen die Gleichmacherei zu wehren."
("Die Monotonisierung der Welt")

Ich wiederhole mich hierbei, aber uns bleibt keine Wahl, als uns bedingungslos am alten Europa zu orientieren, und alles was aus den USA stammt, wo es nur geht zu meiden, und am besten auch zu ächten. Ausnahmen nur da, wo es wirklich sinnvoll erscheint, wie zum Beispiel bei YouTube, das nun einmal die beste Möglichkeit ist, schnell und gratis an europäisches Kulturgut heranzukommen. Eine gute Idee wäre es, alles was man mit der amerikanischen Kultur in Verbindung bringt, als einen stinkenden Hundehaufen zu betrachten. Darum macht man doch auch einen großen Bogen?

Ergon
12. Oktober 2018 18:05

Die Auffassung, die wesentliche Funktion des US-Engangements in Europa sei es, als guter Hegemon, als "Pacifier" innereuropäische Rivalitäten zu befrieden, ist zwar eine immer noch beliebte Argumentationsfigur von Transatlantikern und US-Politologen, übersieht aber, dass in beiden Weltkriegen die USA zumindest einer und auf wirtschatlicher Ebene der deutsche Hauptgegner war, das einzige Land, das über eine vergleichbare industrielle Infrastruktur verfügte. In Bezug auf Großbritannien und die 1930-er Jahre stellt Andreas Hillgruber in seiner Monographie "Der 2. Weltkrieg, Kriegziele und Strategien der Großen Mächte" eine geschmälerte Weltstellung (als "gealterte" Weltmacht) fest und sah die sich aufdrängenden Alternativen für das Land angesichts des ökonomischen Gewichts der USA und des "beschleunigen machtpolitischen Aufstiegs" Deutschlands in der Anlehung in Form einer Juniorpartnerschaft an eines der beiden Länder. Und Frankreich war ökonomisch abgeschlagen.

Für die Behauptung, die Wiedervereinigung sei durch die Westbindung ermöglicht worden, sollte genauer argumentiert werden. Zwar waren die USA nicht der einzige Hinderungsgrund, Gorbatschow beschreibt in seinen "Erinnerungen" die Überzeugung der sowjetischen Führung, die Sicherheitsinteressen der SU diktierten die Verewigung der Spaltung Deutschlands, die Gründe, die 1989 die Wiedervereinigung ermöglichten, sind aber eher im ökonomischen Niedergang im sowjetischen Machtbereich - die DDR war de facto pleite und vollständig von Zahlungen aus der BRD abhängig - und der Dynamik der Entwicklungen nach dem Fall der Mauer und der Massenflucht aus der DDR zu finden. Vor allem Letzteres setze die Vier Mächte (USA, SU, GB und F), die weiterhin Besatzungsrechte und formal die oberste Staatsgewalt in Deutschland innehatten, erheblich unter Druck. Zumindest mir ist unverständlich, warum Kohl auf das Angebot Bushs Anfang Februar 1990, der die beispielose ("unprecedented") Unterstützung der USA für die deutsche Einheit im Austausch für die weitere Westbindung, die NATO-Mitgliedschaft und die amerikanische Truppenpräsenz, einging. Eine Verständigung mit Gorbatschow wäre auch ohne amerikanische Unterstützung möglich gewesen.

Nemesis
12. Oktober 2018 18:31

Exakt so verhält es sich.

@Nils Wegner
"Die Westbindung als "letztlich doch irgendwie notwendig" zu betrachten, dezimiert den eigenen Denkhorizont und ist ein großer Schritt in Richtung geistige Selbstverkrüppelung à la WELT."

Denken kann man vieles, bestimmend sind jedoch die politischen Realitäten.

@Durendal
"Geopolitische und kulturelle Fragen können in der praktischen Politik voneinander getrennt werden, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist."

Nicht bei uns.
Kulturpolitik ist Geopolitik.
Der scheinbare Widerspruch in Ihrem Beispiel mit Polen:
Auch künstlich herbeigeführte Bruchlinien sind ja ein geostrategisches Stilmittel. Glauben Sie ernsthaft, Polen handelt völlig freischwebend und alleinbestimmend?
Das gilt mit Sicherheit auch für Schweden und den Rest.
Und genau diese geostrategischen Bruchlinien werden doch offensichtlich über kulturelle Fragen erzeugt.

Imagine
12. Oktober 2018 22:23

Trump will die Binnenökonomie in den USA entwickeln. Deshalb die Importzölle und der Handelskrieg.

Im Handelskrieg ist man erfolgreich, wenn man auf dem Weltmarkt innovative oder bessere und billigere Produkte anbieten kann.

Eine andere Methode im Wirtschaftskrieg ist, die Konkurrenten zu schädigen. Da gibt es viele Möglichkeiten. Durch Korruption Politiker, Journalisten etc. für die eigenen Interessen einspannen, Wirtschaftsspionage, Schädigung von Konkurrenzunternehmen z.B. durch Milliardenstrafen, Schädigung von Konkurrenzökonomien. Usf.

Durch die Massenimmigration muslimischer Analphabeten wird Deutschland enorm wirtschaftlich geschädigt. Das geht voll zu Lasten der Infrastruktur, der Staatsausgaben und der Binnenökonomie. Statt in Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung zu investieren, wird das volkswirtschaftlich völlig ineffizient für Migranten und eine Asylindustrie ausgegeben.

Zudem sollen die Militärausgaben stark angehoben werden. Volkswirtschaftlich genauso ineffizient. Welche Unternehmen profitieren davon?

Warum liefern europäische Regierungen ihre Daten an die USA (SWIFT, NASA etc.)? Warum wird die Abhängigkeit von US-Software nicht durch eigene Computersoftware überwunden?

Die USA sind die Schutzmacht für das kapitalistische System. Durch ihr Militär, durch ihre Geheimdienste, durch das Dollar-System. Das weiß die herschende globalisierte Klasse und deshalb macht sie eine Politik gegen das eigene Volk mit.

Mitleser
13. Oktober 2018 00:32

@John Haase

"Die derzeitige US-Regierung scheint kein großes Interesse an einem Konflikt mit Russland zu haben, also was sollen ihre Basen hier noch?"

Die Basen sind zentrale Bestandteile der amerikanischen Kriegsmaschinerie.
Oder wussten sie nicht, dass das Hauptquartier des für Afrika zuständigen Kommandos in Stuttgart ist?

Waldgaenger aus Schwaben
13. Oktober 2018 08:46

Die Beschreibung und Analyse des Nachkriegs-Westdeutschlands deckt sich mit meiner Erinnerung. Als junger Mensch konnte die Widersprüchlichkeit der deutschen Rechten nicht in Worte fassen aber ich fühlte, dass da etwas nicht stimmte. Wenn ältere Herren mit Wohlstandsbauch und Mercedes über die Amis schimpften, verstand wohl, dass die es den USA immer übel nahmen, dass eine solche unfähige Nation sie besiegt hatte. Ihr Leben, ihren Bauch und Mercedes verdankten diese Herren der Gnade und vielleicht auch dem Kalkül der Sieger.
Die Politik der Zeit bis ca. 1990 ist es gelungen, Deutschland das Schicksal Vietnams und Koreas zu ersparen. Das darf man nicht vergessen.

Einen gewissen Widerspruch sehe ich auch heute. Einem Europa aus Einzelstaaten, von jenen jeder nur auf den eigenen Vorteil blickt, wird es ergehen wie Deutschland in der Zeit der Kleinstaaterei. Es wird zwischen den "global players" zerrieben.

Die europäischen Staaten müssen ihre eigenen Interesse und das Interesse Europas in's Gleichgewict bringen.

Nichts hat in den letzten Jahren Europa mehr geschadet, als die kurzsichtige, von Emotionen getriebene Politik der Merkelregierung, die ihr eigenes politisches Überleben an zum Massstab des Handelns machte.
Wenn in Deutschland erst mal eine Partei regiert, die einen Kurz, Salvini oder Orban an der Spitze hat, würde dies schon besser. Speziell in Deutschland muss aber aufgearbeitet werden, wieso die "checks and balances" bei Merkel versagten. Meine Schlussfolgerung:
Mehr direkte Demokratie in Deutschland!

heinrichbrueck
13. Oktober 2018 10:46

"von Emotionen getriebene Politik der Merkelregierung, die ihr eigenes politisches Überleben an zum Massstab des Handelns machte."

Interessante Unterstellung. Kann im eigenen Wählervorstellungsbereich auch begründet werden, ganz sicher. So wirkt es in der Illusionswelt der normalen Menschen, hat aber mit der Realität nichts zu tun. Die generalstabsmäßige Planung der Großinvasion, im Jahre 2015 durchgeführt, war nicht von Emotionen irrationaler Art getrieben. Die "Merkelregierung" hätte auch eine "Karrenbauerregierung" sein können, Jacke wie Hose, jedenfalls nicht für die Flüchtlingsinvasion verantwortlich.
Es gibt ein Programm, und diesem Programm wird alles andere untergeordnet. Generalstabsmäßig und hochintelligent. Absicht. Wohlüberlegt.
Meine Schlußfolgerung: Gehirnputztag.

Carlos Verastegui
13. Oktober 2018 11:15

@ MAIORDOMUS

Dass der Reduktionismus eine von J.K.P.´s bevorzugsten Methoden ist sollten die Leser hier auf der "Sezession" längst bemerkt haben. Burnham ist wahrhaft ein Grosser, sein "Regime der Manager", aber auch seine "Machiavellisten" sind Meisterwerke der politischen Wissenschaft.

Ansonsten, ein wenig anmassend, von der Absurditäten Sanders und Mohler zu reden, angesichts der Tatsache, dass der angebliche Realismus J.K.P. nichts anderes als eine Luftspiegelung ist, noch dazu aus den Tiefen eines Fasses betrachtet. Der liebe Herrgott richtet nun die Menschen und die Völker, und die vermeintlich "politisch" Tätigen betrügen sich selbst in der irrigen Annahmen, positiv irgendetwas ausrichten zu können.

John Haase
13. Oktober 2018 11:30

@Mitleser
Doch, aber das kann auch woanders hin.

KlausD.
13. Oktober 2018 18:13

@Sandstein
"Besonders wir Deutschen haben ein vitales Interesse an guten Beziehungen zu Russen ..."
Leider sind die (Mainstream)Medien in den Händen der globalistischen Transatlantiker, die kein anderes Ziel haben, als durch beständige Negativnachrichten Rußland den deutschen abspenstig zu machen.
Zur Abwechselung hier mal ein anderes Bild:
https://www.youtube.com/watch?v=1wjLI2eslv8

Cacatum non est pictum
14. Oktober 2018 02:42

@ Waldgaenger aus Schwaben

"Wenn ältere Herren mit Wohlstandsbauch und Mercedes über die Amis schimpften, verstand wohl, dass die es den USA immer übel nahmen, dass eine solche unfähige Nation sie besiegt hatte. Ihr Leben, ihren Bauch und Mercedes verdankten diese Herren der Gnade und vielleicht auch dem Kalkül der Sieger."

Ist mir neu, daß die USA als Nation den Zweiten Weltkrieg in Europa dominiert hätten. Ich dachte immer, den millionenfachen Blutzoll hätten andere geleistet, während man selbst - wie im Ersten Weltkrieg - das Zünglein an der Waage gespielt hat.

Und welche Gnade meinen Sie? Jene, die man in den Rheinwiesenlagern hat walten lassen? Das mildtätig-barmherzige Agieren in den Nürnberger Prozessen? Die Tatsache, daß man die Bundesrepublik Deutschland als potentiellen atomaren Schutthaufen in die eigene Geostrategie eingepreist hat? War es gnädig, sich die zahlreichen deutschen Patente anzueignen, die Wissenschaftler abzuwerben, die Presse an die Kandare zu nehmen, die deutschen Hochschulen mit Satrapen zu bestücken? Oder meinen Sie, daß wir unseren amerikanischen Freunden einfach auf Knien dafür danken sollten, daß sie das deutsche Volk damals nicht komplett aus der Geschichte getilgt haben?

"Es sind die glücklichen Sklaven der Freiheit größter Feind." (Hoffmann von Fallersleben)

Gotlandfahrer
14. Oktober 2018 10:58

@ Waldgänger aus Schwaben
"Einem Europa aus Einzelstaaten, von jenen jeder nur auf den eigenen Vorteil blickt, wird es ergehen wie Deutschland in der Zeit der Kleinstaaterei. Es wird zwischen den "global players" zerrieben"

Sagt Merkel auch immer. Allein deswegen wird es falsch sein. So wie es auch der Schweiz, Kanada und Brunei gar nicht mal so schlecht geht.
Aber selbst wenn Kleinstaaten unter irgendeine Fuchtel gerieten: Diese würde dann sichtbarer, spürbarer im Kleinstaat und somit identitätsstiftend. Die BRD ist für diesen überlebenskritischen Aspekt zu gross und für die Abwehr der Globalisten zu klein. Polnisch-Sachsen hat mehr Chancen zu überleben wie auch ein an China berichtendes Bayern als ein durch korrupte und oder verblendete Eliten in die Weltoffenheit aufgelöste EU.

Valjean72
14. Oktober 2018 13:09

@Cacatum non est pictum @ Waldgaenger aus Schwaben:
“Ist mir neu, daß die USA als Nation den Zweiten Weltkrieg in Europa dominiert hätten. Ich dachte immer, den millionenfachen Blutzoll hätten andere geleistet, ...

Und welche Gnade meinen Sie? Jene, die man in den Rheinwiesenlagern hat walten lassen? Das mildtätig-barmherzige Agieren in den Nürnberger Prozessen?“
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Der Kanadier James Baqcue beschreibt in seinem Buch „Other Losses“, dass weit mehr deutsche Soldaten in den Kriegsgefangenenlager der Amis und der Franzosen umkamen (bis zu 1.000.000 zu Kriegsende und vor allen Dingen nach dem Krieg!) als im gesamten Krieg an der Westfront (ca. 400.000). Der Autor zeichnet hier explizit den Oberkommandierenden der US-Truppen, Dwight D. Eisenhower verantwortlich (Auf YouTube gibt es einen Dokumentarfilm über dieses Buch)

Eisenhowers Gegenspieler, der bei den Truppen äußerst beliebte General Patton äußerte in einem Brief an seine Frau Ende September 1945 seine Abscheu darüber „Scharfrichter (Auslöscher) der besten Rasse in Europa zu sein.“ Er meinte damit selbstverständlich die Deutschen und in seinen Tagebucheinträgen und in den Briefen an seine Frau tätigte er noch viele andere politisch höchst unkorrekte Aussagen (Literaturempfehlung: Martin Blumenson - „The Patton Papers“ 1940 – 1945; Da Capo Press, 1974)

Patton verunfallte (wurde verunfallt?) bald darauf und starb noch im Dezember 1945.

Gewiss ein randständiges Thema, welches wohl nicht geeignet ist, in der real existierenden BRD parteipolitisch thematisiert zu werden.

Aber für mein Dafürhalten ein ungemein wichtiges Thema für uns Deutsche.

Imagine
14. Oktober 2018 13:48

„Make America Great Again!“ und „America first“ – was bedeutet diese offene Neuorientierung der US-Politik für Europa und Deutschland?

Handelskrieg gegen Europa, insbesondere Deutschland. Weil Deutschland ein wirtschaftlicher Hauptkonkurrent ist.

Manche sprechen von einer „Südamerikanisierung“ Europas.

Man könnte auch von einem Prozess der ökonomische Kannibalisierung der Mitgliedsstaaten im US-Imperium durch Staaten durch die USA sprechen.

Die versteht aber kaum jemand. Zum einen, weil die wenigsten so weit denken können, zum anderen, weil das politische und ökonomische Denken „links“ wie „rechts“ durch Wunschdenken dominiert wird.

Man beschäftigt sich überhaupt nicht mit der Frage, warum die EU und insbesondere Deutschland mit muslimischen Analphabeten geflutet wird und welche Interessen dahinterstecken.

Selbstverständlich wird Polen eine restriktive nationalistische Immigrationspolitik gestattet, weil Polen weltwirtschaftlich kein relevanter Konkurrent für die USA ist.

Es kommen sehr harte Zeiten auf Europa zu.

Schon allein ein eskalierender Handelskrieg bringt unabsehbare Risiken mit sich. In Verbindung mit der zunehmenden Kriegstreiberei wird die Gefahr für Kriege in Europa drastisch erhöht.

Logischerweise werden die Repression gegen oppositionelle Tendenzen zunehmen.

Man sieht dies gut in Österreich, wo versucht wird, unerwünschte Meinungsäußerungen zu kriminalisieren. Für ein paar symbolische Aktionen will man Aktivisten ins Gefängnis zu bringen.

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