Etwas wird sich ereignen – und wir: mittendrin!

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Ich kann die Anti­fa nicht wirk­lich ernst neh­men. Eine Grup­pe, die das »Anti« im Namen trägt und sich daher aus dem »Dage­gen« defi­niert, wirkt auf mich immer erbärm­lich. Es ist die Per­spek­tiv­lo­sig­keit, das letz­te und ver­zwei­fel­te Ideo­lo­gie- Mini­mum einer einst gewal­ti­gen ideen­ge­schicht­li­chen Kraft, das aus die­sem »Anti« spricht. Das poli­ti­sche Pro­jekt der Lin­ken ist tot. Der Anspruch auf eine wirk­lich lin­ke Staats­po­li­tik ist längst ad acta gelegt. Die Lin­ke über­nimmt im von ihr so heiß geh­aß­ten Libe­ra­lis­mus die Rol­le des mora­li­schen Fei­gen­blatts und geis­ti­gen Kam­mer­jä­gers. Ihre poli­ti­sche Theo­rie ist am Ende. Ihre Geschichts­phi­lo­so­phie greift nicht mehr. In der Ver­gan­gen­heit lie­gen nur Zusam­men­brü­che, die Gegen­wart wird nicht ver­stan­den und vor der Zukunft hat man Angst.

»Daß Ausch­witz sich nicht wie­der­ho­le« ist der letz­te Impe­ra­tiv einer ideen‑, stra­te­gie- und visi­ons­lo­sen Selbst­hil­fe­grup­pe. Wenn sie nicht vor­han­den sind, wer­den die Hit­ler-Wie­der­gän­ger ein­fach erfun­den. Die­ser all­ge­gen­wär­ti­ge  und tat­säch­lich lebens­be­droh­li­che Nazi­vor­wurf wirkt nun wie ein Kata­ly­sa­tor auf die rech­te Theo­rie­bil­dung. Es waren die Atta­cken der Anti­fa, ihr stän­di­ger Druck, die aus dem Flick­werk natio­na­ler Grup­pen, aus den Über­res­ten des euro­päi­schen Faschis­mus und Natio­na­lis­mus die Grün­dung einer Neu­en Rech­ten her­vor­trei­ben muß­ten. Die­se ist, wenn sie wirk­lich neu und wahr­haf­tig, das heißt von der Seins­fra­ge ange­spro­chen ist, immer auf dem Weg zu einer vier­ten poli­ti­schen Theo­rie. Sie ist not­wen­dig von der »lin­ken«, aber auch von der »libe­ra­len« Kri­tik beein­flußt, hat sie auf­ge­so­gen, umge­wan­delt und stim­mig gemacht.

Und so führ­ten die geis­ti­ge Anstren­gung und die auf­rich­ti­ge Suche beim Ver­such einer Neu­er­grün­dung und Neu­for­mu­lie­rung natio­na­ler Iden­ti­tät jen­seits der obi­gen Vor­wür­fe not­wen­dig zu einer radi­ka­len Kri­tik der Moder­ne. Die­se Kri­tik geht über die ver­kürz­te und ver­blen­de­te Moder­ne­kri­tik des NS und des Faschis­mus hin­aus. Sie muß zuletzt auch in den geis­ti­gen Vor­läu­fern der real­exis­tie­ren­den Natio­na­lis­men und Faschis­men mit Hei­deg­ger die Machen­schaft, den Nihi­lis­mus und neu­zeit­li­chen Sub­jek­ti­vis­mus orten und kri­ti­sie­ren. Man muß, wie der Den­ker sag­te, auch gele­gent­lich »unbarm­her­zig gegen die Tra­di­tio­nen« sein.

Blickt man nicht nur Jahr­zehn­te, son­dern Jahr­hun­der­te zurück, so erkennt man die Rol­len und Auf­ga­ben von Libe­ra­lis­mus, Sozia­lis­mus und Natio­na­lis­mus in der Moder­ne. Den gro­ßen Anspruch, die unter­ge­gan­ge­ne christ­li­che Glau­bens­welt durch eine poli­ti­sche Reli­gi­on zu erset­zen, hat letzt­lich kei­ne poli­ti­sche Theo­rie ein­ge­löst, und wer heu­te aktiv eine poli­ti­sche Ent­schei­dung sucht, wird sich nicht mehr wohl­über­legt in die Tra­di­ti­on einer die­ser gro­ßen ideo­lo­gi­schen Ent­wür­fe stel­len können.

Die Anti­fa, die letzt­lich – gera­de in ihrer anti­deut­schen Prä­gung – nichts ande­res ist als der ver­selb­stän­dig­te Selbstekel des »Volks­geis­tes«, hat die wich­ti­ge Auf­ga­be, die kri­ti­schen  Geis­ter aus der sti­cki­gen Zwi­schen­welt der Post­mo­der­ne wie­der in die Ideen­ge­schich­te zurück­zu­trei­ben. Daß die­se kri­ti­schen Geis­ter sich heu­te not­wen­dig im »rech­ten« Lager fin­den, sich dort in »neu­rech­ten« Krei­sen sam­meln, von denen aus sie auf die Suche nach sich selbst gehen, ist der geis­tes­ge­schicht­li­chen Lage geschuldet.

Als Mene­te­kel und Hür­de, als Prüf­stein und Geg­ner ist sie, auf geis­ti­ger Ebe­ne weit mehr als auf der Stra­ße, eine frucht­ba­re intel­lek­tu­el­le Her­aus­for­de­rung. Der Tag ihrer Ver­win­dung wird der sein, an dem es uns, den »Neu­rech­ten«, gelingt, eine neue bewe­gen­de Visi­on zu fin­den, die nicht nur die bereits Erreich­ten und Über­zeug­ten, son­dern auch die Gewohn­heits­lin­ken, am Ende eben unser gan­zes Volk, ins Mark trifft und da- mit der Anti­fa jede Unter­stüt­zung entzieht.

Die Unter­stüt­zung, die sie im links­in­tel­lek­tu­el­len Lager hat, der Ekel der Jakob Aug­steins vor und der Haß gegen­über dem eige­nen Volk ist nicht nur ein neu­ar­ti­ges, patho­lo­gi­sches Phä­no­men. Er hat ein gewis­ses geschicht­li­ches Her­kom­men und viel­leicht sogar den Kern einer Berech­ti­gung. Er ist viel­leicht eine ideo­lo­gisch ent­frem­de­te Ent­ar­tung der bit­te­ren Wor­te Höl­der­lins und Nietz­sches über »ihre« Deut­schen. Was wür­den die Dich­ter heu­te sagen, wenn sie ihre Deut­schen in all ihrer Deka­denz, Tra­di­ti­ons­ver­ges­sen­heit, in ihrem sinn- und ziel­lo­sen Dasein sehen könnten?

Ich möch­te der Anti­fa herz­lich dan­ken: Sie war die schar­fe Peit­sche, die mich und ande­re aus der geis­ti­gen Träg­heit einer Sze­ne getrie­ben und uns zu einer Bewe­gung gemacht hat, die sich den Her­aus­for­de­run­gen der Zeit stellt.

Unser Volk und die Völ­ker Euro­pas kran­ken an etwas Tie­fe­rem, das letzt­lich auch den Beweg­grund aller lin­ken Stra­ßen­ak­ti­vis­ten aus­macht, denen ich mich immer ver­bun­de­ner fühl­te als links­li­be­ra­len Maul­hel­den:  Es  sind der Nihi­lis­mus und die Fra­ge nach einem sinn­vol­len und guten und gerech­ten Leben in einer Welt, die nicht mehr die­sel­be wie vor 100 Jah­ren ist. Wo der raum­ver­ges­se­ne lin­ke Uni­ver­sa­lis­mus mit sei­ner neu­ro­ti­schen Aus­blen­dung nicht auf das Erwa­chen der Kul­tu­ren und Iden­ti­tä­ten reagie­ren kann, ver­fehlt die Alte Rech­te mit Natio­na­lis­mus und/ oder Bio­lo­gis­mus das, was als eth­no­kul­tu­rel­le Iden­ti­tät über­epo­chal auch das »Natio­na­le« ausmacht.

Die eigent­li­che Fra­ge nach dem Telos und nach einem Lebens­sinn beant­wor­ten die Lin­ken mit einer in der Rea­li­tät kraft- und farb­los gewor­de­nen One-World-Uto­pie, die nur mehr in den Kin­der­gar­ten-Mal­bü­chern bunt ist. Die alt­rech­ten Natio­na­lis­ten ken­nen hier nur einen dump­fen Dar­wi­nis­mus, die »Lebens­wei­ter­ga­be um des Lebens wil­len«, wel­che nie­mals in der gesam­ten bekann­ten Geschich­te einem Volk den not­wen­di­gen Antrieb zum Daseins­er­halt gab.

Auch die drit­te und viel­leicht wich­tigs­te Fra­ge in der heu­ti­gen hyper­mo­ra­li­schen Gesell­schaft, die Fra­ge nach dem »rich­ti­gen Leben«, wird von bei­den falsch beant­wor­tet. Die Lin­ken pre­di­gen einen wider­sprüch­li­chen mora­li­schen Uni­ver­sa­lis­mus, der heu­te an sei­ner ver­ant­wor­tungs­lo­sen Gren­zen­lo­sig­keit zer­bricht und als ein­zi­gen Antrieb den patho­lo­gi­schen Schuld­kult kennt.

Die Alt­rech­ten und Natio­na­lis­ten wol­len eine Rück­kehr zum engen Hori­zont einer tri­ba­lis­ti­schen Ethik und ver­ken­nen dabei,  daß wir in einer Epo­che leben, in der unum­kehr­ba­re Infor­ma­ti­ons­fort­schrit­te und tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten eine gesell­schaft­li­che Gleich­gül­tig­keit für den Rest der Welt aus­schlie­ßen. Am Ende steht hin­ter bei­den Ideo­lo­gien der neu­zeit­li­che Sub­jek­ti­vis­mus, des­sen Bril­le jede Daseins­fra­ge nach

Her­kunft, Gemein­schaft, Soli­da­ri­tät, Mensch­lich­keit, per­sön­li­cher Frei­heit und End­lich­keit ideo­lo­gisch verzerrt.

Als ich erfuhr, daß die Prä­si­dent­schafts­wahl in Öster­reich wie­der­holt wer­den soll, war ich zuerst eupho­risch und in Erobe­rungs­stim­mung. Lang­sam wur­de mir aber wie­der eine Sache bewußt: Egal, wer gewinnt, das Land bleibt gespal­ten. Die Hofer-Wäh­ler und die Bel­len-Wäh­ler wer­den ein­an­der nicht los­wer­den. Wir wer­den mit­ein­an­der leben müs­sen. Wir wer­den mit ihnen leben müs­sen. Ja mehr: Wir wer­den sie aus ihrer eige­nen geis­ti­gen Ein­bun­ke­rung ret­ten müs­sen! Sie hat­ten ihr ’68. Jetzt ist der Ball bei uns.

Wer sind wir und was wol­len wir? Natür­lich führt die Zuspit­zung, die Euro­pa heu­te erlebt, auch zu einer Stär­kung der Alten Rech­ten und ihrer natio­na­lis­ti­schen, tri­ba­lis­ti­schen und chau­vi­nis­ti­schen Ideo­lo­gie. Wenn unse­re Län­der über­schwemmt und isla­mi­siert, unse­re Frau­en und Töch­ter ver­ge­wal­tigt wer­den und unse­re Volks­wirt­schaf­ten zusam­men­bre­chen,  ist  das Kli­ma für ein natio­na­lis­tisch-ras­sis­ti­sches Revi­val denk­bar günstig.

Doch es ist klar, daß auch ein Natio­na­lis­mus redi­vi­vus nie­mals das gan­ze Volk hin­ter sich sam­meln, nie­mals die Stu­den­ten, die Kul­tur­sze­ne, die Jour­na­lis­ten etc. für sich gewin­nen könn­te. Der Grund dafür ist eben nicht nur »Umer­zie­hung«, son­dern die ideen­ge­schicht­lich bedeu­ten­de Rol­le der Kri­tik, die sie ver­tre­ten. Sie sind damit not­wen­dig Kom­par­sen und Kor­rek­ti­ve, nicht aber die Akteu­re einer Ver­än­de­rung. Die­se kann nur ent­ste­hen, wenn der Druck und die Wut der mate­ri­el­len Ver­schär­fung der Lage in einer geis­ti­gen Ver­schär­fung gesam­melt wer­den. Eine geis­ti­ge Ver­schär­fung, die von der tak­tisch-stra­te­gi­schen Ebe­ne auch auf die welt­an­schau­lich-phi­lo­so­phi­sche umschlägt.

Die deut­schen und fran­zö­si­schen Neu­en Rech­ten und  viel­leicht  ins­be­son­de­re  wir in Öster­reich haben hier eine aus­ge­zeich­ne­te Auf­ga­be. Als Erben des extrems­ten Natio­na­lis­mus, als Enkel der­je­ni­gen, die alles auf die Spit­ze getrie­ben haben, ste­hen wir in einem beson­de­ren his­to­ri­schen Gefü­ge. Wir sind Erben einer selt­sa­men Tra­di­ti­on aus Geist und Bar­ba­rei, Archai­schem und Moder­nem. Unse­re Vor­fah­ren haben Unvor­stell­ba­res erlit­ten und unvor­stell­bar lei­den las­sen. Sie haben nie Dage­we­se­nes geleis­tet und sich nie Dage­we­se­nes geleistet.

Hoff­nun­gen und Träu­me, Ver­rat und Ent­täu­schun­gen – wir leben in den Nach­we­hen einer emo­tio­na­len Erup­ti­on, die eine gewis­se gene­ra­ti­ve Lethar­gie und Antriebs­lo­sig­keit der Nach­kom­men durch­aus recht­fer­tigt. Aber wir müs­sen uns erneut stel­len. Unse­re Flucht in die Geschichts­lo­sig­keit ende­te im Jahr 2015, als die Geschich­te in Form der Refu­gees in unser Land »flüch­te­te«. Anders als  der eng­lisch­spra­chi­ge Raum, des­sen rech­te Intel­li­genz fast aus­schließ­lich in den alt­rech­ten Mus­tern des White natio­na­lism auf die Lage reagiert, und die sla­wi­schen Völ­ker, denen man einen post­so­wje­ti­schen Revan­che-Natio­na­lis­mus nicht vor­wer­fen kann, sind wir die­je­ni­gen, die aus dem gan­zen Wahn­sinn der auf­ge­stau­ten Emo­tio­nen, Wün­sche und Abgrün­de, der end­lo­sen Lan­ge­wei­le und Sehn­sucht nach einem Ereig­nis einen neu­en Mythos erfah­ren kön­nen, in dem sich erst eine neue Thy­mos­span­nung bil­den kann.

Die­ser Mythos muß als Erzäh­lung an unse­re geis­ti­ge Tra­di­ti­on anknüp­fen, die Geschich­te in ihren Höhen und Tie­fen, Herr­lich­kei­ten und Ver­bre­chen anneh­men und sich in der den­ke­ri­schen Höhe jener befin­den, deren Meta­phy­sik (d. h. Welt- und Men­schen­bild) heu­te glo­bal gewor­den ist: Kant, Hegel, Nietz­sche, Freud und Marx.

Das alles erschließt und eröff­net sich uns nur über den größ­ten Den­ker der Moder­ne, Mar­tin Hei­deg­ger. Peter Traw­ny bemerk­te bei einem Vor­trag, daß in Hei­deg­gers Denk­weg die Gefahr des Phi­lo­so­phi­schen, sein Selbst­ver­rat an die Ideo­lo­gie lebe. Was auch sonst? Aben­teu­er­li­ches Den­ken kennt kei­ne Tabus und muß sich auch der Gefahr des Irr­tums aus­set­zen. Alles ande­re mün­det in der geis­ti­gen Entro­pie eines kri­ti­schen Ratio­na­lis­mus und einer ersti­cken­den, poli­tisch kor­rek­ten Sozialtechnik.

Wir selbst kom­men doch geschicht­lich gese­hen aus die­ser »Irre«, und das span­nen­de Cha­os, das wir aus ihr mit­brin­gen, ist viel­leicht das letz­te, was das Abend­land wie­der in Bewe­gung set­zen könn­te. Eine Bewe­gung, die zu einer Besin­nung führt, die Machen­schaft been­det, statt sie als »Jude« oder »Nazi« per­so­na­li­siert »ver­nich­ten« zu wol­len, und – ja, so weit gehe ich – ein men­schen­wür­di­ges Leben für alle anstrebt, ohne dabei den Welt­staat und die Lüge Mensch­heit zu pro­pa­gie­ren. Letzt­lich kei­ne per­fek­te und befrie­de­te Welt, aber eine, in der man »ohne Angst ver­schie­den sein kann«.

All die­se Ideen und Visio­nen gären der­zeit in eini­gen Weni­gen, von denen sich die meis­ten in der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung sam­meln. Die haben noch nicht zum Begriff gefun­den. Auch die IB ist viel­leicht nicht der Weis­heit letz­ter Schluß, son­dern eine Lei­ter­spros­se. Ich weiß nur, daß es, flüch­tig und ver­bor­gen, eine unein­ge­lös­te und hoch­tra­ben­de euro­päi­sche Sehn­sucht gibt, deren »Auf­ent­halts­wahr­schein­lich­keit« heu­te im neu­rech­ten Lager am höchs­ten ist. Ihre Umset­zung in Taten, Bil­der und Wor­te wird sich gegen den Prüf­stein der Anti­fa durchsetzen.

Wie Wal­ter  Ben­ja­min  im  Ein­klang mit Nietz­sche erkennt, ist es not­wen­dig, daß die­se ers­ten Schrit­te unzeit­ge­mäß, lächer­lich und absurd erschei­nen. Sie sind näm­lich das »ganz Ande­re« zum gewohn­ten Einer­lei. Nur eine gesun­de Pri­se Iro­nie und eine gewis­se Unschär­fe und Ableh­nung  der  end­gül­ti­gen  Sys­te­ma­tik, eine gewis­se Unor­dent­lich­keit sind viel­leicht zu die­ser Auf­klä­rung über die End­lich­keit der Auf­klä­rung in der Lage. Dar­in kommt viel­leicht den tra­di­tio­nell unphi­lo­so­phi­schen, unsys­te­ma­ti­schen und schlam­pi­gen Öster­rei­chern und ihrer Ver­ei­ni­gung von baro­cker Geis­tig­keit und öst­li­cher Unge­formt­heit eine beson­de­re Rol­le zu.

All die­se Gedan­ken und Ideen ver­füh­ren, über­fal­len mich immer dann, wenn ich sie nicht durch kon­kre­ten Akti­vis­mus bän­di­gen kann.  Am Ende sind es jedoch Fra­gen, die nicht nur rein den­ke­risch beant­wor­tet wer­den kön­nen. Hugo von Hof­manns­thal, der Stif­ter des Begriffs »kon­ser­va­ti­ve Revo­lu­ti­on«, der in der IBÖ gera­de wie­der­ent­deckt wird, sagt: »Der Glau­be an Euro­pa ist das geis­ti­ge Fun­da­ment unse­res geis­ti­gen Daseins. Ihn mit deut­li­chen Wor­ten zu ver­leug­nen, hät­te nie­mand den Mut, so kommt alles dar­auf an, daß er durch auf­bau­en­de Taten immer wie­der bekannt werde.«

Da ich und ande­re die­sen Taten treu blei­ben wer­den, wer­den wir der Anti­fa auch wei­ter­hin auf der Stra­ße begeg­nen. Es kommt aber dar­auf an, daß wir ihr auch geis­tig begeg­nen und uns mit ihr aus­ein­an­der­set­zen. In die­ser Begeg­nung gilt es, tie­fer zu sehen als sie und sich trotz aller Nied­rig­keit und Bos­heit nicht auf ihr Spiel ein­zu­las­sen, bis zuletzt die Offen­heit und Gesprächs­be­reit­schaft zu bewah­ren. Denn sie ist ein Teil von uns. Dri­eu la Rochel­le schrieb, kurz bevor er sein eige­nes Leben been­de­te, dies: »Ihr wer­det mir nicht ent­kom­men, ich wer­de euch nicht ent­kom­men.« So ist es, Antifa.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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