Sezession
1. Februar 2017

Migration und Streßtraining

Gastbeitrag

von Marc Jongen

pdf der Druckversion aus Sezession 76/Februar 2017

Mit der Grenzöffnung durch das Merkel-Regime vom August 2015 wurde ein Sozialexperiment historischen Ausmaßes in Gang gesetzt. Während Experimente unter Laborbedingungen die Eigenschaft haben, ohne Folgen für die Umwelt beliebig wiederholt werden zu können, bis ein ge- wünschtes Ergebnis erreicht ist, stellt das hunderttausendfache rechtswidrige Eindringen kulturfremder Menschen, großteils junger muslimischer Männer, auf deutsches Staatsgebiet einen einmaligen, in all seinen Folgen irreversiblen Vorgang dar. Die Zeit des Experiments ist identisch mit der historischen Zeit, das Labor ist die Gesellschaft selbst, wir alle sind, ungefragt, zu Bestandteilen der Versuchsanordnung geworden, in den weiteren Ablauf der Ereignisse auf Gedeih und Verderb verwickelt.
Die politischen und psychosozialen Umwälzungen der kommenden Monate und Jahre sind aus den Anfangsbedingungen dieses Experiments mit beinahe naturgesetzlicher Präzision abzuleiten: Das den Gegebenheiten völlig inadäquate »politisch korrekte« Beschreibungs- und Bewertungssystem, das gegenwärtig noch den Ton angibt, wird Stück für Stück unter den Hammerschlägen der ihm grausam widersprechenden Realität zerbersten, es wird in seiner Agonie noch wütende Radikalisierungen er- leben, sich am Ende aber einem robusten Realismus ergeben müssen. Die Erinnerung daran wird die an einen bösen Traum sein, an einen kollektiven Wahn, so wenig mehr nachvollziehbar wie etwa die Kriegsbegeisterung des Jahres 1914 – so zumindest die optimistische Variante, die von der Aktivierbarkeit verborgener Widerstandskräfte ausgeht. In der pessimistischen kommen »wir« am Ende nicht mehr vor.
Das Ungeheure dieser Geschehnisse steht in eklatantem, geradezu groteskem Kontrast zur geistigen und moralischen Kleinheit derer, die sie politisch zu verantworten haben. Die sich Kanzlerin nennende Matrone an der Spitze des Staates, in deren Namen schon jetzt das Verhängnis mit- klingt, als das künftige Historiker – sollte es sie noch geben und sollten sie bei Trost sein – ihr Tun zweifelsohne beschreiben werden, erhebt sich in den Rechtfertigungsversuchen ihres Handelns kaum über das Niveau ei- ner Konfirmandin. Es zeugt vom desaströsen Zustand der deutschen Medien wie auch eines Großteils der sogenannten Intellektuellen, daß sie in die erbärmlichen Sätzchen dieser splitternackten Kaiserin habituell tiefere Bedeutung und politische Weisheit hineinhalluzinieren – anfangs wohl durch das Amtscharisma geblendet, mittlerweile in verzweifelter Flucht vor der eigenen Lebenslüge.
Kein Wunder, daß im Schatten der offiziellen Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Sedierungsfunks und seiner dauerpalavernden Günstlinge die Verschwörungstheorien ins Kraut schießen. Wo geradezu infantile Motivationen für folgenschwerstes staatliches Fehlverhalten geltend gemacht werden (»Wenn man jetzt auch wieder die Bilder aus Aleppo sieht …«), da drängt sich zwingend der Verdacht auf, es handele sich um Deckbehauptungen für die perfiden Pläne im Hintergrund agierender Subjekte, die sich der politischen Pappkameraden auf der medialen Bühne nur zur Tarnung und Irreführung des Volkes bedienen.

Dabei kann man die Ereignisse auch ganz ohne den Rückgriff auf dunkle Strippenzieher oder einen zynischen Masterplan erklären:  als wenn nicht notwendige, so doch zumindest nachvollziehbare Folge einer schon lange anhaltenden kulturellen (Fehl-)Entwicklung. Was muß in den Jahren und Jahrzehnten vor einer historischen Fehlleistung wie derjenigen Merkels in einem Land geschehen sein, damit eine solche überhaupt mög- lich wird? In welchem Zustand, in welcher Entwicklungsphase muß sich eine Kultur befinden, damit der Großteil ihrer Angehörigen einen Rechtsbruch allergrößten Ausmaßes durch die eigene Regierung gar nicht mehr als solchen zur Kenntnis nimmt, sondern ihn als eine Art Triumph gegen- wärtiger Humanität über die Hartherzigkeit früherer Gesetzgeber feiert?

Wie konnte eine Gruppe von Personen an die Regierung kommen und sich dort hartnäckig halten, deren Tun – und Unterlassen – geradewegs auf die Abschaffung der eigenen Kultur, des eigenen Volkes hinausläuft?


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