Sezession
1. Juni 2017

Kritik der wissenschaftlichen Prinzipien

Felix Menzel

Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Die faustisch veranlagten Deutschen sind dafür bekannt, über die grundlegendsten Dinge besonders tiefsinnig und im schlimmsten Fall bis zur Selbstzerstörung nachzudenken. Sie geben sich nicht mit einem oberflächlichen Seinsverständnis zufrieden. Martin Heidegger postulierte daher:
»Das Niveau einer Wissenschaft bestimmt sich daraus, wie weit sie einer Krisis ihrer Grundbegriffe fähig ist.« So anstrebenswert dies jedoch klingen mag, so wenig paßt dieses kontemplative Programm in die Neuzeit mit ihren permanenten technischen Revolutionen.

Die Wissenschaft der Neuzeit macht sich nicht viel aus Worten. Bei ihr gilt: »Im Anfang war die Kraft!« Diese Kraft wird erzeugt durch unaufhörliche Datenverarbeitung, die einem klaren Algorithmus folgt. Der Imperativ dazu lautet: Beschränke deine Analyse auf das, was dich zur Lösung bringt, und setze diese Lösung ohne weitere Reflexion über die gesellschaftlichen Folgen um! In seinem Essay »Lebenswelt und Technisierung« behauptet der Philosoph Hans Blumenberg (1920 –1996), das Frappierende an dieser Kraft und seinen Erzeugnissen sei es, daß alle Fra- gen der Existenzberechtigung ausgeblendet bleiben, auch wenn es immer einige Intellektuelle geben mag, die ihre Skrupel zur Artikulation bringen.

»Das Immer-Fertige, das auf den Fingerdruck Auslösbare und Abrufbare rechtfertigt seine Existenz nicht, weder aus seiner theoretischen Herkunft noch aus den Bedürfnissen und Antrieben des Lebens, dem zu dienen es vorgibt. Es ist legitimiert, indem es bestellt, abgenommen, übernommen und in Betrieb gesetzt wird; Vorhandensein hat nicht sinngebende Bedürfnisse zur Voraussetzung, sondern es fordert und erzwingt seinerseits Bedürfnisse und Sinngebungen«, erklärt Blumenberg.
Ihm zufolge beruht das System der Wissenschaft, das die Technisierung der Lebenswelt in Gang setzt, auf einem spontanen Prozeß. Es lasse bewußt Geschichte aus, operiere auf Grundlage einer aktiven Unwissenheit und setze so zu Sprüngen an, »statt Schritte zu tun«. Die Rede vom Fort-Schritt ist deshalb verharmlosend und suggeriert eine vorsichtige Erkundung des Neuen bzw. eine Fortführung oder Vollendung eines bereits begonnenen Weges. Treffender wäre es, von einem Fort-Sprung zu sprechen. Für die moderne Wissenschaft sei es schließlich irrelevant, ob sie zufällig die Natur nachahmt, so Blumenberg. Sie schere sich auch nicht um die Ausgewogenheit des Menschen. Vielmehr arbeite sie mit einem »bohrenden Antrieb«.

Auf den ersten Blick scheint es deshalb einerlei zu sein, wie wir uns zur Technik und Wissenschaft positionieren. Das Machbare setzt sich anscheinend ohnehin durch. 1966 äußerten sich in einer Umfrage 72 Prozent der Deutschen dahingehend, daß sie Technik eher für einen Segen hielten. 1981 waren es nur noch 30 Prozent. In der Gruppe der unter 30jährigen fiel die Technikaffinität in diesem Zeitraum sogar von 78 auf 15 Prozent. Computer, Internet, Smartphones und, allgemeiner gesprochen, die gesamte Wissensgesellschaft haben seitdem dennoch einen Siegeszug mit beispiellosem Globalisierungstempo hingelegt.

Fast alle der damaligen Skeptiker dürften heute täglich ihre digitalen Spielzeuge nutzen und sie als lebensnotwendige Prothesen betrachten.

Bei den Fort-Sprüngen der nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte wird das vermutlich ähnlich laufen. Sollte es etwa dem Google-Subunternehmen Calico wie beabsichtigt gelingen, »den Tod zu  beseitigen« oder zumindest die Lebensdauer durch biotechnologische Innovationen enorm zu steigern, dann wird die Masse der Menschen diesen Weg nach anfänglichen Bedenken beschreiten wollen. Mit größter Selbstverständlichkeit werden wir uns dann zu Göttern »upgraden« lassen, mutmaßt der israelische Historiker Yuval Noah Harari in seinem aktuellen Buch Homo Deus.

Er behauptet, das große Projekt des 21. Jahrhunderts sei die Optimierung gesunder Menschen. Das Potential der organischen Körper sei noch lange nicht ausgeschöpft. Bioingenieure würden sich »den alten Körper des Sapiens vornehmen und seinen Gencode bewusst umschreiben, seine Gehirnströme neu ausrichten, sein biochemisches Gleichgewicht verändern und ihm sogar völlig neue Gliedmaßen wachsen lassen«. Angefangen von Biosensoren über Nanoroboter, die in unseren Blutbahnen aktiv sind, bis hin zu kleinen »Hirnschrittmachern«, die uns von Depressionen und Kopfschmerzen befreien, ist vieles denkbar und einiges davon bereits erfolgreich an Tieren und ersten Menschen getestet.

Es gibt heute schon »Robo-Ratten« mit eingepflanzten Elektroden, deren Bewegungen per Fernbedienung gesteuert werden können.

Wo konservative Köpfe wie Arnold Gehlen monierten, die Stabilisierung des Lebensraumes und sozialen Gefüges gelinge der technischen Kultur trotzdem nicht, haben die derzeitigen Mainstream-Vertreter der Natur- und Geisteswissenschaften eine technische Lösung dafür parat: nämlich das passende Gehirntraining, mit dem sich solche Sorgen aus dem eigenen Körper austreiben lassen. Und sollte das nicht reichen, bleibt den Gesellschaftsingenieuren immer noch die Hoffnung auf die baldige Erfindung einer maschinellen Superintelligenz, die 1000 Jahre geistiger Arbeit an einem Tag schafft und deshalb auch gleich prädestiniert dafür sein könnte, die politische und wirtschaftliche Steuerung der Welt zu übernehmen.

Diesen Machbarkeitsphantasien darf zunächst Heideggers  kerniger Satz »Die Wissenschaft denkt nicht!« entgegengehalten werden. Aufgrund ihres auf Logik, Verifizierbarkeit und vergangenen Daten beruhenden Instrumentariums bleiben die Erkenntnisse der Wissenschaft beschränkt. Mythische Erkenntnisse, Ahnungen und eben jedes  Denken, das sich nicht an die wissenschaftlichen Algorithmen/Methoden hält, steht außerhalb dieser Erkenntnisse der Wissenschaft (Logos).

Daß sich also allein mit technisch-wissenschaftlichen Methoden ein Zustand des allgemeinen Wohlstands und Glücks für alle herstellen läßt, ist aus- geschlossen: Es wird immer ein nicht faßbarer Rest bleiben. Hans Blumenberg kommt das Verdienst zu, in seiner Legitimität der Neuzeit die Wissenschaft von einem Standpunkt aus kritisiert zu haben, der empirisch überprüft werden kann. Zum einen stellt er heraus, »die Überbevölkerung unserer Welt« sei »auch ein Zuviel durch Wissenschaft«.

Sie gebe »mehr Leben an weniger Lebenstüchtige und erhält es ihnen länger«. Zum anderen betont er: »Das Mißverhältnis zwischen dem, was an theoretischen Einsichten in die Realität gewonnen ist, und dem, was davon dem einzelnen zur Orientierung in seiner Welt vermittelt werden kann, ist von bestürzender Unabwendbarkeit.«

Diese Kritikpunkte sind in der Tat des Pudels Kern. Seit 1950 hat sich die Weltbevölkerung verdreifacht, obwohl das notwendige technische Wissen für eine Subsistenzwirtschaft immer mehr als überflüssig gilt. Der Mensch könnte den Hunger weltweit beseitigen, aber ohne sich selbst ernähren zu können. Er weiß, wo der Supermarkt zu finden ist. Den Anbau von Gemüse hat er verlernt, und selbst in Notzeiten würde er eher auf Umverteilungskonzepte bauen als auf eine Rückkehr zur bestellten Akkerfläche. Paradoxien wie diese ziehen sich durch unser gesamtes Leben.

In einer durch Wissenschaft geprägten Gesellschaft zu leben, heißt also, daß wir es uns leisten können, nichts zu wissen, solange ein paar Spezialisten, die auch nur wenig mehr als wir selbst wissen, für uns auf die richtigen Knöpfe drücken. Der Humanismus macht sich damit auf seinem Höhepunkt rückgängig. Um so mehr die Wissenschaft den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Anstrengungen rückt und ihm das Leben erleichtert, um so mehr wird er zugleich entmündigt.

Die Ambivalenz dieses Prozesses herauszuschälen, kann jedoch nicht bedeuten, ihn und damit die Wissenschaft in Gänze zu verdammen. Das wäre ein Kampf gegen Windmühlen, da sich über Erfindungen nicht demokratisch abstimmen läßt. Auf der anderen Seite wäre es auch zuwenig, die Fort-Sprünge lediglich enzyklopädisch zu begleiten oder gleich an der »Spitze des Fortschritts zu marschieren« (Franz Josef Strauß).

Man kommt an diesem Punkt nur weiter, wenn man noch einmal zu den anthropologischen Ursprüngen der Wissenschaft und Technik zurückkehrt: Der zentrale Begriff bei Gehlen lautet hier »Entlastung«. Weil der Mensch ein Mängelwesen ist, muß er sich entlastende Institutionen und Organverstärkungen schaffen. Gehlen ist der Meinung, diese würden unsere natürlichen Fähigkeiten potenzieren.

Im Hinblick auf einfache Werkzeuge wie einen Hammer und selbst noch das Telefon kann dem ohne weiteres zugestimmt werden. Der »Hirnschrittmacher« (die in der EU für manche Krankheitsbilder bereits zugelassene »tiefe Hirnstimulation«) manipuliert jedoch eindeutig die Natur und durchkreuzt diese Theorie. In seinem Werk Die Seele im technischen Zeitalter schimmert diese Einsicht bei Gehlen auch schon durch, obwohl er alles in allem an seinem Konzept festhält.

Wenn er über die Superstrukturen unserer Gesellschaft spricht, bringt ihn das allerdings ins Schlingern. »Eine durchgreifende Änderung« des Zusammenhangs von »Wissenschaft, technischer Anwendung und industrieller Auswertung« sei nur mit »Askese« als dem »Signal einer neuen Epoche« vorstellbar, betont er. Einzelne Individuen werden dies selbstverständlich beherzigen. Politisch und historisch betrachtet ist die Lobpreisung des Verzichts und der katechontischen Unterentwicklung aber ein wirkungsloser Rückzug aus zugegebenermaßen gut begründeter Verzweiflung.

Im Gegensatz zu Gehlen, der die Ansicht vertritt, die Technik sei ein »Organisationsprinzip«, das »im Innersten des Organismus an zahlreichen Stellen bereits wirksam ist«, unterstreicht Blumenberg vehement, daß sie im Gegensatz zur Natur und somit dem Prinzip der Vollendung, Nachahmung und der Ganzheitlichkeit des Menschen stehe. Die Technik entlastet zwar. Bei diesem Gedanken bezieht sich Blumenberg auch explizit auf Gehlen.

Aber – und hier setzt er zum entscheidenden Ausbau der Mängelwesen-Anthropologie an – sie wird nur dadurch möglich, daß der Mensch nicht nur nach Entlastung sucht, sondern auch zur Prävention fähig ist. Blumenberg wörtlich: »Ich meine, der Grundbegriff der Prävention führt weiter. Denn zur bloßen Entlastung tritt hier der Sachverhalt, daß das Weniger-wahrnehmen-Müssen ganz in den Dienst des Mehr-wahrnehmen- Könnens tritt, das selbst die Prävention ist, aber zugleich die Wurzel einer weitergehenden Einlassung auf das, was dabei freigestellt zugänglich wird.« Gemäß dieser Theorie ist der Mensch in der Lage, mehr zu leisten »als die pure Selbsterhaltung«.

Er sucht sich nicht nur Futter. Vielmehr ist es ihm »freigestellt«, Projekte zu verwirklichen, die über die Überlebenssicherung hinausgehen. Ursächlich verantwortlich dafür sei der Weitblick des Menschen bis zum Horizont als Folge des aufrechten Ganges, der zur Entwicklung des Möglichkeitssinns führte, betont Blumenberg. Das deckt sich mit der Annahme, die Jäger und Sammler seien ein ziemlich faules Völkchen mit einer deutlich geringeren Wochenarbeitszeit als heute gewesen.

Der amerikanische Anthropologe Marshall Sahlins geht davon aus, daß Naturvölker an unwirtlichen Orten nur zwölf bis 19 Stunden pro Woche arbeiten müssen, um sich selbst versorgen zu können. In fruchtbareren Regionen sei der Aufwand noch geringer. Der Mensch mußte also keine Techniken erfinden. Er hätte sich auch weiter von den Bäumen und der Vielfalt der Natur ernähren können. Aber er hatte nun einmal die Zeit zum Experimentieren und machte sich so präventiv Gedanken über die zukünftige Gefahrenvermeidung sowie Möglichkeiten der Erleichterung seiner Tätigkeiten. So läßt sich auch die Spontanität und Sprunghaftigkeit seiner Erfindungen in der Neuzeit schlüssig erklären.

Hinzu kommt die enge Verquickung von Wissenschaft, Wachstumswirtschaft und Geldschöpfung. Nur wenn die Mächtigen und Wohlhabenden an den Fortschritt glauben, werden sie Vertrauen in Form von Krediten, Universitäten und Laboratorien an die Tüftler verschenken. Sie spekulieren somit auf Gewinne in der Zukunft. Dieser grundsätzlich erst einmal positive und notwendige Mechanismus dürfte sich mittlerweile jedoch in einen Zwang verwandelt haben.

Harari stellt dazu fest: »Eine Ökonomie, die auf immerwährendes Wachstum gründet, braucht grenzenlose Projekte – wie eben das Streben nach Unsterblichkeit, Glück und Göttlichkeit.« Er erwartet zudem, daß die Grenze zwischen Geschichte und Biologie im 21. Jahrhundert unscharf wird, weil der Mensch inzwischen in der Lage sei, seine ideologischen Fiktionen in genetische und elektronische Codes zu übersetzen. Sollte dies tatsächlich eines Tages umfassend möglich sein, was folgt dann daraus?

Die Unsterblichkeit oder ganz im Gegenteil der von einer superintelligenten, selbstlernenden und auf Autopilot laufenden Maschine vorgenommene Massenmord an einem großen Teil der Weltbevölkerung? Der schwedische Zukunftsforscher Nick Bostrom warnt davor, daß wir bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz »ins offene Messer« laufen könnten. Denn: »Unsere guten Erfahrungen mit einem noch jungen System sind überhaupt kein Indikator für dessen späteres Verhalten.«

Besonders das letzte Jahrhundert war von wissenschaftlichen Durchbrüchen und schockierenden totalitären Verirrungen gleichermaßen geprägt. Ist das ein Zufall? Mit Blumenberg läßt sich darauf trocken antworten, der Mensch »ist Vorurteilswesen, weil er Präventionswesen ist«. Wir können zwar mehr leisten als nur Selbsterhaltung. Die Zeit dafür ist aber begrenzt. Wir müssen schnell entscheiden und urteilen, was neben erfolgreich in die Realität übertragenen Geistesblitzen zwangsläufig zu Fehlannahmen und gefährlichen Fiktionen führt.

Das Leben ist schließlich kein Endlosmonolog mit perfekten, alles umfassenden Erörterungen. Es treibt uns regelrecht zu voreiligen Schlüssen. Auch jede Erfindung beruht folglich auf einem Vorurteil, weil wir ohne eine subjektive Ausschmückung unserer Umwelt mit entsprechenden Zukunftserwartungen nicht auskommen. Auf die Kreation von komplexen Ideologien trifft das genauso zu. Die Präventionen beginnen aber schon viel früher. »Das Vorurteil entscheidet auf Distanz, wer Freund oder Feind sein wird«, so Blumenberg, der dazu schließlich ergänzt: »Die Totalprävention ist der Tod des anderen.« Eine Maschine, die genauso denkt wie der Mensch, würde daher ununterbrochen eruieren, welche Feinde sie beseitigen muß.

Dagegen lediglich eine beklommene Abwehrhaltung einzunehmen, die sich auf das Verhindern oder Hinausschieben beschränken will, ist wenig erfolgversprechend, damit unverantwortlich gegenüber nachfolgenden Generationen und widerspricht zudem unserem Leistungspotential als Präventionswesen. Worauf sollten wir uns also statt dessen fokussieren? Dazu zwei abschließende Thesen:

Erstens: Destruktive Zukunftsangst hemmt in jedem Fall und verstellt uns die freie Sicht auf das, was konkret getan werden kann. Die Furcht davor, daß der Arbeitsgesellschaft durch weitergehende Automatisierungen die Arbeit ausgehen könnte, stellt sich – von einem wirtschaftshistorischen Blickwinkel aus betrachtet – als vollkommen unbegründet heraus. Im Jahr 2017 dürfte die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ein Rekordniveau von 44,4 Millionen erreichen. Auch im 20. Jahrhundert führten die durch Technisierung erzielten Produktivitätssteigerungen nicht zur Massenarbeitslosigkeit, sondern zur Veränderung der Tätigkeiten und Berufsbilder. Der Grund dafür: Als Präventionswesen suchen wir uns immer neue Aufgaben, sobald alte erledigt sind.

Zweitens: Die Herausforderung besteht dennoch darin, unser immenses – jederzeit per Knopfdruck abrufbares – Weltwissen und exorbitantes Wohlstandsniveau präventiv dazu zu nutzen, die unruhige Phase der Fort- Sprünge der Neuzeit zu beenden und dafür Fort-Schritte zu machen, die auf Vollendung und Nachahmung beruhen. Es besteht keine existentielle Not mehr, die Technik durch den gegebenen Rahmen des Lebens durchtreiben zu müssen, um die Massen überhaupt erst einmal versorgen zu können.

Diese Grundversorgung eilte. Die Optimierung des Menschen könnte man dagegen viel gelassener angehen. Oder, anders ausgedrückt: Der durch den Kapitalismus sowie die Wissenschaft geleistete Take-off der technischen Zivilisation und das Bevölkerungswachstum bedingten sich gegenseitig. Die Grundversorgung der Massen ist weitgehend abgeschlossen. Statt sich jetzt in das nächste Großprojekt der Optimierung des Menschen zu stürzen, könnten wir es deutlich gelassener angehen, weil es nicht mehr um das Überleben, sondern die Veredelung des Lebens geht. Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine Befreiung von jenen Ideologien, die uns dazu antreiben, fiktive Paradiese so schnell wie möglich zu verwirklichen.


Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.


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