Sezession
28. Oktober 2018

Sonntagsheld (81) – In Hoc Signo Vinces

Till-Lucas Wessels / 31 Kommentare

Den Populismus in seinem Lauf hält weder Ochs‘ noch Esel auf.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Ich schreibe diese Zeilen an einem grauen Nachmittag. Der Sommer war so heiß, der Frühherbst so mild, dass ich heute Morgen verwundert mit den Augen blinzelte, als ich von den Münden der Menschen weiße Atemwolken aufsteigen sah – eine unangenehme Nasskälte hatte sich in der Nacht über die Stadt gelegt.

Heute ist ja auch Hessenwahl, das macht die Laune nicht unbedingt besser. Die politische Großwetterlage ist, nun, durchwachsen, und auch an diesem Sonntag ist wieder eine Woche vergangen in der viele Menschen von mir wissen wollten, warum wir in Halle uns überhaupt noch anstrengen.

„Das geht doch alles viel zu langsam“, „Wir sind viel zu wenige“- wer politisch aktiv ist, wird solche Sätze beinahe täglich hören. Die gehen in 9 von 10 Malen unbeachtet an einem vorbei, beim 10. Mal kann es sein, dass der Sonntag doch noch ein bisschen grauer wird.

Was für ein Glück also, dass es arte gibt. Ohne die hätte ich heute wahrscheinlich keinen guten Tag. Aber – dem Himmel sei Dank – die Sonntage immer den Künsten (Klonovsky), oder wenigstens den deroeinst als „Kunstsender“ verschrienen. Die haben sich nämlich mächtig ins Zeug gelegt, um den gelegentlich verzweifelnden Recken der Rechten einen ganzen Film zu widmen.

Also eigentlich nicht nur den Rechten, sondern den italienischen Populisten Matteo Salvini und Luigi di Maio, von denen die meisten ohnehin nur ersteren kennen. Die Reportage „Italien und die Populisten: Eine Gefahr für Europa?“ ist eine verblüffend authentische Bestandsaufnahme des italienischen Populismus, seiner Protagonisten und einer verzweifelten Armee langsam vergreisender Babyboomer, welche hilflos vor einer politischen Entwicklung stehen, die sie nicht begreifen.

Es ist köstlich: Die tapfere Truppe aus altersweisen Künstlern,  Menopausen-Medienschaffenden mit entsprechend schrillen Brillenmodellen, kampferprobten Politfossilien, T-Shirt-tragenden Flüchtlingspriestern (auch ein älteres Modell) und Francois Hollande (haha, ja, ernsthaft) klagt über die Schnelllebigkeit des politischen Alltags, über die Ablehnung traditioneller Kommunikationskanäle (über die sie freilich eine bequeme geistige Vorherrschaft genießen, die sie nicht einmal zu bemerken scheinen) durch ihre Antagonisten und darüber, dass die italienische Gesellschaft inzwischen so überaltert ist, dass die Alten sogar die spärlich vorhandene Jugend mit ihrer Angst vor Verlust, Veränderung und Vielfalt belasten. Diese Jugend hätte schließlich schon genug eigene Sorgen, wächst sie doch mitten hinein in eine desaströse wirtschaftliche und sozialpolitische Lage.

Ihnen gegenüber stehen die, vor denen sie sich fürchten: Die Populisten. Dynamisch, redegewandt, mit ausgesprochenem Anspruch auf die politisch Macht und – sie wagen es nur anzudeuten – vor Allem jung. Es ist wie eine Tasse heiße Schokolade an einem Regensonntag, der weinerlichen Klage über die Festsetzung des mit Migranten belandenen Schiffes „Diciotti“ im Hafen von Catania zu lauschen, verbunden mit der in die Jahre gekommenen Klassensprecherweisheit „Das ist nämlich verboten!“  und nach dem nächsten Kameraschnitt das lässige Selbstbewusstsein, die Nonchalance, und die bis ins kleinste perfektionierte Authentizität eines Matteo Salvini einzusaugen.

Das wärmt nicht nur das Herz, das macht auch gute Laune. Und zum Sonntag darf man, so finde ich, auch ein bisschen schadenfroh sein. Vor Allem dann, wenn die Gegenseite uns unsere eigenen Propagandafilme macht.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (31)

Brettenbacher
28. Oktober 2018 18:46

"Das wärmt nicht nur das Herz, das macht auch gute Laune."
Das gilt auch für Ihren Beitrag, Meister Wessels.

Immer noch S.J.
28. Oktober 2018 21:17

Wer Erfolg haben will, muss die Realität passend einschätzen. Ich kann daher der Intention des Artikels nicht zustimmen. Keine Frage, die besagte Sendung bot schnell den Eindruck, dass es sich bei der neuen Regierung Italiens um talentierte Leute handelt. Doch weder in Italien noch ganz besonders in Deutschland ist die politische Großwetterlage so beschaffen, dass sich Konservative durchsetzen könnten. In Deutschland – um Italien mögen sich ca. 61 Millionen Italiener kümmern – haben sich seit dem Jahr 2015 bemerkenswert wenige substanzielle Verschiebungen ergeben; wohlgemerkt: substanzielle. In Hessen sind ganz aktuell jeweils zur Hälfte die ehemaligen CDU-Wähler zur AfD oder zu den Grünen gegangen. Die CDU ist derzeit folglich alles andere als konservativ. Die SPD mutiert parallel zunehmend in Richtung der Grünen, was allerdings keinen gravierenden Wandel bedeutet. Kurzum: Weit die Mehrheit der Wähler ist unter dem Strich linksliberal bis linksgrün gestimmt, vor allem die jungen Wähler (also die kommende Generation). Die Stimmengewinne der AfD dagegen sind derzeit keineswegs so beschaffen, dass deren Wähler durchsetzungsstark wären. Im Alltag zeigt sich das konkret in Tausenden von Demonstranten, die sich bei schlechtem Wetter für entsprechende Themenbereiche begeistern und selbst bei Rechtsverstößen auf zivilgesellschaftliche Zustimmung hoffen können. Umgekehrt sieht die Wirklichkeit gegenteilig aus.
Darf man es sagen? Ich habe nie verstanden, weshalb sich beispielsweise eine konservative Bewegung wie die AfD so wenig überzeugend um ein kernkonservatives Anliegen wie die Bewahrung der Lebensgrundlagen und die Natur kümmert und stattdessen Debatten zur Validität der Klimamodelle führt, während ein neurechter Denker wie Alain de Benoist vernünftigerweise diesbezüglich mit den jüngeren Erkenntnissen zum Klimawandel operiert und eine neue Maßhaltung einfordert. Die Rechte hat ein Imageproblem, das sie selbst erheblich verursacht hat. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die meisten konservativen Themenbereiche eine Bereitschaft zur Anstrengung einfordern, die nicht mehr mehrheitsfähig ist. Hier in diesem Beitrag ist jedoch nicht der Platz, das weiter auszuführen.

bb
28. Oktober 2018 21:41

Danke, genau das was ich gebraucht habe, um diesen Tag bei einer schönen Honigmilch ausklingen zu lassen :^)

Maiordomus
28. Oktober 2018 21:46

@Der Film über Matteo Salvini ist in der Tat beeindruckend. Was die Hessenwahl betrifft, ist man gegen Schluss der Debatte um die benediktinische Kontemplation nach Martin Sellner im früheren Blog auch noch darauf zurückgekommen. In der Tat ist eher das Negative dieser Wahl historisch bedeutend, nicht dasjenige, was ein Meuthen offiziell bejubeln musste.

HomoFaber
28. Oktober 2018 22:53

Mein stetiger Sonntagsheld, die schweigende Mehrheit in Deutschland, hat heute mal wieder ein deutliches Zeichen gesetzt. Diesmal in Hessen mit zuverlässigen 13% !
Was soll da noch schiefgehen ?

Kahlenberg
29. Oktober 2018 01:09

Salvini ist nicht nur stilistisch hoch erquickend. Seine Strategie ist einleuchtend: Rückendeckung im Volk durch die sozialpolitische Präsenz Di Maios, greift er frontal die operativen Strukturen der Gegenseite an.
Dazu gehört die „Eurozone“. Deren, m.E. unabwendbarer, Kollaps wird Millionen verstrahlter BRD-Wähler sich unmittelbar in einem brutalen, ganz individuellen Verteilungskampf finden lassen.
Das wird der überschwellige Schmerzreiz sein, der den unbedingten Wunsch nach Veränderung wecken wird.
Die AfD wird dann bereitstehen.
Ich weiß, es ist kontroversiell, aber ich habe gewissermaßen die Hoffnung, daß der wirtschaftliche Kollaps den demografischen ausbremst.

Maiordomus
29. Oktober 2018 08:09

@Homo faber. Das Schlagwort "Silent Majority" stammt aus den erfolgreichen Zeiten von Nixon, den zwar Goldwater schon als Gauner durchschaut hat, war damals nichtsdestoweniger ein rechtes Schlagwort. Ich würde nun aber warnen, in Deutschland von einer halbwegs rechten "schweigenden Mehrheit" zu faseln. Wäre es so, hätte die Hessens AfD im Minimum stärker abschneiden müssen als die Grünen, wiewohl deren multikulturell-missionarische Asylpolitik sicher nicht mehrheitsfähig ist. Eine Stimme für Grün bedeutete: Wählt uns, damit Merkel weiss wohin! Rechte Positionen sind zumal dort, wo Einfluss ausgeübt wird, stärker in der Minderheit als dies noch vor 50 Jahren der Fall war. Bei den sogenannt Einflussreichen sind diese Positionen sogar hoffnungslos in der Minderheit! Gilt sogar auch für Oesterreich und die Schweiz.

Maiordomus
29. Oktober 2018 08:52

PS. Wer gestern Sonntag nach den Hessen-Wahlen trotz des genannten Jubels von Meuthen mit gemischten Gefühlen ins Bett gegangen ist, bekam heute morgen dank dem Wahlsieg von Jair Bolsonaro in Brasilien Gelegenheit zum Schmunzeln und auch zur Schadenfreude gegenüber den Redaktoren der Weltmeinung. Im Gegensatz zu den Linken sollten wir über den Wahlsieg eines rechten Politikers indes nicht dümmlich jubeln, weil wir wissen, dass dieser neue Typus Politiker etwa seit Berlusconi oder Trump geistig natürlich nichts drauf hat und von seinen Gedanken keinerlei Orientierungswert ausgeht, so wenig dies bei den Gedanken von Hitler und Mussolini oder auch demokratischen Politikern wie Eisenhower und Nixon der Fall gewesen ist. Das hauptsächlich Gute an diesem neuesten Wahlresultat ist die Absage an die Weltmeinung. Dabei gehe ich davon aus, dass nun mal auch dieser Jair genau so wie Trump eine Episode der derzeitigen Epoche bleiben wird. Von den oben genannten Politikern war eigentlich nur A.H. auf verhängnisvolle Weise nicht harmlos, wobei gerade jener, von dem Heinrich Böll am 30. April 1945 ins Tagebuch schrieb "Gott sei seiner Seele gnädig" absolut nicht mit Trump zu verwechseln ist. Reinhold Schneider und Max Frisch schätzten ihn als den Politiker ein, der am wenigsten gelogen hat, was auch für die Geschichte der politischen Moral keine Kleinigkeit bedeutet. Dass er brutalst durchgezogen hat, was er gesagt hat und man ihm mangelnde Ehrlichkeit bei Zielsetzungen und Methoden kaum vorwerfen kann, trotz einzelner vorübergehender pazifistischer Lügen und ein bisschen Frömmelei von "Gottgläubigkeit", zeigt moralgeschichtlich, dass ein Politiker, der in Sachen Falschaussagen (bei Trump oft unfreiwillig) das Gegenteil von Trump darstellt, langfristig als "umso schlimmer" in die Geschichte eingehen kann. Auch Adenauer hat, wie William S. Schlamm betonte, Deutschland zulieb mehr gelogen als A.H.

deutscheridentitaerer
29. Oktober 2018 09:24

@immer noch S.J.

"Wer Erfolg haben will, muss die Realität passend einschätzen."

Schon richtig, aber man muss auch den Glauben an die Möglichkeit eines Erfolgs aufrechterhalten. Schwierig, wenn die Lage so ist, wie Sie und HomoFaber sie zutreffend beschrieben haben.

Persönlich bin ich in einer grünen Hochburg aufgewachsen. Mein Eindruck war, dass es sich bei dem sehr bürgerlichen Klientel des dortigen Gymnasiums um eine verlorene Generation handelte. Alle waren überdurchschnittlich intelligent und leistungsfähig, aber dabei völlig orientierungslos. Es gab keinen Grund, sich für irgendetwas anzustrengen, keine Ideale oder sonstiges. Es war auch keineswegs so, dass wir - über das gesamtgesellschaftliche Maß hinaus - links indokriniert wurden. Es herrschte eher eine Haltung seitens Schülern wie Lehrer, dass es keine wichtigen Dinge mehr gäbe und im Grunde alles egal sei. Wir sind auch nicht mal in ein KZ gefahren und als der Holocaust im Unterricht dran kam meinte eine Arzttochter, das will sie nicht hören, das fände sie zu brutal. Dem wurde dann auch so Rechnung getragen vom Lehrer.

Ich stelle mir vor, dass es dieses allein gelassene Milieu an jungen Leuten ist, von denen der empfindsamere Teil nun die gängigen linken Geisteskrankheiten wie multiple Geschlechtsidenität u.ä. als Identitätsnotbehelf angenommen hat.

Der stumpfere Teil hat es trotz teils guter Anlagen nicht geschafft sich zu einem wirklich eigenständigen Menschen mit echten Überzeugungen oder auch nur Interessen herauszubilden, sprich er wählt halt grün, weil das alle so machen.

In der amerikanischen Rechten hofft man ja auf die "Generation Z", die angeblich ihr jugendliches Rebellentum endlich mal rechts ausleben wird. In Deutschland bin ich mir da nicht so sicher.

Sandstein
29. Oktober 2018 11:23

@HomoFaber

herrlich xD
Das Land ist einfach nicht mehr zu retten. Gibt glaube ich kein dümmeres Volk als die Deutschen. Nirgends klafft eine solche Lücke zwischen den geistigen Eliten, den Vordenkern, den großartigen Dichtern und Wissenschaftlern alter Tage und dem gemeinen Pöbel, der sich heute "Bürger" nennt. Wenn ich das Wort schon höre bekomme ich das kalte Kotzen. Naja wir machen weiter, aufgeben ist nicht drin.
Habe nur manchmal das Gefühl, dass Don Quijote eine befriedigendere Aufgabe hatte als alle Deutschen, die sich für den Fortbestand ihres Landes einsetzen.

@Wessels

Ihre gute Laune angesichts der Entwicklung ehrt Sie. bei mir ist es mittlerweile umgekehrt, in 9 von 10 Fällen geht es nicht unbeachtet an mir vorbei, in einem glücklichen Fall schöpfe ich wieder Hoffnung.

W. Wagner
29. Oktober 2018 13:33

@Immer noch S.J.
Was Deutschland betrifft, mögen Sie recht haben, bei Italien nicht! Sollten Sie der italienischen Sprache mächtig sein, empfehle ich u.a. die offenen Facebook-Seiten der Politiker und neben anderen jungen Medien ilprimato nazionale.it,
Sie werden staunen.

W. Wagner
29. Oktober 2018 13:56

Man weiß eigentlich nicht mehr, was man zu Deutschland sagen soll. Da wird in Freiburg ein Studentin von den “willkommenen Flüchtlingen” vergewaltig - nicht der erste Fall - und ein paar Tage später wählen vermutlich gerade auch Studentinnen die Grünen, auch um die so gefährliche AfD zu verhindern. Man hört auch keinen Aufschrei in der Presse, bei den Politikern, wie etwa nach den drei Hansels, die den Arm in Chemnitz gehoben haben.
Dagegen bei einem ähnlichen Fall vor paar Tagen in Rom: Massenvergewaltigung von Afrikanern mit Todesfolge des Mädchens. Innenminister Salvini fährt ins Viertel - zweimal. Die linke Gegendemonstration gegen ihn (frauenfeindlich, wie sie scheinbar ist, stört Vergewaltigung und Mord anscheinend nicht) nimmt er nur noch als Lachfiguren zur Kenntnis, außerdem umjubeln ihn andere aus dem Viertel; alles einfachst im Internet mit Filmen anzusehen.
Ich muss gestehen, dass ich mein eigenes Volk nicht mehr im Ansatz verstehe, das nach ~75 Jahren erneut Massenvergewaltigungen in seinem Land erlaubt und nicht mit allen Mitteln - und ich meine allen! - dagegen vorgeht. Ist Deutschland und ist die Linke wirklich so frauenverachtend? Haben deutsche Frauen so wenig Achtung vor sich selbst, dass sie nicht geschlossen auf die Straße gehen? Und hat man dem deutschen Mann wirklich jegliche Haltung nach 1945 ausgetrieben?
Da lob ich mir die Rechte Italiens, die dagegen Schritt für Schritt vorgeht!
(Und mir ist völlig egal, was, wer auch immer aus meinem Bekanntenkreis dies liest, über mich denkt, denn ich hatte Frauen, die 1945-1948 dies erlebten, vor mir sitzen!!!)

W. Wagner
29. Oktober 2018 14:12

Ich erlaube mir noch einen Nachtrag. Der Blick nach Italien, den Wessels hier wieder anstößt, ist unbedingt notwendig, weil Italien ein deutlich geistig freieres Land ist als die Bundesrepublik. Das merkt man, wenn man betrachtet, was hier und da aus der anderen Sprache übersetzt wurde und wird oder eben nicht! Vielleicht gelingt es Antaios für seine der italienischen Sprache mächtigen Leser, auch italienische Bücher und Zeitschriften anzubieten, soweit es uns nicht gelingt, möglichst zügig für Übersetzungen zu sorgen. Das Angebot bei Antaios wäre auch deshalb sinnvoll, weil die ital. Verlage etwas - um es vorsichtig auszudrücken - mit dem Versenden kompliziert sind. Ein junges Monatszeitschriftenprojekt wie “Il primato nazionale” sollte in Deutschland verstärkt zur Kenntnis genommen werden. Der Leser wird staunen!

Nemesis
29. Oktober 2018 20:25

@W. Wagner

"Man weiß eigentlich nicht mehr, was man zu Deutschland sagen soll. Da wird in Freiburg ein Studentin von den “willkommenen Flüchtlingen” vergewaltig - nicht der erste Fall - und ein paar Tage später wählen vermutlich gerade auch Studentinnen die Grünen, auch um die so gefährliche AfD zu verhindern."

Ich analysiere seit geraumer Zeit (genauer seit der Wahl van Bellens in Österreich) die Wahlergebnisse vor allem aufgeschlüsselt nach Gruppen inkl. Geschlecht. Praktisch bei allen Wahlen können Sie den von Ihnen angesprochenen Effekt eindeutig massiv nachweisen.
Aktuelles Beispiel: Hessen
Ich habe keinerlei Erklärungen für dieses Phänomen, halte für mich aber fest, daß es in der menschlichen Natur offensichtlich Dinge gibt, die dem Verstand nicht mehr zugänglich sind.

Bei dem aktuellen Beispiel in Freiburg finden sie, wie in fast allen diesen Fällen, solche oder ähnliche Beschreibungen:
"Das Opfer hatte nach eigenen Angaben in einer Diskothek mit einer Freundin gefeiert und von einem unbekannten Mann ein Getränk erhalten. Gegen Mitternacht habe die Frau den Klub mit dem Mann verlassen. Durch eine unbekannte Substanz in dem Getränk sei sie wehrlos gewesen."

Es bleibt schlichtweg festzuhalten, daß Erwachsensein und Reife eben heißt, für seine Entscheidungen die Verantwortung zu übernehmen. Insofern war diese Frau keinesfalls wehrlos:
LOSI - Lost Of Situation Arwareness.
Dort, wo diese nicht mehr gegeben ist, wird man sie wieder lernen müssen. Auf die harte Tour.

Genau aus diesen Gründen werden Sie mich auch niemals auf Gegendemonstrationen oder anderweitigen Gegen(wasauchimmer) Veranstaltungen finden.
Und was meine Hilfe bei derartigen Vorfällen betrifft:
Nur bei Frauen, bei denen ich sehr genau weiß, das mein Einsatz (und die sich für mich daraus ergebenden Folgen) gerechtfertigt sind und sich lohnen. Und das sind, auch in meinem Bekanntenkreis, nicht die meisten.

"You can't always get what you want
But if you try
sometimes
you just might find
You get what you need"
(Stones)

Cacatum non est pictum
29. Oktober 2018 20:56

@Immer noch S.J.

"... Kurzum: Weit die Mehrheit der Wähler ist unter dem Strich linksliberal bis linksgrün gestimmt, vor allem die jungen Wähler (also die kommende Generation). Die Stimmengewinne der AfD dagegen sind derzeit keineswegs so beschaffen, dass deren Wähler durchsetzungsstark wären ..."

Nach nun einer Bundestags -und mehreren Landtagswahlen seit 2015 muß man Ihrem Fazit leider zustimmen. Besonders der Hinweis auf die junge Generation macht einen nachdenklich. Das Milieu der Patrioten scheint sich ganz überwiegend aus älteren Semestern zusammenzusetzen. Man trete in die AfD ein oder nehme an einer entsprechenden Kundgebung teil, um sich davon zu überzeugen. Nach meinem Eindruck zeigt sich dieses Bild auch beim Kommentariat der Sezession im Netz.

@Kahlenberg

"...

Dazu gehört die 'Eurozone'. Deren, m.E. unabwendbarer, Kollaps wird Millionen verstrahlter BRD-Wähler sich unmittelbar in einem brutalen, ganz individuellen Verteilungskampf finden lassen.
Das wird der überschwellige Schmerzreiz sein, der den unbedingten Wunsch nach Veränderung wecken wird.
Die AfD wird dann bereitstehen.
Ich weiß, es ist kontroversiell, aber ich habe gewissermaßen die Hoffnung, daß der wirtschaftliche Kollaps den demografischen ausbremst ..."

Ein Kollaps der einen oder anderen Art in den kommenden Jahren ist durchaus wahrscheinlich. (Ein zweiwöchiger flächendeckender Stromausfall wäre beispielsweise ein interessantes Szenario.) Ich würde aber keine hohen Wetten darauf eingehen, daß die patriotische Front aus einem solchen Schadensereignis gestärkt hervorgeht. Erstens wird man versuchen, ihr die Verantwortung für die Katastrophe in die Schuhe zu schieben (etwa der italienischen Regierung für den Kollaps der Gemeinschaftswährung). Und zweitens sehe ich um mich herum eine Vielzahl ideologisch völlig verbohrter Universalisten, bei denen ich befürchte, daß eher die Hölle zufriert, als daß sie sich jemals für ihr Vaterland einsetzen werden. Es ist wirklich zum Verzweifeln.

Der_Juergen
29. Oktober 2018 21:14

@W. Wagner

Ich stimme Ihren Wortmeldungen zu. Natürlich ist Italien weit freier als Deutschland; das italienische Volk ist längst nicht so gehirngewaschen wie das deutsche, und da das parlamentarische System im Gegensatz zur BRD dort von Anfang an schlecht funktioniert hat (weiss Gott wie viele Dutzend Regierungen seit dem Krieg!), ist man den Segnungen der Demokratie gegenüber skeptischer eingestellt.

Wenn der Antaios-Verlag die Schriften italienischer Rechter auf Deutsch herausbringen will und einen Übersetzer benötigt, kann er sich gerne bei mir melden.

Übrigens: Der Widerstand gegen die Verdrängung des eigenen Volkes durch afrikanische und orientalische Eindringlinge ist in England und Schweden noch schwächer als in der BRD, obwohl die Lage in beiden Ländern noch schlimmer ist. Falls sich das deutsche Volk wirklich durch "Untertanengeist" auszeichnet, wie seine Kritiker behaupten, gilt dieser Vorwurf in erhöhtem Masse für Briten und Schweden (und in erheblichem Umfang auch für Franzosen, Belgier und Holländer, weil der Widerstand auch in diesen Ländern nicht im entferntesten so stark ist, wie man angesichts der verheerenden demographischen Entwicklung erwarten müsste.

Besonders beklemmend ist der Fall der Schweden, die man weder mit einer NS-Vergangenheit noch mit kolonialistischen Sünden ihrer Ahnen erpressen kann und die sich trotzdem fast widerstandslos von den Invasoren terrorisieren und langfristig umvolken lassen. Die Erfolge der kreuzbraven Schwedendemokraten bei den letzten Wahlen sind nicht das, was ich unter einem nationalen Erwachen verstehe.

W. Wagner
29. Oktober 2018 23:14

@Nemesis
Es war mir klar, dass zumindest einer auf den Umstand der Drogen hinweist, die in Freiburg wie in Rom im Spiel waren. Ich kann und werde damit nicht von meiner Meinung abrücken und muss mich sehr zurückhalten ... - nur soviel: man vergewaltigt auch keine Behinderten, Kranken, Hilflosen.
Ich hoffe und glaube, dass unser Volk in diesem Punkt nicht von seiner alten Haltung abweicht (bedauerlicherweise tut dies die deutsche Linke teils derzeit), von der es auch in Kriegs- und Notzeiten nicht abwich. (Der Vorteile, noch die ältere Generation kennengelernt zu haben, besteht auch darin, dass ich durch meine Großmutter weiß, dass etwa die Wehrmacht auch in Russland keine Vergewaltigungen duldete.)
Doch ging es in Wessels Text um die Populisten Italiens: Diese Populisten zeigen Haltung gegenüber solchen Verbrechen - vielleicht sollten Sie (@Nemesis) etwas populistischer werden. Kein dummes deutsches Mädchen, ja überhaupt kein Mädchen hat das Geschehene wie nachfolgendes kluges Gelaber verdient. (Liebe Frau Kositza, Sie können den letzten Satz streichen, falls Sie ihn @Nemesis gegenüber als beleidigend empfinden.)

W. Wagner
30. Oktober 2018 00:03

Nochmals @Nemesis, da ich’s grad bei Innenminister Salvini auf Facebook fand: 29.10.2018, am Abend:
Salvini weist auf Talkshow zum Fall in Rom hin, in welcher der Altachtundsechziger und Journalist Giampiero Mughini geäußert haben soll: “Es war eine Drogenabhängige, schwierig, dass sie ein anderes Ende hätte finden können.” (Übersetzung W.)
Dazu der Populist (!) Salvini auf Facebook: “Welche Qual/Pein, ich schäme mich für ihn. Wie kann man so über ein vergewaltigtes und ermordetes Mädchen von 16 Jahren sprechen ...” (Übersetzung W.)
Und wie kann man heute in Freiburg statt gegen die Vergewaltiger gegen die AfD auf die Straße gehen (siehe Philosophia-perennis)?! Diese Linke, in Italien auch radical chic oder autorazzisti genannt, ist moralisch bis ins Mark verkommen.
An dieser Stelle meinen Dank an Wessels - weisen Sie häufiger auf die bösen Populisten hin!

heinrichbrueck
30. Oktober 2018 03:26

Kleine Statistik: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/28347/umfrage/zuwanderung-nach-deutschland/
Wegen dem längsten Balken AfD wählen? Und die AfD macht die Balken dann alle kleiner oder weg? Kinderglaube. Vom Wahlverhalten einiger Leute, von welcher Wahl auch immer die Rede ist, das Überleben abhängig zu machen, bleibt ein starkes Stück. Was für ein grandioser Betrug, wenn das kurze Leben Gott spielen darf. Unsere Vorfahren, Jahrtausende, hätten diesen Schwachsinn nie geglaubt.
Wird eine monoethnische Demokratie in eine multiethnische Demokratie transformiert, braucht man doch Zuwanderung. Die Demokratie bleibt unbehelligt. Aus monoethnisch multiethnisch zu machen, auf diese Weise einen Völkermord zu verstecken, wird immer eine demokratische Angelegenheit bleiben.

Fritz
30. Oktober 2018 10:14

Ich wäre nicht so pessimistisch, Menschen sind lernfähig. Ich habe auch immer den ganzen Unsinn von den armen Opfern des Kolonialismus geglaubt. Als ich die III. Welt selber kennen lernte, änderte sich das sehr schnell, und diesen Proezss des Kennenlernens erfahren wir jetzt in Deutschland durch die Massenmigration.

Natürlich läuft eine gigantische Propagandawelle durch Medien und Politik, aber Alltagserfahrung ist stärker.

Ich muss wirklich lachen angesichts der Reaktion unserer Medien angesichts der Wahl von Bolsonaro in Brasilien. Die Brasilianer haben einfach die Nase voll von der allgegenwärtigen Korruption, der Straßenkriminalität, der Schlamperei (Nationalmuseum brennt ab weil es keinerlei Brandschutzvorkehrungen gab). Häufig kommt es vor, dass Diebe von den Leuten auf der Straße einfach totgeschlagen werden, und die Linken kümmern sich um die Homoehe.

Unsere Medienvertreter können nicht verstehen, wie man einen homophoben Rassisten wählen kann, aber den Brasilianern ist das relativ egal, wenn er ihnen Hoffnung gibt, ihre Situation zu verbessern. Wobei dahingestellt sei, ob das wirklich gelingt. Chavez ist 1998 in Venezuela unter ähnlichen Vorzeichen gewählt worden, und sein Projekt scheiterte auf ganzer Linie.

Gustav
30. Oktober 2018 10:35

Der eigentlich autoritäre Charakter der repräsentativen Demokratie wird klar erkennbar in den Gründungsdokumenten der Federalisten. So machte James Madison (1751-1836) explizit deutlich, dass es im Rahmen einer dem Gemeinwohl dienenden Politik vorrangig um den Schutz der Eigentumsordnung geht und dass bei der Wahl der politischen Repräsentanten der Meinung der Bürger kein besonderes Gewicht zukommen könne. Die Eliten wüssten besser, was für das Volk gut sei, als das Volk selbst.
„Die öffentliche Meinung, die von den Vertretern des Volkes ausgesprochen wird, steht mit dem Gemeinwohl mehr im Einklang als die Meinung des Volkes selbst.“
Bei den im Wettstreit von Interessengruppen getroffenen politischen Entscheidungen müsse, so Madison, sichergestellt sein, dass die Gruppen der Erfolgreichen und Besitzenden einen größeren Einfluss auf die Gestaltung des Gemeinwesens und auch der öffentlichen Meinung haben als die Gruppen der Nichtbesitzenden. Mit dem Mechanismus der parlamentarischen Repräsentation lässt sich dies bewerkstelligen, da zwar die parlamentarischen „Volksvertreter” abgewählt werden können, jedoch nur durch andere Mitglieder aus dem Spektrum vorgegebener Elitegruppierungen ersetzt werden können. Diese Form einer repräsentativen Demokratie hat gegenüber offen autoritären Herrschaftsformen, wie etwa dem Feudalismus, den Vorteil, dass sich ein Veränderungswille der Bevölkerung nicht gegen die eigentlichen Zentren der Macht richten kann, sondern nur gegen ihre vordergründigen Erscheinungsformen, die parlamentarischen Repräsentanten und Regierungen. Hier ist also bereits im Kern ein Auseinanderfallen der vorgeblichen und der eigentlichen Zentren der Macht angelegt: die öffentlich sichtbaren demokratisch legitimierten staatlichen Apparate einerseits und die alle grundlegenden Entscheidungen bestimmenden praktisch nicht abwählbaren Elitegruppierungen andererseits.

Schon 1912 hatte Theodore Roosevelt festgestellt:

„Hinter dem, was wir für die Regierung halten, thront im Verborgenen eine Regierung ohne jede Bindung an und ohne jede Verantwortung für das Volk. Die Vernichtung dieser unsichtbaren Regierung und Zerschlagung der unheiligen Allianz von korrupter Wirtschaft und korrupter Politik ist die entscheidende politische Herausforderung dieser Zeit.“

Nemesis
30. Oktober 2018 13:03

@W. Wagner
Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, was der Kern meiner Aussage war: Sie können nicht jemand permanent vor den Ergebnissen seiner eigenen BEWUSSTEN Entscheidungen und Handlungen abschirmen. Ob da nun im Verlauf Drogen im Spiel sind oder nicht, ist erstmal nebensächlich (oft genug laufen solche Geschichten auch ohne Drogen ab).
Ihre Vergleiche der Vergewaltigung von Behinderten, Kranken,
hilflosen oder im Krieg gehen vollkommen an der Sachlage vorbei: Keine der genannten Gruppen begibt sich FREIWILLIG in diese Situationen oder sucht diese sogar.
Es ehrt Sie ja durchaus, daß Ihr Schutzinstinkt vorhanden und
offensichtlich starkt ausgeprägt ist. Aber auch wenn es Ihnen schwerfällt das Einzusehen: Er in diesen Situationen deplaziert.

Mehrfach erlebt:
Lautstarker und handgreiflicher Streit mitten auf der Straße.
Neben mir bleiben noch weitere Leute stehen. Einer mischt sich unaufgefordert ein. Ergebnis: Verursacher gehen gemeinsam auf den Schlichter los.

Sie können i.d.R. nur dann mit gewisser Aussicht auf Erfolg eingreifen, wenn Sie darum gebeten werden. Und selbst dann wissen Sie nicht, wer eigentlich den Streit begonnen hat. Das heißt überhaupt nicht, daß mir alles egal wäre oder ich Vergewaltigung nicht verurteilen würde und von mir keinerlei Hilfe zu erwarten wäre. Aber es ist ein deutliches Zeichen von völliger Überschätzung der eigenen Person (und höchst wahrscheinlich auch der eigenen Fähigkeiten der Meisten) zu meinen, man hätte in allen Fällen die Pflicht einzugreifen.

"Kein dummes deutsches Mädchen, ja überhaupt kein Mädchen hat das Geschehene wie nachfolgendes kluges Gelaber verdient."

Was Sie an meinem Beitrag stört, ist, das ich mich nicht sofort schützend hinter "das Mädchen" stelle. Warum sollte ich? Warum sucht sie aktiv solche Situationen auf?
Sie spielen sich hier als Beschützer von jemand auf, der Sie überhaupt nicht um Schutz gebeten hat und durch seine Handlung zeigt, daß er das offensichtlich auch gar nicht will.
In fast allen diesen Fällen steckt hier die eigentliche Aussage:
Sie verließen zusammen mit.., sie gingen in die Unterkunft/Wohnung mit...FREIWILLIG. Und wenn Sie mir jetzt mit Drogen kommen: Loss of situation arwareness: Man läßt sich nichts in sein Getränk kippen (gerade in dieser Umgebung). Und schließlich: Sie war mit einer Freundin da (ist die Regel). Glauben Sie etwa ernsthaft, Sie könnten jemand davon abhalten, dessen Freundin das offensichtlich nichtmal schaffte (wenn sie es denn überhaupt wollte) Im Übrigen: Die Frau war kein Mädchen mehr. Die war 18-jährig. Volljährig. Wahlberechtigt.

Sie können nicht jemand Beschützen oder Helfen, der durch seine Handlungen zeigt, daß er das gar nicht will. Man kanns natürlich versuchen, braucht sich dann aber hinterher auch nicht darüber zu beschweren wenn das Ergebnis anders ausfällt, wie mans gerne hätte.

Was ihre Beleidigung anbelangt: die stecke ich locker weg.

und grüße Sie trotzdem freundlich
Nemesis

Cacatum non est pictum
30. Oktober 2018 18:55

@W. Wagner

"Es war mir klar, dass zumindest einer auf den Umstand der Drogen hinweist, die in Freiburg wie in Rom im Spiel waren. Ich kann und werde damit nicht von meiner Meinung abrücken und muss mich sehr zurückhalten ... - nur soviel: man vergewaltigt auch keine Behinderten, Kranken, Hilflosen ..."

Sie vermengen da zwei Aspekte miteinander, die getrennt gehören: die abscheuliche Tat auf der einen Seite mit der völlig unbestrittenen Verantwortung der Täter; und andererseits das Fehlverhalten der jungen Frau, das kausal (!) dazu beigetragen hat, daß sie Opfer dieses Verbrechens geworden ist (Viktimologie).

Ich wüßte keinen guten Grund, das Letztgenannte unter den Tisch zu kehren. Eine rein emotionale Betrachtung der Dinge wird hier sonst immer den Linken vorgeworfen. Sie tun exakt das gleiche, wenn Sie Nemesis polemisch "kluges Gelaber" andichten, obwohl seine Wortmeldung doch sachlich kaum angreifbar ist.

Gestatten Sie mir, noch einmal folgende Punkte aus meiner Sicht zusammenzufassen:

- In Technodiskotheken ist der Konsum von aufputschenden Rauschmitteln gang und gäbe; das ist Allgemeinwissen, gerade unter jungen Leuten.
- Wenn ich an einem solchen Ort eine Pille in Herzform entgegennehme und konsumiere, dann weiß ich, daß es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein illegales Stimulans handelt. Die Tatsache, daß mir nicht bekannt ist, wer die Pille unter Verwendung welcher Wirkstoffkombination hergestellt hat, macht die Sache nicht besser.
- Es ist hochriskant, mit einem wildfremden Mann, den man erst seit wenigen Minuten kennt, ohne Begleitung den Ort des Geschehens zu verlassen. Nach dem, was in den letzten Jahren so passiert ist - gerade auch in Freiburg! - sollten bei einer Frau zusätzlich die Alarmglocken schrillen, wenn es sich beim Gegenüber um einen Nordafrikaner oder Syrer handelt.

Indem das bedauernswerte spätere Opfer diese elementaren Verhaltensgrundsätze mißachtete, hat es seinen Peinigern Tür und Tor geöffnet. Das ist die nüchterne, wenngleich traurige Wahrheit.

Verbuchen Sie diesen kleinen Exkurs nicht unter "Schuldzuweisung", sondern unter "Gefahrenvermeidung". Die Sensibilisierung für solche Gefahren sollte im Elternhaus beginnen, und ich habe den Eindruck, daß es gerade daran im bunten Deutschland unserer Tage ganz erheblich krankt.

Nemesis
30. Oktober 2018 21:40

@Cacatum non est pictum
"Die Sensibilisierung für solche Gefahren sollte im Elternhaus beginnen, und ich habe den Eindruck, daß es gerade daran im bunten Deutschland unserer Tage ganz erheblich krankt."

Das ist genau der Punkt, geht aber eigentlich noch viel tiefer:
In dieser infantilisierten Gesellschaft meint man, man könne und habe das Recht, alle Freiheiten die man sich wünscht, für sich zu beanspruchen. Das kann man zwar machen; ist aber eben nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist dann auch die Verantwortung, die ich damit selber zu tragen habe und die ist man in den seltensten Fällen bereit zu tragen, vor Allem, wenn dann der Schuß nach hinten losgeht. Dann ist das Geschrei groß und alle Anderen sind schuld.

Das bezieht sich nicht nur auf die Vergewaltigungsbeispiele und soll diese auch nicht relativieren, sondern ist im Grunde in allen gesellschaftlichen und privaten Bereichen zu beobachten.

Ich persönlich würde mir auch wünschen, daß der Lernprozeß, um aus dieser Haltung herauszukommen, weniger brutal und schmerzlich ist. Mein Wunsch hat aber leider keinerlei Bedeutung für die Realität, denn offensichtlich wird es anders nicht gelernt.
Klingt hart? Ist es auch.

Herr Poensgen hat ja eben mit "Die bürgerliche Mitte und die Gleichheit II" einen interessanten Artikel in der Richtung veröffentlicht und spricht darin, wie ich finde, sehr wichtige Fragestellungen an.

Simplicius Teutsch
30. Oktober 2018 21:51

Eindeutiges Kräfteverhältnis. Bis zu 15 gegen Eine. Und 2000 gegen 300. - Wir sind verloren.

Heute am frühen Morgen im Radio (Staatsfunk B5) wurde von der siegreichen Demokratiefront aus FREIBURG vermeldet, dass gestern Abend 300 Personen gegen die Gruppenvergewaltiger demonstriert hätten. Aber 2000 Person hätten für die Gruppenvergewaltiger demonstriert und damit ein deutliches Zeichen für Menschlichkeit und gegen Rassismus gesetzt.

heinrichbrueck
30. Oktober 2018 23:42

"Lernprozeß"? So langsam ist es zum Bäume aufknüpfen. Der Abschaum wurde ins Land gelassen, damit deutsche Fräulein und Männlein einen Lernprozeß vollziehen? Und natürlich muß es ein schmerzlicher Lernprozeß sein. Nach diesem Lernprozeß wird dann richtig gewählt, neurechts AfD, richtig?

"- Wir sind verloren."
Man sieht schon, hier wird täglich der Nibelungeneid geschworen. Mein Hamster wird wieder musikalisch: https://www.youtube.com/watch?v=1FUxefT7WmA
Mein Hamster hat nur eine Philosophie. Diskursresistent unterwegs, in seinem Hamsteruniversum ein völkisches Stammesdenken praktizierend, kompromißlos hamstermäßig...

Nemesis
31. Oktober 2018 10:17

@heinrichbrueck
"Lernprozeß"? So langsam ist es zum Bäume aufknüpfen. Der Abschaum wurde ins Land gelassen, damit deutsche Fräulein und Männlein einen Lernprozeß vollziehen? Und natürlich muß es ein schmerzlicher Lernprozeß sein. Nach diesem Lernprozeß wird dann richtig gewählt, neurechts AfD, richtig?"

Sie unterstellen mir hier etwas, was ich nie gesagt habe:
Nämlich daß ich die Grenzöffnung als Lernprozeß für notwendig halte. Das habe ich nie behauptet.
Tatsache ist jedoch, daß die Verhältnisse nun einmal so sind wie sie sind und weder Sie noch ich können daran ad hoc etwas ändern.
Daraus ergibt sich zumindest zweierlei:
1. Wie geht man damit um?
2. Wie konnte es dazu kommen? Welche Einstellungen führten dazu?

Sie stören sich an meiner Aussage, daß es bei manchen offensichtlich anders nicht gelernt wird? Dann schauen Sie sich doch die entsprechenden Meldungen mal genauer an.
Aktuellstes Beispiel nach Freiburg: München: "Bei einem der Männer handelt es sich nach aktuellen Informationen um den Ex-Freund des Mädchens."
Exakt auf diese Dinge bezog und beziehen sich meine Beiträge oben und nicht auf eine unkontrollierte Grenzöffnung als scheinbare Notwendigkeit eines Lernprozeßes.

Sie sollten schon genau Lesen, wenn Sie kommentieren.

W. Wagner
31. Oktober 2018 10:30

@nemesis und @cacatum
Dank für Ihre Einwände. Ich verstehe sie durchaus und weiß, daß ich bei dem Thema sehr emotional bin (Grund gab ich an). Aber ich halte es dann doch lieber mit dem Populisten Salvini - um den es in Wessels Text ging -, der sich schützend auch vor die Drogenabhängige stellt, die von “Flüchtlingen” zu Tode vergewaltigt wurde, der sich schützend vor die Gesamtheit seines Volkes stellt. Das Thema wird wie bei uns auch in Italien heftig zwischen Links und Rechts “diskutiert”, die Argumente ähneln sich.
Ich kann nur sagen: Seit Mitte der 90er bin ich in Berlin ausgegangen, ich kannte wohl jeden Club, auch die Loveparade mit 1.000.000 jungen Menschen - und nein, wir hatten keine Angst, auch die Mädchen nicht. Ausgehen bedeutete nicht, dass man eine Gefahr einging. Genug. Ich grüß freundlich zurück.

Das Relikt
31. Oktober 2018 14:16

@ heinrichbrueck

"Der Abschaum wurde ins Land gelassen, damit deutsche Fräulein und Männlein einen Lernprozeß vollziehen? "

Der Abschaum ist ins Land gelassen worden, weil seit der Generation der Babyboomer die meisten Männlein und Weiblein elementare Lernprozesse gerade nicht mehr vollzogen haben und vollziehen mussten. Was sich in ihren Entscheidungen, politisch, wirtschaftlich, zwischenmenschlich und alltäglich eben äußert und Folgen hat.

Aber es kommt alles Verdrängte zurück, das gruselt, und daher nun all die Demos gegen die "Instrumentalisierung" von Verbrechen oder gegen die AfD. Die Tat, der Täter, vor allem aber das Opfer und sein Anwalt sind ein Ärgernis, denn sie erinnern daran, dass da etwas ist, was einen selbst treffen könnte. Der Eloi (ich glaube Lichtmesz führte diese Bezeichnung bei uns ein) will nicht wissen.

Auch dieses zweite Opfer von Freiburg wollte nicht wissen, was sein könnte. Allein deswegen hält man sich ja in einer Techno-Disko auf und schmeißt MDMA-Tabletten ein. Um nicht zu wissen, nicht zu fürchten, zu sein, wie ein Kind oder Adam vor dem Apfelbiss von mir aus. Nicht erst als das Opfer mit dem Syrer hinausging, um, so die Springer-Presse, sich seine Tätowierungen zeigen zu lassen (was für eine plumpe sexuelle Phantasie muss da im Kopf gewesen sein), hatte es mangelndes Risiko-Bewußtsein. Das ganze Lebensgefühl dieser Menschen ist eines der narzisstischen Sorg- und Achtungslosigkeit.

Natürlich können sie sich schützend vor diese Gesellschaft stellen. Diskotheken zu Festungen und an jede Ecke einen Cop. Wird wahrscheinlich auch so kommen. Schließlich versprechen alle Parteien inklusive rechter Einheitspartei mehr Sicherheit. Dann können Thomas und Brigitte weiter ihre Gartenparties feiern und auf Altbiker-Treffen gehen und Anna-Lena kann weiter mit der Sektpulle in der Hand um 2:00 Uhr zum House-Club torkeln. Derweil sorgt Polizeikommissar Abdul (super integriert - isst auch Schwein!) für Sicherheit.

Nur, ernsthaft, könnten sie sich mit diesen Leuten, dieser Gesellschaft noch irgendwie identifizieren? Ich nicht und deswegen gehen mir diese ganzen rechten "Unsere-Frauen"-Stories" nur noch auf den Keks.

Nemesis
31. Oktober 2018 20:12

@W. Wagner
Danke für Ihre kurze Rückmeldung. Sie können ganz sicher davon ausgehen, daß auch mich das Ganze keineswegs so kalt läßt, wie es sich meinen Beiträgen nach anhören mag.
Zumal wenn man auch sieht, daß viele von denen, die ins offene Messer laufen i.d.R. auch bisher nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens gestanden haben.
Sich seine Empathie zu bewahren, gleichzeitig sich aber trotzdem nicht über die Emotionen manipulieren zu lassen ist sehr schwer.
Aber wichtig.
Grüße
Nemesis

heinrichbrueck
1. November 2018 04:35

"Der Eloi (ich glaube Lichtmesz führte diese Bezeichnung bei uns ein) will nicht wissen."

Was die Leute innerhalb der Matrix wissen wollen, entscheiden sie nicht außerhalb der Matrix. Deutsche sind keine Eloi. Das Wissen muß auch etwas taugen. Ich kenne keine einzige deutschsprachige Zeitung, die dem Matrixbetreiber gefährlich werden könnte. Die Unterwürfigkeit ist Programm. Und um normal leben zu können, muß man nicht wissen. Dieses demokratische Wissen ist ohnehin Matrixwissen. Parteientheater! Demnächst ohne Merkel. Was ist die Matrix? Wenn ein Friedrich Merz, diese politische Vollniete, „am linken und rechten Rand der Demokratie Parteien etabliert, die unsere Gesellschaft spalten“ und „Demokratien des Westens“ von sich gibt, was wird dann verteidigt?
Soll die Matrix zerstört werden? Wenn die Matrix fällt, kann die Demokratie nicht aufrechterhalten bleiben.

Um zum Lernprozeß zurückzukommen, ich will nichts unterstellen, wie soll denn gelernt werden? Nach welchem Lernprogramm, wenn die Matrix ein Gefängnis für den Verstand ist! Dann bleibt alles Wissen nur Sklavenwissen. Der Plan. Das Ziel. Es wird Blut fließen, und das Gewissen wird einverstanden sein müssen.

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