Sonntagsheld (82) – Can’t touch this

Der Anfang vom Ende

 Gastbeitrag

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“This is not the end” kann man auf dem Rücken des gel­ben Shirts lesen, in dem ein jun­ger, in jeder Hin­sicht unauf­fäl­li­ger Mann steckt. Kör­per­hal­tung, Fri­sur, Gesichts­zü­ge – alles an ihm ist lang­wei­lig; In jeder west­deut­schen Stadt wür­de er in der Mas­se ver­schwin­den, in den meis­ten ost­deut­schen Städ­ten wohl auch.

Auch der Ton­fall in dem Aras Bacho mit der Kame­ra spricht, ist ohne Cha­rak­ter. Er beherrscht den simp­len Charme der Infan­ti­li­tät, der auf der poli­ti­schen Lin­ken so beliebt ist, dass sie ihre Schütz­lin­ge wo es nur geht in sei­nem Licht erstrah­len las­sen: Der Rechts­ruck, die ver­ba­le Ver­schär­fung der Debat­te – alles macht ihm Angst, bei Kri­ti­kern und Twit­ter-Trol­len hin­ge­gen wird er traurig.

Kurz: Der jun­ge Jesi­de, dem man sei­ne Ner­vo­si­tät trotz der vor­her durch­ge­spro­che­nen Inter­view­fra­gen ansieht, ist voll und ganz harm­los und doch hat er es in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren geschafft zu einer der meist­ge­hass­ten Netz­per­sön­lich­kei­ten im deutsch­spra­chi­gen Raum zu werden.

Das Prin­zip ist sim­pel, aber das ist das Pro­du­zie­ren von Skan­da­len ja meis­tens, eigent­lich muss man bloß stumpf genug sein: Die­ses Mal hat es zum Bei­spiel gereicht, einen Teen­ager mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund – ver­edelnd wirkt hier die Tat­sa­che, dass Bacho sogar ein “ech­ter Flücht­ling” ist – ein Smart­pho­ne in die Hand zu drü­cken, einen Twit­ter­ac­count ein­zu­rich­ten und ihn zwecks Bekannt­ma­chung ein paar Mona­te durchs Feuil­le­ton zu treiben.

Ein paar toll­dreis­te For­de­run­gen spä­ter, etwa danach, dass AfD-Wäh­ler aus­wan­dern soll­ten, wenn ihnen ein mul­ti­eth­ni­sches Deutsch­land nicht gefal­len wür­de, hat­te sich eine treue Kom­men­ta­to­ren­ge­mein­de um ihn geschart, die mit ihren “Haß­kom­men­ta­ren” aber­mals für Schlag­zei­len und bei Aras offen­sicht­lich für viel Trau­rig­keit sorgte.

Die rest­li­che Ent­wick­lung des jun­gen Publi­zis­ten folg­te dem übli­chen Weg der Spek­ta­kel­ge­stal­ten: Voll­stän­di­ge Kon­zen­tra­ti­on auf sei­nen migran­ti­schen Uni­que Sel­ling Point (Böh­mer­mann dixit), den er sich mit ähn­lich talen­tier­ten Figu­ren wie Saw­san Che­bli teilt, gele­gent­li­ches Auf­tau­chen aus der Ver­sen­kung und am Ende der Lauf­bahn ein im Raum ste­hen­der Sexskandal.

Der Vor­zei­ge­flücht­ling, der sich in einem im Sep­tem­ber gege­be­nen Inter­view mit dem WDR noch eine Zukunft als Jour­na­list in den Öffent­lich-Recht­li­chen aus­mal­te, soll Mit­schü­le­rin­nen mehr­mals unzüch­tig berührt haben. Das ist natür­lich wirk­lich lus­tig. Also nicht für die Mit­schü­le­rin­nen, die ihn ange­zeigt haben, aber für uns, die wir die kur­ze publi­zis­ti­sche Lauf­bahn von Bacho viel­leicht etwas inten­si­ver ver­folgt haben, als es im Grund ange­mes­sen war. Auch amü­sant ist in die­sem Zusam­men­hang ein spä­ter gelösch­ter Tweet des Jung­jour­na­lis­ten, in dem er andeu­te­te, dass die weib­li­chen Opfer der Köl­ner Sil­ves­ter­nacht an ihrem Schick­sal womög­lich nicht ganz unschul­dig seien:

Dar­an sind meis­tens die Frau­en schuld. Nachts allei­ne zu sein. Ande­rer­seits soll­ten sich die Flücht­lin­ge beneh­men. #Sil­ves­ter”

Wie gesagt: Nach kur­zer Zeit ver­schwand der Tweet, Bacho sprach von einem Miss­ver­ständ­nis, weil er die deut­sche Spra­che noch nicht so gut beherr­sche. Das war Anfang 2016, da leb­te er bereits sechs Jah­re in Deutschland.

Wie dem auch sei, so wich­tig ist das alles nicht: In der öffent­li­chen Debat­te spiel­te Aras Bacho zu sei­ner Hoch­zeit ja eigent­lich eh nur die komi­sche Rol­le eines Halb­wüch­si­gen, der sich im Voka­bu­lar der Erwach­se­nen beflei­ßigt und ähn­lich inbrüns­tig sei­ne ver­meint­li­chen Rech­te ein­for­dert, wie das sei­ne Alters­ge­nos­sen etwa beim der­einst popu­lä­ren “Schul­streik” demons­trier­ten. Auch da waren die Reak­tio­nen gemischt: Die einen freu­ten sich am “poli­ti­schen Gestal­tungs­wil­len” der Jugend und woll­ten direkt das Wahl­al­ter her­un­ter­set­zen, die ande­ren empör­ten sich über die Dreis­tig­keit der fei­ern­den Schulschwänzer.

Beru­hi­gend jeden­falls: Am Ende hat Aras Bacho in der deut­schen Migra­ti­ons­po­li­tik unge­fähr soviel mit­zu­re­den, wie die Schü­ler bei der Aus­wahl ihres Cur­ri­cul­ums und für den WDR wird es auch nicht rei­chen, dem rüh­ren­den Ein­satz des Fak­ten­fin­ders zum Trotz. Die Ver­hand­lung fin­det am 23.11. in Lem­go statt, bleibt für Aras Bacho zu hof­fen, dass er inzwi­schen gut genug Deutsch kann, um sich dort zu erklären.

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Kommentare (14)

Waldgaenger aus Schwaben

4. November 2018 23:17

Mein Stammtisch bebt ob des Endes der Ära Merkel und SiN diskutiert über die Juden in den USA oder einen Aras - what's-his-name

Ich hätte eigentlich auf Merz als umstrittenen Sonntagshelden gehofft. Jetzt dieser Tage werden entscheidende Weichen für die nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte gestellt, wie es weitergeht mit unserem Vaterland. Wie wäre es mit einem Artikel oder eine Analyse zur Lage der Nation?

Lotta Vorbeck

5. November 2018 01:46

Schade eigentlich, - Schnief! - daß die GEZ-Medien nun doch ohne diese Perle werden auskommen müssen ...

RMH

5. November 2018 09:14

Wer ist jetzt eigentlich der Sonntagsheld oder die Sonntagsheldin der Woche?

Der des Fummelns und Grapschens Verdächtige ja offenbar gerade nicht, oder?

t.gygax

5. November 2018 12:05

Warum beschäftigt man sich mit solchen Leuten? Die kommen aus dem Sumpf, werden nach oben gespült und verschwinden hoffentlich wieder im Sumpf.....
Alles Orks, frei nach Tolkien ( Die Ork waren usprünglich Elben und sanken dann immer tiefer....und wurden häßlich dabei)
Es wäre wünschenswert, sich einmal mit Asia Bibi in Pakistan zu befassen. Man ereknnt dort sehr schön, wie die "entwickelte islamische Kultur", um Herrn Thor von Waldstein zu zitieren, in der Wirklichkeit aussieht. ( Herr von Waldstein ist ein kluger Kopf und kühler Denker, das ohne jeden Zweifel. Dies aber nur nebenbei.)
Oder mit sieben koptischen Christen, die Opfer der Religion des Friedens in Ägypten dieser Tage wurden.
Keiner der heuchlerischen Pfaffen und Bischöfe der staatlich finanzierten Verdummungsinstitutionen ( ich meine die Kirchen!) sagt auch hier nur ein Wort.
Ich lese in einer stillen Stunde Matthäus 24, Vers 9 f. und stelle fest, dass Jesus prophetische Worte sprach. Dies vor allem für Herrn Bettinger, der vielleicht einmal zwischen Kirchen -Christentum-Jesus Christus unterscheiden sollte. Das sind drei völlig verschiedene Phänomene.

RMH

5. November 2018 13:34

Da kein echter Held genannt wurde, hier der Vorschlag für den Held des Monats, wenn nicht sogar noch mehr:

Hans-Georg Maaßen. Mit seiner als "Maaßen-Depesche" in die Geschichte eingehenden Rede hat er Maßstäbe für Klartext eines politischen Beamten gesetzt. Und hier der Satz, der Berlin und die deutsche Medienlandschaft aufs treffendste demaskiert und hoffentlich erschüttern wird:

"Ich habe bereits viel an deutscher Medienmanipulation und russischer Desinformation erlebt. Dass aber Politiker und Medien "Hetzjagden" frei erfinden oder zumindest ungeprüft diese Falschinformation verbreiten, war für mich eine neue Qualität von Falschberichterstattung in Deutschland." (Hans-Georg Maaßen).

Quelle:
https://www.sueddeutsche.de/politik/maassen-rede-wortlaut-1.4197439

Maxx

5. November 2018 15:16

Diejenigen, die de widerwärtigen Sextäter angezeigt haben, sind die eigentlichen Sonntagsheldinnen, oder etwa nicht? Die Mädels oder ihre Eltern, denen sicher bewusst war oder denen man klargemacht haben dürfte, dass eine strafrechtl. Anzeige des von Presse und Medien hofierten antideutschen Wutflüchtling Bacho, Aras wohl ohnehin im Sande verlaufen und für die Anzeigenden womöglich unerwünschte negative Folgen haben könne, da sie unter Rassismus- oder Rechtspopulismusverdacht geraten könnten …

Maiordomus

5. November 2018 17:28

Noch zu Lichtmesz und Sellner. Sie beide äussern sich bekanntlich nicht nur in schriftlicher Form via Artikel, auch Bücher, sondern in letzter Zeit fast mehr denn je über YouTube und dergleichen, wobei sich Lichtmesz dann sogar im noch nicht ganz erreichten Stil von Altkanzler Helmut Schmidt selig als Raucher outete. Alles in Ordnung, zumal Sie sich beide gerade in einem der letzten Gespräche noch stark als Österreicher bekannt haben.

Dies gibt aber in einem heiklen Punkt zu denken: In der konkreten Tagespolitik, nicht in der Metapolitik, auch nicht in aussenpolitischen Analysen in Sachen Trump usw., sollten Sie sich bewusst sein, dass Österreich Ihr Land ist und nicht Deutschland. In den Stellungnahmen zur Tagespolitik müssten Sie also primär von Ihrem Heimatland ausgehen und sich für die Ordnung dortselbst als mitverantwortlich und primär engagiert erklären. Gegen Österreicher, die den Eindruck erwecken, Deutschland retten zu wollen, herrscht nun mal ein historisch begründetes Vorurteil. Auch aus diesem Grunde war bei der deutschen Rechten vor 30 bis 50 Jahren der Oesterreicher Gerd-Klaus Kaltenbrunner zwar ein metapolitischer Vordenker, aber nie ein Taktgeber für Wahlen und für die Frage, wer Bundeskanzler werden müsse usw. oder was Willy Brandt oder Franz Josef Strauss richtig machen oder falsch machen. Generell glaube ich, dass Ihre Fähigkeiten eher im Metapolitischen auszumachen wären, zwar ganz generell. Andererseits halte ich Sie tatsächlich auch politisch für eine andere, tiefer reflektierte Liga als zum Beispiel durchschnittliche FPÖ-Abgeordnete, in welchem Verband Sie sich wohl nicht automatisch wohl fühlen würden, wiewohl die Leute sogar dies oder jenes von Ihnen lernen könnten.

Selber mache ich mir meinerseits grössere Sorgen um die völlig unangemessene und inkompetente Auseinandersetzung um die im November zu entscheidende Selbstbestimmungsinitiative in der Schweiz als um die Frage, wer in Deutschland nächster Kanzler oder Bundesvorsitzender der CDU werden soll. Im Sinne der politischen Verantwortung gibt es in der Tat eine Prioritätenordnung "vor der eigenen Haustür", was meines Erachtens noch zu einer höheren Glaubwürdigkeit etwa der AFD in Deutschland beitragen könnte, wenn man sich noch stärker mit der regionalen Basis befassen wollte. Sehr glaubwürdig fand ich in diesem Zusammenhang aber das Video mit dem Besuch von AfD-Leuten bei einer "AfD-Ausstellung" aus der Sicht des Feindes, klar nicht nur des politischen Gegners. Hier setzte man zweifelsohne am richtigen Platz an. Das war tagespolitisch und zugleich metapolitisch beherztes Politisieren!

Stil-Bluete

5. November 2018 21:47

Sonntagsheld, Sonntagsfahrer, Sonntagsredner, bisher habe ich nicht begriffen, ob lächerlich oder lächelnd, Randerscheinungen oder Leuchten, Sonnen-Tag oder Verlegenheitslösung, da im Hause k&k zu Recht Sonntagsruhe herrscht.

Hans-Georg Maaßen: Voreilig aus der Deckung gewagt?

Das blaue Quadrat

5. November 2018 22:37

Ein fallender Held der "Willkommenskultur" und ein Stammtisch, bebend ob des Austausches von maximal drei Buchstaben - genauer einer, zwei fallen ja weg. Besser ist die Lage der Nation doch nicht beschreibbar.

Waldgaenger aus Schwaben

5. November 2018 23:27

Ich dachte nicht, dass mein Beitrag veröffentlich wird. War mehr als interne Mitteilung gedacht. Habe aber nichts dagegen, dass mein Beitrag erschien.

Nochmals mein Appell eine eigene Diskussion zu den tagespolitischen Entwicklungen zu eröffnen.

All die hoch Belesenen hier könnten dann mal ihre analytischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, die Kameraden von der Verschwörungstheorie-Feldpostnummer sowieso.

Also:
Wer wird Vorsitzender der CDU?
Merz oder AKK?
Wann gibt es Neuwahlen in Deutschland?
Wer wird Kanzlerkandidat der CDU/CSU?
Welche Perspektiven ergeben sich für die AfD in den unterschiedlichen Szenarien?

In alten use net Tagen hieß es "thread hijacking" wenn ein Teilnehmer eine Diskussion auf ein anderes Thema lenkte, und das war unerwünscht, weil unfein gegenüber dem Urspungsautor.
Ich bitte Herrn Wessels deshalb um Entschuldigung und ich werde hier unter diesem Artikel nichts mehr dazu schreiben.

Aber die Ereignisse seit dem 29.10 sind eben nun mal hoch interessant. Wir stehen in Deutschland vielleicht vor Umwälzungen wie in Österreich, Italien oder den USA,
und das ( noch) Wirtschaftskrise.

Wann soll Metapolitik in Tagespolitik einfliessen wenn nicht jetzt?

quarz

6. November 2018 00:00

"sollten Sie sich bewusst sein, dass Österreich Ihr Land ist und nicht Deutschland"

Die ethnische Gemeinschaft ist ein elementareres Kollektiv, das der Fels in der Brandung der sich alle paar Jahrzehnte ändernden politischen Grenzverläufe sein sollte. Freiburg im Breisgau war z.B. wesentlich länger ein Teil von "Österreich" als Salzburg. Und auch auf subnationaler Ebene sind Westösterreicher mit ihren Nachbarn jenseits der Staatsgrenzen kulturell enger verwandt als mit ihren Passgenossen in Ostösterreich. Die kulturellen, sprachlichen und mentalitätsmäßigen Hauptumbruchslinien im Kontinuum des deutschen Kulturraumes verlaufen an ganz anderer Stelle als entlang der Staatsgrenze zwischen der BRD und der Republik Österreich.

Unsere Bemühungen um Erhalt und Fortführung unserer kultureller Identität sollten sich deshalb auch nicht primär am Staat orientieren, sondern an der Kulturgemeinschaft. Den jüngste Videoauftritt von Lichtmesz&Sellner habe ich diesbezüglich auch als schwach empfunden. Erstaunlich, wie zwei sonst so scharfsichtige Analytiker in Bezug auf Österreich knietief im Klischeesumpf waten. Der Sehnsuchtsfilm, der auf dieser Austroprojektionsfläche ablief, scheint mir indes - was den beiden vermutlich weder bewußt noch recht ist - etwas ziemlich Deutsches zu sein. Wie verschiedene Wahrnehmungsberichte aus der K&k-Zeit, aus der sich vieles von diesem Bezug speist, nahelegen, war dieses "Österreicher-Gefühl" damals nämlich ein Spezifikum der Deutschösterreicher, das im atmosphärischen Selbstverständnis der übrigen Monarchiebewohner keine Entsprechung fand und somit eher als Südostvariante der alten deutschen Sehnsucht nach dem "Land, wo die Zitronen blühen" zu deuten ist.

Dessen ungeachtet ist es in pragmatischer Hinsicht natürlich ein unschätzbarer Vorteil, in Zeiten bundesrepublikanischer Umvolkungspolitik über einen eigenen Staat zu verfügen, den man für seine Einwohner leicher zum Bollwerk gegen derlei zerstörerische Einfüsse gestalten kann. Dennoch muss ein vernünftiges politisches Engagement von Österreichern immer auch den übrigen Deutschen gelten. Nicht nur im Sinne der Verteidigung des Eigenen, zu dem diese wesentlich gehören, sondern auch wegen der Schwierigkeit, dem demographischen Druck im staatlichen Alleingang auf Dauer stand zu halten.

Lotta Vorbeck

6. November 2018 00:35

@Waldgaenger aus Schwaben - 4. November 2018 - 11:17 PM

"... Jetzt dieser Tage werden entscheidende Weichen für die nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte gestellt, wie es weitergeht mit unserem Vaterland. Wie wäre es mit einem Artikel oder eine Analyse zur Lage der Nation?"

_________________________

Die Weichen zur Fahrt in den Höllenschlund sind längst gestellt. Auf die Figur, welche vorn auf dem Führerstand der vor den Todeszug gespannten Lokomotive aus dem Fenster schauen darf, kommt's dabei nicht an.

... und wenn nächsten Monat erst der Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration von Angela-Dorothea I. oder seitens ihres für den 10. und 11. Dezember 2018 nach Marrakesch entsandten Bevollmächtigten unterzeichnet worden ist, dann dauert's gewiß auch kein(e) Jahrzehnt(e) mehr, um all das, was von Deutschland überhaupt noch übrig ist, ebenfalls zu pulverisieren.

Maiordomus

6. November 2018 13:02

Weil ich die hier sich artikulierende Rechte, die Bedenkenswerte zur Debatte bringt, nicht nur kritisieren möchte, glaube ich die neueste Rede Höckes über das Thema Verfassungsschutz in Thüringen und auch, was er über "politische Bettnässer" im eigenen Lager gesagt hat, hier als über weiteste Strecken als einleuchtend charakterisieren zu dürfen. Wahrscheinlich ist das nicht nur bei mir so rübergekommen. Nicht gerade leicht erklärbar ist für mich trotzdem, wie die pauschale Charakterisierung des Verfassungsschutzes als Herrschaftsinstrument jetzt im Moment mit dem flächendeckenden Lob der Rechten für den früheren und jetzt abgesägten Chef Massen konform geht. Hat dieser, bevor ihm die Wahrheit mehr als nur entschlüpfte, während seiner Amtsjahre mit seiner politischen Einstellung, die er nun bei seiner "berüchtigten" Abschiedsrede erstaunlicherweise geoutet hat, alles falsch gemacht? Sicher ist, wie Sellner mit Recht moniert, dass es nach dem Ausscheiden von Massen mit der Hexenjagd auf Oppositionelle wohl garantiert schlimmer wird.

Einer der raffiniertesten Schachzüge eines künftigen Bundeskanzlers Merz zur Eindämmung der AfD könnte zum Beispiel die Option einer Berufung Massens zum Innenminister werden. Ich glaube indes nicht, dass die CDU sich zu einer solchen Totalohrfeige gegen Merkel wird durchringen können, schon weil man damit ein Wählersegment von unterdessen ca. 20% Merkelanhängern vergraulen würde. Die Merkelanhänger wählen indes heute schon zu einem nicht unerheblichen Anteil grün.

Maiordomus

6. November 2018 13:05

@Stilblüte. Sie haben wohl recht. Machiavelli und Talleyrand, wohl auch Putin hätten Massen aus praktischer Vernunft den Rat gegeben: Bleiben Sie in Deckung! Das Lob von tätowierten Rechten auf YouTube macht ihn wohl kaum zum künftigen Innenminister.