Sezession
4. November 2018

Sonntagsheld (82) – Can’t touch this

Till-Lucas Wessels / 14 Kommentare

Der Anfang vom Ende

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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"This is not the end" kann man auf dem Rücken des gelben Shirts lesen, in dem ein junger, in jeder Hinsicht unauffälliger Mann steckt. Körperhaltung, Frisur, Gesichtszüge – alles an ihm ist langweilig; In jeder westdeutschen Stadt würde er in der Masse verschwinden, in den meisten ostdeutschen Städten wohl auch.

Auch der Tonfall in dem Aras Bacho mit der Kamera spricht, ist ohne Charakter. Er beherrscht den simplen Charme der Infantilität, der auf der politischen Linken so beliebt ist, dass sie ihre Schützlinge wo es nur geht in seinem Licht erstrahlen lassen: Der Rechtsruck, die verbale Verschärfung der Debatte – alles macht ihm Angst, bei Kritikern und Twitter-Trollen hingegen wird er traurig.

Kurz: Der junge Jeside, dem man seine Nervosität trotz der vorher durchgesprochenen Interviewfragen ansieht, ist voll und ganz harmlos und doch hat er es in den vergangenen zwei Jahren geschafft zu einer der meistgehassten Netzpersönlichkeiten im deutschsprachigen Raum zu werden.

Das Prinzip ist simpel, aber das ist das Produzieren von Skandalen ja meistens, eigentlich muss man bloß stumpf genug sein: Dieses Mal hat es zum Beispiel gereicht, einen Teenager mit Migrationshintergrund – veredelnd wirkt hier die Tatsache, dass Bacho sogar ein "echter Flüchtling" ist – ein Smartphone in die Hand zu drücken, einen Twitteraccount einzurichten und ihn zwecks Bekanntmachung ein paar Monate durchs Feuilleton zu treiben.

Ein paar tolldreiste Forderungen später, etwa danach, dass AfD-Wähler auswandern sollten, wenn ihnen ein multiethnisches Deutschland nicht gefallen würde, hatte sich eine treue Kommentatorengemeinde um ihn geschart, die mit ihren "Haßkommentaren" abermals für Schlagzeilen und bei Aras offensichtlich für viel Traurigkeit sorgte.

Die restliche Entwicklung des jungen Publizisten folgte dem üblichen Weg der Spektakelgestalten: Vollständige Konzentration auf seinen migrantischen Unique Selling Point (Böhmermann dixit), den er sich mit ähnlich talentierten Figuren wie Sawsan Chebli teilt, gelegentliches Auftauchen aus der Versenkung und am Ende der Laufbahn ein im Raum stehender Sexskandal.

Der Vorzeigeflüchtling, der sich in einem im September gegebenen Interview mit dem WDR noch eine Zukunft als Journalist in den Öffentlich-Rechtlichen ausmalte, soll Mitschülerinnen mehrmals unzüchtig berührt haben. Das ist natürlich wirklich lustig. Also nicht für die Mitschülerinnen, die ihn angezeigt haben, aber für uns, die wir die kurze publizistische Laufbahn von Bacho vielleicht etwas intensiver verfolgt haben, als es im Grund angemessen war. Auch amüsant ist in diesem Zusammenhang ein später gelöschter Tweet des Jungjournalisten, in dem er andeutete, dass die weiblichen Opfer der Kölner Silvesternacht an ihrem Schicksal womöglich nicht ganz unschuldig seien:

"Daran sind meistens die Frauen schuld. Nachts alleine zu sein. Andererseits sollten sich die Flüchtlinge benehmen. #Silvester"

Wie gesagt: Nach kurzer Zeit verschwand der Tweet, Bacho sprach von einem Missverständnis, weil er die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrsche. Das war Anfang 2016, da lebte er bereits sechs Jahre in Deutschland.

Wie dem auch sei, so wichtig ist das alles nicht: In der öffentlichen Debatte spielte Aras Bacho zu seiner Hochzeit ja eigentlich eh nur die komische Rolle eines Halbwüchsigen, der sich im Vokabular der Erwachsenen befleißigt und ähnlich inbrünstig seine vermeintlichen Rechte einfordert, wie das seine Altersgenossen etwa beim dereinst populären "Schulstreik" demonstrierten. Auch da waren die Reaktionen gemischt: Die einen freuten sich am "politischen Gestaltungswillen" der Jugend und wollten direkt das Wahlalter heruntersetzen, die anderen empörten sich über die Dreistigkeit der feiernden Schulschwänzer.

Beruhigend jedenfalls: Am Ende hat Aras Bacho in der deutschen Migrationspolitik ungefähr soviel mitzureden, wie die Schüler bei der Auswahl ihres Curriculums und für den WDR wird es auch nicht reichen, dem rührenden Einsatz des Faktenfinders zum Trotz. Die Verhandlung findet am 23.11. in Lemgo statt, bleibt für Aras Bacho zu hoffen, dass er inzwischen gut genug Deutsch kann, um sich dort zu erklären.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (14)

Waldgaenger aus Schwaben
4. November 2018 23:17

Mein Stammtisch bebt ob des Endes der Ära Merkel und SiN diskutiert über die Juden in den USA oder einen Aras - what's-his-name

Ich hätte eigentlich auf Merz als umstrittenen Sonntagshelden gehofft. Jetzt dieser Tage werden entscheidende Weichen für die nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte gestellt, wie es weitergeht mit unserem Vaterland. Wie wäre es mit einem Artikel oder eine Analyse zur Lage der Nation?

Lotta Vorbeck
5. November 2018 01:46

Schade eigentlich, - Schnief! - daß die GEZ-Medien nun doch ohne diese Perle werden auskommen müssen ...

RMH
5. November 2018 09:14

Wer ist jetzt eigentlich der Sonntagsheld oder die Sonntagsheldin der Woche?

Der des Fummelns und Grapschens Verdächtige ja offenbar gerade nicht, oder?

t.gygax
5. November 2018 12:05

Warum beschäftigt man sich mit solchen Leuten? Die kommen aus dem Sumpf, werden nach oben gespült und verschwinden hoffentlich wieder im Sumpf.....
Alles Orks, frei nach Tolkien ( Die Ork waren usprünglich Elben und sanken dann immer tiefer....und wurden häßlich dabei)
Es wäre wünschenswert, sich einmal mit Asia Bibi in Pakistan zu befassen. Man ereknnt dort sehr schön, wie die "entwickelte islamische Kultur", um Herrn Thor von Waldstein zu zitieren, in der Wirklichkeit aussieht. ( Herr von Waldstein ist ein kluger Kopf und kühler Denker, das ohne jeden Zweifel. Dies aber nur nebenbei.)
Oder mit sieben koptischen Christen, die Opfer der Religion des Friedens in Ägypten dieser Tage wurden.
Keiner der heuchlerischen Pfaffen und Bischöfe der staatlich finanzierten Verdummungsinstitutionen ( ich meine die Kirchen!) sagt auch hier nur ein Wort.
Ich lese in einer stillen Stunde Matthäus 24, Vers 9 f. und stelle fest, dass Jesus prophetische Worte sprach. Dies vor allem für Herrn Bettinger, der vielleicht einmal zwischen Kirchen -Christentum-Jesus Christus unterscheiden sollte. Das sind drei völlig verschiedene Phänomene.

RMH
5. November 2018 13:34

Da kein echter Held genannt wurde, hier der Vorschlag für den Held des Monats, wenn nicht sogar noch mehr:

Hans-Georg Maaßen. Mit seiner als "Maaßen-Depesche" in die Geschichte eingehenden Rede hat er Maßstäbe für Klartext eines politischen Beamten gesetzt. Und hier der Satz, der Berlin und die deutsche Medienlandschaft aufs treffendste demaskiert und hoffentlich erschüttern wird:

"Ich habe bereits viel an deutscher Medienmanipulation und russischer Desinformation erlebt. Dass aber Politiker und Medien "Hetzjagden" frei erfinden oder zumindest ungeprüft diese Falschinformation verbreiten, war für mich eine neue Qualität von Falschberichterstattung in Deutschland." (Hans-Georg Maaßen).

Quelle:
https://www.sueddeutsche.de/politik/maassen-rede-wortlaut-1.4197439

Maxx
5. November 2018 15:16

Diejenigen, die de widerwärtigen Sextäter angezeigt haben, sind die eigentlichen Sonntagsheldinnen, oder etwa nicht? Die Mädels oder ihre Eltern, denen sicher bewusst war oder denen man klargemacht haben dürfte, dass eine strafrechtl. Anzeige des von Presse und Medien hofierten antideutschen Wutflüchtling Bacho, Aras wohl ohnehin im Sande verlaufen und für die Anzeigenden womöglich unerwünschte negative Folgen haben könne, da sie unter Rassismus- oder Rechtspopulismusverdacht geraten könnten …

Maiordomus
5. November 2018 17:28

Noch zu Lichtmesz und Sellner. Sie beide äussern sich bekanntlich nicht nur in schriftlicher Form via Artikel, auch Bücher, sondern in letzter Zeit fast mehr denn je über YouTube und dergleichen, wobei sich Lichtmesz dann sogar im noch nicht ganz erreichten Stil von Altkanzler Helmut Schmidt selig als Raucher outete. Alles in Ordnung, zumal Sie sich beide gerade in einem der letzten Gespräche noch stark als Österreicher bekannt haben.

Dies gibt aber in einem heiklen Punkt zu denken: In der konkreten Tagespolitik, nicht in der Metapolitik, auch nicht in aussenpolitischen Analysen in Sachen Trump usw., sollten Sie sich bewusst sein, dass Österreich Ihr Land ist und nicht Deutschland. In den Stellungnahmen zur Tagespolitik müssten Sie also primär von Ihrem Heimatland ausgehen und sich für die Ordnung dortselbst als mitverantwortlich und primär engagiert erklären. Gegen Österreicher, die den Eindruck erwecken, Deutschland retten zu wollen, herrscht nun mal ein historisch begründetes Vorurteil. Auch aus diesem Grunde war bei der deutschen Rechten vor 30 bis 50 Jahren der Oesterreicher Gerd-Klaus Kaltenbrunner zwar ein metapolitischer Vordenker, aber nie ein Taktgeber für Wahlen und für die Frage, wer Bundeskanzler werden müsse usw. oder was Willy Brandt oder Franz Josef Strauss richtig machen oder falsch machen. Generell glaube ich, dass Ihre Fähigkeiten eher im Metapolitischen auszumachen wären, zwar ganz generell. Andererseits halte ich Sie tatsächlich auch politisch für eine andere, tiefer reflektierte Liga als zum Beispiel durchschnittliche FPÖ-Abgeordnete, in welchem Verband Sie sich wohl nicht automatisch wohl fühlen würden, wiewohl die Leute sogar dies oder jenes von Ihnen lernen könnten.

Selber mache ich mir meinerseits grössere Sorgen um die völlig unangemessene und inkompetente Auseinandersetzung um die im November zu entscheidende Selbstbestimmungsinitiative in der Schweiz als um die Frage, wer in Deutschland nächster Kanzler oder Bundesvorsitzender der CDU werden soll. Im Sinne der politischen Verantwortung gibt es in der Tat eine Prioritätenordnung "vor der eigenen Haustür", was meines Erachtens noch zu einer höheren Glaubwürdigkeit etwa der AFD in Deutschland beitragen könnte, wenn man sich noch stärker mit der regionalen Basis befassen wollte. Sehr glaubwürdig fand ich in diesem Zusammenhang aber das Video mit dem Besuch von AfD-Leuten bei einer "AfD-Ausstellung" aus der Sicht des Feindes, klar nicht nur des politischen Gegners. Hier setzte man zweifelsohne am richtigen Platz an. Das war tagespolitisch und zugleich metapolitisch beherztes Politisieren!

Stil-Bluete
5. November 2018 21:47

Sonntagsheld, Sonntagsfahrer, Sonntagsredner, bisher habe ich nicht begriffen, ob lächerlich oder lächelnd, Randerscheinungen oder Leuchten, Sonnen-Tag oder Verlegenheitslösung, da im Hause k&k zu Recht Sonntagsruhe herrscht.

Hans-Georg Maaßen: Voreilig aus der Deckung gewagt?

Das blaue Quadrat
5. November 2018 22:37

Ein fallender Held der "Willkommenskultur" und ein Stammtisch, bebend ob des Austausches von maximal drei Buchstaben - genauer einer, zwei fallen ja weg. Besser ist die Lage der Nation doch nicht beschreibbar.

Waldgaenger aus Schwaben
5. November 2018 23:27

Ich dachte nicht, dass mein Beitrag veröffentlich wird. War mehr als interne Mitteilung gedacht. Habe aber nichts dagegen, dass mein Beitrag erschien.

Nochmals mein Appell eine eigene Diskussion zu den tagespolitischen Entwicklungen zu eröffnen.

All die hoch Belesenen hier könnten dann mal ihre analytischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, die Kameraden von der Verschwörungstheorie-Feldpostnummer sowieso.

Also:
Wer wird Vorsitzender der CDU?
Merz oder AKK?
Wann gibt es Neuwahlen in Deutschland?
Wer wird Kanzlerkandidat der CDU/CSU?
Welche Perspektiven ergeben sich für die AfD in den unterschiedlichen Szenarien?

In alten use net Tagen hieß es "thread hijacking" wenn ein Teilnehmer eine Diskussion auf ein anderes Thema lenkte, und das war unerwünscht, weil unfein gegenüber dem Urspungsautor.
Ich bitte Herrn Wessels deshalb um Entschuldigung und ich werde hier unter diesem Artikel nichts mehr dazu schreiben.

Aber die Ereignisse seit dem 29.10 sind eben nun mal hoch interessant. Wir stehen in Deutschland vielleicht vor Umwälzungen wie in Österreich, Italien oder den USA,
und das ( noch) Wirtschaftskrise.

Wann soll Metapolitik in Tagespolitik einfliessen wenn nicht jetzt?

quarz
6. November 2018 00:00

"sollten Sie sich bewusst sein, dass Österreich Ihr Land ist und nicht Deutschland"

Die ethnische Gemeinschaft ist ein elementareres Kollektiv, das der Fels in der Brandung der sich alle paar Jahrzehnte ändernden politischen Grenzverläufe sein sollte. Freiburg im Breisgau war z.B. wesentlich länger ein Teil von "Österreich" als Salzburg. Und auch auf subnationaler Ebene sind Westösterreicher mit ihren Nachbarn jenseits der Staatsgrenzen kulturell enger verwandt als mit ihren Passgenossen in Ostösterreich. Die kulturellen, sprachlichen und mentalitätsmäßigen Hauptumbruchslinien im Kontinuum des deutschen Kulturraumes verlaufen an ganz anderer Stelle als entlang der Staatsgrenze zwischen der BRD und der Republik Österreich.

Unsere Bemühungen um Erhalt und Fortführung unserer kultureller Identität sollten sich deshalb auch nicht primär am Staat orientieren, sondern an der Kulturgemeinschaft. Den jüngste Videoauftritt von Lichtmesz&Sellner habe ich diesbezüglich auch als schwach empfunden. Erstaunlich, wie zwei sonst so scharfsichtige Analytiker in Bezug auf Österreich knietief im Klischeesumpf waten. Der Sehnsuchtsfilm, der auf dieser Austroprojektionsfläche ablief, scheint mir indes - was den beiden vermutlich weder bewußt noch recht ist - etwas ziemlich Deutsches zu sein. Wie verschiedene Wahrnehmungsberichte aus der K&k-Zeit, aus der sich vieles von diesem Bezug speist, nahelegen, war dieses "Österreicher-Gefühl" damals nämlich ein Spezifikum der Deutschösterreicher, das im atmosphärischen Selbstverständnis der übrigen Monarchiebewohner keine Entsprechung fand und somit eher als Südostvariante der alten deutschen Sehnsucht nach dem "Land, wo die Zitronen blühen" zu deuten ist.

Dessen ungeachtet ist es in pragmatischer Hinsicht natürlich ein unschätzbarer Vorteil, in Zeiten bundesrepublikanischer Umvolkungspolitik über einen eigenen Staat zu verfügen, den man für seine Einwohner leicher zum Bollwerk gegen derlei zerstörerische Einfüsse gestalten kann. Dennoch muss ein vernünftiges politisches Engagement von Österreichern immer auch den übrigen Deutschen gelten. Nicht nur im Sinne der Verteidigung des Eigenen, zu dem diese wesentlich gehören, sondern auch wegen der Schwierigkeit, dem demographischen Druck im staatlichen Alleingang auf Dauer stand zu halten.

Lotta Vorbeck
6. November 2018 00:35

@Waldgaenger aus Schwaben - 4. November 2018 - 11:17 PM

"... Jetzt dieser Tage werden entscheidende Weichen für die nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte gestellt, wie es weitergeht mit unserem Vaterland. Wie wäre es mit einem Artikel oder eine Analyse zur Lage der Nation?"

_________________________

Die Weichen zur Fahrt in den Höllenschlund sind längst gestellt. Auf die Figur, welche vorn auf dem Führerstand der vor den Todeszug gespannten Lokomotive aus dem Fenster schauen darf, kommt's dabei nicht an.

... und wenn nächsten Monat erst der Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration von Angela-Dorothea I. oder seitens ihres für den 10. und 11. Dezember 2018 nach Marrakesch entsandten Bevollmächtigten unterzeichnet worden ist, dann dauert's gewiß auch kein(e) Jahrzehnt(e) mehr, um all das, was von Deutschland überhaupt noch übrig ist, ebenfalls zu pulverisieren.

Maiordomus
6. November 2018 13:02

Weil ich die hier sich artikulierende Rechte, die Bedenkenswerte zur Debatte bringt, nicht nur kritisieren möchte, glaube ich die neueste Rede Höckes über das Thema Verfassungsschutz in Thüringen und auch, was er über "politische Bettnässer" im eigenen Lager gesagt hat, hier als über weiteste Strecken als einleuchtend charakterisieren zu dürfen. Wahrscheinlich ist das nicht nur bei mir so rübergekommen. Nicht gerade leicht erklärbar ist für mich trotzdem, wie die pauschale Charakterisierung des Verfassungsschutzes als Herrschaftsinstrument jetzt im Moment mit dem flächendeckenden Lob der Rechten für den früheren und jetzt abgesägten Chef Massen konform geht. Hat dieser, bevor ihm die Wahrheit mehr als nur entschlüpfte, während seiner Amtsjahre mit seiner politischen Einstellung, die er nun bei seiner "berüchtigten" Abschiedsrede erstaunlicherweise geoutet hat, alles falsch gemacht? Sicher ist, wie Sellner mit Recht moniert, dass es nach dem Ausscheiden von Massen mit der Hexenjagd auf Oppositionelle wohl garantiert schlimmer wird.

Einer der raffiniertesten Schachzüge eines künftigen Bundeskanzlers Merz zur Eindämmung der AfD könnte zum Beispiel die Option einer Berufung Massens zum Innenminister werden. Ich glaube indes nicht, dass die CDU sich zu einer solchen Totalohrfeige gegen Merkel wird durchringen können, schon weil man damit ein Wählersegment von unterdessen ca. 20% Merkelanhängern vergraulen würde. Die Merkelanhänger wählen indes heute schon zu einem nicht unerheblichen Anteil grün.

Maiordomus
6. November 2018 13:05

@Stilblüte. Sie haben wohl recht. Machiavelli und Talleyrand, wohl auch Putin hätten Massen aus praktischer Vernunft den Rat gegeben: Bleiben Sie in Deckung! Das Lob von tätowierten Rechten auf YouTube macht ihn wohl kaum zum künftigen Innenminister.

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