Sezession
26. November 2018

Mißtrauen

Johannes Poensgen / 29 Kommentare

Es gehört zur Natur politischer Kämpfe, daß in den Siegen schmerzhaftere Lektionen liegen als in den Niederlagen.

Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

  • Sezession

Die Niederlage gestattet den Glauben an den zukünftigen Sieg der gerechten Sache, was immer diese auch sein mag, und zwar in der erwünschten Form. Solange sie nicht den Kampfgeist bricht, ist die Niederlage immer auch ein Dispens von der Wirklichkeit. Sie wirft den Idealisten in die reine Welt des scheinbar Möglichen zurück.

Der Sieg formt und zwingt damit den Sieger das Gewordenen als das Eigene anzuerkennen.

Die Welle der Erfolge, die uns der Kampf um den Migrationspakt beschert hat, birgt die nicht mehr abzuweisende Erkenntnis in sich, daß die Wirklichkeit den demokratischen Kern des patriotischen Widerstandes in zwei Hälften gerissen, die eine Hälfte bestätigt, die andere als Wahngebilde entlarvt hat.

Bestätigt wurde die Überzeugung, daß ein aus dem Volk heraus gewachsener Protest politische Erfolge erzwingen könnte. Alle, die die Arbeit in und an der sogenannten demokratischen Öffentlichkeit für vergeblich erklärt haben, weil das System dadurch nicht beeinflußbar sei, werden sich selbst in dem Fall als widerlegt betrachten müssen, daß die Bundesrepublik den Pakt schließlich unterzeichnet.

Eine oppositionelle Graswurzelbewegung hat ein Thema aufgegriffen, welches das Establishment praktisch unter Ausschluß der Öffentlichkeit entscheiden wollte. Sie hat es gegen Politik und Medien, nicht nur bekannt gemacht, sondern eine Welle politischer Entscheidungen in ihrem Sinne erzwungen.

Die Geschichte des Widerstandes gegen den Migrationspakt klingt wie eine jener Erzählungen, die jeder nicht nur biologisch erwachsene Mensch für gewöhnlich als das Produkt allzu eifriger Ideologen der Demokratie abtut.

Gleichzeitig sind die Ursachen dieses Traums nur zu offensichtlich geworden. Sie widerlegen den Glauben an die aufgeklärte Bürgerdiskussion. Dieses Überbleibsel von 1848 erlebte im Widerstandsmilieu der letzten Jahre einen neuen Frühling. Doch keine gute Sache ändert die soziologischen Gesetzmäßigkeiten.

Daß die Kampagne gegen den Migrationspakt ein solcher Erfolg werden konnte, läßt sich auf zwei Faktoren zurückführen. Der erste ist die Verschiebung der Parteiensysteme. Rechte Parteien sitzen fest in den Parlamenten. Wahl- und Machtoptionen haben sich im Verlauf des letzten Jahrzehnts soweit verschoben, daß auch die Parteien der Mitte nicht gleichgültig bleiben konnten, sobald der Pakt öffentlich thematisiert wurde.

Der merkelsche Erbfolgekrieg brachte die Kritik selbst in die CDU, deren aktuelle Regierung, wenn man entsprechenden Quellen glauben darf, die maßgebliche Kraft hinter dem Pakt war.

Der zweite Grund ist das Mißtrauen gegen das regierende System. Genauer läßt es sich nicht fassen. Ein weitreichendes Mißtrauen hat sich breitgemacht. Immer mehr Menschen vertrauen „dem Establishment“ nicht mehr.

Der Widerstand gegen den Migrationspakt ist ein Zeichen des Mißtrauens. Kaum jemand hat sich durch 34 Seiten UNO-Sprech gequält und von denen, die es getan haben, wird wiederum nur eine kleine Minderheit über die Folgen der 54 Beschlüsse im Einzelnen nachgedacht haben. Das gilt für Befürworter und Gegner des Paktes gleichermaßen. Selbst wer sich die Mühe macht, sich ernsthaft zu informieren, ist auf Interpreten angewiesen, denen er vertrauen muß.

(Nebenbei ist die einzig gültige Fassung, die englische, in einigen Stellen schärfer als die deutsche. Wer sich den vollen Global Compact zu Gemüte führen will, kommt nicht umhin, die 34 Seiten auf UNO-Englisch zu lesen. Für jeden, der die englische Sprache nicht alltäglich verwendet, keine geringe Hürde.)

Auch das Verhältnis zwischen Regierenden und Regierten ist eine Frage des Vertrauens. Der zwangsläufig uninformierte Bürger muß den Regierenden zumindest soweit Vertrauen, daß er ihnen nicht grundsätzlich üble Absichten unterstellt.

In diesem Sinne ist der Migrationspakt zu einer Vertrauensfrage geworden. Weil kaum jemand weiß, worum es eigentlich geht, geht es darum, wem er vertraut. Vertraut er der Initiative „Migrationspakt-Stoppen“ wenn sie behauptet, daß der Pakt die deutschen Sozialsysteme für 244 Millionen globaler Migranten öffnet? Immerhin eine starke Behauptung.

Oder vertraut er Dr. Andreas Nick (CDU), mit der Versicherung, „es ist das erklärte Ziel des Pakts, ungeregelte Migrationsströme zu verringern“? Schließlich stehen eine ganze Reihe diesbezüglicher Passagen in der Zusammenfassung der Ziele des Migrationspaktes, also in dem Teil, den ein normal arbeitender Mensch vielleicht noch gelesen und geistig verdaut hat.

Ist die Warnung vor dem Migrationspakt nicht nur wieder eine falsche Behauptung von Demagogen und Populisten? Die Gefährlichkeit dieses Paktes ist nicht offensichtlich. Da steht nirgendwo: „Wir beabsichtigen Europa als Überlaufbecken für die demographische Katastrophe der Dritten Welt zu benutzen.“

Auch wenn die Erleichterung der legalen Migration zu den Zielen des Paktes gehört, wirkt dieser Pakt auf den durchschnittlich vorgebildeten Leser als ein recht normales und ziemlich technisches internationales Abkommen und keineswegs als Fahrkarte in die Hölle.

Das Problem mit dem Pakt ist, daß er Migranten „ungeachtet ihres Migrationsstatus“, wie die immer wieder gebrauchte Floskel besagt, mit einer Reihe von Rechten eindeckt. Unter diesen Rechten sind die materiellen Rechte, etwa das auf grundlegende Sozialleistungen, das kleinere Problem. Viel gefährlicher sind die formalen Rechte, welche eine Durchsetzung der Einwanderungsgesetze zulasten von Migranten nahezu unmöglich machen. Der Migrationspakt ist ein Paradebeispiel für Anarcho-Tyrannei.

Doch welcher normale Bürger soll das erkennen, selbst wenn er sich die Mühe machen sollte und den Pakt Punkt für Punkt durchgeht? Nehmen wir den Absatz 31 b:

„sicherstellen, dass die Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und Einwanderungsbehörden nicht die prekäre Situation irregulärer Migranten verschärft, indem ihr sicherer Zugang zu Grundleistungen beeinträchtigt oder das Menschenrecht auf Privatheit, Freiheit und Sicherheit der Person an Orten der Erbringung von Grundleistungen verletzt wird;“

Das bedeutet nichts anderes, als daß die von der Asylindustrie, ob privat oder staatlich, gesammelten Informationen über den Aufenthaltsort eines illegalen Einwanderers, entweder gar nicht an die Einwanderungsbehörden weiter gegeben werden, oder aber von diesen nicht verwendet werden dürfen, um ihn festzusetzen oder abzuschieben.

Im Ergebnis: Ein Illegaler kann sich für Wohlfahrtsleistungen anmelden und diese beziehen, ohne daß ihm daraus die Gefahr der Abschiebung droht. Die Akten der Sozialdienstleister werden behandelt wie eine erpreßte Zeugenaussage. Juristisch nicht verwertbar.

Doch wer, der nicht tief in der Materie steckt, soll so etwas lesen und sofort erkennen können, worum es sich hier eigentlich handelt? Da steht doch irgendwas darüber, daß Menschen vor widerrechtlichem Handeln der Behörden geschützt werden sollen? Ist das nicht der Kern unseres Rechtsstaates? Und nicht zu vergessen: Das ist einer von einer Handvoll sehr gefährlicher Punkte unter einer Masse an harmlosen.

Man muß diese Perspektive des Normalmenschen bedenken, um zu begreifen, was es eigentlich bedeutet, daß so viele Menschen den Regierenden weniger vertrauen, als einer Opposition, die absurd steile Behauptungen in den Raum stellt, welche Otto Normalbürger weder überprüfen kann, noch will.

Verachtung für Politiker und Murren gegen „die da oben“ ist weit verbreitet. Doch zu glauben, daß die Regierenden aktiv gegen die Lebensinteressen ihres Volkes vorgehen, davor stehen große mentale Hürden. Die meisten Menschen sperren sich dagegen.

Über die dahinterstehenden psychologischen Mechanismen will ich nicht spekulieren. Es ist allerdings offensichtlich, daß keine Gemeinschaft bestehen könnte, wenn viele ihrer Mitglieder dazu veranlagt wären, ohne weiteres jemandem zu glauben, der den Autoritäten verbrecherisches Handeln unterstellt.

Dieses Mißtrauen ist langsam gewachsen. Es zersetzt tatsächlich „unsere Demokratie“, die, wie jedes politische System außer der Terrorherrschaft jakobinischer und bolschewistischer Prägung, auf das Vertrauen der Regierten angewiesen ist. Gleichzeitig sorgt das Mißtrauen für jene Polarisierung, die demokratisches Regieren immer schwieriger macht. Denn weil es in der Auseinandersetzung nicht um Argumente geht, sondern um Vertrauen oder Mißtrauen in Personen und Institutionen, kann jede Seite sich in ihren eigenen Wahrnehmungsmustern einrichten.

Dieses Mißtrauen hat sich niemand zuzuschreiben als die selbsternannten Erbpächter dieser Demokratie selbst. Wir ihre Gegner, müssen uns jedoch davor hüten, es als die formende Kraft einer neuen Volksherrschaft fehlzudeuten.

Das Mißtrauen in das System ist eine blinde Kraft, die nicht weiß wohin sie will. Sie lockert die Verhältnisse auf. Das ist die gute Nachricht. Aber sie ist kein Anderswollen. Ein solches ist noch nirgendwo festzustellen.


Johannes Konstantin Poensgen

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

  • Sezession

Kommentare (29)

Teufel
26. November 2018 17:51

"Es gehört zur Natur politischer Kämpfe, daß in den Siegen schmerzhaftere Lektionen liegen als in den Niederlagen."

An dieser Stelle habe ich aufgehoert zu lesen.
Ich kann Ihnen nicht folgen. Ist das ironisch gemeint? Niederliegen ist herzhafter als Siegen? Was? Wo? Studieren Sie zufaellig eine "Geistes"-"Wissenschaft"? Taete mir leid, ergibt aber Sinn.
Ich groele mit: Nihilismus ahoi! Schwurbelbart!
PS: Ist das ein kariertes Hemd?!

DirkAhlbrecht
26. November 2018 20:47

"Aber sie ist kein Anderswollen."

Da haben Sie (leider) sehr recht, lieber Herr Poensgen. Bspw. die Wahlen der letzten Zeit (zumindest jene seit Herbst 2015) sind hinreichend Beleg dafür.

cnahr
26. November 2018 20:59

Wieder ein intelligenter Poensgen-Beitrag, auf den als erstes ein ignoranter Pöbel-Kommentar folgt. Warum wurde der überhaupt freigeschaltet, nachdem er offen zugibt, den Artikel gar nicht gelesen zu haben?

Zum Thema: Vertrauen oder Mißtrauen in die Regierenden ist in der Tat das wesentliche Moment, weil die meisten Bürger niemals die erforderliche Kenntnis über die Sachlage erlangen werden, um zu einer unabhängigen informierten Entscheidung zu gelangen. Das ist aber normal! Der vollständig informierte, universell existente Wahlbürger ist eine Philosophen-Fiktion. Normale Menschen haben eben mit ihren eigenen Problemen zu tun.

Grundsätzlicher Vertrauensverlust in das System ist insofern nicht ein Problem, sondern die Voraussetzung für einen Umschwung. Die Wiedergewinnung des Vertrauens wird nicht über rationale Prozesse sondern über Emotionen geschehen, nämlich wenn die Mehrheit eine deutliche Änderung des Systems wahrnimmt. Nur Mut!

Curt Sachs
26. November 2018 21:01

Eigenartig ist, dass mir (im Gegensatz zu Teufel) diese zwangsläufig noch etwas skizzenhafte Analyse Poensgens klar und erhellend erscheint, sowohl in dem, was er zu Erfolg (Sieg) und Misserfolg (Niederlage) in der politischen Auseinandersetzung (im politischen Kampf) schreibt, als auch im Rest.

Gestolpert bin ich über den Begriff der Anarchotyrannei im Zusammenhang mit dem UN-Migrationspakt. Den Gedankenschritt habe ich nicht verstanden.

Stil-Bluete
26. November 2018 21:33

@ Teufel...
...noch mal! Eben da habe ich auch gestutzt. Da 'es' nur dahingestellt, nicht aber exemplifiziert wurde, habe ich die Lektüre nicht aufgegeben, aber lustlos weitergelesen.

Es hat wenig gebracht. 'Sich einlesen' ist vielleicht ein Zeichen der 'modernen Zeit'.

Caroline Sommerfeld
26. November 2018 22:13

Was soll an der herausgezupften Eingangspassage so unmöglich sein? Es ist doch dem Volksmund klar, daß einem ein Sieg zu Kopfe steigen kann, daß man sich das Gewinnen allzu oft selber an die Brust steckt und beim Verlieren immer anderen die Schuld gibt, daß man im Glauben, einen Sieg verbuchen zu können, die Ebenen darüber und darunter ausblendet, eben: siegestrunken ist. Also - warum hängen Sie an der Stelle?

Luhmann - nein. ich zitiere ihne jetzt nicht - hat Vertrauen anders als der Volksmund so betrachtet, daß Vertrauen auf Informationsmangel beruht, und eben nicht auf genug Information. Leute müssen dann vertrauen, wenn sie n i c h t alles über ihr Gegenüber wissen. Das Vertrauen bedeckt die Informationslücke, es hilft über sie hinweg. Wüßte man alles über jemanden - sei es der Geliebte oder die Regierung - man hörte sofort auf, zu vertrauen. Man könnte daraus ein Lob der Blindheit ableiten. Doch auf Blinde zu setzen in der Politik ....

Ostelbischer Junker
26. November 2018 22:28

@ Teufel, @ Stil-Blüte:

Dilemma derjenigen, die von der Opposition zur Regierung wechseln. Jetzt müssen Entscheidungen nicht nur angepriesen, sondern umgesetzt werden.
In unserem Falle heißt das, nicht nur über Multikulti schimpfen, sondern Züge anfahren lassen....dann beginnt das Hundeleben. Niederlage lässt Illusionen bestehen, der Sieg zerstört sie.

Nemesis
26. November 2018 22:46

@Curt Sachs
"Gestolpert bin ich über den Begriff der Anarchotyrannei im Zusammenhang mit dem UN-Migrationspakt. Den Gedankenschritt habe ich nicht verstanden."

Die bestehenden Gesetze werden nicht einfach aufgehoben, was zu offensichtlich wäre. Stattdessen werden übergeordnete formale Rechte (z.B. via Migrationspakt) eingeführt, welche die noch (formal) bestehenden Gesetze ganz einfach aushebeln, indem durch diese übergeordneten eingeführten, formalen Rechte, die Ausführung der eigentlich noch geltenden Gesetze verhindert wird.

Auf diese Art entsteht quasi ein "Recht über dem Recht" das allerdings nicht über die legale, herkömmliche Rechtsfindung eingeführt wird (deswegen "Anarcho"). Wohin das führt, liegt auf der Hand ("Tyrannei") , da auf diese Art und Weise jedes formal gültige Gesetz unterlaufen werden kann .

Der bestehende Rechtsrahmen bleibt also als (mehr oder weniger leere) Hülle bestehen. Bei Bedarf kann man dann immer wieder darauf verweisen, daß sich am Recht nichts geändert hätte, da dieses (formal jedenfalls) ja nicht abgeschafft wurde.

Niedersachse
26. November 2018 22:52

"In diesem Sinne ist der Migrationspakt zu einer Vertrauensfrage geworden. Weil kaum jemand weiß, worum es eigentlich geht, geht es darum, wem er vertraut."

Wenn man sich vor Augen hält, WER diesen Pakt am massivsten vorantreibt, WARUM man ihn ferner ohne großartig zu debattieren durch das Parlament bringen wollte, WER seine vehemementesten Befürworter sind und dasss mittlerweile fast jede wichtige Industrienation weltweit dieses Machwerk nicht unterzeichnen wird, ja dann ist die Vertrauensfrage schon längst beantwortet.

Die Tatsache, das die Bundesregierung zusammen mit ihren Komplizen der Wirtschaft die eifrigsten Verfechter dieses Paktes sind, ist doch schon Beleg genug dafür, das dieser Pakt nicht im Sinne "der schon länger hier Lebenden" ist! So wie ich das interpretiere, sollen Flucht, legale und illegale Migration de facto gleichgestellt und das Phänomen Migration an sich zur modernen Ikone der „Menschlichkeit“ gemacht werden. Klartext: Frau Merkel will im nachinein ihre Verbrechen und Gesetzesverstöße legalisieren, aus illegaler eine legale Migration machen und Kritiker dieses Vorgehens mithilfe ihrer Handlanger in Ämtern und Behörden mundtot machen.

Kahlenberg
27. November 2018 00:23

Ich begreife den Artikel als tastende Analyse, und den Versuch einer Positionsbestimmung. Wo stehen wir jetzt, nach einem zweifelsfrei errungenen Sieg ?
M.E. gute, und angebrachte Fragestellungen.
Wie v. Waldstein festgehalten hat, ist die letztliche Entfernung des Blockparteiensystems Voraussetzung für eine echte Wende. Wenn dieses System nun kein Vertrauen mehr genießt, ist es auch weg. Auch dies eine Überlegung, die für die zukünftige Entwicklung von Bedeutung ist.

Franz Bettinger
27. November 2018 03:45

@Teufel: Streng genommen haben Sie recht, was diesen einen Satz betrifft, vor allem wenn man ihn isoliert und ohne Zusammenhang liest. Dennoch halte ich Poensgens Beitrag für sehr gelungen. Klar, man könnte ihm auch entgegen halten: "Wo haben wir denn gesiegt! Wo denn? Kommt seit unseren Petitions- und Umfrage-'Siegen' auch nur ein Migrant weniger über die Grenze der brd? Und vom Familien-Nachzug? Hört man gar nichts mehr." Vielleicht ist es ja Merkel, die sich totgesiegt hat?! Ich denke, was JP meint, ist, dass Opponieren leichter ist als Regieren, also Kritisieren einfacher als Handeln, ein Allgemeinplatz, aber: Hat der physische Sieg des Kommunismus in der UDSSR, DDR, Kuba etc. den Protagonisten des Marxismus keine schmerzlichen Niederlagen bereitet? Hat er sie nicht in arge Erklärungsnot gebracht. Wie übrigens auch der (temporäre) Sieg der Hitleristen. Wie die Nürnberger Gesetze rechtfertigen? Die Internierung der Juden? Das fiel den damaligen Machthabern mit jedem Kriegsjahr schwerer. Ich verstehe den Satz von JP etwas anders als Sie. Ich bin nicht an ihm hängen geblieben. Konkret: Die von der Siegerin Merkel geschaffenen Tatsachen: Mühlen statt Atomenergie, Bail-out von Pleite-Ländern, Banken-Rettung, Grenzöffnung - die Folgen der Siegesnachrichten fallen ihr nun immer schwerer und häufiger auf die Füße. Und immer mehr Menschen merken es. Die Kanzlerette ist aber aus dem Holz geschnitzt, aus dem man Waschlappen herstellt. Sie ist flexibel, denkt 'Mehrheit ist Mehrheit' und würde ihr Ding auch mit 50,1% noch durchziehen bis zum blutigen Finale. Wir gehen mit fliehenden Fahnen unter, aber wir gehen unter. Darin, Teufel nochmal, kann auch ich keinen Sieg erkennen, nicht mal einen Pyrrhus-Sieg.

@Curt Sachs: Mit Anarcho-Tyrannei ist wohl die Tyrannei der Gesetzlosen - also Merkels, Draghis, aber auch die der gesetz- und respektlosen Migranten - gemeint. Ein ähnlich guter Begriff ist Normopahtie: der Zustand, in dem das Krankhafte für normal gehalten wird. Leider werden diese schönen Begriffe nicht verbreitet und bleiben weitgehend unbekannt. Sie hätten das Zeug zum Mem. (Ha!)

Waldgaenger aus Schwaben
27. November 2018 09:13

"die eine Hälfte bestätigt, die andere als Wahngebilde entlarvt hat. "

Trotz zweimaligem Lesen habe ich nicht ganz verstanden, welche Hälfte der Autor als Wahngebilde entlarvt sieht.

Falls er meint, dass jeder Widerstand innerhalb der parlamentarischen Demokratie letztlich zwecklos sei, weil der Pakt am Ende sowieso unterzeichnet wird, weise ich auf die neueste Entwicklung hin:
CDU/CSU und SPD wollen im Bundestag einen Entschließungsantrag beschliessen. FDP und AfD werden wohl auch zustimmen.

'Der Bundestag soll in einem Entschließungsantrag feststellen, dass der umstrittene UN-Migrationspakt „keine einklagbaren Rechte und Pflichten“ begründet und außerdem „keinerlei rechtsändernde oder rechtssetzende Wirkung“ habe. '
Quelle:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article184525526/Antrag-von-SPD-und-CDU-Koalition-schliesst-eine-rechtliche-Wirkung-von-UN-Migrationspakt-aus.html

Damit ist das Ding national vom Tisch. Kein nationaler Richter wird sich in einem Urteil auf den Pakt berufen können.

International ist es auch in seiner Bindewirkung geschwächt.
Sollte die UNO oder eine andere internationale Organisationen oder andere Staaten aus dem Pakt eine völkerrechtliche Verpflichtung für Deutschland ableiten wollen, wird es sowieso vom Kräfteverhältnis Deutschlands zu diesen Organisationen oder Staaten abhängen, ob diese angebliche Verpflichtung durchgesetzt wird oder nicht.

Eine sich vorrangig deutschen Interessen verpflichtet sehende, zukünftige Regierung wird sich nicht aus dem Pakt zu irgend etwas zwingen lassen. Nicht zuletzt kann sich dann auf den oben genannten Entschließungsantrag berufen.

Das sollte aber niemand, der die Petition noch nicht unterzeichnet hat, davon abhalten, das zu tun. Die Petition wirkt und wenn sie zusätzlich das politische Ende Merkels und das Auseinanderfallen der CDU/CSU bewirkt um so besser.

Nils Wegner
27. November 2018 10:30

Mit Anarcho tyranny braucht nichts "wohl gemeint" zu sein, das ist ein ganz klar feststehender Begriff, den Samuel Francis bereits Anfang der 1990er geprägt hat: "Anarcho-tyranny is a combination of the worst features of anarchy and tyranny at the same time. Under anarchy, crime is permitted and criminals are not apprehended or punished. Under tyranny, innocent citizens are punished." Wie es Richard Spencer hier (und bald ausführlicher anderswo) zusammenfaßte: "In einem Satz zusammengefasst bedeutet Anarchotyrannei, dass die Regierung alles tut, was sie nicht tun sollte, und alles unterlässt, wofür sie eigentlich da ist. Dass sie die miesesten Leute begünstigt, selbst solche, die gegen die Regierung kämpfen, aber gleichzeitig mit totalitärem Furor gegen gesetzestreue Bürger vorgeht." (Notfalls hilft übrigens auch Google, wir leben schließlich nicht mehr in den Fünfzigern.) Insofern ist der Migrationspakt nicht wirklich ein "Paradebeispiel" für Anarchotyrannei, aber er schafft die vorgesetzliche Rückendeckung für eine solche Praxis, die auch ohnedies in vielen europäischen Staaten längst präsent ist.

Nun, und was die "schmerzhafteren Lektionen" durch Siege als durch Niederlagen angeht, dazu hat der Ostelbische Junker eigentlich bereits alles gesagt. Es gehört eben mehr zum genuin Politischen, als bloß zu siegen – man muß daraus auch etwas machen können, weil inaktives Ausruhen einer Abdankung gleichkommt. Es gilt, zu zeigen, daß man nach einem Parlamentseinzug zu konstruktiver Mitarbeit imstande ist (oft nicht). Zu zeigen, daß man nach einem Aufrücken von der Oppositionsbank zur Regierungsmitverantwortung die eigenen Positionen umzusetzen vermag (oft nicht). Zu zeigen, daß man nach einem gewonnenen Prozeß daraus gelernt hat und in Zukunft ggf. taktisch geschickter vorgeht (oft nicht). Eben bloßen Worten Taten folgen zu lassen, sobald man erst einmal die Oberhand gewonnen hat – "to put one’s money where one’s mouth is", wie die Seeschäumer sagen. Und das ist eben nicht immer so einfach, zumal dann nicht, wenn man es sich in der Rolle des ewig Drangsalierten bequem eingerichtet hat. Es kommt ja nicht umsonst immer mal wieder sowohl hüben als auch drüben die Frage auf, ob man überhaupt den Willen zum Sieg hat, wo doch bloßes Wehklagen und Murren schon eine ansehnliche Gefolgschaft zu versammeln weiß, die andernfalls womöglich enttäuscht werden könnte. Sieht man übrigens auch in Kommentarspalten allenthalben.

Alveradis
27. November 2018 11:39

Wie ein Sieg und zur Niederlage wurde, sehen wir am Brexit. Das siegreiche Nein zur EU war nicht in ein national freiheitliches, kronkretes Wohin eingebettet, sondern nur Ausdruck recht uninformierter und emotionaler Ablehnung des Bestehenden. Bemerkenswert ist, dass auf beiden Seiten Milliardäre das jeweilige Propagandanarrativ formten. Mercer hier und Soros dort und hinter ihnen sammelten sich dann die verfeindeten Lager.

Sehen wir das Brexit Geschehen als Computerspiel, dann ist gut zu erkennen, dass die Lager im Volk keine selbstbestimmten Akteure wurden , sondern nur ihre jeweilige Rolle in der vorgegebenen Choreografie des Spiels ausfüllten.

Aus dem Artikel die grauen Herren:

"Das Kürzel "NPC" steht in der Terminologie der digitalen wie analogen Spielebranche für Non-player character, also eine Spielfigur, die nicht der Kontrolle eines konkreten Spielers unterliegt. Die Fäden dieser Marionetten bedient der Computer (bzw. in klassischen Rollenspielrunden der Spielleiter), und ihre Interaktion mit dem autonomen Spieler folgt vordefinierten Mustern, etwa durch vorgefertigte Gesprächsverläufe und Handlungsparameter."

Ich denke, dass noch viel zu wenig begriffen wird, dass das Brexit Spiel zeigt, wie einfach es ist Menschen an ihren Wunschvorstellungen und Hoffnungen zu packen und zu NPCs zu machen. Gerade ziehen sich etliche Franzosen gelbe Westen an. Du liebe Zeit!
"Gelbhemden", "Rothemden", "Samtene Revolution", "Arabischer Frühling" - Google, Facebook, Twitter, YouTube, Demo, Schlacht -NLP - NPC.

Wo ist also wirklich der Unterschied zwischen dem Non - player character und dem Player im Brexit Spiel?

Mit dem Begriff "Anarcho Tyrannei" kann ich nichts anfangen. Angestrebte Ordnung aus dem Chaos trifft besser auf das zu, was gerade veranstaltet wird.

Betrachtet man das drei Phasen Modell der Veränderung nach Kurt Lewin, so sind alle die nicht in der Lage sind das angepeilte Ziel zu formulieren und nach der Auflösungsphase durchzusetzen, dazu verurteilt NPC zu sein sobald sie sich am Spiel beteiligen.

Maiordomus
27. November 2018 12:01

@Sommerfeld. Das war das mir bis jetzt am klügsten untergekommene Luhmann-Zitat. Ich glaube, als bevorzugender Leser des Alten-Wahren, mit Misstrauen gegen diejenigen, die von allen zitiert werden, mir diesen Gelehrten vielleicht doch mal vornehmen zu müssen.

Michael B.
27. November 2018 20:26

@Caroline Sommerfeld

> Vertrauen

Die ganze Argumentation trifft auch 1:1 auf das Misstrauen zu, sie kann also keine Definition von Vertrauen hergeben.

Ich denke erst einmal, Vertrauen "deckt nicht zu". Es extrapoliert eher in die Informationsluecke hinein - auch das gilt fuer das Misstrauen genauso, die Formulierung generell setzt aber den Schwerpunkt nicht von vornherein so negativ wie die Erste. Die gibt dem Vertrauen unverdient etwas 'Bloedes'.

Der Unterschied ist einfach die Art der Vorhersage - sie entspricht meinen Vorstellungen oder nicht. Beide sind wertvoll, wenn sie ueberhaupt oder gar belastbar wiederholt eintreten.

Im Vertrauensfall kann ich Buendnisse knuepfen und - wenigstens eine Zeitlang - ohne staendige Abstimmung koordiniert handeln, was einige Vorteile bringt.

H. M. Richter
27. November 2018 21:08

^ @Sommerfeld, @Maiordomus
betr.: Luhmann / Vertrauen
_________________________________

Könnte es nicht doch so sein, daß 'vertrauen' vergleichbar mit 'glauben' zwei gänzlich verschiedene Beziehungen auszudrücken vermag?

Einerseits tatsächlich den Mangel an Wissen, Information i. S. v. "Ich weiß es nicht, ich muß Dir da vertrauen." oder "Ich weiß es nicht, aber ich glaube, daß ..."

Andererseits aber eine weitaus tiefere, die nicht zuletzt auch den christlichen Glauben betrifft. Diese drückt gerade nicht den Mangel an Information, sondern die Tiefe der Kenntnis aus.

Wenn ein Mensch einem Menschen aus dieser Kenntnis, aus wirklicher, oftmals langjähriger, mitunter jahrzehntelanger Erfahrung heraus sagen kann: "Ich glaube DIR.", dann ist dies wohl eher das Gegenteil von Mangel an Information. Es ist dies dann aber auch keine 'Sicherheit', denn eines Menschen kann niemand 'sicher' sein, aber es kann Gewißheit sein.

Franz Bettinger
27. November 2018 22:22

@Nils Wegner:
Es gibt keine "fest stehenden" Begriffe. Die Sprache lebt. Begriffe unterliegen Umdeutungen. Wenn ein Begriff sich nicht aus sich selbst erklärt, ist es ein schlechter Begriff. Und NPC ist für einen Deutschsprachigen nichts sagend und für fast alle Englisch Sprechenden auch. Wenigstens die Deutschen sollten besser 'Statist' sagen statt NPC. Tyranno-Anarchie ist ein schöner Begriff; er erklärt sich aus sich selbst. Dazu braucht es kein Google und kein Nachschlagewerk und keinen, der glaubt, ein Patent auf das Wort zu haben. Die Definition von Samuel Francis deckt sich, obwohl unnötig wortreich, (außerdem) mit meiner: 'Tyrannei der Gesetzlosen'. Dennoch vielen Dank für die erläuternde Klarstellung. Denn wir sollten Begriffe verwenden, die begriffen werden und nicht bloß erahnt.

Kahlenberg
28. November 2018 00:23

@Waldgaenger aus Schwaben: Ich verstehe das so, daß die Vertreter des Defaitismus in diesem Zusammenhang widerlegt worden sind.

igore
28. November 2018 01:26

@Waldgänger aus Schwaben „ damit ist das Ding national vom Tisch“ Die AfD meint dazu : Nebelkerze! !https://youtu.be/7nJ4egPFucM

quarz
28. November 2018 08:00

@Sommerfeld u.a.

Ich will versuchen, die Paradoxie des Vertrauens aufzulösen.

Einerseits wird Vertrauen proportional ins Verhältnis gesetzt zum Ausmaß des Informationsdefizits. Weil wir so wenig wissen, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu vertrauen.

Andererseits wächst z.B. in der schließenden Statistik der Grad des Vertrauens ("Konfindenzniveau") - ceteris paribus - mit dem Ausmaß der Information. Je mehr wir in relevanter Hinsicht wissen, desto mehr können wir einer Hypothese vertrauen.

Paradox? Nicht, wenn wir die Unterscheidung zwischen einer Einstellung und ihrer Begründung beachten. Im ersten Fall fehlt uns hinreichende Information. Es bleibt uns also, wenn wir uns der Sache stellen wollen, nichts anderes übrig, als den Kierkegaardschen Sprung ins Vertrauen zu wagen. Im zweiten Fall haben wir es mit dem Ausmaß der Begründung zu tun. Über je mehr Information ich verfüge, umso mehr kann ich die Entscheidung begründen, auf die die ich mich beim Sprung ins Vertrauen - ein Restrisiko bleibt - stütze.

Kurz: Je weniger Information, umso mehr unbegründetes Vertrauen ist notwendig, je mehr Information, umso mehr begründetes Vertrauen ist möglich.

Waldgaenger aus Schwaben
28. November 2018 08:29

@Igore
Ja es ist schwierig. Wie ich gestern erfuhr ist ein Entschließungsantrag des Bundestages rechtlich unverbindlich.
Also: Die Regierung unterzeichnet einen rechtlich unverbindlichen Vertrag zu dem das Parlament in einer rechtlich unverbindlichen Erklärung feststellt, dass er rechtlich unverbindlich sei.
Alles klar?

Rechtlich verbindlich ist anscheinend nur der Wille der Kanzlerin. Die Kanzlerin schützt das Recht, in dem sie unmittelbar Recht schafft.
(nach: Carl Schmitt)

@Kahlenberg
Das wäre schön, wenn es so zu deuten ist. Aber sind Vertreter des Defaitismus überhaupt Teil des "demokratischen Kern des patriotischen Widerstandes"? Leistet ein Defaitist Widerstand?

Curt Sachs
28. November 2018 20:21

Danke an die Nemesis, den Bettinger und den Wegner für die Interpretamente.

Carlos Verastegui
30. November 2018 16:23

"Vertrauen" lässt sich ja bekanntlich nicht messen. Daran musse ich meine Dozenten der Politikwissenschaft erinnern als sie mit so blöden Vertrauensumfragen kamm, Genau genommen müsste man mit Durkheim das Vetrauen als eine irrationale (vor)vertragliche Voraussetzung definieren, meinetwegen eine Form der Legitimität, weil man, nach Tayllerand, mit Bayonetten alles machen kann, nur nicht auf ihnen sitzten. (Habe ich nicht selbst bei T. nachgelesen, sondern bei Otto Stammer, dann bei Ortega y Gasset.)

Carlos Verastegui
30. November 2018 16:45

@ Franz Bettinger

"Es gibt keine "fest stehenden" Begriffe. Die Sprache lebt. Begriffe unterliegen Umdeutungen. Wenn ein Begriff sich nicht aus sich selbst erklärt, ist es ein schlechter Begriff" - das sind interessante Behauptungen.

Schauen wir mal:

1) "Es gibt keine feststehenden Begriffe"- dann gäbe es auch keine kommunizierbares Denken, keine Vernunft usw. udn wir verständen und nur alls Tiere über Instinkt, Trieb und was dergleichen mehr. Bedeutungswechsel geht nur und gibt es nur bei FESTSTEHENDEN BEGRIFFEN!

2) "Sprache lebt" - der Körper auch, und doch haben wir in beiden Fällen Zusammenhänge von Strukturen. Leben und Struturen - auch die augenscheinlich unbelebten - schliessen einande nicht aus.

3) "Ein Begriff sich nicht aus sich selbst erklärt, ist es ein schlechter Begriff" - einen Begriff, der sich wirklich wahrhaftig und tatsächlich "aus sich selbst erklärte", gibt es nicht, er wäre dann nämlich ein Unbegriff. Erklärt sich etwa der Lebensbegriff aus sich selbst? Oder der der Gemeinschaft? Ein Begriff, der sich aus sich selbst erklärte, das ist ein zusammenhangloser Begriff, das ist, wie wenn der Baum, der im Wald "für sich" allein umfiele, sein eigener Zuhörer wäre. All das ist Grund zur Skepsis.

Was wird unter dem Wort "Begriff" nicht alles verstanden! Leider habe ich hier keinen Platz, das auseinander zu setzen.

Franz Bettinger
30. November 2018 23:49

@Verastegui: Lassen wir doch die Sophismen und das Spalten von Haaren! Wollen Sie im Ernst behaupten, es gäbe keine guten und schlechten Begriffe? Alles sei ein Konstrukt? Und Tiere hätte keine Vorstellung von einem Baum, weil sie keinen Begriff dafür artikulieren können? Jeder und alles habe den Philosophen nötig? Schon die Wort-Ästhetik legt nahe, dass es da große Unterschiede gibt bei den Begriffen. Lassen Sie den Verstand doch mal beiseite, und erfühlen Sie, was der Andere Ihnen sagen will. Das funktioniert - sogar bei Tieren und Analphabeten.

Carlos Verastegui
1. Dezember 2018 09:58

@ Teufel

Als Spanier habe ich gerlent: den Teufel niemals unterschätzen.

Was Sie an Poensgen auszusetzen haben ist Poensgens Sprachge/missbrauch. Wenn wir die missbräuchliche Privatterminologie beiseite lassen, ist sein Satz ganz vernünftig, wie Frau Sommerfeld ja dargelegt hat.

Leider gehören Sie auch zu den Menschen, die die Geisteswisseschaften nur in der nach68er Degeneration kennen gelernt haben. Auch muss ich Ihnen sagen: Poensgen ist ja gar kein geisteswissenschaftlicher Kopf, sondern eher ein naturwissenschaftlicher.

Ob innerhalb einer Polemik persönlich angegriffen und aufgrund des Aussehens disqualifiziert werden darf, hängt immer von dem Gegenstand des Streits sowie den beteiligten Personen ab.

Lotta Vorbeck
1. Dezember 2018 15:03

@Johannes Poensgen

"... Dieses Mißtrauen hat sich niemand zuzuschreiben als die selbsternannten Erbpächter dieser Demokratie selbst. Wir ihre Gegner, müssen uns jedoch davor hüten, es als die formende Kraft einer neuen Volksherrschaft fehlzudeuten.

Das Mißtrauen in das System ist eine blinde Kraft, die nicht weiß wohin sie will. Sie lockert die Verhältnisse auf. Das ist die gute Nachricht. Aber sie ist kein Anderswollen. Ein solches ist noch nirgendwo festzustellen."

____________________________________________________

Daß dieser angeblich globale Compact im Inner Circle des BRD-Establishments zusammencompiliert worden ist, pfeifen inzwischen die Spatzen von den Dächern, trieft diesem seltsamen Compact aus sämtlichen Knopflöchern.

Die letztlich verbindliche Fassung ist die englischsprachige und nicht die für's BRD-Publikum weichgespülte deutschsprachige.

Von "global" kann, diesen Unterwerfungs-Compact betreffend, längst keine Rede mehr sein.

Notdürftig mit wolkigen Formulierungen kaschiert, beschreibt dieser Compact genau das, seit nunmehr drei Jahren gänzlich unverhohlen praktizierte Verfahren, welches illegale Einwanderer / Asyltouristen / Neusiedler betreffend, sowohl an den faktisch aufgehobenen Staatsgrenzen als auch im Inneren der BRD flächendeckend praktiziert wird.

An dieser Stelle ist es müßig zu erörtern, daß ein Staat ohne Staatsgrenzen auf Dauer keine Bestandsgrundlage hat.

Der Compact stellt den durchsichtigen Versuch dar, mittels des "internationales Abkommen" genannten Hebels, andere europäische Länder mit auf BRD-Selbstauflösungskurs zu zwingen.

Der Blogger @seidwalk notierte unlängst: "Wer die Grünen loswerden möchte, sollte sie regieren lassen."

Die Dekadenzfestpiele in den Farben der BRD werden, weil Zitat Poensgen "ein Anderswollen noch nirgendwo festzustellen ist", erst in dem Moment beendet sein, wenn der seelenlose Merkelstaat gezwungen ist, seinen totalen Bankrott zu erklären. Und einer, aus diesem Totalbankrott hervorgehenden, souveränen Regierung ist es dann unbenommen, bestehendes Vertragswerk fortzuführen, oder zum eklatanten Nachteil des deutschen Staatsvolkes / Deutschlands abgeschlossenen Verträge schlicht einseitig zu kündigen.

Carlos Verastegui
7. Dezember 2018 10:40

@ Franz Bettinger

Was haben den bitteschön die Tiere für einen Begriff vom Begriff? Sophismen? Wo?

Gut und Schlecht sind Werturteile, Tiere haben keinen Begriff von Gut und Schlecht wie die Menschen. ALle Religionen haben hier ihren wahren Kern, dass der Mensch zwischen gut und böse bzw. schlecht unterscheiden vermag, weil er Gut und Böse bzw. Schlecht kennt. Einem Tier kann man keinen rechtlich-moralisch-sittlichen Vorwurf machen, ja, nicht einmal Benimm verlangen! I

Dass Begriffe ein Konstrukt seien ahben SIe eingebracht, ich habe es nicht einmal insinuiert. Übrigens, nur wenn SIe platonischer Idealist sind, haben Sie das Recht, den Begriffen REalitÄt zuzusprechen.

Eine Vorstellung ist kein Begriff, sie gleiten immer wieder in Umgangsprache und unangemessene Spachkonventionen ab, so lÄsst sich ncht vernünftig, hegelisch gesprochen, mit BEgriff reden.

Den Verstand beiseite lassen? Machen SIe mir das bitte einmal vor!

Nein, nicht jeder und alles hat einen Philosopehn nötig. Wie kommen SIe darauf? HAbe ich das etwas auch insinuiert?
Verastegui: "Lassen wir doch die Sophismen (sein)!"

Anmelden Registrieren