Sezession
29. Dezember 2018

Rechenschaftsbericht 2018 (I) – Vorspann

Götz Kubitschek / 14 Kommentare

Ein Rückblick auf das ausgehende Jahr mag legitim sein, denn ich teile den doppelten Eindruck, mit dem Ernst Jünger "Das abenteuerliche Herz" einleitete:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

daß er nämlich, sich selbst betrachtend, von dem Gefühl geleitet werde,

einem im Grunde fremden und rätselhaften Wesen nachzuspüren

und daß

mein Grunderlebnis, das, was eben durch den lebendigen Vorgang sich zum Ausdruck bringt, das für meine Generation typische Erlebnis ist, eine an das Zeitmotiv gebundene Variation oder eine, vielleicht absonderliche, Spezies, die jedoch keineswegs aus dem Rahmen der Gattungskennzeichen fällt.

Die Perspektive, die aus einer solchen zugleich uneitlen und selbstbewußten Haltung abgeleitet werden muß, ist im selben Buch weiter hinten auf eine knappe, poetologische Formel gebracht:

So sollten wir auch in den seltsamen Lagen, in die das Leben uns versetzt, mit einer größeren Inbrunst an uns Anteil nehmen, indem wir uns betrachten wie ein Jäger, der ein Tier in seiner Landschaft verfolgt. ... Möchten wir uns doch zuweilen die Aufgabe stellen, diese wilde Bewegung einem Fremdling zu erklären, dem ihre hunderttausend Erscheinungen in eine andere, gültigere Sprache zu übersetzen sind. Was treibt ihr hier, und wo steuert ihr hin?

Es sind sehr seltsame Lagen, in die das Leben uns versetzt, es sind Verdichtungsmomente, in denen wir uns zu verhalten haben und die wir durch Antizipation und lagebezogener Beteiligung überall dort, wo wir es vermögen, zur Kulmination treiben. Früh war klar: An uns wird etwas deutlich, und diese "wilden Bewegungen", die wir, im besten Falle steuernd, mitzumachen haben, müssen zu eben dieser dringend notwendigen Deutlichkeit herausgeschält, auf den Punkt gebracht, exemplarisch durchlebt werden.

Caroline Sommerfeld, die derzeit Simone Weil liest, notierte neulich ein Zitat, das sprachlich ganz anders aufwartet, inhaltlich aber auf derselben Spur liegt:

Gebrauch der Versuchungen. Er liegt in der Beziehung zwischen der Seele und der Zeit. Ein mögliches Böses lange Zeit zu betrachten, ohne es zu vollbringen, bewirkt eine Art Transsubstantiation. Widersteht man ihm mit seiner endlichen Kraft, so erschöpft diese Kraft sich in einer gegebenen Zeit, und man erliegt der Versuchung. Bleibt man unbeweglich und aufmerksam, erschöpft sich die Versuchung - und man empfängt die aufgestaute Kraft.

Unbeweglich und aufmerksam bleiben, nicht erliegen, das ist es. Nur auf diese Weise fährt in immer mehr "abenteuerliche Herzen" blitzartig jene Frage Jüngers, die das Leben von Grund auf zu verändern vermag:

Sagt an, wie verwaltet ihr die Zeit, die euch nur einmal gegeben wird?

Diese Frage wird, Rat gebend, der Abt jenes Klosters, in dem ich manchmal (und meist zusammen mit meinem Sohn) für ein paar Tage einkehren darf, nach ganz anderen Prioritäten beantworten als ich selbst als Verleger und Organisator eines metapolitischen Knotenpunkts, und wieder anders (und eher wie eine Bitte) klingt dieselbe Frage aus dem Mund eines meiner Kinder:

Auf deren jugendliche Freude am Leben, auf ihre mehr als gerechtfertigte Vorfreude auf das Leben wird wohl zu wenig Rücksicht genommen im Büro und am Küchentisch eines Paares, dessen Leben nicht zuletzt auch als zugleich ausgesetzt und wirkmächtig, verkannt und verpanzert wahrgenommen werden kann.

Ein Familienname kann auch eine Last sein. Er wird tapfer getragen.

Wir waren aus dem rasenden Galopp des vergangenen Jahres in das nun vergehende geworfen worden, und wir hatten den Vorsatz gefaßt, unserem Gebäude kein neues Stockwerk aufzusetzen, zumal nicht dann, wenn das Baumaterial dafür fast ausschließlich aus dem Fundament geschält werden müßte. Konsolidierung, Streben einziehen, Substanz ansammeln - es kam anders (wem erzähle ich das?).

Ich erzähle es in den kommenden Tagen, und zwar (damit ich diese Geste nicht vergesse) unter dem wiederum von Ernst Jünger entliehenen Motto: "Dies alles gibt es also."


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


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Kommentare (14)

Heinrich Loewe
29. Dezember 2018 22:37

Sie machen es aber spannend. Ich rate jetzt mal. Sie haben die ehemalige Löwen-Apotheke in Leisnig gekauft, wo Ernst Jünger eine Zeit seiner Jugend verbrachte, und die vor etwa einem Jahr zum Verkauf stand…

Spaß beiseite. Ich denke so machesmal, mit sehr sehr freundlichen Gefühlen, was es wohl bedeuten mag, ein so exponiertes Leben wie Sie zu führen. Besonders wegen der vielen Anfeindungen, worauf mit W. Biermann zu sagen wäre „Du laß dich nicht verhärten…“
Ich wünsche Ihnen und der Familie noch eine schöne und besinnliche Zeit des Jahreswechsels und alles erdenklich Gute für das neue Jahr.

Der Gehenkte
30. Dezember 2018 10:49

Dieser Satz - "Dies alles gibt es also." - spricht das tiefste Geheimnis des konservativen Seins aus.

Man findet ihn, in vielen Variationen, auch bei Hamsun und den Autoren seiner "Schule" immer wieder.

Er spricht das Staunen vor der Welt aus und zugleich das Akzeptieren des Seienden, denn alles, was ist, hat sich dadurch eine Existenzberechtigung erworben. Aber weil es etwas geworden ist, wird es auch wieder vergehen und ist in seiner Existenzberechtigung befragbar - je jünger, desto mehr.

Nur so kann man unterscheiden, was der Fortexistenz würdig ist und was nicht. Das eine muß man hegen und pflegen, das andere beseitigen. Ist etwas für gut befunden worden, dann kann man es - vorsichtig, der eigenen Grenzen bewußt - auch ausbauen.

Monika
30. Dezember 2018 10:53

Das Gefühl, sich selbst betrachtend - "einem im Grunde fremden und rätselhaften Wesen nachzuspüren"....
Dieses Gefühl hat Romano Guardini auf demütige, weniger abenteuerliche Weise als Jünger beschrieben.
"Ich bin mir nämlich nicht nur selbstverständlich, sondern auch merkwürdig, rätselhaft, ja unbekannt - so sehr, daß Dinge geschehen können wie diese: Ich schaue eines Tages in den Spiegel und frage mich befremdet.....Wer ist denn das ?
Die Antwort auf diese Fremdheit des eigenen Wesens sieht Guardini allerdings nicht in einer heroischen, heldenhaften Haltung, sondern in der existentiellen Erkenntnis, daß es aus unserem unmittelbaren Sein keine Antwort auf diese Frage ( Wer bin ich) gibt. Ja, nicht einmal aus der Welt überhaupt.
So heißt der Untertitel des Buches von Guardini "Die Annahme seiner selbst" folgerichtig "Den Menschen erkennt nur, wer von Gott weiß" .
Daß zwischen Heroismus und Tapferkeit im christlichen Sinne Welten liegen, habe ich immer wieder versucht aufzuzeigen.
Diese Diskussion sollte m. E. innerhalb der Intellektuellen Rechten geführt werden !
Sie wird in Zukunft sowieso immer mehr von außen an die Neue Rechte herangetragen werden.

Ein gebuertiger Hesse
30. Dezember 2018 12:51

Dieser Vorspann ist bereits ein Cliffhanger reinster Güte: gar manches wird erahnt, erhofft, mehr aber noch befürchtet. Ein Paukenschlag deutet sich an, und das über den Jahreswechsel! Kubitschek erweist sich als Meister der Suspense. Und wie bei jedem Helden, der den Leser in echte Bedrängnis bringt, solange Teil 2 noch nicht da ist, gelten ihm die besten Wünsche (wie sonst freilich auch, nur ohne erhöhten Spannungsdruck): Alles Gute für das Neue Jahr, für Sie und Ihre Famillie. Bleiben Sie uns erhalten!

Brettenbacher
30. Dezember 2018 14:49

Also nachlassen tut Sezession wahrlich nicht ! Wie hier Ernst Jünger und Simone Weil sozusagen ins Zwiegepräch gebracht werden, das zeigt geistige Hochspannung an.

Und @ Heinrich Löwe: Der mit der Apotheke ist erst mal gut, und was die Handlungsabläufe angeht haben Sie recht: Kubitschek macht es sehr spannend.

Noch eine teils sonntäglich feierliche, teils etwas stinkstiefelige Anmerkung: Ist der "Ton" der Simone Weil erst mal aufgenommen, dann kann er nicht mehr aufgegeben werden, ohne radikalen Niveauverlust. Und diese Stimme wird für 2019 in Sezession eine tragende sein, soviel Prophete nehmen wir uns etzt mal raus.
Aber möge dieses neue Niveau auch helfen, daß Sezession zu dem (zu)hochgepriesenen Professor Schlotterteig den rechten Abstand gewinnt. Wer gelesen hat, wie er in "Du mußt dein Leben ändern" sich an Simone Weil vertut, der weiß, daß der Mann einfach zu flach wurzelt.
(Ja, ja, man soll keine Namensscherze treiben. Aber der große Theodor Haecker war da auch nicht zimperlich.)

Ein gebuertiger Hesse
30. Dezember 2018 15:32

@ Der Gehenkte

Danke für Ihren großartig erschließenden Kommentar des Satzes "Das alles gibt es also". Mit dem Rückenwind dessen, was darin steckt, darf man weiß Gott das Neue (Jahr) anfangen.

Laurenz
30. Dezember 2018 15:42

@Heinrich Loewe & Ein gebuertiger Hesse ..... ich kann leider Ihre Schlußfolgerungen nicht aus dem Text von Herrn Kubitschek heraus lesen. Vielmehr beschreibt Herr Kubitschek doch schlicht Seine subjektiven Gefühlswelten in einer aktuellen Momentaufnahme und beweist durch die entsprechenden Zitate, daß es anderen auch schon so erging.
In der Beschreibung mit dem Herrn Kubitschek junior, war es angenehm zu betrachten, daß der Senior ein ganz "normaler" Mensch ist.

Die Frage nach ... Zitat - sagt an, wie verwaltet ihr die Zeit, die euch nur einmal gegeben wird? -Zitatende ........ ist immer eine subjektive. Im Angesicht des sicheren Todes ist es vollkommen unerheblich, was wir tun, getan haben oder oder in der verbleibenden Zeit tun werden.
In jeglicher philosophischer Betrachtung ist es unerheblich, ob wir die Straße kehren oder einen konservativen Blog führen.
Das einzige, was von elementarem Belang ist, ist die Leidenschaft, die Passion mit der wir das vollziehen, was wir getan haben, tun, oder noch tun werden.

Nemesis
30. Dezember 2018 19:05

"Ein mögliches Böses lange Zeit zu betrachten, ohne es zu vollbringen, bewirkt eine Art Transsubstantiation. Widersteht man ihm mit seiner endlichen Kraft, so erschöpft diese Kraft sich in einer gegebenen Zeit, und man erliegt der Versuchung. Bleibt man unbeweglich und aufmerksam, erschöpft sich die Versuchung - und man empfängt die aufgestaute Kraft."

Dieses Motiv des unbewegten Bewegers gefällt mir, doch es stellen sich Fragen. In welche Richtung mögen die Wirkungslinien der Kraft gehen und was mögen sie dort bewirken? Denn auch eine aufgestaute Kraft bleibt ja zunächst doch, was sie ist: eine rein statische.
Führen die Linien nach Innen, bewirken dort Prozesse, so könnte die Kraftwirkung wandeln: die angedeutete Art der Transsubstantiation.
Aus Statik wird Dynamik.
Offensichtlich gibt es dabei aber auch ein Zweites. Denn bliebe sie statisch, wären mögliche Kraftfolgen Verhärtung, Abschottung...

Die Kraftpfeile die nach Außen führen, repräsentieren letztlich wohl die Inneren.

Was bleibt, ist die Frage nach dem Kybernetiker, dem Steuermann,
der die Wandlung der Kräfte von Statik nach Dynamik, von Innen nach außen bewirkt.
Und regelt.

@Laurenz
"Das einzige, was von elementarem Belang ist, ist die Leidenschaft, die Passion mit der wir das vollziehen, was wir getan haben, tun, oder noch tun werden."

Und wie verhält es sich mit Dingen wie Verzichten können, Niederlagen ertragen, Dienen, Pflicht, Widerstehen, Ausharren, Ertragen, Bemühen, Abschied nehmen...?
Dinge, die selten mit Leidenschaft oder Passion einhergehen.
Und dennoch von elementarem Belang sind.

Nemo Obligatur
30. Dezember 2018 21:27

Jahreswende - Zeitenwende?
Rechenschaft. Was habe ICH 2018 in die Waagschale geworfen? Soviel steht fest: nicht genug.

Jeder Tag kann ein Kampf sein im Kreise von Familie, Freunden, Kollegen. Manchmal ging es gut, manchmal nicht. Aber inzwischen weiß ich wohl, wer für uns ist und wer gegen uns. Ich fühle mich nicht mehr so allein wie 2005 oder 2010. Wenn ich meine Kinder sehe, weiß ich, warum ich nicht verzage. "Meyn Geduld hat Ursach".

Gute Vorsätze 2019: Einmal nach Schnellroda pilgern! Man muss mal dort gewesen sein. Im Traume war ich es schon. Auch das gibt es also.

Louise
30. Dezember 2018 21:37

Zum obigen Rückblick auf das alte Jahr finde ich die folgenden Zeilen aus dem Gedicht „Flammen“ in Stefan Georges „Siebentem Ring“.
„Was oft und weither euch als hauch betroffen
Schwoll von den gleichen und geheimen stoffen

Durch die ihr brennt – der Herr der fackeln sprichts –
Und so ihr euch verzehrt seid ihr voll lichts.“

Und für das kommende Jahr diesen Wunsch.
„Stern der dies jahr mir regiere!
Der durch des keim-monats wehende fehde
Von einem heiteren sommer mir rede
Und auch mit blumen die ernte verziere…
Dass sich in lächelndem schimmer verliere
Ernster beladener tage getöse.
Heimliche weisheit durch fahrvolle böse
Überfinstere wege mich rette.
Meine schweifenden wünsche kette
Und meine ängstenden rätsel mir löse!

Laurenz
31. Dezember 2018 01:50

@Nemesis ... zugegeben, in philosophischer Hinsicht bin ich Castanederianer, was schwierig ist, tatsächlich in eine Tat umzusetzen, weil Castanedas Anforderungen und Schlußfolgerungen gerne etwas übermenschlich wirken, wenn man sie zu sich nimmt.
Um eine konkrete Antwort zu geben, es ist eine Frage des Standpunkts, den man einnimmt. Das, was Sie zitiert hatten, ist aus dem Blickwinkel betrachtet, wenn man sich den eigenen Tod vor Augen führt. Natürlich bleibt den meisten von uns Lebenden noch etwas Zeit, bis der Tod uns berührt. In Anbetracht dieses Blickwinkels ist Verzichten können, Niederlagen ertragen, Dienen, Pflicht, Widerstehen, Ausharren, Ertragen, Bemühen, Abschied nehmen, wie auch alles andere, nicht mehr von Belang. Alles relativiert sich, und was bleibt dann am Ende? Nur der Weg, den das Herz gebietet.
Daß, was Sie beschrieben haben, gebietet das Leben selbst den Lebenden, oder hat die Mehrheit der Menschen überhaupt eine Wahl? Ist es nicht so, daß ein freiwilliges Verzichten können, Niederlagen ertragen, Dienen, Pflicht, Widerstehen, Ausharren, Ertragen, Bemühen, Abschied nehmen der pure Luxus ist? Verzichten kann doch nur derjenige, der etwas zum Verzicht besitzt. Sobald Freiwilligkeit gegeben ist, sind alle genannten Funktionen wohl passioniert.
Und wer fragt schon diejenigen, die gezwungen sind (?).

Waldkind
31. Dezember 2018 03:13

@Nemesis
"Und wie verhält es sich mit Dingen wie Verzichten können, Niederlagen ertragen, Dienen, Pflicht, Widerstehen, Ausharren, Ertragen, Bemühen, Abschied nehmen...?
Dinge, die selten mit Leidenschaft oder Passion einhergehen.
Und dennoch von elementarem Belang sind."

Bitte etymologisch nachschlagen, bzw. semantisch durchdringen.

Unseren Ahnen besonderes Heil zu dieser Zeit!

Gruß
Waldkind

Nemesis
31. Dezember 2018 13:44

@Laurenz
"zugegeben, in philosophischer Hinsicht bin ich Castanederianer, was schwierig ist, tatsächlich in eine Tat umzusetzen, weil Castanedas Anforderungen und Schlußfolgerungen gerne etwas übermenschlich wirken, wenn man sie zu sich nimmt."

Das sei Ihnen vollkommen unbenommen, finde es aber immer wieder interessant zu sehen, wie viele Menschen sich einer bestimmten Denkschule verpflichtet sehen.

"Ist es nicht so, daß ein freiwilliges Verzichten können, Niederlagen ertragen, Dienen, Pflicht, Widerstehen, Ausharren, Ertragen, Bemühen, Abschied nehmen der pure Luxus ist?"

Denken Sie wirklich daß z.B. Abschiednehmen von einem Ihnen nahestehenden Menschen, Ausharren, Bemühen, Widerstehen.. purer Luxus ist? Mir liegt es fern, Leidenschaft oder Passion kleinreden zu wollen. Sie ist gut und auch wichtig.
Dennoch denke ich nicht, daß das Einzige, was von elementarem Belang ist, die Leidenschaft, die Passion ist, mit der wir das vollziehen, was wir getan haben, tun, oder noch tun werden.
Das ist aus meiner Sicht nur ein Teil der Gleichung.
Oder schärfer formuliert:
Sie können mit Passion und Leidenschaft auch einen Gulag führen.
So weit ich Sie verstehe, wäre demnach, Freiwilligkeit vorausgesetzt, das Einzige was von elementarem Belang für Sie ist, die Leidenschaft, die Passion mit der Sie dies dann tun.
Für mich geht an dieser Gleichung irgendetwas nicht auf.

"Natürlich bleibt den meisten von uns Lebenden noch etwas Zeit, bis der Tod uns berührt."
Könnten Sie mir eventuell Ihre diesbezügliche Informationsquelle mitteilen, ich wäre an einer genaueren Information bezüglich meiner Person durchaus interessiert.
Andererseits: es ist vielleicht besser so, wie es ist. Ein Zuviel an Information scheint mir nicht immer auch automatisch gut.
:)

@Waldkind
"Bitte etymologisch nachschlagen, bzw. semantisch durchdringen."

Mhm, also da stellen Sie mich vor ein ernsthaftes Problem:
Soll ich es lexikalisch Semantisch, Satzsemantisch, Textsemantisch, Diskurssemantisch, diachronisch oders synchronisch Semantisch, Dynamisch Semantisch, Statisch Semantisch, Tarski-Semantisch, Generativ Semantisch, Interpretativ Semantisch, Strukturell Semantisch, Merkmalsemantisch, Prototypensemantisch (mein Dank geht an dieser Stelle an Wikipedia)...durchdringen?

Wahrscheinlich liegt es an mir, aber ich verstehe nicht, was Sie mir sagen wollen. Vielleicht ein kleiner Hinweis?
Oder noch besser:
Warum teilen Sie mir nicht einfach mit, an was Sie diesbezüglich genau denken?
Da ich kein Geisteswissenschaftler bin, freue ich mich immer, in diesem Bereich dazulernen zu können.

viele Grüße zurück
Nemesis

Ich wünsche allen einen schönen Jahreswechsel und ein Gutes Neues 2019.

micfra
2. Januar 2019 18:48

Sie haben mich gerade mitgenommen mit diesem Text, Herr Kubitschek. Danke dafür. Das ist wohl die wichtigste Frage für uns Menschen:

Sagt an, wie verwaltet ihr die Zeit, die euch nur einmal gegeben wird?

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