Sonntagsheld (91) – Gottes Werk und Teufels Beitrag

Querschüsse aus dem moralischen Narrensaum

 Gastbeitrag

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Zwei Ereig­nis­se domi­nier­ten die poli­ti­schen Nach­rich­ten der Woche, bei­de haben sie irgend­wie mit uns zu tun und irgend­wie nicht. Da war zum ers­ten der Angriff auf ein Wahl­kreis­bü­ro der AfD in Döbeln, durch­ge­führt nach heu­te schon fast archai­schen Stan­dards: Ein Spreng­satz bei Nacht – Gro­ßer Knall, gro­ße Wirkung.

Zum zwei­ten war da der Daten­leak, der auf dem Twit­ter­ac­count eines selbst­er­nann­ten “G0d” ver­öf­fent­lich wur­de, ein­mal mit­ten ins poli­tisch-media­le Estab­lish­ment plautz­te und seit­dem die Schlag­zei­len bestimmt. Auch hier: Gro­ßer Knall, gro­ße Wir­kung, aller­dings etwas zeit­ver­setzt, denn ein Groß­teil der Ver­öf­fent­li­chun­gen stamm­te aus dem ver­gan­ge­nen Jahr, oder war inhalt­lich noch älter.

Die zwei Angrif­fe haben, so unter­schied­lich sie auch sein mögen, eines gemein­sam: Sie stam­men aus den chao­ti­schen Sub­mi­lieus der jewei­li­gen poli­ti­schen Lager. Aller­dings: Einer von ihnen tut defi­ni­tiv mehr weh als der andere.

Wer die Nach­rich­ten-Hek­tik, die empör­ten Ver­ur­tei­lun­gen und das hys­te­ri­sche Auf­grun­zen nach den nächs­ten Regu­la­ti­ons­ge­set­zen in Poli­tik und Feuil­le­ton ein­mal tief ein­at­met merkt: Sie haben Angst. Ja, sie haben sogar rich­tig Schiß.

Die Bigot­te­rie in die­sem Geze­ter, das aus dem Mund von Men­schen kommt, die (auch was den Schmud­del­kram angeht) qua­li­ta­tiv deckungs­glei­che Ver­öf­fent­li­chun­gen aus AfD-Chats, Fotos von Alex­an­der Gau­land in Bade­ho­se, oder die ver­meint­li­che Über­wa­chung der Fami­lie Höcke durch das Zen­trum für poli­ti­sche Schön­heit noch hämisch belä­chel­ten, brau­che ich nicht groß aus­zu­schmü­cken, sie tritt immer evi­den­ter zutage.

Jetzt hat einer den Spieß mal umge­dreht und die Erkennt­nis, die wir aus der gan­zen Sache gewin­nen müs­sen, ist tat­säch­lich so inter­es­sant wie schreck­lich: Die Sen­sa­ti­ons­rä­der der Spek­ta­kel­ge­sell­schaft dre­hen inzwi­schen so schnell durch, daß Vet­tern­wirt­schaft, Kor­rup­ti­on, oder rück­sichts­lo­ser Lob­by­is­mus ein­fach nicht mehr skan­da­lös genug sind, um ernst­haft dar­über zu stol­pern, ja nicht ein­mal um die­sen Leu­ten einen Schre­cken einzujagen.

Es muß schon die höchst­per­sön­li­che Lei­che im Kel­ler, oder die Schwei­ne­rei aus dem Schlaf­zim­mer (wahl­wei­se dem eige­nen, oder einem frem­den) sein, an der sich die Leu­te ver­schlu­cken. Erst in so einem Moment schei­nen man­che wirk­lich zu bemer­ken, wie­viel Inte­gri­tät die Men­schen, die die Geschi­cke unse­res Lan­des auf den Spen­den­ga­las der Repu­blik ver­han­deln und längst zu “Pro­mis” gewor­den sind, schon ver­lo­ren haben.

Am Ende konn­te es viel­leicht auch gar nicht anders lau­fen. Mit ihren Twit­ter-Pro­fi­len und Insta­gram-Sto­ries, in ihrer Kum­pa­nei mit den Böh­mer­manns, Grö­ne­mey­ers und Bonos der Welt haben sie ihre poli­ti­sche Sou­ve­rä­ni­tät den Geset­zen des Sen­sa­ti­ons-Mark­tes unter­wor­fen, wel­che jetzt über den einen oder ande­ren ihren ganz pri­va­ten Urteils­spruch gefällt haben.

Gewin­nen kön­nen am Ende wohl nur die, die nicht zur Gala ein­ge­la­den wor­den sind. Wir wis­sen: Sie hät­ten ohne­hin kei­ne Zeit, denn sie fegen gera­de mit den eige­nen Hän­den die Scher­ben in ihren Wahl­lo­ka­len oder Wohn­zim­mern zusam­men und lächeln dabei in sich hinein.

Das letz­te Glas des schon scha­len Neu­jahrs-Scham­pus hel­fe ich mir daher aufs Wohl des bösen Stö­be­rers hin­ter, der auch nichts ande­res mach­te, als das was unse­re Fein­de uns täg­lich auf den Hals wün­schen. Pro­sit Neujahr!

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Kommentare (25)

Lotta Vorbeck

6. Januar 2019 23:25

Prosit Neujahr, Herr Wessels!

LotNemez

7. Januar 2019 01:37

Jup. Sie haben richtig Schiß. Und nach Schiß kommt Panik. Und wenn welche Panik haben, können die ziemlich durchdrehen. Deswegen sollte unser Panikorchester die Fanfaren nicht zu dolle staccato spielen. Wenn es auch in den Fingern juckt, immer schön crescendo (anschwellend). Symmetrische Kriegsführung a la Bombenanschläge auf Grünenbüros sind selbstredend zu vermeiden. Bei sowas müsste ich auch nicht schauspielern, um Betroffenheit zu zeigen und ich bin stolz, Teil einer Bewegung zu sein, die solch ehrlose Aktionen nicht nötig hat und wo Leute, die zu derlei fähig sind, im Gegensatz zum großen linken Täterkreis wirklich die absolute Ausnahme bleiben. Haha! So geht Gratismut! Deswegen hat der unbekannte Datenguerillero trotzdem den Titel verdient. In diesem Sinne: Frieden schaffen ohne Waffen.

RMH

7. Januar 2019 08:01

Was kam denn bei diesem groß als Ablenkungsmanöver inszeniertem "Leak" groß heraus?

Was man bislang erfahren hat, offenbar im wesentlichen nur ein paar (zum großen Teil) veraltete Adressen und Telefonnummern. Über das Veröffentlichen von so was reiben sich doch allenfalls ein paar pi-ler die Hände, da sie ja auch denken, wenn sie mal ne E-Mail Adresse von irgendjemanden an einen Beitrag klatschen, würden sie Wunder was für einen Sturm der Sch… evozieren, womit sie real aber die Stange im allgemeinen Niveau-Limbo gleich wieder deutlich nach unten setzen, egal, wie gut oder richtig der Beitrag weiter oben war.

Aber egal. Der Vergleich mit den leaks zur AfD zeigt doch recht deutlich den Unterschied. Diese müssen ob der real existierenden Antifa und anderer, auch durch Mainstreampolitiker inspirierte Kreise, tatsächlich mit Konsequenzen rechnen, wenn ihre Daten veröffentlich werden. Die jetzt Betroffenen gackern darüber ein bisschen, lassen sich pro forma ne neue Geheimnummer geben und weiter geht's wie bisher.

Übrigens durften genau aufgrund dieser Erfahrungen die AfD und ähnliche Kreise bereits seit längerem erhebliche Investitionen in ihre IT-Sicherheit, der Abwehr von DDOS-Angriffen etc. machen. Kein Wunder, dass sie jetzt von den "neuen" leaks nun auch weniger bis gar nicht betroffen waren.

PS: Evtl. finden sich unter den "Leaks" ja ein paar echte Treffer - aber um das auszuwerten, fehlt der "Rechten" ohnehin jegliche Manpower, sowohl was das Thema Auswertung und Recherche, als auch das Thema Verbreitungskanäle der gefundenen Ergebnisse betrifft. Insofern können die jetzt von den leaks Betroffenen ganz ruhig weiter schlafen.

HomoFaber

7. Januar 2019 13:04

@RMA

https://www.journalistenwatch.com/2019/01/07/hackerangriff-anonymous-csu/

Andreas Walter

7. Januar 2019 18:25

Immer wieder amüsant:

https://www.focus.de/politik/deutschland/nach-hacker-attacke-auf-abgeordnete-experte-warnt-bsi-und-politik-cyberangriff-zeigt-wie-leicht-deutsche-demokratie-erpressbar-ist_id_10151945.html

https://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/nationalsozialismus/volksdroge-pervitin-wie-im-rausch-eroberte-die-wehrmacht-polen_id_10101532.html

Ach wie gut das niemand weiß, warum ich Coca-Cola heiß. Jemand soll ja mal Proben aus den Abwässern des Bundestags entnommen haben, um daraus Rückschlüsse auf den Drogenkonsum der Abgeordneten zu ziehen. Weiß aber nicht, ob das nur eine Legende ist, oder die Wahrheit.

Elvis Pressluft

7. Januar 2019 18:27

"Sie haben Angst. Ja, sie haben sogar richtig Schiß." - Nun ja?! Das subjektive Sicherheitsgefühl in gewissen Zirkeln scheint ein wenig beeinträchtigt, wenngleich alle Statistiken das Gegenteil beweisen. Aber dem Angstbürger ist eben nicht zu helfen ...

Durendal

7. Januar 2019 22:02

Die andere Seite hat keinesfalls Angst sondern eskaliert weiter. Die bevorstehende Verfolgung der AfD durch die Inlandsgeheimdienste, Sprengstoffanschläge und gezielte Angriffe auf Menschen (heute wurde Frank Magnitz von der AfD Bremen durch mehrere Angreifer verletzt) wirken auf mich nicht wie Anzeichen für eine bevorstehende Rückkehr zu einer zivilisierten Debatte.

Waldgaenger aus Schwaben

8. Januar 2019 09:57

@Durendal
der Angriff auf Frank Magnitz ist wohl als versuchter Mord zu sehen.
Frank Magnitz wurde von drei Angreifern mit Kanthölzern auf den Kopf geschlagen und dann als er am Boden lag gegen den Kopf getreten. Das Eingreifen eines Bauarbeiters, der die Täter verjagte, rettete ihm vermutlich das Leben.

Und Cem Özdemir stellt Täter und Opfer auf eine Stufe:
"Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen. "

https://twitter.com/cem_oezdemir/status/1082415700109598721

Ich muss an mich halten, nicht raus zu schreien was ich denke!
Nur so viel:
Wenn die Gegenseite meint statt mit Argumenten mit Gewalt zu kämpfen, dann sollte sie wissen, dass sie am Ende verlieren wird.
Wir sind mehr, wir haben die größeren Resourcen und wir haben die staatlichen Organe der Exekutive der unteren und mittleren Ebene tendenziell auf unserer Seite.

Disclaimer:
Alles im Rahmen des Rechtsstaats natürlich. Der vorstehende Text beinhaltet keine Aufforderung Straftaten zu begehen oder billigt Straftaten.

Hesperiolus

8. Januar 2019 11:21

Von Sotscheck direkt zu Magnitz:
Der Schreibtischtäter und Inspirator schreibt hier:
http://www.taz.de/Debatte-Mit-Rechten-reden/!5555657/
Bei Tichy wurde es schon aufgegriffen.
Getreu der Devise, mit Rechten sei nicht zu reden, sie sind " zu verstümmeln". In den Worten eines "43"ers: "We`re here to maim"!

Alex Schleyer

8. Januar 2019 16:36

Beim koprophilen Spiegel-Schreiberling werden immerhin nicht nur die Leser beschissen...

Andreas Walter

8. Januar 2019 18:57

Da will wohl jemand eskalieren.

Ist also entweder die Tat von strategisch vorgehenden Verbrechern, oder von ausgesprochenen Vollidioten.

Darum wünsche ich Herrn Magnitz jetzt erstmal nur baldige und vollständige Genesung und gebe ihm den Tip, sofort wieder auf's Pferd zu steigen sobald der Schädel nicht mehr brummt. Bolsonaro wollten sie auch töten, jetzt ist er Präsident von Brasilien.

Elvis Pressluft

8. Januar 2019 19:18

Eine der linken Pro-forma-Distanzierungen zum Mordversuch an Magnitz will wissen, die Tat sei „barbarisch“. Auch das dient der Verschleierung. Linksextremistische Gewalttäter handeln durchweg hoch konspirativ und auf ihre Weise auch kontextuell höchst intelligent (nicht zuletzt vertrauen sie völlig zu Recht auf ein stillschweigendes – manchmal sogar offenes – Einvernehmen mit, naja, „gewissen Teilen“ der Staatsmacht). Daß man diese Personen nur selten ermittelt, noch seltener zur Verantwortung zieht, hat ein Bündel an Gründen und Ursachen. „Barbaren“ würden Spuren hinterlassen, auch offline mit ihren Taten herumprahlen usw. Die mörderische „Anti“fa weiß, was sie will und wie sie es erreicht.

Venator

9. Januar 2019 00:48

Besonders aufschlußreich bei dem Thema, auch wieder die Kommentarspalte bei spon. Viele können ihren klaren Vernichtungswillen, kaum noch unterdrücken. Die klammheimliche Freude, die linken Verschwörungstheorien ( wer weiß, ob das nicht die afd selbst war) und natürlich das obligatorische: ich bin ja eigentlich gegen Gewalt....ABER.... Man muß es ganz klar sagen, hierzulande gibt es wieder eine große Anzahl von Menschen, die "Staatsfeinde" gerne in ein Lager stecken würden, damit sie sich dort mal konzentrieren können. Das wird noch ziemlich ungemütlich werden, in den nächsten 10 Jahren.

Andreas Walter

9. Januar 2019 02:08

Die Polizei spricht jetzt davon, dass kein grösserer Schlaggegenstand auf einem Video einer Überwachungskamera zu sehen sei:

https://www.n-tv.de/politik/Video-zeigt-Angriff-auf-AfD-Politiker-Magnitz-article20802418.html

Aus dem Grund würde ich mich mal nach einem Totschläger umsehen, auch als Fischtöter oder Priest bekannt. Eine sehr kompakte aber trotzdem überaus gefährliche Schlagwaffe, eigentlich aber ein Werkzeug von Fischern und Anglern. Kantholz war darum wohl nur die erste Vermutung der Polizei, weil so etwas in der Nähe des Tatorts rumgelegen haben könnte.

Ein Video aber ist auch schon mal gut, selbst wenn darauf die Gesichter (wahrscheinlich) nicht zu erkennen sind. Dafür aber Kleidung, Statur, Haltung und Bewegungsmuster. Die Polizei kennt ja ihre Pappenheimer. Bei Dreien genügt da schon der leiseste Verdacht und dann wird's eng.

t.gygax

9. Januar 2019 09:21

Andreas Walter @
Da wird überhaupt nichts eng. Die Polizei wird von höchster Stelle diskret angewiesen, und es wird nie jemand gefasst werden, und wenn, dann bloß, um das unmündige Volk abzulenken.
Die Schläger wissen genau, dass sie letzendlich die herrschenden Kreise hinter sich haben, also whatever about it?
In jedem anderen Land würden sich Bürgerwehren bilden, die Leute würden sich selbst bewaffnen...bei uns: verzweifelter, geradezu kindlich anmutender Glaube an Staat/Regierung/Polizei.

Lotta Vorbeck

9. Januar 2019 09:29

@Venator - 9. Januar 2019 - 00:48 AM

"... Man muß es ganz klar sagen, hierzulande gibt es wieder eine große Anzahl von Menschen, die "Staatsfeinde" gerne in ein Lager stecken würden, damit sie sich dort mal konzentrieren können. Das wird noch ziemlich ungemütlich werden, in den nächsten 10 Jahren."

________________________________________________

In 10 Jahren werden die, die heute noch am liebsten angebliche Staatsfeinde gern in Lagern sähen, gänzlich andere Probleme haben. Den Steuereintreiber-Umverteiler-Staat, der ihnen ein komfortabel, leistungsloses Dasein auf Kosten der sogenannten, bis dahin just ausgemolkenen Allgemeinheit ermöglicht, wird's dann nämlich schlicht nicht mehr geben.

Breckert

9. Januar 2019 11:51

"Da will wohl jemand eskalieren.

Ist also entweder die Tat von strategisch vorgehenden Verbrechern, oder von ausgesprochenen Vollidioten."

Das sehe ich auch so.
Wobei der Hund ja Flöhe und Läuse gleichzeitig haben kann.
Die sogenannte Migrationskrise, die Entkernung Deutschlands von Industrie und Nationalbewußtsein und die Wendekanzlerin sind zu offensichtlich, als das man die Zusammenhänge mit dem Wort "Verschwörungstheorie" vom Tisch wischen kann.
An dessen Benutzung kann man ohnehin nur noch Absolventen deutscher Journalistenschulen erkennen.

Wenn aber andernwärts Arbeitsgruppen in vieltausendfacher Stärke in Vollzeitbeschäftigung darüber nachdenken, wie man unsere Nation und letztendlich ganz Europa unregierbar machen kann, wird man sich dort sicher auch auf die paar Idioten besinnen, die es in jedem Land gibt und die leicht gegen deren eigene Leute mobilisiert werden können.

Das Prinzip ist ja nicht auf Deutschland beschränkt.
Aus meiner Sicht fallen die angeblichen Proteste in Ungarn genauso darunter wie die in Polen.
In der Schweiz gibts auch starke Bestrebungen einer Minderheit, den Bürger dort zu entwaffnen und in die EU zu drängen.
Unter Verzicht des eigenem, über Generationen selbst erarbeiteten Wohlstandes und der politischen Mündigkeit sowie einer stabilen und weitestgehend friedlichen Gesellschaft..

Wer sagt uns, daß, wenn die Sache in Deutschland zu einem Bürgerkrieg mit auf Generationen unversöhnlichen Parteien führen wird, das nicht genau der Plan ist, den man sich für uns ausgedacht hat?

Andreas Walter

9. Januar 2019 16:09

Was für ein Glück, dass manche Menschen so unfassbar dumm sind:

https://www.tagesspiegel.de/politik/angriff-auf-afd-politiker-magnitz-staatsanwalt-verletzungen-allein-dem-sturz-geschuldet/23843364.html

Niemand fällt ohne seine Arme und Hände schützend vor das Gesicht zu halten zu Boden. Um diesen natürlichen Reflex auszuschalten muss ein Mensch nämlich entweder mit beiden Händen auf dem Rücken gefesselt oder bereits beim Fall bewusstlos gewesen sein. Aus dem gleichen Grund ist es übrigens auch so gut wie ausgeschlossen, dass der Angreifer mit seinen beiden Armen beim Fall die von Magnitz eventuell festgehalten hat.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frank Passade ist darum entweder dumm, oder ein dummer Lügner.

Valjean72

9. Januar 2019 16:12

@Breckert:
"Wer sagt uns, daß, wenn die Sache in Deutschland zu einem Bürgerkrieg mit auf Generationen unversöhnlichen Parteien führen wird, das nicht genau der Plan ist, den man sich für uns ausgedacht hat?"
---

Ich halte dies für möglich.

Unter dieser Annahme würden die gegensätzlichen Lager gezielt mit für sie bestimmtem Nachrichten (Ereignissen) mit gehörigem und zunehmend gesteigertem Echauffierungspotential gefüttert, um die Gemüter immer weiter zu erhitzen und gegeneinander aufbringen zu lassen. Stichwort: "Strategie der Spannung"

Franz Bettinger

10. Januar 2019 05:38

@Andreas Walter
Das Verletzungs-Muster bei Frank Magnitz ist typisch und wegweisend. Es handelt sich um multiple Verletzungen an verschiedenen Stellen (Kopfschwarte, Auge, Jochbein und weitere Körperteile). Zentrale Lokalisation, Ausdehnung und Art der schweren Verletzung der Kopfschwarte ist nur durch stumpfe Gewalteinwirkung erklärbar, keinesfalls durch einen Faustschlag oder bloßen zu Bodenfallen eines bewusstlosen Menschen (z.B. nach Faustschlag). Die tiefe und lange Platzwunde der Kopfhaut muss durch einen harten Gegenstand erfolgt sein, z.B. einen Schlagring, Schlagstock oder Fischtöter. Ein Stein oder ein Kantholz käme auch in Frage. Dies muss jedem auch nur entfernt mit Forensik beschäftigten Arzt (auch jedem erfahrenen Kriminalbeamten) auf Anhieb ersichtlich sein (pattern recognition). Die kursierenden Falschmeldungen deuten auf eine gezielte Verschleierung durch die Bremer Polizei, die Staatsanwaltschaft bzw. die weisungsbefugte Politiker hin.

Franz Bettinger

10. Januar 2019 10:49

@Ergänzend noch zum Fall Frank Magnitz:
Es gibt keinen vorstellbaren, einem Sturz entsprechenden Unfall-Mechanismus, der die gezeigten Verletzungen an verschiedenen Stellen des Kopfes erklären könnte. Auge und Jochbein gemeinsam verletzt - wäre erklärbar. Aber weshalb platzt die Haut gleichzeitig gut zehn Zentimeter über der Augenbraue auf der Schädelkalotte auf, einer Stelle, die durch die Konvexität des Schädels bedingt nie gleichzeitig mit dem Jochbein durch ein singuläres Ereignis (wie einen Sturz mit nachfolgendem Aufprall) betroffen werden kann? Ich würde gerne das Video sehen. Warum wird es wohl nicht veröffentlicht ?! Weil es wahrscheinlich für sich spricht! Ja, aber anders als die Verschleierer sich das denken! Wie springt man mit den Ellbogen voraus auf jemanden zu? Mach mir das mal einer vor!

Franz Bettinger

10. Januar 2019 12:23

@Fall Magnitz: Ich muss noch mal nachlegen:
@Jürgen Fritz, dessen Blog ich regelmäßig und meistens gerne lese, mutmaßt im Fall des hinterrücks überfallenen, arglosen Herrn Magnitz für meinen Geschmack etwas zu viel, und er irrt definitiv in seiner Wund-Beurteilung: Die (hauptsächliche) Kopf-Verletzung ist ca. 10 cm lang, und sie zieht sich saggital (also in Längsrichtung, und nicht sternförmig wie beim Aufprall auf den Boden zu erwarten wäre) weit über die gedachte Hutkrempen-Linie hinaus auf die Schädelkalotte hoch. Dies ist in der von J. Fritz veröffentlichten seitlichen Fotographie des Verletzten gut erkennbar. ( https://juergenfritz.com/2019/01/10/magnitz-wunde/ ) Das konvex verteilte Verletzungsmuster spricht nicht für einen Sturz, sondern für einen Schlag auf den Kopf mit schwerem länglichen Gegenstand. Dass auf den Videos keine Schlagwaffe zu sehen ist, beweist nicht, dass es keine gab. Ein Schlagring wirkt meist unsichtbar, auch für dabeistehende Zeugen. Was ist mit den Videos? Wieso werden sie nicht veröffentlicht? "Dann konnte die Behörde nicht mehr sagen, woher genau die Information überhaupt stammte", schreibt J. Fritz. - Das Ganze ist eine Farce an Heimlichtuerei! Im Sinne des Opfers ist das nicht. Wer wird hier geschützt?

Andreas Walter

10. Januar 2019 19:57

@Franz Bettinger

Schlagring kann man glaube ich ausschliessen. Die längliche Platzwunde passt von der Länge und Position eher perfekt zu einem gefederten, kurzen Totschläger, der ihm von hinten oder schräg hinten über den Schädel gezogen wurde (wahrscheinlich von einem Linkshänder). Umgekehrt sind die Verletzungen an Kinn, Nase und Brille so gering beziehungsweise überhaupt nicht existent, weshalb ich mich lediglich in einem Punkt korrigiere. Nämlich dem Zeitpunkt des Eintritts der Bewusstlosigkeit. Brille ist noch vor dem Aufschlag auf den Boden durch den Schlag auf den Kopf selbst weggeflogen, das Hämatom rund um das rechte Auge stammt vom Sturz und Aufschlag (oder dann von einem Tritt). Völlig ungebremst auf das Gesicht gefallen hätte nämlich weitaus mehr Schäden dort verursacht. Magnitz hätte aber geradezu ein Salto schlagen müssen, um sich oben am Kopf überhaupt eine derartige Platzwunde zuzuziehen. Woher dann aber auch noch das Hämatom rund um das rechte Auge?

Wenn aber alles laut Staatsanwaltschaft doch so eindeutig ist, dann soll sie den Film einfach veröffentlichen und die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifikation der Täter bitten, die doch eh "nur ein bisschen geschubst haben" und er dann fürchterlich unglücklich gestürzt ist.

Hahaha, oder gab es womöglich sogar gar keine Täter und hat Magnitz das alles nur geträumt, oder haben seine Kollegen der AfD nach seinem Auffinden das alles nur vermutet? Wo ist denn jetzt dann dazu der "Video-Beweiss", aus dem man doch im Fall Chemnitz sogar eine Staatsaffäre gemacht hat?

Eine Möglichkeit gibt es aber noch. Er ist mit gesenktem Kopf erst gegen die Kante einer Wand geprallt und danach auf die rechte Gesichtshälfte gefallen. Hahaha, also nach dem er gestolpert ist mit den Händen ganz tief in den Taschen (seinen Eigenen). So ähnlich also wie bei WTC7.

Oder weil es womöglich glatt war? Eisglätte? Ganz dünnes Eis? Wir bitten die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise? Gab es diesen Aufruf schon? In der Presse? Nicht nur jede Tat hinterlässt nämlich Spuren, sondern auch jede Ermittlung. Schon verwunderlich, wie viele Deutsche immer noch glauben oder gerne so tun, als ob es hier keinen Staatsterror geben könnte. Ausgerechnet in dem Land, in dem auch schon Adolf und Honecker gewütet haben, die Gestapo und die Stasi.

Franz Bettinger

11. Januar 2019 23:24

@Fall Magnitz:
Das Tat-Video liegt nun vor. Man erkennt ganz klar (!) die Tatwaffe, ein helles kurzes Kantholz oder einen Schlegel in der linken Hand. Der Täter dürfte Linkshänder sein. Die Kopfverletzung rührt von der Schlagwaffe her, nicht vom Sturz und Aufprall auf den Boden. Hier zwei Screenshots, die die bewaffnete linke Hand des Täters zeigen: Nein, die lassen sich hir leider nicht einstellen. Wieso z.B. auf Cicero in Kommentaren behauptet wird, eine Waffe sei im Video nicht zu sehen gewesen, ist mir schleierhaft. Sie ist klar zu sehen!

Andreas Walter

12. Januar 2019 02:34

Letzte Korrektur meiner ersten Videoanalyse (falls sie veröffentlicht wird):

Einen kurzen Moment habe ich es auch gedacht, doch auch andere haben diesen Eindruck bereits mehrfach in Kommentaren bestätigt. Einer der Täter könnte eine Frau sein, nämlich der, der zum Schluss die Tatwaffe (wieder?) an sich nimmt. Ergibt nämlich auch Sinn. Bei einer zufälligen Polizeikontrolle einer Frau wird man ihr so einen Gegenstand der auch zur Selbstverteidigung geeignet ist eher durchgehen lassen als einem grossen Mann (zumindest noch vor der Tat und bis zur Analyse durch die Polizei, das Volk und/oder Mediziner, um was für eine Tatwaffe/Verwundung es sich bei Magnitz womöglich handelt). Vor allem aber während der Zeit, in der man in der Nähe des Tatorts bereits rumlungert, um das Opfer abzupassen.

Mehr werde ich dazu jetzt aber nicht mehr schreiben, oder über Schläge wie auch beim Thaiboxen spekulieren. Obwohl 1.000 Augen anscheinend wirklich mehr sehen als 2, 3 oder 4 Polizisten. Die Übereinstimmung der ersten Eindrücke vieler Kommentatoren ist nämlich erstaunlich. Mal sehen, ob's was bringt.

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