Sezession
6. Januar 2019

Sonntagsheld (91) – Gottes Werk und Teufels Beitrag

Till-Lucas Wessels / 25 Kommentare

Querschüsse aus dem moralischen Narrensaum

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

  • Sezession

Zwei Ereignisse dominierten die politischen Nachrichten der Woche, beide haben sie irgendwie mit uns zu tun und irgendwie nicht. Da war zum ersten der Angriff auf ein Wahlkreisbüro der AfD in Döbeln, durchgeführt nach heute schon fast archaischen Standards: Ein Sprengsatz bei Nacht – Großer Knall, große Wirkung.

Zum zweiten war da der Datenleak, der auf dem Twitteraccount eines selbsternannten "G0d" veröffentlich wurde, einmal mitten ins politisch-mediale Establishment plautzte und seitdem die Schlagzeilen bestimmt. Auch hier: Großer Knall, große Wirkung, allerdings etwas zeitversetzt, denn ein Großteil der Veröffentlichungen stammte aus dem vergangenen Jahr, oder war inhaltlich noch älter.

Die zwei Angriffe haben, so unterschiedlich sie auch sein mögen, eines gemeinsam: Sie stammen aus den chaotischen Submilieus der jeweiligen politischen Lager. Allerdings: Einer von ihnen tut definitiv mehr weh als der andere.

Wer die Nachrichten-Hektik, die empörten Verurteilungen und das hysterische Aufgrunzen nach den nächsten Regulationsgesetzen in Politik und Feuilleton einmal tief einatmet merkt: Sie haben Angst. Ja, sie haben sogar richtig Schiß.

Die Bigotterie in diesem Gezeter, das aus dem Mund von Menschen kommt, die (auch was den Schmuddelkram angeht) qualitativ deckungsgleiche Veröffentlichungen aus AfD-Chats, Fotos von Alexander Gauland in Badehose, oder die vermeintliche Überwachung der Familie Höcke durch das Zentrum für politische Schönheit noch hämisch belächelten, brauche ich nicht groß auszuschmücken, sie tritt immer evidenter zutage.

Jetzt hat einer den Spieß mal umgedreht und die Erkenntnis, die wir aus der ganzen Sache gewinnen müssen, ist tatsächlich so interessant wie schrecklich: Die Sensationsräder der Spektakelgesellschaft drehen inzwischen so schnell durch, daß Vetternwirtschaft, Korruption, oder rücksichtsloser Lobbyismus einfach nicht mehr skandalös genug sind, um ernsthaft darüber zu stolpern, ja nicht einmal um diesen Leuten einen Schrecken einzujagen.

Es muß schon die höchstpersönliche Leiche im Keller, oder die Schweinerei aus dem Schlafzimmer (wahlweise dem eigenen, oder einem fremden) sein, an der sich die Leute verschlucken. Erst in so einem Moment scheinen manche wirklich zu bemerken, wieviel Integrität die Menschen, die die Geschicke unseres Landes auf den Spendengalas der Republik verhandeln und längst zu "Promis" geworden sind, schon verloren haben.

Am Ende konnte es vielleicht auch gar nicht anders laufen. Mit ihren Twitter-Profilen und Instagram-Stories, in ihrer Kumpanei mit den Böhmermanns, Grönemeyers und Bonos der Welt haben sie ihre politische Souveränität den Gesetzen des Sensations-Marktes unterworfen, welche jetzt über den einen oder anderen ihren ganz privaten Urteilsspruch gefällt haben.

Gewinnen können am Ende wohl nur die, die nicht zur Gala eingeladen worden sind. Wir wissen: Sie hätten ohnehin keine Zeit, denn sie fegen gerade mit den eigenen Händen die Scherben in ihren Wahllokalen oder Wohnzimmern zusammen und lächeln dabei in sich hinein.

Das letzte Glas des schon schalen Neujahrs-Schampus helfe ich mir daher aufs Wohl des bösen Stöberers hinter, der auch nichts anderes machte, als das was unsere Feinde uns täglich auf den Hals wünschen. Prosit Neujahr!


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

  • Sezession

Kommentare (25)

Lotta Vorbeck
6. Januar 2019 23:25

Prosit Neujahr, Herr Wessels!

LotNemez
7. Januar 2019 01:37

Jup. Sie haben richtig Schiß. Und nach Schiß kommt Panik. Und wenn welche Panik haben, können die ziemlich durchdrehen. Deswegen sollte unser Panikorchester die Fanfaren nicht zu dolle staccato spielen. Wenn es auch in den Fingern juckt, immer schön crescendo (anschwellend). Symmetrische Kriegsführung a la Bombenanschläge auf Grünenbüros sind selbstredend zu vermeiden. Bei sowas müsste ich auch nicht schauspielern, um Betroffenheit zu zeigen und ich bin stolz, Teil einer Bewegung zu sein, die solch ehrlose Aktionen nicht nötig hat und wo Leute, die zu derlei fähig sind, im Gegensatz zum großen linken Täterkreis wirklich die absolute Ausnahme bleiben. Haha! So geht Gratismut! Deswegen hat der unbekannte Datenguerillero trotzdem den Titel verdient. In diesem Sinne: Frieden schaffen ohne Waffen.

RMH
7. Januar 2019 08:01

Was kam denn bei diesem groß als Ablenkungsmanöver inszeniertem "Leak" groß heraus?

Was man bislang erfahren hat, offenbar im wesentlichen nur ein paar (zum großen Teil) veraltete Adressen und Telefonnummern. Über das Veröffentlichen von so was reiben sich doch allenfalls ein paar pi-ler die Hände, da sie ja auch denken, wenn sie mal ne E-Mail Adresse von irgendjemanden an einen Beitrag klatschen, würden sie Wunder was für einen Sturm der Sch… evozieren, womit sie real aber die Stange im allgemeinen Niveau-Limbo gleich wieder deutlich nach unten setzen, egal, wie gut oder richtig der Beitrag weiter oben war.

Aber egal. Der Vergleich mit den leaks zur AfD zeigt doch recht deutlich den Unterschied. Diese müssen ob der real existierenden Antifa und anderer, auch durch Mainstreampolitiker inspirierte Kreise, tatsächlich mit Konsequenzen rechnen, wenn ihre Daten veröffentlich werden. Die jetzt Betroffenen gackern darüber ein bisschen, lassen sich pro forma ne neue Geheimnummer geben und weiter geht's wie bisher.

Übrigens durften genau aufgrund dieser Erfahrungen die AfD und ähnliche Kreise bereits seit längerem erhebliche Investitionen in ihre IT-Sicherheit, der Abwehr von DDOS-Angriffen etc. machen. Kein Wunder, dass sie jetzt von den "neuen" leaks nun auch weniger bis gar nicht betroffen waren.

PS: Evtl. finden sich unter den "Leaks" ja ein paar echte Treffer - aber um das auszuwerten, fehlt der "Rechten" ohnehin jegliche Manpower, sowohl was das Thema Auswertung und Recherche, als auch das Thema Verbreitungskanäle der gefundenen Ergebnisse betrifft. Insofern können die jetzt von den leaks Betroffenen ganz ruhig weiter schlafen.

HomoFaber
7. Januar 2019 13:04

@RMA

https://www.journalistenwatch.com/2019/01/07/hackerangriff-anonymous-csu/

Andreas Walter
7. Januar 2019 18:25

Immer wieder amüsant:

https://www.focus.de/politik/deutschland/nach-hacker-attacke-auf-abgeordnete-experte-warnt-bsi-und-politik-cyberangriff-zeigt-wie-leicht-deutsche-demokratie-erpressbar-ist_id_10151945.html

https://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/nationalsozialismus/volksdroge-pervitin-wie-im-rausch-eroberte-die-wehrmacht-polen_id_10101532.html

Ach wie gut das niemand weiß, warum ich Coca-Cola heiß. Jemand soll ja mal Proben aus den Abwässern des Bundestags entnommen haben, um daraus Rückschlüsse auf den Drogenkonsum der Abgeordneten zu ziehen. Weiß aber nicht, ob das nur eine Legende ist, oder die Wahrheit.

Elvis Pressluft
7. Januar 2019 18:27

"Sie haben Angst. Ja, sie haben sogar richtig Schiß." - Nun ja?! Das subjektive Sicherheitsgefühl in gewissen Zirkeln scheint ein wenig beeinträchtigt, wenngleich alle Statistiken das Gegenteil beweisen. Aber dem Angstbürger ist eben nicht zu helfen ...

Durendal
7. Januar 2019 22:02

Die andere Seite hat keinesfalls Angst sondern eskaliert weiter. Die bevorstehende Verfolgung der AfD durch die Inlandsgeheimdienste, Sprengstoffanschläge und gezielte Angriffe auf Menschen (heute wurde Frank Magnitz von der AfD Bremen durch mehrere Angreifer verletzt) wirken auf mich nicht wie Anzeichen für eine bevorstehende Rückkehr zu einer zivilisierten Debatte.

Waldgaenger aus Schwaben
8. Januar 2019 09:57

@Durendal
der Angriff auf Frank Magnitz ist wohl als versuchter Mord zu sehen.
Frank Magnitz wurde von drei Angreifern mit Kanthölzern auf den Kopf geschlagen und dann als er am Boden lag gegen den Kopf getreten. Das Eingreifen eines Bauarbeiters, der die Täter verjagte, rettete ihm vermutlich das Leben.

Und Cem Özdemir stellt Täter und Opfer auf eine Stufe:
"Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen. "

https://twitter.com/cem_oezdemir/status/1082415700109598721

Ich muss an mich halten, nicht raus zu schreien was ich denke!
Nur so viel:
Wenn die Gegenseite meint statt mit Argumenten mit Gewalt zu kämpfen, dann sollte sie wissen, dass sie am Ende verlieren wird.
Wir sind mehr, wir haben die größeren Resourcen und wir haben die staatlichen Organe der Exekutive der unteren und mittleren Ebene tendenziell auf unserer Seite.

Disclaimer:
Alles im Rahmen des Rechtsstaats natürlich. Der vorstehende Text beinhaltet keine Aufforderung Straftaten zu begehen oder billigt Straftaten.

Hesperiolus
8. Januar 2019 11:21

Von Sotscheck direkt zu Magnitz:
Der Schreibtischtäter und Inspirator schreibt hier:
http://www.taz.de/Debatte-Mit-Rechten-reden/!5555657/
Bei Tichy wurde es schon aufgegriffen.
Getreu der Devise, mit Rechten sei nicht zu reden, sie sind " zu verstümmeln". In den Worten eines "43"ers: "We`re here to maim"!

Alex Schleyer
8. Januar 2019 16:36

Beim koprophilen Spiegel-Schreiberling werden immerhin nicht nur die Leser beschissen...

Andreas Walter
8. Januar 2019 18:57

Da will wohl jemand eskalieren.

Ist also entweder die Tat von strategisch vorgehenden Verbrechern, oder von ausgesprochenen Vollidioten.

Darum wünsche ich Herrn Magnitz jetzt erstmal nur baldige und vollständige Genesung und gebe ihm den Tip, sofort wieder auf's Pferd zu steigen sobald der Schädel nicht mehr brummt. Bolsonaro wollten sie auch töten, jetzt ist er Präsident von Brasilien.

Elvis Pressluft
8. Januar 2019 19:18

Eine der linken Pro-forma-Distanzierungen zum Mordversuch an Magnitz will wissen, die Tat sei „barbarisch“. Auch das dient der Verschleierung. Linksextremistische Gewalttäter handeln durchweg hoch konspirativ und auf ihre Weise auch kontextuell höchst intelligent (nicht zuletzt vertrauen sie völlig zu Recht auf ein stillschweigendes – manchmal sogar offenes – Einvernehmen mit, naja, „gewissen Teilen“ der Staatsmacht). Daß man diese Personen nur selten ermittelt, noch seltener zur Verantwortung zieht, hat ein Bündel an Gründen und Ursachen. „Barbaren“ würden Spuren hinterlassen, auch offline mit ihren Taten herumprahlen usw. Die mörderische „Anti“fa weiß, was sie will und wie sie es erreicht.

Venator
9. Januar 2019 00:48

Besonders aufschlußreich bei dem Thema, auch wieder die Kommentarspalte bei spon. Viele können ihren klaren Vernichtungswillen, kaum noch unterdrücken. Die klammheimliche Freude, die linken Verschwörungstheorien ( wer weiß, ob das nicht die afd selbst war) und natürlich das obligatorische: ich bin ja eigentlich gegen Gewalt....ABER.... Man muß es ganz klar sagen, hierzulande gibt es wieder eine große Anzahl von Menschen, die "Staatsfeinde" gerne in ein Lager stecken würden, damit sie sich dort mal konzentrieren können. Das wird noch ziemlich ungemütlich werden, in den nächsten 10 Jahren.

Andreas Walter
9. Januar 2019 02:08

Die Polizei spricht jetzt davon, dass kein grösserer Schlaggegenstand auf einem Video einer Überwachungskamera zu sehen sei:

https://www.n-tv.de/politik/Video-zeigt-Angriff-auf-AfD-Politiker-Magnitz-article20802418.html

Aus dem Grund würde ich mich mal nach einem Totschläger umsehen, auch als Fischtöter oder Priest bekannt. Eine sehr kompakte aber trotzdem überaus gefährliche Schlagwaffe, eigentlich aber ein Werkzeug von Fischern und Anglern. Kantholz war darum wohl nur die erste Vermutung der Polizei, weil so etwas in der Nähe des Tatorts rumgelegen haben könnte.

Ein Video aber ist auch schon mal gut, selbst wenn darauf die Gesichter (wahrscheinlich) nicht zu erkennen sind. Dafür aber Kleidung, Statur, Haltung und Bewegungsmuster. Die Polizei kennt ja ihre Pappenheimer. Bei Dreien genügt da schon der leiseste Verdacht und dann wird's eng.

t.gygax
9. Januar 2019 09:21

Andreas Walter @
Da wird überhaupt nichts eng. Die Polizei wird von höchster Stelle diskret angewiesen, und es wird nie jemand gefasst werden, und wenn, dann bloß, um das unmündige Volk abzulenken.
Die Schläger wissen genau, dass sie letzendlich die herrschenden Kreise hinter sich haben, also whatever about it?
In jedem anderen Land würden sich Bürgerwehren bilden, die Leute würden sich selbst bewaffnen...bei uns: verzweifelter, geradezu kindlich anmutender Glaube an Staat/Regierung/Polizei.

Lotta Vorbeck
9. Januar 2019 09:29

@Venator - 9. Januar 2019 - 00:48 AM

"... Man muß es ganz klar sagen, hierzulande gibt es wieder eine große Anzahl von Menschen, die "Staatsfeinde" gerne in ein Lager stecken würden, damit sie sich dort mal konzentrieren können. Das wird noch ziemlich ungemütlich werden, in den nächsten 10 Jahren."

________________________________________________

In 10 Jahren werden die, die heute noch am liebsten angebliche Staatsfeinde gern in Lagern sähen, gänzlich andere Probleme haben. Den Steuereintreiber-Umverteiler-Staat, der ihnen ein komfortabel, leistungsloses Dasein auf Kosten der sogenannten, bis dahin just ausgemolkenen Allgemeinheit ermöglicht, wird's dann nämlich schlicht nicht mehr geben.

Breckert
9. Januar 2019 11:51

"Da will wohl jemand eskalieren.

Ist also entweder die Tat von strategisch vorgehenden Verbrechern, oder von ausgesprochenen Vollidioten."

Das sehe ich auch so.
Wobei der Hund ja Flöhe und Läuse gleichzeitig haben kann.
Die sogenannte Migrationskrise, die Entkernung Deutschlands von Industrie und Nationalbewußtsein und die Wendekanzlerin sind zu offensichtlich, als das man die Zusammenhänge mit dem Wort "Verschwörungstheorie" vom Tisch wischen kann.
An dessen Benutzung kann man ohnehin nur noch Absolventen deutscher Journalistenschulen erkennen.

Wenn aber andernwärts Arbeitsgruppen in vieltausendfacher Stärke in Vollzeitbeschäftigung darüber nachdenken, wie man unsere Nation und letztendlich ganz Europa unregierbar machen kann, wird man sich dort sicher auch auf die paar Idioten besinnen, die es in jedem Land gibt und die leicht gegen deren eigene Leute mobilisiert werden können.

Das Prinzip ist ja nicht auf Deutschland beschränkt.
Aus meiner Sicht fallen die angeblichen Proteste in Ungarn genauso darunter wie die in Polen.
In der Schweiz gibts auch starke Bestrebungen einer Minderheit, den Bürger dort zu entwaffnen und in die EU zu drängen.
Unter Verzicht des eigenem, über Generationen selbst erarbeiteten Wohlstandes und der politischen Mündigkeit sowie einer stabilen und weitestgehend friedlichen Gesellschaft..

Wer sagt uns, daß, wenn die Sache in Deutschland zu einem Bürgerkrieg mit auf Generationen unversöhnlichen Parteien führen wird, das nicht genau der Plan ist, den man sich für uns ausgedacht hat?

Andreas Walter
9. Januar 2019 16:09

Was für ein Glück, dass manche Menschen so unfassbar dumm sind:

https://www.tagesspiegel.de/politik/angriff-auf-afd-politiker-magnitz-staatsanwalt-verletzungen-allein-dem-sturz-geschuldet/23843364.html

Niemand fällt ohne seine Arme und Hände schützend vor das Gesicht zu halten zu Boden. Um diesen natürlichen Reflex auszuschalten muss ein Mensch nämlich entweder mit beiden Händen auf dem Rücken gefesselt oder bereits beim Fall bewusstlos gewesen sein. Aus dem gleichen Grund ist es übrigens auch so gut wie ausgeschlossen, dass der Angreifer mit seinen beiden Armen beim Fall die von Magnitz eventuell festgehalten hat.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frank Passade ist darum entweder dumm, oder ein dummer Lügner.

Valjean72
9. Januar 2019 16:12

@Breckert:
"Wer sagt uns, daß, wenn die Sache in Deutschland zu einem Bürgerkrieg mit auf Generationen unversöhnlichen Parteien führen wird, das nicht genau der Plan ist, den man sich für uns ausgedacht hat?"
---

Ich halte dies für möglich.

Unter dieser Annahme würden die gegensätzlichen Lager gezielt mit für sie bestimmtem Nachrichten (Ereignissen) mit gehörigem und zunehmend gesteigertem Echauffierungspotential gefüttert, um die Gemüter immer weiter zu erhitzen und gegeneinander aufbringen zu lassen. Stichwort: "Strategie der Spannung"

Franz Bettinger
10. Januar 2019 05:38

@Andreas Walter
Das Verletzungs-Muster bei Frank Magnitz ist typisch und wegweisend. Es handelt sich um multiple Verletzungen an verschiedenen Stellen (Kopfschwarte, Auge, Jochbein und weitere Körperteile). Zentrale Lokalisation, Ausdehnung und Art der schweren Verletzung der Kopfschwarte ist nur durch stumpfe Gewalteinwirkung erklärbar, keinesfalls durch einen Faustschlag oder bloßen zu Bodenfallen eines bewusstlosen Menschen (z.B. nach Faustschlag). Die tiefe und lange Platzwunde der Kopfhaut muss durch einen harten Gegenstand erfolgt sein, z.B. einen Schlagring, Schlagstock oder Fischtöter. Ein Stein oder ein Kantholz käme auch in Frage. Dies muss jedem auch nur entfernt mit Forensik beschäftigten Arzt (auch jedem erfahrenen Kriminalbeamten) auf Anhieb ersichtlich sein (pattern recognition). Die kursierenden Falschmeldungen deuten auf eine gezielte Verschleierung durch die Bremer Polizei, die Staatsanwaltschaft bzw. die weisungsbefugte Politiker hin.

Franz Bettinger
10. Januar 2019 10:49

@Ergänzend noch zum Fall Frank Magnitz:
Es gibt keinen vorstellbaren, einem Sturz entsprechenden Unfall-Mechanismus, der die gezeigten Verletzungen an verschiedenen Stellen des Kopfes erklären könnte. Auge und Jochbein gemeinsam verletzt - wäre erklärbar. Aber weshalb platzt die Haut gleichzeitig gut zehn Zentimeter über der Augenbraue auf der Schädelkalotte auf, einer Stelle, die durch die Konvexität des Schädels bedingt nie gleichzeitig mit dem Jochbein durch ein singuläres Ereignis (wie einen Sturz mit nachfolgendem Aufprall) betroffen werden kann? Ich würde gerne das Video sehen. Warum wird es wohl nicht veröffentlicht ?! Weil es wahrscheinlich für sich spricht! Ja, aber anders als die Verschleierer sich das denken! Wie springt man mit den Ellbogen voraus auf jemanden zu? Mach mir das mal einer vor!

Franz Bettinger
10. Januar 2019 12:23

@Fall Magnitz: Ich muss noch mal nachlegen:
@Jürgen Fritz, dessen Blog ich regelmäßig und meistens gerne lese, mutmaßt im Fall des hinterrücks überfallenen, arglosen Herrn Magnitz für meinen Geschmack etwas zu viel, und er irrt definitiv in seiner Wund-Beurteilung: Die (hauptsächliche) Kopf-Verletzung ist ca. 10 cm lang, und sie zieht sich saggital (also in Längsrichtung, und nicht sternförmig wie beim Aufprall auf den Boden zu erwarten wäre) weit über die gedachte Hutkrempen-Linie hinaus auf die Schädelkalotte hoch. Dies ist in der von J. Fritz veröffentlichten seitlichen Fotographie des Verletzten gut erkennbar. ( https://juergenfritz.com/2019/01/10/magnitz-wunde/ ) Das konvex verteilte Verletzungsmuster spricht nicht für einen Sturz, sondern für einen Schlag auf den Kopf mit schwerem länglichen Gegenstand. Dass auf den Videos keine Schlagwaffe zu sehen ist, beweist nicht, dass es keine gab. Ein Schlagring wirkt meist unsichtbar, auch für dabeistehende Zeugen. Was ist mit den Videos? Wieso werden sie nicht veröffentlicht? "Dann konnte die Behörde nicht mehr sagen, woher genau die Information überhaupt stammte", schreibt J. Fritz. - Das Ganze ist eine Farce an Heimlichtuerei! Im Sinne des Opfers ist das nicht. Wer wird hier geschützt?

Andreas Walter
10. Januar 2019 19:57

@Franz Bettinger

Schlagring kann man glaube ich ausschliessen. Die längliche Platzwunde passt von der Länge und Position eher perfekt zu einem gefederten, kurzen Totschläger, der ihm von hinten oder schräg hinten über den Schädel gezogen wurde (wahrscheinlich von einem Linkshänder). Umgekehrt sind die Verletzungen an Kinn, Nase und Brille so gering beziehungsweise überhaupt nicht existent, weshalb ich mich lediglich in einem Punkt korrigiere. Nämlich dem Zeitpunkt des Eintritts der Bewusstlosigkeit. Brille ist noch vor dem Aufschlag auf den Boden durch den Schlag auf den Kopf selbst weggeflogen, das Hämatom rund um das rechte Auge stammt vom Sturz und Aufschlag (oder dann von einem Tritt). Völlig ungebremst auf das Gesicht gefallen hätte nämlich weitaus mehr Schäden dort verursacht. Magnitz hätte aber geradezu ein Salto schlagen müssen, um sich oben am Kopf überhaupt eine derartige Platzwunde zuzuziehen. Woher dann aber auch noch das Hämatom rund um das rechte Auge?

Wenn aber alles laut Staatsanwaltschaft doch so eindeutig ist, dann soll sie den Film einfach veröffentlichen und die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifikation der Täter bitten, die doch eh "nur ein bisschen geschubst haben" und er dann fürchterlich unglücklich gestürzt ist.

Hahaha, oder gab es womöglich sogar gar keine Täter und hat Magnitz das alles nur geträumt, oder haben seine Kollegen der AfD nach seinem Auffinden das alles nur vermutet? Wo ist denn jetzt dann dazu der "Video-Beweiss", aus dem man doch im Fall Chemnitz sogar eine Staatsaffäre gemacht hat?

Eine Möglichkeit gibt es aber noch. Er ist mit gesenktem Kopf erst gegen die Kante einer Wand geprallt und danach auf die rechte Gesichtshälfte gefallen. Hahaha, also nach dem er gestolpert ist mit den Händen ganz tief in den Taschen (seinen Eigenen). So ähnlich also wie bei WTC7.

Oder weil es womöglich glatt war? Eisglätte? Ganz dünnes Eis? Wir bitten die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise? Gab es diesen Aufruf schon? In der Presse? Nicht nur jede Tat hinterlässt nämlich Spuren, sondern auch jede Ermittlung. Schon verwunderlich, wie viele Deutsche immer noch glauben oder gerne so tun, als ob es hier keinen Staatsterror geben könnte. Ausgerechnet in dem Land, in dem auch schon Adolf und Honecker gewütet haben, die Gestapo und die Stasi.

Franz Bettinger
11. Januar 2019 23:24

@Fall Magnitz:
Das Tat-Video liegt nun vor. Man erkennt ganz klar (!) die Tatwaffe, ein helles kurzes Kantholz oder einen Schlegel in der linken Hand. Der Täter dürfte Linkshänder sein. Die Kopfverletzung rührt von der Schlagwaffe her, nicht vom Sturz und Aufprall auf den Boden. Hier zwei Screenshots, die die bewaffnete linke Hand des Täters zeigen: Nein, die lassen sich hir leider nicht einstellen. Wieso z.B. auf Cicero in Kommentaren behauptet wird, eine Waffe sei im Video nicht zu sehen gewesen, ist mir schleierhaft. Sie ist klar zu sehen!

Andreas Walter
12. Januar 2019 02:34

Letzte Korrektur meiner ersten Videoanalyse (falls sie veröffentlicht wird):

Einen kurzen Moment habe ich es auch gedacht, doch auch andere haben diesen Eindruck bereits mehrfach in Kommentaren bestätigt. Einer der Täter könnte eine Frau sein, nämlich der, der zum Schluss die Tatwaffe (wieder?) an sich nimmt. Ergibt nämlich auch Sinn. Bei einer zufälligen Polizeikontrolle einer Frau wird man ihr so einen Gegenstand der auch zur Selbstverteidigung geeignet ist eher durchgehen lassen als einem grossen Mann (zumindest noch vor der Tat und bis zur Analyse durch die Polizei, das Volk und/oder Mediziner, um was für eine Tatwaffe/Verwundung es sich bei Magnitz womöglich handelt). Vor allem aber während der Zeit, in der man in der Nähe des Tatorts bereits rumlungert, um das Opfer abzupassen.

Mehr werde ich dazu jetzt aber nicht mehr schreiben, oder über Schläge wie auch beim Thaiboxen spekulieren. Obwohl 1.000 Augen anscheinend wirklich mehr sehen als 2, 3 oder 4 Polizisten. Die Übereinstimmung der ersten Eindrücke vieler Kommentatoren ist nämlich erstaunlich. Mal sehen, ob's was bringt.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.