Sezession
10. Januar 2019

Das war’s. Diesmal mit Blondinenwitzen …

Ellen Kositza / 13 Kommentare

... notwendiger Gewalt gegen Rechts und Per Leo.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

8. Januar

Kind: „Manchmal krieg ich im Unterricht echt Zahnschmerzen, weil ich so fest zusammenbeißen muß!“

Was war los?

„Herr T. [Sozialkundelehrer, EK] hat zum Thema zivilgesellschaftliches Engagement gesagt, daß Gewalt eigentlich gar nicht gehe. Allerdings sei im Kampf gegen Rechts jedes Mittel legitim und, Zitat, ehrenwert.“  Wir stocken, staunen, überlegen. „Vor der Causa Magnitz oder danach?“ – „Vor.“

Naja, macht das überhaupt einen Unterschied?

Anderes Kind: „Hat er wirklich ‚rechts´ gesagt, und ‚ehrenwert´?“  - „Ja.“- „Na, dann stell dich hin. Und sag: Ich bin rechts. Schlagen Sie zu, wenn Sie ein Ehrenmann gemäß Ihrer Definition sind.“

Ich nehme dem anderen Kind ab, daß es genau das getan hätte.

-- -- --

9. Januar

Ich habe vermutlich schon mal erzählt, daß unsere Kinder gewisse Eigenheiten aufweisen, bei deren Zutagetreten wir uns mit erhobener Augenbraue anschauen und uns gegenseitig zuzischen: „Your blood!“

Daß wir gelegentlich englisch reden, rührt noch aus Zeiten, in denen unsere Kinder diese Sprache noch nicht besser beherrschten als wir. „Your blood!“ hieß dann: Herrje,  d a s sind definitiv D e i n e Gene!“

Wenn ein Kind sehr gern Witze erzählt (und sich überhaupt solche in Vielzahl merken kann), ist das entschieden h i s blood. Ich hingegen kann mit konventionellen Witzen selten was anfangen.

Tochter heute: „Was passiert, wenn eine Schwarzhaarige gegen die Wand läuft? Die Wand kippt um - der Klügere gibt nach!“

Oh. Hahaha. Was soll daran jetzt witzig sein?

Kleine Tochter: „Naja…. Die Mama hat gesagt, wer Blondinenwitze macht, schneidet sich ins eigene Fleisch. Deshalb kann man das doch einfach umändern?“

Ja, wahnsinnig toll – fand nur Kubitschek. Hinterher habe ich entdeckt, daß es auf wikipedia einen eigenen, politisch korrekten Eintrag „Blondhaarigenstereotype“ gibt. Da hab ich nachgelacht - ob das noch gilt?

-- -- --

10. Januar

Ich hätte nicht gedacht, daß d a s zu einer Kontroverse führt! Seit kurzem gucke ich mit den Kindern die Tagesschau. Dahinter stehen keine komplizierten pädagogischen Überlegungen.

Gut. Wir sind aus Überzeugung & Tradition ein fernsehfreier Haushalt. Bei Kubitschek hat das seit 48 Jahren Tradition, bei mir seit 45.

Ich bin ein wenig radiosüchtig, wohingegen Kubitschek ausschließlich auf Bücher und Audiobooks setzt.

Seit ein paar Wochen also wird Tagesschau geguckt, und es ist toll. Die Kinder reißen an manchen Stellen die Augen auf und machen an anderen sarkastische Bemerkungen, und hinterher wird meist kurz diskutiert, der Atlas oder das Geschichtsbuch aufgeschlagen.

Sowohl die mittlerweile außerhäusigen Kinder als auch Kubitschek sind skeptisch. Sie sagen: „Indoktrinat!“, ich: „Den Tiger reiten!“

Heute saß ich mit den Kleinen „eine Minute vor um“, wie man hierzulande sagt vor dem Laptop. Es lief noch ein allerletzter Werbeclip. Es ging über Durchfall und Blähungen. Ein Mann sprach (klar, aus Werbegründen) ganz offen über seine Eingeweide und entsprechende Probleme. Kubitschek lief gerade durch die Küche, schaute kurz hin und wieherte los: „Nein! Der Leo!! Daß der Per Leo sich für so was hergibt!! Göttlich… Zum Schießen!“

Ich stutzte kurz. Aber ich glaube: Das ist wirklich „mit Rechten reden“-Per Leo! Sachen gibt's! Muß wohl.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.


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Kommentare (13)

Caroline Sommerfeld
10. Januar 2019 11:46

Kind kam gestern mit einem Arbeitsblatt aus dem Fach "Persönlichkeitsbildung" heim. Es ging um "Geschlechterstereotypen". Erstmal Korrektur: das heißt "Stereotype", auch wenn's um "Typen" und Tussis geht. Kind:"Also, nach der fünften Stunde zu diesem Thema hab ich's satt. Da zeigen immer noch Kinder auf und sagen: 'Aber das stimmt doch gar nicht, ich hab nie mit Puppen gespielt'. Ja, ich glaub, weil die das nicht checken, was ein Stereotyp ist, ist das dann auch leicht, daß sie alle glauben sollen, wenn wir die Stereotype abschaffen, sind die Geschlechter gleich." Kind schaut gern YouTuber, die Netzfeministinnen verbal verhackstücken, also kann ihm diese Lektion Persönlichkeitsbildung nichts anhaben. "Was denn nun? Da steht 'Damit keine Vorurteile entwickelt werden, bemühen sich etwa immer mehr Mütter und Väter zu zeigen, dass Mädchen nicht immer lieb und brav sein müssen und Jungen auch ruhig Gefühle zeigen dürfen.' Oh Mann, klar, heute wollen sie, daß a l l e brav sind und 'sozial' und so, und dafür, daß Jungen männlich sind und nicht heulen, dafür sorgen schon die anderen Buben!" Ich sagte es bereits: das Arbeitsblatt schadet ihm nicht.

Gustav Grambauer
10. Januar 2019 12:20

Na, wenn das Per Leo ist, dann ist hier Konstantin Wecker als Schweizer verkleidet (wo ist die Regenbogen-Mala?):

https://www.youtube.com/watch?v=kkaPgQcP2Rw

Die Masche ist dieselbe. Wir sollen immer noch aufgeknackt werden, "gelockert" werden. Der erste Schritt hin zur Ausrottung einer Kultur der Diskretion ist, die Leute dazu zu bringen, mit jedem über alles zu reden. Nach den jahrzehntelangen Dulcolax-Frauen (bisher Pharmareferenten-Lektion Nr. 1: "Frauen sind die Health-Managerinnen der Familien") jetzt also ein Mann, "Christoph", als Ich-rede-über-alles-Animateur. Ich wette: die fühlen sich mit dem Spot als epochale Revolutionäre!

In der Schweiz mit ihrer notorischen Adhärenz / Non-Compilance

https://de.wikipedia.org/wiki/Compliance

zu den Lockerungsbemühungen seit 68 gibt es noch viel mehr aufzuknacken, zeitweise war der ganze Kanton Zürich hiermit zugeknallt:

https://www.google.com/search?client=safari&rls=en&biw=1416&bih=850&tbm=isch&sa=1&ei=6Rw3XOvCNpHurgTPupS4BA&q=wie+geht%60s+dir+kampagne&oq=wie+geht%60s+dir+kampagne&gs_l=img.3...5928.7485..7812...0.0..0.95.685.9......0....1..gws-wiz-img.4F1W3FddXBo

https://www.wie-gehts-dir.ch/de/

Auch hiervon wurde kein Bahnsteig, kein Bushhaltehäuschen und kein freier Quadratzentimeter in der S-Bahn verschont - letzlich geht`s hier sehr um`s Geld, und für den, der da ran will, ist der allererste Schritt das Lockern der Zunge:

https://www.cler.ch/de/bank-cler/uber-uns/unsere-kampagne/

Siehe:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=xWETg-K5ZBY

- G. G.

Heinrich Loewe
10. Januar 2019 13:28

„…radiosüchtig…“
Seit Kindesbeinen war ich leidenschaftlicher Radiohörer.
Der Vater briet samstags die Schnitzel zu den Shantys auf’m Deutschlandfunk, die Schürze hat er heute noch.
Ich höre seine Stimme, der Philosoph - Bruder meiner Mutter im Interview: „…außer Ernst Bloch nur noch Martin Heidegger…“
Radio Luxemburg in der 70ern, im 49m Band, vom Klang schlimmer als durch den Telefonhörer; Desiree Nosbusch als Teenie-Star; Werner Reincke auf dem Hessischen auch bloß auf Mittelwelle; die Bundesliga-Konferenz mit all den Größen, die dann im Fernsehen Karriere gemacht haben; Thomas Gottschalk, Pop nach 8…
Legende über Legende.
Dann nochmal zur Wende, DT 64, die große Anarchie, jeder Redakteur durfte seine eigentlichen Steckenpferde ventilieren.
Selbst noch zu Kanzler Schröders Zeiten: Morgeninterview mit Dirk Müller, Jürgen Liminski usw.
Die große Gleichschaltung entwickelte sich erst in der Ära Merkel.
Heute ertrage ich nur noch den Kultursender; solange, bis der Moderator anfängt zu missionieren, man kann drauf warten, ich schalte konsequent ab.
Kubischek, guter Mann.

starhemberg
10. Januar 2019 15:45

Treffender Spot vom Herrn Leo - "Bauchkrämpfe, Blähungen und immer mal wieder (geistigen) Durchfall". Tja, so ergeht es den Linken heutzutage. Ob dagegen wirklich ein Pflaster nutzt, sei dahingestellt. Mir scheint, sie setzen eher auf Pflastersteine.

Lotta Vorbeck
10. Januar 2019 18:50

@Heinrich Loewe - 10. Januar 2019 - 01:28 PM

„…radiosüchtig…“
Seit Kindesbeinen war ich leidenschaftlicher Radiohörer.
Der Vater briet samstags die Schnitzel zu den Shantys auf’m Deutschlandfunk, die Schürze hat er heute noch.
...
Radio Luxemburg in der 70ern, im 49m Band, vom Klang schlimmer als durch den Telefonhörer; Desiree Nosbusch als Teenie-Star; Werner Reincke auf dem Hessischen auch bloß auf Mittelwelle; die Bundesliga-Konferenz mit all den Größen, die dann im Fernsehen Karriere gemacht haben; Thomas Gottschalk, Pop nach 8…
Legende über Legende. ..."

________________________________

Damals ebenfalls auf Mittelwelle: "RIAS Berlin - eine freie Stimme der freien Welt" - sofort identifizierbar an der ganz speziellen Klangfarbe der Sprachbeiträge ... Nachrichten mit Hans-Joachim Kadenbach oder Sabine Schmölling Strupsberg ... immer sonnabends vormittags ab 09:00 Uhr "Wochenend' und Sonnenschein" ... am späten Sonnabendnachmittag "Damals war's - Geschichten aus dem alten Berlin" [http://www.damals-wars-geschichten.de/] ... immer sonntagsvormittags, "Das klingende Sonntagsrätsel" mit Hans Rosenthal ... sonntags 12:00 mittags, nach der Freiheitsglocke "Friedrich Luft - Die Stimme der Kritik" ... oder wochentags, zwischendurch das "RIAS-Weltraumtagebuch" mit dem NASA-Mitarbeiter Harro Zimmer [https://www.deutschlandfunkkultur.de/harro-zimmer-war-der-rias-mann-im-mond.1261.de.html?dram:article_id=190710] ... Musiksendungen mit Angabe von ständig wechselnden Deckadressen für Zuschriften "der Hörer aus dem Osten" ... einmal im Monat wochentags die "Sendung des Suchdienstes des DRK" zur Aufklärung von bis dahin noch immer ungeklärten Gefallenen-, Vermißten- und Vertriebenenschicksalen ... ... "Die musikalischen Geburtstagsgrüße" ... unvergeßlich die markanten Stimmen von Lord Knud, Nero Brandenburg, Désirée Persh, Ian McConnachie, Gregor Rottschalk, Dennis King, Konstantin Klein, Uwe Hessenmüller ... wenn im Westen 17. Juni, Ostermontag, oder Himmelfahrtstag war, gab's - mit Rücksicht auf "die Hörer im Osten" die an solchen Tagen zu arbeiten hatten, kein reines Feiertagsprogramm.

RIAS-Berlin, das war klassisches (werbefreies) Radio an dem man sich nie satt hören konnte ...

Teufel
10. Januar 2019 19:27

Ich weiss von Ghandi.
Aber so langsam...
Langsam
Langsam
Immer schneller!

HansCastorp
10. Januar 2019 21:20

Der Sozi-Unterricht wird in Zukunft das Einfallstor schlechthin für die Komplettverblödung der Kinder sein, allein angesichts des Personals, das heute die Uni verlässt und morgen Lehrer wird. Ich würde ja jeden Sozi-Lehrer qua Berufs- und Fächerwahl tendenziell politisch links verorten, aber selbst meine ehemalige Paukerin mit diesem Zuschnitt ließ "Der Zweck heiligt die Mittel" definitiv nicht durchgehen. Das Verbot dieser Art Zweckrationalismus ist ja immerhin auch das Wenigste, was Gegner der herrschenden Verhältnisse von diesem Gemeinwesen noch erwarten dürfen, und sollte den Sonntagsrednern des Rechtsstaats doch mit das Höchste sein.

John Haase
10. Januar 2019 23:00

Hätte nicht gedacht, daß ich so etwas hier mal schreibe: wer Spaß an derben Scherzen hat und wem Schadenfreude nicht fremd ist, der kann ja mal schauen, was im Zuge der Datenleaks vor ein paar Tagen über den in identitären Kreisen geschätzen Rayk Anders ans Licht kam.

Selbst wenn das oben Per Leo wäre - Pfft, Anfänger!

Heininger
11. Januar 2019 07:01

Eine Radioempfehlung in die Runde:

BR Heimat (großartige Internetradio - mit Ausnahme freilich der Kurznachrichten zu jeder vollen Stunde) des Bayerischen Rundfunks.

Wahrheitssucher
11. Januar 2019 13:48

@ Heininger und alle Interessenten!

Stichwort Internetradio, meine Empfehlung: „Radio Swiss Classics“, ausschließlich schöne, ständig hörbare Musik dieses Genres mit angenehmen Ansagen, sonst keinen Wortbeiträgen (!) und eben auch keinen stündlichen Nachrichten...

Laurenz
12. Januar 2019 05:14

Blond sein und blaue Augen sind noch nicht so alt, die blauen Augen bei Erwachsenen, mutmaßlich so ca. 8.000 Jahre alt, stammen aus der Region von Weißrußland. Blondinenwitze sind quasi eine Mißdeutung. Intelligenz ist nicht das Problem, sondern blonde Menschen haben früher als rassische, heute als ethnische Charaktereigenschaft der Europäer die Nauivität, die Arglosigkeit inne. Wer eine historische Quelle sucht, kann gerne bei Tacitus nachlesen. Deswegen leiden heute noch so viele von uns am christlichen Virus. Wer verehrt schon die Folterer seiner Vorfahren? Naive. Im Schamanismus bedeutet blond sein einen Vorteil zu besitzen. Die Arglosigkeit der blonden Menschen bedeutet eine erhöhte kosmische Aufmerksamkeit, eine verbesserte Wahrnehmung.
@Frau Sommerfeld .... Wenn man Männer beobachtet, kann man feststellen, daß die meisten von Ihnen versuchen, die Stimmungslage in einem gewissen Rahmen zu halten. Denn, knallt der Mann seelisch auf den Boden, dauert es in der Regel erheblich länger, bis der Mann sich wieder aufrichtet. Von weiblicher Energie, die es erlaubt, an einem Tag zwischen Suizid und einem Dasein im glücklichen Himmel mehrmals hin - und herzuwechseln, können Männer nur träumen.

Dieter Rose
12. Januar 2019 09:31

@Wahrheitssucher
@Heininger

VRT Klara Continuo
VRT Radio Klara

Lotta Vorbeck
12. Januar 2019 20:45

@Heininger - 11. Januar 2019 - 07:01 AM
@Wahrheitssucher - 11. Januar 2019 - 01:48 PM
@Dieter Rose - 12. Januar 2019 - 09:31 AM

Wenn ich auch noch einen Hinweis in die Runde werfen darf:

Bésame Colombia - MEDELLÍN - La radio apasionada
La voce de Colombia Bésame!

http://www.besame.fm/

Direktlink zum Reinhören: http://envivo.besame.fm/ - ganz auf der Netzseite, im includierten Mediaplayer anklicken!

Wunderbar eingängige Latin-Balladen,
etwas Werbung, (nebenbei bekommt man ein gewisses Gefühl für Castellano)
keine Mainstreamnachrichten
und aller 12 Stunden, nämlich 12:00 Uhr, sowie 00:00 Uhr Ortszeit wird eine schmissige Hymne, die kolumbianische Nationalhymne gespielt.

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