Sezession
16. Januar 2019

Mittwochsheld (92) – Ackermatch

Till-Lucas Wessels / 16 Kommentare

Eine Einladung.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

  • Sezession

Nachgereicht und vorgezogen gleichermaßen flattern die dieswöchigen Helden in den SiN-Äther. Nachgereicht, weil ich das Wochenende gemeinsam mit einer großen Truppe aus Halle und Schwaben in Paris bei unseren Freunden von der Generation Identitaire war, vorgezogen, weil die Würdigung quasi verfrüht erfolgt.

Am Samstag werden sich nämlich in Berlin wieder tausende Demonstranten zur inzwischen neunten "Wir haben es satt!"-Demonstration treffen. Dort wollen sie, zwischen wütend grummelden Traktormotoren, Bauern und Landwirten jeglicher Couleur, gegen die ungerechte Subventionierung der Agrarindustrie durch die EU und für gutes Essen und eine bäuerliche Landwirtschaft demonstrieren.

Dazu habe ich bisher in unseren Kreisen nichts gelesen und ich hätte wahrscheinlich auch nichts davon mitbekommen, wenn mir nicht einer unserer jüngeren Aktivisten einen Werbeflyer für die Demo in die Hand gedrückt hätte.

Ich geb's zu: Wir hatten überlegt hinzufahren. Einfach mal den eigenen aktivistischen Horizont erweitern, nicht immer nur Masseneinwanderung oder Islamisierung, sondern Themen, die sich auf lange Hinsicht ebenso schädlich auf die Völker Europas auswirken werden und für einen Rechten, der es ernst meint, genauso auf dem Tableau stehen müssen.

Das hätte vor Ort sicherlich den wenigsten gefallen, was an sich kein Problem ist. Provokation, Bühnen kapern, helle Funkenschläge mitten zwischen unseren Gegnern sind und bleiben unsere Paradedisziplinen. Aber diesmal geht es ausnahmsweise nicht darum, möglichst viel öffentliche Aufmerksamkeit auf die eigene Agenda zu konzentrieren.

Schließlich haben wir ja gar nichts gegen die Forderungen, die da in Berlin von denjenigen aufgestellt werden, die sich uns sonst auf etwaigen Gegendemonstrationen entgegenstellen. Aus diesem Grund fahren wir nicht in die Hauptstadt; untätig bleiben wir aber auch nicht.

Als kleinen Vorspann zur diesjährigen Winterakademie lade ich unsere Leser für  diesen Donnerstag daher herzlich nach Halle zu unserem Informationsabend mit dem charmanten Motto "Bauernhöfe statt Agrarfabriken - Globalisten vom Acker jagen!" ein. Alle Informationen entnehmen Sie bitte der unten stehenden Grafik, Anmeldungen gehen an [email protected], da die Sitzplätze begrenzt sind.

 


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (16)

Laurenz
16. Januar 2019 16:33

Sehr geehrter Herr Wessels,
wenn Sie einen echten Landwirt aus Norddeutschland als Referenten z.B. über das Thema Selbstversorgung wünschen, kann ich gerne nachfragen.

KlausD.
16. Januar 2019 16:41

" gegen die ungerechte Subventionierung der Agrarindustrie durch die EU und für gutes Essen und eine bäuerliche Landwirtschaft "
Auf jeden Fall ein wichtiges Thema, für das es sich lohnt auf die Straße zu gehen.
Aber kein Wort zu der am selben Tage stattfindenden Demo "Für deutsche Kultur in Deutschland" von 11:30 bis 16 Uhr vor dem Kanzleramt bzw. dem Reichstag ... ?

bb
16. Januar 2019 17:05

Ich find’s gut. Vielleicht springt für die, die nicht teilnehmen können, eine kleine Zusammenstellung an Literatur und Lehrmaterialien für die eigene Permakultur heraus?

Heinrich Loewe
16. Januar 2019 20:04

Ich bin Bauer; sogar in Bio, um genau zu sein.
Das Thema Agrarpolitik ist sehr komplex, mit außerordentlich viel Ideologie aufgeladen und voller double-binds. Das geht los mit der Risikobewertung von Glyphosat über die Herleitung eines angeblich flächendeckenden Nitratproblems aus dem Belastungsmeßnetz bis zu den „Steuermilliarden für die Agrarindustrie“.
Die Einheit für Erlöse, Prämien aber auch Kosten ist der Hektar, deshalb ist es eben nicht ungerecht, wenn die Großen absolut mehr Geld bekommen.
Die Kleinen bekommen schon einen Zuschlag.
Man will den Wolf haben, aber auch Weidehaltung - beides zusammen geht nicht.
Zur Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft ist schon viel gemacht worden in den letzten Jahren. Das sollte man mal anerkennen.
Es gibt keine Gruppe in diesem Land, die ähnlich diffamiert und stigmatisiert wird wie wir Rechtskonservativen - wie die konventionellen Kollegen.
Ein weites Feld, das eines längeren Beitrags bedürfte.
Weil ich mich nicht mit grünen Ideologen gemein machen würde, käme nur die Gegendemo infrage unter dem Motto „Wir machen Euch satt.“
Immer dran denken: Der Bauer ist kein Spielzeug!

Caroline Sommerfeld
16. Januar 2019 20:05

Hinreißende Schrifttype - seid's Ihr unter die Demeterbauern gegangen? Nicht nur im Erziehungswesen gibt es da Potential, auch die anthroposophische Landwirtschaft, die ganze Steinersche Dreigliederungsidee usw. müßten entlinkst werden und würden dann womöglich besser verstanden ...

Gustav Grambauer
16. Januar 2019 22:04

Till-Lucas Wessel, Caroline Sommerfeld

Wollte auch schon anfragen: die Lutz Baar Antropos Uppercase ist es nicht, die Waldorf Schmal v. Joachim Frank auch nicht, nicht die Anthroposophic Style, welche ist es?

Heinrich Loewe: "Man will den Wolf haben, aber auch Weidehaltung - beides zusammen geht nicht." - chnuchetrlukhe (Schwizerdütsch: "knochentrocken") auf den Punkt gebracht. Ob denjenigen Besuchern des Vortrags "Permakultur und solidarische Landwirtschaft", die bei anderer Gelegenheit zu den Stichworten Thymos-New-Barbarian-Toxic-Masculinity das Hahnengefieder so sehr spreizen, auffällt, daß sie - zumeist - im selben Dilemma zwischen zwei kulturellen Modi feststecken, die nie zusammengehen werden?!

- G. G.

micfra
16. Januar 2019 22:36

@Heinrich Loewe
Sie sprechen mir aus dem Herzen und ich würde gern mehr dazu von Ihnen lesen, hören. Seit ich meinen rechten blinden Fleck entdeckt habe, hinterfrage ich auch meine Bio-Gläubigkeit und kaufe auch beherzt wieder konventionell gewachsenes.

Andreas Walter
17. Januar 2019 01:35

Oh man, das ist ja schon morgen. Sehr kurzfristig. Doch gut zu wissen, dass es so einen Arbeitskreis auch bei uns gibt, den ich als Diplom Agrarökonom und -soziologe und Fachagrarwirt Erneuerbare Energien/Biomasse natürlich besonders gerne kennengelernt hätte.

Darum möchte ich auch gerne mehr darüber wissen, auch wenn es derzeit noch keine globale, ja nichtmal eine nationale, sondern nur eine regionale (Insel-)Lösung ist. Denn auch bei diesem Thema geht es nicht um "die gute alte Zeit", so gut war die nämlich oftmals gar nicht, sondern auch um die womöglich ebenso entbehrungsreiche Zukunft. Den ganzen Vortrag darum bitte aufzeichnen. Vor allem dabei bitte auf guten Ton achten muss ich glaube ich Euch nicht mehr sagen, doch selbst Compact hatte am Anfang damit noch grosse Schwierigkeiten. Will halt alles gelernt sein, doch die jungen Leuten in Halle besitzen da glaube ich bereits viel Professionalität. Was man ja auch am Flugblatt sieht. Ein sehr interessantes Projekt.

t.gygax
17. Januar 2019 06:13

Sehr gut, dass dieses Thema einmal aufgegriffen wird. "Der Bauer ist kein Spielzeug" -eine schöne literarische Anspielung an ein Gedicht von A.v. Chamisso! Wirklich gut. Ich selbst , seit vierzig Jahren mit einer Bauerntochter verheiratet , insgesamt 28 Jahre auf dem Lande gelebt habend, habe mein ganzes Leben als Verbraucher die ÖKO-Bauern unterstützt und tue dies auch noch heute. Andrerseits gibt es in der Öko-Szene genauso problematische Figuren -um es einmal vorsichtig zu formulieren- wie in der konventionellen Landwirtschaft. Und die Demeter - Schiene ist noch mal ein ganz eigenes Kapitel, bei Rudolf Steiner gilt ein altes Wort: " Prüfet alles, und das Gute behaltet"........
Aber trotzdem: das ist ein guter Ansatz...nebenbei: es gibt eine gute Zeitschrift " Umwelt und Aktiv" aus der Ecke, die man leider hier in diesem Forum auch nur mit sehr spitzen Fingern anfasst...Ich habe darin jedenfalls nachdenkenswerte Beiträge ausgewiesener Praktiker des ökologischen Landbaus entdeckt.
(Kleine Randbemerkung: in den ländlichen Dörfern, in denen ich lebte, galt ich zeitlebens als "grün-alternativ-New-Age- Anhänger-Ökofreak-Rebell-Revolutionär" etc....je nach zeitgeistiger Einschätzung). In jungen Jahren machte ich sogar eine Fortbildung zum "Öko-Pädagogen", das war aber kirchlicher Blödsinn , da man in jenen Jahren in der Kirche sich gerne ein grünes Mäntelchen umhing. Alles Lug und Trug der Priesterklasse, aber von denen kann man auch nichts anderes erwarten....

RMH
17. Januar 2019 08:02

"Man will den Wolf haben, aber auch Weidehaltung - beides zusammen geht nicht."

Ich widerspreche ungern, aber das ist eine ahistorische Betrachtung, die davon ausgeht, man könne sein Vieh einfach irgendwo quasi gefahrlos "parken".

Spätestens, wenn der Viehdiebstahl noch mehr zunimmt, ist diese Haltung obsolet. Nicht umsonst war früher bei jeder Herde mindestens 1 Hirte (oft mit Hund und Waffe) - und zwar nicht nur wegen Wölfen, sondern auch wegen den lieben eigenen Artgenossen. Kostet der Spaß dann am Ende eben mehr … wir haben es doch, oder? Fachpersonal mit der Qualifikation Hirte und Viehtreiber dürfte es auch genug in Deutschland mittlerweile geben , also kein Problem … ;)

Und jetzt beiße ich in meinen Lagerapfel vom letzten Herbst … Mahlzeit!

Old Linkerhand
17. Januar 2019 14:48

Als Kind habe ich mir das Pflügen mit dem Pferd von meinem Onkel zeigen lassen. Als ich den Bogen raus hatte, habe mein erstes Feld selbst gepflügt, was bis in die Abendstunden gedauert hat. Aber ich hatte es geschafft und so stolz und glücklich war ich nie wieder in meinem Leben und tief im meinem Herzen bin ich wohl immer ein Bauer geblieben. Die Zukunft der Deutschen liegt auf dem Land.
Der Wolf ist in Deutschland nicht das Problem, sondern naive Naturschützer und selbsternannte Wolfsexperten. Diese sehen im Wolf ihr persönliches Spielzeug und Schutzbefohlenen. Mit richtigen Herdenschutzhunden und einem angepassten Jagdrecht könnten Bauer und Wolf gut leben. Leider haben diese Balkonbiologen das Sagen und so wird das Trauerspiel Weidehaltung und Wolf noch eine Weile weitergehen.

Fritz
17. Januar 2019 20:08

Wie sagte Thomas Jefferson: "The people who work the earth are the best."

Laurenz
18. Januar 2019 09:43

@Fritz ..... er meinte sicherlich den us amerikanischen Neuadel, der die afrikanische Elite als Sklaven importierte.

henne
19. Januar 2019 04:23

@Heinrich Loewe
Danke. Warum nur gibt es so wenige Leute wie Sie? Ein Irrenhaus.

Olaf B
19. Januar 2019 11:19

OT
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Heidegger wird in der Neurechten Szene sehr verehrt. Sellner und Lichtmesz haben sogar Bücher über ihn geschrieben. Ich bin mir nicht sicher, ob in seiner verschwurbelten Philosophie überhaupt ein Körnchen Wahrheit zu finden ist. Schopenhauer hat Hegel als Philosophaster bezeichnet, womöglich gehört Heidegger auch zu diesen Philosophastern. Beim Lesen seiner Bücher mit seltsamen Kombinationen des Wortes sein (so-sein, da-sein) lässt sich kein klarer Gedanke fassen. Vielleicht bin ich auch nur zu blöde Heidegger zu verstehen … würde ich nicht ausschließen … wäre möglich. Andrerseits ist mir bekannt, dass Intellektuelle aller Zeiten nicht der Wahrheit entgegen streben, sondern von nebulösen Mysterien, von undeutlichen Widersinnigkeiten und von Paradoxien fasziniert sind.

Frika Wies
20. Januar 2019 02:55

Gute Idee, das Thema mal aufzugreifen.
Ich habe ohnehin nie verstanden, warum man so brisante Themen wie Umwelt- und Sozialpolitik quasi vollständig den Linksgrünen überläßt.
Die pro-nationale Bewegung muß sich viel breiter aufstellen um wirklich im Bürgertum anzukommen.
Ganz abgesehen davon, daß Themen wie Naturschutz, nachhaltige Landwirtschaft und der Schutz der Ökosysteme wirklich wichtige Themen sind und auch ins konservative Weltbild passen.

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