7. Februar 2019

Lage 2019 (II): Akteur oder Spielball

Götz Kubitschek / 61 Kommentare

Lieber Martin Sellner,

ich muß mit Ihnen über die Zukunft der Identitären Bewegung sprechen, und zwar aus zweierlei Gründen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Zum einen ist mir nicht klar, wie lebendig die IB noch ist. Zum anderen scheint sie vom Akteur zum Geschoß geworden zu sein, mit dem man andere treffen will. "Man"? Diejenigen, die dafür gesorgt haben, daß eine zahlenmäßig sehr überschaubare Gruppierung ohne Lobby ein vom Verfassungsschutz beobachtetes und als Rechtsextrem eingestuftes Schreckgespenst wurde. Es stellt sich die Frage: wie weiter?

Gruß! Kubitschek

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Lieber Herr Kubitschek,

man muß hier meiner Ansicht nach zwei Dinge unterscheiden: Sichtbarkeit und Lebendigkeit. Die IB ist im deutschsprachigen Raum stabil, doch das Jahr 2018 stellte eine ganz neue Herausforderung dar. Von der "Offensive" ging es erstmals auf allen Ebenen in den Verteidigungsmodus. Juristisch, medial und finanziell fand in diesem Jahr ein Vernichtungsschlag statt, der aber zu erwarten war. Im rechten, vorpolitischen, aktivistischen Milieu ist es ohnehin ein Unikum, daß eine Bewegung länger als 5 Jahre durchhält, ohne von außen zerschlagen zu werden oder an internen Streitereien zugrunde zu gehen. Ich bin also eher froh, daß unsere Strukturen, unsere finanziellen und personellen Ressourcen und unser Name noch existieren, der Repression zum Trotz. Der aktivistische, transparente und gewaltfreie Ansatz wurde damit klar bestätigt.

Die zweite Frage schließt sich aber daran an: Ist die IB zu einem Spielball geworden? Ja, auf jeden Fall. Doch das ist nichts neues. Das aktivistische, rechte Milieu war immer schon Ball und Instrument in einem Spiel, das es nicht verstand. Die rechtsextreme Szene in Deutschland war seit Kriegsende immer durchsetzt von Elementen der NS-Subkultur und wurde mit diesem Argument immer gegen die politischen Akteure in Stellung gebracht. Die IB nun ist nicht durchsetzt von NS-Anleihen oder weltanschaulichen Versatzstücken der „alten Rechten“, wie ich das immer bezeichne. Von Anfang an haben die Identitären einen anderen Weg eingeschlagen, und zwar aus grundsätzlichen, nicht aus taktischen Erwägungen - und trotzdem ist unsere Bewegung vom politischen Gegner zum Systemgegner und zur rechtsextremistischen Vereinigung erklärt worden. Das hat mir klargemacht: Wenn es die IB sie nicht gäbe, würden andere Aktionsgruppen und Internetprojekte als Vorfeld der AfD gegen sie instrumentalisiert werden. Die Frage sollte meiner Ansicht nach also nicht lauten, ob man die IB gegen AfD und Co instrumentalisieren wird, sondern ob dieser Vorgang scheitern könnte, „wenn der Ball das Spiel versteht“.

Herzliche Grüße, Martin Sellner

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Lieber Herr Sellner,

das ist mir zu kryptisch: Was meinen Sie mit der Wendung, der Ball müsse das Spiel verstehen, damit seine Instrumentalisierung scheitere? Ein Ball ist ein Ball, und um im Bild zu bleiben: Ein Ball kann die Spielregeln nicht verändern, er kann nicht zum Akteur werden. Das einzige, was er kann: sich aus dem Spiel nehmen, weil er das Spiel, das mit ihm getrieben wird, verstanden hat.

Diese Frage stelle ich: Ist es nicht sinnvoll, sich selbst aus dem Spiel zu nehmen, wenn man gegen die in die Köpfe gehämmerte Rollenbeschreibung der Identitären Bewegung nicht mehr ankommt? Wenn man mißbraucht wird gegen Verbündete, die sich – die AfD macht das leider vor! – über den richtigen Umgang mit der IB streiten und in der Konsequenz bereits eine nicht mehr überwindbare Hygienemauer zwischen sich und Ihnen aufgebaut haben? Selbst die Flügel-Leute innerhalb der AfD sind nicht mehr in der Lage, die IB offensiv und demonstrativ zu verteidigen.

Kann es auf Dauer gutgehen, für die anderen gefährlich zu sein und sie einem Rechtfertigungsdruck auszusetzen, der ihnen je länger je mehr lästig wird?

Ich will das an einem persönlichen Beispiel veranschaulichen: Auf die Frage eines Bundestagsabgeordneten, ob ich nicht auch einmal auf Einladung der Fraktion vortragen würde (wie neulich Broder beispielsweise), machte ich eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf, und zwar nicht für mich, sondern für die Fraktion: Was trüge es aus, wenn ich dort dreißig Minuten lang etwas sagte und alleine durch mein Kommen einen Skandal auslöste? Wir Schnellrodaer sind deutlich weniger als Sie und Ihre Leute nur Spielball – aber wir sind in manchen Situationen doch diejenigen, für die man sich rechtfertigen muß. Das ist keine gute Rolle.

Gruß! Kubitschek

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Lieber Herr Kubitschek,

die IB ist nur ein Ball, wenn sie sich wie ein Ball verhält. Wenn sie das nicht tut, kann es sein, daß der Gegner gegen einen eisernen Pflock tritt, wie in Österreich beim IB-Prozeß. Ausgedacht, um uns zu zerschlagen, hat er uns stärker gemacht und „legalisiert“.

Ich sehe in die Abgrenzung der AfD zur IB nichts besonders Schlimmes. Ziel der Bewegung war es ja niemals, Sprungbrett für Parteikarrieren zu werden. Mir ist es im Gegenteil sogar lieber, die Aktivisten nach ihrer „Straßenkarriere“ nicht im Parteiapparat verschwinden, sondern selbständig politisch tätig zu sehen. Wir haben in Österreich sehr früh erkannt, daß die FPÖ uns aus der Opposition heraus nicht helfen kann, und daß uns „mafiöse“ Verbindungen in die Partei schützen ((?? meinen Sie: und daß uns persönliche Verbindungen in die Partei viel besser schützen oder: daß uns verdeckte Verbindungen in die Partei nichts nützen)). So etwas dient am Ende immer nur dem Gegner. Deswegen haben wir uns eine völlig eigenständige Struktur aufgebaut. Wir wollen gar nichts von der Partei. Ich war selbst immer gegen jede offene Verbrüderung und habe, wie Sie, bereits zahlreiche Einladungen dankend abgelehnt, wenn ich der Ansicht war, daß sie schädlich seien.

Die Frage auf der Sie zurecht beharren ist: Ist die IB durch ihre Existenz mittlerweile eher schädlich? Ich sage nein: im Gegenteil! Die Frage, ob es besser wäre, wenn es die IB nicht gäbe, die mir in letzter Zeit von einigen Seiten gestellt wird, meint wahrscheinlich eigentlich: Hätte es die AfD leichter, wenn es kein politisches Vorfeld gäbe?

Natürlich hätte es eine politische Partei leichter, wenn es kein radikales, jugendliches, aktivistisches, manchmal grenzgängerisches, metapolitisches Vorfeld gäbe! Auch die LINKE und die Grünen haben mit ihren Vorfeldern zu kämpfen. Aber dieses Vorfeld gibt es immer. Die IB ist nur deswegen in aller Munde, weil sie es geschafft hat, zur dominantesten und bekanntesten Bewegung in diesem Vorfeld zu werden. Und darüber kann man froh sein. Denn vor der IB gab es nur eine diffuse altrechte Subkultur, ohne Ansprechpartner, Handlungsfähigkeit, Prinzipien und Paktfähigkeit; eine virale Menge an Memes, Musik, Mode und Ideologiefragmenten, die ins Extrem tendierte und das perfekte Werkzeug des Systems war. Genau das wird sich auch „nach der IB“ wieder bilden, und das parteipolitische Zentrum wird sich nach dem alten Vorfeld zurücksehnen. Anders gesagt: Nähme man die IB aus dem Spiel, rückte die nächste Gruppierung vor, und nichts wäre besser, sicher sogar schlechter. Es gibt genug andere Bälle, die sich für billige PR gerne und bereitwillig vom Gegner instrumentalisieren lassen und keine Gelegenheit versäumen, um über die AfD ins mediale Gespräch zu kommen.

Der metapolitische Weg auf der Gipfellinie und das Managen einer Partei im Spannungsfeld zwischen Realismus und Fundamentalismus ist ein täglicher, zäher Stellungskampf, den man niemals final gewinnen kann. Viele glauben, wenn ein Akteur verschwände, verschwände auch der Kampf. Ich glaube das ist falsch, und man macht sich wohl keine Vorstellung davon, welches Vorfeld man ohne die IB hätte und welches man ohne sie bekäme.

Herzliche Grüße, Martin Sellner

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Lieber Martin Sellner,

ich will zunächst mit einem Mißverständnis aufräumen: Ich meine nicht, daß es die AfD leichter haben sollte, und ich meine nicht, daß wir uns zurückziehen sollten, damit sich die AfD (oder in Österreich: die FPÖ) nicht von uns distanzieren oder sich für uns rechtfertigen müßte. Es gibt einen Wunsch nach Ungestörtheit und Normalität, der angesichts der Lage in unseren Ländern unangemessen ist, und deshalb gibt es auch innerhalb eines „Lagers“ die Pflicht zur Konsensstörung.

Wovor man aber nicht die Augen verschließen darf, ist die Instrumentalisierung, die der Gegner vornimmt, indem er völlig zu Unrecht das tut, wozu er die Machtmittel hat: aus der Identitären Bewegung eine vom Verfassungsschutz beobachtete Vereinigung zu machen und ihr den Verdacht auf rechtsextremistische Bestrebungen anzudichten.

In den Augen derer, die an die Neutralität und die Maßstäbe unseres Staates und seiner Staatssicherheitsorgane glauben, ist ihre Bewegung nicht viel besser als irgendeine Nazi-Kameradschaft. Und es ist noch immer die überwältigende Mehrheit der Staatsbürger, die an die ordnungsgemäße Arbeit etwa des Verfassungsschutzes glauben. Für Sie und die IB-Österreich mag der gewonnene Prozeß ein Erfolg sein: Sie sind nun mit amtlichem Stempel keine kriminelle Vereinigung. Aber können Sie damit punkten? Beim Durchschnittswähler bleibt hängen, daß man Sie immerhin im Verdacht hatte, eine kriminelle Vereinigung zu sein. Wenn in Deutschland der Verfassungsschutz die Identitären beobachtet, klingt das in den Ohren des Normalbürgers wie ein Ergebnis, und auf dem politischen Feld macht es Sie zu einer glühenden Kohle.

Wir beide und viele andere Leute wissen, daß es keine Belege gibt, die einer ehrlichen, ernsthaften Prüfung standhielten, und deshalb ist die Beobachtung eine Sauerei. Die IB ruft weder zur Gewalt auf noch wendet sie Gewalt an, und sie ruft weder zum Sturz des Systems auf noch arbeitet sie darauf hin – und dennoch unterstellt man Ihnen amtlich verfassungsfeindliche Bestrebungen und nutzt die Kontakte, die einzelne Aktivisten in der IB zur Partei pflegen, um diejenigen zu beschädigen, um die es eigentlich geht: die Partei.

Dies alles hielte einer redlichen Untersuchung und Analyse nicht stand, aber es diktiert demjenigen, der nicht selbst diktieren kann, Bewegungs- und Verhaltensgesetze, oder – weniger drastisch ausgedrückt – lotst ihn dorthin, wo er den als extremistisch markierten Partner, das als extremistisch markierte Vorfeld lieber nicht mehr so oft sehen und nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden will.

Aber ich verstehe, was Sie meinen: Sie besetzen im Vorfeld, das Platz für eine aktivistische Jugendbewegung vorhält, diesen Platz auch deshalb, damit keiner vorstößt, der es schlechter machen und mehr Schaden anrichten würde. Gut, aber machen wir uns nichts vor: Das ist kein Offensivprogramm mehr, und das war auch nicht das Ziel bei der Gründung Ihrer Bewegung.

Gruß! Kubitschek

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Lieber Herr Kubitschek,

natürlich war das nicht das Ziel der IB. Aber das habe ich auch nicht gesagt, sondern vielmehr versucht, eine Antwort auf die Frage zu geben, ob die Wirkung der IB im politischen Vorfeld der AfD eher schädlich oder nützlich ist.

Es war ein positiver Nebeneffekt der IB, das rechte metapolitische Vorfeld erstmal auf eine Art und Weise strukturiert und organisiert zu haben, die der unangefochtenen Dominanz der neonazistischen Subkultur den Rang ablief.

Nun sollen wir also die neuen Nazis sein? Wenn ja, dann bitte: Noch nie zuvor klaffte die „Nazidiffamierung“ durch das System und die Realität einer Bewegung so sehr auseinander. Der Effekt ist also vorerst ein rein psychologischer. Die Frage ist nun, ob das System es schafft, den Rechtsstaat so zu verbiegen, um die IB auch juristisch zu zerschlagen. In Österreich ging es schief und auch in Deutschland wird man sich, denke ich, sehr schwertun.

Daß der Versuch gestartet werden wird, steht für mich fest, denn die Verankerung der IB im außerparlamentarischen, neurechten Lager hintertreibt die bisherige Strategie des Gegners, die Identitären zu isolieren und die junge, rechte Szene zu spalten. Man wird also wohl die Daumenschrauben noch einmal anziehen.

Das Ziel der IB ist es nach wie vor, diese Szene zu aktivieren. Die Attacken gegen diese Arbeit treffen nicht nur die IB, sondern den gesamten patriotischen Widerstand, von PEGIDA über EinProzent bis hin zu lokalen Projekten. Alle diese Initiativen halten doch am schmalen neurechten Grat durch und prägen und organisieren eine neue Generation von Aktivisten entlang einer weltanschaulichen Linie, die mit Neonazis und dem altrechten Kurs rein gar nichts zu tun hat.

Doch sind wir ehrlich: Kann man megapolitische Erfolge überhaupt messen? Die IB tritt ja nicht jährlich zu Wahlen an. Es gibt auch nicht wirklich ein „Bekanntheitsbarometer“, das man ablesen könnte. Ziel der IB war es, eine neue Form des Aktivismus zu etablieren und ihre neurechte Ausrichtung im aktivistischen, patriotischen Lager zur führenden zu machen. Genau das hat die IB auch geschafft. Nach 5 Jahren gibt es in ihren Reihen weniger „Nazi-Skandale“, also unnötige, politische Blödelei, als bei der AfD oder der FPÖ.

Wir habe immer eine Position vertreten, die wir auch der IBD und der AfD empfehlen: maximale Trennung in der Organisation und klare Einheit im politischen Ziel. Im großen und ganzen sind die IBÖ und die FPÖ zwei völlig unabhängige Sphären, zwischen denen weder personell noch finanziell Querverbindungen bestehen. Was wäre leichter, als diese klare Trennung auch in Deutschland herzustellen? Die AfD muß sich klar organisatorisch von der IBD abgrenzen, sollte aber peinliche und inhaltliche Desavouierungen unterlassen. Die gemeinsame Frage, die beide Organisationen umtreibt und jetzt zu ihrer Zerschlagung führen soll, ist ja: Darf man in Deutschland als Partei und Bewegung überhaupt einen geschichtlichen, konservativen Volksbegriff haben.

Mit IB und AfD werden zwei Vertreter dieser Haltung angegriffen, denen man nichts anderes als diese Haltung vorwerfen kann. Xenophobie, Hetze, NS-Nostalgie und Gewalt sucht man in beiden Gruppierungen vergeblich. Die Verleumdungsversuche schlagen bei IB und AfD fehl. Jetzt schaltet man einige Grade höher. Die Existenzvernichtung ist Erfolgsbedingung unserer Gegner, somit wird das (meta)politische Überleben bereits Jahr für Jahr zu einem kleinen Sieg.

Herzliche Grüße, Martin Sellner

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Lieber Martin Sellner,

in Ihren Zeilen und Gedanken steckt zuviel Wunsch. Die Identitäre Bewegung hat keine Lobby. Die AfD hat eine Lobby – sie hat 16 Fraktionen in Landesparlamenten und ist die größte Oppositionspartei im Bundestag, hat also ein paar Millionen Wähler auf ihrer Seite, während es bei Ihnen ein paar hundert Mitglieder und en paar medienwirksame Köpfe sind.

Ein Szenario: In der AfD hat ein Großteil der Mitglieder und Mandatsträger nicht begriffen, daß der Gegner immer außerhalb der Partei zu suchen und zu bekämpfen ist und daß es der typische Reflex unsicherer Bewegungen ist, sich vom Gegner von außen den Gegner im Innern benennen zu lassen.

Die Zerreißprobe, vor der die AfD steht, ist tatsächlich eine: Der um die Alternative Mitte gruppierte Teil würde wohl mehrheitlich der These zustimmen, daß man ohne Höckes Flügel schon viel weiter wäre. Ich bin jedoch davon überzeugt, daß wiederum eine deutliche Mehrheit innerhalb der Partei folgender Aussage zustimmte: „Ohne den Flügel wäre die AfD keine Alternative mehr“.

Es kommt in den kommenden Monaten alles darauf an, dem äußeren Gegner geschlossen und selbstbewußt entgegenzutreten und seine Waffe, den Verfassungsschutz, als das aussehen zu lassen, was er ist, wenn er auf Granit trifft: ein stumpfes Schwert.

Ich glaube nicht, daß die Haltung der AfD der Identitären Bewegung gegenüber angesichts dieser Aufgabe von Relevanz ist und bitte Sie daher, mit Ihrer ganzen Autorität innerhalb Ihrer Bewegung das durchzusetzen, was Sie selbst vorschlugen: zwischen AfD und Identitären die organisatorische Trennung zu betonen, das Bild von der Mosaik-Rechten zu stärken und die AfD nicht zu dem zu zwingen, was die disziplinlosen unter ihren relevanten Kräften sofort täten, um dem äußeren Gegner zu gefallen: sich von Ihnen zu distanzieren, wieder und wieder.

Denn dieses Szenario ist ebenfalls in Rufnähe: daß man sich von einem Mitstreiter distanziert und ihn opfert, um zu zeigen, daß man die Spielregeln des Establishments begriffen habe. Auch dieser Merksatz gehört doch zum Kernbestand jeder "Alternative": Wir wollen nicht mitspielen, sondern die vom Gegner umgeschriebenen und verhunzten Spielregeln wieder aufs Original zurückkorrigieren.

Ein letztes: Die AfD kann nicht so frei agieren wie wir. Daher: „Wir“ werden mal vormachen, wie das ist, wenn man sich um den VS als einer Waffe des Gegners nicht schert, sondern die Identitäre Bewegung als Teil der rechten metapolitischen Landschaft begreifen - solange sie lebendig ist.

Lassen Sie also bald mal hören, was Sie vorhaben! Und schicken Sie mir den Vertrag zurück - ich freue mich auf Ihr neues Buch!


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (61)

MartinHimstedt
7. Februar 2019 23:35

Wie es der Zufall wollte, ging ich gerade meine Fotografien aus dem Jahre 2018 durch, als ich auch diesen Briefwechsel sah. Ich entdeckte dabei ein Foto der Klingelschilder eines Hauses, welches sich quasi direkt vor meiner eigenen Haustüre befindet. Darauf zu sehen die nachfolgenden Mieter (von oben nach unten):

DIE LINKE. im Bundestag Bürgerbüro XY (MdB),
Linke Liste XY,
DIE LINKE. Landesverband/Kreisverband,
Linksjugend [solid] und der
VVN-BdA.

Wikipedia: „Die VVN-BdA wird seit ihrer Gründung durch das Bundesamt und diverse Landesbehörden für Verfassungsschutz beobachtet und als „linksextremistisch beeinflusste Organisation“ eingestuft. Begründet wird dies damit, dass „ihr politisches Orientierungsmuster nach wie vor die klassische orthodox-kommunistische Antifaschismus-Doktrin ist und sie sich mit gewaltbereiten Autonomen solidarisiert“. In Gremien der VVN-BdA seien „aktive Mitglieder der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und dieser Partei nahestehende Personen politisch tonangebend. (…)“

Gelddrucker
7. Februar 2019 23:40

Meiner Meinung nach ist die IB unverzichtbar und hat gemessen an der Zahl der Aktiven schon einiges an Erfolgen feiern dürfen.

Der allergrößte Erfolg ist wohl die Prägung des Begriffes "Bevölkerungsaustausch", der meiner Meinung nach unsere stärkste Waffe im Kampf gegen den Untergang Europas ist. Nach wir vor bin ich der Meinung, der Großteil der Bürger Europas, nicht nur Deutschlands, ist sich über den Austausch nicht im klaren. Darum gilt: Den Begriff ins Zentrum des Aktivismus rücken.

Weiterhin sehe ich wie die Klickzahlen für Sellners Videos auf Youtube seit einiger Zeit kontinuierlich steigen. Eine geschätzte Verdopplung im letzten Jahr (nur gefühlt? Wer hat belegbare Zahlen?)

Die IB wird vom Gegner darum so scharf attackiert, da dieser genau weiß, dass die IB genau das nicht ist, als das sie dargestellt werden soll: extremistisch, gewalttätig, umstürzlerisch.

Nach der Defend Europe Aktion in den Alpen ging es so richtig los mit Facebook-Zensur und Repression. Warum? Weil sie sehen, zu welchen grandiosen Aktionen die IB in der Lage ist, über welche finanziellen Mittel sie wohl verfügen muss, und wie nach solchen Aktionen die Facebook-Likes in die Höhe geschnellt sind. Leider ist das heutzutage durchaus ein Messkriterium.

Fazit: Im Endspiel um Europa wird die IB meiner Meinung nach noch eine Rolle spielen, also: weitermachen. Ich spende!

Venator
8. Februar 2019 00:01

Wenn Wünsche und Hoffnungen einem als kommende Tatsachen verkauft werden, dann befindet man sich in der rechten Echokammer. Doch wenn man glaubt, die Grünen oder die Linken hätten ebenfalls so mit ihrem "Vorfeld zu kämpfen" dann beweist man damit vor allem Ahnungslosigkeit. Die Probleme mit solid, gj oder jusos und welche Namen sie noch so tragen, sind ungefähr die gleichen, welche Eltern mit ihren Kleinkindern im Trotzalter haben. Diese Probleme sind absolut bedeutungslos und sie stehen fest wie eine Wand, hinter ihren "Kindern", wenn tatsächlich mal etwas ähnliches wie leichte Kritik an denen aufkommt. Der Unterschied könnte also nicht größer sein.

Es war auch nicht die IB, welche die subkulturelle neonazistische Dominanz gebrochen hat. Diese Subkulturen wurden vom Amt nach dem NSU Skandal einfach abgeschaltet. Seitdem von dort kein Geld und keine Struktur mehr kommt, existiert diese Szene praktisch nicht mehr. Da sind einfach zwei unterschiedliche Dinge, zeitlich zusammen gefallen. Es ist also etwas unredlich, sich das als Erfolg auf die Fahne zu schreiben. Es ist ja schließlich nicht so, als hätte es stattdessen einen riesigen Run auf die IB gegeben und nach tausenden von neuen Mitgliedern, hätte man erst einmal ein Aufnahmestopp verkünden müssen. Die Neonazis werden ja auch nicht mehr als mediales Schreckgespenst gebraucht. Die AfD ist real und ihre Erfolge, haben den Linksruck in diesem Land erst richtig voran gebracht, weil die Neonazis hat sowieso nie jemand politisch ernst genommen. In den 90érn waren sie für die Öffentlichkeit ein Ärgernis und in den 00érn ein Witz.

Die Verleumdungsversuche schlagen auch keineswegs fehl, im Gegenteil, sind sie sehr erfolgreich und auch Voraussetzung dafür, die Temperatur noch um einige Grade erhöhen zu können. Gegen die Existenzvernichtung von Parias, wird es kaum ernsthaften Widerstand geben.

Es mag vielleicht kein "Bekanntheitsbarometer" geben, aber man merkt doch, wer Meinungsführer ist und wer das sagen hat. Wer ist in der Breite präsent, wer ist aktivistisch wahrnehmbar? Wer bestimmt die Musik im Kiez und wer hat nur bedeutungslose FB Likes? Das sind Fragen, die sollte man sich vielleicht mal ehrlich beantworten? Denn erst wenn die Analyse schonungslos war, kann man endlich anfangen, ohne sich in falschen Hoffnungen und Träumen zu wiegen.

Der_Juergen
8. Februar 2019 00:05

Ich kritisiere Götz Kubitschek äusserst selten, aber in diesem Fall finde ich seine - zugegebenermassen sachlich formulierten - Einwände gegen die IB falsch. Dass diese nicht gewalttätig und nicht verfassungswidrig ist, räumt Kubitschek ja selber ein. Dass sie vom VS, also einem Instrument des antideutschen Regimes, als "rechtsextrem" eingestuft wird (eine Etikette, die man auch Schnellroda oft anheftet), ist unvermeidlich. Ausser solchen inhaltsleeren Totschlagvokabeln hat das System ja keine Argumente mehr gegen die patriotische Opposition.

Wir kennen alle den Spruch von Niemöller ("Als sie die Kommunisten abholten, schwieg ich; ich war ja kein Kommunist; als sie die Sozialdemokraten abholten...." etc. etc.) zur Genüge. Das System will nach der Salamitaktik operieren. Ist erst die IB ausgeschaltet, geht es Schnellroda an den Kragen.

"Ist es nicht sinnvoll, sich selbst aus dem Spiel zu nehmen, wenn man gegen die in die Köpfe gehämmerte Rollenbeschreibung der Identitären Bewegung nicht mehr ankommt? " fragt Kubitschek. Mit Verlaub, diese Argumentation kann für Kubitschek und seine Mitstreiter leicht zum Eigentor werden. Nach der nächsten Medienkampagne gegen Kubitschek/Kositza und das Institut für Staatspolitik könnte Herr Meuthen oder sonst irgendwer ihnen nämlich auch empfehlen, "sich selbst aus dem Spiel zu nehmen", weil sie ja "gegen die in die Köpfe gehämmerte Beschreibung ihrer Rolle" leider nicht ankämen...

Die Patrioten dürfen sich nicht auseinanderdividieren lassen, auch nicht auf die Gefahr hin, dass die AFD einige Stimmen verliert, wenn ihr rechter Flügel mit den Identitäten offen kooperiert. Lieber eine AFD, die Kante zeigt, mit 10%, als eine lendenlahme und zahnlose Halbopposition mit 20%. Letzten Endes wird der Kampf ja ohnehin nicht in den Parlamenten entschieden. Die Aufgabe der parlamentarischen Fraktionen kann nur darin bestehen, möglichst viele Schurkentaten des Regimes aufzudecken und diesem das Leben schwer zu machen.

Sellner hat stets deutlich betont, dass die IB und die AFD verschiedene Organisationen und dass die Identitären keine AFD-Jugend sind. Was kann man noch mehr von ihm verlangen?

Stil-Bluete
8. Februar 2019 00:42

Großartig!

Ein öffentlich gemachter Disput zwischen Gleichgesinnten, die offensichtlich unterschiedliche Wege einschlagen bzw. eingeschlagen haben. Dem Studium dieses Frage-und-Awort-Spiels werde ich mich noch eingehender widmen.

Wäre so eine klärende, wenn nicht gar versöhnende Geste,
nicht auch mit
- Junge Freiheit
- Karl-Heinz Weißmann
- Wer noch?
enorm wichtig?

ALD
8. Februar 2019 03:21

Bei der IB im Allgemeinen und bei Martin Sellner im Speziellen passiert schon seit geraumer Zeit nichts wirklich Spannendes mehr. Dies hängt natürlich auch mit den zermürbenden Repressalien zusammen, mit denen die IB zu kämpfen hatte und hat. Aber nicht nur. Auch inhaltlich und in der Präsentation nach außen scheint die IB immer mehr festgefahren in die immer selben thematischen Schwerpunkte und Aktionsformen. Da tut sich scheinbar nicht mehr viel.

Ist das Aktivismus-Peak bereits erreicht? Genügt die klumpige Einteilung in "altrechte-neurechte" noch den komplexen Mechanismen einer mittlerweile nicht nur theoretisch existierenden "Mosaik-Rechten"?

Sollte Martin Sellner anstelle stundenlanger Videos nicht lieber wieder substantielle Arbeit leisten? Und vor allem, sollte er nicht ein Deut mehr Demut an den Tag legen?

Laurenz
8. Februar 2019 03:45

https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/drahtzieher-burschenschaften-a-685094.html

Hier, ganz aktuell, werden Herrn Sellners Protagonisten, wie auch die AfD in einem Atemzug verbal unter Feuer genommen, völlig unsachlich, aber so ist es eben. Man macht man wohl medial, mit Verlaub, sogar aus einer Mücke einen Elefanten. Aber was tut man nicht alles, um Fördergelder und Budgets abzugreifen.....

Herr Sellner hat in Seinen Briefen an Herrn Kubitschek die Misere des rechten Rands, auch aus Zeiten vor seiner Geburt, hervorragend skizziert. Wie auch venator brillant beschreibt, gab es doch auch gar keine echte rechtsradikale, geschweige eine patriotische Szene.
Es war politisch schon immer gewünscht, daß Glatzen und Säufer durchs Brandenburger Tor oder sonstwo marschierten (auf allen 4en krochen). Denn was wäre eine linke Gesellschaft ohne ablenkendes Feindbild?

Die eigene Identität als politisches Thema wird immer polarisieren. Das mag Berechtigung haben, aber es lenkt auch von dem desaströsen Zustand des Staates ab. Dieser desaströse Zustand, wie die politische Willkür der gewählten Regierungen, ist der eigentliche Grund, warum Oppositionelle Zuspruch erhalten.

In Österreich war der degenerierte Mief des SPÖ-Genossen-Filzes nach Jahrzehnten so ekelerregend, daß dem süddeutschen Wähler alternativer Nation gar nichts anderes übrig blieb, als die Konservativen zu wählen. Und um internationale Einmischung zu verhindern, ist die aktuelle Regierung in Wien in den Maßnahmen sehr zurückhaltend. Es dauert eben noch 15 Jahre, bis beim ORF die linke Versorgungs-Mischpoke ausgetauscht sein wird. Und wenn wir alle Rückschläge patriotischer Parteien und Bewegungen betrachten, handelt es sich in erster Linie um eine Geldfrage, also um den materiellen Mangel. Entweder ist Geld vorhanden, um medial als Mitbewerber um Zuschauerquoten zu gelten, oder man postuliert derart provokante Forderungen und grenzwertige Thesen, wie die AfD, um von den Anstalten des politischen Gegners medial verwurstet zu werden.

Geduld ist der einzige Weg zum Erfolg. Die Staat wird weiter abwirtschaften. Deswegen sind andere europäische Staaten hier auch schon weiter. Soziale Not erhöht den Wert familiärer Bindungen. Und wenn der Bürger verstanden haben wird, daß man auch die Verwandschaft importierter Sklaven nicht kaufen kann, wird auch bei uns in Zentral-Europa ein Umdenken stattfinden. Dabei ist die IB wesentlich hilfreicher als alle rückwärts gewandten Reichsideen, um dann im diesem zukünftigen Wendeprozeß als neues Sinnbild zu fungieren.

H. M. Richter
8. Februar 2019 08:17

@ Der_Juergen
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Der hier wiedergegebene Briefwechsel erinnert nicht nur an einen platonischen Dialog und trägt verständlicherweise auch Züge einer klärenden Selbstvergewißerung, sondern er erfüllt auch eine Funktion. Insofern sind manche in ihm gestellten Fragen m. E. weniger als kubitschek'sche Autorenmeinung denn als eher stellvertretend geäußert zu verstehen.
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Der sich verstärkende Kampf gegen die IB geschieht nicht zuletzt aus ästhetischen Gründen, - zu offen, zu symphatisch und oftmals auch zu schön sind ihre bekanntesten Gesichter. Auch hierbei gilt - wie bei der Sommerfeld-Lethen-Geschichte -, daß nicht sein kann, was nicht sein darf ...

Als die DDR untergegangen war, stellte ihr einstiger Volkskammerpräsident Horst Sindermann fest: „Wir waren auf alles vorbereitet, aber nicht auf Kerzen und Gebete.“

Jede Zeit hat ihre eigenen Wege.

Heinrich Loewe
8. Februar 2019 08:59

Möglicherweise müßte man einige konkrete Vorgänge wissen, vor deren Hintergrund der Briefwechsel stattfindet. Ansonsten bin ich, ohne die Argumente zu wiederholen, hier bei Martin Sellner.

Die Identitären sind in meiner Gegend quicklebendig - unter Einsatz der sozialen und beruflichen Zukunft ihres noch jungen Lebens: es erscheinen über Nacht immer wieder Holzkreuze in Erinnerung an die Opfer der Multikultipolitik. Das schlägt richtig Wellen! Der Herr Bundespräsident geht ja nur zu türkischen Rechtsanwältinnen. Man sollte die subkutane Wirkung der IB-Aktionen nicht unterschätzen!

@Der_Juergen meint, letzten Endes wird es nicht in den Parlamenten entschieden. Wenn Sie die Zeit-Schiene meinen, widerspreche ich. Frage an Sie und alle: Wären Sie bis auf weiteres zufrieden, wenn wir über Nacht 1:1 eine Regierung und Politik wie in Österreich bekämen?

Der Dualismus Universalisten versus Idenditäre scheint vorläufig in die Sackgasse zu führen. Erfolg versprechender, d.h. mehrheitsfähig scheint der Ansatz „Populismus“ zu sein. Siehe Italien. Siehe Trump.

In der Tat ist es aber entscheidend, daß die Akteure der AfD ihr breites Spektrum aushalten und sich nicht auseinander dividieren lassen. Wie ein Mann!

quarz
8. Februar 2019 09:25

Wie sieht es eigentlich mit dem IB-Nachwuchs aus? Seit fünf Jahren sieht man immer dieselben Gesichter. Ich möchte keinesfalls so missverstanden werden, dass ich diese Personen für untauglich oder "verbraucht" hielte. Im Gegenteil: gerade die unermüdliche Pionierleistung Martin Sellners hat meine volle Bewunderung und Dankbarkeit und sie möge uns noch lange erhalten bleiben. Aber die Effizienz eines Ein-Mann-Unternehmens (oder eines Unternehmens mit wenigen bewährten Personen) ist bei aller Exzellenz der Akteure beschränkt.

Deshalb nochmals meine Frage: gibt es Nachwuchs in nennenswertem Ausmaß oder besteht die IB im Wesentlichen aus den Leuten der ersten Stunde (sagen wir: des ersten Jahres)? Eine der wichtigeste Aufgaben wäre ja, die Jugend zu gewinnen, die einen Perspektivwechsel in die von einer Eloi-Generation verwaltete politische Gegenwart bringt. Der Marsch durch die Institutionen darf nicht allzu lange dauern, diese Geduld (möge sie auch "Ursach" haben) aufzubringen erlaubt der Ernst der Lage nicht. Und der Marsch kann nur beginnen, wenn Junge in großer Zahl an den Start gehen.

Der_Juergen
8. Februar 2019 10:19

@Heinrich Loewe

Sie fragen mich: "Wären Sie bis auf weiteres zufrieden, wenn wir über Nacht eine Regierung und Politik wie in Österreich bekämen"? Hier meine Antwort:

Ich würde eine solche (in der BRD aus Gründen, die ich gleich erwähnen werde, praktisch unmögliche) Entwicklung als Etappensieg begrüssen, aber nicht mehr. Natürlich ist die Strache-Kurz-Regierung um ein Vielfaches besser als das Merkelregime. Natürlich hat sie in der entscheidenden Frage, der Migrationsfrage, positive Schritte ergriffen und versucht, wenn auch nur halbherzig, die Flut einzudämmen. Aber: Um einen grundlegenden Wandel zu erreichen, bedarf es der Auswechselung der Justiz und vor allem der Medien, und das kann eine parlamentarische Regierung, die sich nie als revolutionär verstanden hat, nicht bewirken, ohne die Spielregeln des Systems zu verletzen, in dessen Rahmen sie wirkt.

Schwerkriminelle Ausländer werden in Österreich weiterhin geduldet. Ein Beispiel: Ein in seiner Heimat wegen Mordes gesuchter und in Österreich vielfach vorbestrafter Türke ermordete vor ein paar Tagen einen Beamten der Ausländerbehörde an dessen Arbeitsplatz. Sie werden einwenden, dafür könne die ÖVP/FPÖ-Regierung doch nichts, denn die sei ja nicht befugt, darüber zu entscheiden, wer bleiben könne und wer gehen müsse. Da liegt eben der Hase im Pfeffer! Die Regierung hat nicht die Macht, den Beamtenapparat von Saboteuren zu säubern und eine restriktive Ausländerpolitik zu erzwingen.

Zweitens ist von der Regierung in Wien nie und nimmer zu erwarten, dass sie die Meinungsfreiheit im Lande durch Abschaffung des skandalösen Verbotsgesetzes wiederherstellt, auf dessen Grundlage politische Gefangene für lange Jahre inhaftiert werden können und werden (einer, der übrigens durchaus kein "Neonazi" ist, sitzt bereits seit ca. 15 Jahren hinter Gittern). Sowohl Kurz als auch Strache haben der unsichtbaren Besatzungsmacht ja öffentlich die Treue geschworen.

Doch selbst eine solche Regierung, die im Vergleich zu einem Merkelregime nur das deutlich kleinere Übel darstellt, ist in der BRD nicht denkbar. Die Union wird nicht mit der AFD koalieren, ehe diese aufgehört hat, eine ernsthafte Alternative für Deutschland zu sein. Bedingung für eine schwarzblaue Koalition, die, wenn sich die innenpolitische Lage massiv verschlechtert und die SPD weiter abstürzt, anno 2021 nicht ganz ausgeschlossen ist, wird zunächst sein, dass sich die AFD des "Flügels" entledigt und Patrioten wie Höcke (falls diese bis dann noch nicht Poggenburgs Vorbild gefolgt und von selbst gegangen sind) rauswirft. Dann ist die AFD eine bessere FDP, und ausser kosmetischen Korrekturen ist von einer solchen Koalition rein gar nichts Positives zu erwarten.

Selbst ein totaler Zuwanderungsstop wäre nicht ausreichend. Um eine schleichende Umvolkung zu verhindern, muss ein Grossteil der aussereuropäischen Immigranten in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Hierzu ist die Kurz-Strache-Regierung weder willens noch in der Lage, und eine hypothetische schwarzblaue Regierung in Berlin wäre es noch viel weniger.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Mich interessiert natürlich die Sicht anderer Foristen.

Niekisch
8. Februar 2019 10:29

Genau d a s mußte jetzt kommen und es kommt mir bekannt vor: vor ca. 3 Jahren prophezeite mir der hohe Verfassungsschutzbeamte mit dem nn "fisherman", ich solle noch rechtzeitig "vom Pferd springen". Man werde von Seiten der Behörden mit j e d e r Regung unserer Art fertig. Der Kampf sei aussichtslos.

Ergo: auch das Rittergut wird ebenso wie die IB unter Beschuß geraten und was dann? Wer rät dann wem, genehm zu sein oder zu werden?

Was die AfD angeht: gerade ist im Ortsverband Gladbeck ein Teil des Vorstandes zurückgetreten, weil dem Sprecher die Aussage vorgehalten wird, er stimme Bernd Höcke zu, der Provokationen für richtig halte, um der Schweigespirale zu entgehen.

Wo leben wir denn? Sind Zensur und vorauseilende Selbstzensur schon so weit fortgeschritten, um geheimdienstlichen Repressionen zu entkommen? Bleibt da noch Zeit für Politik?

Ein kleiner Vorschlag: distanzieren wir uns doch bitte grundsätzlich von nichts und niemandem, schweigen wir doch ganz einfach zu Anwürfen und machen unser Ding. Jeder auf seine Art!

Verstöße gegen noch geltende Gesetze werden intern geahndet.

MARCEL
8. Februar 2019 10:32

Ein Nervenkrieg, der uns auferlegt wird. Diese Gegenoffensive spricht erstmal für den Erfolg und die "Nerven" bei manchen künden vom Neuartigen, das sich anschickt. Dafür gibt es kaum Blaupausen.
Der Kampf tobt letztlich immer um die Gunst der breiten Bevölkerung. Stichwort: "Isolate the enemy" (Nordirland, es lohnt sich übrigens, diesen Konflikt zu studieren)
Die Einstellung des Volkes kann sich allerdings rascher ändern, als man meint:
-durch gravierende äußere Ereignisse oder/und
-durch verheerende Fehler des Regimes.
Auf beides kann man warten oder "zuarbeiten".
Wer innen noch wenig Unterstützung erfährt, kann sich in geeigneter Form an das potente wie interessierte Ausland wenden (ich meine nicht unbedingt andere EU-Staaten)
Klar, auch hier droht Abhängigkeit.
Allein auf sich gestellt, wird es aber kaum gehen (Blick nach Venezuela)

deutscheridentitaerer
8. Februar 2019 10:43

Die AfD wird sowieso nichts Entscheidendes bewirken. Das wäre selbst dann so, wenn sie nicht wie derzeit zur Hälfte aus feigen Idioten bestehen würde.

Martin Sellner ist viel bedeutender als 15% in 16 Landesparlamenten und die vage Hoffnung diesen Anteil vielleicht in den nächsten fünf Jahren um fünf Prozent steigern zu können.

t.gygax
8. Februar 2019 10:52

@derJuergen
Zitat: "sowohl Kurz als auch Strache haben der unsichtbaren Besatzungsmacht öffentlich die Treue geschworen"
Herr "Jürgen", Sie sind ein Meister der zutreffenden Beschreibungen.
Das wirkt stärker auf den Leser als die gelehrten Ausschweifungen des Foristen Maierdomus/meierpirmin, wobei dessen lexikalisches Wissen jederzeit zu würdigen ist.
Zurück in die Niederungen des irdischen Daseins: ich kann geistig das Unterwerfungsritual unter die Besatzungsmacht verweigern, und ich kann bei den öffentlichen Huldigungen schweigen. "Seid klug wie Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben", sagte einmal eine in diesem Forum sehr kontrovers gesehene historische Persönlichkeit.
So viel ist noch möglich! Dies als Aufmunterung, denn auch ich lebe mitten in Mordor und habe Sehnsucht nach dem Auenland-falls Sie Tolkien kennen, der war ein guter Erzähler....

MARCEL
8. Februar 2019 10:52

Kleiner Nachtrag:

Am 06.02. erschien in der Online FAZ eine zackige Rezension von
Andreas Speit: "Das Netzwerk der Identitären" (Ch Links)

Für die Gegenseite ist die IB (Zitat: "straff geführt") längst nicht tot. So entsteht ein Mythos - das ist doch schon die halbe Miete im Propagandakrieg, oder?

W. Wagner
8. Februar 2019 10:58

Passend dazu gestern auf Cicero.de: Prüffall AfD - Wer schützt die Verfassung vor den Verfassungsschützern?
Man beachte den letzten Satz zum Duckmäusertum. Fragen wir uns ehrlich: Ohne die IBÖ wäre etwa der Migrationspakt überhaupt größer bekannt geworden? War es die AfD, die hier zuerst etwas unternahm? Etc.
Im Übrigen halte ich den Briefwechsel für gestellt, denn es braucht überall junge Leute, auch in Schnellroda. ;)

Gustav Grambauer
8. Februar 2019 11:11

Nicht nur weil die Scholls auf dem Höhepunkt des Totalen Krieges agiert haben (und weil ein neuer Totaler Krieg gegen die BRD, leider auf Kosten der deutschen Substanz anrollt) habe ich beim Lesen des obigen Briefwechsels an sie gedacht. Maße mir nicht an, der IB zu empfehlen, wo sie sich ihre Vorbilder suchen soll, nicht mal stilistisch, aber es schadet gewiß nicht, dies einmal beim Bedenken der Lage der IB zu lesen:

https://www.weisse-rose-stiftung.de/widerstandsgruppe-weisse-rose/flugblaetter/iv-flugblatt-der-weissen-rose/

- G. G.

Niekisch
8. Februar 2019 11:48

@ Der__Juergen 10:19:

Wort für Wort stimme ich zu. Es wird wahrscheinlich der AfD das Gleiche blühen wie damals der Deutschen Partei oder dem BHE: sie wird halbgeliebte Eunuchin in den Armen der CDU erstickt werden.

Laßt uns also unabhängig vom mittlerweile absehbaren Schicksal der AfD jeder an seinem Platz wie in den 60iger Jahren Linke und Grüne von ganz unten her Wort ergreifen, metapolitische Nadelstiche versetzen, kleine Kulturkampagnen starten, überall dahin gehen, wo der Deutsche leidet und persönlich durch Haltung werben. Dabei ist Beschränkung auf Appelle für unser großes Ziel in einigen wenigen, weitgefaßten Schlagworten -z.B Souveränität - Identität - Sozialität- nötig, die fast alle Dissidenten unterschreiben können. Begleitend muß ein Minimum an Verhaltenskodex gelten und die digitale Vernetzung noch verstärkt werden. Als formales Vorbild sollten wir uns die Nester Codreanus nehmen. Organisationsnamen, Zeichen u.ä. sind längere Zeit entbehrlich, ja schädlich, da sie immer trennend gegenüber anderen Teilen der Bewegung wirken. Ein Kleidungsstück wie bei den "Gelbwesten" darf es sein, aber nicht so, daß es als Uniform gewertet werden kann.

Vorschlag: 2 reflektierende weiße Leuchtstreifen um die Waden. Dagegen kann niemand etwas einwenden oder ausrichten und sie lassen sich bei Gefahr schnell entfernen.

IB, Pegida, örtliche Initiativen mögen sich dem bei allgemeinen Gedenktagen und überörtlichen Aktionen unterordnen, um eine Geschlossenheit zu demonstrieren.

Fredy
8. Februar 2019 11:54

Die IB aus dem Spiel nehmen, damit Kumpan Höcke etwas Ruhe hat. Ich hab Achtung vor Kubitschek, aber dieser Briefwechsel ist arm. Vielleicht sollte der Verleger wieder nur Verleger sein und weniger Hintermann von Höcke. Letzterer ist eine Zumutung, was Pathos, Habitus und Selbstverständnis betrifft - ich weiß, er nennt das Haltung, und er ist der Beste diesbezüglich ... alle anderen Parteikollegen charaktlich problematisch. Nichts gegen stramme Rechte. Aber der Typ tut seiner Partei, oder überhaupt jeweils der wo er Mitglied wäre, keinen Gefallen. Parteipolitisch nicht integrierbar. Ich kenne niemanden, der die Afd wegen ihm wählt, immer nur trotz ihm. Und darunter sind auch Leute, die politisch derselben Denkweise anhängen.

kommentar kubitschek: kommentar mal freigestellt, aber ich schätze schwer, daß dem nicht so ist.

starhemberg
8. Februar 2019 11:56

Dieser Schriftverkehr ist für mich interessant und verwirrend zugleich. Sollte man wegen möglichen drei oder vier Prozent mehr in diesem Herbst schon jetzt in Ausgrenzeritis verfallen? Ist es nicht eigentlich so, dass die Wahlergebnisse im kommenden Herbst im großen Bild gesehen weniger wichtig sind, als man vielleicht annimmt? Denn am Ende wird niemand mit der Alternative koalieren, niemand mit den Schmuddelkindern spielen, und harte Opposition ist mit 17% genauso möglich wie mit 21%. Das entscheidende Datum aus heutiger Sicht ist doch vielmehr der Herbst 2021. Da geht es dann um die sprichwörtliche Wurst. Und bis dahin wird sich das politische Klima weiter deutlich verschärft haben, da weiterhin jeden Tag der "Einzelfall"
den Systemparteien einen blutigen Strich durch die unlautere Rechnung macht.

Woher diese Nervosität? Sollen sie doch alle machen, was sie wollen. Sollen sie den Verfassungsschutz von der Leine lassen. Die Zeit arbeitet für die Alternative, und sonst für niemand. Und zu guter Letzt: Falls die Systemparteien tatsächlich lieber nur unter sich, im schlimmsten Falle auch mit Vierer-Koalitionen, weiter regieren, dann spielt dies alles erst recht keine Rolle. Vorauseilender Gehorsam erscheint mir jedenfalls als die schlechteste aller Varianten. Geduld, Gelassenheit und rechtzeitiger Ersatz für den langsam wahrlich zu alten Gaul Gauland ist meines Erachtens anzuraten. Der "lange Marsch" der FPÖ in Österreich von 2003 bis 2017 sollte hier nicht vergessen werden.

Sandstein
8. Februar 2019 12:02

"in Ihren Zeilen und Gedanken steckt zuviel Wunsch. Die Identitäre Bewegung hat keine Lobby. Die AfD hat eine Lobby."

Danke. Besser kann man es nicht runterbrechen. Die IB sollte sich genau überlegen, was sie will. Politische Vorfeldarbeit geht nun mal nicht, ohne auf ein politisches Ziel hinzuarbeiten. Dass sie damit automatisch und zwangsläufig immer auf die AfD verweist, sollte langsam durchgedrungen sein.
Wie es mit der IBÖ und FPÖ aussieht weiß ich nicht, ich weiß aber dass es zwischen IB und JA (Junge Alternative) sehr wohl Austausch gibt. Und das, obwohl die Mitgliedschaft in der IB ist unvereinbar mit einer Mitgliedschaft in der AfD ist. Höhere Hürden kann man als Partei kaum einziehen, auch wirkt das deutsche Parteiengesetz hier einschränkend. Die SPD ist bis heute Edathy und Sarazzin nicht losgeworden.

Umso wichtiger ist schonungslose Ehrlichkeit aller Beteiligten gefragt: nütze ich der Sache, bin ich bereit, für ein Ziel mich selbst zurück zu nehmen. Letztlich geht es um persönliche Integrität und die Fähigkeit für eine größere Sache Verletzungen wegzuschlucken.
Denn so muss es sich als Aktivist zweifelsohne anfühlen, wenn man viel riskiert und dann aus dem "eigenen" Lager verleumdet wird.
Keine einfache Sache das alles. Aber ich hoffe auf genügend Vernunft.
Gruß.

Rorschach
8. Februar 2019 12:11

In Anbetracht der Defend-Europe-Aktionen, kann die IB nicht so einfach wieder zum monotonen Flugblatt verteilen und Transparente halten, zurückkehren. Der Anspruch ist gewachsen und damit hat die IB eine Büchse geöffnet, der sie hoffentlich gerecht wird. Wir werden sehen was das Jahr 2019 noch bietet, sonst sieht es für die Bewegung nicht gut aus. Die Entwicklung von einer Sammlung von vielen kleinst Gruppen (bei denen es oft an Erfahrung, Ideen ect. fehlt) hin zu einer NGO mit wenig Akteuren im Vordergrund (dafür viele im Hintergrund) , würde ich begrüßen. Da kann man von den Moralaktivisten von ZPS oder anderen lernen.

Hartwig aus LG8
8. Februar 2019 12:29

Die AfD erhielt bei der BTW 2017 12,6 Prozent der Wählerstimmen. Die Partei B90/Die Grünen hatte bei allen Bundestagswahlen zuvor stets weniger Stimmen und blieb auch 2017 hinter der AfD zurück. Nur ein einziges Mal gab es überhaupt ein zweistelliges Ergebnis. Dennoch muss man feststellen, dass Die Grünen die Politik in Deutschland seit spätestens Ende der 1990er Jahre (mit)bestimmen. Die Grünen haben ein Vorfeld, und die Grünen haben einen Hintergrund (Klein-Greta-"Soros" lässt grüßen).
Der AfD sollte sich nicht darauf fokussieren, ihr Wählerpotential um jeden Preis vollständigst auszuschöpfen, sondern ein möglichst großes und ausdifferenziertes Vorfeld zu pflegen und einen (finanz)kräftigen Hintergrund zu bekommen.

Sandstein
8. Februar 2019 12:56

@deutschidentitärer

was Sie schreiben ist Unfug. Wir reden nach den nächsten Landtagswahlen nochmal über Perspektive und Zukunft.
Dann wenn in Brandenburg zum Beispiel 25% der Stimmen bei uns, der AfD gelandet sind.
Nehmen Sie es mir krumm oder nicht; es ist vielleicht ganz gut so, dass die einen bei der IB sind, und die anderen bei der AfD.

Sie schreiben:
"Die AfD wird sowieso nichts Entscheidendes bewirken".

Das ist ja sowas von unwahr und fast schon lustig so frech wie das ist. Eine Verteidigung Sellners und Ihrer Kreise in allen Ehren, aber bleiben Sie um Himmels Willen bei den Tatsachen. 6 Millionen Wähler gegen was, 1000 Helfer und Unterstützer? 35.000 Mitglieder gegen 150? 100 Presseberichte auf 1? Finanzmittel fangen wir jetzt gar nicht erst an abzugleichen.
Und genau hier kommt der springende Punkt: das alles rechtfertigt für die AfD nicht das Risiko einer VS-Beobachtung.

Niekisch
8. Februar 2019 13:20

@Hartwig aus LG8 12:29:

Vielleicht hat auch die AfD einen zumindest ursprünglich vorhandenen Hintergrund "transatlantischer" Natur, der sich um die finanzieller Grundlage erst dann richtig kümmert, sobald das Höcke - Umfeld eliminiert ist. Beim Vorfeld hapert es bisher gewaltig. Im Gegensatz zu den Grünen gibt es keine wirkliche Vorfeldarbeit, die Energie wird mit Streitereien verplempert. Während Hunderte von Organisationen damit beschäftigt sind, uns zu "citizens of the world" umzuschmieden, sind hier im Westen für die AfD überwiegend Postenjäger und Ausgrenzer unterwegs, während sich die breite Masse der Mitglieder angewidert fernhalten.

MartinHimstedt
8. Februar 2019 13:26

"Wie sieht es eigentlich mit dem IB-Nachwuchs aus? Seit fünf Jahren sieht man immer dieselben Gesichter." (…) "Deshalb nochmals meine Frage: gibt es Nachwuchs in nennenswertem Ausmaß oder besteht die IB im Wesentlichen aus den Leuten der ersten Stunde (sagen wir: des ersten Jahres)?" // "Es ist ja schließlich nicht so, als hätte es stattdessen einen riesigen Run auf die IB gegeben und nach tausenden von neuen Mitgliedern, hätte man erst einmal ein Aufnahmestopp verkünden müssen."

Doch. So in etwa. Wie es bei der IB, oder auch AfD, aktuell ist, weiß ich nicht. Aber bis vor kurzem war es – zumindest hier vor Ort! – wie folgt:

Zunächst war beziehungsweise ist die örtliche IB-Gruppe über den größten E-Mail-Provider überhaupt nicht erreichbar. Es blieb bis zuletzt unklar, ob man uns gesperrt hatte – oder ob es sich um ein rein technisches Problem handelte. Es hat sich aber auch niemand wirklich dafür interessiert, da man mit den E-Mails, die so noch irgendwie durchkamen, bereits nicht mehr hinterher kam. Um Nazis beziehungsweise Linksextreme, den Verfassungsschutz und andere Idioten außen vor zu lassen, wurden umfassende Einzelgespräche an einem neutralen Ort geführt. Das ganze Prozedere war überhaupt nicht mehr in der Freizeit zu bewältigen: Die Warteliste lang.

Mal ganz davon abgesehen, ist es das Konzept der IB, dass der Kern an Aktivisten klein und überschaubar bleibt. Man braucht keine 500 Leute für eine Banner-Aktion (und 50 eigentlich auch nicht). Viele Spender – kleines Aktionsteam.

Bei der hiesigen AfD war es, angeblich, ähnlich: Man kam schlicht nicht mehr hinterher. Zudem: Neumitglieder wollte man sich am liebsten persönlich ansehen, Verbindungen zur IB gingen mutmaßlich gar nicht. Konkret: Hat man einen Mitgliedsantrag gestellt, hörte man eine lange Zeit erstmal gar nichts, ehe nach sechs bis zwölf Monaten erstmal jemand zu einem Plausch anrief. In jeder anderen Partei füllt man einen Antrag aus, überweist den Beitrag und drei Tage später hat man den Partei-Ausweis in der Post. Dankeschön.

"Sollte Martin Sellner anstelle stundenlanger Videos nicht lieber wieder substantielle Arbeit leisten?"

Der Anwalt sagte, dass bis zum Ende des Prozesses Schluss ist mit Aktivismus. Nun geht es weiter.

Padberg
8. Februar 2019 14:17

Die IB (und alle anderen) zwingt den Gegner Farbe zu bekennen. Dieser Aspekt ist im Diskurs nicht genannt... aber doch so wesentlich. Die Fassaden müssen Fallen. Mache den Feind sichtbar. Aufklärung kommt vor dem Angriff.

Tiuri
8. Februar 2019 14:20

Hoffnung:
1. Die IBÖ wurde freigesprochen.
2. Die Migrationspaktkampange.
3. Mit etwa 10 Jahren Verzug gegenüber dem amerikanischen Raum, ist in Deutschland in den letzten Monaten ein neurechtes Milieu auf YouTube entstanden.
(Über socialblade.com kann gerne jeder einmal die Entwicklung unserer Kanäle über das letzte Jahr betrachten.)
Genannt sei:
- Der Zuwachs der Abonnenten von Martin Sellner, von 34.000 im Januar auf 18 auf 87.000 im Januar 19.
- Das gezielte Großziehen des Kanals "Outdoor Illner", +5.000 Abonennten in etwa 2 Wochen, der mittlerweile der erste (!) Vorschlag von YT für den Begiff "outdoor" ist.
- Das breit gestreute Umfeld, Kellner, Janisch, VL, Grell, AfD Kompakt usf.

Die Bedeutung dieses YT Milieus für das Anpolitisieren von Jugendlichen, und vor allem deren regelmäßige Einbindung in unsere Themen und Denkfiguren, kann nicht überschätzt werden.

---Soweit nur um die niederschmetternde Stimmung im obigen Briefwechsel zu neutralisieren.----

Nichtsdestotrotz steht die IB sicherlich an einem Scheideweg.
Ich möchte hier auf zwei Probleme aufmerksam machen:
- Erstens, in den Schreiben von Herrn Kubitschek, aber auch in den Kommentaren schwingt eine Haltung mit, dich ich überspitzt so formulieren möchte: "Die IB bekommt von mir (mittelaltem, bürgerlich eingerichtetem Konservativen) Geld, und soll dafür gefälligst Bilder liefern und mir die Illusion aufrechterhalten, es gäbe noch so etwas wie eine national gesinnte Jugend."
- Zweitens, die IB ist zerrissen zwischen dem Anspruch eine Bewegung zu sein oder zu werden, und dem Anspruch eine hochprofessionelle, abgeschottete Kaderorganisation zu bilden.

Meines Erachtens nach, braucht Deutschland gerade keine Banner auf Hausdächern.
Umso dringender braucht es einen Raum, in dem sich rechte, konservative, kulturpessimistische, junge (!) Deutsche treffen und austauschen können.
Der Fokus auf öffentlichkeitswirksame Aktionen (siehe 1.) und abgeschotteten Kader Aktivismus (siehe 2.) verhindert das.

Was die IB braucht, ist ein Jahr voller Wanderungen, Museumsbesuchen, Liederabenden, Lesekreisen und Vorträgen und Kneipenabenden.
Am Ende stünden neurechte Freundeskreise die von der IB unabhängig existieren, neue Ideen und eine tatsächliche Bewegung.

Wahrheitssucher
8. Februar 2019 14:55

@ Der_ Jürgen

Kann mich schwerlich erinnern, Ihnen einmal nicht zugestimmt zu haben...

Cantabile
8. Februar 2019 15:37

Im Artikel heißt es:
„Der um die Alternative Mitte gruppierte Teil würde wohl mehrheitlich der These zustimmen, daß man ohne Höckes Flügel schon viel weiter wäre.“

Für rechte Strategen ist meine Meinung unmaßgeblich, aber ich stimme diesem Satz zu und wundere mich seit langem, warum er nicht beherzigt wird.

Höckes Flügel wird wie die gesamte Partei im Zweifel mehr Zustimmung im Osten als im Westen Deutschlands erfahren – aber diese Länder haben strukturell kein ausreichendes Machtpotential für durchgreifende Veränderungen.

Ein politisches Gewicht, an dem niemand vorbeikommt, ist nur in den alten Bundesländern zu gewinnen. Dass die Alternative des Höcke-Flügels dort mehr Stimmen bringt als der Verzicht auf sie, kann ich nicht glauben.

Das Ergebnis mag zwar weniger alternativ sein, es wäre aber dafür eine realistischere Option auf Veränderung.

Cantabile
8. Februar 2019 16:09

Übrigens: Nachdem sich die Übernahme ehedem linker Aktionsformen durch die Neurechten insgesamt bewährt zu haben scheint – warum übernimmt man von dort nicht auch die Langzeitstrategie des „langen Marsches durch die Institutionen“? Fehlt es dazu an Geduld?

Ich kann jedenfalls keinen anderen gangbaren Weg für nachhaltige Veränderungen erkennen, denn nichts, was im Hauruck-Verfahren übers Knie gebrochen wird, wird von Dauer sein.

Im Grunde ist das bisherige Wachstum schon gefährlich, weil die personellen Ressourcen wahrscheinlich ungenügend sind. Dauerhaft wird ein politischer Erfolg nur möglich sein, wenn es eine breite personelle Unterfütterung durch Funktionseliten gibt. So etwas braucht Zeit zum Wachsen.

Maxx
8. Februar 2019 16:38

Zitat @cantabile: "...warum übernimmt man von dort nicht auch die Langzeitstrategie des „langen Marsches durch die Institutionen“? Fehlt es dazu an Geduld?"

Weil man mit ungetrübtem Blick erkennt, dass die dazu nötige Zeit gar nicht mehr vorhanden ist - wir haben keine Jahrzehnte mehr für einen langen Marsch ... -; von den dazu an den Bildungseinrichtungen bzw. in der Breite und nicht nur punktuell nötigen personellen Ressourcen ganz zu schweigen ...

Niekisch
8. Februar 2019 16:47

@Cantabile 8.2. 16:09:

Warum kein Marsch durch die Institutionen? Ganz einfach, weil trotz Wollens nur ein paar Generale vorhanden sind, aber ganz, ganz wenige Soldaten, um zu marschieren. Ach ja, da fehlt noch etwas: ein mitreißender, klarer, kämpferischer Marschbefehl!

nigromontanus
8. Februar 2019 17:16

Ich kann Herrn Kubitschek hier leider nicht zustimmen. Der politisch-mediale Komplex wird IMMER jede politische Positition rechts von Merkel bekämpfen, sie mit aller Macht und allen Mitteln zu zerstören versuchen. Was sie mit der AfD, mit der IB, auch mit Antaios machen, würden sie methodisch auch an jedem anderen, potentiell neuen Akteur durchexerzieren. Im Eingeständnis, daß die IB quasi als Marke verbrannt sei, steckt damit das Eingeständnis, daß eine rechte Opposition in Deutschland nicht möglich ist. Auch neue Projekte werden daran dann nichts ändern.
Insofern: "The only way out is through".

P.S. Das gilt auch für die AfD, deren Mischung aus niveaulosem Pennälertum und ängstlichem Kuschen vor der Autorität mir teilweise wirklich auf die Nerven geht. Die sollten erst einmal lernen, sich wie Erwachsene zu präsentieren, bevor sie ihrem Tagebuch erzählen, wie weit sie doch schon wären, wenn doch x und y nicht wäre. Die Zahn- und Harmlosigkeit der AfDler bei ihren seltenen Talkshow-Teilnahmen. Das wäre ein Thema. Oder die ultradebilen Sprüche, die mir jeden Tag aus dem Twitter-AfD-Kanal entgegenzwitschern, und die wirklich jeden gemäßigt-bürgerlich Denkenden mit noch 2 funktionierenden Gehirnzellen anwidern dürften. Aber da offenbar das Potential fehlt, um gegen den politischen Gegner direkt zu punkten, ätzt man gegen die Mitstreiter. Jämmerlich ist das eigentlich.

deutscheridentitaerer
8. Februar 2019 17:53

@Sandstein

"Dann wenn in Brandenburg zum Beispiel 25% der Stimmen bei uns, der AfD gelandet sind."

Und was soll sich dann ändern?

"Nehmen Sie es mir krumm oder nicht; es ist vielleicht ganz gut so, dass die einen bei der IB sind, und die anderen bei der AfD."

Sicher, das sehe ich ganz genauso und wird ja von Sellner oben explizit gutgehießen.

"Das ist ja sowas von unwahr und fast schon lustig so frech wie das ist. Eine Verteidigung Sellners und Ihrer Kreise in allen Ehren, aber bleiben Sie um Himmels Willen bei den Tatsachen."

Fühlen Sie sich bitte nicht angegriffen. Mir fehlt in diesen Internet-Debatten möglicherweise manchmal das Gefühl für den richtigen Tonfall. Ich kenne persönlich eigentlich nur gute AfDler. Aber tun wir doch nicht so, als würden der derzeitige Wähleranteil von 13-15% nicht prinzipiell jeder rechten, nicht-nazistischen Partei ihre Stimme geben.

Der relative Erfolg der AfD ist zum großen Teil nicht ihr eigener, sondern eine Folge des Schocks von 2015.

"Und genau hier kommt der springende Punkt: das alles rechtfertigt für die AfD nicht das Risiko einer VS-Beobachtung."

Wie gesagt, auch ich befürworte eine strikte personelle und organisatorische Trennung.

Aber zu glauben, dass hätte irgendeinen Einfluss auf eine VS-Beobachtung oder ähnliche Maßnahmen halte ich für unglaublich naiv.

@Cantabile

"Höckes Flügel wird wie die gesamte Partei im Zweifel mehr Zustimmung im Osten als im Westen Deutschlands erfahren – aber diese Länder haben strukturell kein ausreichendes Machtpotential für durchgreifende Veränderungen."

Mein persönlicher Eindruck ist es, dass jemand der die AfD jetzt wegen Höcke nicht wählt, sie auch ohne Höcke nicht wählen würde.

Überhaupt verstehe ich nicht, warum man sich innerparteilich so auf Höcke eingeschossen hat. Fast jeder Funktionär ist bisher durch ungeschickte Äußerungen aufgefallen, ohne dass es ihn vergleichbar "umstritten" gemacht hätte.

Höcke ist durch die ständigen Anfeindungen jedenfalls zum Symbol für den widerständigen Kern der AfD geworden und ist deshalb aus Prinzip zu halten.

"Ein politisches Gewicht, an dem niemand vorbeikommt, ist nur in den alten Bundesländern zu gewinnen. Dass die Alternative des Höcke-Flügels dort mehr Stimmen bringt als der Verzicht auf sie, kann ich nicht glauben."

Im Westen ist aber sowieso nichts zu holen. Man darf sich doch nicht der Illusion hergeben, durch besonders geschicktes Auftreten auf einmal die Wählermassen zu gewinnen. Innerhalb einer gewissen Marge von vielleicht fünf oder meinetwegen auch zehn Prozent mag das gehen. Aber wo keine rechten, patriotischen Wähler sind, kann man keine herzaubern.

Was stellen sich die AfD-Optimisten denn konkret vor? Jemand schrieb ja schon, dass es letztlich auch egal ist, ob man mit 17 oder 21% Opposition macht. Überspitzt könnte man sagen, es ist egal, ob die AfD 5% oder 49% hat.

Und selbst wenn sie an die Regierung kommt, ist damit noch gar nichts gewonnen, wie man an den USA oder Österreich sieht.

Die entscheidende Schlacht um die Herzen und Köpfe unserer Landsleute kann nicht im Parlament gewonnen werden.

heinrichbrueck
8. Februar 2019 18:05

@ Cantabile
Beim Marsch durch die Institutionen muß man sich schon bei denjenigen bewähren, denen die Institutionen gehören.
Seit Parteienregierungen eingesetzt werden, machte noch nie eine Partei Politik in D. Sie durften lediglich die Politik kommunizieren, wofür die ihnen übergeordneten Medien zuständig sind. Man beachte die Medienhetze gegen die deutsche Vergangenheit. Das Frageantwortspiel der Achtundsechziger mit ihrer Elterngeneration, und die Manipulationen im Hinblick auf den Großen Austausch. Solche handverlesenen Politiker reden nach Drehbuch, wenn auch nicht nach eigenem. Eine langfristige Perspektive, eine machtvolle Legitimation, können kurzfristig gewählte Politiker auch nicht haben.
Und diese ganzen Streitereien ums Geld, alles Theater. In keinem Land der Welt gibt es einen Mangel an Geld. Es sei denn, Geldmangel wird absichtlich herbeigeführt. Jedem Rentner könnte sofort zusätzlich Geld überwiesen werden, volkswirtschaftlich überhaupt kein Problem. Das veranstaltete Theater soll in den überkommenen Machtstrukturen halten, Denkschablonen bloß nicht verändern, und am Ende wieder gegeneinanderhetzen. Dann ist Griechenland pleite, Venezuela arm, ungeachtet ihrer Bodenschätze. Warenmangel wird herbeigeführt, es geht an die Substanz. Und den Leuten wird sozialistischen Geldmangel eingebläut. Weltkriege braucht man dagegen nicht in Stellung zu bringen.
Eigene Institutionen. Dieser Staat sollte eigentlich für die Identitären nur in einem Punkt zuständig sein: Kindergeld!

Hartwig aus LG8
8. Februar 2019 18:55

Bezüglich Höcke wird es wahrscheinlich ganz profan ablaufen, so wie in ähnlichen Fällen auch in anderen Parteien. Wenn er bei der Landtagswahl ein überdurchschnittliches Ergebnis einfährt, dann wird Höcke zur nicht übergehbaren Größe; wenn es unterdurchschnittlich ausgeht, bekommt er ein Problem. Und um den Einwand vorzubeugen: Höcke ist nicht Poggenburg.

Gelddrucker
8. Februar 2019 18:57

Marsch durch die Institutionen ist Unsinn, dauert schlicht zu lange.

Was MartinHimstedt geschrieben hat zum Zulauf zu den Identitären stimmt sehr optimistisch. Da ist sie doch, die national gesinnte Jugend. Auch die Kommentare unter Sellners Videos und ähnlichen Videos kann ich als recht jugendlichen Schreibstil interpretieren. Sicherlich ist das die Minderheit, aber Junge werden auch alt und fangen an selbst zu denken. Ich war in meiner Jugend auch eher links, ohne mich selbst so zu bezeichnen, waren ja alle irgendwie links.

Ich denke im Gegensatz zu vor 10 Jahren gibt es WIEDER eine national gesinnte Jugend.

Ich weiß auch nicht wie man angesichts der DefendEurope Aktion und des Echos darauf sagen kann, man "höre von der IB nichts mehr" oder ähnliches.

Man sollte mal eine Kampagne starten um die zurückzuholen, die sich aus Ausdauergründen vom Widerstand verabschiedet haben bzw. sogar geflüchtet sind. Was ich persönlich ja für äußerst bedenklich finde, da wirft man Leuten vor, aus Eritrea hierher zukommen und seilt sich selbst von der herannahenden Umvolkung ab. Lachhaft.

Man bekommt die dekadenlange Gehirnwäsche doch nicht in ein paar Jahren AFD/IB aus dem Kopf. Strengt euch gefälligst an und steckt den Kopf nicht in den Sand.

Lotta Vorbeck
8. Februar 2019 19:19

@Fredy - 8. Februar 2019 - 11:54 AM

Die AfD wird nicht wegen oder trotz Björn Höcke gewählt, sondern schlicht weil es sie gibt.

Inwiefern die AfD durchaus systemstabilisierend wirkt, steht auf einem gänzlich anderen Blatt geschrieben.

Lotta Vorbeck
8. Februar 2019 20:03

Lage 2019 (II): Akteur oder Spielball?

Der von Götz Kubitschek gewählte Titel erinnert an einen Vers aus einem seinerzeit laut Lehrplan im Literaturunterricht der Oberstufe an DDR-Schulen zu behandelnden Gedicht, nämlich: "Amboss oder Hammer sein"

__________________________

Geh, gehorche meinen Winken
Geh, gehorche meinen Winken,
nutze Deine jungen Tage,
lerne zeitig klüger sein:
Auf des Glückes großer Waage
steht die Zunge selten ein;
Du musst steigen oder sinken,
Du musst herrschen und gewinnen,
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein.

Johann Wolfgang von Goethe

Padberg
8. Februar 2019 21:09

@Maxx
@Niekisch

Winterdepressionen?

@Tiuri

Hoffnung? Wer mit der Hoffnung fährt, hat die Armut zum Kutscher.

Wo ist das Problem? Keine positiven Meldungen von der Front?

Fakt ist, dass eine neue rechte Bewegung entstanden ist. (AfD, IfS, IB)
Fakt ist, dass wir langsam ein Teil der Deutungshoheit bekommen.(Internetforen, Youtube, Twitter)
Fakt ist, dass wir den neuen Buchdruck als Medium erheblich besetzen. (Internet)
Fakt ist, dass wir ganz ohne Subventionen und Mauschelei unser Einkommen erwirtschaften. (Staatsabhängig?)
Fakt ist, dass wir wunderbar ein doppeltes Spiel beherrschen.(Gesellschaftlicher Druck)
Fakt ist, dass wir eine positive Geburtenrate besitzen.(Wir haben Kinder)
Fakt ist, dass unsere Gegner täglich weniger Einfluss haben.(Unsere Zahlen steigen)
Fakt ist, dass wir ohne ein absehbares Ende bestand haben werden.(Natur)
Fakt ist, dass wir langsam sogar Metapolitik betreiben.

Uns geht es wunderbar.

Ob die BRD überlebt oder nicht, ob die EU überlebt oder nicht. Wir bleiben.

Wir grämen uns um die Kinder der Kampfesbrüder unserer Väter und Grossväter - Weil Sie nicht sehen wollen, dass Sie freiwillig in den Abgrund laufen, und bisweilen das eigene Erbe verraten und sogar Ihre Kinder zum eigenen vermeidlichen Wohlfühl-Seelenheil opfern?

Wie will mich diese Bande werteloser, obzöner, dumpfer Egomanen bekämpfen? Wie wollen die mich besiegen? Wie wollen die uns besiegen. Unmöglich. Das hat selbst der WWII nicht geschafft.

Wir kommen immer wieder aus dem nichts, denn es die Natur des Menschen, unsere Natur. Wenn dies nicht stimmte, warum "rechts" sein, dann hätten wir ja unrecht.

Wie können wir noch ein paar Seelen helfen den inneren Diskurs zu wagen - durch Qualitätspessimismus
oder durch Kraft, Sinn und Zufriedenheit?

Simplicius Teutsch
8. Februar 2019 22:14

Eine Banalität: Was in Zukunft in Deutschland möglich sein wird, weiß man heute noch nicht. Das hängt von der Entwicklung nicht nur in Deutschland, sondern in Europa und weltweit ab.

Zur Lage: Die bleierne Zeit, die Grabesruhe ist vorbei; unabhängig von der Existenz der IB. Es ruckelt und rutscht überall. Egal wie es ausgeht, Hauptsache, es tut sich schnell was.

micfra
9. Februar 2019 00:17

Den Mitteldeutschen ist die 68er Gehirnwäsche zum Glück erspart geblieben. Daher haben die mit einem Höcke auch kein Problem. Die Rückkehr zu Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie wird vom Osten ausgehen oder gar nicht mehr.

Franz Bettinger
9. Februar 2019 00:21

Vergessen wir nicht, wer der eigentliche Feind ist. Der Feind steht draußen! DRAUßEN! Zerfleischen wir uns nicht! Seien wir nachsichtig miteinander. Wir brauchen auf unserer Seite alle Bataillone: Die wegen der Gesinnung eingesperrten Mutigen, die es mit den Paragraphen 130 und 20 Abs. 4 GG aufnehmen. Die wegen ihrer Aktionen Geschassten und Verfolgten. Und die wegen ihrer Verlage Boykottierten. Wir brauchen die Vorsichtigeren. Wir brauchen selbstverständlich die AfD. Wir brauchen die ähnlich Denkenden im Ausland. Wir brauchen die Neuen und ja auch die Alten Rechten, denen man Unrecht tut. Wir brauchen die Plakate-Kleber. Die Leute an den Wahlkampfständen. Essayisten. Die guten Redner und Schreiber. Die Genialen. Und die Gut-Aussehenden. Liebe Freunde, wir brauchen UNS. Alle Kräfte! Vergesst das nicht!

Laurenz
9. Februar 2019 00:27

@Gustav Grambauer .... vielleicht haben Sie ja mal Lust im Spiegelarchiv 2014 zu stöbern und den Leitartikel zum Beginn des 1. Weltkriegs vor damals 100 Jahren, herauszusuchen. Das wesentliche an diesem Artikel ist seine Beschreibung darüber, daß sich die geo-strategische Situation Deutschlands in den letzten hundert Jahren nicht sonderlich verändert hat. Das stellt man anhand der Rede Hitlers vom 20.02.38 im Reichstag ebenso fest. Die Rede gilt bis zum heutigen Tag. Gut, die Renegaten Deutschland, später Deutschland & Japan, waren noch recht dürftige Kaliber und wurden heute mehr oder weniger durch die BRICS-Staaten ersetzt. Die Ablösung Zentral-Europas aus dem Werte-Westen ist aktuell eine latente Gefahr. Nicht umsonst fliegen uns aktuell die Brocken, wie Import-Sklaven, North-Stream, Brexit etc. um die Ohren. Das Imperium Americanum bröckelt eben, da wird es rabiat. Ob Sie da jungen Leuten die Weiße Rose oder den Hitlerjungen Quex anbieten, gibt sich in dem jeweiligen Zeitgeist gegen den Mainstream nicht wirklich etwas, außer, daß man die ethnischen Protagonisten austauscht. Ich hätte es für wünschenswerter gehalten, wenn Sie jungen Leuten empfohlen hätten, klug zu handeln und Ihre Interessen wahrzunehmen. Stellen Sie Sich vor, kein deutscher Anti-NorthStream-Experte/Politiker hat Hemmungen zur besten Sendezeit dem deutschen Michel zu erklären, es sei in Seinem Interesse Gas-Transfer-Gebühren an Polen und die Ukraine zu latzen. Es hat sich eben nichts geändert, ganz egal, wer in Berlin das Zepter schwingt, ob Kaiser oder sonstwer.

Andreas Walter
9. Februar 2019 03:10

Der Staat igelt sich bereits ein, auf Kosten der Steuerzahler. Also des Volkes:

https://www.krone.at/1859277

Sekundäre Folgen: Dadurch auch immer unverschämtere Beamten und Behörden und damit noch mehr Frustrierte, die dann eben ihre Wut in Zukunft auf der Straße loswerden wollen.

Das Problem aber ist und bleibt einzig und allein der Staat. Darum igelt er sich ja auch ein. Der einfache Bürger dagegen muss in Zukunft für seinen dadurch auch höheren Schutzbedarf entweder zusätzlich selbst aufkommen, oder eben das höhere Risiko schutzlos tragen.

Das nennt man in den Sozial- und Politikwissenschaften das Abwälzen von staatlicher Verantwortung auf das Volk - und in der Ökonomie die bewusste beziehungsweise unbewusste Externalisierung beziehungsweise Verlagerung bei gleichzeitiger Anhebung von Kosten auf das Volk.

Kosten, die auch wieder einzig und allein durch falsche Politik und Missmanagement einer unfähigen Elite entstanden sind. Also Politiker wie auch Unternehmer, die S. bauen, andere dafür aber Haften und Zahlen lassen. Ähnlich wie auch der Dreck mit den Banken 2008. Solange man dann auch noch die Opposition kauft und/oder erpresst, und die Militärs und Geheimdienste auch noch daran mitverdienen lässt, kann man dieses böse Spiel auch tausende Jahre lang betreiben. Mit zunehmender Verfeinerung der Technik und damit aber auch Erhöhung der Kosten übrigens immer besser, weil das Volk diesen Rüstungswettlauf irgendwann nicht mehr mithalten kann.

"If you want a picture of the future, imagine a boot stamping on a human face — for ever." George Orwell, "1984", published in June 1949

Ein Gedankenverbrechen darum heute sogar bereits glauben zu wissen, wer diese Leute denn sein könnten, die die ganze Menschheit zu unterjochen und zu täuschen versuchen, und wer sich daran alles beteiligt.

Niedersachse
9. Februar 2019 11:14

@deutscheridentitaerer @Sandstein

Für mich ist die AfD das beste und erfolgreichste Parteiprojekt der letzten Jahrzehnte. Das es diese Partei gibt ist gut und notwendig, auch wenn mir einiges nicht gefällt und man immer wieder merkt, das viele AfD- Poltiker vorher in der CDU waren. Sei`s drum. Völlig überflüssig und schädlich dagegen sind parteiinterne Querelen, indessen Verlauf die selbsternannten "Gemäßigten" sich schnell von Parteifreunden distanzieren und deren Ausschluß fordern. Umgekehrt dagegen habe ich das selten erlebt. Zumindest was mir bekannt ist. Und genau diesen Leuten möchte ich mal ins Stammbuch schreiben:

Weder ein Höcke, noch ein Kalbitz noch eine von Sayn- Wittgenstein sind in irgendeiner Form Extremisten. Vielleicht mag für Einige die Grundsätzlichkeit und der Phatos von Höcke etwas übertrieben wirken, mit Extremismus hat das aber null zu tun. Es ist lediglich eine schonungslose Analyse des Status Quo und die ist auch bitter notwendig, will man eine wirkliche Alternative sein und politische Veränderungen durchführen. Anstatt sich am politischen Gegner abzuarbeiten - von denen wir ja genug haben - wird ängstlich darauf geschielt, ja keinen Staub aufzuwirbeln und sich schön dem Etablishment anzubiedern. Diese Vorgehensweise ist destruktiv und zum Scheitern verurteilt, denn was glauben die "Gemäßigten" eigentlich, was danach passiert? Desweiteren ist es ein Ammenmärchen zu glauben, der Flügel würde viele Wähler "im Westen" abschrecken. Hat da jemand Belege für oder sind das nur steile Thesen? Ich behaupte mal, die Wähler die sich davon abschrecken lassen, haben den Schuss sowieso nicht gehört. Sie haben noch nicht erkannt, das die Politik dieser Regierung weitaus extremistischer ist, als es der "Flügel" jemals ein könnte. Mord und Totschlag im Wochentakt, Vergewaltigung und Rauschgifthandel an der Tagesordnung, Obdachlose erfrieren bei Minusgraden, Rentner müssen Flaschen sammeln, aber Björn Höcke hat eine "schlimme Rede" gehalten...gehts noch?!

Aber spinnen wir mal weiter. Angenommen, der "Flügel" würde komplett die AfD verlassen, dann hätten die Volksabschaffer Blut geleckt, dann würden sie erkennen, das diese Masche zieht und immer weiter machen. Immer neue Forderungen nach Distanzierungen und Parteiauschlüssen wären die Folge, selbst die harmloseste Forderung seitens der AfD würde als "extremistisch" bezeichnet werden. Nein Freunde so wird das nix! Die AfD kann und darf nur mit dem Flügel bestehen, alles andere wäre der langfristige Tod der Partei. Habt ihr das Schicksal der "Reps" noch in Erinnerung?

Natürlich hat der Deutschidentitaere recht, wenn er sagt, dass nur Parteipolitik alleine nicht ausreicht und wir die Köpfe und Herzen der Landsleute gewinnen müssten. Aber das ist ja genau die Grundvoraussetzung für jede politische Veränderung und dadurch ergibt sich das Wahlverhalten schon fast automatisch. Das Eine tun ohne das Andere zu lassen, das ist die Devise die schon immer galt!

Niekisch
9. Februar 2019 11:31

"Winterdepressionen?"

@Padberg 8.2. 21:09: Nö. Aber allmähliches Zurückweichen des früheren Optimismus. Natürlich konnten wir Deutsche bisher nicht erledigt werden, weder durch Krieg noch durch begleitenden und den Kriegen nachgeschobenem Massenmord. Erst das Reproduktionsdefizit gepaart mit Masseneinschleusung könnte uns den Rest geben.

43 % der Grundschüler in NRW mit "Migrationshintergrund" ...noch Fragen?

LotNemez
9. Februar 2019 11:55

Auf der europa nostra vermutete K., es brauche bei uns einen langen Atem, man müsse sich auf die Aufzucht (sagte er so natürlich nicht ;) neurechter intellektueller Eliten verlegen, um einen Marsch durch die Institutionen, einzige Möglichkeit der nachhaltigen Veränderung, überhaupt antreten zu können.

Manchmal kommen einem bereits gehabte Erkenntnisse wieder abhanden. Die IB mag momentan nicht allzu präsent sein. Das heißt aber nicht, das der Ofen aus ist. Die Ortsgruppen wachsen langsam aber stetig. Es wird weniger Leuchtturmaktionen geben, viel Wert wird auf Kommunikationstraining gelegt. Die IB ist mit ihrem kulturellen/jugendaktivistischen Umfeld die beste Möglichkeit, auf dem Pausenhof Präsenz zu zeigen und den Einstieg in eine alternative gesellsch. Perspektive anzubieten.
Der Souverän ist laut GG. das Deutsche Volk. Besonderen Schutz genießt die Familie... Wenn es in den Schulen keine Kraft mehr gibt, die darauf hinweist, muss diese Stütze der Demokratie eben aus der Schülerschaft heraus kommen. Man hört, in den unteren Klassenstufen laufe das gar nicht so schlecht. Lehrer sind längst auch mit identitär denkenden Schülern ohne Migr.hint. konfrontiert.

Herr Kubitschek macht sich Sorgen, ein angeschlagener Kreuzer könnte in das vulnerable Mutterschiff hineinsteuern. Deshalb soll es einen Sicherheitsabstand halten. Kann man so sehen. Aber das läuft auf ein divide et impera hinaus. Wenn wir GG-konform sind, warum sollte sich irgendwer von irgendwem distanzieren? Oder ist dem Mutterschiff selbst nicht mehr zu trauen? Dann liegt das Problem wohl eher auf dessen Brücke, was K. ja auch einräumt.

Bleibt die Frage, wie weit man sich selbst distanzieren müsste, um den Anderen der Distanzierungspflicht zu entheben? Da ist doch kein Abstand groß genug für die Deutschen Feuilletons. Muss man nicht größer denken? Der Westen wandert langsam aber sicher nach rechts. Das ist eine Dynamik, gegen die man sich auch in Dtl. nicht stemmen kann. Welche Organisationen da bis zum Ende des Weges mitgehen und welche als Kollateralschäden auf der Strecke bleiben, ist nicht wichtig. Langsam aber gewaltig kommen!

Simplicius Teutsch
9. Februar 2019 14:43

@ALD, aus welcher Ecke schreiben Sie? Was Sie Martin Sellner da vorwerfen und unterstellen ist eine Frechheit: „Sollte Martin Sellner anstelle stundenlanger Videos nicht lieber wieder substantielle Arbeit leisten? Und vor allem, sollte er nicht ein Deut mehr Demut an den Tag legen?“

Herr Sellner, lassen Sie sich nicht demotivieren. Sie sind einer unserer Besten. Wenn es bloß mehr von Ihnen gäbe.

Franz Bettinger
9. Februar 2019 17:11

@Niekisch: Sie schreiben: "Ach ja, da fehlt noch etwas: ein mitreißender, klarer, kämpferischer Marschbefehl!" - Den hatten die Grünen, zu denen ich 1982 zählte. Er lautete: "Von euch sterben jedes Jahr mehr. Von uns werden jedes Jahr mehr geboren." Den Satz schleuderte ich als Jung- Spunt dem damaligen Stadtrat von St.Ingbert entgegen, der die Wälder um Rohrbach abholzen lassen wollte. Der Satz wirkte! Er bewirkte zunächst einmal einen Skandal im Dorf. Er war aber auch eine Prophezeiung, deren Eintritts-Wahrscheinlichkeit mit jedem Jahr größer wurde. Warum? Weil "wir" (damals) recht hatten. Weil Umwelt das große Thema im Westen war. Und weil wir Jugendlichen das als erste begriffen. Hier liegt heute der Hund begraben: die Jugend. Wenn wir sie nicht gewinnen, verlieren wir unser Land. Deshalb unterstütze ich die Identitären.

Der Feinsinnige
10. Februar 2019 02:32

@ Cantabile

Zum „langen Marsch durch die Institutionen“:

Die Kernidee von Schnellroda (Antaios/ Sezession/ IfS) ist genau darauf angelegt: Es wird (gerade in den Akademien, aber auch publizistisch) eine nennenswerte Anzahl jüngerer Leute herangebildet, die am Beginn ihres Berufslebens stehen, also idealerweise in die Institutionen gelangen können. Gleichzeitig ist die neurechte Opposition aber auch schon weiter als die „68er“ nach so wenigen Jahren: Mit der AFD hat schon ein Marsch nicht durch die Institutionen, also von unten, sondern in die Institutionen, also von oben und von der Seite her stattgefunden und findet jeden Tag weiter statt. Wofür die „68er“ eine Generation benötigt haben, kann (und sollte) der neurechten Opposition deutlich schneller gelingen. Voraussetzung eines weiteren Erfolges der AFD ist dabei meines Erachtens der Zusammenhalt aller Strömungen. Erfolge des Höcke-Flügels in den östlichen Bundesländern werden dabei über kurz oder lang in die westlichen Bundesländer ausstrahlen. Dagegen käme eine Abtrennung des Flügels einer Spaltung und damit einer Schwächung, wenn nicht dem Ende der AFD gleich. Das wäre genau das, was die Etablierten wollen.

Zur Diskussion insgesamt:

Unabhängig davon, daß es hier schon vielfach Thema war: Zur Beurteilung der Lage gehört auch, zu erkennen, daß zu substantiellen Veränderungen Mehrheiten im Volk gehören. Diese müssen (und können) gewonnen werden, und zwar auf demokratischem, legalem Weg im Rahmen der bestehenden staatlichen Ordnung. Dies ist von Anfang an der Anspruch der AFD gewesen und auch der IB und insbesondere Martin Sellners, soweit ich ihn richtig verstanden habe. Immer noch und immer wieder hörenswert ist Sellners Vortrag in Schnellroda im Februar 2017: https://www.youtube.com/watch?v=3gjTgCAYwaA

Außerparlamentarische Opposition, also friedliche Demonstrationen und absolut gewaltfreier Aktivismus gehören zu einer Demokratie, die ihren Namen verdient, dazu. Sie tragen idealerweise dazu bei, Mehrheiten im Volk und dann auch in den Parlamenten zu verändern. Am Ende sind jedoch parlamentarische Mehrheiten entscheidend, wenn sich im Lande wirklich etwas ändern soll. Alle anderen Szenarien sind meines Erachtens von vornherein zum Scheitern verurteilt, und sei es auch nur deshalb, weil dem Verfassungsschutz diejenigen Argumente geliefert würden, die er jetzt noch nicht hat. Aber ich bin auch nach wie vor überzeugt davon, daß keine Regierung, keine Regierungsform, kein Staat, in der Lage ist, mittel- bis langfristig gegen die Mehrheit eines Volkes anzuregieren.

Maiordomus
10. Februar 2019 10:42

@Gigax. Ich habe nichts dagegen, dass die langjährigen Blogteilnehmer von einander die Klarnamen kennen, es ist aber nicht üblich, dieselben jeweils hier auf eigene Faust auf Kosten des Betroffenen zu outen. Ich selber wurde immerhin wegen meiner Beteiligung hier an diesem Blog schon mal von der weiteren Mitarbeit an einer Zeitschrift ausgeschlossen.

Sandstein
10. Februar 2019 11:30

@deutscheridentitaerer

"Aber tun wir doch nicht so, als würden der derzeitige Wähleranteil von 13-15% nicht prinzipiell jeder rechten, nicht-nazistischen Partei ihre Stimme geben."

Ihre Argumentation stimmt so nicht. Zumindest haben Sie einen für mich unverständlichen Standpunkt. Denn dann wäre ja jedes Engagement, diese Gruppe zu vergrößern, überflüssig. Genau darum, nur darum geht es aber.
Richtiger wäre folgender Schluss: es gibt Potential für >20%, und zwar auch im Bund, wenn man bereit ist, bestimmte, durch uns nun mal jetzt nicht veränderbare Regeln, einzuhalten.
Wenn man weiß, dass der deutsche Wähler die Themen Erinnerungskultur und Identität meidet wie der Teufel das Weihwasser, dann lässt man es eben.

Die Aussage, der Erfolg sei keiner der AfD, sondern den Umständen geschuldet, ist schon wieder so ein Beispiel für eine etwas spezielle Perspektive.
Es ist völlig offensichtlich und unbestritten, dass äußere Faktoren eine Rolle spielen. Kein politischer Umbruch ohne einen kleinen gesellschaftlichen.
Es geht immer um das Nutzen von Chancen und Gelegenheiten. Nur: die müssen dann auch erst einmal genutzt werden. Guter Indikator für das Einordnen der AfD ist die Tatsache, dass keine andere Partei bisher aus dem Stand so erfolgreich war. Ich denke das spricht für sich.

Gruß und nichts für ungut.

ede
10. Februar 2019 13:39

Lange überlegt, und das gefunden:
https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article188370277/Leitkultur-Francis-Fukuyama-fordert-die-bekennende-Nation.html
Wenn das keine Zeitzeichen sind.

Simplicius Teutsch
10. Februar 2019 18:23

@LotNemez, das gefällt mir, eine schöne, bildhafte Verdichtung von Kubitscheks Anliegen, das er rüberbringen möchte:

„Herr Kubitschek macht sich Sorgen, ein angeschlagener Kreuzer könnte in das vulnerable Mutterschiff hineinsteuern. Deshalb soll es einen Sicherheitsabstand halten.“

Was mir aber erst jetzt beim Schreiben und nochmaligen Drüberlesen aufgefallen ist, wenn ich also eine klein(lich)e Änderung anbringen dürfte, ich glaube, Kubitschek rät dem KREUZER (und nicht dem Mutterschiff), einen Sicherheitsabstand zu halten, oder?

Um jetzt in diesem Bild weiter zu phantasieren: Eine weitere Frage wäre natürlich noch: Ist der Kreuzer wirklich „angeschlagen“, also schwer zu manövrieren? Wenn ja, warum ist der Kreuzer möglicherweise schwer zu manövrieren? Meine These und Warnung: Es besteht die Gefahr, dass der IBD-Kreuzer von den unterirdischen Strudeln und Sogwirkungen des gemeingefährlichen Verfassungsschutzes und der medialen Lügenkraft des Merkelregimes in das Mutterschiff hineingedriftet wird.

MargitElisabeth
10. Februar 2019 18:48

Von der IB habe ich mich geistig getrennt als die Reaktion auf den Migrationspakt war, man solle ein Selfie hochladen, wo man den Vertrag zerreisst und ein Computerspiel enteickelt wurde, bei dem man Pakt besiegen sollte. Jugendbewegung ist gut, Kita geht zu weit. Zum Glück ist mit den Gilets Jaunes
eine wesentlich erwachsenere, inklusive und weitaus schlagkräftigere Bewegung entstanden, die auch für DE und Ö Vorbildcharakter haben wird.
Weniger Frisurprobleme, weniger Gebäudeklettern, weniger YouTube und Snowflake-Getue und mehr Männer und Frauen, die für Ihre Werte auf die Strasse gehen und protestieren.
Formez vos bataillons!

Urwinkel
10. Februar 2019 20:38

Feinsinniger:

"Am Ende sind jedoch parlamentarische Mehrheiten entscheidend, wenn sich im Lande wirklich etwas ändern soll."

Aha - Wenn man sich diese Schleimgesichter in Brandenburg (physyiognomisch Woidke = Aal, in meiner Wahrnehmung reflektiert als Unwähler) anschaut, überkommt mich die Jagdlust. Nach Geld und Fisch. Überhaupt nervt es, wenn solche Laberheinis, motiviert von Bürgermeistern, irgendwie schwachmatisch-wirkend rüberbringen: "Unser Dorf soll schöner werden!" -- Ach, wohin denn? Die Substanz dazu ist weitestgehend abgewirtschaftet und durch undurchdachte Neuarchitektur
heuchelnd, kleinmütig deplaziert worden, verloren, Depp! (nicht Sie sind damit gemeint, FS). Es herrscht hemmungslose Wütereiraserei auf den Bundesstraßen, durch die Dörfer (selbst von Anliegern, die das unerfindlich cool finden und entsprechend hinnehmen).
Ist übrigens ein zahnloses Dauerthema in der Lokalpresse. Hui! - was sind wir ach' so urban, wir uns-Liebenden. (plus gepflegte Vorgärten entlang der Horrorroute B-sonstwie). Auszusteigen kommt, solch Gemarterten kaum in den Sinn. Das ist der dekadente I-Tupf drauf. Fast schon witzig.

Moderner Gruß aus dem Folkloreshithole Spreewald.

t.gygax
11. Februar 2019 10:33

@maiordomus

Sorry, das war keine böse Absicht. Unter diesem Namen-ich wusste gar nicht, dass das Ihr realer Name ist, habe das erst festgestellt, als ich bei amazon die Fülle Ihrer Bücher entdeckte und bei youtube die Menge Ihrer Filme und Veröffentlichungen- haben Sie schon vor Jahren in diesem Forum sich engagiert beteiligt...also nochmals: keine böse Absicht.
Wenn Sie bei EK nachfragen, kann die Ihnen gerne meine reale Adresse geben...ein Austausch über "Sire, geben Sie Gedankenfreiheit" ist immer gut; und ich fürchte, Sie als Bewohner der freien Schweiz haben zwar Einschränkungen erlebt, aber Ihnen wurde nicht die Existenz zerstört. Und das ist noch eine ganz andere Ebene als halt der Rauswurf aus irgend einer ehrenamtlichen oder nebenberuflichen Aktivität.
In der BRD wird man eistentiell vernichtet, in der freien Schweiz sieht das doch noch ein bißchen anders aus. Auch wenn dort nicht alles Gold ist, was glänzt, aber Uli Stamm und Ulrich Maurer können ihren Mund aufmachen, und Freysinger kann Bücher schreiben. Die Schweiz war schon immer anders, und dies bereits vor vierzig Jahren. Ich habe den Mani Matter vor vierzig Jahren gerne gehört, und den kannte in der BRD kein Mensch. Schiller hatte schon Recht, als er sein Freiheitsdrama bewußt in die Schweiz legte. Man will dort die Geßlerhüte eben nicht grüßen.....

t.gygax
11. Februar 2019 12:24

@maiordomus
Nachtrag: ich meine natürlich Ulrich Schlüer von der SCHWEIZERZEIT, nicht den deutschen LINKEN-Poltiker Ulrich Maurer.
Klassische Freudsche Fehlleistung..man wird älter.

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