Sonntagsheld (96) – Zurück in die Zukunft

Satire darf alles ... Haben Sie’s gewußt?

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Die Deut­sche Rech­te steht kurz vor der Machtergreifung.

Schon nähen behin­der­te trans­bi­nä­re Kinds­per­so­nen in Kam­bo­dscha an den Uni­for­men der kom­men­den Schutz­staf­feln, schon erwer­ben von rus­si­schen Ölma­gna­ten unter­stütz­te ost­deut­sche Groß­grund­be­sit­zer Immo­bi­li­en in Bran­den­burg und Meck­len­burg-Vor­pom­mern, um dort gehei­me Fol­ter­kel­ler ein­zu­rich­ten, in wel­chen nach der Recon­quis­ta alle Jour­na­lis­ten, die mal was böses über die AfD gesagt haben, mit Gott­fried-Benn-Gedich­ten gequält wer­den sollen.

Wohl­wol­lend beglei­tet wird das Gan­ze von einer klei­nen gefäl­li­gen Cli­que von Stei­bü­gel­hal­tern der Fascho­ka­lyp­se, die in den gro­ßen Ver­lags­häu­sern von FAZ, WELT und natür­lich – ulti­mum malum – beim SPIEGEL sit­zen, seit der Kind­heit von ihren NSDAP-Opas mit Wehr­machts­ge­schich­ten und Nazi­spiel­zeug indok­tri­niert wur­den und im Auf­schwung der Neu­en Rech­ten nun end­lich die völ­ki­sche Nest­wär­me wie­der­fin­den, um die sie ihr hal­bes Leben lang betro­gen wurden.

Glau­ben Sie nicht? Okay. Gute Sati­re ist heut­zu­ta­ge sel­ten gewor­den. Zu ernst die Situa­ti­on, zu tief die Grä­ben, als daß man noch Zeit und Muße hät­te, die eige­ne Seit mal mit einem Augen­zwin­kern­un­ter Beschuß zu nehmen.

Umso char­man­ter daher der auf­rech­te Ver­such von Maxim Bil­ler über den “Links­rechts­deut­schen” in der aktu­el­len WELT, in wel­chem er mit nost­al­gi­schem Gespür jenem huma­nis­tisch-tota­li­tä­ren Anti­fa­schis­mus der frü­hen Zwei­tau­sen­der­jah­re nach­fühlt, des­sen Voka­bu­lar wir lan­ge ver­ges­sen glaubten.

Wir erin­nern uns: Es war die Zeit von Irak­krieg und Rot-Grün, die Nazi-Keu­le ging von Hand zu Hand und jeder durf­te mal drauf­hau­en, weil alle wuß­ten, was pas­siert, wenn die Rech­ten irgend­wann Anschluß an die gesell­schaft­li­che Mit­te finden.

Der bril­lan­te Schach­zug des Lite­ra­ten: Er über­trägt in sei­nem Essay den Anti­fa-Sprech aus der Zeit, in wel­cher der Anfang vom Ende vom Ende der Geschich­te liegt, ins chao­ti­sche Heu­te. Dabei läßt Bil­ler kei­ne rhe­to­ri­sche Fein­heit aus; behut­sam und mit Witz sorgt er dafür, daß Sät­ze wie die­ser klin­gen wie wie­der­erwach­te Zeit­zeu­gen aus den Jah­ren vor Sarrazin.

“Und da gibt wie­der­um der ers­te den neu­en Nazis den sehn­süch­ti­gen Rat­schlag, wie sie es, so wie ein­mal die Grü­nen, schaf­fen könn­ten, die Mit­te zu erobern: „Eine rech­te Gesell­schafts­kri­tik, die bei einer Fort­schritts­mü­dig­keit ansetzt, die über­all in der west­li­chen Welt herrscht, und die­se mit dem Glau­ben an eine star­ke Iden­ti­tät ver­bin­det, könn­te für vie­le gesell­schaft­li­che Lager anschluß­fä­hig wer­den.“ Denn: „Die Demo­kra­tie in die­sem Land hat schon immer eine gro­ße Inte­gra­ti­ons­kraft gehabt.“ Komisch, daß hier das Wort Demo­kra­tie genau­so klingt wie das Wort Dik­ta­tur. Und das Wort Iden­ti­tät wie das Schnal­zen einer Reiter-SS-Gerte.

Wer mit den Rech­ten reden will und kann, das lernt man heut­zu­ta­ge also beim Lesen des „Spie­gels“, der gleich­zei­tig kei­ne MeToo- und Kli­ma­wan­del­ge­schich­te aus­läßt und in sei­ner Fäl­scher-Affä­re auf vor­bild­lich früh­so­wje­ti­sche Art Selbst­kri­tik übt, ist offen­bar ein beson­ders wen­di­ger und vor­aus­schau­en­der Links­rechts­deut­scher. Der will nicht nur Adolf Hit­ler und der Genera­ti­on HJ ver­zei­hen, son­dern auch denen die Hand aus­stre­cken, die mög­li­cher­wei­se bald genug demo­kra­ti­sche Macht haben wer­den, um die Demo­kra­tie abzuschaffen.” 

Nichts weni­ger als die Abschaf­fung der Demo­kra­tie und die Reha­bi­li­ta­ti­on Adolf Hit­lers – spitz­fin­dig spielt Bil­ler mit jenen Arche­ty­pen des Anti­fa­schis­mus der Mit­te, nähert sich den lin­ken Rea­li­tä­ten der dama­li­gen Zeit an, nur um an ande­rer Stel­le mit einer gro­ßen Absur­di­tät die Lacher wie­der auf sei­ne Sei­te zu holen:

Das Zen­tral­or­gan der Links­rechts­deut­schen [in Bil­lers Fik­ti­on die Nazi-Ver­ste­her der mit-Rech­ten-rech­ten Frak­ti­on] ist das Ham­bur­ger Nach­rich­ten- und Ideo­lo­gie­ma­ga­zin „Der Spiegel“.

Ein Hoch­genuß zeit­ge­nös­si­schen Humors und vor dem Hin­ter­grund der Hilf­lo­sig­keit derer, die uns zu ent­lar­ven oder zu über­füh­ren such­ten, natür­lich gleich dop­pelt lustig.

Am Ende spielt unser Sonn­tags­held dann noch ein­mal die ganz gro­ßen Akkor­de – auch die­ser apo­ka­lyp­ti­sche Bom­bast gehört zum Sprech der von ihm vor­ge­führ­ten „Auf­stand der Anstän­di­gen“ – Generation.

„Wo ste­hen Sie?“ fragt Bil­ler und kommt damit auf die Fra­ge zurück, die er schon am Anfang des Essays an sei­ne Leser stellte:

„Sind Sie auch ein Links­rechts­deut­scher? […]

Also was, ja oder nein? Oder viel­leicht irgend etwas dazwi­schen? Bit­te, über­le­gen Sie sich sehr genau, was Sie auf die­se Fra­gen erwi­dern wol­len. Denn von Ihren Ant­wor­ten hängt ab, ob das Land, in dem Sie und ich leben, auch mor­gen noch demo­kra­tisch sein wird oder nicht. Und ob sol­che Arti­kel wie der, den Sie gera­de gele­sen haben, dort noch erschei­nen können.“ 

Ein Gran­de Fina­le – ein letz­tes Auf­bäu­men des auf­rich­ti­gen Publi­zis­ten, der ver­zwei­felt an sei­ne Mit­men­schen und Mit­de­mo­kra­ten appel­liert, nicht zum Nazi-Ver­ste­her-Ver­ste­her zu wer­den; ein ful­mi­nan­ter Abschluß die­ser mit schar­fer Feder geschrie­be­nen Kari­ka­tur eines zum Glück aus­ster­ben­den Typus der kla­gen­den und kei­fen­den Moralisten.

Oder war es ein Schwanengesang?

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Kommentare (24)

LotNemez

17. Februar 2019 21:03

Und ich dachte, die Welt sei schon etwas weiter als Speigel, Süddeutscher Beobachter und Konsorten. Billers Weltartikel - ein bis zu dem frühen Punkt, an dem ich ihn nicht weiterlaß und vermutlich darüber hinaus, durch und durch ekelhafter Text.

Ekelhaft deshalb, weil er ein ganzes Volk (noch dazu mein Volk, aber egal, mir geht es ums Prinzip) in Sippenhaft nimmt, für die Verbrechen, die eine NS-Führungsclique zu verantworten hatte. Egal ob BDM-Mädel oder überlebende Soldaten, da darf es keine falsche Vermenschlichung geben. Sie hatten schließlich die Wahl ins Kinderheim oder Gefängnis zu gehen. Eine Wahl, die unser vorbildlicher Schreiberling sicher getroffen hätte. Darum ist er ja auch bei Springer, und nicht arbeitslos. Oder wie?

Also meine Oma, deine Oma, alles Nazis, die nicht mindestens eine Widerstandszelle gegründet haben um möglichst viele Nachbarn=Nazis zu töten? Folglich muss man auch dem russischen Volk die Schuld an Stalin und den GULAGs geben.

Sippenhaft ist ein wichtiges Mittel für totalitäre Regime, denn sie können ohne die Angst, die mutige Widerständler um ihre Familie haben, die Rücksicht, die sie auf die Verletzlichkeit ihrer Gefährten nehmen, nicht weiter existieren. "

Hier wird geistig schon auf diesen zivilisatorischen Rückfall ins Mittelalter hingearbeitet. "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Der braucht auch keine Menschenwürde mehr." So denkt nur der Verblendete, rückhaltlos Hassende und das ekelt mich an.

Ich bin heilfroh und stolz wie Bolle, keine solchen, an ihrer lebendigen Seele bereits verfaulenden Gestalten in unserem Lager zu wissen. Entschuldigen Sie deshalb meinen Mangel an Humor. Ich kann hierfür wirklich keinen aufbringen. Hoffe trotzdem, es gelingt anderen. Wer zuletzt lacht...

heinrichbrueck

17. Februar 2019 21:50

Jetzt müssen die Linksrechtsdeutschen nur noch das Linksrechts weglassen, also überwinden, dann werden sie in ihrem Inneren feststellen: Wir sind Deutsche, und wir wollen Deutsche bleiben! Ein grandioser Akt der Versöhnung. Und wenn die Billerdemokratie dann auch auf der Strecke bleibt, Hauptsache ein Überleben der Linksrechtsdeutschen ist gesichert. Und wenn das Linksrechts verschwindet, die Deutschen wieder bei sich selbst sind, ergeben sich kolossale Möglichkeiten. Man sollte Herrn Biller diesen Gefallen tun, denn: Wo er recht hat, hat er recht.

Laurenz

17. Februar 2019 23:39

Mit-Rechten-reden...... Man redete auch mit Galileo Galilei und dann durfte Er Seinen Hausarrest antreten, nachdem Er Abbitte leistete.

RMH

18. Februar 2019 10:10

Beim Artikel von M. Biller fällt sofort auf, dass wir es hier mit einem Roman-Schriftsteller zu tun haben und eben nicht mit einem erfahrenen politischen Essayisten oder einem üblicherweise fundiert schreibenden politischen oder gesellschaftlichen Publizisten.

Der gute Herr Biller hatte eben in einer genialen kurzen Kreativ-Sekunde das Bild vom Linksrechtsdeutschen im Kopf und musste das irgendwie in einem Artikel bannen. Vermutlich war unmittelbar und kurz davor das Bild des "Links, Zwo, Drei, Vier- Deutschen" darin (deswegen schreibt er ja auch nicht Rechtslinksdeutscher, sondern im Marsch-Tritt Linksrechtsdeutscher), von dem ja u.a. auch unsere Freunde von der britischen Insel so besessen sind (ohne "Goose-Step" geht dar gar nichts - am Lustigsten interpretiert bzw. auf die Schippe genommen bspw. in der Folge "The worm that turned" von den "Two Ronnies" - bei YouTube zu finden).

Ja und dann hatte der Herr Biller, wie geschrieben, diese schöne Formulierung Linksrechtsdeutscher und wollte etwas daraus machen - Ergebnis siehe Artikel.

Angesichts der enormen Bandbreite des nationalsozialistischen Schaffens findet man ja auch in der Tat fast überall irgendwo ein bisschen was an "Nazi" (die Liste ist bekannt und lang: Naturschutz, Mutterschutz, Tierschutz, Arbeitsschutz, Bankenkontrolle und -Aufsicht, 1. Mai Feiertag, "Veggie-Day" aka "Eintopfsonntag", "Tibet-Faszination" etc. u.vm. - alles "Autobahn" und voll Nazi!).

Was man dem Herrn Biller aber schon ein ganz kleines Stück weit zu Gute halten kann ist, dass er mit seiner künstlerischen Sensorik und Empathie ein bisschen etwas davon vernommen haben mag, dass es in unserem Lande unentspannter in der politischen Auseinandersetzung zu geht und da liegen die NS-Totalitär- Vergleiche leicht zur Hand (insbesondere, wenn man als einziges totalitäres Regime offenbar nur den NS auf der Pfanne hat), links-zwo-drei-vier …

Unter dem Strich einer der Artikel, die, wenn man sie nicht gleich in eine online-Ausgabe raus posaunen kann und damit nicht mehr rückgängig machen kann, eben nicht mehr von einem Lektor zusammengestrichen werden können. Jetzt sind sie halt da (diese Artikel) und was bleibt, ist das alte Stereotyp von den 68er Söhnen, Töchtern und Enkeln, die eben auch nicht viel anders sind, als ihre Väter und Großväter bzw. Mütter und Großmütter. Und jetzt sind sie halt immer noch da …

Wahrlich, im Westen nichts Neues ...

nom de guerre

18. Februar 2019 15:16

Sehr bizarrer Text vom Herrn Biller. Vermutlich ist es tatsächlich sinnvoller, jedenfalls aber entspannender, sich nicht darüber aufzuregen, sondern das Ganze angesichts des Bildes, das der Mann von dem Land hat, in das er mit 10 Jahren eingewandert ist und von dem er offenbar nichts versteht, als mehr oder minder gelungene Satire aufzufassen. Vielleicht hatte er einen unangenehmen Traum von Frank Schirrmacher, Ernst Jünger und Rudolf Augstein, den er mit diesem Artikel zu bewältigen trachtet. Meinetwegen darf er das, wenn's ihm denn hilft.

Niekisch

18. Februar 2019 16:51

Linksrechtsdeutsche - begrifflich gar nicht so schlecht, solange wir nichts Besseres gefunden haben.

Laurenz

18. Februar 2019 19:51

@Niekisch ... aktuell wechseln die Blogs doch eher auf Oben- und Unten-Deutsche....

Niekisch

18. Februar 2019 20:24

@ Laurenz 16:51: ?????????????????

Zooey

18. Februar 2019 20:53

Sehr gut gekontert. Das war auch mein zweiter Gedanke: Biller ist irgendwo in den 80ern, 90ern hängen geblieben.

Mein vierter und fünfter Gedanke war: Filtert man die völlig bizarren Wertungen und Übertreibungen aus dem Text, dann hat Biller nicht ganz Unrecht: Klingt nicht in einigen mit zwar kritischer Distanz geschriebenen Homestories über Kubitschek/Kositza nicht eine untergründige Faszination an? Das liegt - anders als Biller meint - natürlich nicht daran, dass Kubitschek / Kositza so nazimässig drauf wären, sondern daran, weil sie tatsächlich eine alternative Lebensform in dieser alternativlosen Republik verkörpern und dabei Rückgrat zeigen. Das nötigt Respekt ab - auch wenn man's nicht zugeben mag. Ausserdem fasziniert natürlich popkulturell die beschworene Aura des Gefährlichen.

Nebenbei: z. B. @ Kositza: wie ist Biller als Romancier? Schon etwas von ihm gelesen?

Kositza: "Esra" und "Sechs Koffer", beides nicht fertiggelesen. Ein Neurotiker, der sein Blatt natürlich voll ausspielt. Ungerechterweise hatte ich parallel zu den "Sechs Koffern" Fontane gelesen, da ist es nicht schwer, im Vergleich kotzübel zu sein. Es gibt aber Leute, die ich sehr mag, die Biller sehr gern lesen. Den text in der WELT fand ich nicht ganz schlecht.

LotNemez

19. Februar 2019 01:26

@Kositza: Kein Wunder, dass Sie den Text "nicht ganz schlecht" fanden. Ihnen wird ja auch nicht ganz schlecht, wenn Sie diese satanischen Versmetze der Links-Rechts-Presse zwecks Interview bei sich zu Hause bewirten. Nehmen Sie sich ein Beispiel an der aufrechten Gesinnung Billers und zeigen Sie endlich auch in Schnellroda klare Kante! Es darf kein Zuschauen vom Spielfeldrand mehr geben! Es geht schließlich (unter anderem) um die Wurst. Dem Vorstoß von Linksaußen, Links-Rechts-Deutschland die Vertrauensfrage zu stellen, muss Rechtsaußen mit einer kompromisslosen Haltung ggü. Rechts-Links-Deutschland begegnen. Nur so rechen wir von beiden Seiten den wankelmütigen Kehricht von Gauland bis Wagenknecht auf den unpolitischen Haufen in der Mitte, wo schon radikale Meinungsverweigerer der schlimmsten Sorte wie Florian Silbereisen und Helene Fischer vor sich hinrotten. Zusammen gibt das einen ordentlichen gesichtslosen Kompost, auf dem Team Kubitschek und Schwarm Biller ihr Capture-The-Flaig austragen können. Der Sieger darf Pharao am Nihil sein und der Verlierer muss ihm eine Bedürfnispyramide errichten.

Laurenz

19. Februar 2019 01:26

@Niekisch ... mit "oben & unten" meinte ich die soziale Ordnung in unserem Lande. Oder ist die Klagewelle der Umwelthilfe, wie die Grenzwertfestlegung durch Brüssel kein aggressiver Klassenkampf von oben?
Gegen den stinkenden Flugverkehr habe ich noch keine Klage wahrgenommen, früher nur wegen Lärmbelästigung. In der Frankfurter Innenstadt stinkt es an der Hauptwache, selbst bei Inversionswetterlage, weniger als am Frankfurter Flughafen. Da mockert es permanent eklig nach Kerosin, dem üblichen Flugdiesel. Die Kelsterbacher sind sicher schon Schnüffeljunkies.

Laurenz

19. Februar 2019 10:53

@LotNemez ..... Zitat-Nur so rechen wir von beiden Seiten den wankelmütigen Kehricht von Gauland bis Wagenknecht auf den unpolitischen Haufen in der Mitte, wo schon radikale Meinungsverweigerer der schlimmsten Sorte wie Florian Silbereisen und Helene Fischer vor sich hinrotten- Zitatende ...
Ist das jetzt Satire oder meinen Sie dies ernst?
Falls es Satire sein sollte, kann ich nichts Lustiges feststellen, und falls Sie es ernst meinen, wäre eine Änderung der Haltung erwägenswert.
Es geht im politischen Kampf immer um das Machbare, vor allem dann, wenn der Gegner finanziell, Infrastrukturell überlegen ist. Wie wäre es mal mit Clausewitz (' Vom Kriege)? "Krieg ist die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln". Militärisches Denken ist, auch ohne militärische Ausbildung, hilfreich. Wer im Schützengraben seine Flagge hißt, ist bereits tot.
Die Reichweite von Helene Fischer, meist deutsch zu singen, ist größer, effizienter als alle patriotischen Zeitungen & Blogs zusammen genommen, auch wenn ich selbst diese Musik nicht konsumieren kann. Viel spannender war doch beim DFB-Pokal-Finale das dumm-intelligente Pfeifkonzert der Stadionbesucher zu Berlin, mit dem Helene Fischer bedacht wurde. Widerstand gegen Amerikanisierung und Kommerzialisierung des Fußball einerseits, andererseits die Dummheit sich an panem & circenses mit gekauften Gladiatoren, darunter meist auch viele entwurzelte Afrikaner (wie im antiken Rom), zu ergötzen. Immerhin machen die Eintrittskarten im Stadion ca. ein fünftel der Einnahmen des Milliarden-schweren Fußball-Gewerbes aus. Da war der römische Prolet und Gladiatoren-Konsument doch erheblich geschickter als der deutsche Mob, er ging meist kostenlos ins den Circus, Amphitheater oder ins Kolosseum. Und eine Quoten-Regelung für Gladiatorenspiele-Besucher existiert es auch nicht. Satire im Wandel der Zeit .... https://youtu.be/Adbjjjrck0s

RMH

19. Februar 2019 11:13

"Klassenkampf von oben"

Gutes Stichwort, zu dem man wieder Romane schreiben könnte (ich lass es aber). Nur als weiterer Eigenrecherche-Anstoß für die, die damit (noch) nichts anfangen können. Der Umbau der Gesellschaft, die Revolution von oben mit dem Ziel des neuen Menschen ist u.a. eine der typisch angelsächsische Ausprägungen des Marxismus (z.B. auch bei G. Bernard Shaw, wenn auch in Irland geboren, erkennbar).

Niekisch

19. Februar 2019 12:04

"diese satanischen Versmetze"

@ Lot Nemez 19.2. 1:26: Wie finden Sie schon früh morgens eine so treffenden Begriff? Hut ab! Ich kenne in diesem Zusammenhang nur "Ferment der Dekomposition", "Kulturbolschewist", "Auflöser aller Dinge" und als Eigenkomposition "literarischer Wellenreiter". Alle diese Pirincis, Billers pp. leben gut von unserer Verwesung. Guten Appetit!

nom de guerre

19. Februar 2019 15:59

@ Niekisch
"Alle diese Pirincis, Billers pp. leben gut von unserer Verwesung."
Wieso diese Gleichsetzung? Schon auf literarischer Ebene würde ich sie nicht nachvollziehen (da halte ich Biller eindeutig für überlegen, auch wenn ich seine Romane furchtbar finde), aber hinsichtlich ihres Umgangs mit unserer "Verwesung" verstehe ich es wirklich nicht. Man muss nicht alles, was Pirincci schreibt, mögen oder seinen Stil gutheißen, aber es erscheint mir doch evident, dass er den Untergang Deutschlands, den er wohl für unvermeidlich hält, zutiefst bedauert.

Niekisch

19. Februar 2019 17:29

"Ich bin deutscher als jeder Deutsche"..... sagt Pirinci, @nom de guerre, und nutzt wie einige andere Hierwohner auch die Lücke, die ihnen im Gegensatz zu uns geschaffen wurde und die ihnen bleibt, um auf dem Kamm der Welle zu reiten, der für uns unerreichbar ist. Sie werden nie deutscher sein als wir, auch nicht deutsche. Ihre Persönlichkeit wird respektiert.

Laurenz

19. Februar 2019 18:18

@Niekisch & nom de guerre ... die deutschesten Pirincis sitzen längst wieder an der türkischen Riviera und machen da "Business".

LotNemez

19. Februar 2019 18:23

@Laurenz
Haben Sie das deshalb nicht als Satire erkannt, weil sie einen ähnlich rabiaten Stil pflegen? Nichts für ungut. Alles hat seinen Platz. Im Teaser zum Artikel heißt es 'Satire darf alles', also dachte ich, ich versuche mal, meine nur gelegentlichen Endzeitgedanken mit der billerschen Atitüde zu verknüpfen. Die Aussage hätte auch gar nicht zu meinen sonstigen Beiträgen gepasst.

Mein erster Kommentar war allerdings ernst gemeint, aber Herr Wessels war gefasster und hat richtig reagiert: mit Humor.

Ich sehe es sonst ebenso wie Sie: man muss vom Machbaren ausgehen, die Lage erkennen. Meine bevorzugte Lösung wäre ein Austritt der neuen BL aus der BRD, aber ich beharre nicht darauf. Man kann nicht alles haben. Im Juniheft wird man uns mitteilen, ob man das für einen gangbaren Weg hält.

Das ist auch genau der Unterschied zu der "Denkweise" so haltloser Charaktere wie Biller. Das Machbare interessiert sie nicht. Nur ihr alles überstrahlendes Ideal. Das habe ich mit meinem Beispiel auf die Schippe nehmen wollen. Nun ja...

Wenn nämlich beide Lager derart agierten, könnte die Mitte, so unentschlossen und zweifelbehaftet, wie sie erst in De Maizieres neuem Buch wieder geschildert wird, am Ende tatsächlich zerrieben werden. Ein Weiter-So kann niemand wollen, eine Eskalation auch nicht. Ich bin stattdessen dafür, alle verantwortungsbewussten Parteien ins Boot zu holen, um eine ruhige aber nachhaltige Wende hinzubekommen. Wir sind nicht allein. Ganz Europa macht sich so langsam auf den Weg. Am Ende wird die Flut doch noch eine Reinigung bewirkt haben.

Wer etwas Aufmunterung braucht - wer braucht die nicht? - kann sich Herr Maaßens Vortrag bei der Werteunion durchlesen. Bei allen skizzierten Herausforderungen stimmte mich sein Fazit durchaus optimistisch.

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/maassen-die-fehler-von-2015-werden-jeden-tag-wiederholt-a2799419.html

LotNemez

19. Februar 2019 18:33

P.S. Ich habe gar nichts gg. den Kontingentflüchtling Helene Fischer. Wirkt sehr sympathisch im Interview. Ich spielte auf ihre Weigerung an, sich für politische Zwecke vor irgendeinen Karren spannen zu lassen. Dass selbst das für die Links-Linken schon einen Affront darstellt, lässt doch tief blicken. Deutschen Schlager machen und dann auch noch unpolitisch sein, das geht natürlich gar nicht! (Ironie)

Andreas Walter

19. Februar 2019 21:48

Klasse, Herr Wessels. Das ist Ihr Metier (Satire).

Billers Befürchtung kann ich aber entschärfen:

"Und ob solche Artikel wie der, den Sie gerade gelesen haben, dort noch erscheinen können.“"

Klar können sie das, nur wird sich dafür niemand mehr interessieren.

Zooey

19. Februar 2019 23:06

@Kositza: Danke. Neurotiker können ja unterhaltsam sein, aber Biller scheint irgendetwas zu fehlen ... Selbstironie?

@ Andreas Walter: "Klar können sie das, nur wird sich dafür niemand mehr interessieren." Ja!

Zooey

19. Februar 2019 23:13

Zufällig gerade ein WELT-Interview mit Alain Finkielkraut gelesen. Der sieht die Dinge ganz anders als Biller, sagt z. B.

- der neue Antisemitismus sei links und durch den Antirassismus bedingt
- Merkels "Wir schaffen das" Unsinn
- Habermas' EU-Visionen realitätsfern
- Multikulti für Europa gefährlich

und sieht sich wohl als Mann der Mitte.

Laurenz

21. Februar 2019 00:31

@Zooey ... das ist wohl eher Anti-Zionismus oder Anti-Israelismus. Allerdings leben in Frankreich ca. 800.000 Juden, wie knapp 7 Mio. Muslime, das birgt Sprengstoff. In Frankreich herrscht ein ähnliches Kritik-Verbot gegenüber den Juives, wie bei uns auch, was wohl vor allem daran liegt, daß man, wie auch in den Vereinigten Staaten von Amerika, versucht, ethnische Konflikte unter der Decke zu halten. Interessant ist die ursprüngliche Herkunft der Juden in Frankreich aus den Barbaresken-Staaten, quasi dieselbe, wie die der Muslime in Frankreich. Insofern gilt für beide Religions- oder Volksgruppen dasselbe. Der irrige Begriff des Anti-Semitismus suggeriert immer die Existenz eines Pro-Semitismus, der gleichermaßen als rassistisch gelten müßte.

Niekisch

21. Februar 2019 10:10

@ Laurenz 21.2. 00:31: Den letzten Satz in Ihrem Beitrag unterschreibe ich als kaum besser zu formulierenden.

In den USA sollen schon Konflikte unter der Decke gehalten werden, aber das ist nicht der Hauptgrund: der mediale und sonstige Einfluß der "Juives" bewirkt die Kritik-Verbote und strahlt sogar in die ganze Welt aus. Vor einiger Zeit wurde die angebliche Verfolgungsgeschichte der Rosemarie Koczy als fake entlarvt und schon wurde aus New York gedroht.

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