Sezession
17. Februar 2019

Sonntagsheld (96) – Zurück in die Zukunft

Till-Lucas Wessels / 24 Kommentare

Satire darf alles ... Haben Sie’s gewußt?
Die Deutsche Rechte steht kurz vor der Machtergreifung.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Schon nähen behinderte transbinäre Kindspersonen in Kambodscha an den Uniformen der kommenden Schutzstaffeln, schon erwerben von russischen Ölmagnaten unterstützte ostdeutsche Großgrundbesitzer Immobilien in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, um dort geheime Folterkeller einzurichten, in welchen nach der Reconquista alle Journalisten, die mal was böses über die AfD gesagt haben, mit Gottfried-Benn-Gedichten gequält werden sollen.

Wohlwollend begleitet wird das Ganze von einer kleinen gefälligen Clique von Steibügelhaltern der Faschokalypse, die in den großen Verlagshäusern von FAZ, WELT und natürlich – ultimum malum – beim SPIEGEL sitzen, seit der Kindheit von ihren NSDAP-Opas mit Wehrmachtsgeschichten und Nazispielzeug indoktriniert wurden und im Aufschwung der Neuen Rechten nun endlich die völkische Nestwärme wiederfinden, um die sie ihr halbes Leben lang betrogen wurden.

Glauben Sie nicht? Okay. Gute Satire ist heutzutage selten geworden. Zu ernst die Situation, zu tief die Gräben, als daß man noch Zeit und Muße hätte, die eigene Seit mal mit einem Augenzwinkernunter Beschuß zu nehmen.

Umso charmanter daher der aufrechte Versuch von Maxim Biller über den "Linksrechtsdeutschen" in der aktuellen WELT, in welchem er mit nostalgischem Gespür jenem humanistisch-totalitären Antifaschismus der frühen Zweitausenderjahre nachfühlt, dessen Vokabular wir lange vergessen glaubten.

Wir erinnern uns: Es war die Zeit von Irakkrieg und Rot-Grün, die Nazi-Keule ging von Hand zu Hand und jeder durfte mal draufhauen, weil alle wußten, was passiert, wenn die Rechten irgendwann Anschluß an die gesellschaftliche Mitte finden.

Der brillante Schachzug des Literaten: Er überträgt in seinem Essay den Antifa-Sprech aus der Zeit, in welcher der Anfang vom Ende vom Ende der Geschichte liegt, ins chaotische Heute. Dabei läßt Biller keine rhetorische Feinheit aus; behutsam und mit Witz sorgt er dafür, daß Sätze wie dieser klingen wie wiedererwachte Zeitzeugen aus den Jahren vor Sarrazin.

"Und da gibt wiederum der erste den neuen Nazis den sehnsüchtigen Ratschlag, wie sie es, so wie einmal die Grünen, schaffen könnten, die Mitte zu erobern: „Eine rechte Gesellschaftskritik, die bei einer Fortschrittsmüdigkeit ansetzt, die überall in der westlichen Welt herrscht, und diese mit dem Glauben an eine starke Identität verbindet, könnte für viele gesellschaftliche Lager anschlußfähig werden.“ Denn: „Die Demokratie in diesem Land hat schon immer eine große Integrationskraft gehabt.“ Komisch, daß hier das Wort Demokratie genauso klingt wie das Wort Diktatur. Und das Wort Identität wie das Schnalzen einer Reiter-SS-Gerte.

Wer mit den Rechten reden will und kann, das lernt man heutzutage also beim Lesen des „Spiegels“, der gleichzeitig keine MeToo- und Klimawandelgeschichte ausläßt und in seiner Fälscher-Affäre auf vorbildlich frühsowjetische Art Selbstkritik übt, ist offenbar ein besonders wendiger und vorausschauender Linksrechtsdeutscher. Der will nicht nur Adolf Hitler und der Generation HJ verzeihen, sondern auch denen die Hand ausstrecken, die möglicherweise bald genug demokratische Macht haben werden, um die Demokratie abzuschaffen."

Nichts weniger als die Abschaffung der Demokratie und die Rehabilitation Adolf Hitlers - spitzfindig spielt Biller mit jenen Archetypen des Antifaschismus der Mitte, nähert sich den linken Realitäten der damaligen Zeit an, nur um an anderer Stelle mit einer großen Absurdität die Lacher wieder auf seine Seite zu holen:

Das Zentralorgan der Linksrechtsdeutschen [in Billers Fiktion die Nazi-Versteher der mit-Rechten-rechten Fraktion] ist das Hamburger Nachrichten- und Ideologiemagazin „Der Spiegel“.

Ein Hochgenuß zeitgenössischen Humors und vor dem Hintergrund der Hilflosigkeit derer, die uns zu entlarven oder zu überführen suchten, natürlich gleich doppelt lustig.

Am Ende spielt unser Sonntagsheld dann noch einmal die ganz großen Akkorde – auch dieser apokalyptische Bombast gehört zum Sprech der von ihm vorgeführten „Aufstand der Anständigen“ – Generation.

„Wo stehen Sie?“ fragt Biller und kommt damit auf die Frage zurück, die er schon am Anfang des Essays an seine Leser stellte:

„Sind Sie auch ein Linksrechtsdeutscher? […]

Also was, ja oder nein? Oder vielleicht irgend etwas dazwischen? Bitte, überlegen Sie sich sehr genau, was Sie auf diese Fragen erwidern wollen. Denn von Ihren Antworten hängt ab, ob das Land, in dem Sie und ich leben, auch morgen noch demokratisch sein wird oder nicht. Und ob solche Artikel wie der, den Sie gerade gelesen haben, dort noch erscheinen können.“

Ein Grande Finale – ein letztes Aufbäumen des aufrichtigen Publizisten, der verzweifelt an seine Mitmenschen und Mitdemokraten appelliert, nicht zum Nazi-Versteher-Versteher zu werden; ein fulminanter Abschluß dieser mit scharfer Feder geschriebenen Karikatur eines zum Glück aussterbenden Typus der klagenden und keifenden Moralisten.

Oder war es ein Schwanengesang?


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


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Kommentare (24)

LotNemez
17. Februar 2019 21:03

Und ich dachte, die Welt sei schon etwas weiter als Speigel, Süddeutscher Beobachter und Konsorten. Billers Weltartikel - ein bis zu dem frühen Punkt, an dem ich ihn nicht weiterlaß und vermutlich darüber hinaus, durch und durch ekelhafter Text.

Ekelhaft deshalb, weil er ein ganzes Volk (noch dazu mein Volk, aber egal, mir geht es ums Prinzip) in Sippenhaft nimmt, für die Verbrechen, die eine NS-Führungsclique zu verantworten hatte. Egal ob BDM-Mädel oder überlebende Soldaten, da darf es keine falsche Vermenschlichung geben. Sie hatten schließlich die Wahl ins Kinderheim oder Gefängnis zu gehen. Eine Wahl, die unser vorbildlicher Schreiberling sicher getroffen hätte. Darum ist er ja auch bei Springer, und nicht arbeitslos. Oder wie?

Also meine Oma, deine Oma, alles Nazis, die nicht mindestens eine Widerstandszelle gegründet haben um möglichst viele Nachbarn=Nazis zu töten? Folglich muss man auch dem russischen Volk die Schuld an Stalin und den GULAGs geben.

Sippenhaft ist ein wichtiges Mittel für totalitäre Regime, denn sie können ohne die Angst, die mutige Widerständler um ihre Familie haben, die Rücksicht, die sie auf die Verletzlichkeit ihrer Gefährten nehmen, nicht weiter existieren. "

Hier wird geistig schon auf diesen zivilisatorischen Rückfall ins Mittelalter hingearbeitet. "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Der braucht auch keine Menschenwürde mehr." So denkt nur der Verblendete, rückhaltlos Hassende und das ekelt mich an.

Ich bin heilfroh und stolz wie Bolle, keine solchen, an ihrer lebendigen Seele bereits verfaulenden Gestalten in unserem Lager zu wissen. Entschuldigen Sie deshalb meinen Mangel an Humor. Ich kann hierfür wirklich keinen aufbringen. Hoffe trotzdem, es gelingt anderen. Wer zuletzt lacht...

heinrichbrueck
17. Februar 2019 21:50

Jetzt müssen die Linksrechtsdeutschen nur noch das Linksrechts weglassen, also überwinden, dann werden sie in ihrem Inneren feststellen: Wir sind Deutsche, und wir wollen Deutsche bleiben! Ein grandioser Akt der Versöhnung. Und wenn die Billerdemokratie dann auch auf der Strecke bleibt, Hauptsache ein Überleben der Linksrechtsdeutschen ist gesichert. Und wenn das Linksrechts verschwindet, die Deutschen wieder bei sich selbst sind, ergeben sich kolossale Möglichkeiten. Man sollte Herrn Biller diesen Gefallen tun, denn: Wo er recht hat, hat er recht.

Laurenz
17. Februar 2019 23:39

Mit-Rechten-reden...... Man redete auch mit Galileo Galilei und dann durfte Er Seinen Hausarrest antreten, nachdem Er Abbitte leistete.

RMH
18. Februar 2019 10:10

Beim Artikel von M. Biller fällt sofort auf, dass wir es hier mit einem Roman-Schriftsteller zu tun haben und eben nicht mit einem erfahrenen politischen Essayisten oder einem üblicherweise fundiert schreibenden politischen oder gesellschaftlichen Publizisten.

Der gute Herr Biller hatte eben in einer genialen kurzen Kreativ-Sekunde das Bild vom Linksrechtsdeutschen im Kopf und musste das irgendwie in einem Artikel bannen. Vermutlich war unmittelbar und kurz davor das Bild des "Links, Zwo, Drei, Vier- Deutschen" darin (deswegen schreibt er ja auch nicht Rechtslinksdeutscher, sondern im Marsch-Tritt Linksrechtsdeutscher), von dem ja u.a. auch unsere Freunde von der britischen Insel so besessen sind (ohne "Goose-Step" geht dar gar nichts - am Lustigsten interpretiert bzw. auf die Schippe genommen bspw. in der Folge "The worm that turned" von den "Two Ronnies" - bei YouTube zu finden).

Ja und dann hatte der Herr Biller, wie geschrieben, diese schöne Formulierung Linksrechtsdeutscher und wollte etwas daraus machen - Ergebnis siehe Artikel.

Angesichts der enormen Bandbreite des nationalsozialistischen Schaffens findet man ja auch in der Tat fast überall irgendwo ein bisschen was an "Nazi" (die Liste ist bekannt und lang: Naturschutz, Mutterschutz, Tierschutz, Arbeitsschutz, Bankenkontrolle und -Aufsicht, 1. Mai Feiertag, "Veggie-Day" aka "Eintopfsonntag", "Tibet-Faszination" etc. u.vm. - alles "Autobahn" und voll Nazi!).

Was man dem Herrn Biller aber schon ein ganz kleines Stück weit zu Gute halten kann ist, dass er mit seiner künstlerischen Sensorik und Empathie ein bisschen etwas davon vernommen haben mag, dass es in unserem Lande unentspannter in der politischen Auseinandersetzung zu geht und da liegen die NS-Totalitär- Vergleiche leicht zur Hand (insbesondere, wenn man als einziges totalitäres Regime offenbar nur den NS auf der Pfanne hat), links-zwo-drei-vier …

Unter dem Strich einer der Artikel, die, wenn man sie nicht gleich in eine online-Ausgabe raus posaunen kann und damit nicht mehr rückgängig machen kann, eben nicht mehr von einem Lektor zusammengestrichen werden können. Jetzt sind sie halt da (diese Artikel) und was bleibt, ist das alte Stereotyp von den 68er Söhnen, Töchtern und Enkeln, die eben auch nicht viel anders sind, als ihre Väter und Großväter bzw. Mütter und Großmütter. Und jetzt sind sie halt immer noch da …

Wahrlich, im Westen nichts Neues ...

nom de guerre
18. Februar 2019 15:16

Sehr bizarrer Text vom Herrn Biller. Vermutlich ist es tatsächlich sinnvoller, jedenfalls aber entspannender, sich nicht darüber aufzuregen, sondern das Ganze angesichts des Bildes, das der Mann von dem Land hat, in das er mit 10 Jahren eingewandert ist und von dem er offenbar nichts versteht, als mehr oder minder gelungene Satire aufzufassen. Vielleicht hatte er einen unangenehmen Traum von Frank Schirrmacher, Ernst Jünger und Rudolf Augstein, den er mit diesem Artikel zu bewältigen trachtet. Meinetwegen darf er das, wenn's ihm denn hilft.

Niekisch
18. Februar 2019 16:51

Linksrechtsdeutsche - begrifflich gar nicht so schlecht, solange wir nichts Besseres gefunden haben.

Laurenz
18. Februar 2019 19:51

@Niekisch ... aktuell wechseln die Blogs doch eher auf Oben- und Unten-Deutsche....

Niekisch
18. Februar 2019 20:24

@ Laurenz 16:51: ?????????????????

Zooey
18. Februar 2019 20:53

Sehr gut gekontert. Das war auch mein zweiter Gedanke: Biller ist irgendwo in den 80ern, 90ern hängen geblieben.

Mein vierter und fünfter Gedanke war: Filtert man die völlig bizarren Wertungen und Übertreibungen aus dem Text, dann hat Biller nicht ganz Unrecht: Klingt nicht in einigen mit zwar kritischer Distanz geschriebenen Homestories über Kubitschek/Kositza nicht eine untergründige Faszination an? Das liegt - anders als Biller meint - natürlich nicht daran, dass Kubitschek / Kositza so nazimässig drauf wären, sondern daran, weil sie tatsächlich eine alternative Lebensform in dieser alternativlosen Republik verkörpern und dabei Rückgrat zeigen. Das nötigt Respekt ab - auch wenn man's nicht zugeben mag. Ausserdem fasziniert natürlich popkulturell die beschworene Aura des Gefährlichen.

Nebenbei: z. B. @ Kositza: wie ist Biller als Romancier? Schon etwas von ihm gelesen?

Kositza: "Esra" und "Sechs Koffer", beides nicht fertiggelesen. Ein Neurotiker, der sein Blatt natürlich voll ausspielt. Ungerechterweise hatte ich parallel zu den "Sechs Koffern" Fontane gelesen, da ist es nicht schwer, im Vergleich kotzübel zu sein. Es gibt aber Leute, die ich sehr mag, die Biller sehr gern lesen. Den text in der WELT fand ich nicht ganz schlecht.

LotNemez
19. Februar 2019 01:26

@Kositza: Kein Wunder, dass Sie den Text "nicht ganz schlecht" fanden. Ihnen wird ja auch nicht ganz schlecht, wenn Sie diese satanischen Versmetze der Links-Rechts-Presse zwecks Interview bei sich zu Hause bewirten. Nehmen Sie sich ein Beispiel an der aufrechten Gesinnung Billers und zeigen Sie endlich auch in Schnellroda klare Kante! Es darf kein Zuschauen vom Spielfeldrand mehr geben! Es geht schließlich (unter anderem) um die Wurst. Dem Vorstoß von Linksaußen, Links-Rechts-Deutschland die Vertrauensfrage zu stellen, muss Rechtsaußen mit einer kompromisslosen Haltung ggü. Rechts-Links-Deutschland begegnen. Nur so rechen wir von beiden Seiten den wankelmütigen Kehricht von Gauland bis Wagenknecht auf den unpolitischen Haufen in der Mitte, wo schon radikale Meinungsverweigerer der schlimmsten Sorte wie Florian Silbereisen und Helene Fischer vor sich hinrotten. Zusammen gibt das einen ordentlichen gesichtslosen Kompost, auf dem Team Kubitschek und Schwarm Biller ihr Capture-The-Flaig austragen können. Der Sieger darf Pharao am Nihil sein und der Verlierer muss ihm eine Bedürfnispyramide errichten.

Laurenz
19. Februar 2019 01:26

@Niekisch ... mit "oben & unten" meinte ich die soziale Ordnung in unserem Lande. Oder ist die Klagewelle der Umwelthilfe, wie die Grenzwertfestlegung durch Brüssel kein aggressiver Klassenkampf von oben?
Gegen den stinkenden Flugverkehr habe ich noch keine Klage wahrgenommen, früher nur wegen Lärmbelästigung. In der Frankfurter Innenstadt stinkt es an der Hauptwache, selbst bei Inversionswetterlage, weniger als am Frankfurter Flughafen. Da mockert es permanent eklig nach Kerosin, dem üblichen Flugdiesel. Die Kelsterbacher sind sicher schon Schnüffeljunkies.

Laurenz
19. Februar 2019 10:53

@LotNemez ..... Zitat-Nur so rechen wir von beiden Seiten den wankelmütigen Kehricht von Gauland bis Wagenknecht auf den unpolitischen Haufen in der Mitte, wo schon radikale Meinungsverweigerer der schlimmsten Sorte wie Florian Silbereisen und Helene Fischer vor sich hinrotten- Zitatende ...
Ist das jetzt Satire oder meinen Sie dies ernst?
Falls es Satire sein sollte, kann ich nichts Lustiges feststellen, und falls Sie es ernst meinen, wäre eine Änderung der Haltung erwägenswert.
Es geht im politischen Kampf immer um das Machbare, vor allem dann, wenn der Gegner finanziell, Infrastrukturell überlegen ist. Wie wäre es mal mit Clausewitz (' Vom Kriege)? "Krieg ist die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln". Militärisches Denken ist, auch ohne militärische Ausbildung, hilfreich. Wer im Schützengraben seine Flagge hißt, ist bereits tot.
Die Reichweite von Helene Fischer, meist deutsch zu singen, ist größer, effizienter als alle patriotischen Zeitungen & Blogs zusammen genommen, auch wenn ich selbst diese Musik nicht konsumieren kann. Viel spannender war doch beim DFB-Pokal-Finale das dumm-intelligente Pfeifkonzert der Stadionbesucher zu Berlin, mit dem Helene Fischer bedacht wurde. Widerstand gegen Amerikanisierung und Kommerzialisierung des Fußball einerseits, andererseits die Dummheit sich an panem & circenses mit gekauften Gladiatoren, darunter meist auch viele entwurzelte Afrikaner (wie im antiken Rom), zu ergötzen. Immerhin machen die Eintrittskarten im Stadion ca. ein fünftel der Einnahmen des Milliarden-schweren Fußball-Gewerbes aus. Da war der römische Prolet und Gladiatoren-Konsument doch erheblich geschickter als der deutsche Mob, er ging meist kostenlos ins den Circus, Amphitheater oder ins Kolosseum. Und eine Quoten-Regelung für Gladiatorenspiele-Besucher existiert es auch nicht. Satire im Wandel der Zeit .... https://youtu.be/Adbjjjrck0s

RMH
19. Februar 2019 11:13

"Klassenkampf von oben"

Gutes Stichwort, zu dem man wieder Romane schreiben könnte (ich lass es aber). Nur als weiterer Eigenrecherche-Anstoß für die, die damit (noch) nichts anfangen können. Der Umbau der Gesellschaft, die Revolution von oben mit dem Ziel des neuen Menschen ist u.a. eine der typisch angelsächsische Ausprägungen des Marxismus (z.B. auch bei G. Bernard Shaw, wenn auch in Irland geboren, erkennbar).

Niekisch
19. Februar 2019 12:04

"diese satanischen Versmetze"

@ Lot Nemez 19.2. 1:26: Wie finden Sie schon früh morgens eine so treffenden Begriff? Hut ab! Ich kenne in diesem Zusammenhang nur "Ferment der Dekomposition", "Kulturbolschewist", "Auflöser aller Dinge" und als Eigenkomposition "literarischer Wellenreiter". Alle diese Pirincis, Billers pp. leben gut von unserer Verwesung. Guten Appetit!

nom de guerre
19. Februar 2019 15:59

@ Niekisch
"Alle diese Pirincis, Billers pp. leben gut von unserer Verwesung."
Wieso diese Gleichsetzung? Schon auf literarischer Ebene würde ich sie nicht nachvollziehen (da halte ich Biller eindeutig für überlegen, auch wenn ich seine Romane furchtbar finde), aber hinsichtlich ihres Umgangs mit unserer "Verwesung" verstehe ich es wirklich nicht. Man muss nicht alles, was Pirincci schreibt, mögen oder seinen Stil gutheißen, aber es erscheint mir doch evident, dass er den Untergang Deutschlands, den er wohl für unvermeidlich hält, zutiefst bedauert.

Niekisch
19. Februar 2019 17:29

"Ich bin deutscher als jeder Deutsche"..... sagt Pirinci, @nom de guerre, und nutzt wie einige andere Hierwohner auch die Lücke, die ihnen im Gegensatz zu uns geschaffen wurde und die ihnen bleibt, um auf dem Kamm der Welle zu reiten, der für uns unerreichbar ist. Sie werden nie deutscher sein als wir, auch nicht deutsche. Ihre Persönlichkeit wird respektiert.

Laurenz
19. Februar 2019 18:18

@Niekisch & nom de guerre ... die deutschesten Pirincis sitzen längst wieder an der türkischen Riviera und machen da "Business".

LotNemez
19. Februar 2019 18:23

@Laurenz
Haben Sie das deshalb nicht als Satire erkannt, weil sie einen ähnlich rabiaten Stil pflegen? Nichts für ungut. Alles hat seinen Platz. Im Teaser zum Artikel heißt es 'Satire darf alles', also dachte ich, ich versuche mal, meine nur gelegentlichen Endzeitgedanken mit der billerschen Atitüde zu verknüpfen. Die Aussage hätte auch gar nicht zu meinen sonstigen Beiträgen gepasst.

Mein erster Kommentar war allerdings ernst gemeint, aber Herr Wessels war gefasster und hat richtig reagiert: mit Humor.

Ich sehe es sonst ebenso wie Sie: man muss vom Machbaren ausgehen, die Lage erkennen. Meine bevorzugte Lösung wäre ein Austritt der neuen BL aus der BRD, aber ich beharre nicht darauf. Man kann nicht alles haben. Im Juniheft wird man uns mitteilen, ob man das für einen gangbaren Weg hält.

Das ist auch genau der Unterschied zu der "Denkweise" so haltloser Charaktere wie Biller. Das Machbare interessiert sie nicht. Nur ihr alles überstrahlendes Ideal. Das habe ich mit meinem Beispiel auf die Schippe nehmen wollen. Nun ja...

Wenn nämlich beide Lager derart agierten, könnte die Mitte, so unentschlossen und zweifelbehaftet, wie sie erst in De Maizieres neuem Buch wieder geschildert wird, am Ende tatsächlich zerrieben werden. Ein Weiter-So kann niemand wollen, eine Eskalation auch nicht. Ich bin stattdessen dafür, alle verantwortungsbewussten Parteien ins Boot zu holen, um eine ruhige aber nachhaltige Wende hinzubekommen. Wir sind nicht allein. Ganz Europa macht sich so langsam auf den Weg. Am Ende wird die Flut doch noch eine Reinigung bewirkt haben.

Wer etwas Aufmunterung braucht - wer braucht die nicht? - kann sich Herr Maaßens Vortrag bei der Werteunion durchlesen. Bei allen skizzierten Herausforderungen stimmte mich sein Fazit durchaus optimistisch.

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/maassen-die-fehler-von-2015-werden-jeden-tag-wiederholt-a2799419.html

LotNemez
19. Februar 2019 18:33

P.S. Ich habe gar nichts gg. den Kontingentflüchtling Helene Fischer. Wirkt sehr sympathisch im Interview. Ich spielte auf ihre Weigerung an, sich für politische Zwecke vor irgendeinen Karren spannen zu lassen. Dass selbst das für die Links-Linken schon einen Affront darstellt, lässt doch tief blicken. Deutschen Schlager machen und dann auch noch unpolitisch sein, das geht natürlich gar nicht! (Ironie)

Andreas Walter
19. Februar 2019 21:48

Klasse, Herr Wessels. Das ist Ihr Metier (Satire).

Billers Befürchtung kann ich aber entschärfen:

"Und ob solche Artikel wie der, den Sie gerade gelesen haben, dort noch erscheinen können.“"

Klar können sie das, nur wird sich dafür niemand mehr interessieren.

Zooey
19. Februar 2019 23:06

@Kositza: Danke. Neurotiker können ja unterhaltsam sein, aber Biller scheint irgendetwas zu fehlen ... Selbstironie?

@ Andreas Walter: "Klar können sie das, nur wird sich dafür niemand mehr interessieren." Ja!

Zooey
19. Februar 2019 23:13

Zufällig gerade ein WELT-Interview mit Alain Finkielkraut gelesen. Der sieht die Dinge ganz anders als Biller, sagt z. B.

- der neue Antisemitismus sei links und durch den Antirassismus bedingt
- Merkels "Wir schaffen das" Unsinn
- Habermas' EU-Visionen realitätsfern
- Multikulti für Europa gefährlich

und sieht sich wohl als Mann der Mitte.

Laurenz
21. Februar 2019 00:31

@Zooey ... das ist wohl eher Anti-Zionismus oder Anti-Israelismus. Allerdings leben in Frankreich ca. 800.000 Juden, wie knapp 7 Mio. Muslime, das birgt Sprengstoff. In Frankreich herrscht ein ähnliches Kritik-Verbot gegenüber den Juives, wie bei uns auch, was wohl vor allem daran liegt, daß man, wie auch in den Vereinigten Staaten von Amerika, versucht, ethnische Konflikte unter der Decke zu halten. Interessant ist die ursprüngliche Herkunft der Juden in Frankreich aus den Barbaresken-Staaten, quasi dieselbe, wie die der Muslime in Frankreich. Insofern gilt für beide Religions- oder Volksgruppen dasselbe. Der irrige Begriff des Anti-Semitismus suggeriert immer die Existenz eines Pro-Semitismus, der gleichermaßen als rassistisch gelten müßte.

Niekisch
21. Februar 2019 10:10

@ Laurenz 21.2. 00:31: Den letzten Satz in Ihrem Beitrag unterschreibe ich als kaum besser zu formulierenden.

In den USA sollen schon Konflikte unter der Decke gehalten werden, aber das ist nicht der Hauptgrund: der mediale und sonstige Einfluß der "Juives" bewirkt die Kritik-Verbote und strahlt sogar in die ganze Welt aus. Vor einiger Zeit wurde die angebliche Verfolgungsgeschichte der Rosemarie Koczy als fake entlarvt und schon wurde aus New York gedroht.

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