Dieter Stein las Björn Höcke

Zunächst eine Anekdote, die Schilderung einer Beobachtung, die ich machte, als ich mit Höcke einen Tag wanderte und abends in einem Gasthof einkehrte.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Wir waren im Süd­harz unter­wegs bei bes­tem Wan­der­wet­ter, und es kamen uns eine Men­ge Leu­te ent­ge­gen, Fami­li­en mit Kin­dern, Wan­der­grup­pen, älte­re Ehe­paa­re – der gute Durch­schnitt, der sich nicht in Muse­en mit moder­ner Kunst her­um­treibt oder mit Son­nen­bril­le über dem Haar­an­satz auf der Son­nen­ter­ras­se eines In-Cafés abhängt und ein biß­chen am Lap­top arbeitet.

Um es kurz zu machen: Wir waren dort, wo der Nor­den Thü­rin­gens in den Süd­wes­ten Sach­sen-Anhalts über­geht, und jeder erkann­te Höcke. Wirk­lich jeder. Jeder erkann­te ihn, jeder vier­te hat­te ihn auf einer der über 300 Thü­rin­ger Bür­ger­dia­lo­ge schon ein­mal per­sön­lich erlebt, jeder drit­te woll­te ein Auto­gramm, jeder zwei­te ein Selfie.

Einen Satz habe ich mir gemerkt, ein Fami­li­en­va­ter sag­te zu Höcke, wäh­rend er und sei­ne Frau ihn ein­rahm­ten und der Sohn das Bild knips­te: “Ich hof­fe mal, Herr Höcke, Sie holen noch was für uns raus! Sonst geht alles den Bach runter.”

So etwas nennt man Popu­la­ri­tät, und Höcke ist ein Popu­list in dem Sinn, wie es Alex­an­der Gau­land in sei­nem Arti­kel über den Popu­lis­mus in der jüngs­ten Sezes­si­on beschrie­ben hat.

Popu­lis­mus kann einem unheim­lich sein, wenn man nicht anders kann als dar­an zu den­ken, daß Leu­te, die auf einen Poli­ti­ker set­zen, weil sie gro­ße Sor­gen haben, “ver­führ­bar” sind. Sind sie, kei­ne Fra­ge, aber die­se Ver­füh­rung ist nur dann eine, wenn jemand die Macht, die er in die Hand bekommt, mißbraucht.

Macht kann man aber schlicht auch dafür ein­set­zen, etwas für die­je­ni­gen “raus­zu­ho­len”, die sich nicht so flott übers Lebens­par­kett bewe­gen kön­nen wie die grü­ne Com­mu­ni­ty in Ber­lin, Mün­chen, Frei­burg, Ham­burg und Tübin­gen oder die fle­xi­blen, smar­ten, immer leicht zyni­schen Cuck­ser­va­ti­ves in Tübin­gen, Ham­burg, Frei­burg, Mün­chen und Berlin.

Das ist, sim­pel aus­ge­drückt, das Pro­gramm “Ame­ri­ca first” von Trump: den­je­ni­gen Alltags‑, Berufs‑, Lebens- und Bil­dungs­si­cher­heit zurück­zu­ge­ben, die nichts ande­res kön­nen (und vor allem wol­len), als dort zu leben und zu arbei­ten und vor allem zu Hau­se zu sein, wo sie sind.

Die­se Leu­te sind im Schnitt weder so geschmei­dig und gebil­det, noch so vor­zeig­bar und fas­sa­dig wie die Gewin­ner unse­rer Gesell­schafts­ent­wick­lung, aber sie sind sehr zahl­reich und “der Lie­be wert”, wie Georg Tra­kl das aus­drü­cken wür­de. In Frank­reich trägt ein Teil von ihnen gel­be Wes­ten, in Ruß­land ste­cken sie den Vete­ra­nen Blu­men an den Kra­gen und zwi­schen die Orden, in Deutsch­land stel­len sie die kom­plet­te Frei­wil­li­ge Feuerwehr.

Sie kön­nen mit fast allem Bier­fla­schen öff­nen, waren noch nie vegan und noch nie bei den Donau­eschin­ger Musik­ta­gen. Sie kön­nen rup­pig sein, aber sie sind kei­ne Nazis, und wer das trotz­dem behaup­tet, ist ein Depp oder ein poli­ti­scher Lücken­pres­ser. Sie haben kei­nen Plan B und kön­nen sich nicht mal eben flott ver­pis­sen, wenn die Kon­se­quen­zen ver­fehl­ter Poli­tik anrol­len wie eine Tsu­na­mi­wel­le. Sie woh­nen dort, wo die­je­ni­gen ankom­men, die von denen ins Land geju­belt wer­den, die woan­ders wohnen.

Die Mas­se, die klei­nen Leu­te, die AfD-Wäh­ler: Sie wol­len ihre Ruhe und ihre Arbeit und ihren Aus­druck – kei­ne regle­men­tier­te, kei­ne wech­seln­de, kei­nen vorgeschriebenen.

War­um ich so weit aushole?

Weil mein alter Freund und Weg­ge­fähr­te Die­ter Stein in sei­ner Zei­tung gegen Björn Höcke einen Text abge­feu­ert hat, der unter aller Kano­ne ist.

Es geht dar­in um Höckes Buch Nie zwei­mal in den­sel­ben Fluß, das der JF-Stamm­au­tor Sebas­ti­an Hen­nig zusam­men mit Höcke erar­bei­tet und zu dem der Tumult-Her­aus­ge­ber Frank Böckel­mann ein schö­nes und über­ra­schen­des Vor­wort bei­gesteu­ert hat. Erschie­nen ist die­ser sehr inter­es­san­te Gesprächs­band bei Manu­scrip­tum (Klam­mer auf: Ich emp­fahl Höcke vor zwei Jah­ren, nicht in mei­nem Ver­lag zu publi­zie­ren, son­dern das Feuil­le­ton zu über­ra­schen, Klam­mer zu).

Was macht Sebas­ti­an Hen­nig nun? Ist Böckel­mann ein Töl­pel? Ging es dem Ver­le­ger nur um die Koh­le? Ist die­ses Buch der Keil, der die AfD spal­ten oder in die Mar­gi­na­li­sie­rung trei­ben wird?

Klingt schwer danach, der Stein. Er liest die­ses Buch so, wie ein anti­fa­schis­ti­scher Stel­len-Mar­kie­rer es nicht bes­ser lesen könn­te. Das ist ein star­kes Stück! Er las­tet Höcke den Unfrie­den in der AfD an. Wie oft denn noch? Er macht sich über ihn lus­tig. Das ist schäbig.

Was bezweckt er damit? Ist ihm Höcke nicht fein genug? Ist ihm sein manch­mal “dis­so­nan­tes Pathos” (Kubit­schek) pein­lich? Ist es ihm pein­lich, daß er sich auf dem Weg in die Bun­des­pres­se­kon­fe­renz recht­fer­ti­gen muß, weil er mit Höcke in einen Topf gerührt wird? Sind ihm die klei­nen Leu­te pein­lich, die Gro­bia­ne, die Bier­trin­ker, die Pegi­d­a­gän­ger, die lau­ten Men­schen, die Men­schen ohne Bücher­schrank? Ist Ber­lin, ist die “Nähe zur Macht” so anders?

Stein (und damit: sei­ne Zei­tung) setz­te auf Lucke – und ver­lor, weil Lucke unfä­hig war, das grund­sätz­lich alter­na­ti­ve Bedürf­nis sei­ner Par­tei­ba­sis zu erken­nen; Stein setz­te auf Petry und Pret­zell – und ver­lor, weil er unfä­hig war, das gesun­de Miß­trau­en der AfD-Basis gegen Allü­ren rich­tig einzuschätzen.

Und nun? Auf wen setzt er jetzt? Wem will er vor­an­hel­fen, indem er Höcke zu demon­tie­ren ver­sucht? Gibt es da einen Namen, wird da einer in Stel­lung gebracht gegen jeman­den, der bewußt nicht in den Bun­des­tag ging, son­dern nun in Thü­rin­gen etwas “raus­ho­len” will und wird?

Kennt Stein den Begriff “Glas­haus”? Er klaubt Stei­ne zusammen:

Höcke nimmt in Kauf, in Ton und Wort­wahl abgrün­di­ge und absto­ßen­de Asso­zia­tio­nen zu wecken – weil er sich absicht­lich unklar aus­drückt. So for­mu­liert er, daß mit der bald ins Haus ste­hen­den „Wen­de­pha­se … har­te Zei­ten“ bevor­stün­den, denn: „Um so län­ger ein Pati­ent die drän­gen­de Ope­ra­ti­on ver­wei­gert, des­to här­ter wer­den zwangs­läu­fig die erfor­der­li­chen Schnit­te wer­den, wenn sonst nichts mehr hilft.“

Die poli­ti­sche Füh­rung habe dann „schwe­re mora­li­sche Span­nun­gen aus­zu­hal­ten“: „Sie ist den Inter­es­sen der auto­chtho­nen Bevöl­ke­rung ver­pflich­tet und muß aller Vor­aus­sicht nach Maß­nah­men ergrei­fen, die ihrem eige­nen mora­li­schen Emp­fin­den zuwi­der­lau­fen.“ Bei einem not­wen­di­gen „groß­an­ge­leg­ten Remi­gra­ti­ons­pro­jekt“ lie­ßen sich „mensch­li­che Här­ten und unschö­ne Sze­nen nicht ver­mei­den, für die „wohl­tem­pe­rier­te Grau­sam­keit“ not­wen­dig sei, ein Begriff den Höcke sicher­heits­hal­ber bei Peter Slo­ter­di­jk aus­ge­lie­hen hat.

Na, immer­hin Slo­ter­di­jk, und auch das hat Stein nicht selbst auf­ge­ga­belt, son­dern bei Jas­per v. Alten­bo­ckum abge­pin­selt, des­sen Bei­trag “Höckes Spiel mit der Grau­sam­keit” vor vier Tagen erschien. Will da viel­leicht jemand zei­gen, daß die Blatt­li­ni­en aus Frank­furt und vom Hohen­zol­lern­damm kei­ne Par­al­le­len sind, die sich erst in der Unend­lich­keit kreu­zen, son­dern Lini­en, die bei Erfurt ein Faden­kreuz bilden?

Stein: Er hät­te sei­ne Stei­ne auch in Rich­tung Karl­heinz Weiß­mann wer­fen kön­nen, der soeben sech­zig Jah­re alt gewor­den ist und den Ruf genießt, ein an Schmitt geschul­ter Dezi­sio­nist zu sein, also (um es auf der Ebe­ne der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr aus­zu­drü­cken) einer, der nicht viel quatscht wo ent­schie­den und gehan­delt wer­den muß.

Das Machen-Müs­sen, Durch­grei­fen-Müs­sen, die Schnau­ze Hin­hal­ten-Müs­sen hat Weiß­mann stets in einer Mischung aus Fas­zi­niert­heit, Ein­sicht in die Not­wen­dig­keit und einer Ahnung von geschau­fel­tem Dreck betrach­tet – etwa in einem lei­der nicht mehr online ver­füg­ba­ren Gespräch, das der JF-Vor­den­ker mit Petrys “Blau­em Kanal” führ­te und in dem er unter ande­rem erklär­te, man müs­se alle nicht-inte­grier­ba­ren wie­der außer Lan­des schaffen.

Gehen die dann alle brav mit dem Köf­fer­chen in der Hand, frei­wil­lig – oder viel­leicht erst dann, wenn ihnen die­je­ni­gen mit den dün­nen Armen, lin­ken Dau­men und Kan­ti­nebäuch­lein streng eine Bord­kar­te in die Hand gedrückt haben? Oder wie sieht so etwas aus, frag’ ich Weiß­mann und Stein, letz­te­ren vor allem. Man wird da “mensch­li­che Här­ten und unschö­ne Sze­nen nicht ver­mei­den kön­nen”, soll­te Weiß­mann je ein Repa­tri­ie­rungs­pro­gramm aus­ar­bei­ten dür­fen, das ist mei­ne Pro­gno­se. Rech­te Poli­tik ist doch eben nicht die Pri­va­ti­sie­rung der Bes­ser­wis­se­rei und die Sozia­li­sie­rung der Kon­se­quen­zen, oder?

Und selbst dann, wenn Stein Höcke ein­fach nicht ver­steht und sein Buch rich­tig dane­ben fin­det: War­um zerrt man so etwas ans Licht der Öffent­lich­keit? War­um jetzt? Wegen Jas­per von Alten­bo­ckum? Ist die Not so groß, ist es ein inkon­ti­nen­ter Drang zur Rein­heit in der Poli­tik? Haben wir nicht alle gelernt, daß immer mehr Säue immer rascher durchs Dorf getrie­ben werden?

Wovor hat Stein Angst, das will ich mal wis­sen! Vor dem Popu­lis­mus? Vor einer Alter­na­ti­ve, die die­sen Namen ver­dient? Oder ist es eher so, daß er sich schämt, wenn er an Bier und Mett und die­je­ni­gen Wäh­ler denkt, die so etwas ver­zeh­ren? Will er Applaus von denen, die noch immer mei­nen, daß zwi­schen sein Blatt und (bei­spiels­wei­se) unse­res kein Blatt Papier passe?

Ich bin über­fragt, aber so einen Text schreibt Stein nicht aus Lan­ge­wei­le. Viel­leicht soll­te es ihm wurscht sein, was die zivil­ge­sell­schaft­lich ange­krän­kel­te Fil­ter­bla­se in Ber­lin denkt. Viel­leicht soll­te er mal Urlaub in Sach­sen machen, oder dort, wo Thü­rin­gen und Sach­sen-Anhalt ein­an­der berühren.

Vor allem soll­te er bei sei­nen Leis­ten blei­ben und es hal­ten wie ich (und dies umso mehr, als er kein glück­li­ches Händ­chen hat, wenn er auf Pferd­chen setzt): kei­ne Par­tei­ta­ge besu­chen, die­sen Laden machen las­sen und allen­falls ant­wor­ten, wenn man gefragt wird. “Inter­ven­ti­ons­ver­bot par­tei­frem­der Mäch­te” (Vor­sicht Schmitt!).

So, kurz­um, drei The­sen, über die ich eine Dis­kus­si­on wün­sche (und nicht den Auf­tritt von Claqueuren):

  1. Es gibt kei­nen Zustand der AfD, der für das Estab­lish­ment akzep­ta­bel wäre.
  2. Der Feind steht immer außer­halb des eige­nen welt­an­schau­li­chen Lagers.
  3. Der Bedarf an Nazis ist unge­bro­chen, selbst unter uns.

Zuletzt aber eine Emp­feh­lung: Höcke lesen! Ohne die Bril­le Steins! Hier bestel­len.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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Kommentare (86)

Fredy

28. Februar 2019 17:56

Stein schreibt eigentlich meist Schrott, und politstrategisch ist er eine Null. Aber mit dem Höcke-Text trifft er ins Schwarze. Einzig hätte er ihn nur denken sollen, wie wir anderen auch. Die Veröffentlichung ist tatsächlich ein NoGo.

Johannes Poensgen

28. Februar 2019 18:32

Zitat aus dem Stein des Anstoßes: "Daher sein Plädoyer, mit der Linken zusammenzuarbeiten, um zu einer „kapitalismusüberwindenden Position“ zu gelangen und einen nationalen Sozialismus zu schaffen, den er natürlich nicht so nennt, sondern „solidarischen Patriotismus“ mit – Achtung Carl Schmitt! –„Investitionsverbot raumfremden Kapitals“."

Kleiner Tipp Dieter: Das "Interventionsverbot raumfremden Kapitals" stammt nicht von Carl Schmitt, auch wenn es immer wichtig ist Achtung vor Carl Schmitt zu haben, sondern von Hans-Dietrich Sander. Genau! Von dem "wegen Volksverhetzung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener zu einer Haftstrafe von acht Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 4000 DM verurteilt[en]" (Wikipedia) Hans-Dietrich Sander!

nom de guerre

28. Februar 2019 18:35

"Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre." - Doch, zumindest in dem Sinne, dass die AfD für das Establishment vermutlich notwendig ist, um die Unzufriedenheit in Teilen des Volks zu kanalisieren, aber auf gar keinen Fall aus der Rolle einer mittelgroßen Oppositionspartei herauskommen darf. In dem Sinne, dass man die AfD wie jede andere Partei behandeln würde, mit der man sich auf normale Art und Weise politisch auseinandersetzt, dagegen wohl kaum. Für den erstgenannten Zweck ist es jedenfalls hilfreich, wenn die AfD untereinander zerstritten ist.

Ich verstehe bei dem Artikel von Stein allerdings nicht, was er sich davon verspricht, wenn Höcke die AfD verlässt - wenn es so kurz vor der Europawahl und mehreren Landtagswahlen zu einer weiteren Abspaltung kommt, kann das doch für die AfD kaum positiv sein(?)

Im Übrigen empfehle ich diese Meldung zur Lektüre: https://philosophia-perennis.com/2019/02/28/geheime-planungen-aktivisten-wollen-im-maerz-tausende-syrer-illegal-aus-der-tuerkei-nach-deutschland-holen/

Wenn das stimmt (und wenn es stimmt, funktioniert und Nachahmer findet), kann man sich schon nach der Sinnhaftigkeit von Richtungsstreits innerhalb der Rechten fragen bzw., ob dafür die Zeit noch reicht.

Lotta Vorbeck

28. Februar 2019 18:49

Götz Kubitschek: "... Ich bin überfragt, aber so einen Text sondert Stein nicht aus Langeweile ab. ..."

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In der Politik geschieht bekanntlich nichts zufällig.

"Nie zweimal in denselben Fluß" erschien im Jahre 2018. Warum wohl hebt der Herr Stein ausgerechnet jetzt seinen Anti-Höcke-Aufsatz in ins Steinsche Wochenblatt?

Die, Stand 28.02.2019, 06:30 PM, unter dem JF-Artikel veröffentlichten 29 Kommentare jedenfalls lesen sich ganz überwiegend als pro Höcke.

Der_Juergen

28. Februar 2019 18:49

Ich stand Dieter Stein schon immer misstrauisch gegenüber. Dass ehrbare Menschen wie Karlheinz Weissmann oder Michael Paulwitz noch bei der JF schreiben, laste ich ihnen nicht an, denn ganz abgesehen davon, dass auch sie ihre Rechnungen bezahlen müssen und folglich auf ein Einkommen angewiesen sind, können sie in Steins Blatt immerhin noch viel Richtiges publizieren und mehr Menschen erreichen als bei Sezession.

Steins unverschämte Ausfälle gegen Björn Höcke lösen bei mir Ekel aus und beseitigen meine letzten Zweifel daran, wem dieser Mann dient.

Lotta Vorbeck

28. Februar 2019 19:03

@nom de guerre - 28. Februar 2019 - 06:35 PM

""Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre." - Doch, zumindest in dem Sinne, dass die AfD für das Establishment vermutlich notwendig ist, um die Unzufriedenheit in Teilen des Volks zu kanalisieren, aber auf gar keinen Fall aus der Rolle einer mittelgroßen Oppositionspartei herauskommen darf. ..."

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Man gründet als Professor für Makroökonomie nicht mal eben eine Partei.

Zugespitzt formuliert: Wenn sie nicht im Konrad-Adenauer-Haus erfunden worden ist, hätte man die AfD im Konrad-Adenauer-Haus erfinden müssen.

Siehe auch:

AfD-Gründer Bernd Lucke schreibt Brandbrief an Parteimitglieder: „Schließen Sie sie aus!"
am 27.02.2019 um 16:44 Uhr

https://www.derwesten.de/politik/afd-gruender-bernd-lucke-schreibt-brandbrief-an-parteimitglieder-schliessen-sie-sie-aus-id216533749.html

"... Lucke schreibt, dass er wütend auf die Partei sei, weil sie dem Rechtsextremismus eine Plattform biete. Das sollen die nicht-rechtsextremen Mitglieder verhindern, indem sie die anderen aus der AfD ausschließen.
„Wer dazu schweigt, macht sich mitschuldig“, meint Lucke und wer denkt, dass es innerhalb der AfD keinen Rechtsextremismus gibt, solle sich das Urteil des Verfassungsschutzes über die Partei nochmal genauer anschauen.
Der Rechtsextremismus verbreite sich in der AfD

Rechtsextrem seien nicht nur Holocaust-Leugner oder Skinheads, sondern auch alle, die „Muslimen und Migranten in Deutschland nur mindere Rechte zuzugestehen und ihnen die Fähigkeit zur Integration“ absprechen."

Niekisch

28. Februar 2019 19:27

"Ich bin überfragt, aber so einen Text sondert Stein nicht aus Langeweile ab."

Darf ich empfehlen, Herr Kubitschek, sich mit Namen wie Adolf von Thadden, Dr. Gerhard Frey, Bernhard C. Wintzek zu beschäftigen und die Antwort zu finden?

Im Umfeld nationalen Dissidententums finden sich immer rechtzeitig Menschen, die existieren können und dürfen, auch noch zur rechten Zeit, die systemgefährdende Leute wie Höcke in Waffenbrüderschaft mit den Systemlingen in aller Schärfe anschießen und zu Fall zu bringen versuchen.

Halali!!!

Frieda Helbig

28. Februar 2019 19:29

Ist jemand, der mit Höcke wandern geht noch tragbar? Hat er damit nicht schon den Boden des Grundgesetzes verlassen?

Ich werde gleich morgen einen Monatsvorrat Sagrotan auf das Rittergut schicken!

Karina Vogel

28. Februar 2019 19:58

Was für eine Halse! Der Artikel von Stein hätte ebensogut in der TaZ stehen können. Jeder Satz von Höcke wird möglichst negativ ausgelegt. Da ist man sich nicht zu schade, nochmals das Zitat des Mahnmals aus der Versenkung zu holen. Ein Sachverhalt, der ausreichend besprochen und geklärt wurde.

Man mag von Höcke halten, was man will, er ist authentisch. Das er nicht korrumpierbar ist, glaube ich ihm aufs Wort. Natürlich ist eine Rückkehr zum Rechtsstaat und Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um den Untergang abzuwenden, nur mit Härte und drastischen Maßnahmen zu erreichen. "Wir schaffen das" schwatzen kann jeder.

In der AfD ist man aber aktuell auch sehr damit beschäftigt, sich zu "distanzieren". Meuthen sprach neulich davon, man müsse sich jetzt koalitonsfähig zeigen und andere hauen in dieselbe Kerbe. Entweder hat die Prüfung des VS doch mehr Spuren hinterlassen, als man sich eingestehen mochte oder man bekommt Angst vor der eigenen Courage. Ich würde, ehrlich gesagt, auch nicht die Suppe auslöffeln wollen, die unsere Regierung uns eingebrockt hat. Nur, was bleibt dann von unserem Land für unsere Kinder?

Ich möchte mit einem abgewandelten Liedtext enden:

Klare gerade Menschen
wärn ein schönes Ziel.
Leute wie Herrn Stein
haben wir schon zuviel.

Solution

28. Februar 2019 20:10

Lohnt es sich überhaupt, sich über Stein noch aufzuregen? Es ist doch legitim, die Seite zu wechseln und beim Establishment um Aufnahme zu winseln.

Die JF wird jedenfalls in meinem Umfeld verdientermaßen kaum noch gelesen. Von mir aus kann dieses Blatt ganz verschwinden, gibt es doch genug gute Zeitschriften von Sezession bis zu Tumult. Selbst die mittlerweile nationalkonservative Deutsche Nationalzeitung ist eine Alternative geworden.

Prichpl

28. Februar 2019 20:30

Bitte erlauben Sie mir meinen Kommentar, abweichend von Ihren drei gewünschten Diskussionsthesen.
Steins Artikel hatte auch ich heute gelesen. Frei assoziierend fielen mir eine Reihe von Gedanken dazu ein, die Sie gerne als „Verschwörungstheorie“ bezeichnen dürfen, aber Physikalische Theorien gehören zur Physik wie Verschwörungstheorien zu Verschwörungen.

Dieter Stein hat zweifellos mit großem Mut und hohem persönlichen Einsatz seine Wochenzeitung „Junge Freiheit“ begründet und allen Anfeindungen zum Trotz bis heute erhalten können. Dafür gebührt ihm Dank und Respekt... ABER...
a. vielleicht wollte er im Laufe seines Lebens viel mehr erreichen; von Ehrgeiz getrieben einst mit den wirklich großen Blättern konkurrieren können. Vielleicht wollte auch er einmal „Zeit“, „FAZ“, „Welt“ sein? Er wirkt auf vielen Bildern abgekämpft, verbittert, enttäuscht. „Der Fuchs und die Trauben“ fallen mir dazu ein: „Herr Fuchs (Stein), Ihr wollt zu hoch hinaus!“, „Gib Dir keine Mühe, die Trauben bekommst Du nie!“ Und anstatt nun mit erhobenen Haupt in den Wald zurückzustolzieren und zu antworten: „Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.“ biedert Stein sich mit seiner Höcke Kritik beim Mainstream weiter an – „Ich will doch auf der Buchmesse bitte, bitte auch mal einen schönen Platz haben....!“
b. Ist Stein, dessen Blatt bis heute überlebt hat, für die Mächtigen bereits zu wichtig geworden? Soll Stein wie Hans Georg Maaßen fallen? Kommt da vielleicht doch im Auftrag eines in-/oder ausländischen Geheimdienstes eine Person vorbei und erteilt dem Familienvater mit vier Kindern freundliche Rat – SCHLÄGE, wie Mann sich politisch korrekt zu verhalten hat. Man wolle schließlich nicht über einen unglücklichen Autounfall in den Medien hören und lesen?
c. Ist Dieter Stein gar zu einem „Gekauften Journalisten“ (Ulfkotte) geworden?
d. Und falls Stein keinen Erfolg haben sollte Höcke abzuschießen, wer wird dann wirklich auf Höcke schießen (verdammt, wieder so ein blöder Unfall...)?
e. Oder ganz banal: Stein mag Höcke aus einer menschlichen Befindlichkeitsstörung herrührend einfach nicht...

Wie dem auch sei, bei allem Einsatz für das Projekt „Junge Freiheit“ ist Stein kein wirklich Intellektueller. Seine Artikel sind - so meine Empfindung – sprachlich und gedanklich auf dem Niveau des einstigen Abiturienten stehen geblieben, eher flach wurzelnd und in keiner Weise zu vergleichen mit den Beiträgen der Hochkaräter der „Jungen Freiheit“: Thorsten Hinz und Michael Paulwitz. Der Angriff Steins auf Höcke ist in diesem wichtigen Wahljahr rational nicht nachzuvollziehen.

Da schon der Name Karlheinz Weißmann gefallen ist: sehr belesen, sehr gebildet, offensichtlich mit fulminantem Gedächtnis ausgestattet, besser schreibend als Stein, aber auch im Falle Weißmann fehlt mir das „brillare“, Strahlende, Funkelnde, Glänzende...sicher kein Abiturient mehr, ein guter Oberlehrer vielleicht, aber mehr nicht.

Nemo Obligatur

28. Februar 2019 20:38

Vorweg: Ich habe den Text von Dieter Stein gelesen, aber nicht das Buch von Björn Höcke.

Zu Höcke: Wer austeilt, muss auch einstecken können. Ich habe keine Ahnung, wie Höcke die Reaktionen auf seinen Gesprächsband aufnimmt, aber vielleicht hören wir davon ja mal was davon.

Zu Stein: Mein Eindruck ist, dass Stein Höcke unbedingt aus der Bundespolitik heraushalten will. Fragt sich, ob das seines Amtes ist, aber in der Sache hat er recht - vorerst. Höcke ist ein rotes Tuch, seine klügste Entscheidung war, in Thüringen zu bleiben und nicht für den Bundestag zu kandidieren. Dort im Bundestag gibt es übrigens mit Dr. Curio einen Mann, der nach meinem Eindruck ähnliche Positionen vertritt wie Höcke, aber wesentlich geschmeidiger agiert. Es könnte aber auch sein, dass Höcke gar nicht zum Politiker taugt, dass er im vorpolitischen Raum besser aufgehoben wäre. Er ist einerseits ein begabter Menschenfischer, aber andererseits hat er auch krude Ideen aus dem vorletzten Jahrhundert. Was will er denn damit werden? Bundeskanzler? Minister für "Sonderaufgaben"? Selbst als Ministerpräsident von Thüringen oder auch nur Erfurter Oberbürgermeister kann ich mir Höcke nur schlecht vorstellen.

Der Lackmus-Test in Sachen Realitätssinn wird für mich das Rentenkonzept von Höcke gegenüber dem Meuthen-Vorschlag werden. Daran könnte sich womöglich die ganze Politikfähigkeit der AfD entscheiden. Aber ich schweife ab...

Ich würde nicht ausschließen, dass Höckes Stunde erst noch kommt, in welcher Rolle auch immer. Aber auch dann, ja gerade dann, wäre er im vor- oder metapolitischen Raum besser aufgehoben (gewesen). Für die Bühne des offiziellen Staatstheaters ist er seit seinem legendären Auftritt bei Jauch verbrannt. Aber da hat er angedeutet, was er hätte werden können: Einer, der frische Luft hineinlässt. Er neigt dazu, gleich die ganze Fensterscheibe zu einzuschlagen. Das muss nicht falsch sein, wirkt aber auf viele Menschen verstörend. Auf Deutsch: So werden keine Mehrheiten gewonnen!

Zu den drei Fragen von Götz Kubitschek:
1. So ist es.
2. Ja, aber die Frage ist, bis wohin reicht das Lager? Kein Lager wäre so klein, dass es nicht noch zu spalten wäre. Die Frage selbst ist daher sinnlos.
3. Man sollte mal eine Übereinkunft schließen, weder das Wort "Nazi" noch verwandte Begriffe von "Faschist" bis "rechtsextem" zu verwenden. Nie und unter keinen Umständen. Auf drei Jahre. Danach kann man dann mal weitersehen.

Heinrich Loewe

28. Februar 2019 20:49

Soo „unter aller Kanone“ fand ich den Text von D. Stein jetzt nicht - ohne das Buch gelesen zu haben. Für Viele ist Björn Höcke ein Volksheld wie Jörg Haider, und für Viele eben ein rotes Tuch, er polarisiert eben. Die Partei muß das ganze Spektrum aushalten, das ist das Entscheidende. Und alle müssen die drei genannten Thesen verinnerlichen, da gibt es sicher hier keinen Widerspruch.
Strategisch muß man sich die anschauen, die schon was gewonnen haben: Italien. Österreich. Und: Von Steve Bannon lernen heiß siegen lernen; sehr empfehlenswert sein Video aus Oxford. Ja, es werden harte Zeiten kommen; sich darauf vorzubereiten, das versuche ich der häuslichen Generation-Z vergeblich einzutrichtern „Jedes Löwenbaby muß selbst vom Baum fallen“ Chin. Sprichwort.
Ja, das Geraune von Repatriierungen großen Stils ist kontraproduktiv, und ich glaube auch nicht daran. Man merkt Ihren Harnisch, verehrter Kubitschek, und das ist ja auch gut so in diesen Zeiten des thymotischen Mangels und der Laschheit. Im Übrigen heimelt Ihr Wander-Bericht aus dem „Holden Gefilde“ an und legt nahe, dies Ihnen gleichzutun.

Hartwig aus LG8

28. Februar 2019 21:06

Was heisst es denn eigentlich, "Rechtsaußen" in der AfD zu sein? Halten wir fest: Die AfD ist keine rechte Partei. Ihr Programm lässt sich mit drei von Helmut Kohl (wenn auch halbherzig) vertretenen Grundsätzen ganz allgemein zusammenfassen: a) Ein Europa der Vaterländer. b) Kein Bundeswehreinsatz außerhalb des Bündnisgebietes. c) Deutschland ist kein Einwanderungsland.
Ich habe das Buch von Höcke gelesen. Nun, sein Pathos ist auch hier spürbar, aber kaum unangenehm. Ansonsten ist das, was er im Buch antwortet, vor 30 bis 40 Jahren weitgehend Mainstream gewesen; CDU/CSU-Programm ...

PatrickLE

28. Februar 2019 21:27

Ich denke, der Zeitpunkt von Steins Angriff ist nicht ganz zufällig gewählt. Er pusht schon seit geraumer Zeit die sogenannten "Realos" der Alternativen Mitte ohne zu begreifen, dass die dort versammelten Figuren (Junge, Pazderski, Hansel und so weiter) nichts anderes sind als Schmalspur-Konservative, noch weniger zurechnungsfähig als die Herren von der Werteunion. Letztere haben bekanntlich mit den von der JF angehimmelten Politschauspielern Patzelt und Maaßen gerade Nachwuchs bekommen, also schießen wir mal kräftig gegen den Flügel, gerade im Wahljahr, um die tumben Zonis raus zu kegeln und endlich, endlich den Weg frei zu machen für die förmlich herbeigegierte Allianz Schwarz (ohne die Raute)/ Blau.
Da stört es gerade mächtig, wenn sich Gauland in der Rentenfrage auf Höckes Seite gestellt hat und Meuthen so bisschen ins Schlingern kommt.
Was ich nicht begreife ist, was Stein und andere, die immer nur auf Prozente schauen und um parlamentarische Mehrheiten "ringen" wollen, eigentlich erhoffen. Die Flutung unseres Landes geht ungehemmt weiter, es ist völlig illusorisch, mit Wahlen in - wie viel Jahre dürfen´s sein bis zu Schwarz/Blau ? 12 ? 16 vielleicht ? - eine Wende herbeiführen zu wollen, bis dahin ist die BRD als Staat längst erledigt.
Zu den drei Fragen:
1. Ja
2. Das "eigene weltanschauliche Lager" ist nicht klar definiert. Wenn es die Partei als solche meint, würde ich mich, auch als Mitglied, dem nicht anschließen können. Dort sind Leute drin, die ich zwar nicht direkt als Feind, aber bei weitem auch nicht als Parteifreund ansehen kann.
3. Wenn es keine gäbe, müsste man offensichtlich immer neue erfinden.

Niekisch

28. Februar 2019 21:28

"Man sollte mal eine Übereinkunft schließen, weder das Wort "Nazi" noch verwandte Begriffe von "Faschist" bis "rechtsextem" zu verwenden. Nie und unter keinen Umständen."
Das ist doch mal ein konkreter Vorschlag, Nemo Obligatur. Ich möchte ihn erweitern: Nie und unter keinen Umständen von irgendetwas und irgendjemandem distanzieren. Dazu schweigen, auch zu tatsächlichen oder angeblichen deutschen Verbrechen. Sofort zu einem positiven Narrativ übergehen.

Zu Punkt 1. Ja, wenn die AfD so zurechtgestutzt ist, daß sie CDU/CSU als bloße Mehrheitsbeschafferin zu Diensten sein kann und will.

Zu2. Der Feind steht und wirkt immer auch innerhalb des eigenen weltanschaulichen Lagers, wobei ein Teil des eigenen Lagers "das geheime Deutschland" genannt werden kann.

Zu 3. S. Nemo Obligatur 20:38: über "Nazis" reden wir nicht und Nationalsozialisten gibt es nicht mehr. Die sind gefallen oder inzwischen verstorben.

Fredy

28. Februar 2019 21:29

Angela Merkel wird übrigens auch überall erkannt. Und alle wollen Fotos von und Selfies mit ihr machen. Offenbar ist Sie genauso angesagt wie Höcke. Oder liegts nur am Michel, der einfach seinen Nachbarn und Bekannten mit einem beliebigen Promi beeindrucken will?

Gegen Höcke in einer Partei, Verein oder Organisation spricht, dass er tatsächlich der Meinung ist, der Beste, der Auserwählte, der Unbestechliche ... zu sein. Und alle anderen sind es eben nicht, also das jeweilige Gegenteil. Wie soll man mit so einem Kollegen auskommen?

Schmidt

28. Februar 2019 21:39

„Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre.“

Der Grad ihrer Akzeptanz entspricht dem Maß ihrer tatsächlichen Macht. Politische Machtfaktoren sind mobilisierbare Stammwähler, gesellschaftliche Verankerung und charismatische Repräsentanten. In diesen Punkten führen die Fundis in der AfD, weshalb WerteCucks und der am Establishment orientierte Teil der AfD im Kampf um die Machtverteilung einen gemeinsamen Gegner haben und gemeinsam schlagen.

„Der Feind steht immer außerhalb des eigenen weltanschaulichen Lagers.“

Im Zweifel verläuft die Grenze zwischen dem guten und dem schlechten Charakter.

„Der Bedarf an Nazis ist ungebrochen, selbst unter uns.“
Ausgrenzung und Spaltung sind wirksame Instrumente im Machtkampf, selbst unter uns.

DanielKnight

28. Februar 2019 22:16

Ich selbst bin gespaltener AfD Anhänger zwischen mehr und weniger Radikalität. Einerseits ist mir ein Pazderski zu lasch, er knickt ein und geht ständig in die Defensive wie Lucke zuvor. Andererseits fand ich Poggenburg und seine Kümmelhändlerreden jetzt auch nicht wirklich "geil". Die Gedanken sind frei aber als Politiker sollte man sich schon zügeln können. Ich denke Björn Höcke ist ein aufrechter Patriot auch wenn er selbst vielen von "uns" manchmal merkwürdig und aus einer anderen Zeit stammend vorkommt. Aber beide Lager werden gebraucht.

Simplicius Teutsch

28. Februar 2019 22:30

Merkwürdiger Streit, der sich da (mal wieder) auftut. Man hat ja sonst keine Feinde.

Sollte auch ich jetzt die allergischen oder taktischen Befindlichkeiten von Dieter Stein und andererseits das Verhalten von denen, die er anscheinend gar nicht mag, neunmal klug oder leidenschaftlich analysieren und kritisieren wollen? - Nee.

Waldgaenger aus Schwaben

28. Februar 2019 22:37

Die Zitate, die Stein aus Höckes Buch bringt, sind peinlich und kitschig. Ich weiß welche Bezeichnung es besser trifft.
Peinlich und kitschig ist es auch was Höcke hier

https://www.facebook.com/Bjoern.Hoecke.AfD/posts/die-erste-liebe-meines-lebensich-war-sieben-jahre-alt-da-stie%C3%9F-ich-beim-durchbl%C3%A4/1638066326434647/

über die erste Liebe seines Lebens schreibt. Peinlich und kitischig ist das - da beißt die Maus keinen Faden ab.
Und man hätte Höcke bessere Berater gewünscht, die ihm von Sätzen wie „Die biblischen Geschichten waren für mich Begebenheiten aus einer zu fernen Welt – es gab da zuviel Wüste und zuwenig Wald.“ abgeraten hätten. Da hat Stein Recht.

Aber wie ein Kommentar auf der Jungen Freiheit schreibt. Höcke muss in der AfD bleiben, auch wenn seine schräge Rhetorik nicht jedem gefällt. Rechts von der AfD darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben. Das sagte ursprünglich Franz Josef Strauss über die CDU/CSU. Mit demokratisch legitimiert ist gemeint, dass es keine Partei rechts von der AfD geben darf, die in irgendeinem Bundesland auch nur nahe an die 5% Hürde kommt.

Und solange Höcke sich diszipliniert verhält und nicht wie andere "rechte Oberchaoten" (Stein) rote Linien, zum Beispiel hin zum Antisemitismus überschreitet, sollte er nicht aus der AfD hinaus gedrängt werden. Von daher verstehe ich auch nicht, wieso Dieter Stein gerade jetzt einen solchen Text verfasst.

John Haase

28. Februar 2019 22:56

1. Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre.
2. Der Feind steht immer außerhalb des eigenen weltanschaulichen Lagers.
3. Der Bedarf an Nazis ist ungebrochen, selbst unter uns.

Eins und Drei teile ich vollkommen, zwei nur fast: es gibt eine Art von Rechten, glücklicherweise nur sehr wenige, die völlig verstrahlt in ihrem jeweiligen Thema festgewachsen ist und daher politisches Gift ist. Wenn diese Strahlerechten sich einfach abseits der Lager aufhalten, dann sind sie kein Feind, wenn sie sich aber irgendwie in das Lager gemogelt haben, dann muss man sie als Feind bekämpfen, sonst vergiften sie den Laden von innen. Beispiele sind u.a.: Reichsbürger, Aluhutantisemiten, "nationale Sozialisten" *hust*, Heiden mit starkem Hass auf das Christentum.

Um zu Höcke zu kommen, finde ich seinen Stil auch mitunter etwas unangebracht und auf falsche Weise provozierend. Man darf aber eines nicht vergessen: es gibt heute so gut wie keinen Politiker mehr, der irgendeine öffentliche Aussage tätigt, die außerhalb des BRiD-Konsenses läge. Dies gilt sowohl dem Inhalt wie auch der Form nach. Die Lingo praktisch aller Berufspolitiker ist völlig einheitlich: steril, ausweichend, glatt, vom Fließband. Wir sind es heute dermaßen gewöhnt, daß öffentliche Aussagen klingen wie dreimal eingefroren und wieder aufgekocht, daß uns jeder, der das nicht macht, bereits wie ein verschrobener Einzelgänger vorkommt.

Es liegt an eben diesem Polit-Pidgin, daß heutige Politiker nicht mehr zitierbar sind. Adenauer kann man zustimmend oder ablehnend zitieren, Wilhelm II., Disraeli, Metternich, Ebert, selbst Brandt und Kohl noch. Aber Merkel, Maas und Konsorten? Da ist nichts, absolut nichts, was im Geist hängenbliebe oder ihn anregen könnte. Erinnerlich bleiben nur Stilblüten (wie Stoibers hingerichtete Blumen oder Merkels Menschen, die schon länger hier leben) und offensichtlich Absurdes ("Wir schaffen das", "wertvoller als Gold" oder Göring-Eckarts Bienen und Vögel mit politischem Bewußtsein).

Jemand wie Höcke fällt also allein deswegen schon auf, weil er die Lesegewohnheiten stört, und zwar auch unsere.

Tobias

28. Februar 2019 23:34

Es trug sich heute zu, daß ich mit meinem leitenden Ingenieur in der Dresdner Teeküche saß, und wir über den unsäglichen JF Artikel von Herrn Stein lästerten. Ich sagte: "Lieber Henning, ich habe heute schon mehrfach bei sezession.de geschaut, aber noch nichts gesehen, aber ich wette mit Dir, der Kubitscheck schreibt da noch was dazu!" ... Jawoll. Das hat er. Und es gefällt mir! Ich sagte noch, gern hätte ich Kubitscheck als meinen Zugführer gehabt. Ich war in Šibenik, er in Sarajewo. Ich war nur Obergefreiter, trotzdem fühle ich mich verbunden. Weiter so! (3./122 PzGren)

micfra

1. März 2019 00:06

Ich werde mir das Buch von Höcke jetzt mal vornehmen. Habe mir schon einige Reden von ihm angehört und kann die Begeisterung der Menschen für ihn gut verstehen. Den Unmut, vor allem der West-AfDler, kann ich nicht nachvollziehen. Vermutlich können die Ostler, die weniger grüne Gehirnwäsche abbekommen haben, noch etwas mit klaren und ehrlichen Worten anfangen und vor allem merken sie noch, wer es ehrlich mit ihnen meint.

Gustav Grambauer

1. März 2019 00:13

Daß ein guter Deutscher auf Ausflügen gern Selfies mit Promis

https://twitter.com/vmedick/status/1096064518373982212/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1096064518373982212&ref_url=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fpolitik%2Fdeutschland%2Ffrank-walter-steinmeier-in-suedamerika-der-koenig-von-galapagos-a-1253327.html

macht, heißt gar nichts. Eine Freundin meiner Mutter aus Gotha hat uns noch 1989 ganz erregt angerufen, um uns mit der Inbrunst des Stolzes zu verkünden, sie habe in Oberhof den Wachposten überredet, mal kurz durch das Tor zur "Nobelherberge" gehen zu dürfen, "durch dos schonemol dr Ärich gelooodschd" sei (er ist es übrigens niemals). Ein paar Monate später mit der Drehung des Windes hieß es - ebenso erregt - nur noch, "den Dreckskräbl den hängma midn Baein andor näschsdn Lodderne aaaef, des isse Schwärvorbrechor!".

Bin viel in Thüringen, höre viel, auch von Leuten, die ihrerseits Stimmungsbilder wiedergeben können. Die allermeisten Thüringer haben Angst vor Höcke, auch vor Brandner, - leider -, auch und gerade die Bodenständigen, die Mittelständler, sogar diejenigen, die sich eigentlich nach der Ausmistung des Augiasstalles sehnen (aber dabei oft z. B. in der Zentralisierung der BRD-Polizei geradezu einen Heilsweg sehen), sogar - und gerade - die wachen Leute mit investigativer Ader (die aber großteils irgendwo zwischen Prabels Blog, Vera-Lengsfeld, Islamnixgut, Tichys Einblick und Metallwoche festklemmen).

Insgesamt wird sehr nach "Wirtschaftskompetenz" geäugt. "Hoffen wir, daß sich die CDU jetzt wieder fängt!" Alle sehen die nationalen Gefahren und erklären, wie sehr sie Thüringen lieben, aber kaum einer hat die Namen Lammla, Schilling oder Werneburg auch nur jemals gehört. Gärige Haufen sind ja ganz suspekt, Experimente nach Trutzgau, Russenzone und "Ärichns ledsdor Roche, ge" (Honeckers letzter Rache = Merkel) sowieso, und die Anwesenheit von Wiederverzauberern gilt als negativer Standortfaktor, der letzlich sogar den Tourismus bedroht!

heinrichbrueck

1. März 2019 00:17

Dieter Stein ist in einer Illusionswelt unterwegs. Geistige Freiheit hätte diesen Artikel anders geschrieben.

Ein kleines Gedankenexperiment. Wir denken uns die gesamte Politikerkaste weg, aus den letzten Jahrzehnten. Alle Parteien, Wahlen, Wahlkämpfe etc. Keine Politiker mehr. Die Arbeit in der Verwaltung, von Beamten geregelt, bleibt unangetastet. Die Entscheidungen, der Fortgang der Geschichte in der BRD, getroffen in internationalen Denkfabriken und NGOs, führen uns exakt ins Heute. Diese Realität annehmen zu können, dafür muß die Illusionswelt geopfert werden. Diese Dinge machen ein bißchen verrückt, sie tun weh. Politisch am Boden zerstört, vor dem Scherbenhaufen einer geglaubten Wahrheit, am Rande des Zusammenbruchs, denn die Lüge sitzt so tief, daß die Kosten, auf dem Weg in die Freiheit, immens sind. Es sich überhaupt vorstellen zu wollen, schon eine Ablehnung erfährt, auch wenn das Denkgefängnis der Illusionswelt, in der die Pirouetten um die eigene Achse gedreht werden, den Schmerz nicht verschwinden läßt. Es kommt in der Realität nichts dabei heraus. Eigene Entscheidungen können politisch nicht umgesetzt werden.

Wozu also Politiker? Was die Politiker sagen, erfährt der Wähler durch die Medien. Die Medien können Politiker absägen, umgekehrt geht es nicht. Nicht die gleiche Frage, aber eine Frage der Macht, die eine Antwort erfordert, in Freiheit getroffen: Aus welchem Grund, wozu, brauchen Völker Regierungen, haben Staatsführungen Macht? Wer sich in der Person Höcke, wie Stein es versucht, damit aber scheitert, den Gipfel der Grausamkeiten vorstellen kann, sollte Höcke Kanzler werden, liegt in der Realitätsfindung noch mächtig zurück.

Alle Parteien werden verschwinden. Die demokratischen Wahlen werden verschwinden. Und die Illusionswelt, an der die Konservativen hängen, ebenfalls. Wer dann noch steht, also nicht von eingetrichterten Illusionen beseitigt wurde, wird eine Staatsführung schaffen können, die Höcke als pure Harmlosigkeit in Person erscheinen läßt. Die Entscheidungen müssen dann gefällt, durchgesetzt und legitimiert werden. Die Medien entscheiden dann nicht mehr, und die Politiker propagieren nicht mehr fremde Entscheidungen - wie in einer Demokratie üblich. Es hängt alles daran, diese Zeitspanne zu überdauern und Format zu gewinnen. Und das ganze Theater, vergangene und zukünftige, ist für die biologisch Starken ein Amüsement, und für die anderen ein demokratisches Tötungskonzept. Illusionen sind unfähig. In der Realität vollzieht sich Geschichte. Geistige Freiheit wäre ein Überlebenskonzept. Fordert in gewissen Dingen Totalabstinenz. Gehört wohl in die Spanne der Vorbereitungszeit.

Was die Bewohner der Illusionswelten alle gemein haben: ein verfälschtes Geschichtsbild. Imagemaking wird Media überlassen, dem eigenen Innenleben nicht vertraut, deshalb Mindcontrol die Bildfindung steuert. Im eigenen Kopf bleibt die Aufführung unvollständig, und die Realität wird nicht verstanden. Macht kirre.

Ordoliberal

1. März 2019 00:35

Ad 1) Da stimme ich Ihnen zu, Herr Kubitschek

Ad 2) In welchem weltanschaulichen Lager stehen Meuthen, Stein, Gauland, Höcke und Sie denn? Doch nicht im selben! Stein, Meuthen, Weidel, im Grunde auch Gauland, das sind gesellschaftlich konservative, wirtschaftlich liberale Patrioten, mit anderen Worten: Nationalliberale. Mithin Pragmatiker, die die zahlreichen ökonomischen, politischen und kulturellen Fehlentwicklungen Deutschlands in den letzten drei Dekaden auf parlamentarischem Wege korrigieren wollen. Höcke dagegen? Wer davon träumt, mit Barbarossa und seinen Getreuen die "Herrlichkeit des Reichs" wiederherzustellen, wer mit Wagenknecht und "solidarischem Patriotismus" eine "kapitalismusüberwindende Position" erreichen will, ist - wie Gauland schon richtig erkannt hat - ein Nationalromantiker. Romantiker gehören aber in die Poesie, nicht in die Politik. Dort machen sie nur den Leuten das Leben schwer, die im Jetzt und Hier etwas erreichen wollen, ausgehend von dem, was ist, und nicht von dem, was erträumenswert wäre. Mit anderen Worten: Romantiker und Pragmatiker stehen nie im selben weltanschaulichen Lager.

Ad 3) Björn Höcke mag ebenso wenig Nazi sein wie Friedrich Nietzsche, Stefan George, Martin Heidegger, Ernst Jünger oder Gottfried Benn. Aber Demokraten waren sie alle eben auch nicht. Kunstreligion, genauso wie Antikapitalismus und die Liebe zum deutschen Wald, ist eine Form der Romantik. Und die Romantik in der Politik hat noch immer und ohne Ausnahme zum Totalitarismus geführt.

Botschafter2258

1. März 2019 01:29

Ihre Überschrift formuliere ich einfach mal um:
„Die linke Presse las Björn Höcke“.
Mit solch´ einem Artikel hätte er auch Autor in der Frankfurter Rundschau sein können. Man muss Höcke nicht mögen, man sollte ihn dennoch wertneutral beurteilen. Wenn man über Björn Höcke liest könnte man den Anschein erwecken man habe es mit dem nächsten totalitären Diktator zu tun. Höcke, so beschreibt ihn Alexander Gauland, sei ein Nationalromantiker. Höcke, so habe ich den Eindruck, ist ein Mann dem Pflichterfüllung wichtig ist. Dienstethos, so nennt er das häufig. Ich weiß in der heutigen Zeit ist Ehre, Pflichtgefühl, Kameradschaft und Loyalität etwas verpöntes, aber für die Funktionstüchtigkeit eines Staates notwendig. Diese Begriffe halten eine Nation zusammen. Aus diesen Begriff werden Bürger zu einem Volk. Und das hat dann nicht nur etwas mit der Herkunft zu tun.
An einem Beispiel möchte ich dies verdeutlichen. Die Nation als Haus.
Wenn Menschen kein gemeinsames Wertefundament haben werden sie im Ernstfall nicht zusammenstehen. Wenn das Haus brennt wird man nicht hinein rennen um andere wildfremde Menschen zu helfen. In diesem Fall lässt man das Haus brennen, die Menschen sterben. Der unbeteiligte Fremde geht unbeteiligt im sicheren Abstand am Haus vorbei. Wenn man jedoch eine funktionstüchtige Gemeinschaft ist, hilft man sich, rennt ins Haus rettet Leben, löscht den Brand, hierfür muss man sich nicht mal kennen. Denn der unbeteiligte Fremde hält dies für seine Pflicht. Genauso hält diese Person es für seinen Pflicht das Haus wiederaufzubauen um es dann noch größer und schöner zu gestalten. Das gekennzeichnet Volk und Nation.
Man muss Höcke nicht mögen, er hat aber das Recht als Mensch behandelt zu werden. Er ist bestimmt nicht die reine böse Form aus der Raumschiff Enterprise Folge „Kirk:2=“ in der es zwei Captain Kirk gab einen reinen guten und reinen bösen. Die zwei Person konnten nicht alleine existieren. Denn jeder hat gutes, wie böses in sich. Das macht aus uns zu Menschen. Das macht uns existenzfähig. In den Gutmenschen Medien wird nur über den „Bösen“ Höcke geschrieben. Positives habe ich über ihn noch nichts gehört.
Abschließend möchte ich auch ein paar Thesen einbringen:
1.) Die EU ist nicht Lösung, sondern DAS Problem.
2.) 50 Jahre „Alt 68er“ haben das Deutsche zu irgendeine undefinierte „BürgerInnen“ Masse gemacht. Wir sind Deutsche und bleiben es auch.
3.) Man sollte nicht nur alle zwei Jahre die Nation entdecken, sondern immer.
4.) Vaterlandsliebe ist etwas natürliches und sollte in keinem Brechreize hervorrufen. Es gibt ja auch kein „Schlandjubel“, sondern ausschließlich der Deutschland-Jubel, denn Deutschsein ist bisher noch kein Straftatbestand.

Mfg Botschafter2258

Laurenz

1. März 2019 03:15

Habe mich nach dem Lesen des Artikels von Herrn Kubitschek und den Beiträgen der bisherigen Foristen immer noch geweigert, den langweiligen Artikel aus der JF ganz zu lesen. Herrn Höcke geht's wie mir, Er polarisiert, aber über mich schreibt keiner Artikel. Was Herrn Höcke so gefährlich macht, ist seine Authentizität, Seine Unbestechlichkeit und Seine Ausstrahlung, suspekt im neuen Deutschland. Ich halte Ihn nicht für einen Schöngeist, sondern für einen Volkstribun, der manches falsch macht, na und?

Seine arge Liebelei mit deutscher Geschichte in der Öffentlichkeit, allerdings völlig harmlos, bringt Ihn desöfteren in die Bredouille. Etwas mehr Beschäftigung mit unserer Zukunft wäre vielleicht hilfreich, um die ganzen Lackaffen aus Politik, Wirtschaft und Medien zukünftig auf ihren Platz in die hinteren Reihen zu verweisen, wie sie hingehören. Daß die JF versucht mit der Person von Herrn Höcke Aufmerksamkeit zu erlangen, ist legitim. Aber hätte man nicht einen Schreiberling verpflichten können, der schreiben kann? Liest sich wie ein Inquisitionsbericht der Stasi mit anschließender Rede von Erich Honecker zur Erfüllung eines 5-Jahresplans. Vielleicht ist die JF aber auch intelligenter als wir alle glauben mögen, und man wollte revers Werbung für Herrn Höcke machen?

Ich urteile nicht, wie Herr Kubitschek über die Klientel von Herrn Höcke, teile aber, daß sie "der Liebe wert" - und meist bodenständig ist. (Ich bin es nicht, würde aber trotzdem Herrn Höcke wählen). Und natürlich ist es eminent entscheidend, wer über die Macht der Töpfe und Tröpfe verfügt. Dadurch entscheidet sich, wer hier leicht lebt. 

Die auch im Artikel angesprochene Migrationsdebatte ist grundsätzlich ablenkend. Es handelt sich hier um ein "Business" mit Profiteuren ohne eigenes Geschäftsmodell, welches mit dem politischen rechten Feigenblatt zugedeckt wird. Das völlig übervölkerte Deutschland braucht ganz dringend Abwanderung derer, die seit kurzem (bis 50 Jahre) hier leben, und derer, die eine offene Gesellschaft wünschen. Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Es gibt bereits genügend multi-kulturelle - und multi-ethnische Staaten, die auf die direkte Unterstützung deutscher Politiker der Blockparteien warten, zum Beispiel Brasilien.  https://www.laenderdaten.info/Amerika/Brasilien/fluechtlinge.php Ich frage mich bis heute, warum Menschen, deren Asylantrag abgewiesen wurden, mit teuren Flügen abgeschoben werden und nicht mit gecharterten Schiffen? Zionisten reisten auch per ökologischem Schiff, um Israel zu gründen.

1. Da, im Gegensatz zu China, heute, ganz symptomatisch, Apparatschiks die deutsche Politik beherrschen, hängen, völlig alternativlos, ganze Lebensmodelle an der politischen Karriere. Wer in der Wirtschaft braucht schon solch völlig nutzlosen Leute wie Jens Spahn oder Peter Tauber, die in ihrem Leben noch keiner ehrlichen Arbeit nachgingen, aber gerne darüber reden? Da tut jedes Parlaments-Mitglied der AfD dem Verlierer aus der Blockpartei so richtig weh.

2. Die oder wir. Juristen zumindest, rechnen als grundsätzliche Bedenkenträger mit dem negativen Szenario der Eskalation.

3. Wie man am aktuellen Leitartikel von Tichys "Staatlich geförderter Revisionismus" und "den Kampf gegen rechts" exakt nachlesen kann. Herr Mai ist wesentlich spannender zu lesen, als der Kerl von der JF.

Thomas Fischer

1. März 2019 07:55

Trefflich geschrieben, Herrn Kubitscheks Artikel ist nichts hinzuzufügen. Auch ich fiel beim Lesen von Dieter Steins Artikel in der "Jungen Freiheit" schier vom Glauben ab. Heute ist Herr Höcke die Sau, welche durch`s Dorf getrieben wird, ... wer wird es dann morgen sein? Das Prinzip des Teilens und Herrschens hat seit jeher vollumfänglich und gut funktioniert, wenn dies jedoch selbst nach zahlreichen Lehrstücken noch nicht einmal im eigenen Lager erkannt wird, dann kann ich gemäß Dantes "Göttlicher Komödie" nur betrübt feststellen: "... dann laßt alle Hoffnung fahren...".

RMH

1. März 2019 08:21

@
"Herrn Höcke geht's wie mir, Er polarisiert, aber über mich schreibt keiner Artikel."

Tja, Herr Laurenz, dann absolvieren sie statt Texte in Foren schreiben eben auch die selbe Ochsentour, die Herr Höcke mit seinen hunderten von Live-Auftritten hinter sich gebracht hat, evtl. bedient dann auch der Herr Stein oder einer seiner Redakteure Ihre Eitelkeit. Fragen Sie Herrn Höcke oder schließen sie sich einer Aktionsform wie den "Identitären" an, die werden Ihnen zeigen "wo die eisernen Kreuze wachsen".

H. M. Richter

1. März 2019 08:22

Versetzen wir uns für einen Augenblick in die Sichtweise anderer. Beispielsweise mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen. Dort könnten CDU und die Alternative für Deutschland, wenn alles seinen sächsischen Gang geht, zusammen nahezu 60 % der Wählerstimmen erreichen. Eine Koalition der beiden, die dem Wählerwillen somit entsprechen würde, kann und darf es zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht geben. Stattdessen droht dort eine Koalition unter Ausschluß der AfD, selbst wenn diese die meisten Stimmen bei der Wahl gewinnen sollte. Nicht nur Minister mit einschlägiger SED-Vergangenheit wie E.-M. Stange (SPD) wären so erneut vorprogrammiert, sondern insgesamt eine Landespolitik, die dem Mehrheitswillen der Sachsen keinesfalls entsprechen würde. Weil nun aber CDU und SPD nach der Wahl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zusammen über keine Mehrheit im Landtag verfügen werden, wird gar noch ein dritter Koalitionspartner gebraucht werden, der selbstverständlich seine politischen Positionen (und "Rettungsschiffe") ebenfalls in die Regierungspolitik einbringen würde. Nicht wenige empfinden diese Situation als himmelschreiend und empörend, da die erwartbare zukünftige Staatsregierung in ihren Augen dem o.g. Wählerwillen somit nicht entsprechen, sondern in dieser erwartbaren Konstellation sogar nahezu diametral entgegenstehen würde. Sie fragen sich, manche - in tiefer Sorge um Sachsen wie um Deutschland - bestimmt durchaus verzweifelt, ob es nicht doch Wege gibt, die ein Zusammengehen von CDU und AfD, notfalls zunächst in einer Minderheitsregierung, möglich machen würden. Und an dieser Stelle spätestens kommt nun Björn Höcke ins Spiel, denn solange es ihn in verantwortungsvoller Position innerhalb der AfD gibt, könne es, wird allerorts verbreitet, eine solche Konstellation weder in einer Landesregierung noch gar in einer Bundesregierung geben. Nicht zuletzt aus dieser Einschätzung heraus, die man für grundfalsch oder politisch naiv halten mag, die es aber unabhängig davon nun einmal gibt, erklärt sich, zumindest teilweise, der im Vorfeld der Wahlen vermutlich noch ansteigende Druck auf Höcke sowie den sog. Flügel.

Hinzu kommen eine ganze Reihe weiterer Gründe, die ebenfalls gewichtig sind. Jemand, um nur einen einzigen weiteren Grund zu nennen, wie Frauke Petry hatte sich in ihrer Karriereplanung gewiß schon - wie einst Wolfgang Schnur als künftigen Bundeskanzler - als zukünftige Ministerin gesehen, wenn es ihr gelingen würde, Björn Höcke aus der Partei zu drängen. Daß ihr dies nicht gelang, heißt nicht, daß es nicht von anderen - aus sehr vergleichbaren Gründen und durchaus auch mit Hilfe von Zeitungen - erneut versucht werden würde.

FrankaFrey

1. März 2019 10:01

Der rosa Elefant, der hier für mich im Raum steht, über den man aber zu reden und zu schreiben vermeidet, ist die angestrebte zionistische Ausrichtung der AfD und ihres Parteiorgans „Junge Freiheit“, um politische Salonfähigkeit zu erreichen. Aus diesem Grunde hat Stein auf die Pferde Petry und Pretzell gesetzt, darum werden die „Juden in der AfD“ bejubelt und aus diesem Grund kann man auch nicht auf Höcke setzen, da dieser sich nicht von antizionistischen Stimmen innerhalb der Partei distanziert.
Ich erinnere mich noch deutlich an die Pretzell-Beschwörung "Israel ist unsere Zukunft". Die "Neuen Rechten" darunter vor allem auch Marin Le Pen und Geert Wilders haben verstanden, dass sie nur zum Zug kommen werden, wenn sie sich pro-zionistisch gebärden. Damit liegen sie dann auf der Linie des konservativen amerikanischen Think-Tank des "Gatestone-Instituts" der antiislamistisch und zionistisch ausgerichtet ist.
Stein weiß das ganz genau, darum bemüht er in seinem Artikel auch gleich mal einen Israel-Preußen Vergleich und findet die Höcke-Aussage von Zuviel Wüste und zu wenig Wald so unmöglich.
Meiner Meinung nach liegt hier der Hund begraben. Stein hat den Artikel natürlich nicht aus Langeweile geschrieben...

Andrenio

1. März 2019 10:26

Undankbarkeit gehört ganz sicher zu den Charakterschwächen von Herrn Stein. Diese Eigenschaft ist ehrgeizigen Zielen eher dienlich. Man wird sehen wie weit er damit kommt. Als Unterstützer der ersten Stunde wendet man sich in Grauen ab. Schon der unsägliche Holocaustartikel von Wehl hatte das Maß mehr als voll gemacht. Höcke sollte größtmögliche Distanz zu dieser Art von Schmutz, auch zu dem in seiner Partei halten. Seine Zeit kommt, so zumindest die Hoffnung, die bekanntlich als letzte stirbt.

solitude

1. März 2019 10:31

Diejenigen AfD-Mitglieder, die aus vielerlei Gründen leidenschaftlicher für Deutschland auftreten, riskieren manchmal offene Flanken für die Partei. Es bedarf keiner inhaltlichen Umorientierung, sondern der Einsicht, dass einstweilen Geduld und Selbstbeherrschung zum Ziel führen (gerade deshalb hat Höcke seinen Platz behauptet). Ist die historische Stunde gekommen, die Macht errungen, wird die Liebe zu Deutschland mehr denn je gebraucht werden.

1. Im Moment ist dies so. Mit den kommenden Veränderungen in Deutschland (Zuwanderung, wirtschaftliche Situation, EU, Energiepolitik etc.) werden sich - unter unserem fleißigen Zutun - auch die politischen Koordinaten wandeln. Eine Rekonservativierung der CDU birgt für die AfD viele Gefahren, würde aber auch die Frage nach der Anschlussfähigkeit stellen. Kurz- und mittelfristig muss es in jedem Falle heißen: Kurs halten.

2. Ja. Selbst bei unvermeidbaren persönlichen, inhaltlichen und taktischen bzw. strategischen Differenzen muss dies so gesehen werden. Dies bedeutet nicht, dass Kritik nicht erlaubt ist. Der von Stein in concreto gewählte, öffentliche Weg ist jedoch unklug.

3. Das in unserem Volk tief verankerte Bewusstsein der "eigenen Schuld" (Schuldkult) und das menschliche Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit als Ursachen dieser Distanzierungen und Diffamierungen machen auch vor unserem Lager nicht halt. Gerade wir, die wissen, dass der Mensch "aus krummem Holze gemacht ist", werden noch einige "Nazis" kommen und gehen sehen. Eine Änderung unbewusster Zustände tritt nicht über Nacht ein. Im Hinblick auf die insbesondere hier angestoßenen Debatten zu Volk und Vaterland ist es wohl dennoch nicht vermessen zu wiederholen: "Unser Geduld hat Ursach."

Ein gebuertiger Hesse

1. März 2019 10:32

@ Franka Frey
Spot on. Sehr gut, wenn auf diesen großen dicken rosa Elefanten einmal ein Blick gewagt wird.

Gotlandfahrer

1. März 2019 10:54

Zum Verwurf der Thesen wäre es nötig, sie widerlegen zu können. Das wird niemandem gelingen. Bis zum Gelingen dürfen sie als „nicht falsch“, dem bestmöglichen Erkenntniswert für „wahr“, gelten.

Zu 1: Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre.

„Akzeptabel“ ist die Adjektivform von akzeptieren, was annehmen, anerkennen, einwilligen, hinnehmen, billigen, mit jemandem oder etwas einverstanden sein meint. Es heißt nicht „aushalten“ oder „ertragen“, insofern ist mit der Akzeptanz von etwas nicht der Wille verbunden, dieses Etwas aus der Welt zu schaffen oder es zu „besiegen“.

Die Unwiderlegbarkeit der ersten These ergibt sich daher bereits aus dem antagonistischen Verhältnis der mit Wirkungsabsicht verbundenen Begriffe Establishment und Alternative, die einen entgegengesetzten politischen Gestaltungswillen in sich tragen.

Bewegte sich nun das Establishment in eine Lage, die Akzeptanz ermöglichte, wäre es nicht mehr von den Kennzeichen des Establishments geprägt (Erhalt des Status quo zu eigenen Gunsten). Bewegte sich die AfD, wäre sie keine Alternative zum Establishment mehr. Was passieren könnte, ist, dass die AfD selber zum Establishment wird. Davon sind wir weit entfernt.

These 1 bleibt somit bereits rein begriffslogisch stets "wahr".

Zu 2. Der Feind steht immer außerhalb des eigenen weltanschaulichen Lagers.

Diese These ist nicht prüfbar, weil die Begriffe „Feind“, „weltanschauliches Lager“ und selbst die mit „außerhalb“ suggerierte Dichotomie von „innen / außen“ nicht trennscharf bzw. nicht zur Prüfung einer „gesellschaftlichen“ Gemengelage geeignet sind.

Natürlich „verstehe“ ich den Punkt von GK und halte ich ihn für hilfreich zur Klarstellung und Kalibrierung von Gruppenkommunikation. Im Sinne eines pragmatischen Hinweises darauf, dass es niemandem, der für eine Sache und damit gleichzeitig gegen ihr Gegenteil arbeitet, hilft, sich selbst diese Arbeit zu behindern, ist die These ein Satz, der eine dienliche Lebenserfahrung beschreibt.

Darüber hinaus halte ich sie durch eine Vielzahl von Beispielen und abhängig vom tatsächlichen Verständnis der jeweiligen Begriffe für widerlegbar. So waren die Sowjets und Amis Alliierte und umgekehrt waren die kommunistischen Länder UdSSR und Rotchina weiterhin feindschaftlich verbunden.

Und hilft es immer, alles und jeden im antagonistischen Lager als Feind zu begreifen und damit das Spiel derer zu spielen, die gerissen genug sind, die Gutgläubigen genau das auch in uns sehen zu lassen?

These 2 lässt sich also nicht prüfen.

Zu 3. Der Bedarf an Nazis ist ungebrochen, selbst unter uns.

Hier verhält es sich analog zu These 1: Allein begrifflich ergibt sich dies aus der Allgemeingut gewordenen gesellschaftlichen Leitlinie des „Antifaschismus“.

„Anti“ heißt nicht nur nicht, sondern ist die Kehrmatrix des Anderen. Der Antialkoholiker braucht den Alkohol um es sein zu können. Auf einem Planeten ohne Alkohol macht ein Antialkoholikersein keinen Sinn.

Interessant und der Klärung wert ist die Ergänzung „selbst unter uns“. Sie kann unterschiedlich gedeutet werden. Entweder als „Auch wir sind Teil der antifaschistischen Matrix“, also der Nazi-Kehrmatrix. Und deswegen brauchen "selbst wir" Nazis, um überhaupt miteinander in der Matrix kommunizieren zu können (Variante 1).

Oder: Wir sind nicht Teil der antifaschistischen Matrix sondern Teil einer antifaschistischen Kehrmatrix, also der anti-antifaschistischen Matrix. Damit aber in einer Art Nazimatrix zweiten Grades. Und na klar, da braucht man Nazis genauso wie in der diese erzeugenden Gegenmatrix (Variante 2).

Variante 3 ist die, in der ich mich wähne, aber diese Sicht ist für Subjekte aus faschismusdeterminierten Matrizen schwer vorstellbar: Es ist eine Nicht-Faschismus-Matrix, also eine, die im Gegensatz zur antifaschistischen Matrix keine Gegenbezüge zur Ur-Faschismus-Matrix aufweist. Das erscheint in faschismusdeterminierten Matrizen als „geschichtsvergessen“, aber darauf geben Menschen in einer beliebigen Nicht-Faschismus-Matrix nichts, eben weil sie von dieser Fixierung unabhängig sind und stattdessen die ganze Faszination der Geschichte wahrzunehmen versuchen.

Zur These 3: „selbst unter uns“ kann also nur auf die zutreffen, die nicht Teil einer (beliebigen) Nicht-Faschismus-Matrix sind.

RMH

1. März 2019 11:03

@FrankaFrey,

mit Ihrer Theorie einer angeblichen "zionistischen Ausrichtung" der AfD tun sie weder Herrn Höcke noch der AfD noch der gesamten Rechten und insbesondere diesem Blog einen Gefallen. Sollten Sie ein AfD-Mitglied sein, sind sie hoffentlich nur eine Einzelmeinung. Wenn Sie kein AfD-Mitglied sind, könnten Sie das der Vollständigkeit halber dazu schreiben, wenn sie schon gewagte Thesen in den Raum stellen, die ansonsten auch noch als Meinung von "Parteimitgliedern" von interessierten Kreisen sicher gerne aufgezeichnet werden.

@Laurenz,
wundern Sie sich bitte nicht zu sehr über meinen Kommentar, vor dem @ stand ursprünglich noch ein bisschen mehr, was die Bemerkung besser erklärt hätte, denn ich hob bei Herrn Höcke besonders seine Qualitäten als Live-Redner im Gegensatz zu dem von ihm schriftlich Niedergelegten hervor.

@Waldgänger,
Ihnen kann ich wieder einmal zustimmen.

@ GG
Ebenfalls meine Zustimmung zu ihren Schilderungen zu Thüringen.

Gustav Grambauer

1. März 2019 11:20

FrankaFrey

"Zuviel Wüste und zu wenig Wald"

Schöne Doppeldeutigkeit:

https://www.preussenchronik.de/begriff_jsp/key=begriff_streusandb%25fcchse.html

Auf Berliner Friedhöfen grassiert auch immer mehr eine Sitte aus der Wüste, mittlerweile weit über den Waldfriedhof Zehlendorf und den Dorotheenstädtischen Friedhof hinaus, die Toten können sich ja nicht dagegen wehren:

https://www.serafinum.de/ratgeber/stein-auf-grabstein-juedische-sitte/

- G. G.

Andreas Walter

1. März 2019 11:36

Die Junge Freiheit ist in den letzten Monaten nach meinem Gefühl deutlich weiter nach patriotisch gerückt. Entsprechend muss Höcke jetzt auch weiter nach "rechts" gerückt werden. Geht es um Verdrängung oder um gemeinsame Verschiebung ist also die Frage.

FrankaFrey

1. März 2019 12:04

@RMH
Solche Reaktionen wie die Ihre verbuche ich als Bestätigung meinerThese vom großen rosa Elefanten. Ich bin aus gutem Grunde kein AfD Mitglied, muss niemandem einen Gefallen tun und halte mich im Allgemeinen nur an das „sapere aude“ bei meinen Gedankengängen.

Atz

1. März 2019 12:27

Mit der Anti-Islam-Haltung Höckes und dem demonstrativen Philozionismus anderer (der auf Antisemitismus verweist) in der AfD kann ich null und nix anfangen. Hast Du mit dem Islam Probleme, tue, was die Pflicht des Christenmenschen ist: Eine Einladung zur Taufe aussprechen.

Weshalb denn soll eine Religionsgemeinschaft nicht Tempel bauen dürfen wie es ihr lustig ist? Wie die einen Toleranzchampions gegen "rechte Schulungszentren" die anderen gegen Moscheebauten. Die Ahmadiyya, die 100% genauso wild wie Höcke die Nationalfahne dieses Landes schwenken, sind von den allermeisten Mohammedanern nicht mal als Muslime anerkannt. In Deutschland war Ahmadiyya, siehe Wilmersdorfer Moschee, einst der Islam der SS.

Niemand braucht sich dafür entschuldigen nicht mehr Fremde ins eigene Land einreisen lassen zu wollen. Niemand braucht den Islam zu dramatisieren. Steins Artikel ist für das Feuilleton absolut okay. Es wäre unsouverän an ihm Anstoss zu nehmen. Im ernsten Feuilleton gibt es nur elaborierte Verrisse, in der Provinzpresse platte Lobbesprechungen und Klappentextabschriften. That is the game. Was hätte Stein anders schreiben sollen?

Statt plattem Populismus gegen Moscheen ist es wohl eher an der Zeit, die Gastarbeiterverträge aus den 60ern mit der Türkei zu terminieren, die dafür sorgen, dass Imane türkische Staatspropagandisten sind auf deutschem Boden. Die AfD mag das Nachbarn gegen Moscheen aufwiegeln, aber für den Rückgewinn unseres Landes kommt es auf Recht und Gesetz an. Als Deutscher habe ich das Recht jeder Religionsgemeinschaft beizutreten. Die problematischen Sachen, etwa bzgl. der skandalösen Durchsetzung fremdstaatlichen islamischen Personenstandsrechts von deutschen Gerichten oder die besagte Bezahlung von Imanen aus dem Ausland, sind stärkere Hebel.

Höcke kann Populist bleiben oder ernsthafte Lösungen suchen zur Rettung unseres Landes.

Andreas Walter

1. März 2019 12:28

Zudem gibt es keine rosaroten Elefanten, sondern lediglich Fakten, Tatsachen:

https://www.takimag.com/article/the-emperors-new-clout/

Es geht einzig und allein um "Geld" (handelbare Werte).

Zadok Allen

1. März 2019 12:29

1. Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre.

Ihr jetziger Zustand (Gründungsbeschluß im Konrad-Adenauer-Haus, Leitung durch Goldmann-Sachs-Weidel und CDU-Gauland) ist mehr als akzeptabel. Auch Herr Höcke, dem ich persönliche Integrität zubillige, spielt eine sehr nützliche Rolle: die des Krokodils.

2. Der Feind steht immer außerhalb des eigenen weltanschaulichen Lagers.

Es macht mich immer trauriger, daß sich dieses Lager nach wie vor als "rechts" mißversteht. Der Feind steht in der Tat außerhalb unseres Lagers, d.h. außerhalb des Lagers der Machtlosen. Dummerweise bildet der Feind das Lager der Mächtigen; @heinrichbrueck hat es oben dankenswerterweise angedeutet.

3. Der Bedarf an Nazis ist ungebrochen, selbst unter uns.

Siehe zu 1. Nachdem die NPD erledigt ist, möchte man jetzt vielleicht Herrn Höcke zur Fortsetzung der Strategie des "de-magnitizing" mißbrauchen.

Am Rande:
Die bleierne Zeit, deren Ende 2015/16 gekommen schien, ist längst wieder da. Es verwundert fast, daß seitens der Opposition für das laufende Jahr noch keine "Wende" ausgerufen wurde, wie für 2017 und 2018.

FrankaFrey

1. März 2019 12:33

Falls irgend jemanden hier meine Position und Motivation interessieren sollte: Ich bin einfach nur Mutter dreier schöner deutscher junger Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Ich liebe mein Land. Ich liebe meine Sprache. Ich liebe mein Volk. Ich habe meinen Kindern jeden Abend vorgelesen, bis sie in die Pubertät kamen. Ich habe an ihren Betten jeden Abend „Der Mond ist aufgegangen gesungen“ Ich habe sie gelehrt unsere Sprache und Kultur zu lieben und stolz auf ihre Ahnen zu sein. Ich möchte einfach nur das Eigene verteidigen. Als Ethnologiestudentin unterstützte ich damals die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ und las die Zeitschrift „Pogrom“. Irgendwann erkannte ich, daß mein eigenes Volk dran ist. Ich unterstütze jeden, der hilft mein Volk zu retten und jeder der dem entgegenarbeitet, ist mein Feind ,und mir ist es egal, wie die sich nennen (Zionisten oder Antizionisten). Meine Energie stecke ich ins Ausfindig -machen des Feindes und in den Erhalt des Eigenen.

Joerch

1. März 2019 12:42

Wurde schon in Erwägung gezogen, dass es sich bei dem JF-Artikel um eine 'Gegenleistung' für etwas intensivere Bemühungen des Systems die Freilassung Billy Six betreffend handeln könnte?

Gustav

1. März 2019 13:12

Es sollte um Meinungsfreiheit gehen, so wie sie selbst die SPD einmal verstanden hatte:

„Die Entscheidung durch Mehrheitsbeschluß macht nicht das Wesen der Demokratie aus, wie diese heute zu verstehen ist. Wesentlich für die Demokratie in der Gegenwart ist die Selbstbestimmung bei gleichem Rechte und freiem Wort. Jede Beeinträchtigung des freien Wortes ist Beeinträchtigung der Demokratie“ (Eduard Bernstein)

Dieser ganze Eiertanz um das Sagbare ist doch nur eine weitere Ablenkung vom Wesentlichen.

Wer es nicht frühzeitig lernt, die Dinge so aus- und anzusprechen wie sie sich darstellen, also falsch oder richtig, wahr oder unwahr, wird im allgegenwärtigen Geschwurbel unserer Zeit, in Rabulistik und Sophisterei untergehen.

Nur eine klare Sprache hat Zukunft. Reden und denken wie Andere es einem vorschreiben, bedeutet Untergang.

Elvis Pressluft

1. März 2019 13:46

Man muß sich einfach von der Fehlwahrnehmung befreien, mit dem Abgang Luckes und seinem inneren Plutokratenzirkel seien die bourgeoisen Elemente aus der AfD und ihrem Umfeld verschwunden. Die JF habe ich nicht mehr angerührt, seit vor Jahren Höckes Anmerkungen zur Berliner „Gedenkstätte“ mit wüsten Entgleisungen beantwortet wurden. Was Stein und Konsorten beabsichtigen, ist die selbsterfüllende Prophezeiung: Man sabotiert die Wahlaussichten der Partei, um dann triumphierend festzustellen – ganz wie jüngst Maestro Lucke selbst (gefragt – von wem?) – die „Rechtsextremen“ müßten endlich vor die Tür gesetzt werden. Höcke selbst halte ich im Übrigen seinerseits für einen gutbürgerlichen Konservativen; er steht nicht wahrnehmbar rechts von Unionspolitikern wie Dregger senior, Strauß oder selbst Carstens. Tempora mutantur …

DirkAhlbrecht

1. März 2019 14:09

"Sie wohnen dort, wo diejenigen ankommen, die von denen ins Land gejubelt werden, die woanders wohnen."

Einfach große Klasse, lieber Herr Kubitschek. Dieser Satz allein beschreibt sehr schön das ganze Elend.

Laurenz

1. März 2019 15:19

@RMH ... das war eher ein Ausdruck von Erleichterung. Herr Höcke hat meine volle Bewunderung. Meine Wirkung ist in wesentlich abgeschwächter Form eher die eines Herrn Lindemanns, macht so ein bißchen Angst, und nicht die eines strahlenden Sterns, die Herrn Höcke auszeichnet. Für einen wie Herrn Höcke teile auch ich freiwillig Prospekte auf den Stühlen aus, und sammle sie nachher wieder ein. Auch wenn mir die Identitären sicher sympathisch sind, wäre ich für diese kein Zugewinn. Ich habe meine Gesundheit im Kapitalmarkt ruiniert, wie so viele.

Laurenz

1. März 2019 15:41

@FrankaFrey ... wenn Sie Sich mit der Frage um Juden oder mit dem Zionismus beschäftigen, macht es wohl Sinn etwas tiefer einzusteigen, als Sie es tun. Gerade als Patriot sollte man wissen, daß die Existenz Israels vordergründig im Interesse Deutschlands liegt, und sie ist wesentlich bedeutsamer als die Befindlichkeiten von Diaspora-Juden in der weißen Welt. Ebenso ist sinnentleert, die Mischpoke über einen Kamm zu scheren. Auch da sollte man bezüglich der diametralen Unterschiede zwischen einem Herrn Gilad Atzmon und einer Frau Barbara Lerner Spectre unterscheiden. Von daher ist es ganz legitim, sich mit denen zu verbünden, die selbst als das was sie sind, überleben wollen, und die wissen, wenn die Lerner Spectres weiter dran sind, dieses unwahrscheinlich wird, denn sie haben aus der Vergangenheit nichts gelernt. Und was uns angeht, so brauchen Sie Sich einfach nur umschauen, mehr im Westen als im Osten. Der Leidensdruck ist noch nicht hoch genug, um die Junta in Berlin zu demontieren. Solange Sich Ihre 3 Töchter noch auf die Straße trauen, ist zu viel in Butter. Von daher empfehle ich Geduld über die eigene Lebenszeit hinaus.

Niekisch

1. März 2019 16:55

"Höcke selbst halte ich im Übrigen seinerseits für einen gutbürgerlichen Konservativen; er steht nicht wahrnehmbar rechts von Unionspolitikern wie Dregger senior, Strauß oder selbst Carstens. Tempora mutantur"

@ Elvis Pressluft 1.3. 13:46: Nehmen wir doch einmal als Meßlatte den früheren sozialdemokratischen preußischen Ministerpräsidenten Scheidemann, den Ausrufer der Republik 1918, der zu den Versailler "Verträgen" vor der Nationalversammlung am 12.5.1919 in der Aula der Berliner Universität ausrief: "Wir gehören zusammen, wir müssen beieinander bleiben, wir sind ein Fleisch und ein Blut, und wer uns zu trennen versucht, der schneidet mit mörderischem Messer in den lebendigen Leib des deutschen Volkes. Dieser schauerlichste und mörderische Hexenhammer, mit dem einem großen Volk das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit, die Zustimmung zur erbarmungslosen Zerstückelung, das Einverständnis mit Versklavung und Helotentum abgepreßt und erpreßt werden soll, dies Buch darf nicht zum Gesetzbuch der Zukunft werden....Welche Hand müßte nicht verdorren, die sich und uns in dieses Fessel legt?"

Wie absurd erscheint angesichts dessen unser szenisches Abgrenzungs- und Distanzierungsgequatsche....

Valjean72

1. März 2019 18:02

@FrankaFrey:
“Der rosa Elefant, der hier für mich im Raum steht, über den man aber zu reden und zu schreiben vermeidet, ist die angestrebte zionistische Ausrichtung der AfD und ihres Parteiorgans „Junge Freiheit“, um politische Salonfähigkeit zu erreichen.“
---

Da schneiden Sie mE etwas Grundsätzliches an. Björn Höcke wirkt mit seiner, im besten Sinne des Wortes, romantisch geprägten und aufrichtigen Vaterlandsliebe unter den AFD-Granden wie ein aus der Zeit gefallener, unkorrumpierter Volkspolitiker.

Dies alles steht nun im krassen Gegensatz zum praktischen Daseinszweck der AFD, wie es sich einflussreiche Kreise vorstellen, denen Herr Stein offensichtlich anhängt: gewiss als Auffangbecken frustrierter Konservativer aber – bitteschön - im vorherrschenden politischen Systemgeklüngel verhaftet und dieses dadurch stabilisierend, bis letztlich der forcierte gesellschaftliche Umbauprozess (der große Austausch) abgeschlossen, bzw. zumindest weit genug fortgeschritten sein wird.

Henryk Broder, ein gewitzter Sprücheklopfer und wohl auch ein Säulenheiliger für „koschere Konservative“, wurde unlängst von der Bundestagsfraktion der AFD eingeladen eine Rede zu halten.

Nachfolgend der Header eines Broder-Artikels vom heutigen Tage:

Zuwanderung

Das ist Deutschland

Vielleicht ist die Debatte um Heimat und Zuwanderung so hitzig, weil wir sie falsch führen. Es ist Zeit, den Biodeutschen die Hand zu reichen und zu sagen: Wir wollen euch helfen, euch hier daheim zu fühlen.

(Quelle: https://www.welt.de/kultur/plus189604279/Henryk-M-Broder-Das-ist-Deutschland.html ; 01.03.2019)

Was für eine Chuzpe! Und was für eine finstere Figur!

Es ist mir schier unbegreiflich wie manche Patrioten der Auffassung sein können, jemand wie Broder wäre auf der Seite Deutschlands.

Die AFD hatte sich zunächst von Lucke & Henkel getrennt, alsdann von Petry & Pretzell und das war gut und richtig. Es werden weitere Trennungen folgen, auf dass diese Partei eine tatsächliche Alternative für Deutschland sein kann und nicht bloß eine andere „Variante für Deutschland“.

HagenAlternat

1. März 2019 18:25

Von einem gewissen "Lager" abseits des Establishments darf man sprechen. Und innerhalb dieses Lagers macht Stein Stunk. Nicht weil er Höcke kritisert (das dürfen auch seine Freunde), sondern weil er sich des herabwürdigenden FAZ-Bender-Stils bedient. Das ist intellektuell unterste Schublade.

Niekisch

1. März 2019 20:22

"Es ist Zeit, den Biodeutschen die Hand zu reichen und zu sagen: Wir wollen euch helfen, euch hier daheim zu fühlen."

Wenn mehr solche Sprüche kommen, Broder, dann wird es noch ein wenig mehr brodeln als bisher schon. Weiter so!

Der_Juergen

1. März 2019 20:25

@Valjean

Ausgezeichnet, diese Charakterisierung Broders. Ich lese Ihre Beiträge übrigens auch bei Mannheimer mit Vergnügen.

Das blaue Quadrat

1. März 2019 21:04

1. Nein. Von willigem Mehrheitsbeschaffer bis Auflösung sind mehrere akzeptable Zustände denkbar.

2. Parteifreund ist ein Synonym für Feind.

3. Ja. Gerade Greta-die-jetzt-in-Deutschland-ist, mit den Empfehlungen der AAS für die Schulen und Kindergärten verglichen. Voll Nazi, Alter...

Der Feinsinnige

1. März 2019 21:05

Die drei zur Diskussion gestellten Thesen sind so richtig wie falsch. Die Wirklichkeit ist komplizierter.

Zu 1.:
Einfache Antwort:
Zustimmung. Zumindest wäre eine für das derzeitige Establishment akzeptable AFD keine wirkliche Alternative mehr.

Aber:
Diese Aussage ist eine Momentaufnahme.
Die AFD ist kein Selbstzweck, auch nicht in ihrer Alternativfunktion. Ändert das Establishment seine Politik (was derzeit nahezu ausgeschlossen scheint), könnte sich auch die Sicht des Establishments auf die AFD ändern. Und: In der Lebenslogik einer politischen Partei liegt, daß sie irgendwann – möglichst allein – regieren will. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wäre die AFD selbst Teil des Establishments, das dann aber anders aussähe als heute.

Zu 2.:
Diese These ist für eine Partei unbrauchbar. Eine Partei muß gewollt oder ungewollt programmatische und inhaltliche Grenzen ziehen, und zwar nach allen möglichen Seiten.

Daß diese These auch für ein „weltanschauliches Lager“ nur begrenzt paßt, zeigt sich doch gerade an der hier geführten Diskussion. Es ist schon unklar, wie ein solches Lager überhaupt definiert werden soll. Gehören die „Junge Freiheit“ und Dieter Stein dazu? Wer viele der hier abgegebenen Stellungnahmen liest, könnte diese Frage wohl glatt verneinen.

Das Establishment sieht das aber anders - - und sicher viele treue Leser von „Junger Freiheit“ und Sezession auch.
Ich bin wohl kein Einzelfall, wenn ich bekenne, daß ich seit den frühen 1990er Jahren durch die JF politisch und intellektuell sozialisiert worden bin, herkommend aus einer jugendlichen Unions-Nähe (geprägt von Strauß, Dregger und Co.). Bis heute stehen in der JF Woche für Woche lesenswerte Artikel von lesenswerten Autoren (ich nenne nur Thorsten Hinz, Günter Zehm, Karl-Heinz Weißmann), die vor einiger Zeit noch selbst bei Sezession oder Antaios publiziert haben. Ich schließe mich der im Artikel zum Ausdruck gebrachten Ratlosigkeit an, was Dieter Stein reiten mag, ein derartiges Pamphlet gegen Björn Höcke zu schreiben. Das stößt auch mich ab und hilft sicher weder der AFD noch der JF. Es ändert aber nichts an der Tatsache, daß Dieter Steins JF auf der gleichen (richtigen) Seite gegen die Politik der letzten Jahre und Jahrzehnte steht, wie Götz Kubitschek und die Sezession. Daher empfinde ich das Zerwürfnis zwischen JF (Stein) und Sezession (Kubitschek) zunehmend als tragisch.

Und noch eine Gegenüberlegung zur These 2: Gilt die von vielen zum Ausdruck gebrachte Abneigung gegen Abgrenzungen und Distanzierungen eigentlich nur „nach rechts“? Oder auch zur anderen Seite? Stellt nicht auch die immer einmal wieder zu lesende Verachtung gegen sog. „Cucks“, gerade auch in der AFD, also – meines Erachtens – innerhalb des eigenen Lagers eine Abgrenzung, eine „Feind“-Definition dar?

Die 2. These taugt meines Erachtens am ehesten als Appell, an jeden einzelnen sich selbst zu disziplinieren. Aber daß es „im eigenen Lager“ keinen „Feind“ (oder Gegner) gibt, dürfte eher eine Art „Heile Welt“ herbeireden wollen, die mit der Realität wenig zu tun hat. Zum „Feind“ wird man häufig nicht aktiv, sondern passiv, weil jemand anderes einen als „Feind“ behandelt. Zudem hat jeder einzelne Punkte, Themen, rote Linien oder was auch immer, die er selbst nicht betreten, anrühren oder überschreiten mag, auf die er empfindlich reagiert. Der Appell zur Selbstdisziplinierung, sich nicht zu distanzieren, kann positiv wirken, funktioniert aber nicht immer. Daraus entstehende Spannungen müssen ausgehalten werden und tragen letztlich auch zur Klärung von Positionen bei.

Zu 3.:
Auf das Establishment bezogen mag diese These derzeit noch zutreffen. Es setzt die „Nazi“-Keule bewußt zur Erhaltung der eigenen Deutungshoheit und der eigenen Pfründe (z.B. in „Anti-Rechts“-Programmen) ein. Aus dieser Logik heraus kann das Establishment gar nicht genug „Nazis“ finden und outen.
Andererseits nutzt sich diese Keule zunehmend ab. Die „Nazi“-Keule ist durch den inflationären Gebrauch seitens des Establishments - ungewollt - zunehmend entwertet worden. Das Verwenden stößt nach meinen Beobachtungen immer häufiger auf genervte Ablehnung. Vielen ist es inzwischen gleichgültig, ob ihre eigene Einstellung als „Nazi“ verunglimpft wird oder werden könnte, weil sie genau wissen, daß sie es nicht sind (und andere, die mit der Keule geschlagen werden, genausowenig). Daher gehe ich davon aus, daß der Nachschubbedarf an „Nazis“ im Establishment mittelfristig abnehmen wird. Das gilt meines Erachtens genauso, wenn nicht sogar in höherem Maß „unter uns“.

Nath

1. März 2019 21:08

Man soll es nicht beschreien, aber der ganze Fall "AfD" könnte in wenigen Monaten schon erledigt sein, und zwar dann, wenn sich der Weidel/Meuthen-Flügel gegen Höcke bei der Rentenfrage durchsetzt. Letzterer scheint einer der wenigen zu sein, welcher den zahlreichen aus der Lucke-Zeit noch übriggebliebenen Markliberalen, deren Diktion mich allzuoft an den üblichen FDP-Jargon erinnert, Einhalt gebieten könnte. (Vermutlich hofft Sarah Wagenknecht inständig darauf, dass Höcke bei dieser wichtigen ordnungspolitischen Weichenstellung verliert, denn dann hätte sie und ihre "Aufstehen"-Bewegung leichtes Spiel, die AfD als "Mogelpackung für den kleinen Mann" zu demaskieren, vor allem auch im Osten.)
Man mache sich nichts vor, ein nicht unbeträchtlicher Teil der Partei will dahin, wo sich die Republikanische Partei der USA bereits seit Jahrzehnten befindet:
1. Man ist dezidiert bürgerlich, prokapitalistisch, und antisozialistisch, hält Steuersenkungen für die segensreichste Form der Wirtschaftspolitik (siehe Trump);
2. man ist grundsätzlich auf Seiten Israels;
3. man befürwortet einen Verfassungspatriotismus, der sich an "Werten", nicht an ethnischer Herkunft orientiert (civic nationalism);
4. Man lädt die drei konservativen Stützpfeiler Familie, Militär und Christentum ideologisch auf als Bollwerk gegen den realen oder vermeintlichen sittlichen Verfall.

Meuthen, einer der stärksten Rhetoriker, welchen die AfD zu bieten hat und als Person durchaus sympathisch, will die kapitalgedeckte Rente einführen, also zu jenem neoliberalen Konzept Riesters zurückkehren, welches man mit Fug und Recht als historisch gescheitert ansehen kann. Das Gehaltsniveau allzuvieler Menschen ist einfach zu gering, um zusätzlich noch in die private Alterssicherung zu investieren. Außerdem: Was machen die Rentner bei der nächsten oder übernächsten Wirtschaftskrise, wenn die Fonds, die für ihre Alterssicherung angelegt wurden, substanzielll an Wert verlieren?
Noch zu Höcke: Vielleicht liege ich falsch, aber für mich kommt er als durch und durch integrer Mensch herüber. (schrieb nicht Kubitschek über ihn, "...er redet nie schlecht ü b e r andere."? Dadurch allein hat er bei mir bereits einen Stein im Brett.) Auch stoße ich mich keineswegs an seiner humoristisch-hintergründigen Kindheitserinnerung, was biblische Geschichten anbetrifft, im Gegenteil: "Für mich zu viel Wüste, und zuwenig Wald." Er ist offenbar keiner von der Fraktion "Christen für Deutschland." Eher scheint er an Heraklit und Hegel orientiert zu sein, was einen neugierig machen kann. Jedenfalls gleicht es ganz und garnicht dem Klischeebild eines bundesrepublikanischen Mainstream-Konservativen (wie es etwa bei der all-sonntäglichen Kirchgängerin Kramp-Karrenbauer der Fall ist). Zwar lassen sich die Zweifel nur schwerlich überwinden, ob man angesichts dutzender abschreckender Beispiele das Risiko eingehen soll, das Buch eines Politikers zu erwerben, aber eine kompetente Rezension könnte einen veranlassen, den Versuch zu wagen.

Der Feinsinnige

1. März 2019 21:44

@ Nath
Hier ist der Link für eine Rezension, die es, denke ich, recht gut trifft:

https://sezession.de/59327/nie-zweimal-in-denselben-fluss-bjoern-hoecke-im-gespraech

Mich hat das Buch jedenfalls, einmal angefangen, nicht mehr losgelassen.

Ordoliberal

1. März 2019 22:14

Diese Diskussion zeigt mir wieder einmal, was für ein gäriger Haufen die Rechte tatsächlich ist, und wie wenig sie weiß, was sie will. Will sie eine politische Position besetzen, die die CDU schon lange aufgegeben hat und die die FDP nie so richtig wollte? Oder will man eine noch ältere politische Position vertreten, bei der der Nationalgedanke wieder die Rolle spielt wie im 19. Jahrhundert, aber natürlich ohne Rassendünkel und "Platz an der Sonne"-Säbelgerassel? Im zweiten Fall verstehe ich den Antizionismus und zum Teil offenen Antisemitismus in Teilen der Rechten nicht. Ich lebe in den USA und habe viele jüdische Freunde. Es stimmt, dass sie zu links tendieren. Das hat aber nichts mit ihrem Judentum zu tun, sondern mit ihrer Klassenzugehörigkeit. Sie sind nun mal gebildet, tüchtig und gut vernetzt, und daher in der Mittel- und Oberschicht stark überrepräsentiert. Und diese Schichten tendieren im Westen zur Zeit eben nach links. Würden die Juden in den USA vom Kleinhandel in den Strip Malls der Großstädte leben, wären sie Trumpisten. Ansonsten wüsste ich kein Volk, das einem national und kulturpatriotisch gesinnten Deutschen mehr Respekt einflößen könnte als die Juden. Ihr Bildungseifer, ihre Disziplin, ihre Verwurzelung in der Tradition, ihr Zusammenhalt, ihre unbedingte Bereitschaft, das Ihre zu verteidigen - ist das nicht eher ein Vorbild für die neue Rechte als ein Feindbild?

Was das Thema angeht, das Kubitschek hier gestellt hat, möchte ich noch eine Beobachtung nachtragen: Wer die freie Rede ins Zentrum seiner politischen Arbeit stellt, darf einem Stein nicht vorwerfen, dass er mit Höcke hart ins Gericht geht. Egal, ob er das öffentlich tut oder privat. Ich empfand Kubitscheks Schilderung des Sonntagsspaziergangs als einen sehr guten Einstieg in sein Stück. Wie ich überhaupt bei den Schnellrodaern eine prioritäre Beurteilung der Menschen nach ihrem Charakter feststelle, die hoch anständig ist. Aber ein anständiger Kerl zu sein, ein Brausekopf und ein Volkstribun, schließt sich ja nicht aus - im Gegenteil! Meiner Meinung nach hat Stein bei Höcke den Finger in die Wunde gelegt: Seine politischen Ziele sind unscharf und widersprüchlich. Man versteht, was er fühlt, aber nicht, was er will. Und natürlich schadet sein tremolierendes, altdeutsches Pathos dem Ansehen der AfD, so wie es ja auch Trump schadet, dass er wie ein Bauunternehmer aus Queens redet. Stein hat ein anderes intellektuelles Temperament als Höcke, eines, das Weihrauchgeschwenke und Wesensschau verabscheut. Kubitscheks sympathische Menschlichkeit hat ihn jetzt dazu verführt, Stein eine Frage zu stellen, die meiner Meinung nach eines Intellektuellen seines Kalibers unwürdig ist. Nämlich: "Wo stehst du, Genosse?"

Lotta Vorbeck

1. März 2019 22:20

@DanielKnight 28. Februar 2019 - 10:16 PM
"Ich selbst bin gespaltener AfD Anhänger zwischen mehr und weniger Radikalität. Einerseits ist mir ein Pazderski zu lasch, er knickt ein und geht ständig in die Defensive wie Lucke zuvor. Andererseits fand ich Poggenburg und seine Kümmelhändlerreden jetzt auch nicht wirklich "geil". ... Ich denke Björn Höcke ist ein aufrechter Patriot auch wenn er selbst vielen von "uns" manchmal merkwürdig und aus einer anderen Zeit stammend vorkommt. Aber beide Lager werden gebraucht."

________________________________________

Björn Höcke selbst sprach vor geraumer Zeit von den "Luckisten" innerhalb der AfD ...

"... Aber beide Lager werden gebraucht." - Werter @DanielKnight, einfach mal direkt nachgefragt: Wofür werden - nur um ein paar Namen zu nennen - Cuckservative wie Georg Pazderski, Uwe Junge, Beatrix von Storch, Nicolaus Fest und Josef Dörr denn konkret gebraucht?

Scholasticulus Paracelsi

1. März 2019 22:40

Vielleicht kann es hilfreich sein, vor weiterem Getümmel im Richtungs- und Meinungsstreit für eine wahrhaftige Alternative in der Politik sich mit einem historischen Rückblick zu befassen, in welchem die wirkenden Kräfte bei der Ermöglichung einer Hitler-Diktatur geschildert sind: Guido Preparata: Wer Hitler mächtig machte.
http://www.menschenkunde.com/weltgeschehen/preparata.html
Es dürfte schwer sein, für die Gegenwart wirkliche Klarheit zu finden, ob beispielsweise die Partei AfD gesamthaft mehr dazu genutzt worden sein wird, als (reale oder auch nur propagandistisch herausgestellte) nationalistische Fratze die Menschen von der Wahrnehmung ihrer ureigenen politischen Interessen abgehalten zu haben, ob sie eine Regierungsverantwortung übernehmende und mitgestaltende Kraft wird und/oder ob letzteres Teil einer aufbauenden europäischen Völkerfamiliengestaltung sein wird oder Anlass und Grund, die im Falle eines hohen AfD-Wahlergebnisses ja als klar widerspenstig zu bewertenden Deutschen erneut von außen zu bekämpfen.
Es reicht nicht, nur in philosophisch-politischen Diskussionen die bessere Politik zu erkennen, sondern man muss die wirkenden Kräfte, die agierenden Mächte in den Blick nehmen, und mit Preparatas Buch wie auch anderen ist dies möglich.

Andreas Walter

1. März 2019 22:57

Im übrigen ist ja heutzutage eh ganz schwer zu sagen, wer eigentlich wo steht und warum:

http://justicenow.de/2019-02-21/rechtsradikale-israelische-partei-macht-werbung-mit-heiko-maas/

hagustaldaz

1. März 2019 23:02

"Die biblischen Geschichten waren für mich Begebenheiten aus einer zu fernen Welt - es gab da zuviel Wüste und zuwenig Wald."

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, daß ausgerechnet ein @Waldgänger an diesem Satz Anstoß nimmt. Wie das von Höcke gewählte Tempus doch andeutet, handelt es sich wahrscheinlich um ein Urteil aus seiner Kindheit oder Jugend; @Nath hat es bereits erwähnt.

Aber selbst wenn Höcke als Erwachsener noch ähnlich urteilt, sollte man dem Gedanken einmal ohne Häme nachgehen dürfen. Die Unterscheidung zwischen einer monotheistischen "Wüstenpsyche" und einer polytheistischen "Waldpsyche" findet sich schon bei Ernest Renan. Das ist bei ihm sehr plakativ ausgedrückt, aber ich halte es nicht für ganz abwegig, daß Landschaftstypen einen Einfluß auf die Ausprägung von Kulturen haben.

Außerdem ist sogar im Christentum vom Heiligen Bernhard von Clairvaux folgender Ausspruch überliefert: "Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Die Bäume und die Felsen werden dich Dinge lehren, die kein Lehrmeister dir sagen wird."

RMH

1. März 2019 23:02

Sind ja ein paar schöne Punktekataloge in der Diskussion aufgestellt worden, die ich einmal ganz persönlich beantworten möchte:

"1. Man ist dezidiert bürgerlich, prokapitalistisch, und antisozialistisch, hält Steuersenkungen für die segensreichste Form der Wirtschaftspolitik (siehe Trump);"

Streiche dezidiert, ersetze "die segensreichste" durch "eine segensreiche" und füge noch Rechtsstaats- und Gewaltenteilungsbefürworter dazu, dann sage ich dazu ja

"2. man ist grundsätzlich auf Seiten Israels;"

Damit hätte ich nun überhaupt kein Problem, ganz im Gegenteil.

"3. man befürwortet einen Verfassungspatriotismus, der sich an "Werten", nicht an ethnischer Herkunft orientiert (civic nationalism);"

Besser, als jeder Zustand, den wir hier unter dem Regime falsch verstandener Toleranz und Liberalität bislang haben. Kann ich also ebenfalls mit leben. Für den Erhalt der Ethnie "deutsch" kann - selbst bei sofortiger Grenzschließung - mittlerweile jeder nur noch höchstpersönlich durch Ausübung einer der schönsten Angelegenheiten im Leben, der Familiengründung, sorgen.

"4. Man lädt die drei konservativen Stützpfeiler Familie, Militär und Christentum ideologisch auf als Bollwerk gegen den realen oder vermeintlichen sittlichen Verfall."

Auch kein Problem. Das sind eigentlich konservative Basics.

Jetzt zu den Thesen Kubitscheks:

"1. Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre."

Aktuell gesehen Zustimmung, aber nichts ist so volatil und unterliegt Änderungen, wie Politik. Die FPÖ war lange genug auch nicht akzeptabel, ja selbst die Grünen waren dies die ersten parlamentarischen Jahre aus Sicht des Establishments überhaupt nicht. Die Aussage kann daher nur eine Momentaufnahme darstellen und keinen Anspruch auf "Ewigkeit" erheben, wenn man sich nicht freiwillig zu einer Art NPD 2.0 zurück entwickeln will. Politik ist nach Max Weber bekanntermaßen das Bohren dicker Bretter und allzu lange bohrt die AfD ja noch nicht und ist dennoch die erfolgreichste Parteineugründung. Wo bleibt also die Besinnung auf eines der Mottos der Sezession "Mein Geduld hat Ursach"?

"2. Der Feind steht immer außerhalb des eigenen weltanschaulichen Lagers."

Definiere "weltanschauliches Lager" - die AfD ist nicht nur "gärig (Gauland dixit) sondern ausgesprochen polymorph. Selbst hier im Forum gibt es eine enorme Bandbreite und der für mich erkennbare einzige, gemeinsame Nenner ist eine Liebe, mindestens aber eine starke Sympathie für Deutschland und Deutsche.

"3. Der Bedarf an Nazis ist ungebrochen, selbst unter uns."

Grundsätzlich richtig - aber Nazis sind nicht nur Gespenster, Untote und Wiederkehrer, die evoziert werden, um damit lediglich den politischen Gegner zu beschimpfen, desavouieren, zu bannen und zu beseitigen. Es gibt auch tatsächlich welche, sowohl in der AfD, als auch hier im Blog (ich kenne sogar welche, die ein SPD Parteibuch haben und/ oder die Gewerkschaftsmitglieder einer DGB Gewerkschaft sind). Auch bei den Hexenverbrennungen waren vermutlich ein paar von den Opfern Personen, die sich tatsächlich für Hexen und Magier hielten (was alleine ihre Tötung natürlich nicht rechtfertigte). Schlichtes Faktum, entscheidend sind jedoch nicht einzelne, sondern das, was unterm Strich dabei heraus kommt.

Mein Fazit:
Die Rechte leidet unter einer Art von Spaltungstrauma und hat eine Zwangsstörung dahingehend, dass sie immer Einigkeit in Form von fast schon einer Art von Reinheit als Ideal anstrebt und hinter allem, was mal aus der Reihe tanzt, eine Art von Sabotage und Verschwörung wittert, ohne zu erkennen, dass sie damit die Messlatte einfach zu hoch aufhängt. In jedem Haufen darf es aber auch bunte Vögel sowie sich auch gegenseitig bekämpfende und hassende Teile geben, solange der Haufen dabei grundsätzlich in die selbe Richtung läuft. Das erscheint mir die große Kunst zu sein. Kräfte zu haben, die auch einmal gegenläufig sein können und doch am Ende Teil des Ganzen und eines erzielbaren Erfolges sind.

PS:
Rosa Elefanten sieht man eigentlich nur dann, wenn man Drogen nimmt oder zu viel säuft - in einer Diskussion als Metapher genügt es, wenn der Elefant einfach im Raum steht, er muss dazu nicht bunt oder gar rosa sein … ;)

eike

2. März 2019 02:26

@Ordoliberal
Ich lebe in den USA und habe viele jüdische Freunde. Es stimmt, dass sie zu links tendieren. Das hat aber nichts mit ihrem Judentum zu tun, sondern mit ihrer Klassenzugehörigkeit. Sie sind nun mal gebildet, tüchtig und gut vernetzt, und daher in der Mittel- und Oberschicht stark überrepräsentiert. Und diese Schichten tendieren im Westen zur Zeit eben nach links.

Mir fehlt in der laudatio Ihrer "Tüchtigen und gut vernetzten" ein wichtiger Aspekt:

Warum ist diese ethnische Minderheit in ausnahmslos allen Ländern Speerspitze der Einwanderungs- und offene-Grenzen-Befürworter, schottet sich aber in ihrem eigenen Land hermetisch gegen jede nicht-ethnische Einwanderung ab ?
Vielleicht könnten Ihre vielen jüdische Freunde uns zu dem Thema erhellen.

Oder ist das etwa
Der rosa Elefant der Kommentatorin Franka Frey, den anzusprechen sofort die Zensur triggert ?

Gustav Grambauer

2. März 2019 10:23

Scholasticulus Paracelsi

Was Preparata schreibt, ist alles richtig und wichtig zu vermerken. (Habe das Buch gelesen und es hat bei mir nur "klick, klick, klick ..." gemacht.) Aber wir haben heute eine andere Situation. Großbritannien war damals das Steuerungszentrum desjenigen, den Pjakin den Globalen Prädiktor nennt (und dessen weitere Steuerungsinstrumente z. B. der europäische Hochadel, aber z. B. auch, ganz im Gegensatz zu Stalin, die KOMINTERN waren). Heute steht der GP vor großen Schwierigkeiten, erstens hat er insgesamt soviel Chaos auf dem Planeten angerichtet, zweitens hat Rußland 2001 entgegen der Planungen wieder begonnen, selbst konzeptionell zu agieren, daß er gar nicht mehr in größerem Ausmaß prädiktieren kann. Sowieso arbeitet der GP mit zwei alternierend bevorzugten Flügeln (Hegel!), dem eurasischen und dem atlantischen (beim - eigentlich für eine solche Analyse weithin unzulänglichen - Mackinder: Terrestriker und Nautiker, meine zusätzliche Interpretation: Bolschewiken und Liberale) und gibt das Prä wieder dem Ersteren (und das ist es im Kern, was gegenwärtig die ganze Welt umkrempelt). Im Zuge dessen verlegt er das globale Steuerungszentrum von Großbritannien (CoL im Nexus mit der Krone) hinüber zur SCO, insbesondere nach China, was eine Hinwendung zu "Frieden" und "Stabilität" (eben: "Erdung"), d. h. zum Konfuzianismus, zu Konzepten der sogenannten Harmonischen Gesellschaft bedeutet, mit der auf ganz anderem Wege die Zivilisation totalversklavt werden soll, später auch in der westlichen Sphäre. (Der GP kommt damit aber nicht voran, wie wir z. B. an seinem ausbleibenden Erfolg sehen, die Geisterstädte mit europäischen Organisatoren zu besiedeln.)

Soweit die große Lage. Man muß hierbei sehen, daß die westlichen Eliten, die sich mit dem GP im Krieg befinden und denen ihre Herabstufung selbstverständlich nicht paßt, großteils zu dumm sind, um diese zu begreifen. Sie wollen an einer neuen Variante des von Preparata aufgdeckten "britischen" Szenarios festhalten. Diese Dummheit zeigt sich insbesondere in dem pubertären Gemaule über die Frage, ob man mit Trump dauerhaft zu rechnen habe oder ob man ihn vielleicht bald wieder à la Joffe: "Mord im Weißen Haus" loswerden könne. Im Netz sorgt gerade ein Clip von einem MARKmobil für großen Wirbel, der einen Mega-Krieg zwischen Irak und Iran in den nächsten Wochen vorhersagt und dies auch - auf der (bei Pjakin) 6., der untersten Prioritätsebene gut unterlegt und begründet, aber eben nichts von den höheren Prioritätsebenen weiß. Mit obigem Wissen sollte klar sein, daß es zu diesem Krieg nicht kommen wird. (MARK, völlig in der Antithese-Falle drinsitzend, zeigt sich in demselben Streifen völlig unkritisch gegenüber der "guten" (-> friedfertigen, an Stabilität und Harmonie interessierten) SCO, die von der "bösen" NATO bedroht wird, wobei diese Bedrohung allerdings unbestreitbar ist.)

Komme auf den Punkt. Nach meiner Diagnose liegt die - instinktive - Angst der deutschen Massen vor der AfD und erst recht derem hartem Kern in einem - wiederum instinktiven, nebelhaften - Ahnen der einstigen wie von Preparata sehr zutreffend analysierten Instrumentalisierung der Nazis durch die Transatlantiker / Nautiker / insbesondere Briten begründet, und zwar auf Basis der Erfahrungen der vorangegangenen Generationen (Traumata) und weniger infolge der Reeducation bzw. der antikommunistisch-antifaschistisch-kulturmarxistischen Propaganda. Es ist eine bittere Ironie der Geschichte, daß die deutschen Massen daraus weithin die Schlußfolgerung ziehen, unter dem warmen Rock der westlichen Landeseliten wären die Welt und sie selbst am sichersten aufgehoben, was wiederum allerdings eine Folge der Umerziehung ist. Eine weitere bittere Ironie der Geschichte ist es, daß sich diese Angst so sehr auf Höcke projiziert, obwohl er gar nicht Instrument der Neuauflage des Preparata-Szenarios ist, auch wenn für die oberflächliche Betrachtung der Kurzschluß naheliegend sein mag.

Es mag für manchen überraschend sein, wenn ich sage, daß wir vorrangig (viel mehr als Padzerski, Meuthen usw.) den Klüngel um Frau von Storch genau unter unser Radar nehmen sollten, deren Virulenz sich aber erst beim Ausbruch der Krise richtig offenbaren wird. (Meine Vorhersage: dann wird genau dieser Klüngel "überraschend" zum Liebling Nr. 1 der Bild-Zeitung und weit darüber hinaus avancieren. Hat jemand mal die von Jahr zu Jahr zunehmende Penetranz an Adels-Homestories um die Weihnachtszeit herum sogar in ADR und ZDF bemerkt?) Gerade daran zeigt sich, daß wir sowohl mit Obigem als auch mit dem Wissen um das Preparata-Szenario vor der Herausforderung stehen, die Zuschreibung "Cuck" für uns noch ganz anders zu definieren als die Alt-Right, gerade auch vor dem von FrankaFrey - sehr zutreffend - angesprochenen Hintergrund.

Ein womögliches Mißverständnis gilt es noch auszuräumen. Ich wollte mit meinen Ausführungen zu Thüringen keineswegs sagen, der Flügel sei innerhalb der Partei marginal. Ganz im Gegenteil: selbtverständlich ist es nur eine billige Taktik, ihn kleinzureden, à la "ihr habt nur 3 % Rückhalt in der Partei, verschwindet endlich, ihr seid nur Ballast". Der Flügel ist, neudeutsch, "breit aufgestellt", stark und immer noch wachsend, hat in der kommenden Krise sogar exponentielle Chancen. Um es mit den Worten eines Berliner Ex-Bürgermeisters zu sagen: Und das ist gut so! Aber die instinktive Angst übergroßer Teile der Deutschen vor dem harten Kern der AfD oder sogar insgesamt vor der AfD ist leider auch gegeben, und diese Angst sollte schonungslos angeschaut und auf ihre Ursachen hin untersucht werden, zumal wir hier alle wissen, daß es für diese Angst (außer bei deren Profiteuren) gar keine Substanz gibt, was ich ja mirt meinen Ausführungen hier gerade noch einmal unterlegen will.

Das Buch von Preparata wurde nebenbei gesagt von Helmut Böttiger, Betreiber vom "Spatz im Gebälk", ins Deutsche übersetzt, in dessen damaligem Verlag der Titel "Sackgasse Öko-Staat - kein Platz für Menschen" in den frühen 90er Jahren der Renner war und welcher heute in Zeiten von Bockelsohn-Thunberg und Form annehmendem Morgenthau-2.0-Plan erst richtig aktuell wird. Würde B. gern mal auf die SCO ansprechen, zumal er früher für die LaRouche-Bewegung gearbeitet, aber dann mit dieser gebrochen hat (ebenso wie Engdahl), vielleicht weil beide die Begeisterung der LaRouches ("Lyn" ist übrigens vor zwei Wochen verstorben) für die Neue Seidenstraße zu sehr durchschaut haben? Es ist schon mal ein gutes Zeichen, daß es in der AfD - noch (?!) - keine Neue-Seidenstraßen-Fraktion gibt ...

- G. G.

Lotta Vorbeck

2. März 2019 11:24

@eike - 2. März 2019 - 02:26 AM

"... Mir fehlt in der laudatio Ihrer "Tüchtigen und gut vernetzten" ein wichtiger Aspekt:

Warum ist diese ethnische Minderheit in ausnahmslos allen Ländern Speerspitze der Einwanderungs- und offene-Grenzen-Befürworter, schottet sich aber in ihrem eigenen Land hermetisch gegen jede nicht-ethnische Einwanderung ab ?"

# Nicht nur im eigenen, dem 'gelobten Land' sondern auch - mit wenigen Mausklicks feststellbar - in den eigenen, seit Jahrhunderten existierenden Familien. Wer über keine diesem Volk angehörende Mutter verfügt, kann in dieses Volk nicht aufgenommen/integriert werden. Ebensowenig läßt sich's als Nichtangehöriger dieses Volkes einfach in eine solche Familie einheiraten.

__________________________

@eike - 2. März 2019 - 02:26 AM

"...

Oder ist das etwa
Der rosa Elefant der Kommentatorin Franka Frey, den anzusprechen sofort die Zensur triggert ?"

# Genauso scheint es zu sein.

Patricius

2. März 2019 12:05

@Eike
"Warum ist diese ethnische Minderheit in ausnahmslos allen Ländern Speerspitze der Einwanderungs- und offene-Grenzen-Befürworter, schottet sich aber in ihrem eigenen Land hermetisch gegen jede nicht-ethnische Einwanderung ab ?"

Vielleicht, weil es sich bei den israelischen Juden und den Juden in den westlichen Gesellschaften tendenziell um einen anderen Menschenschlag handelt. (Im Übrigen gibt es ja auch in Israel linke Gegner der ethnischen Abschottung sowie jüdische Einwanderungskritiker in den westlichen Ländern).
Ich sah vor einigen Jahren eine, soweit ich mich entsinne von Lichtmesz empfohlene, Doku, in der sich israelische Kibuzbewohner über US-amerikanische Ostküstenjuden auslassen, da diese in ihrem Leben ja noch nie richtig gearbeitet hätten. Es waren die ähnlichen Vorbehalte gegen ein "Finanzjudentum" wie sie sich auch unter (rechten) Nichtjuden finden.
Dass Diasporajuden, die nicht vorhaben nach Israel zu emigrieren, keine Verfechter eines strikten ethnischen Volks- und Nationenbegriffs ihrer jeweiligen Heimatländer (Ja, das darf man nach ca. 1000 Jahren sagen, fragen Sie Thor v. Waldstein) sind, liegt wohl in der Natur der Sache.
Vielleicht täten wir gut daran, die Juden, samt Israelis, nicht als straff durchorganisierte Gemeinschaft mit einheitlichem Willen und kohärenter Überzeugung anzusehen.
Und wirklichen Antisemiten sollte man die Tür weisen.

Andreas Walter

2. März 2019 12:27

"Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre."

Doch, aber nur als ewiger "Zweiter". Oder gegen einen hohen Preis (Ausgleich).

"Der Feind steht immer außerhalb des eigenen weltanschaulichen Lagers."

Leider (natürlich), denn ein Du ist nicht das Ich. Ausser in der Liebe, in der sich diese Grenzen (teilweise, zeitweise) auflösen.

[Alternativ: Der Feind bin immer nur ich selbst]

"Der Bedarf an Nazis ist ungebrochen, selbst unter uns."

Leben ist Bewegung, Schwingung, Rotation. Transmutation.

Niekisch

2. März 2019 12:51

"Warum ist diese ethnische Minderheit in ausnahmslos allen Ländern Speerspitze der Einwanderungs- und offene-Grenzen-Befürworter, schottet sich aber in ihrem eigenen Land hermetisch gegen jede nicht-ethnische Einwanderung ab ?"

@ elke 2.3. 2:26: Hat das vielleicht etwas mit in der Religion wurzelndem Exklusivitätswunsch zu tun? Wer den Bund mit dem Herrn bewahren will, der muß ihm gefallen, rein bleiben und die Unreinen durch Vermischung schwächen, damit sie dem Heilsvolk nicht in die Quere kommen?

eike

2. März 2019 14:38

@Lotta Vorbeck
Wer über keine diesem Volk angehörende Mutter verfügt, kann in dieses Volk nicht aufgenommen/integriert werden. Ebensowenig läßt sich's als Nichtangehöriger dieses Volkes einfach in eine solche Familie einheiraten.

Das meint Ordoliberal doch mit "gut vernetzt".
Er wollte halt häßliche Begriffe wie 'ethnozentrisch' oder schlimmere vermeiden.

RMH

2. März 2019 14:40

Liebe Diskutierenden,

im Artikel ging es um das Thema, dass der Herr Stein das Buch von und über Herrn Höcke mit ziemlicher Zeitverzögerung nach seinem Erscheinen mit durchaus festzustellendem handwerklichen Geschick gründlich zerlegt, um dadurch Höcke ordentlich einen mitzugeben (es geht ja bei Stein nur vordergründig um den Inhalt des Buches - eigentliches Ziel ist die Beschädigung der politischen Person Höcke).

G.K. analysierte diesen Vorgang ausführlich und stellte daraufhin am Ende seines Beitrages 3 Thesen zur Diskussion.

Wie man an Hand diese Vorgangs nun zu Ausführungen über den Zionismus, eine vermeintlichen Ausrichtung der AfD daran und gar über das Judentum kommen kann, erschließt sich einem Dritten nicht, zumindest nicht, wenn er nicht den NS-und Antisemiten- Kampfbegriff von der "Wüstenreligion" (der auch von der Islamkritik in Bezug auf den Islam verwendet wird) kennt oder ein Stück weit verinnerlicht hat. Mike Godwin formulierte sein nach ihm benanntes berühmtes Gesetz einmal so:

"Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit den Nazis oder Hitler dem Wert Eins an." (zitiert aus Wikipedia)

Ich erlaube mir, dieses Gesetz für Diskussionen in rechten und politisch alternativen Blogs wie folgt anzupassen:

Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion in rechten und politisch alternativen Blogs nähert sich die Wahrscheinlichkeit für eine Ausweitung oder Beschränkung des Themas auf den Zionismus oder das Judentum (oder die Juden) jeweils dem Wert Eins an.

Leute,
manche von Euch haben vielleicht Probleme … man kann nur froh sein, dass weder Höcke noch die AfD nach dieser Musik tanzen.

Seydlitz

2. März 2019 15:05

@Niekisch, 12.03., 12:51

Eine Erklärung hierfür von Ben Shapiro, einem amerikanischen Juden und konservativen Intellektuellen,
gefürchteter Debattengegner aller US-Linken, in seinem Video "Why Jews vote leftist".
https://www.youtube.com/watch?v=M5IqH7oJ9h4

Dauert nur 5 Minuten, sollte man sich ansehen. Kurzfassung:
"The majority of (American)Jews don't care about Judaism or Israel. They care about secular leftism. Which is their actual religion."
Und er belegt dies wie finde sehr sehr gut.

Wo wir gerade dabei sind: sehr nützlich (und unterhaltsam) ist dieses Video von ihm:
"10 Rules for Fighting the Left" (in einer Diskussion)
https://www.youtube.com/watch?v=UIlT_AV-80k

Neander vom Thal

2. März 2019 16:07

Zu B. Höcke.
Was Höcke schrieb oder sagte, fand ich nie “kitschig“. Er ist Politiker und ich kein Literaturkritiker. Ich fand auch nichts überzogen. Überzogen ist ein großes Wort. Ich stehe hinter Männern, die ihren Sprachstil nicht dem offiziellen Politsprech anpassen. Wer verändert schon etwas mit den Lauen und Lavierenden? Die Zeiten haben sich geändert. Ein Politverhalten, wie in alten BRD-Tagen bringt nichts. Die AfD bekommt keine einzige Stimme mehr, wenn sie sich anpasst, Leute rausschmeißt oder herumdistanziert. Auch wenn es mies klingt. Die AfD hat mit 20% +- irgendwas beim aktuellen Hirnzustand des deutschen Michel ihre Spitze erreicht. Höcke soll also so bleiben, wie er ist. Dann stehen zumindest im Osten ne Menge Leute hinter ihm.

heinrichbrueck

2. März 2019 19:19

@ Der Feinsinnige

Es gibt in diesem Land über 80 Millionen Wirklichkeiten, aber nur eine Realität.
Merkel sprach von alternativlos, bevor die Alternative gegründet wurde. Um ein Beispiel aus dem Trainingsbereich zu nehmen: Übungen beanspruchen die jeweilige Muskulatur; dabei können auch Alternativübungen eingesetzt werden, die gleichwertig sind. Die Alternativübungen werden nicht als Zusatzübungen verstanden, sondern als Ersatz und Abwechslung in den Möglichkeiten Muskelaufbau zu betreiben. Eine andere Möglichkeit, den gleichen Muskel zu beanspruchen.
Die Realität wird sich verändern, denn das bunte Land wird bunter, und zwar unabhängig davon, was die vielen Wirklichkeiten so alles zusammenwählen.
Eine Demokratie kommt auch ohne Nazikeule aus, es reicht ihr die Schuldkeule. Wenn sich die Politik nicht ändert, kann den Wählern die Schuld gegeben werden. Sie hätten eine Alternative wählen können. Das Volk regiert nicht, aber es trägt die Schuld? Absurd.
Was macht Höcke in einer Demokratie? Höcke möchte vielleicht noch regieren!
Und der Zeitungsherausgeber Stein, dessen schwacher Kritikversuch auch einen Wunsch zeigt, möchte von der Demokratie gerettet werden?

Ordoliberal

2. März 2019 22:29

@Eike
"Warum ist diese ethnische Minderheit in ausnahmslos allen Ländern Speerspitze der Einwanderungs- und offene-Grenzen-Befürworter, schottet sich aber in ihrem eigenen Land hermetisch gegen jede nicht-ethnische Einwanderung ab ?"

Wie @Patricius genau richtig bemerkt: Die Juden sind ein Volk, keine Partei. Mit anderen Worten: Sie sind keine straff durchorganisierte Gemeinschaft mit einheitlichem Willen und kohärenter Überzeugung. Natürlich sind sie in jedes Land der Welt, in dem sie heute leben, irgendwann eingewandert. Aber bis auf die Orthodoxen, die überall eine Minderheit darstellen und von den linken Juden verabscheut werden, sind sie durchaus bereit, Einheimische und Andersgläubige zu heiraten. Außerdem missionieren sie nicht.

Nicht nur im Deutschland des 19. Jahrhunderts nahmen viele Juden die Hochkultur des Volkes, in dem sie lebten, an, bewunderten sie sogar und führten sie fort. Auch in den USA tun sie das mit großem Erfolg. Selbst an regionale Stammeskulturen, die ja ethnisch und religiös fundiert sind (ich denke dabei an so etwas wie das Bayerntum, Schwabentum, Sachsentum, aber auch an die Kulturen der amerikanischen Midwest- und Wüstenstaaten) waren viele Juden bereit, sich bis zu einem bestimmten Grad anzupassen. Der Widerstand kam hier eher von Seiten derer, an die sie sich anpassen wollten.

Außerdem wage ich mal die Behauptung, dass sich kein anderes Volk so gern und mit so scharfen rhetorischen Mitteln streitet wie die Juden - die Franzosen vielleicht ausgenommen. Was politische Streitkultur angeht, können wir von ihnen nur lernen.

Es stimmt übrigens nicht, dass die linken Juden (verstanden als die Juden, die Democrats wählen) grundsätzlich für offene Grenzen und bedingungslose Einwanderung sind. Insbesondere sehen sie die Einwanderung von Muslimen als höchst gefährlich an. Ein Freund der Familie, ein in den Hügeln von Beverly Hills lebender Retirement Fund Manager aus Tel Aviv, der eine blonde, blauäugige deutsche Frau geheiratet hat, obwohl seine ganze Familie (bis auf die Eltern) von den Nazis ermordet wurde, ein Wirtschaftsliberaler, der Obama für einen Sozialisten hält und Trump für einen Idioten, der auch keine Mauer zu Mexico will und es gut findet, dass Los Angeles eine Sanctuary City ist, sagte mir mal in einem Gespräch über Merkels Willkommenspolitik: "You don't know what you are doing in Germany! You have no idea how these people are! (Er meinte damit Muslime.) If you go on like this, you are doomed! They will take over your country!"

Kaiza

3. März 2019 01:37

@Ordoliberal

Mit Ihren Aussagen bestätigen Sie die gängigen Vorurteile. Die liberalen Juden sind also pro Einwanderung, aber nicht von Moslems, denn diese könnten den Juden gefährlich werden? Das ist genau die Broder'sche Rhetorik. Der wird ja auch von den Cuckservatives gefeiert.

Und zu Ihrer netten Geschichte des Fondsmanagers: der erzählt Ihnen was Sie hören wollen. Das erinnert mich einfach zu sehr an die Gespräche die ich mit zwei Top-Geschäftsleuten hatte. Eloquent, charmant und mit der Fähigkeit ausgestattet meine Gedanken zu lesen haben die mich in eine Wohlfühlumgebung eingebettet, dass ich ihnen aus der Hand gefressen habe. Nehmen wir an, es würde eine großangelegte Rückführung geben mit unschönen Bildern. Dann würde ihr Freund mit den Fingern auf uns zeigen "Wie damals..." usw.

Ich könnte jetzt noch mehr dazu schreiben aber das ist hier einfach nicht das Thema. Revidieren würde ich meine Meinung, wenn Ihr Freund eine saftige Spende für die Sezession und 1% überweisen würde. Würde dem bestimmt nicht weh tun. Aber "You don't know what you are doing in Germany! You have no idea how these people are! (Er meinte damit Muslime.) If you go on like this, you are doomed! They will take over your country!" ist halt schnell gesagt und bestätigt Sie. Mehr nicht. Merken Sie denn die Widersprüche nicht? Redet von der Übernahme Deutschlands, ist aber gleichzeitig ein Open-Borders Repräsentant. Ob ich von Moslems übernommen werde oder von Fondsmanagern, ist für mich übrigens beides nicht akzeptabel. Grenzen muss es auch für Geld geben.

Ihr Freund wollte wahrscheinlich nur ein guter Gastgeber sein. Grundsätzlich ist mir jeder sympathisch der auf unserer Seite steht. Egal welcher Religion oder Herkunft. Aber so eine einseitige Bewunderung und Anbiederung lehne ich ab. Bringt einfach nichts.

---Trennung---

Zu den Fragen von Götz Kubitschek

Es gibt keinen Zustand der AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre.

Als schlechtes Beispiel würde die AfD noch akzeptiert werden. Oder als Honigtopf der alle Patrioten sammelt. Das wäre dann einfacher für den Deep-State diese Gruppe zu beobachten. So eine Art NPD 2.0. Schmuddelig, unwählbar - außer von den Unbelehrbaren... ja so würden viele die AfD gerne sehen.

Aber grundsätzlich stimmt die These. Eine echte AfD, für die es das deutsche Volk gibt und als dessen Interessenvertretung sie sich versteht, wird niemals akzeptiert.

Was kann man da tun? Die AfD sollte sich (auch) als Instrument verstehen, Netzwerke und Strukturen zu schaffen. Mit dem reinen Selbstverständnis als Partei wäre das vertane Mühe. Nur zur Info: jedes Kind der Flüchtlinge hat auf Antrag die deutsche Staatsbürgerschaft und damit haben alle anderen der Familie ein sog. Niederlassungsrecht. Nach derzeitigem Recht dürfen alle Migranten bleiben. Rechtstaatlich ist da nichts mehr zu machen. Wenn man das Rückgängig machen wollte, müsste man auf das Abstammungsprinzip zurück greifen. Wird im jetzigen Zustand der BRD nicht passieren. Ich denke auch, dass wenn die AfD tatsächlich einen Erdrutschsieg einfahren würde, die wirtschaftlichen Repressionen massiv wären.
Ist dann natürlich Schuld der Rechten usw. Dann greifen aber genau die vorher angelegten Strukturen.

Die Nicht-Akzeptanz ist also nicht sonderlich schlimm, das wird man nicht ändern können. Diese Trennung von vor-politischen Räumen und der tatsächlichen Politik kann man damit aufgeben. Möglichst alle Räume besetzen - egal wie.

Der Feind steht immer außerhalb des eigenen weltanschaulichen Lagers.

Absolut. Das setzt aber voraus, dass man ein Lager hat. Die Mosaik-Rechte hat noch kein Banner unter dem sie gewillt ist zu marschieren. Da sehe ich aber die metapolitische Arbeit der neuen Rechten als sehr erfolgreich an. Leider mangelt es an Disziplin seitens der Fußtruppen. Solidarität unter Rechten? Fehlanzeige. Was ich erlebe ist Kontaktschuld, Flucht und das Retten der eigenen Haut. So wird das nichts. Man kann auch Stärke beweisen indem man zusammen steht.

Der Bedarf an Nazis ist ungebrochen, selbst unter uns.

Auch wir brauchen Nazis um uns zu vergewissern, dass wir keine sind. Das zeigt die Unsicherheit des rechten Spektrums. Und die Macht des Polit-Medialen Komplexes. Da wird uns immer wieder etwas aufgezwungen, das wir dann aufarbeiten sollen. Schöne Beschäftigungstherapie.
Ich würde gerne sagen, dass wir da souveräner sein sollten. Diese Diskussion um Höcke zeigt aber wie gesteuert doch viele sind.

Zur Kenntnis nehmen muss man die Lebensrealität vieler Deutscher:
- gehen zur Arbeit, sind fleißig und gut in ihrem Job
- sind nicht besonders gebildet
- sind feige
- wollen viel konsumieren und trotzdem ein gutes Gewissen haben
- wollen weniger Ausländer (ganz pauschal)
- und wollen in der Gesellschaft akzeptiert werden.

Jemand wie Höcke erreicht die nicht. Niemals. Der schreckt eher ab. Ist zwar traurig, leider aber ist genau dies das deutsche Volk.
Deutsche sind keine Nazis, Deutsche sind Untertanen. Selbst wenn DIE GRÜNEN herrschen. Und für die ist der Höcke der Nazi der ans Kreuz geschlagen werden soll.

Fakt ist eines: Wir brauchen die AfD. Sie ist der einzige Kanal der Medial präsent ist und Zugriff auf staatliche Ressourcen hat.
Durch die Trennung des vor-politischen Raumes von der alltäglichen Realpolitik, trennen wir uns ideologisch auch ab.
Das macht es leicht die AfD umzupolen oder zu korrumpieren.

Diese Trennung muss also aufgehoben werden. Meine Meinung.

eike

3. März 2019 02:04

@RMH
Wie man an Hand diese Vorgangs nun zu Ausführungen über den Zionismus, eine vermeintlichen Ausrichtung der AfD daran und gar über das Judentum kommen kann, erschließt sich einem Dritten nicht

Ja, lieber RMH, es ist halt die Essenz der Metapher, daß manche den Elefanten im Raum (von dem Sie zu Recht sagen, daß er nicht rosa zu sein braucht) nicht sehen wollen.

Im übrigen spielen Sie natürlich die Karte aus, daß hier keiner wagen wird, das, was sich Ihnen nicht erschließt, klar zu machen.

A. Kovacs

3. März 2019 08:47

@RMH
Danke! Ich wollte genau das gestern schreiben, habe es aber gelöscht, weil es mich deprimiert zu sehen, wie sich die Rechte selbst fragmentiert, indem sie offenkundigen Eroberern, denen jeder, wenn er die Augen nicht verschließt, schon in jedem deutschen Dorf begegnet, immer noch mit Verständnis entgegenkommt und sich dafür an Scheinproblemen abarbeitet. Frage 2: Der Feind liegt natürlich außerhalb des eigenen Lagers, das sich nicht auch noch selbst zerfleischen sollte. Diese Fragmentierung ist doch genau das Ziel der Öffentlichmachung des „Prüffalls“ wie auch des unseligen Artikels von Stein, der sich zum „nützlichen Idioten“ des Feindes macht. Wenn Höcke vertrieben ist, kommt der nächste Vorwurf. Insofern: Feststellung in Frage 1 stimmt. Die Antwort auf Frage 3 ergibt sich aus dem eingangs Gesagten: Die einzige totalitäre Gewalt- und Herrschaftsideologie, die real bedrohlich ist, wird demographisch ununterbrochen stärker, und die deutsche Linke, die andauernd von „Nazis“ phantasiert, ist heute schon jenseits des sie treibenden Destruktionismus irrelevant, denn ich sehe da nur noch Konvertiten oder Liquidierte in spe. Das eigene Lager sollte die „Nazis“ deshalb dort suchen, wo sie tatsächlich sind, wenn es die Linken schon nicht können.

Franz Bettinger

3. März 2019 09:28

"Der Bedarf an Nazis ist ungebrochen, selbst unter uns," lautet die These. - Lasst uns den Nazi-Köder benutzen, so sagt sich deep state, solange man damit eine sich schuldig fühlende Maus fangen kann. Ja, es ist abzusehen, dass er sich bald abgenutzt haben wird, unser Nazi-Popanz, aber dafür haben wir bereits Ersatz: die ewige ewige Sünde des Kolonialismus. Ha, und weil die Dummen, wie sich seit 9/11 zeigt, so doof, überaus doof sind, probieren wir nun sogar etwas noch Hirnrissigeres aus: Wir sind schuld am Klima! Hurra. Ob sie das fressen? Hohoho! Sie haben es schon gefressen. Die fressen alles! sagt sich der Tiefe Staat und lacht sich schief.

RMH

3. März 2019 12:15

@eike,
"Im übrigen spielen Sie natürlich die Karte aus, daß hier keiner wagen wird, das, was sich Ihnen nicht erschließt, klar zu machen."

Lesen Sie bitte einmal den von Ihnen beanstandeten Satz komplett, dann würde Ihnen aufgehen, dass ich gar keine Karte ausspiele. Sie können vielmehr davon ausgehen, dass ich diese ganzen Theorien, Thesen und Weltanschauungen zu Genüge kenne (bis in seine esoterischen und anthroposophischen Verästelungen hinein) und mir keiner hier etwas mehr "klar" machen muss - vermutlich kenne ich das ganze Thema sogar besser als Sie, denn in meinem Alter musste man nur wissen, in welche Läden und zu welchen Veranstaltungen man gehen musste, um das zu finden, was im heutigen Internetzeitalter in Deutschland schon lange nicht mehr ohne weiteres auffindbar ist.

Das ich mich gegen die Fixierung auf Juden und Zionismus als quasi Welterklärungsformel wende und insbesondere es in der konkreten, gerade zum hier präsentierten Thema stattfindenden Diskussion für geradezu abwegig halte, hat seine Ursachen also nicht darin, dass ich mir Scheuklappen anlege oder mir die Hände nicht schmutzig machen möchte oder gar "unwissend" wäre oder in perfider Form damit rechne, dass jeder dieser "Welterklärer" zusammengestrichen wird, wenn er sich zu Wort meldet, sondern eher darin, dass mich diese ganzen Schwätzer schon vor über 30 Jahren einfach nicht überzeugen konnten, obwohl sie doch alles anhand hunderter Stellen aus Bibel, Talmud und Co so vermeintlich stringent darlegen können (das ist übrigens auch eine der Achillesversen der sog. "Islamkritik" im Stile Stürzenbergers & Co., die maßgeblich sich nur auf die heiligen Schriften des Islams stützt - damit greift man zu kurz).

Ich persönlich hätte überhaupt nichts dagegen, zu diesem Thema mich einmal in medias res in einer Debatte zu begeben, aber das ist hier schlicht und ergriffen der falsche Ort und die falsche Zeit und wer immer meint, er müsse beim falschen Anlass seine Universalwelterklärungsformeln allen immer wieder und unaufgefordert, ob passend oder nicht, rein drücken, zeigt auch wenig Respekt vor dem Forum und dem Diskussionsthema.

Ich habe es bei einem anderen Anlass hier bei SiN schon einmal geschrieben:

Die AfD ist Systempartei. Genau dazu wurde sie von ihren Gründern gegründet. Sie will im System wirken, so wie die SPD eben auch keine revolutionäre sondern immer schon nur eine reformistische Partei war und ist. Die AfD will Teil von unserem "System" sein und ist im grundgesetzlich geforderten Rahmen eben genau Teil der politischen Willensbildung des Volkes. Damit sind schon einmal alle "Revolutionäre" denknotwendig raus und sollten eben einen eigenen Laden aufmachen oder sich anderweitig betätigen, aber eben nicht denken, sie müssten die AfD irgendwie missionieren oder gar kapern. Das hat auch überhaupt nichts mit "Spalterei" oder "Abgrenzeritis" zu tun, denn wenn man von vorneherein ein anderes Ziel und andere Auffassungen hat, dann kann auch keine Spaltung mehr vorliegen und es liegt bereits eine natürliche Abgrenzung vor.

Höcke steht klar auf dem Boden des Grundgesetzes, und er ist damit auch Teil des Systems und diese Feststellung ist alles andere als beleidigend oder ehrabschneidend für ihn. Es wirkt nur schon fast ein kleines bisschen komisch, wenn gerade er, der Herr Höcke, der sein berufliches Leben lang Beamter war und bis heute sein Geld zum Leben maßgeblich von diesem Staat bekommt, jetzt sich ein klein wenig über die Leute erhebt, die genau das auch wollen, was er sein Erwerbsleben lang erhalten hat, nämlich Kohle vom Staat, denn sog. "Pfründe" und "Fleischtöpfe" sind Teil des politischen Spieles und wer mitspielen will, der will da auch rankommen und hat auch legitimes Anrecht darauf. Es ist eben gerade nicht zwingend "unanständig" sein Geld vom Staat zu bekommen.

Höcke will die BRD und hat nur etwas gegen die meisten der derzeitigen Eliten an der Spitze dieses Staates BRD, da diese genau diesem Staat BRD eben nicht "dienen" - hat er klar gesagt und das ist eine legitime, verfassungskonforme Haltung. Alle, die diese BRD nicht wollen, brauchen daher in ihn nichts hineinprojizieren und ihn nicht durch Applaus von ihrer Seite zu belasten (das erkennt übrigens der Herr Stein überhaupt nicht).

Wer die NPD nur wegen ihrer Erfolglosigkeit und ihrer VS-Durchsetzung ablehnt, nicht aber wegen ihrer Inhalte, braucht jetzt nicht die AfD als sein Rettungsboot ansehen. Er sollte besser bei seiner Linie und seinen Leuten bleiben.

Wer u.a. in der Gruppe "Juden in der AfD" eine zionistische Ausrichtung sieht, der mag diese Meinung haben, er braucht dann aber auch die AfD nicht mehr als seine Partei oder gar seine "politische Hoffnung" ansehen, denn für eine Partei wie die AfD ist es eine natürliche und logische Entwicklung, dass sie sich insbesondere auch um die aus Osteuropa kommenden sog. "Kontingentflüchtlinge" kümmert, so wie sie sich schon lange auch um die sog. "Russlanddeutschen" kümmert. Er kann die AfD als aus seiner Sicht "kleinstes" Übel natürlich wählen (so wie etliche Konservative vor Erscheinen der AfD eben bspw. noch die Unionsparteien gewählt haben), er braucht sich aber bitte nicht beschweren, wenn die AfD das macht, was der Auftrag der Parteien in Deutschland ist, nämlich sich um Mehrheiten und großen Wählerzuspruch zu kümmern, statt sich um ein paar hundert Welterklärer. Und diesen Zuspruch und diese Stimmen bekommt man nicht als Missionar, der eine Welterklärungsformel präsentiert, die dann alle schön schwarz und weiß-mäßig bitte zu glauben haben, sondern die bekommt man eben wenn man, wie Kubitschek es richtig beschreibt, die Leute, die schon hier sind und die nicht weggehen können, die hier ihre Hypotheken abbezahlen und die hier ihre Kinder in gesunder und friedlicher Umgebung aufziehen und groß werden sehen wollen, davon überzeugt, dass man in ihrem Interesse handelt, wenn man von Ihnen gewählt wird.

Ich kann diesen ganzen Empörungston nicht mehr haben, der sich maßgeblich darauf stützt, irgendwelche Meinungen würden in der AfD unterdrückt oder ausgegrenzt. Man ist doch vielmehr mit gewissen Meinungen und Weltanschauungen in der AfD von Anfang an in der falschen Partei - so ist die richtige Betrachtungsweise.

FrankaFrey

3. März 2019 12:38

Offensichtlich scheinen die offenen und verdeckten Grabenkämpfe zwischen Zionisten und vermeintlichen Antizionisten nicht nur ein Problem in der rechten Szene. Dasselbe gilt für die Linke. Hier ist die „Antideutsche“ Szene rund um Jungle World oder auch den linken Freiburger Verlag ça ira, der die Zeitschrift Sans phrase - das linke Äquivalent der Sezession verlegt, explizit zionistisch. Von hier aus werden die großen Attacken gegen das antizionistische oder vermeintlich antizionistische Lager innerhalb der Linken und auch gegen Höcke und den „Flügel“ gefahren.
Interessant hierzu sind die Wikipedia-Manipulationen des Jörg Egerer/ Grünewald alias Feliks, ein zum Judentum konvertierter Antideutscher, der unter anderem auch den Wikipedia-Eintrag Höckes manipuliert zu haben scheint. http://de.wikimannia.org/Feliks
Hier ist nachzulesen, wie sich das Problem für die übrige Linke gestaltet: „Die Antisemitenmacher bei Wikipedia“
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25199 „

Es stellte sich die Frage, ob sich diese Grabenkämpfe zu einem einscheidenden Kriterium entwickeln werden, bei dem der Grad der Spaltung innerhalb der politischen Lager tiefer geraten könnte als der zwischen den politischen Lagern und inwiefern das Strategie ist.

Der Feinsinnige

3. März 2019 13:24

@ RMH

Danke für Ihre klaren Worte!
Mir ging es insofern ähnlich, wie @ A.Kovacs, als ich mich gescheut habe, mich bezüglich dieser Thematik auf eine Diskussion einzulassen. Ihre Beiträge wirken auf mich daher regelrecht erleichternd, ja befreiend.

„...man kann nur froh sein, dass weder Höcke noch die AfD nach dieser Musik tanzen.“

Götz Kubitschek

3. März 2019 13:49

Seltener Ruf, aber diesmal erschallt er: Badeschluß!

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