17. März 2019

Sonntagsheld (100) – Ehrenmann

Till-Lucas Wessels / 15 Kommentare

Matthias Matussek ist einfach eine coole Sau. Das steht nach der vergangenen Woche fest.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Ich unterstelle meinen geschätzten Leserinnen und Lesern (von denen ich am ausklingenden Wochenende einige bei unserer "Werkstatt Europa" in Halle kennenlernen durfte) jetzt einmal, daß die meisten von ihnen mitbekommen haben, was sich Skandalöses auf dem Geburtstag des konservativen Abenteurers abgespielt hat.

Sie haben sicher gehört von der erlesenen und beispiellos vielfältigen Zusammenstellung der Gästeliste, haben gelesen von der Selbsterniedrigung des Buben Beckmann, der sich in den geheiligten Feinstaub warf und von "vergifteten Geschenken" zu berichten wußte, und auch Sigmar Gabriels Einlassungen aus der dritten Reihe werden Ihnen nicht entgangen sein.

Die Mecker-Fraktion hat mal wieder alles gegeben: Der couragierte Staatskünstler und Prangerhauptverantwortliche des Ministeriums für Spaßsicherheit und falsche Freunde Jan Böhermann kriegte sich gar nicht mehr ein und versuchte es neben lauter spießiger Blödelei sogar einmal mit engagiertem "Realtalk", weil Journalisten wirklich, echt nicht mit Rechten feiern sollen.

Sie waren stets bemüht, aber: Diesmal hat es mit dem Aufschrei nicht so recht klappen wollen. Die besorgte Republik fürchtete mehr um die Gesundheit von Jan Hofer und bis auf den bußfertigen Beckmann blieb die gesamte Mattussek'sche Geburtstagsgesellschaft stabil.

Mehr noch, in der Jott-Eff meldete sich sogar die Spinne im Netz höchstpersönlich zu Wort – in einem der unterhaltsamsten Interviews der vergangenen Wochen. Darin kann man lesen, daß Matthias Matussek keinesfalls beleidigt ist ob des ganzen Trubels, sondern sich viel mehr eine bissige Heiterkeit bewahrt hat. Lesen wir mal kurz rein...

Reinhold Beckmann sah sich gezwungen, sich am nächsten Morgen von seinem Kommen zu distanzieren.

Matussek: Reinhold ist ein lieber Kerl, und als er mich am Tag vorher fragte, ob er mir ein Ständchen bringen dürfe, sagte ich selbstverständlich: „ Ja, wunderbar“. Ich kenne ihn seit Jahren, war auch auf seinem letzten Geburtstag, wo, huch, eine Stripperin auftrat, und sogar, huch, ein Joint kreiste. Ich mochte und mag ihn, und für seinen Schwächeanfall mache ich nicht ihn, sondern ganz marxistisch die Verhältnisse verantwortlich. Das Lied, mit dem er mich erziehen wollte, übrigens kannte ich, es stammt von seiner ersten CD, ich hatte ihn damit in der Welt porträtiert – es ist autobiographisch, ein resignativer, grandioser Song über das Altern, über die eigene Kaputtheit und nachlassende Virilität. Es ist autobiographisch. Er kommt vom Land, hat sich hochgearbeitet, er ist ein herzensguter Mensch

Großes Selbstbewußtsein und ein großes Herz, keinesfalls jedoch pazifiziert, oder wehrlos – Matussek ist der Größere, der Gerade von beiden, das steht fest. Sein Umgang mit der ganzen Affäre ist im wahrsten Sinne mustergültig – ein lachender Sprung nach vorne, entwaffnend und scharfzüngig zugleich.

Mitten aus dem engmaschig verwobenen Netz der NATIONALISTEN!!!* sende ich deshalb die herzlichsten nachträglichen Geburtstagsgrüße nach Hamburg und wünsche dem nun 65jährigen alles erdenklich Gute und noch viele durchgeknallte und verrückte Abenteuer.

*Lieber Alexander Schierholz von der MZ, wenn Du das hier liest, melde Dich bitte unter [email protected], damit ich Dir mein kaplaken-Bändchen europaradikal zuschicken kann. Da steht zwar nicht viel über böse Netzwerke drin, aber zumindest wirst Du nach der Lektüre wissen, ob ich wirklich ein Nationalist bin.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (15)

Niekisch
17. März 2019 18:53

Matthias Matussek für den Zölibat, Reinhold Beckmann mit Stripperin, Till-Lucas Wessels kein Nationalist.....da muß ich erst mal einen Ingwer-Tee trinken.

nom de guerre
17. März 2019 19:24

Nun, das ist doch mal ein sehr sympathischer Sonntagsheld!
Über die "Debatte" (falls man das so nennen kann) zu Matusseks Geburtstagsfeier habe ich das eine oder andere gelesen und kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich das Ganze lächerlich oder wegen des totalitären Anstrichs nicht doch im höchsten Maße beängstigend finden soll. Manchmal liegt beides aber auch nahe beieinander.

Boricua
17. März 2019 19:54

GK sieht in der Infografik der mz-web wie Walter Ulbricht aus.

andreia
17. März 2019 20:06

»Ministerium für Spaßsicherheit«

Eine ganz hervorragende Schöpfung, eine echte Blüte!

Zooey
17. März 2019 20:09

Total lächerlich. Bei Böhmermann kann einem noch dazu übel werden. Sein Fragebogen wäre gelungene Satire - nur leider völlig ernst gemeint.

Gustav Grambauer
17. März 2019 21:55

"Mitten aus dem engmaschig verwobenen Netz der NATIONALISTEN!!!"

Vorsicht, Vorsicht!

Matussek hat im Nachgang in der JF etwas sehr Bemerkenswertes gesagt: er hat mit Bezugnahme auf Augstein die Parallele vom heutigen PC-Furor zur McCarthy-Ära gezogen, und zwar gleich mit der möglichen Konsequenz, die heutige Zivilgesellschaft könnte den "linken McCarthyismus" genauso schnell und abrupt bodigen. Vorsicht sogar wenn dies stimmte. Aber letztere Analogie ist auch nicht präzise, denn McCarthy ging es damals weniger um die Bekämpfung "kommunistischer" (eine Metapher) bzw. "antiamerikanischer" "Umtriebe" als um die Eindämmung des Einflusses des Rosa Elefanten von FrankaFrey (der Höhepunkt war die Rosenberg-Affäre und die R. waren nach meinen Quellen keine Kommunisten sonden erzorthodoxe Juden, ihre Hinrichtung wurde von einem Rabbiner als Ritual nach dem Talmud vollzogen, auch die Lieferung der Bombe führt tief in den von Roglla v. Bieberstein untersuchten Komplex hinein), und aus dieser Ecke her wurde M. auch zur Strecke gebracht. Heute sieht sich der Rosa Elefant durch die WASP-Eliten bedroht, für deren Machterhalt die PC conditio sine qua non ist, und er ist bereits dabei, sich erneut aufzuraffen, diesmal gegen diese. Spätestens seit Donnerstag kennen wir den neuen Kitt zwischen AfD und FDP und wissen, warum, von wem und für wen deren Bündnis in den nächsten Monaten und Jahren mäzeniert und protegiert werden wird (und wem innerhalb der AfD - leider - ein noch steiferer Wind um die Ohren wehen wird):

http://www.pi-news.net/2019/03/der-verrat-an-israel-und-den-werten-der-freiheit/

- G. G.

Frieda Helbig
17. März 2019 23:39

Bestes Interview. Habe herzlich gelacht.

Zum MZ-Beitrag und insbesondere der Grafik. Da schaut doch GK echt wie Lenin bzw. Walter Ulbricht aus, oder? Was wollen denn die Schreiberlinge damit andeuten? - Wessels, übernehmen Sie bitte...

Laurenz
17. März 2019 23:50

MM wurde vergangene Woche auch als politischer Wirrkopf bezeichnet. Seine eigene autobiographische Schilderung läßt vielleicht eine gewisse politische Orientierungslosigkeit vermuten. Neben einigen seiner Artikel habe ich sein kleines Büchlein über Rio de Janeiro gelesen, wo er sich einige Jahre aufhielt. Ich bin mal vor 15 Jahren die "Geliebte zwischen Strand und Dschungel" quasi nachgereist, und habe die Umstände vor Ort bis ins kleinste Detail so vorgefunden, wie MM sie beschrieben hat. MMs Wahrnehmung einer Umgebung, eines gesellschaftlichen Zustands ist sehr genau, in keiner Weise verwirrt. Durch meine älteste Kleidung, quasi fast abgerissen, konnte ich als "armer" Gringo einen üblichen Überfall vermeiden.
Der Unterschied einer gegenwärtigen Spiegel-Redaktion im Vergleich zur historischen -, ist wohl, daß jetzt die eigenen Kumpels nicht mehr in der Opposition -, sondern am Ruder sind. Man traut sich wohl nicht einzugestehen, daß der feudale Machterhalt der eigenen Mischpoke wichtiger ist, als die miserable Dauer-Leistung der Spiegel-geförderten NomenKlatura. Daß MM da nicht wirklich mitzumachen gedenkt, macht ihn wohl zum Verräter. Daß man mit solch einer Haltung und Arbeitsweise nicht mehr die Talente bekommt, die man früher mal hatte, wurde in Hamburg nur noch nicht begriffen.

Simplicius Teutsch
18. März 2019 00:01

Schon als ich im letzten Sommer-Urlaub mit Vergnügen und Zustimmung der Spur seines „Weißen Kaninchens“ durch den deutschen Medienbetrieb der Oberklasse folgte, dachte ich bei mir: Lieber Matthias, hoffentlich hast du für knappe Zeiten vorgesorgt. Du als journalistischer BRD-Schwergewichtler hast echt Mut, aber du riskierst auf deine alten Tage die totale Ausgrenzung und soziale Vernichtung.

Naja, beruflich ausgegrenzt bist Du ja schon seit einiger Zeit, aber Du hast noch viele Freunde und gute Bekannte. Und tatsächlich, dieser öffentlich-rechtliche Berufshanswurst und Bessermensch Jan Böhmermann nimmt Deine Geburtstagsfeier zum Anlass, legt die Flinte auf Dich an und drückt ab. Entschuldigung, wenn ich jetzt zum Proleten werde, aber die zahlreichen feigen Deppen und Dummschwätzer, wie dieser TV-A..., sind der Grund, dass ich viele Sendungen des Öffentlich-Rechtlichen fast nicht mehr ertragen kann. Am liebsten würde ich diesen linken Typen eine klatschen, wenn sie das Maul aufmachen. Ich muss wegzappen.

Da tut es gut, in der JF einmal ganz öffentlich Deine sachliche Klarstellung zu lesen: „...denunziationssüchtige Clowns wie Böhmermann ...“ - auch wenn ich die Hoffnung auf Besserung aufgegeben habe. Es wird noch schlimmer. Die Clowns werden vom System gut bezahlt.

Lieber Herr Matussek, die allerbesten Glückwünsche – nachträglich – zu Ihrem 65. Geburtstag. Bleiben Sie stark.

Meine Worte oben, das ist heute natürlich ein satirischer Kommentar. Nicht dass jemand auf den Gedanken kommt, mich wegen unterstellter von Gewaltphantasien beim VS zu denunzieren und aus dem Verkehr ziehen zu lassen. Satire darf alles. - Oder doch nicht?

eike
18. März 2019 02:47

Ich unterstelle meinen geschätzten Leserinnen und Lesern ... jetzt einmal, daß die meisten von ihnen mitbekommen haben, was sich Skandalöses auf dem Geburtstag des konservativen Abenteurers abgespielt hat.

Ich weiß, die Sezession ist eine anspruchsvolle Publikation, die hohe Ansprüche an das intellektuelle Niveau ihrer Leser stellt, und ich versuche ja auch, mitzuhalten, so gut ich kann, aber daß ich ohne BRD-Fernseh- und Regenbogenpresse-Konsum die Artikel nicht mehr verstehe, hat mich dennoch schockiert.

Martin Heinrich
18. März 2019 09:02

Nachdem ich am Sonntag "Guerilla" von L.Obertone verschlungen habe, kommen mir die Plänkeleien um Matusseks Geburtstag mehr als belanglos vor. Solange eine Geburtstagsteilnahme bei Linken zu Schnappatmung führt und von Rechten zur Widerstandstat verklärt wird, geht es uns im BRD-"Regime" mit seinem geregelten Alltag und Wohlstand wohl immer noch sehr gut. Zu gut?

Das Buch schlägt ein wie eine Blendgranate!

Boricua
18. März 2019 10:41

Im Fall Billy Six hat auch der neue deutsche Außenminister Lawrow geholfen.
Kann es sein, dass hier alles irgendwie östlicher wird?

Old Linkerhand
18. März 2019 11:27

Eine weitere lustige Replik eines Insider von Matusseks Geburtstagsfete: https://www.publicomag.com/2019/03/wochenrueckblick-spezial-als-reinhold-beckmann-gegen-rechts-sang-und-erika-steinbach-cancan-tanzte/

Carsten Lucke
18. März 2019 11:59

" … meinen geschätzten Leserinnen und Lesern … "

Sehr geehrter Herr Wessels,

politisch korrekte Sprache bei der "Sezession" ?
Da kann Ihnen doch nur ein arger Schnitzer unterlaufen sein !?

Viele Grüße und Grüßinnen !

Stil-Bluete
19. März 2019 18:09

@ Carsten Lucke

Ihnen gebührt in meinen Augen Anerkennung für die Obacht, die Sie unser Muttersprache, einer Hochsprache, entgegen bringen.

Ganz abgesehen davon, daß Hitler seine Reden absichtsvoll mit 'Volksgenossen und Volksgenossinnen' und Honecker mit 'Genossinnen und Genossen' eröffnete, dürfte es hinlänglich bekannt sein, daß sich das natürliche Geschlecht grundlegend vom grammatischen Geschlecht unterscheidet und der Plural 'Leser' beide, ja drei natürliche Geschlechter (feminin, maskulin, neutral) zu umfassen vermag und grammatikalisch von der Endung -er bestimmt wird. Mag man ausschließlich die Lehrerin, die Lehrerinnen ansprechen, ist ja sofort die bezeichnende Endung -in/-innen zur Stelle. Außerdem sollte man den Artikel 'die' im Plural dankbar im Auge behalten, da er alle drei grammatikalischen und natürlichen Geschlechter umfasst: d i e Männer, d i e Kerle, d i e Frauen, d i e Weiber, d i e. Kinder, die Säuglinge.

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