Sezession
27. März 2019

Mein Freund Martin Sellner

Götz Kubitschek / 125 Kommentare

Ich bin nicht mit jedem meiner Autoren befreundet – mit Martin aus Wien aber schon. Und mit dem anderen Martin aus derselben Stadt natürlich auch!

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Sellner und Lichtmesz waren und sind oft bei uns. Und es gibt kaum bessere Gesprächspartner: belesen, höflich, ernsthaft, ehrlich, vergrübelt, genau, großzügig, luzide, heftig, in sich ambivalent (also: auf angemessene und zuträgliche Weise unsicher) und dann doch dort dezidiert, wo entschieden werden muß, also: produktiv.

Ich verdanke Lichtmesz die glänzenden Bücher über die Frage nach Gott, über die "Verteidigung des Eigenen", die ekelhafte "Opferhierarchie" in der öffentlichen Wahrnehmung und über die für uns alle wenig ersprießliche Rückkehr der Kategorie "Rassismus" in die politische Auseinandersetzung. Derzeit arbeitet Lichtmesz an einem Essay über Herkunft und Bedeutung des Begriffs und Konzepts "Ethnopluralismus". Hier ist seine Autorenseite.

Lichtmesz hat mir auch das erste Gespräch mit Sellner vermittelt, wir führten es im französischen Orange am Rande eines Kongresses der französischen Identitären. Wir waren aus Neugier hingefahren, und Sellner machte danach ernst und gründete den österreichischen Verband der europaweiten Bewegung.

Seither hat er zwei Bücher und etliche Sezession-Artikel für uns verfaßt, und er sitzt derzeit an einer Arbeit über den "Regime-Change von rechts", in Auseinandersetzung mit den linken Päpsten Srdja Popovic, Saul D. Alinsky und  - natürlich - David Graeber. Dessen "Direkte Aktion. Ein Handbuch" läßt keine Wünsche übrig, wenn man von der Spaß-Guerilla bis zum gewalttätigen Aufmarsch vor einem G20-Gipfel alles für legitim hält.

Sellner hingegen hielt in keinem Gespräch und hält in keinem seiner Texte Gewalt für legitim, das wird er in seinem neuen Buch erneut zeigen, und weil er das so oft geäußert und seiner "Identitären Bewegung" vorgelebt und ins Stammbuch geschrieben hat, ist es eigentlich nicht notwendig, darüber zu sprechen.

Eigentlich.

Denn nun dürfen wir (ich dabei als Verleger und Freund) aus der 1. Reihe heraus einen Vorgang betrachten, der in beeindruckender Folgerichtigkeit abläuft. Weil der Attentäter von Christchurch an Martin Sellner eine Spende überwiesen hat und von ihm dafür mit einer obligatorischen Dankes-Mail bedacht wurde, betoniert der Mainstream nun eine Begriffsbrücke, die keiner mehr einreißen kann: Sellner-Identitäre-Kontakt-Christchurch.

Das mit dem Betonieren meine ich bildlich ganz wörtlich: Da kippt einer Beton in eine vorbereitete Verschalung, und man steht daneben, sagt "Moment mal", aber er hört gar nicht zu, niemand hört zu, und während man sich Gehör zu verschaffen versucht, härtet der Beton aus, und in Zukunft muß man jedem erklären, warum dieser Klotz da herumsteht und wie man vielleicht noch daran vorbeisteuern könnte.

Er wird sich nicht in Luft auflösen, dieser Klotz, und es gibt unter den 20 größeren Medienhäusern in Deutschland oder Österreich keines, das sich die Konstruktionsweise des Klotzes einmal vornehmen und das Unstatthafte daran und die Leichtigkeit des Betonierens hinterfragen würde, mit ein paar simplen Fragen:

Traut jemand Sellner und seinem Umfeld (also: auch mir) Applaus oder klammheimliche Freude in Richtung Christchurch zu? Sind eine vergiftete Spende (die einfach eingeht) und eine schematische Dankesmail (der einfach abgeht) ein "Kontakt" in dem Sinne, daß man über eine "Verbindung" mit dem Täter von Christchurch spekulieren dürfte? Welcher Gesetzmäßigkeit folgt die hektische Ankündigung der österreichischen Regierung, man prüfe nun ein Verbot der Identitären Bewegung?

Komisch, nicht: Ich will das wirklich wissen. Ich kann mir die Antworten schon auch selbst geben, aber ich möchte wissen, ob es nicht wenigstens ein paar Journalisten gibt, die nicht nur über Piccolo-Flöten wie wir (sezession.de, youtube-kanäle, Selbstkommentierungen) verfügen, sondern über die große Tuba, und nun bereit sind, mit ein paar kräftigen Tönen die Kirche ins Dorf zurückzublasen.

Gibt es nicht. Wir sind von selbstgerechten, "neutralen" Windmachern und Windfähnchen (sanft ausgedrückt) umstellt, oder vielleicht doch von Feiglingen und - dies muß ich betonen - harten, skrupellosen Gegnern. Drei Telefonate mit solchen Leuten gestern – im Ergebnis begründungslose Behauptungen: Von der Lektüre unserer Bücher, unserer Zeitschriften, der JF, der rechten Blogs, von den AfD-Reden über die Video-Analysen bis hin zu der aufgeladenen Demonstrationen in Dresden, Erfurt, Chemnitz, Cottbus verläuft bis zum Massaker in Christchurch ein Band, das könnten wir nicht abstreiten. Und: Die Identitäre Bewegung sei ein extremistischer Haufen, weil er Menschen nach Gruppenmerkmalen ein- oder ausschließe. Und: Widerstand zu rufen und zu fordern sei so, als würde man eine geladene Pistole durch die Reihen nach vorn reichen.

Selbst dort, wo ich recht offen mit Journalisten reden kann, beiße ich seit gestern auf Granit. Es wirkt sogar, als sei man dort irgendwie erleichtert, daß die Frontlage geklärt ist.

Alles klar. Und jetzt? Vorhin telefonierte ich mit Sellner: Er ist zuversichtlich (wie immer), daß dies nun der Höhepunkt der ungerechtfertigten Denunziation sei – danach könne es einfach nicht schlimmer kommen. Er schreibe jetzt an seinem Buch weiter, kooperiere mit der Polizei, die gestern seine Bude ausräumte, und denke darüber nach, was als nächstes zu tun sei.

Ach, Martin! Es war dann gestern noch ein Journalist aus Japan zu Besuch, der das, was ich sagte, für normal und bedenkenswert hielt. Seine letzte Frage lautete, wie ich mir vor dem Hintergrund seiner Einschätzung erklären könne, daß der Widerspruch gegen meine Thesen und Analysen so heftig sei und daß man mir oder auch der AfD die Daseinsberechtigung im politischen Raum noch immer absprechen wolle.

Vielleicht hätte Sellner ihm geantwortet, daß es sich im Grunde um ein Mißverständnis handle und um Reaktionen aus Angst vor Isolierung. Eine solche Antwort kann nur ein im Grunde seines Herzens auf Dur gestimmter und hoffnungsfroher Mensch geben. Ich gab etwas anderes zu Protokoll: Es ist ein Meinungskampf, eine harte Auseinandersetzung, und es wird kein Pardon gewährt. Es geht nicht um Wahrheit oder Redlichkeit, sondern um Zugänge zur öffentlichen Meinung, um Meinungsmacht und um das Ausschalten und Abschalten des intellektuellen Gegners.

Klar ist auch, warum sich die Meute nicht auf die NPD oder den dritten, vierten oder fünften Weg stürzt oder dem Volkslehrer heimleuchtet, sondern dem bürgerlich und intelligent vorgetragenen Angriff auf die Machtarroganz: Man kommt argumentativ und kreativ gegen "uns" nicht an. Daher: denunzieren, isolieren, kriminalisieren.

Und so gilt es beispielsweise abzuwarten, ob Renaud Camus Begriff "Großer Austausch" nicht am Ende so sehr kontaminiert ist, daß man ihn im Grunde nicht mehr benutzen und schon gar nicht mehr retten kann. Ja, ich weiß, das wäre nicht gerechtfertigt, aber das ist egal, ist keine Kategorie: Auch der politische Kampf in einer Demokratie ist nicht "gerecht", sondern ein Kampf, und manchmal sogar hinterfotziger als in einem autoritären Regime.

Was also tun gegen die medialen Betonmaschinen? Das fragen ich und Ellen und der andere Martin uns seit 25 Jahren. Aus meiner Sicht hat das, was wir tun, ja immer symbolische Bedeutung, und wir sind wahlweise "Zeichen, deutungslos" oder "Zeigerpflanzen" oder diejenigen, mit denen auf eine Weise umgegangen wird, die das "System" zur Kenntlichkeit entstellen sollte.

Aber: Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, daß es dem System scheißegal ist, ob es zur Kenntlichkeit entstellt wird. Denn wer nähme diese Entstellung noch wahr, wer zöge Konsequenzen daraus – wenn nicht wieder wir selbst? Die drei Leute, die mich gestern anriefen, ganz sicher nicht: Wenn es nicht deren Überzeugung ist, daß wir am besten gar nicht mehr mitspielen sollten, dann greift wenigstens die journalistische Kostenkalkulation – man stelle sich den Aufwand vor, den einer treiben müßte vor seinen Kollegen, wenn er den Betonmischer abstellte und den neusten Sellner-Klotz infrage stellte!

Kurzum: Man ist dabei, uns alle Fenster zuzumauern, und ganz sicher hoffen eine Menge Leute, daß wir endlich aufgeben.

An welchem Punkt muß man damit aufhören, sich anzustrengen? Ab wann schaut man besser nur noch zu, was geschieht? Was "der Gegner" unter Toleranz, herrschaftsfreiem Diskurs, Demokratie, Pluralismus, Respekt und Dialog versteht? Reicht uns das? Muß uns das reichen? Ist das Defaitismus?

Nein, das ist meine Erfahrung: Scheint nicht in jedem Morgenlicht das Abendrot die Erde an? Irgendwann bleibt jede Karre liegen. Deine noch nicht, Martin, noch lange nicht. Das weiß ich.

Aber jetzt härtet erst einmal der Betonklotz aus, da können wir nichts machen.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (125)

Lotta Vorbeck
27. März 2019 13:20

Eigentlich ein durchsichtiges, ziemlich plumpes Manöver, das Betonieren der Begriffsbrücke - und dennoch, so scheint es zumindest, funktioniert es erstmal.

Ein gebuertiger Hesse
27. März 2019 13:20

"... daß es dem System scheißegal ist, ob es zur Kenntlichkeit entstellt wird. Denn wer nähme diese Entstellung noch wahr, wer zöge Konsequenzen daraus – wenn nicht wieder wir selbst?"

Die Einsicht ist allerdings eine der bittersten. Was bleibt, einmal mehr, ist ungebeugtes Weitermachen, ein demütiges TROTZDEM, das seinen Idealismus manchmal sogar über die Wirklichkeit stellen muß. Den Freunden alles Gute!

Laurenz
27. März 2019 13:40

Wenn Ihre Karre liegenbleibt, wären Sie dann glücklicher? Mit Linken reden ist eben ein wenig langweilig, außer man hat Spaß an deren persönlicher Demontage. Daß die elitäre Linke jedes Register zieht, wie mißlich das auch klingen mag, war noch nie anders.

Der_Juergen
27. März 2019 13:41

Dass sich Kubitschek hinter Sellner stellt, ist zwar eine Selbstverständlichkeit, aber ich habe einen Beitrag wie diesen trotzdem erwartet und bin nicht enttäuscht worden.

Die Niedertracht des "Systeme a tuer les peuples" (völkermordenden Systems, der Ausdruck stammt von dem kürzlich verstorbenen Guillaume Faye) kennt keine Grenzen. Wer an der Front steht, möge sich warm anziehen.

deutscheridentitaerer
27. März 2019 13:45

Sellner ist einmalig, man muss sich seine aktuellen Videos zu der ganzen Sache mal anschauen, wie kann jemand, gegen den solche Geschütze aufgefahren werden, so souverän und gelassen bleiben?

Sylvia Taraba
27. März 2019 13:50

Ja! Du bist "ein im Grunde seines Herzens auf Dur gestimmter und hoffnungsfroher Mensch" das macht Dich für viele so liebenswert und vertrauenswürdig! Nicht aufgeben Martin! Du hast Gottvertrauen, tust das, was gerade zu tun ist und was gerade geht. Viele stehen hinter Dir! DEUS VULT.

Der Gehenkte
27. März 2019 13:52

Es ist nicht auszuschließen, daß alles umsonst gewesen sein wird, es ist vielleicht sogar wahrscheinlich. Aber man darf sein Tun und vor allem sein Müssen nicht (nur) an möglichen Ergebnissen ausrichten, sondern muß es aus seinem Fundament heraus entwickeln - das ist die Pflicht.

Die Melancholie wird vergehen, aus der Demütigung wächst neue Kraft und werden auch neue Kräfte zuwachsen. Man muß sie nur überstehen.

Gotlandfahrer
27. März 2019 13:59

„daß es dem System scheißegal ist, ob es zur Kenntlichkeit entstellt wird“

Das System ist ja niemand anders, als die Menschen, die es prägen. Und warum sollten diese Personen einen inneren ethischen Kompass haben, wenn doch ihre erfolgreiche Anpassung an das Spiel diesen gerade nicht zu haben erfordert? Ein auf Widersprüchen zur Lebenswirklichkeit basierendes Regelwerk, dessen Auswirkungen dem Letzten erst sehr langfristig erfahrbar sind, muss zur Kittung des neuesten Risses immer noch einen drauflegen. Das Spiel eskaliert zur Kenntlichkeit. Auf Basis des entfalteten Regelwerkes gibt es außerhalb einer offenen Trial-and-Error-Zone irgendwann kein Regulativ mehr, da sich das gesamte Regelwerk durch Relativierung auch nur der letzten Kittung vollständig widerlegen würde. Denn diese letzte Kittung macht sich erst durch die vorhergehenden Kittungen plausibel usw. zurück bis zum ursprünglichen schritt aus der Trial-and-Error-Zone zurück. Es träte eine vollständige Induktion ein, eine rekursive Rückabwicklung des Kanons, der alles und jeden auch und sogar sich selbst gegenüber rechtfertigt, der heute den Kanon anwenden darf.

Insofern: So sehr ich mitfühle mit den diesem Unbill ausgesetzten Vorbildern unserer Seite, so sehr erscheint es mir unausweichlich. Hatte jemand daran geglaubt, dass ein Freispruch der IBÖ jetzt deren Anerkennung begründet hätte? Die hiesigen Bilderstürmer haben ihre heiße Phase ihres großen Unvaterländischen Krieges ja noch gar nicht begonnen. Zu was Gruppen in der Verteidigung ihrer macht- und hierarchiedeterminierenden Erzählungen im Stande sind weiß man nicht erst seit diversen Sektenselbstmorden bzw Morden an den eigenen Sektenmitgliedern.

Andreas Walter
27. März 2019 14:06

Falsch, Herr Kubitschek.

Denn alles hat immer zwei Seiten.

Denn wie will die Staatsanwaltschaft Graz jetzt bitte begründen, warum nur der Empfänger einer für die IBÖ ungewöhnlich hohen Spende verdächtig ist, nicht jedoch der Spender?

Was hat die Staatsanwaltschaft Graz dementsprechend betreffend des Spenders eingeleitet?

Und wenn nichts, warum nicht?

Hätte so ein (angeblich oder tatsächlich) verdächtiges Warnzeichen nicht auch sofort an Interpol weitergeleitet werden müssen, betreffend des ungewöhnlichen Spenders? Oder nach Australien, oder Neuseeland?

Geheimdienste warnen und informieren sich doch auch gegenseitig über verdächtige Leute und Aktivitäten. Wo waren auch die jetzt?

Die Staatsanwaltschaft Graz hätte nämlich, wenn sie vollumfänglich richtig gehandelt hätte, dadurch einen Terroranschlag mit 50 Toten vereiteln können.

Ist Ihnen das Bewusst, ist Euch das bewusst, und ist das vor allem auch der Staatsanwaltschaft Graz bewusst? Dass sie den Falschen verdächtigt und damit den grössten Fehler ihres Lebens begangen haben?

Anzeigen, Angreifen. Den Staat zur Verantwortung ziehen für sein Versagen.

Haben wir im Mittelmeer geschafft, schaffen wir also auch an Land in Österreich. Auch dort Recht und Ordnung wieder herzustellen.

MARCEL
27. März 2019 14:08

Ein Lehrstück für den Zynismus jeglicher Machthaber (auch mancher aus dem vermeintlich eigenen Lager, bes. Österreich).
Ebenso ein Lehrstück für die uneingestandene Menschenverachtung der Mainstreamer, die 50 tote Muslime brauchen, um eine Galionsfigur wie Martin Sellner (aber alle sind gemeint!) zu treffen.
Und last not least ein Lehrstück für die zunehmende Aggressivität des Systems, der unsererseits strukturelle Antworten folgen müssten.
Widerstand muss dem Gegner weh tun (dafür ist Gewalt kein Muss!).

W. Wagner
27. März 2019 14:20

Danke!
Nutzen Sie Ihre internationalen Kontakte, bringen Sie es in die anderen europäischen Medien. Die Rückkehr zu Meinungsfreiheit, Freiheit des Denkens, wahren Diskussionen, usw. wird (erneut?!) von außerhalb Deutschlands kommen.

cubist
27. März 2019 14:21

Machen wir uns nichts vor: Der Begriff der "Identitäteren" war bereits vor Christchurch extrem negativ konnotiert, nun ist er endgültig verbrannt (es ist dabei völlig unerheblich, wie "wahr" das ist, es zählt auch heute noch immer die "Realität der Massenmedien" (Luhmann) ... und natürlich ist das plump und dumm, aber es funktioniert, das zählt). Sicher, auch eine Selbstauflösung wäre problematisch: Ein indirektes Schuldeingeständnis. Ich gestehe, in Sellners Haut möchte ich nicht stecken!

Was bleibt als Strategie, um irgendwann einmal in die Nähe nationalkonservativer Mehrheiten zu kommen? Ich weiß es nicht. Eine Mischung aus Sonthofen-Strategie und des beständigen, vorsichtigen Verschiebens, Erweiterns und Pflegens des (rechten) Meinungskorridors (und der entsprechenden Gegenöffentlichkeit) vielleicht, in der bescheidenen Hoffnung, dass das deutsche Volk irgendwann aus seiner Sedierung erwacht. Wobei, ich bin Pessimist, ich rechne mit offenen (staatlichen) und direkten Repressalien schon lange lange bevor die zB die AfD in die Nähe von bundesdeutschen Mehrheiten kommt.

H. M. Richter
27. März 2019 14:25

Zunächst nur dies: Chaim Noll, Dieter Nolls Sohn also, der Mitte der neunziger Jahre nach Israel ausgewandert ist, schreibt seit vielen Jahren nicht nur äußerst lesenswerte Bücher, sondern meldet sich auch ansonsten mit Beiträgen, die einen klaren Blick verraten, zu Wort. Kürzlich veröffentlichte er eine Erinnerung an Bärbel Bohley, die in diesem Forum bereits Erwähnung fand, an dieser Stelle aber aus gegebenem Anlaß nochmals zitiert zu werden verdient:

"Sofort war Übereinstimmung hergestellt. Und nun sagte sie [Bärbel Bohley, HMR] etwas, was ich nie vergaß. „Alle diese Untersuchungen“, sagte sie, „die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie [= Stasi, HMR] gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.“ Als wir verblüfft schwiegen, fuhr sie fort: „Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“"
https://www.achgut.com/artikel/baerbel_bohley_die_frau_die_es_voraussah

Wir müssen, so schmerzhaft dies ist, zur Kenntnis nehmen, daß es so gekommen ist.
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Wer sich mit Martin Sellner auch nur ein wenig beschäftigt hat, der weiß, wie absurd, von ehrabschneidend mag ich in diesen Zeiten schon längst nicht mehr sprechen, wie absurd also und haltlos die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sind.

Nicht auszuschließen deshalb, daß hier über Bande gespielt wird und wieder einmal der Sack (IB) geschlagen wird, obwohl der Esel gemeint ist, - die Alternative für Deutschland. Wichtige Wahlen stehen schließlich unmittelbar bevor ...

Ganz Verwegene könnten gar meinen, es würde eventuell doppelt über Bande gespielt. Dazu würde dann die Zielrichtung des heutigen JF-Artikels passen:
https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2019/thueringer-afd-waehler-wuenschen-sich-regierungsbeteiligung/
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Zu Zeiten des überaus hart geführten Kirchenkampfes in der DDR hatte ich das Glück, einen besonders aufrechten und mutigen Pfarrer zu kennen. Er war, wie man damals noch sagte, sagen konnte, ein "Mann der Kirche". Ein wirklicher Fels in der Brandung. Da er den SED-Machthabern mehr als nur unangenehm war, 'arbeitete' man auch gegen ihn mit den "Mitteln der Zersetzung". Dazu zählten u.a. gezielt eingesetzte Verleumdungen. Aus diesen Gründen stellte er mehrfach - und dies in der stalinistischen DDR-Zeit(!) - Selbstanzeige gegen sich. Wiederholt konnte er auf diese Weise, so unglaublich es heute klingen mag, so manchen Vorwurf (von ihm verursachte finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Gemeindekasse u.a.) entkräften. Wohlgemerkt: Er stellte diese Anzeigen gegen sich nicht als Schuldeingeständnisse (wie heutzutage etwa im Steuerstrafrecht üblich), sondern zur Feststellung seiner Unschuld.

Ob dies in der stalinistischen DDR noch möglich war und gelingen konnte, aber heute - "im besten Deutschland, das wir jemals hatten" - vielleicht nicht mehr, ist eine Frage, deren Beantwortung noch über Bärbel Bohleys Prophezeiung hinausweisen könnte.

deutscheridentitaerer
27. März 2019 14:31

@cubist

Dass der Begriff "Identitäre" schon verbrannt ist, halte ich noch nicht für ausgemacht.

Aber es hat mich überrascht und sogar schockiert, mit welcher Niederträchtigkeit und Gehässigkeit die Medien, auch die Mainstreammedien, kurz nach Aufkommen der IB begonnen haben die Bewegung aufs Übelste zu verunglimpfen. Wir sind quasi wie Neonazis - nur schlimmer, aus welchen Gründen auch immer.

Die AfD oder FPÖ haben nicht ansatzweise den gleiche Hass abbekommen, obwohl diese sich deutlich mehr "Skandale" geleistet haben. Ich muss zugeben, dass ich das nicht verstehe.

Tobinambur
27. März 2019 14:43

Seit Jahrzehnten beobachte ich den geistigen Niedergang der Linken, ihr Übergang zur Fäulnis. Diese Instrumentalisierung eines Massenmordes durch die Linke ist ekelerregend. Danach kommt nur der Übergang zur offenen Gewalt – wie bei der Antifa schon längst geschehen - und schließlich die Ausübung dessen, was man zu perhorreszieren scheinheilig vorgibt: der politische Mord und schließlich der Massenmord für den guten Zweck. Ich meine damit nicht einen linksextremistischen Einzeltäter oder eine marginale linke Fraktion, sondern den linken Mainstream, der die Taten seiner Schergen abnicken, schönreden oder totschweigen wird, um dabei seine "klammheimliche Freude" zu haben. Denn eines ist für mich klar: Unsere Freude über Teilerfolge etwa durch Wahlsiege rechtspopulistischer Parteien und der zunehmenden Wortmeldungen a la J. Peterson ist verfrüht, denn ich kann es mir nicht vorstellen, dass die herrschende Klasse sich ihre Herrschaft durch Stimmzettel und Worte aus der Hand nehmen lässt.

Nath
27. März 2019 14:56

Etwas Technisches - aber möglicherweise nicht nur Technisches. Ich befinde mich im Ausland und hatte bis vor zwei Tagen nie Probleme, auf meinem eigenen wie auf öffentlichen Computern sezession zu erreichen. Seit vorgestern nun dieses: Sowohl, wenn ich den Namen der Seite im Browserfenster eingebe, als auch, wenn ich zwischen den Artikeln hin- und herschalte, taucht jedesmal ein Fenster auf, das mich auffordert,bestimmte Captchas zu lösen (Fotos von Fahrzeugen, Brücken, etc.), bevor ich zur Seite. bzw dem Artikel gelangen kann, was einigermaßen lästig ist, weil dabei jedemal ca. 60 Sekunden vergehen, bis die Seite erscheint. Ein Schlem, wer Böses dabei denkt.
Zu Sellner: Wenn dieser Fall eines nochmals unterstreicht, dann die Tatsache, wie sehr wir uns im globalen Dorf, vielleicht sogar schon unterwegs zum berüchtigten "Weltstaat" befinden. In der Schule lernten wir einst, dass sich in Neuseeland unsere geographischen Antipoden befinden, also die von uns am meisten Entfernten. Frage: Wie weit sind wir gekommen, wenn die Tat eines Verrückten im fernen Neuseeland die Hausdurchsuchung eines rechtsgerichteten Youtubers in Österreich auslöst? Natürlich ist er selbst schuld, dass der Attentäter ihm besagte Spende zuteil wereden ließ. Warum, wo er doch den Betreffenden gar nicht kannte, noch von seinen Absichten wusste? Nun, hätte er nicht durch "unverantwortliche Hetze" ("stoppt den Großen Austausch" etc.) den Terroristen auf sich aufmerksam gemacht, wäre die Spende auch nicht eingegangen.
Man muss dies einmal begreifen, nur einmal, aber dann endgültig:
Für SIE befinden sich alle, die sich auch nur ein tausendstel Millimeter nach "rechts" bewegen - d.h., was sie als rechts identifiziert haben - schon auf der Abschussrampe nach Auschwitz. Die kleinste hingehauchte ironische Seitenbemerkung eines Klonovski nicht weniger als das heideggersche Existenzial der "Geworfenheit" sind bereits unheilbar faschistisch kontaminiert, und zwischen ihnen, die sich unrettbar auf der schiefen Ebene befinden, und den Führern und Schergen des NS-Regimes, besteht nur ein gradueller, kein substanzieller Unterschied. Man ist nicht etwa nur "unterwegs" nach unten, man ist praktisch schon dort angekommen. Sie verbergen vielleicht vor sich selbst ihre kryptofaschistische Neigung, aber das macht sie nicht weniger schuldlos oder unsympathisch, im Gegenteil, es macht sie nur noch dämonischer, heimtückischer, wähnen sie sich doch auf der guten Seite.

Aber eben diese verhängnisvoll-irrsinnige Logik der Gegner, wonach schon der Verdacht-ein-Rechter-zu-sein seine Bestätigung mit sich führt (der Schwefelgeruch verrät den Teufel), zeigt nur, wie sehr sie sich bereits hermetisch gegen alles arglose Richtigstellen, wie Martin Sellner es auch jetzt wieder versuchen wird, abgeriegelt haben. Sie, die Linkskorrekten, sind un-schuldig, auf ihre Art jenseits von gut und böse, gefangen im höllischen Kreis: Sie können nicht sehen, weil sie nicht sehen wollen, und sie wollen nicht sehen, weil sie nicht sehen können.
Nochmals: Hat man das antifaschistische Modell der schiefen Ebene zum Inferno einmal verstanden, weiß man, dass man sich nicht mehr über den Gegner wundern d a r f.

RMH
27. März 2019 15:30

Mal sehn, was noch aus dem Attentäter von CC wird und ob es überhaupt noch zu einem Gerichtsprozess kommt. Immerhin 1500.- Eur von einem "Australier" ausgerechnet nach Österreich zur IB - da gehen einem dann schon gewisse Gedanken durch den Kopf ... was da sonst noch kommen wird?

Herrn Sellner und allen anderen der IB ist in jedem Falle ein

per aspera ad astra

zuzurufen.

Atz
27. März 2019 15:42

Die Sache ist weniger groß als es dem Sellner vorkommt. Ich bezweifle, dass Kanzler Kurz daran glaubt. Ein "überlegt aufzulösen", "prüft Auflösung" bedeutet im Mediencode der Berichterstattung über Rechte eine Ente. Die mediale Reaktion ist sehr bescheiden. Sicher exzeptionell ärgerlich, wenn der eigene Name mit White-Supremacist-Troll-Terror in Verbindung kommt.

Das Schlucken liegt woch auch daran, dass man das Verbrechen nur schrecklich finden kann, und die Art und Weise wie er seriöses europäisches Gedankengut von rechts in sein Morddokument verwurstet hat.

Übrigens, ist bekannt, dass der Drahtzieher von 911, Mohammed Atta für die Carl Duisburg Gesellschaft als Consultant arbeitete? Wahrscheinlich hoch gefährlich.... die Duisburger... Ganz bestimmt wurde bei denen auch jeder Stein einzeln aufgehoben und von der Polizei untersucht.

"Uncle Murphy"'s Truppe in Washington hat in den 2000er Jahren aktiv versucht Islamkritik nach Europa zu bringen. Meine VT-Hypothese ist, dass Breivik und Tarrant von den gleichen Leuten aufgebaut wurden. Und wenn es wirklich stimmte, dass die neuseeländische Polizei gerade einen solchen Überfall zufällig übte... Hat alles null mit Identitären zu tun.

Zachmann
27. März 2019 15:43

Den eigenen Entschlüssen ist in der Tat zuträglich, wenn man davon ausgeht, dass "Mißverständnisse" zwischen einem selbst und dem Gegner keine Rolle spielen.

So laufe ich inzwischen sogar in der Partei herum: nirgendwo Mißverständnisse...nur eine üble darwinistische Sache.

nom de guerre
27. März 2019 15:58

Der Vergleich mit dem Beton, der in eine vorbereitete Verschalung gekippt wird, trifft es ziemlich gut, denn das Narrativ, wonach die IB ihre Ablehnung von Gewalt nur vortäuscht und bis zum passenden Augenblick wartet, um dann die Maske fallen zu lassen - ganz einfach, weil das bei Rechten nun mal so zu sein hat, sonst wären selbige ja keine Menschenfeinde -, schwang für mich in der Mainstreamberichterstattung eigentlich immer mit.

Der Gedanke, dass jemand wie Martin Sellner irgendetwas mit einem Massenmörder zu tun gehabt haben könnte, soweit dieser aus rechten Motiven heraus gehandelt hat, liegt daher innerhalb dieses Weltbildes nicht allzu fern. Was die unterstellte klammheimliche Freude angeht, handelt es sich zumindest bei extrem links stehenden Zeitgenossen vielleicht auch um eine Projektion eigener Befindlichkeiten (s. etwa die Reaktionen auf den Fall Magnitz oder, vor langer Zeit, auf die Ermordung Bubacks). Dass man sich beim fröhlichen Betonieren nicht mit Fragen der Logik aufhält, die Alexander Wendt auf Publico sehr wohl stellt (bspw. warum Sellner eine Spende von jemandem, der zum Zeitpunkt der Spende ein unbeschriebenes Blatt war, hätte verdächtig finden sollen), ist aber ein allgemeines Phänomen unserer Zeit, das nicht nur die Rechte (im engeren Sinn) trifft, wie die Debatte um den Klimaschutz, die Energiewende und das allgemeine Lob für Schulschwänzerei zeigt.

Solange der öffentliche Umgang miteinander nicht auf eine rationale Ebene zurückgeführt werden kann, wird es dem System wohl in der Tat scheißegal sein und bleiben, ob es zur Kenntlichkeit entstellt wird. Dennoch glaube ich nicht, dass all Ihre Bemühungen umsonst sein werden - wenn die österreichische Regierung auf dieser reichlich dünnen Grundlage ein Verbot der IB erwägt, beweist dies doch vor allem, dass man glaubt, sie könnte "dem System" gefährlich werden. Bei einer völlig bedeutungslosen Gruppe müsste man sich diese Mühe nicht machen.

Abschließend zum Begriff des Großen Austauschs: Dieser findet statt, wie jeder erkennen kann, der sich die Zahlen anschaut - unabhängig davon, ob man das nun Großer Austausch nennt oder irgendwie anders und ob man dabei von absichtlichem oder nur fahrlässigem Handeln ausgeht. Aber auch dies passt in unsere Zeit, dass man als Mainstream nämlich immer wieder mit "Du hast das böse Wort gesagt, du hast das böse Wort gesagt!" durchkommt, statt sich mit dem eigentlichen, in dem "bösen Wort" steckenden Vorwurf auseinandersetzen zu müssen.

Lotta Vorbeck
27. März 2019 16:01

@deutscheridentitaerer - 27. März 2019 - 02:31 PM

"... Die AfD oder FPÖ haben nicht ansatzweise den gleiche Hass abbekommen, obwohl diese sich deutlich mehr "Skandale" geleistet haben. Ich muss zugeben, dass ich das nicht verstehe."

******************************

Die Erklärung dafür ist womöglich naheliegender, als zunächst angenommen: Sowohl bei der AfD als auch der FPÖ handelt es sich bei eingehender Betrachtung um Fleisch vom Fleische des Systems.

Rhetorisch gefragt:

+ Woraus entstand die IB?
+ Wer ist Träger der IB?
+ Aus welchem Substrat nähren sich die Wurzeln der IB?

Tiuri
27. März 2019 16:58

"An welchem Punkt muß man damit aufhören, sich anzustrengen? Ab wann schaut man besser nur noch zu, was geschieht?"

Meine persönliche Empfindung ist, mit dieser Gesellschaft nichts mehr zu tun haben zu wollen. Ihr Ende ist so klar und unweigerlich wie selbstverschuldet und verdient.
Um einen hinreichenden Eindruck vom geistigen Zustand unseres Volkes zu erhalten, öffne man die YouTube Startseite und schaue sich die vorgeschlagenen Videos - vor allem ihre Abrufzahlen an.

Wir können diese Leute nicht mehr retten und wir sollten es auch nicht mehr versuchen.
Das Einzige was noch bleibt, ist Archen zu bauen.
Wir sollten uns um unseresgleichen kümmern, große Landstücke in Mitteldeutschland erwerben und uns perspektivisch darauf einstellen, dort eigene Strukturen zu erbauen und zu verteidigen.

Ebenso wie die Migranten ihren linken Bewunderern wieder und wieder die Tür vor der Nase zuschlagen, handelt die Mehrheitsgesellschaft an uns.
Zieht euch aus ihr zurück, lasst sie verrotten und steckt stattdessen all eure Kraft in den Aufbau des Neuen.

franz spitzauer
27. März 2019 17:36

Solschenizyn sagte: „Man kann alle wirtschaftlichen, staatlichen, physischen Katastrophen überleben, nicht aber geistige. Wenn wir uns aufgeben, wenn wir aufhören an uns, an unsere Zukunft zu glauben, dann sind wir erledigt.“ (Gespräch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“, Dezember 1998) So sollte man das im konkreten Fall wohl auch sehen. Sellners Durchhalteoptimismus ist das einzig Richtige. Es wird eben wieder einmal eine Sau durchs Dorf getrieben. Erbärmlich nur, dass sich auch Österreichs angeblich "rechte" Partei FPÖ öffentlich gegen die IB stellt. Solche unnötigen Distanzierungen erfolgen ja nicht zum ersten Mal. Man wird sich Etappenfeiglinge merken müssen. Gruß aus Österreich!

Liliom
27. März 2019 17:52

Ich weiß zwar noch nicht genau, welchem meiner entrüsteten linken Freunde ich damit das Maul stopfen werde, aber ich habe mir heute vorsorglich zwei Taschenbuchausgaben von Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ bestellt.

Einsamer Wolf
27. März 2019 17:53

Ich habe diesen Beitrag mit großem Interesse gelesen und würde ihm weitestgehend, was die Analyse dessen, was da gerade abläuft, zustimmen. Allerdings habe ich inzwischen große Zweifel, ob es richtig ist, nach christlichem Vorbild, auch noch die andere Wange hin zuhalten.

Niekisch
27. März 2019 18:04

"aufhören, sich anzustrengen?"

Solidarisch sein und bleiben, auch wenn es mit Familie schwerfällt, Herr Kubitschek. Meiner Eltern Geschäft wurde in den 60iger Jahren durch Volksfeinde in den Ruin getrieben, ich selber war durch den "Radikalenerlaß" bedroht und mehr als 10 mal mit fadenscheinigen Ermittlungsverfahren bis zur Hausdurchsuchung mit erkennungsdienstlichen Maßnahmen, sogar mit einem behördlichen Kontaktverbot zu Passanten überzogen. Na und? Weitermachen!! Hätten wir damals aufgegeben, dann wäre die Kette unterbrochen worden. Das darf nicht passieren. Niemals.

Solidarische Grüße an Martin Sellner! Du bist ein deutscher Held in Österreich.

starhemberg
27. März 2019 18:20

Zuerst einmal Danke für diesen angemessen ernsten und etwas desillusionierten Text. Ich bin heute schon den ganzen Tag wegen dieser Farce wie vor den Kopf geschlagen, dunkle Wolken umkreisen mich und möchten sich lähmend auf meinem Bewusstsein niederlassen. Trost ist da derweil keiner zu finden, insbesondere wenn man weiß, dass die ganze perfide Ungeheuerlichkeit etwa 98% aller deutschsprachigen Menschen völlig kalt lässt. Wenn sie denn überhaupt davon erfahren. Und es sie interessiert.

Doch dann denke ich an meine Großväter und Urgroßväter, an die Schlachtfelder Galiziens, an den Isonzo, an die Ostfront, an die Normandie, an Monte Cassino. An all das Grauen und das Leid, welches diese Männer ertragen mussten, und dabei niemals eine Wahlmöglichkeit hatten. Da komme ich mir dann ganz klein und lächerlich vor, mit all den aktuellen Problemchen. Fakt ist - meiner Meinung nach - wir befinden uns in einem erbarmungslosen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner, denn wir zwar ärgern aber nicht besiegen können. Noch nicht.
Denn wir haben zwar nur einen, aber dafür sehr starken Verbündeten - nämlich die Zeit. Es gilt, solange durchzuhalten, bis die realen Ereignisse so schlimm geworden sind, dass alle Dämme brechen. Dies wird meines Erachtens noch etwa 5 - 6 Jahre dauern, außer, politisch sollte sich zuvor Grundsätzliches radikal ändern. Danach sieht es nicht im Allergeringsten aus, ganz im Gegenteil. Daher meine ich - Zähne zusammenbeissen, manchmal ein Kind, eine Katze oder einen Hund liebevoll streicheln und weitermachen, weitermachen, immer weitermachen...

Auch wenn es sehr schwer ist. Und noch schwerer wird.

Gelddrucker
27. März 2019 18:30

Vielleicht falle ich mit meiner Meinung hier etwas aus der Rolle, aber ich denke, es wird sich nicht groß etwas ändern durch diese Geschichte.

Ich stimme dem Vorposter zu, der sagt, das mediale Echo ist relativ gering.

Nur die österreichischen Linksmedien machen Terz. Bei der Zeit stand es heute mittag mal irgendwo und auch bei der WELT war es lediglich ein Artikel unter vielen, der bereits jetzt wieder verschwunden ist. Ich schätze mal, morgen in den Tageszeitungen wird es gar nicht erst auftauchen.

Ich glaube, wir, die wir diese Geschehnisse täglich beobachten nehmen das größer wahr als es ist.

Darum denke ich auch nicht,dass der Begriff nun verbrannt ist und ich bin mir zu 99% sicher, dass das keine rechtlichen Konsequenzen haben wird, das Gedöns um die Spende. Das wäre einfach ZU absurd und in solchen Zeiten leben wir (noch?) nicht.

Ich persönlich hatte kürzlich einige private Gespräche über den Austausch mit Leuten von der "neutralen Seite". Meine Position, der Anschlage mache den Austausch nicht unwahr, wurde höchstens angezweifelt, jedoch nicht verteufelt.

Kirche im Dorf lassen!

Gelddrucker
27. März 2019 18:44

Mache ich ungern aber darf ich eventuell noch hinterherschieben? Habe die ganze Seite der TAZ durchgescrollt und nichts zum Thema gefunden. Eventuell war heute mittag mal was da, aber jetzt Fehlanzeige. Stattdessen einen Artikel über Rassismus im Fussball bei England gegen Montenegro. Bleibt ruhig, Freunde.

John Haase
27. März 2019 18:56

"Aber: Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, daß es dem System scheißegal ist, ob es zur Kenntlichkeit entstellt wird. Denn wer nähme diese Entstellung noch wahr, wer zöge Konsequenzen daraus – wenn nicht wieder wir selbst?"

Ich glaube, damit haben Sie Recht. 2005, als ich begann, mich politisch alternativ zu informieren (PI-Leser) war ich noch ziemlich hoffnungsvoll, daß alles zu einem guten Ende kommen werde. Der Gegner erschien mir vor allem als dumm und naiv. 2013 ging ich zu den Identitären. Inzwischen war der Kampf schmutziger geworden und mit dem echten politischen Aktivismus kam natürlich auch die Einsicht, daß der Gegner deutlich bösartiger war als bisher angenommen. Aber es war noch ein Feind, den man bekämpfen und vielleicht besiegen konnte.

Seit 2015 gilt das nicht mehr. Was damals stattgefunden hat und bis heute stattfindet ist ein epochemachendes Ereignis, das sich vor 1914 oder 1933 nicht verstecken muß. Ein bestimmter Teil der Linken ließ seine Maske fallen und was darunter zum Vorschein kam, war noch viel schrecklicher als alles, was man sich vorher auch nur vorstellen konnte. Es ist wirklich nur noch gruselig.

Dieser unbedingte, durch nichts zu stillende oder wenigstens zu mildernde Verfolgungswille, der jederzeit jeden treffen kann: einen gegnerischen Politiker, eine Schülerin mit Mandarinkragen am Promkleid, selbst Leute, die sich einfach nur versprochen haben. Niemand ist sicher.

Die Nonchalance, mit der einseitig und ohne jedes Schuldbewußtsein Meinungsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz einfach plattgemacht wurden und die Überwachung der neuen Normen halbstaatlichen linken Organsationen, wie u.a. der Organisation einer Stasiagentin übertragen wurde.

Die Verlogen- und Verkommenheit der Sprache, in der das alles vermittelt und darüber berichtet wird.

Die Tatsache, daß sie damit anscheinend mühelos durchkommen.

Der sich mehr und mehr steigernde Vernichtungswille gegenüber allem und jedem, der all dem entgegensteht.

usf. usw. etc. ad infinitum

Zur Kenntlichkeit entstellte sich das System schon mehrfach selbst. Stasiagentin Kahane als Netzhasskontrolleurin. Das Tanzen auf dem Grab in Chemnitz. Der mediale, politische und juristische Umgang mit Sylvester 2015/16 in Köln. Die Tolerierung der Mittelmeerschlepperei. Millionenfacher Asylmißbrauch...usf. usw

Wer es bis jetzt nicht verstanden hat, der wird es auch nicht mehr verstehen. Der Rest macht das Richtige: Kopf unten halten, das System stirbt von alleine und dann, irgendwann in ferner Zukunft, vielleicht erst in Jahrhunderten, wird hier vielleicht wieder ein Land entstehen können, in dem wir gut und gerne leben. Bis dahin müssen wir durchhalten. Der Gegner derzeit ist zu mächtig, zu skrupellos, zu stabil.

Was soll der Mensch gegen solch tollkühnen Hass ausrichten?

Ordoliberal
27. März 2019 19:00

Lichtmesz, Sellner und Sie selbst, Herr Kubitschek, sind die scharfsinnigsten, aufrichtigsten und lesenswertesten Autoren der Sezession im Netz. Ich verpasse keinen ihrer Artikel und fühle mich jedesmal geistig erfrischt wie nach einem guten Gespräch bei einem guten Essen. Dabei bin ich noch nicht einmal dezidiert konservativ, sondern eher klassisch liberal. Meine tägliche Bloglektüre beginnt mit JF und Tichy und endet bei der Sezession und Zeller. Was ich jedoch bei den Sezessionisten und Identitären spüre und bei den Ordoliberalen á la Tichy, Metzger, Goergen, Sarrazin und Stein vermisse, ist - ich finde kein anderes Wort dafür - Männlichkeit. Diese altmodische, romantische, politisch unkorrekte Männlichkeit, die die Helden der US-amerikanischen Kinofilme von den 40ern bis in die 70er so unwiderstehlich gemacht hat. Die Männlichkeit, die den zweiten Weltkrieg und den kalten Krieg gewonnen hat. Der eigentliche Gegner der rotgrünen Kulturrevolution ist diese Männlichkeit. Alles andere, Klimareligiosität, Pazifismus, Migrantenverehrung, Ausschaltung des Wettbewerbs, Ablehnung des Leistungsgedankens, Globalismus, Beamtenherrschaft, Konsumismus, Hedonismus, ist nur ein Mittel in diesem Kampf. Oder bereits ein Etappensieg.

Der_Juergen
27. März 2019 19:32

https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/watch/nach-anschlags-plänen-terrorverdächtiger-in-wien-gefasst/vp-BBVhY8s

Seht ihr, die Medien haben recht! Rechte Terroristen wüten auch in Wien! Wann wird diesen identitären Mordbuben endlich das Handwerk gelegt???

halbautomat
27. März 2019 19:50

Ein erneut großartiger Beitrag von Kubitschek. Das rechte Maß an Realismus und Emotion. Allein, der Anlass ist weniger erfreulich und dies in jeder erdenklichen Hinsicht.
Ein zentraler Aspekt ist für mich dabei dieser:
„Es ist ein Meinungskampf, eine harte Auseinandersetzung, und es wird kein Pardon gewährt. Es geht nicht um Wahrheit oder Redlichkeit, sondern um Zugänge zur öffentlichen Meinung, um Meinungsmacht und um das Ausschalten und Abschalten des intellektuellen Gegners.“

So ist es. Es ist ein Machtkampf. Es geht dem Gegner im Kampf um das Wohlwollen des Publikums schon lange nicht mehr um bessere Argumente oder die höhere Moral. Es geht um Macht und Deutungshoheit.

Der Betonklotz härtet aus. Eventuell kann man ihm in dieser Phase noch etwas von seiner künftigen Stabilität nehmen.
Wenn man die rhetorischen Muster in der Presse und den sozialen Medien anschaut, dient die Spende an Sellner als „smoking gun“ in Bezug auf die vermeintliche ideologische Wesensgleichheit zwischen der IB und Tarrant. Das ist der Spalt in dem der Gegner den Hebel ansetzen will.

Dagegen ist der Vorwurf, Sellner hätte die Spende gleich ablehnen müssen oder sich nach dem Anschlag sofort an den Namen in der Emailadresse erinnern müssen, sekundär und wird nur von den einfältigeren unserer Gegner erhoben. Deshalb ist der Verweis auf die Absurdität dieser Behauptungen auch nur in wenigen Fällen zielführend.
Ebenso ist der Verweis auf die explizite Gewaltfreiheit der IB zwar immer wieder richtig und wichtig, alleine aber auch nicht ausreichend.
Denn am Ende heißt es: „Moment mal - The Great Replacement? Das ist doch Euer Spruch!“

Martin Sellner selbst hat in seiner ersten Reaktion auf das Verbrechen von Christchurch darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Anschlag um rechten Terror handelte, der selbstverständlich und vollumfänglich sowohl moralisch wie strategisch zu verteilen ist.
Das gilt es zu unterstreichen und trotzdem, oder gerade deswegen, die Stellung zu halten: Die Analyse (und viel mehr haben wir ja derzeit nicht zu bieten: https://sezession.de/59527/wir-koennen-der-welt-nichts-geben-wenn-wir-nichts-haben) bleibt richtig. Die rasante Zerstörung unserer ethnischen und kulturellen Existenz ist real.
Renaud Camus hat nach meinem Empfinden vorbildlich reagiert, als er nach dem Anschlag von Christchurch von der Washington Post kontaktiert wurde:

- Camus, now 72, told The Washington Post that he condemns the Christchurch attacks and has always condemned similar violence. But when asked whether he objects to how his “great replacement” idea has been interpreted by the general public, including far-right politicians and their supporters, he said he does not.
“To the fact that people take notice of the ethnic substitution that is in progress in my country?” he asked. “No. To the contrary.”
Camus added that he still hopes that the desire for a “counterrevolt” against “colonization in Europe today” will grow, a reference to increases in nonwhite populations.
“I hope it becomes stronger,” he said, claiming that this apparent “demographic colonization” was “20 times more important than the colonization Europe did to Africa, for example.” -

In diesem Sinne kann das grelle Scheinwerferlicht der Beton-Baustelle auch dazu dienen, die Tatsache des großen Austausches einem breiteren Publikum bekannt zu machen und die unsinnige Denunziation als Verschwörungstheorie zu demaskieren. (Persönlich bevorzuge ich den Begriff des „Ethnodemographischen Wandels“, da er an den allseits bekannten „Demographischen Wandel“ anknüpft und ihn mit der ethnokulturellen Dimension kombiniert).
Der Austausch kann nicht geleugnet werden. Ein Staat, in dem sich die autochthone Population mit einer Reproduktionsrate von <1,5 dem eigenen Erhalt verweigert, welcher aber gleichzeitig durch Einwanderung seine Einwohnerzahl stabil hält oder gar erhöht - dieser Staat tauscht seine Bevölkerung aus. Das ist ein simpler mathematischer Fakt. Zur Debatte steht allein die Geschwindigkeit.
Und wichtiger als die Zahlen: Jeder, der in einer größeren westeuropäischen Stadt lebt, sieht den Austausch jeden Tag mit eigenen Augen.
Hier gilt einmal mehr das fälschlicherweise Ulrike Meinhof zugeschriebene Zitat, wonach wir unseren Gegner zwar nicht zur Wahrheit, wohl aber zur immer dreisteren Lüge zwingen können.

Hartwig aus LG8
27. März 2019 20:01

"Je schwächer das System wird, desto härter werden die Repressionen." T. K. ( ... einer meiner Kameraden)

Ist das nun eine gute oder schlechte Nachricht? Für unseren Freund Martin Sellner vielleicht ganz konkret eine Schlechte. Für Götz Kubitschek vielleicht keine Gute. Scheiß auf den Betonklotz! Feiern wir unsere Freundschaften. Ich kenne Martin nicht persönlich, aber er ist ein Freund. Und die IBler, die ich kenne, sind Freunde. Und @Der_Jürgen, über den ich mich geärgert habe, ist Freund. Und ziehen wir die Frontlinie klar und deutlich, aber nicht zu eng.
H.

Simplicius Teutsch
27. März 2019 20:34

Götz Kubitschek hat über die antideutschen Linken (wo ja weite Teile der CDU und CSU dazugehören bzw. mitmachen, wie auch der behördliche Apparat und all die Mainstream-Medien) das Notwendige wieder einmal treffend gesagt:

„Es ist ein Meinungskampf, eine harte Auseinandersetzung, und es wird kein Pardon gewährt. Es geht nicht um Wahrheit oder Redlichkeit, sondern um Zugänge zur öffentlichen Meinung, um Meinungsmacht und um das Ausschalten und Abschalten des intellektuellen Gegners.“

Die andere Seite
27. März 2019 20:36

Unvergessen die Rede Martin Sellners am 06.02.16 vor Tausenden der Unseren am Elbufer in Dresden. Hier erlebte ich einen mutigen jungen Mann, der unsere Gedanken in Worte fasste und dem Merkelregime "entgegenrotzte"! Seitdem habe ich jedes Video von ihm angesehen. Natürlich auch die Texte, in denen er sich wirklich nachdenklich und fundiert mit den Themen unserer Zeit auseinandersetzt. Es war schön, ihm einmal persönlich begegnet zu sein. Hab durch Ihn auch die Arbeit von Lauren Southern, Brittany Pettibone und anderen IB-Migliedern kennengelernt. Diese jungen Leute sind für mich über jeden Zweifel erhaben. Die ungerechtfertigten Diskreditierungen werden nie aufhören (siehe Chemnitz, notfalls wird frei erfunden). Genauso dürfen wir nie aufhören dagegen zu argumentieren! Die Repressalien gegen uns werden immer verschärfter werden, aber ich will im Nachhinein nicht zweifeln müssen, ob ich zu wenig Widerstand geleistet habe.... Also jede Solidarität mit der IB-und um bei G. Kubitscheks Bild vom Beton zu bleiben: wenn vor meinen Augen der Betonblock gegossen wird, ist es das mindeste noch ein paar Zuschlagstoffe reinzuwerfen, die die Qualität mindern damit das Ding bezeiten bröckelt

Der mit dem Wolf tanzt
27. März 2019 20:41

TV-Tipp: Martin Sellner ist heute um 22:15 in der Sendung "Factum" auf ServusTV zu sehen!!!

Ratwolf
27. März 2019 21:04

Großartig geschrieben.

Was in solchen Situationen wichtig ist: Das man Freunde und Bekannte hat, auf die man sich verlassen kann und welche zu einen halten.

Man sollte nicht nur das Negative sehen. Durch die unermüdliche Arbeit von Herr Sellner und Herrn Kubitschek wurden viele Leute gewonnen. So auch mich. Und genau deshalb wird er so angegriffen. Weil er effektiv ist und weil er junge Menschen gewinnen kann.

Propagada-Beton ist nicht so fest wie er erscheint. Es ist eine Vertrauensfrage. Die Welt ändert sich schnell. Diejenigen, welche den Beton enschütten, stehen längst im Licht des Zweifels. Ihr einziger Vorteil ist ihre zahlenmäßige Übermacht. Aber hier geht es nicht um Mann gegen Mann, sondern um Glaubwürdigkeit. Wenn Tausende behaupten, dass 1 + 1 = 5 ist, und einer sagt, dass 1 + 1 = 2 ist, wem wird der Beobachter dieser skurilen Szenerie wohl glauben?

ariovist
27. März 2019 21:09

Das Versagen der alten und neuen Rechten, wenn man das mal so sagen kann, ist vielleicht doch die stringente Ablehnung der "dosierten Gewalt".
Wie auch immer man persönlich aus ethischen und/oder religiösen Gründen dazu stehen mag; Tatsache ist, dass niemand auf dieser Welt in Frieden leben kann, wenn der "böse Nachbar" das nicht will. Oder anders ausgedrückt: Wer gleiches mit gleichem vergilt, verschafft sich Respekt und wird nicht zum lächerlichen Spielball. Denn jedem hier wird doch klar sein, dass dieses real existierende Regime westlicher Wertigkeit, dass die Nutznießer dieser kapitalistischen Bösartigkeit, Gewinnler des Globalismus, diese one-world-Eliten niemals freiwillig das Feld räumen werden.
Ebenso werden niemals Wahlen in diesen sog. demokratischen Systemen etwas grundsätzliches verändern. Und dort, wo es ansatzweise noch möglich ist und sich die Pflänzchen der Freiheit zeigen, wie etwa mit der AfD oder/und IB, dort wird sofort brutal meinungsmachend zugeschlagen, ge- und bedroht, Recht bis zur Unkenntlichkeit verbogen und gehetzt, dass sich die Balken biegen. Es regiert dann eben die normative Kraft des faktischen.
Nein, ohne die Bereitschaft klare physische Kante zu zeigen wird niemals in Europa etwas zum positiven geändert werden können.
Die Kunst besteht darin die eindeutige eigene Wehrhaftigkeit als Friedens- und Zukunftsperspektive für alle als erstrebenswertes Lebensgefühl zu kreieren, die tatsächlich eine eigene Zukunft in Freiheit und Frieden erleben wollen!!!

quarz
27. März 2019 21:17

In meine Verachtung mischt sich auch ethologische Faszination und Erstaunen über die Tatsache, dass meine ohnehin niedrigen Erwartungen an den Journalismus so spielend unterboten werden. Ich rechne ja immer doch noch mit einem Rest an Selbstachtung bei der medialen Zunft, der sie vor der völligen intellektuellen Kapitulation vor dem Sog der hoffnungsvollen Erregung zurückschrecken lässt.

Aber so sehr ich auch suchte, ich konnte in der ausufernden journalistischen Textproduktion zum "Fall Sellner" nicht einmal den Ansatz oder die Camouflage eines Argumentes dafür finden, warum denn Sellner in irgendeiner Weise Mitverantwortung trage für das Attentat in Christchurch. Es wird einfach vorausgesetzt, dass dem so sein. Und dann wird auf dem Boden dieser Voraussetzung der Erregung freier Lauf gelassen und die von Erregung Getriebenen überbieten sich gegenseitig mit Forderungen, was nun wegen des Vorausgesetzten zu geschehen habe.

Aus Mangel an Proponenten eines expliziten Argumentes gegen Sellner bin ich auf Spekulationen darüber angewiesen, welche rudimentären Gedankenfragmente sich in den Köpfen dieser Leute zu einem Konglomerat zusammenfinden, das sie für eine Begründung ihres Standpunktes halten.

Ein Rekonstruktionsversuch von Vielen:

"Sellner verfolgt ein gleiches politisches Ziel wie der Attentäter (die Dreistigkeit der Unterstellung, er befürworte dieselben Mittel, ist mir immerhin noch nicht begegnet)." Um daraus die Konklusion der Verwerflichkeit des Sellnerschen Standpunktes abzuleiten, bedarf es einer zweiten Prämisse.

Wie also wird ein Argument daraus?

Prämisse 1: Wer ein gleiches politisches Ziel wie der Attentäter verfolgt, hat einen verwerflichen Standpunkt und muss vom Staat bekämpft werden.

Prämisse 2: Sellner verfolgt ein gleiches politisches Ziel wie der Attentäter.

Konklusion: Sellner hat einen verwerflichen Standpunkt und muss vom Staat bekämpft werden.

An solch eine Vorlage könnte man anknüpfen. z.B. dadurch, dass man darauf hinwiese, dass der Attentäter in seinem Manifest den Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel als wichtiges Ziel bzw. Motiv für sein Attentat nennt (Nie was darüber gelesen? Na sowas!) Jedem, der die Prämisse 1 für sein Argument in Anspruch nimmt, sollte dann klar sein, welche von ihm nicht intendierten logischen Konsequenzen das hätte. Und wenn er angesichts dessen die Prämisse fallen lässt, muss er ein neues Argument basteln. Das aber vermutlich auch keine Testminute unbeschadet überstünde. Erwähnte ich übrigens schon, dass der Attentäter Nelson Mandela als sein politisches Vorbild nennt? Kein Wort darüber in den Medien. Statt dessen die nachweislich falsche Behauptung, Trump sei ihm ein Vorbild (Attenttäter im O-Ton: "Dear god no").

Zurück zum Thema. Inflationärer Textauswurf bei den journalistischen SachbearbeiterInnen für rechte Angelegenheiten. Aber alles in Form von endlos geknüpften pawlowschen Assoziationsketten ohne logisches Gerüst. Man ist sich einig. Das genügt. Der Kaiser ist nackt. Aber keiner will es sehen. Davon muss ich hier wohl keinen überzeugen. Aber vielleicht sehen es ja ein paar mitlesende Augenpaare und einer, der es nicht mehr länger ertragen will, unruhig im Kämmerlein zu sitzen und sich zu schämen für die Feigheit vor dem Einsatz seines Renommees, erhebt seine Stimme.

airikr62
27. März 2019 21:33

@deutscherIdentitaerer

Gerade weil ihr so angepasst wirkt und offensiv Gewalt ablehnt seit ihr für die Medien und Politik weit gefährlicher als brutale Neonazis. Wenn dann eine intellektuelle und eloquente "Spitzenkraft" wie Martin Sellner dazukommt, wird es sogar noch "gefährlicher".

Was mich aber immer gewundert hat: Warum ihr es nie geschafft habt, mehr Anhänger zu gewinnen. Es ist halt die Frage, ob Ethnopluralismus und Austausch als einzige Themen so überzeugend wirken.

Monika
27. März 2019 21:44

"Traut jemand Sellner und seinem Umfeld (also: auch mir) Applaus oder klammheimliche Freude in Richtung Christchurch? Sind eine vergiftete Spende (die einfach eingeht) und eine schematische Dankesmail (der einfach abgeht) ein "Kontakt" in dem Sinne, daß man über eine "Verbindung" mit dem Täter von Christchurch spekulieren dürfte? Welcher Gesetzmäßigkeit folgt die hektische Ankündigung der österreichischen Regierung, man prüfe nun ein Verbot der Identitären Bewegung?"

Nein, natürlich traue ich Martin Sellner und seinem Umfeld keine klammheimliche Freude in Richtung Christchurch zu. Und auch keine Kontaktschuld. Eine Irritation werde ich allerdings nicht los. Eine derart vergiftete Spende ( die einfach eingeht) gibt man nach meiner Empfindung nicht weiter, auch nicht für eine karitative Einrichtung. Wer bitte, soll eine solche Spende annehmen? Eine Entgiftungmöglichkeit sehe ich in diesem konkreten Falle nicht. Und eine Rückgabe an den Absender wäre mehr als makaber.

Achterndiek
27. März 2019 22:02

@ airikr62

"Gerade weil ihr so angepasst wirkt und offensiv Gewalt ablehnt seit ihr für die Medien und Politik weit gefährlicher als brutale Neonazis."

Seit wann denn bitte?

"Wenn dann eine intellektuelle und eloquente "Spitzenkraft" wie Martin Sellner dazukommt, wird es sogar noch "gefährlicher"."

Sie halten Herrn Sellner also lediglich für eine "Spitzenkraft", lediglich für "gefährlich", also weder für eine Spitzenkraft noch für gefährlich. Ob Sie das noch näher erläutern können?

"Was mich aber immer gewundert hat: Warum ihr es nie geschafft habt, mehr Anhänger zu gewinnen. Es ist halt die Frage, ob Ethnopluralismus und Austausch als einzige Themen so überzeugend wirken."

Tja, habe schon unzählige Leute getroffen, die sich darüber beklagen, daß im nächsten Lebensmittelmarkt kaum noch jemand Deutsch spricht, den letzten Schritt aber will man wohl doch nicht gehen. Umerziehung war
sicher nicht ganz erfolglos?

Simplicius Teutsch
27. März 2019 22:37

@Gelddrucker – Sie täuschen sich gewaltig mit Ihrem abwiegelnden alles nicht so schlimm: „Bleibt ruhig, Freunde.“

Die eingeleiteten Verfolgungsmaßnahmen durch die Staatsanwaltschaft Graz, wie z.B. die Hausdurchsuchung, sind Fakt, und der absurde Massenmord-Terrorismus-Unterstützungs-Vorwurf gegen Martin Sellner ist im öffentlichen Raum angekommen. Ging gestern Abend alle zehn Minuten auf „euronews“ über den Bildschirm.

Die für uns im Moment noch erkennbare Realität, die Martin Sellner voll und ganz entlastet, wird langfristig vollständig von dem medial geschaffenen Bild überlagert werden. Und dieses Bild, das zukünftige Emotionen und Handlungen zu diesem Thema (IB, Rechte) hervorrufen wird, schaffen unsere Feinde. Sie haben die notwendige Propaganda-Macht.

Das Kalkül der (bösartigen) Feinde: Es bleibt immer etwas hängen. Hier soll der Vorwurf des verschwörerischen rechten Netzwerk-Terrorismus zwischen Wien und Neuseeland/Christchurch-Attentat zum schweren aus Lügenbeton gegossenen Mühlstein werden, der die IB und ihre Sympathisanten in die sauerstofflose Tiefe zieht.

Fredy
27. März 2019 23:44

So falsch liegt @airikr62 gar nicht.

Identität und Austausch alleine reichen wirklich nicht. Es müsste mindestens Bildung und Wirtschaft dazukommen. Trotz allem: Hochachtung für Sellner. Man kann nie alles richtig machen. Möge unser Herrgott ihm alle Kraft verleihen. Und der Text von Kubitschek wieder extrem stark. Richtig geil.

Der_Juergen
28. März 2019 00:54

@airikr62 @Fredy u. a.

Vergessen Sie bitte nicht, dass die Identitären keine Partei sind, von der man in der Tat Stellungnahmen zu einer breiten Palette von Fragen erwarten darf, sondern eine Bewegung. Man kann da abfällig von einer "Einthemenbewegung" sprechen, aber das gilt für die sogenannte "Klimajugend" ja auch.

Der Grosse Austausch ist - neben der stets reellen Gefahr eines Atomkrieges, der durch die wahnsinnige Politik Washingtons ausgelöst werden könnte; Trump wird ja immer mehr zu einer Kopie der Neocons - das grösste aller Probleme, weil er ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Wirtschaftskrisen können überwunden, schlechte Regierungen durch gute ersetzt werden, aber wenn erst die Mehrheit der Jugend in Deutschland und anderswo aus Muslimen und Afrikanern besteht, ist der Zug abgefahren. Dann kann es wirklich nur noch darum gehen, ein Territorium zu behalten, wo die Deutschen unter sich bleiben und nach ihren eigenen Vorstellungen leben können. So weit ist es aber noch nicht, egal was Defaitisten wie Michael Ley ("Paris ist verloren, der deutsche Westen ist verloren") sagen mögen. Es bleibt vielleicht noch ein Jahrzehnt, um einen Wandel zu bewerkstelligen.

Franz Bettinger
28. März 2019 08:14

Es gibt seit einigen Jahren die "Salzgitter-Meldestelle der AfD für politische Gewalt", die leider viel zu wenig bekannt ist. Dorthin sollten die üblichen wie die unübliche Sauereien rgelmäßig gemeldet werden. Konsequent! Es kann nicht schaden, diesen Stachel dem Gegner ins faule Fleisch zu drücken.

Gotlandfahrer
28. März 2019 09:20

@ deutscheridentitaerer & @cubist

"Dass der Begriff "Identitäre" schon verbrannt ist, halte ich noch nicht für ausgemacht." Ich sehe es so: Dieses Verbranntwerden ist unausweichlich. Die Frage ist, ob etwas im Feuer vergeht oder gehärtet wird. Denn: "Wir sind quasi wie Neonazis - nur schlimmer, aus welchen Gründen auch immer." Der Grund: Während "Neo-Nazis" einen toten Schimmel zwecks Outlaw-Attitüde reiten, und hierauf nur mit habitueller Empörungspose reagiert wird, da jeder weiß, dass der Schimmel tot ist, trifft die IB den statischen Stützpunkt der neulinken Konstruktion. Die IB widerlegt die linken Hypothesen, die Neo-Nazis bestätigen sie.

"Die AfD oder FPÖ haben nicht ansatzweise den gleiche Hass abbekommen, obwohl diese sich deutlich mehr "Skandale" geleistet haben. Ich muss zugeben, dass ich das nicht verstehe."

Ob die AfD tatsächlich weniger Hass abbekommt? Wenn, dann wohl gerade wegen der "Skandale", die machen die AfD einerseits ein Stück weit zu dem Schmuddelkind, das sie zu sein hat, andererseits damit auch ein bißchen so, wie alle Bobos. Nur die IB hat hingegen tatsächlich genau die reine Unschuld und Ehrlichkeit, die jedem Unehrenhaften eine unerträgliche Provokation sein muss. Ferner: Die IB ist jung. Also der Nachweis des Scheiterns totaler Umerziehung. Dass es alte rechte Säcke gibt, passt hingegen gut in die neulinke Konstruktion.

links ist wo der daumen rechts ist
28. März 2019 09:39

Vorwärts Kameraden, wir müssen zurück?

Spende! Spende? Genau, da war doch was...

Während der Briefbombenserie in Österreich Mitte der 90er Jahre war's, als man dem damaligen linken Innenminister eine Spende an einen von zwei späteren mutmaßlichen Attentätern aus der Anarcho-Szene (versuchte Sprengung eines Hochspannungsmastes) zur Last legte und hoffte, ihn damit zu Fall zu bringen.

Also Rufschädigung als Kontamination durch eine mit der Person in keinem Zusammenhang stehende terroristische Tat. Irgendwas wird schon hängenbleiben, dachte man. Die Absicht dahinter war mehr als durchschaubar. Kurz nachzulesen hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_von_Ebergassing

Damals eine Kampagne von rechts, heute eine von „links“? Die Umkehrungs-Analogie ist jedenfalls auffallend. Denkt bitte einmal kurz darüber nach, liebe Freunde des „linksliberalen Mainstreams“. Leider steht zu befürchten, daß diese Spirale der jeweiligen Schuldzuweisungen aus kurzsichtigem politischen Kalkül nicht abreißen wird; detto die eilfertigen, pflichteifrigen, irgendwie streberhaft wirkenden Abgrenzungsversuche vermeintlicher Kampfgefährten.

Auswegloses Dilemma? Kann dieser Kampf von einer Seite gewonnen werden? Ich glaube eher nicht. Vor kurzem hat ein umsichtiger Forumskollege ein kleines, aber wichtiges Büchlein von Peter Sloterdijk erwähnt: Luftbeben (edition suhrkamp, 2002). Darin untersucht Sloterdijk die Ursprünge dessen, was er zugespitzt „Atmo-Terrorismus“ bezeichnet. In einer glänzenden Passage kommt er auf Elias Canettis Geburtstagsrede auf Hermann Broch zu sprechen und interpretiert das Phänomen der sogenannten „atmosphärischen Vergiftung“, also den Hang zu einer ideologischen Sprache, die hermetisch abgeschlossen und zudem rückbezüglich ist; eine „totalitär zirkuläre Kommunikation“. Unter diesen „totalisierenden Umhüllungen“ sammle man sich „unter Fahnen und Parolen wie Miteigentümer an Luftschlössern“. Für den gleichfalls zitierten Karl Kraus war das in erster Linie die „Welthirnjauche“ der Journaille.

Wie geht es nun weiter, wenn der Kampf nicht gewonnen werden kann? Geordneter Rückzug, gepflastert mit Parolen, die einem Mut zusprechen?

Bestimmte Begriffe, die sich deskriptiv geben, sind in beiden Lagern de facto Kampfbegriffe. Und dazu gehört halt auch ein Begriff wie der „große Austausch“ (Gegenseite: „Multikulti“); deskriptiv wäre er, wenn der Austausch bereits vollendet wäre. So aber dient er als Vokabel der Wiedererkennung, der Einstimmung, wenn nicht als Credo. Warum er von einem Franzosen erfunden wurde und was das alles mit dem Algerien-Trauma zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt. Wie hingegen deskriptive Kritik (von links) aussehen könnte, hat Sellner vor kurzem mit dem Hinweis auf Hannes Hofbauers Buch „Kritik der Migration“ gegeben. https://www.youtube.com/watch?v=qcoJueeQA6k

Warum also nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen – und Bundesgenossen aus dem gegnerischen Lager? Bzw. wie es ein anderer Forumskollege neulich formuliert hat: „großer Austausch“ und „Identität“ allein reichen nicht mehr. Und v.a. dem Moralismus von links - bei aller Brisanz der Themen - bitte keinen zusätzlichen Alarmismus von rechts entgegensetzen, denn, lieber Martin Sellner: Eine Behauptung wie die, daß man sich in Wien nicht mehr auf die Straße trauen könne, ist schlicht und einfach töricht.

Sonst sehe ich als End(zeit)-Szenario – neben einem zu vermeidenden Bürgerkrieg - nur noch das: https://sezession.de/59527/wir-koennen-der-welt-nichts-geben-wenn-wir-nichts-haben

Gelddrucker
28. März 2019 10:06

@Simplicius Teutsch
Wer schaut euronews?

Wie bereits von mir erwähnt, war die Thematik in keiner deutschen großen Tageszeitung eine reißereische Nummer wert, noch nichtmal beim Kampfblatt taz. Glaube ARD und ZDF haben darüber auch nicht berichtet.

Bei vielen Konsumenten wird das so hängenbleiben, da stimme ich zu. Allerdings, und das ist wohl ziemlich makaber zu sagen, gibt es uns auch die Chance, die Sache zu erklären. Jede Lüge fällt, auch die der Leugnung des Austauschs. Nur eine Frage der Zeit.

Franz Bettinger
28. März 2019 10:42

Martin Sellner oder die IB zu bestrafen ist, als würde man eine Fußball-Mannschaft für die Ausschreitungen in der Fan-Kurve haftbar machen. Irre. Zumal in der Fan-Kurve auch ein Agent Provokateur der gegnerischen Mannschaft mit Feuerwerk hantiert haben könnte.

@Nath: Auch ich bin wie Sie z.Zt. im Ausland, und auch mir passiert dasselbe: Ich muss nun ständig erklären, dass ich kein Roboter bin, um auf SiN vorgelassen zu werden.

@Kubitschek: Warum lässt SiN das falsche Etikett der "Verschwörungs-Theorie" für den "Großen Austausch" unwidersprochen? Muss man darüber nicht immer wieder aufklären und sagen, dass dieser Begriff von der UNO und der EU verwendet wird und dies scho seit 2001 und also keine Theorie, sondern DER PLAN ist, der Plan der UNO und der EU, welcher seit September 2015 für alle sichtbar mit großen Schritten in die Tat umgesetzt wird. Ich bin nicht der Meinung, diesen treffenden Begriff (wie auch andere) zu verbrennen oder verkohlen zu lassen. Ich werde ihn weiter benutzen und lauter als zuvor.

@Richter: Auch ich machte mit Selbstanzeigen schon gute Erfahrungen. In meinem Fall war es bzgl. der Fortbildungs-Pflicht für Ärzte, der ich absichtlich nicht nachkam, weil sie in Wahrheit eine Pflicht ist, sich von Big Pharma falsch informieren und indoktrinieren zu lassen. Da ich meine These gut begründete, ließ es die Staatsanwaltschaft, die Ärztekammer und das Ministerium (leider) nicht zu einer Anklage und einem Prozess kommen, sondern tolerierte mein "Schulschwänzen". - Herr Sellner, probieren Sie's! Greifen Sie den Stier bei den Hörnern - und Sie werden merke, es ist nur eine Kuh.

@Gehenkter (13:52): sehr schön und wahr, ihre Worte! Gerade den Christen unter uns müsste es - sofern ihr Glaube echt ist - eigentlich leicht fallen, in die Schlacht zu ziehen, egal wie die diesseitigen Chancen stehen. Gerade das unterscheidet ja (auch) den rechten Menschen vom linken Typ.

@Andreas Walter (14:06): kluge Einwände gegen die verlogene Staatsanwaltschaft! Was mich wundert: Eine Spende von nur 1500 Euro ist eigentlich nicht viel für einen, der weiß, dass er demnächst lebenslänglich ins Zuchthaus gehen wird oder aber erschossen wird.

Es gibt seit einigen Jahren die "Salzgitter-Meldestelle der AfD für politische Gewalt", die leider viel zu wenig bekannt ist. Dorthin sollten die üblichen wie die unübliche Sauereien regelmäßig gemeldet werden. Konsequent! Es kann nicht schaden, diesen Stachel dem Gegner ins faule Fleisch zu drücken. Sie legen sich täglich mehr Leichen in ihre Keller. Lasst uns das dokumentieren, Leiche für Leiche, just for the record. Das wird ihnen nicht gefallen.

Imagine
28. März 2019 10:53

Folgende These möchte ich zur Diskussion stellen:

Die Art und Weise, wie die IB von Seiten der Staatsorgane bekämpft, resultiert nicht aus der Opposition gegen die Migrationspolitik, sondern daraus, dass sich die IB als „rechts“ definiert. Sie wird als „rechtsextremistisch“ wahrgenommen und deshalb als Staats- und Verfassungsfeind bekämpft.

Es gibt nicht nur auf rechter Seite Opposition gegen die Migrationspolitik. Doch diese Opposition argumentiert ganz anders, eben nicht „rechts“.

Auf der linken Seite gibt es keine rassistisch motivierten Massenmörder wie Anders Breivik oder Brenton Tarrant, auch keine Organisation wie den Ku-Klux-Klan. Kein Linker will Rassereinheit oder ist gegen „Mischehen“.

Es ist die gemeinsame Ideologie, welche die Rechten verbindet. Und die Taten stehen in Verbindung mit der Ideologie. So wie bei den Islamisten.

cubist
28. März 2019 11:02

Da hier ja nun mehrfach, zB Ariovist, die "Gewalt" angesprochen wurde (zurecht, wie ich finde, auch wenn es schmerzhaft ist) - vielleicht, dies nur als metapolitische Anregung, lohnt sich die Lektüre von Walter Benjamins bestürzendem Essay "Kritik der Gewalt". (Um allfälligen Reflexen vorzubeugen, parallel kann man, sollte man Carl Schmitts Reflexionen über "Die Diktatur" und "Politische Theologie" legen).
Und da ich gerade eh beim Wünschen bin, eine Themenausgabe der "Sezession" zu Walter Benjamin von rechts, das wäre großartig, und sicherlich ein Stachel im Fleische einer zunehmend anti-intellektuellen Linken.

RMH
28. März 2019 11:46

Jeder saugt jetzt seinen Honig aus dem Attentat von CC, sogar Erdogan nutzt das Leid der Opfer und deren Angehörigen im Wahlkampf aus.

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass Gewaltaktionen komplett kontraproduktiv für eine Sache sind und das Sellners kompromissloses Eintreten für gewaltlose Aktionen richtig ist, dann kann man ihn spätestens hier finden.

Vom zynischen Blickwinkel der Herrschenden und der linken Meinungsmacht aus betrachtet, war Christchurch wie Weihnachten und Ostern zusammen. Selbst Breivik konnte man so nicht verwenden, da dieser keine Moslems direkt angegriffen hat.

Alles wunderbar perfekt - sogar eine Spende hat der Herr aus Australien an die IB gemacht. Wer weiß, wen er noch alles angeschrieben, wem er sonst gespendet etc. und für sich nützlich machen wollte.

Die "dicke Breivik-Berta" (kommt von M.L., oder?) hat ausgedient, "little boy" Tarrant räumt noch rücksichtsloser auf.

Marcello25
28. März 2019 11:58

Bei all diesen widerlichen Sachen - hier ein schwacher Trost (aber ein Trost!): es gibt auch den sog. Betonkrebs. Vor 80 Jahren wurden Bunker, Autobahnen, Ferienanlagen... aus Beton gebaut, mit deren Abriß man heute enorme Probleme hat (bzw., sie gar nicht wegbekommt...). Selbst in der DDR wurde Beton noch von Hand gemischt - man wusste um die Zutaten für guten Beton... Heute fahren bunte LKW mit Fertigbeton vor, von dessen Zusammensetzung viele Weiter-Verarbeiter nichts mehr wissen.... Oft weisen Neubauten (Straßen, Häuser....) große Baumängel auf... - müssen nach kurzer Zeit schon wieder saniert werden. Vielleicht gibt das im Fall dieses Beton-Beispiels ja Hoffnung... ((»Treue Mannen sind die beste Mauer« - Sage von der Mauer um die Neuenburg – Kaiser Barbarossa bei Ludwig, Landgraf von Thüringen))

Gelddrucker
28. März 2019 12:18

Kann man noch erwähnen, dass Sellners Jutub-Abonnenten weiter steil ansteigen?

heinrichbrueck
28. März 2019 12:24

Gibt es wirklich keinen einzigen Politiker, der seine Hand für Martin Sellner ins Feuer legt? Wenn sie es für Martin Sellner nicht tun, dann soll die Masse einmal nachdenken, für wen sie es tun und welche Bedeutung dieses Tun langfristig hat.

Niekisch
28. März 2019 12:52

@ heinrichbrueck 12:24: Gibt es hier denn wirkliche Politiker? Oder nicht doch nur Zinken zeigende Hilfswillige?

Kanzler Sebastian Kurz will lt. RZ von heute "keine Toleranz für gefährliche Ideologien". Ein entlarvender Satz. Stellt er doch bei Bedarf j e d e Meinung unter Verdacht und Repression.

Der Gehenkte
28. März 2019 13:23

@ Kubitschek:
"Und so gilt es beispielsweise abzuwarten, ob Renaud Camus Begriff "Großer Austausch" nicht am Ende so sehr kontaminiert ist ..."

Dieser wesentliche Gedanke wurde bisher nicht diskutiert. Man könnte etwa überlegen, ob der Begriff der „ethnischen Substitution“, den Camus einmal verwendete, nicht tragfähiger sei. Der Begriff des "großen Austausches" ist sicherlich durch seine Plastizität und Bildlichkeit taktisch eine ordentliche Wahl, aber enthält nun mal die Möglichkeit, ihn als "Verschwörungstheorie" zu interpretieren und gibt Simplizisten wie Tarrant die Möglichkeit in ihn auch Terror zu gießen.

Darüber hinaus enthält er weitere kategoriale Unschärfen, wie hier, anhand Camus, dargelegt wurde.

https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2019/03/28/der-grosse-austausch-quellensuche/

Der_Juergen
28. März 2019 14:30

@Heinrich Brück

"Gibt es wirklich keinen einzigen Politiker, der für Sellner die Hand ins Feuer legt?"

Ich glaube, Höcke hätte Charakter genug dafür. Was Strache und Kurz betrifft: Sie sind beide Lumpen, Punkt. Der eine oder andere hat hier nach der Bildung der schwarzblauen Koalition laut gejubelt. In der Tat hat diese positive Schritte in Richtung Einwanderungsbegrenzung unternommen, aber wer so charakterlos ist wie diese beiden, ist jederzeit in der Lage, diese weitgehend kosmetischen Verbesserungen wieder rückgängig zu machen.

Sylvia Taraba
28. März 2019 14:54

Lieber Herr Kubitschek, vielleicht könnten Sie wieder die Baumwolltaschen mit der schönen Aufschrift
MEYN GEDULD HAT URSACH
auflegen und mit Büchersendungen erneut in Umlauf bringen, um dem Realismus dem wir anhängen eine Dimension zu geben.

Simplicius Teutsch
28. März 2019 15:13

@Gelddrucker
- Ich wünsche, dass Sie recht haben.

Urou
28. März 2019 18:13

Lieber Herr Kubitschek,

vielen Dank für den Artikel. Ich habe ihn mit Interesse gelesen. Meiner Meinung nach ist Ihre Argumentation - auch wenn sie richtig ist - eine "Sackgassen-Argumentation". Mich hat das Fechten gelehrt, dass jeder Angriff perfekt pariert werden kann. Und mit dieser Attacke gegen die Identitären durch den Mainstream verhält es sich genauso.

Natürlich ist es verwerflich, wie die Person Martin Sellners im Moment von linksextremen Mainstreammedien und Staatsanwälten besudelt wird.
Die Repression hat eine Qualität angenommen, die man nur aus sozialistischen oder kommunistischen totalitären Regimen kennt. Ja, Martin Sellner ist sich wahrscheinlich selbst nicht darüber im Klaren, dass er bereits ein Dissident ist. Das ist aber auch für uns fatal, denn daran erkennen wir, dass wir alle bereits unsere Freiheit verloren haben! (Die Freiheit ist leider ein flüchtig Ding, dass man sofort verliert, wenn man dafür nicht kämpft.)

Aber tun Sie doch bitte nicht überrascht; gerade Sie wissen doch am besten, wie weit es die Linken geschafft haben, den Common Sense tief ins Linksextreme zu verbiegen - leider. Und für dieses Verbiegen gibt es eine Bezeichnung, nämlich Totalitarismus. Und der Totalitarismus ist leider ein Kind mit deutschen Wurzeln.

Das Besudeln M. Sellners (wofür Sie im Artikel den Betonklotz-Vergleich bemühen) ist aber in Wirklichkeit viel zweischneidiger als in Ihrem Artikel beschrieben. Und so gilt: Der übereilte Stoß kann für den/die Täter selbst gefährlich werden. Gerade in dem gegenwärtigen "totalen Krieg" um die Deutungshoheit - ein lächerliches Wort für Manipulationsfreiheit.

Viel interessanter ist also die Frage: Wie kann dieser Stoß umgelenkt werden? Das Positive daran ist (ich weiß, es fällt schwer daran etwas Positives zu finden, wenn jemand so sehr zu Unrecht diffamiert wird), Martin Sellner bekommt auf einmal eine riesige Publicity. Sie ist zwar negativ vergiftet, aber sie ist real. Er wird vom Fernsehen geladen und ist Thema der Leitartikel vieler Zeitungen. Im Fernsehen (Studiogespräch bei Factum) hat er sich wacker geschlagen und gegen diese linke Hexenbefragung gepunktet. (Und ich glaube auch aus Sicht des neutralen bis leicht links angehauchten Betrachters.) Und so verschiebt sich das gesamte Spektrum wieder etwas in Richtung Normalität und Wahrheit. Wichtig ist, dass es jetzt schnell gelingt, aufzuklären. Dann ist der Beton noch nicht ausgehärtet und wird zum Morast und schlussendlich Klotz am Bein für diejenigen, die den Beton ausgekippt haben.

Diese Episode zeigt uns außerdem wo die Cuckservatives in der FPÖ sind, sie demaskieren sich gerade selbst. Es zeigt sich, dass auch in der FPÖ (und wahrscheinlich auch in der AfD) längst nicht alles in Ordnung ist. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber dieses Mal hat der Gegner einen Riesenfehler gemacht, den Martin Sellner für sich nutzen kann.

Martin Sellner hat sich nichts zu Schulden kommen lassen (davon bin ich zumindest überzeugt) und das muss zu seinem Schild werden. So kann es gelingen, dass diese Aktion nach hinten losgeht! (Was ich HC Strache und S. Kurz, diesen falschen Schlangen ganz besonders gönnen würde.) Sehen Sie es als Chance, dass alle Patrioten zusammenrücken und aktiver werden.

Fazit: Der Artikel ist zu defätistisch. Sehen Sie die guten Chancen; die uns die Gegner aus dem Mainstream in die Hände legten. Viele Grüße vom Niederrhein

Ergon
28. März 2019 18:15

Auch wenn ein Terrorakt wie der in Neuseeland ein besonderes öffentliches Informationsinteresse rechtfertigt, eine persönliche Identifizierung ist nur ausnahmsweise und eher nicht im Fall des bloßen Kontakts zum (mutmaßlichen) Attentäter zulässig. Soweit meine (oberflächliche) Recherche reicht, war es Martin Sellner selbst, der am 26.3.2019 auf Youtube die Angelegenheit samt der Hausdurchsuchung in die Öffentlichkeit trug. Die Aussagen von Kurz/Strache zum möglichen Verbot der IBÖ und das erwartbare, bislang aber weitgehend auf Österreich beschränkte mediale Empörungsritual erfolgten erst einen Tag später, möglicherweise als Reaktion auf Sellners Selbstidentifizierung. Ist es Vorwärtsverteidigung oder nur Teil einer besonders kreativen Medienstrategie?

nom de guerre
28. März 2019 18:52

@ Der Gehenkte
"Man könnte etwa überlegen, ob der Begriff der „ethnischen Substitution“, den Camus einmal verwendete, nicht tragfähiger sei."

Wenn sich etwas ändern soll, wird man irgendwann nicht mehr umhinkommen, die breite Masse anzusprechen. Ich glaube nicht, dass sich dies mit Begriffen bewerkstelligen lässt, die der Durchschnittsbürger erst nachschlagen muss, um zu verstehen, was gemeint ist. Außerdem kann im Grunde jedes Schlagwort für etwas verwendet werden, das derjenige, der den Begriff geprägt hat, nicht gemeint bzw. nicht gewollt hat. Auch Simplizisten können mit Wörterbüchern umgehen, von daher sehe ich nicht, was einen potentiellen Nachahmer von Tarrant daran hindern sollte, sich den Begriff der ethnischen Substitution nach seinen Wünschen zurechtzubiegen und in einem Terroranschlagsmanifest zu verwenden.

Gelddrucker
28. März 2019 20:29

Ich muss sagen, der "Große Austausch" hat mir nie gefallen als Titel. Das klingt zu sehr nach groß angelegtem Plan irgendeines Umvolkungskomittees, das auf der Bilderberg-Konferenz tagt - oder so.

Wenn ich argumentiere, sage ich immer "Volkstausch" oder etwas simples, denn die Sache ist auch simpel. Katastrophal aber simpel, und klar durch Zahlen zu belegen. Das kommt finde ich besser an als dieser theatralische Begriff.

Noch zur FPÖ: Kurz ist ein Wendehals. Strache allerdings - nicht sicher. Wenn er sich jetzt zur IB bekennt, da wo die Öffentlichkeit noch nicht soweit ist, der Austausch sich noch auf Stadtviertel beschränkt und in der öffentlichen Wahrnehmung noch Verschwörungstheorie ist, würde er sich wohl sinnloserweise zur Zielscheibe machen. Kann sein dass da taktisches Kalkül dahintersteht, so hoffe ich mal. Sobald wir das Austausch = Verschwörung-Narrativ erfolgreich bekämpft und beendet haben, und das werden wir, denn es ist nur allzu offensichtlich, halte ich es für möglich, dass sich einige Patrioten mehr zur IB bekennen, die das vorher aus taktischem Kalkül nicht getan haben.

LotNemez
28. März 2019 20:52

So viele Molltöne, die man in letzter Zeit über den Szene-Buchfunk empfängt. Ein Gespenst geht um am rechten Rand Deutschlands, das nennt sich Burnout. Es nährt sich von der Zwietracht zwischen den Lagern und im eigenen Lager und kann jedem erscheinen, dem Niederträchtigen wie dem Rechtschaffenden. Also gut, meist erscheint es dem Rechtschaffenden. Unsere Zeit ist jedenfalls ganz nach seinem Geschmack. Die Rate psychischer Erkrankungen steigt gerade bei älteren (sprich: erwachsenen) weißen Männern. Ein Zufall? Wo gerade diese, oft Säulen der Gesellschaft , auf mannigfaltige Art in Bedrängnis geraten?

Ich lese Resignation aus den Zeilen K.'s. Das wäre nicht weiter tragisch, lässt sich als Innehalten und Selbstbewusstwerdung lesen. Ich möchte sicherheitshalber zur Umsicht mit sich selbst raten. Bevor sich jemand vollständig aufreibt an diesen Zeiten , trete er lieber etwas kürzer, um der Sache im Ganzen erhalten zu bleiben. Niemand ist ja unersetzlich in der Netzwerkgesellschaft. Außerdem gibt es immer einen, der sich um das Lagerfeuer kümmert, weil es auf wundersame Weise alle interessiert.

Die Unerbittlichkeit, mit der von Links nun der Konnex zwischen Christchurch und der NR gezogen wird, wundert hier aber niemanden ernsthaft, nicht wahr? Wenn sich uns diese Möglichkeit der Zementierung bieten würde, würden wir nicht in Versuchung geraten, unsere Ehrenhaftigkeit mal eben kurz zu vergessen? Den bisher so gesprächsbereiten und wohlmeinenden Journalisten scheint es so zu gehen. Wer die Chance nicht beim Schopfe packt, wird seinem Schicksal nicht gerecht. So denken wir, so denken die Anderen. Das sollte uns denn auch nicht wundern.

Chancen gab es auf beiden Seiten viele, aber uns fehlt seit langem das begünstigende Milieu, um sie zu verwandeln. Hat man nicht Dutschke und der Studentenbewegung die RAF vorgeworfen? In den 70ern stand das window of opportunity dafür noch offen, war das politische Klima ein anderes. Aber dann hieß es „mehr Demokratie wagen“ und die sich bietende Chance zur Vernichtung der Opposition wurde nicht genutzt. Das schien damals richtig, vor dem Hintergrund der historischen Erfahrungen. Und es befriedete ja auch die Lage, nahm der Linken den Wind aus den Segeln. Man begann, linke Politik zu machen, ohne wirklich links im modernen Sinne zu sein. Aber das bereitete den Weg für heutige Zustände. Und heute? Hat G20 in Hamburg zur ernsthaften Kritik an den unterstützenden Parteien geführt? Nein. In diese Richtung funktioniert das in Westeuropa nicht mehr. Die Medien haben die öffentliche Meinung schon zu sehr im Griff. Aber anders herum hat die BRD-Intelligenzia Darwin, Nietzsche, Wagner die Rassenlehre und selbst Auschwitz angehängt. Früher wollte man mehr, heute weniger Demokratie wagen. Falls es nun die IB treffen sollte - das wäre mehr als ärgerlich. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber es ist leider so, dass es diese 'Verdammung mit Bausch und Bogen' immer gegeben hat. Ob aus wahrer Entrüstung oder aus taktischen Überlegungen heraus, ist dabei am Ende egal. Eine Chance hat man zu ergreifen und gut.

Wobei es in letzter Zeit hier und da Hoffnung auf Aufhellung gab. Dann dachte man, jetzt wird’s. Jetzt geht es Schlag um Schlag. Aber dann wiederum ermahnt uns die Theorie, geduldig zu sein: ein anderer Geist muss sich erst durch die kulturelle Sphäre hindurcharbeiten bevor er im Politischen Wirkmacht entfaltet. Solche Dinge dauerten, Blick zurück, oft viele Jahrzehnte. Theodor Herzl hat die Gründung Israels nicht erlebt. Der Zionismus benötigte ca. 50 Jahre für seine Umsetzung, trotz guter Kontakte der Protagonisten in Politik und Wirtschaft und unter Hilfestellung einer historischen Singularität. Anfangs galt Herzl als Spinner, Utopist. Nun ja.. und heute prangt mitten im islamischen Orient ein stockkonservativer Judenstaat.

Stellt man Herzls Idee eines heiligen Reich etwa der des geheimen Reiches Georges gegenüber, war die des einen eine konkrete, die des anderen aber immer eine geistige. Ich habe hier einige Male gefordert, die Dinge zu Ende zu denken, zu konkretisieren. Das sehe ich mittlerweile anders. Die Sezession ist wohl doch eher geistiger Gralshüter und Arche konservativen Wissens. Sie macht sich schlecht als Anzeiger für die Programmatik politischer Akteure. Dem konservativen Geist eine Heimstatt zu erhalten, in guten wie in schlechten Zeiten, das muss ihre Aufgabe sein. Folgerichtig hat sich K. von der politischen Bühne zurückgezogen. Das ganze braucht doch einen längeren Atem, als wir dachten. Osterglocken blühen auch nicht im Januar. Das globale Klima kann man kaum beeinflussen, aber der nächste Frühling kam bisher noch immer.

K. hat leider recht: es ist schon ein Krieg ohne Regeln, der sich um die Meinungshoheit entfacht. Jedenfalls wird er von unseren Gegnern wie ein solcher geführt. Aber ob es sinnvoll ist, sich in unserer Lage den Konflikt auch als Krieg zu denken? Ich meine nach wie vor: Ein kluger Landmann sollte nicht den Fehdehandschuh eines Kriegsknechts aufzunehmen. Das wäre sinnlose Vergeudung von Geist oder Leben, je nachdem. Man muss andere Wege beschreiten, als den zur direkten Konfrontation, bei der der Gegner die Wahl der Waffen bestimmt.

Hier sehe ich das Besondere in der Verfasstheit Sellners. Er weigert sich schlicht, dem Konflikt die endzeitliche Dramatik zuzugestehen, die dieser einfordert. Er leistet sich diese Ambivalenz: zu reden und zu handeln, als ginge es um das Alles oder Nichts des letzten Gefechtes, dabei aber zu denken, dass das Ganze doch ein ganz hübsches Gesellschaftsspiel sei, gut geeignet, um ihm im Leben die Zeit zu vertreiben. Das sage ich mit großem Respekt vor dieser Geisteshaltung. Sie verleiht ihm, so meine ich, die nötige Leichtigkeit und lässt ihn die Last der Verantwortung besser schultern. Sie hilft, die Agilität im Feld zu erhalten.

Wenn einem linken „Mitspieler“ eine kreative Aktion gegen ihn gelingt, spricht Martin Sellner dazu gern „well played“. Das sagt doch viel über seine Einstellung, nicht? Ich kenne ihn nicht persönlich, aber er erscheint mir als ein homo ludens, jemand, der dem Spiel des Lebens mit Ernsthaftigkeit, dem Ernst des Lebens spielerisch begegnet. Das Original kann man natürlich nicht kopieren... aber vielleicht doch diese Einstellung einmal ausprobieren: Wenn alles zugrunde gehen sollte, an mir soll es nicht liegen, ich habe meinen Teil dennoch getan. Ich sehe das als ein konservatives amor fati, also nicht in dem originären Sinne, das zu stoßen, was schon im Fallen begriffen ist, sondern eben das festzuhalten, was zum Bleiben bestimmt ist. Wenn etwas doch fällt, nun, wir sind keine Götter, kennen das Schicksal nicht. Uns bleibt nur, alles zum Bleiben und Wiederkommen Bestimmte zu wollen.

„Aber es muss doch gehen! Wir haben doch schon so viel erreicht! Warum geht es nun nicht weiter?“ Die NR wirkt manchmal holzig-versteift. Und wer könnte es ihr verdenken, da sie sich auf den Schutz von Leben versteift, von Menschen, die aus unserer Mitte gerissen werden, wöchentlich, täglich, für deren Schutz der Staat nicht einstehen will und wir nicht einstehen dürfen. Es geht um die vernünftige Chance auf eine sinngebende Zukunft für die, die von unserem Schlage sind. Das ist gütig und recht.

Aber verholzen sollten wir bei alldem nicht, sondern sollten uns an Lebendigem und Schönem erfreuen, oder, ich darf es so sagen: an das Lebendige und Schöne glauben. Wann immer Unschönes unseren Blick zu bannen droht, muss man diesen auch einmal auf das Gegenteil richten. Das ist kein Verrat an der Sache sondern erwachsene Selbstsorge.

Denen unter uns, die es können, mag ihr Glaube helfen: Bei mir ist es zunehmend so: Auf Erden das Beste wollen und geben, wohl ahnend, dass die Würfel längst gefallen sind. Unser Schicksal mag vorherbestimmt sein, doch das entbindet uns nicht vom Handeln. Oft ist es uns, als könnten wir das Kommende bereits am Horizont erahnen. Meine Großmutter pflegte aber zu sagen: Erstens kommt es anders, und Zweitens als man denkt. Und sie hat oft recht behalten, so ungefähr fifty fifty würde sich sagen. Und auch die Menschheitsgeschichte hat schon so einige Haken geschlagen, die den Protagonisten kalt erwischen und erst im Nachhinein erklärbar werden. Einen durfte ich 1989 selbst erleben.

Unbeirrtes Handeln trotz böser Vorahnungen - das ist das metaphysische Nadelöhr, durch das man muss.

Simplicius Teutsch
28. März 2019 20:56

Doch noch ein Wort: Wie können hier manche das, was gegen Martin Sellner, die IB und ihre Sympathisanten vom linken Mainstream in Gang gesetzt wird, in seiner Wucht und Gefährlichkeit entweder herunterspielen oder Sellner und Kubitschek gar zur Offensive auffordern. - Standhalten! Das ist sehr viel gegen diese brutale Übermacht der veröffentlichten Meinung und dem zivilgesellschaftlichen und staatlichen Repressionsapparat. Die rechte Wagenburg halten und sichern.

Kaum hatte ich heute nach Feierabend kurz vor halb acht den Fernseher eingeschaltet, schon höre und sehe ich zufällig beim Zappen, auf 3Sat in „kulturzeit“, eine massive, primitive Hetze gegen Steve Bannon, in dem Sinne, dass Steve Bannon nicht anders, denn als ein primitiver, gemeingefährlicher rechter Hetzer bezeichnet wird.

Und weiter geht es übergangslos gegen Martin Sellner, der von dem Christchurch-Attentäter 1.500 Euro für „seine ultrarechte Organisation erhalten“ hat. „Nach dem Offenbaren dieser Verbindung“ wird mitgeteilt, dass Sellner auch vernetzt ist mit Götz Kubitschek.

Gegen „die Identitären, die mit Hass und Hetze um Aufmerksamkeit buhlen“, klärt der zugeschaltete Rechtsextremismusexperte und Politikwissenschaftler, Florian Hartlieb, das Publikum auf. Auf die konkrete Frage der Moderatorin verneint er zwar, dass die IB eine „terroristische Vereinigung“ ist - ich bin kurzfristig richtig überrascht -, aber er schiebt sofort nach, sie sei eine „kriminelle Vereinigung“, weil sie „geistige Brandstiftung“ betreibe.

Es fehlt nicht der Hinweis an die Zuschauer, dass die Identitären wegen des Zusammenhangs mit dem rechtsradikalen Attentäter der Anschläge im neuseeländischen Christchurch mit 50 Toten auch im österreichischen Nationalrat heute Diskussionsthema waren. Ein Ausschnitt einer Pressekonferenz dazu mit Kanzler Kurz wird bedeutungsvoll eingeblendet.

Im Übrigen warten die Linken nur darauf, dass sie irgendwelche offensiven, widerständigen Äußerungen der Rechten als Aufruf zur Gewalt deuten, anklagen und kriminalisieren können.

Nemo Obligatur
28. März 2019 21:49

Alles o.k. Und wie können wir Martin Sellner nun unterstützen?

Franz Bettinger
28. März 2019 22:14

@Urou: Danke für Ihren wertvollen Kommentar zum Umleiten eines übertrieben ausgeführten feindlichen Vorstoßes, ihren schönen Vergleich vom Fechter. Sie motivieren mich / uns damit. Nie aufgeben, immer wieder dagegenhalten, dagegen argumentieren, widerlegen! Nur so geht's. Jeder auf seinem Posten! Etwas anderes bleibt uns letzten Mohikanern ohnehin nicht. Man sieht sich! (Im Jenseits?) - Die Publicity, die Martin Sellner nun erstmals in der MSM-Presse bekommt, könnte in der Tat für unsere Seite produktiv sein. Ja, der Beton könnte zum Betonkrebs und Klotz am Bein der herrschenden Verbrecher werden. Ihre Worte, Urou, hellen meine Stimmung enorm auf.

silberzunge
28. März 2019 22:14

Die Situation ist, wie sie ist. MS wird weitermachen, jeder einzelne sollte dasselbe tun.

Der Gehenkte
28. März 2019 22:43

@ nom de guerre

Sie haben in zwei Punkten recht: Terroristen und Spinner lassen sich durch ein wenig Begriffskosmetik kaum abhalten und der Begriff der „ethnischen Substitution“ ist nicht der Weisheit letzter Schluß. Er wurde hier auch nur beispielhaft erwähnt, weil er aus der gleichen Quelle stammt, aus der auch die IB schöpft.

Aber Sie irren leider im Hauptargument und zwar fundamental – und sie widersprechen sich selbst auf nur 5 cm. Denn wie wollen Sie „die breite Masse ansprechen“, wenn nicht durch Begriffe?

Begriffe sind das A und das O und sie entscheiden über Sieg oder Niederlage, über die Hegemonie. Es zieht sich leider immer wieder ein gewisser Zug an Intelligenzfeindlichkeit durch (just!) diese Diskussionsstränge, vermutlich weil man nicht versteht, daß erst das Denken kommt und viel später das Handeln.

Mehr noch: Philosophie ist im Grunde nichts anderes als Begriffsfindung und Begriffsprägung und Metapolitik – unter der alles auf dieser Seite läuft – als Form der Politischen Philosophie macht davon keine Ausnahme. Es kömmt darauf an, die richtigen Begriffe zu finden.

Diese müssen sich durch mindestens drei Charakteristika auszeichnen: Sie müssen erstens – das Wichtigste – die Realität so weit wie möglich erfassen; sie müssen zweitens „zünden“, also faßbar sein und motivierend, handlunsgsleitend sein und sie müssen, drittens, „sauber“ sein um Fehl- und Mißinterpretationen so lang wie möglich auszuschließen.

Aber selbst wenn sie all das sind, können sie historisch ermüden, z.B. wenn sie zu häufig verwendet werden, also zur Spielmarke werden oder wenn konkrete historische Ereignisse sie kontaminieren. Und Tarrant hat den Begriff des „Großen Austausches“ kontaminiert.

Aber schon zuvor trug er intrinsische Probleme mit sich – darauf weist der verlinkte Text hin.

Der „große Austausch“ ist sicher faßbar und motivierend – zumindest für einige – aber es mangelt ihm an Realitätsbeschreibung und er ist offen für Mißbrauch. Der Beweis liegt auf der Straße: Fragen Sie mal den „einfachen Mann“ nach diesem Begriff – ich bin fest davon überzeugt, daß der Großteil der Menschen Aversionen gegen die Kategorie hat, weil man ihn mit Ereignissen verbindet, die er eigentlich nicht enthält und das zeigt nur, daß das Trommelfeuer der Medien sehr erfolgreich war. Hier hat der Gegner die Hegemonie errungen.

Begriffsschöpfungen sind ein wenig wie Startups: tausende versuchen es, aber nur die wenigsten werden Millionäre und sehr oft kann man nicht einmal sagen, warum das so ist. Man sollte aber doch zumindest die Nieten erkennen und nicht mehr auf sie hoffen. Warum Darwin und nicht Alfred Russel Wallace etc.?

Ob die "breite Masse" die Begriffe erst nachschlagen muß, spielt in der Regel keine Rolle, weil das Ringen um diese jenseits der Masse stattfindet. Sie bekommt dann meist ein populäres Surrogat und gibt sich damit zufrieden. Nichtsdestotrotz hat ein Begriff, der beide Bedürfnisse befriedigt, Überlebensvorteile.

„Theorie wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift“ – hat einer gesagt, er mit den wirkmächtigsten Kategorien experimentierte und sie später auch fand … nach einigen Korrekturen.

Lotta Vorbeck
29. März 2019 00:10

@Nemo Obligatur - 28. März 2019 - 09:49 PM
Alles o.k. Und wie können wir Martin Sellner nun unterstützen?

***************************

Hier können Sie Martin Sellner unterstützen:

https://martin-sellner.at/unterstuetzen-2/

Lotta Vorbeck
29. März 2019 00:17

@Gelddrucker - 28. März 2019 - 08:29 PM

"... Noch zur FPÖ: Kurz ist ein Wendehals. Strache allerdings - nicht sicher. ..."

************************************

Ist Heinz-Christian Strache nicht mit dem Herrn Strache identisch, der seinerzeit gegen Jörg Haider intrigierte und letztendlich für die Spaltung der FPÖ sorgte?

Lotta Vorbeck
29. März 2019 00:27

Zunächst gibt man sich siegesgewiß-triumphierend sieht sich aber genötigt nebenbei einzuräumen "Auflösen [der IB] wird schwer"

DIE ZEIT ONLINE
28. März 2019, 13:01 Uhr
900 Kommentare

Warum die Identitären am Ende sind

Der Christchurch-Attentäter hat an den Chefidentitären Martin Sellner gespendet. Die Strategie der Bewegung ist gescheitert, es gibt keinen harmlosen Rechtsextremismus.

Für eine Gruppierung, die Zeit ihrer Existenz von Aufmerksamkeit und Skandalen lebte, hat es etwas Ironisches: Die rechtsextreme Gruppierung Identitäre Bewegung aus Österreich steht wieder im Rampenlicht. Dieses Mal aber ist es ein Problem für sie, womöglich ein existenzielles.

Denn nach Angaben des Leiters der Identitären, Martin Sellner, hat der Attentäter von Christchurch, der am 15. März in der neuseeländischen Stadt 50 Muslime in einem rassistisch motivierten Terroranschlag ermordete, Sellner im vergangenen Jahr 1.500 Euro gespendet.

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz reagierte schnell: "Jede Verbindung zwischen dem Attentäter von Christchurch zu Mitgliedern der Identitären in Österreich" müsse "restlos und schonungslos aufgeklärt werden", erklärte er.

Auflösen wird schwer

Nach allem, was man zum jetzigen Zeitpunkt wissen kann, dürfte der erhobene Vorwurf der "Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung" allein durch die Spende kaum zu belegen sein – und eine Auflösung der sogenannten Identitären Bewegung durch den österreichischen Staat ist juristisch wackelig. Auch ist noch unklar, ob der Attentäter, als er sich vor einiger Zeit in Österreich aufhielt, in Kontakt mit Sellner und seinen Leuten trat.

Das Problem ist aber nicht das Geld. Und auch nicht, wer wem die Hände geschüttelt hat.

Weiterlesen: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-03/identitaere-bewegung-rechtsextremismus-martin-sellner-christchurch-attentat/komplettansicht

Der_Juergen
29. März 2019 01:00

Der eindrückliche Artikel von Kubitschek gab Anstoss zu vielen höchst niveauvollen Kommentaren; besonders danken möchte ich den Foristen @Urou und @LotNemez, die beide sehr Wichtiges sagen.

Letzteren möchte ich allerdings darauf hinweisen, dass der Vergleich mit dem Zionismus, der nach dem Basler Kongress von 1897 für die Verwirklichung seines Ziels ein halbes Jahrhundert benötigte, in die Irre führt. Erstens besassen die Zionisten, wie Sie ja selbst einräumen, enorm mächtige Verbündete, und zweitens hatten sie die nötige Zeit. Die deutschen und sonstigen europäischen Patrioten, deren Völker in ihrer Existenz gefährdet sind, haben keine fünf Jahrzehnte mehr, sondern vielleicht noch eines, bis der demographische Zug abgefahren ist; verstreicht dieses Jahrzehnt ungenutzt, so kann es wohl nur noch um die Eroberung von Reduits gehen.

In Deutschland (ausser der Ex-DDR) sowie in Österreich ist die grosse Mehrheit der Bevölkerung gegen Menschen wie Sellner und gegen seine IB, weil sie gehirngewaschen ist und selbst die primitivste Lügenpropaganda des Gesindels schluckt. Hilfe von aussen ist nicht zu erwarten (von wem denn? von Trump etwa? Der hat genug Scherereien im eigenen Land und wird vermutlich auch nicht mehr besonders lange Präsident bleiben).

Äusserlich gesehen ist die Lage also prekär. Ich gehöre aber zu den verhaltenen Optimisten, weil ich weiss, dass die Göttin der Geschichte Überraschungen liebt, und ich bewundere Sellner ob seiner Abgeklärtheit und Gelassenheit. Sie, @LotNemez, liefern eine vortreffliche Charakterisierung dieses aussergewöhnlichen jungen Mannes.

Lotta Vorbeck
29. März 2019 05:56

Martin Sellner: "Ich kann meine Verlobte nicht mehr besuchen - Rechtsstaat?"

https://youtu.be/zFFiPKn_yUs

veröffentlicht am 28.03.2019

Tobinambur
29. März 2019 06:59

Strache und Kurz (u.v.a.) springen über das Stöckchen, das Tarrant ihnen hinhält. Die Saat des Akzelerationisten aus der Antipodenwelt scheint aufzugehen. Das wäre ein Präzedenzfall und wird Nachahmer schaffen. Nichts ist ansteckender und evolutionär erfolgreicher als Erfolg. Man sollte Strache und Kurz wegen Anstiftung zum Terrorismus belangen.

Franz Bettinger
29. März 2019 07:18

@Urou: Danke für Ihren schönen Vergleich vom Fechter, der einen übertrieben ausgeführten feindlichen Vorstoß umleitet und zu seiem Vorteil nutzt. Sie motivieren mich (uns?) damit. Nie aufgeben, immer wieder dagegenhalten, dagegen argumentieren, widerlegen, nur so geht's. Jeder auf seinem Posten! Etwas anderes bleibt uns letzten Mohikanern ohnehin nicht. Man sieht sich! (Im Jenseits?) Die Publicity, die Martin Sellner nun erstmals in der MSM- Presse bekommt, könnte in der Tat produktiv sein für unsere Seite. Der Beton könnte zum Betonkrebs und Klotz am Bein der herrschenden Verbrecher werden. Ihre Worte, Urou, hellen meine Stimmung enorm auf.

@Gelddrucker und alle, die es immer noch nicht WISSEN: Replacement Migration = Remplacement = Austausch oder Ersatz (der autochthonen Bevölkerung) durch Migranten. Das ist die wörtliche Übersetzung von UN + EU-Papieren. Diese Begriffe entstammen nicht rechten Hirnen und sind keine Verschwörungstheorie. Es sind exakt die Begriffe, die die UNO und die EU benutzen und dies offiziell (!) bereits seit 2001. Wenn das nicht einmal auf SiN zum Allgemein-wissen gehört, dann Gute Nacht. Diese Keckheit, diesen Fehler, unverblümt auszusprechen, was beabsichtigt ist, müssten wir deep state immer wieder aufs Brot schmieren. Aber wir tun es nicht. In der AfD hat es, soweit mir bekannt, lediglich ein einziger Abgeordneter in einer einzigen Rede klar ausgesprochen. Es war der Saarländer Dr. Christian Wirth (Jurist). Die ganze Linke, von PDS bis CSU, hat ihm nicht einmal widersprochen. Diese nackten Könige und Köiginnen des Grauens fühlen sich offenbar wohl in ihrer Nacktheit. Wer will es ihnen verdenken bei einem geistig so auf den Hund gekommenen Volk!

Quelle: Die beweisenden Dokumente wurden inzwischen von der UN und EU entfernt. Vielleicht kann jemand doch noch einen Link finden (vielleicht der hierin genial begabte Lotta Vorbeck?). Hier ein Screenshot:
Replacement Migration:
United Nations projections indicate that over the next 50 years, the populations of virtually all countries of Europe ... will face population decline and population ageing. The new challenges of declining and ageing populations will require comprehensive reassessments of many established policies and programmes, including those relating to international migration.
Focusing on these two striking and critical population trends, the report considers replacement migration for eight low-fertility countries (France, Germany, Italy, Japan, Republic of Korea, Russian Federation, United Kingdom and United States) and two regions (Europe and the European Union). Replacement migration refers to the international migration that a country would need to offset population decline and population ageing resulting from low fertility and mortality rates. …

qvc1753
29. März 2019 07:28

Für seine Bewunderer kann man nichts, allerdings frage ich mich ernsthaft, wie man konfrontativ ohne negative Emotionen sein will. Separation, Widerstand und Gewaltlosigkeit setzen moralische Werte voraus, die so unwiderstehlich sind, daß ihre Bekämpfung als Unrecht erscheint. Der Widerstand gegen die britische Kolonialherren durch Gandhi war z.B. öffentlich kaum zu diskreditieren. Er galt und gilt als moralisch vorbildlich.
Nun möge man prüfen, inwieweit ein Attentäter aus Neuseeland in der Lage ist, sich in ein Narrativ der Gewaltlosigkeit einzupassen. Ist dies die linke Journaille die dies tut, oder wirken da auch die Gewaltfantasien mit, die z.B. sich auf einigen Pegidademos finden lassen („absaufen, absaufen“). Anders gesagt: Was an der Kommunikation der Identitären ermöglicht es, das ein rassistischer Mörder als jemand erscheint, der sich auch auf diese politische Bewegung berufen kann. Liegt das ggf. am gemeinsamen Ziel oder doch an der Medienwelt, die Zusammenhänge herstellt?

Gelddrucker
29. März 2019 09:13

@Franz Bettinger
Ich kenne die Dokumente und ich sage es Ihnen noch einmal:
Das sind keine Handlungsanweisungen, sondern da werden mögliche Szenarien vorgestellt ("considers...")
Es gibt soweit ich weiß keine Passage wo dazu aufgefordert wird, das so in die Tat umzusetzen. Und wenn wir das fehlinterpretieren, kann es zurecht so ausgelegt werden, wir würden an einen Umvolkungsplan glauben. Vorsicht also.

quarz
29. März 2019 09:20

@qvc1753

"Was an der Kommunikation der Identitären ermöglicht es, dass ein rassistischer Mörder als jemand erscheint, der sich auch auf diese politische Bewegung berufen kann?"

Es genügt, Identitäre und Attentat oft genug in einem Atemzug zu nennen. Der Rest ist Pawlow.

heinrichbrueck
29. März 2019 09:32

"Und der Totalitarismus ist leider ein Kind mit deutschen Wurzeln."

Wer in diese Falle geht, wird am Ende verlieren.

Marcus Kerkhoff
29. März 2019 09:36

Sellner ist Opfer eines korrumpierten Staatswesens.

Sebastian Kurz: "Unsre Position ist hier ganz klar: Egal welche Art von Extremismus, ob das jetzt radikale Islamisten oder rechtsextreme Fanatiker sind, sowas darf keinen Platz in unserem Land und in unserer Gesellschaft haben. Dieses Gedankengut, egal von wem es ausgeht oder verbreitet wird, ist eine Gefahr und eine Bedrohung für unsere freie und liberale Gesellschaft und wir werden daher auch mit voller Härte des Gesetzes gegen dieses Gedankengut vorgehen. Es braucht aus unsrer Sicht ein schnelles Ausforschen dieser Netzwerke, ein Sicherstellen oder ein Feststellen ob es hier Machenschaften im Hintergrund auf österreicheischem Staasgebiet gegeben hat und die Betrafung aller, die sich etwas zu schulden kommen haben lassen, darüberhinaus natürlich auch die Prüfung ob eine Auflösung der Identitären hier möglich ist.
(..) Darüberhinaus, wir haben vor einigen Wochen ja angekündigt, daß wir eine Anti-Extremismus-Stelle in Österrreich schaffen wollen, bestärkt uns dieser Verdacht natürlich darin dieses Vorhaben schnell voranzutreiben. Die Anti-Extremismus-Stelle, die wir schaffen wollen, soll Rechtsstaatlichkeit, Demokratie schützen, einen Beitrag zu guter Präventionsarbeit in Österreich leisten und die Möglichkeit bieten noch besser gegen gefährliches Gedankengut wie Antisemitismus, rechtsextreme Phantasien oder den politischen Islam ankämpfen zu können. In unserer Gesellschaft, in unserem wunderschönen Österreich darf es keine Toleranz für gefährliche Ideologien geben ganz gleich aus welcher Ecke sie kommen."

Sebastian Kurz erscheint als der klassische CDU/CSU-Konservative im Stile von Seehofer, Söder, Bosbach. Kurzs Wortwahl bedient sich allbekannter Denk-Schablonen, welche die entsprechenden konformen Reaktionen bei den Zuhörern hervorrufen. Daß Kurz Sellner DENUNZIERT - in ruhigem Ton, auf fast freundliche Weise und als angeblicher Vertreter des Rechtsstaates - dürfte den meisten entgehen.

Eine normale Reaktion nicht gleichgeschalteten Volkes wäre: "Moment mal, sehr verehrte Staatsmacht, laß mal den Sellner in Ruhe, der tritt doch für unsere Rechte ein!

Kurz versus Sellner erscheint wie Schulsprecher gegen Philosoph. Diesen Status versucht der Apparat Sellner streitig zu machen indem er ihn als Rechtsextremisten denunziert. Als Staatsmann stellte sich Kurz vor die Identitären, welche ihren Willen zum friedlichen Widerstand mehr als ausreichend bekundet haben.

Flächendeckende Unterordnung unter die multikultur-totalitaristische Ideologie funktioniert. Die ZEIT über die Identitären:

"Das Problem ist aber nicht das Geld. Und auch nicht, wer wem die Hände geschüttelt hat. Das Problem ist, dass es den Identitären schwerfallen dürfte zu erklären, an welchen Punkten sich ihre rassistischen Verschwörungstheorien von denen unterscheiden, die den Attentäter von Christchurch zu seiner Tat trieben. Der nämlich hatte in einem Schreiben zu seinem Terroranschlag ganz explizit auf die Identitären und ihre Ideologie verwiesen. Eben dieses neue Licht auf die politischen Gemeinsamkeiten zwischen den Terroristen und den Aktivisten und Aktivistinnen dürfte für die Identitären das Ende ihrer bisher erfolgreichen Strategie markieren.
Die Identitären, muss man wissen, waren der Versuch ehemaliger Neonazis und anderer Rechtsextremer, sich ausreichend weit von Hitler, der Schoah und dem Nationalsozialismus einerseits und den prügelnden und mordenden Naziskinheads der Neunzigerjahre andererseits zu distanzieren. Sie lasen sich weit genug in die Theorien von zivilem Ungehorsam und außerparlamentarischer Opposition ein, um gerade noch so als rechtsextreme Intellektuelle durchzugehen. Rechtsextrem genug für die Mitglieder, bürgerlich genug für die Spender und klammheimlichen Unterstützer.
Die Identitären waren damit der praktische Versuch, die "Assoziationskette rechts – rechtsradikal – Nazi – Auschwitz" zu durchbrechen, die Dieter Stein, der Herausgeber der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit, als das große strategische Dilemma aller rechten und rechtsextremen Gruppierungen in Deutschland und Österreich benannt hatte."

nom de guerre
29. März 2019 10:21

@ Der Gehenkte
"Denn wie wollen Sie „die breite Masse ansprechen“, wenn nicht durch Begriffe?
Begriffe sind das A und das O und sie entscheiden über Sieg oder Niederlage, über die Hegemonie."
Ja, eben! Und deshalb bringt es nichts, sich von einem Gegner (ob das nun in anderem Zusammenhang die politisch Korrekten sind oder wie hier ein Massenmörder, der versucht, einen Begriff zu kontaminieren) vor sich hertreiben und den eigenen Sprachgebrauch diktieren zu lassen.
Was den Mann auf der Straße angeht: Zumindest hier in Hessen gehe ich jede Wette ein, dass dieser in den meisten Fällen vom Großen Austausch noch nie gehört hat. Aber den Vorgang, der dahintersteht, kann er jedenfalls in den größeren Städten täglich sehen, allerdings fehlt ihm bisher das Problembewusstsein dafür. Dieses wiederum könnte man wecken (und müsste man auch, wenn etwas erreicht werden soll - schließlich haben wir nicht mehr soviel Zeit wie bspw. zwischen dem Tod des von Ihnen zitierten Karl Marx und der Oktoberrevolution vergangen ist), aber m.E. nur mit Begriffen, die sich ihm unmittelbar erschließen und die sich für ihn nicht nach akademischen Zirkeln anhören, mit denen er nichts anfangen kann. Für intelligenzfeindlich halte ich mich eigentlich nicht, aber wenn es im vorliegenden Kontext einer weiteren Theoriebildung bedarf, dann aus meiner Sicht gerade nicht (mehr) in Bezug auf Großer Austausch, Umvolkung, ethnische Substitution oder wie immer man diesen Vorgang bezeichnen möchte, da er, ich schrieb es weiter oben schon einmal, offenkundig gegeben ist. Vielmehr sollte es darum gehen, wie mit der Situation umzugehen ist, wie - neben anderen Punkten, die hier den Rahmen sprengen würden - etwa wieder ein Zusammenhalt im deutschen Volk (oder im weiteren Sinne unter den Europäern, falls das kein zu ambitioniertes Ziel sein sollte) hergestellt werden kann, der uns überhaupt erst wieder geistig wehrhaft machen würde, und wie unsere Gesellschaft nach einer evtl. Wende aussehen soll.

ratatoskr
29. März 2019 10:21

@Gelddrucker:

"Das sind keine Handlungsanweisungen, sondern da werden mögliche Szenarien vorgestellt ("considers...")"

Das machen die immer so, sind ja alles "nur Vorschläge", keine Anweisungen. Nein nein, wo denken Sie hin.

War doch nicht so gemeint, ist nur Satire.....

Denken Sie im Ersnt, die wissen nicht wie das zu formulieren ist? Das genau so formuliert wird, dass allfällige Einwände leicht abgetan werden können, mit dem Hinweis darauf, dass das ja alles nur Gedankenspiele sind und niemand, wirklich niemand daran denkt eine Mauer zu bauen? Alle Anderen sind dumme Paranoiker und Verschwörungstheoretiker mit Aluhut.

Kennen Sie den Begriff "Gewohnheitsrecht"?
Der Migrationspakt ist ja auch nicht "verbindlich", oder?
In der Schweiz wurde von namhaften Völkerrechtlern mehrfach darauf hingewiesen, dass das ganz schnell anders wird, sollte der Vertrag unterschrieben werden....
Dann werden diese "harmlosen, unverbindlichen Vorschläge" ganz schnell zu hartem, einklagbarem Recht.

Und noch etwas: An einen Umvolkungsplan muss man nicht "glauben" wie an den Weihnachtsmann.
Das solche Pläne existieren und auch umgesetzt werden ist offensichtlich schlicht Fakt.

Niekisch
29. März 2019 11:07

@ nom de guerre 29.3. 10:21: Zustimmung! Unsere Begriffe müssen den internationalistischen knallhart feindlich, dem Volk verständlich und Angriffslust ausdrückend gestaltet sein, also doch: Überfremdung, Verdrängung, uns irre machen, umerziehen, atomisieren, auflösen, Deutschland eine einzige Psychiatrie mit uns als Freigängern, Bonzen, Geldherrschaft, Melkkuh, Rückeroberung, deutschbewußt, revolutionär für eine deutsche Verfassung, Nationalversammlung fordern, Volksabstimmung, echte Demokratie, die wahren Deutschen, Mutterglück, Vaterschaft u.v.mehr. Winkelbegriffe und Distanzierungen helfen nicht weiter. Das erleben die Identitären gerade. Kommen wir in den Knast, ist es fast schon egal, da die meisten von uns eh schon in Rente sind, dann werden wenigstens Unterkunft und Verpflegung bezahlt.

heinrichbrueck
29. März 2019 12:18

@
Marcus Kerkhoff
Brenton Tarrant und Martin Sellner haben eine gemeinsame Hautfarbe. Der unüberbrückbare Graben zwischen beiden ist die Wahl des Mittels. Die Identitären lassen sich nicht auf das Niveau der "ZEIT" zurückfallen, welche moralisch, um diese negative Energie versprühen zu können, mächtig unter ihren vergifteten Vergleichsgegenstand sinken mußte. Solcherart Journalisten sind Verbrecher, nicht mit dem einfachen Volke zu vergleichen, gegen welches das Gift in Umlauf gebracht wurde. Die Volksspaltung soll aufrechterhalten bleiben, bis zum Zeitpunkt einer späterhin möglichen Versöhnung, an deren Abschluß ausreichend migrantive Gegnerschaft aufgebaut wurde.

deutscheridentitaerer
29. März 2019 12:25

Kann schon sein, dass der Begriff " Große Austausch" verbrannt ist. Nur frage ich mich, warum es dann bei der nächsten Begriffsschöpfung besser laufen sollte?

Andreas Walter
29. März 2019 13:06

@Franz Bettinger

Da ist es doch: https://www.un.org/en/development/desa/population/publications/ageing/replacement-migration.asp. Heisst sogar replacement migration. To replace heisst ersetzen, austauschen.

Und zwar rein aus finanziellen Erwägungen: "Zu den kritischen Fragen, die angegangen werden müssen, gehören: a) das geeignete Ruhestandsalter, b) Höhe und Art der Rentenund Krankenversicherungsleistungen für die ältere Generation, c) die Zahl der Erwerbstätigen, d) die Höhe der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur Deckung der Renten- und Krankenversicherungsleistungen für die wachsende Zahl älterer Menschen und e) Maßnahmen und Programme im Zusammenhang mit der internationalen Wanderung, insbesondere der Bestandserhaltungsmigration, und der Eingliederung einer großen Zahl neuer Einwanderer und ihrer Nachkommen."

Bestandserhaltung. Den Ausdruck kannte ich bisher nur aus der Tierhaltung.

Gelddrucker
29. März 2019 15:59

@ratatoskr
Schwierige Frage. Mit der gleiche Argumentationstaktik könnte man uns aber auch belangen, nämlich so etwas wie "Natürlich formulieren die alles gewaltfrei, doch in Wirklichkeit würden sie gerne alle Muslime in Ketten legen und außer Landes schaffen".
Ich bezweifle ja nicht, dass die bei der UN das wirklich so wollen, solange es jedoch keinen Beweis dafür gibt, können wir es nicht ins Feld führen. Da würde ich lieber andere aggressivere Umvolker vorschicken wie Timmermans und seine kranke "Diversity"-Rede. Da ist der Fall klar.
Sagt mir bitte nicht, dass es der UN darum gehe, die weiße Rasse zu vernichten, oder KalergiPlan oder ähnliches...

Padberg
29. März 2019 17:36

Guten Abend,

Wenn der "LINKE" Mainstream jede "RECHTE" demokratische Bewegung stigmatisiert und "gesellschaftlich" verdammt, liegt eine teilweise Radikalisierung in der Natur der Dinge.

Dies zu vermeiden ist doch gerade unser stärkstes Argument (gegen unsere "Gegner") und eine astreine Legitimation unseren Kampf mit friedlichen Mitteln weiterzuführen (und gerade nicht dies oder jenes "aufzugeben").

Jeder der unseren friedlichen Kampf gesellschaftlich ächten möchte dreht die Gewaltspirale nur weiter. Natürlich gibt es auf unserer Seite auch Gewaltpotential (wie auf jeder anderen Seite auch). Genau darum kann der "Grosse Austausch" nicht funktionieren - zumindest nicht annähernd friedlich. CC ist der Beweis falls ihn jemand suchen sollte. Und ja, "Nationalismus" ist (mit)schuldig. Nur eben dieser "Nationalismus" liegt in der Natur des Menschen, und je harscher die Verhältnisse, desto mehr nimmt er zu.

Wer uns bekämpfen und verbieten will schraubt an der Büchse der Pandora.

Wir halten den Deckel auf dem Topf! Wir sind der Beweis, dass man noch friedlich kämpfen kann!
SiN, AfD, IB schaffen nicht vordergründig neue "Rechte", sondern sind wegen dieser "Rechten" erst da.
Zerstören Sie uns - zerstören Sie das Druckventil!

Mit anderen Worten... "Das Dilema"

Der_Juergen
29. März 2019 18:30

@Gelddrucker

Ihre Faktenresistenz ist bemerkenswert. Das den Linken oft zu Recht vorgeworfene Tunneldenken findet sich leider auch bei manchen Leuten in unserem Lager.

A propos, eben erfahre ich, dass der Mörder von Christchurch neun Tage lang in Israel war. Dies wird von dort offiziell bestätigt. Er war dort zweifellos lediglich, um an den heiligen Stätten des Christentums zu beten... Oder ob er sich etwa mit Mitgliedern eines als äusserst schlagkräftig bekannten Geheimdienstes getroffen hat? Halt, das ist ja eine krude, paranoide Verschwörungstheorie. Ich muss wohl in mich gehen...

http://www.israelhayom.com/2019/03/18/suspected-new-zealand-mosque-gunman-visited-israel-in-2016/

Lotta Vorbeck
29. März 2019 20:27

@Andreas Walter - 29. März 2019 - 01:06 PM

"... Und zwar rein aus finanziellen Erwägungen: "Zu den kritischen Fragen, die angegangen werden müssen, gehören:

a) das geeignete Ruhestandsalter
b) Höhe und Art der Renten und Krankenversicherungsleistungen für die ältere Generation
c) die Zahl der Erwerbstätigen
d) die Höhe der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur Deckung der Renten- und Krankenversicherungsleistungen für die wachsende Zahl älterer Menschen
e) Maßnahmen und Programme im Zusammenhang mit der internationalen Wanderung, insbesondere der Bestandserhaltungsmigration, und der Eingliederung einer großen Zahl neuer Einwanderer und ihrer Nachkommen.

..."

*************************************************

Werter @Andreas Walter, der Herr Dr. Daniel Stelter behauptet von sich selbst - "... [natürlich] bin ich kein Rechter!" ... hat sich aber offenbar über genau diese von Ihnen aufgezählten Punkte bereits ausgiebig Gedanken gemacht, schauen Sie mal hier:

Dr. Daniel Stelter - Das Märchen vom reichen Land oder wie die Politik uns ruiniert

https://youtu.be/UkDbZQqyWs8

Der Begleittext zum Video:

am 17.03.2019 veröffentlicht

Das Märchen vom reichen Land oder wie die Politik uns ruiniert
Wir leben in Deutschland in der scheinbar besten aller Welten, doch schon bald werden wir feststellen, dass wir nicht das reiche Land sind. Ungedeckte Versprechen, unnötige Lasten, verfallende Infrastruktur – wenn wir weitermachen wie bisher, wird nicht nur unsere Wirtschaftskraft in den kommenden Jahren rapide sinken, sondern nachfolgende Generationen werden die finanziellen Lasten nicht stemmen können.

In seinem neuen Buch zeigt Daniel Stelter, einer der klarsten und profiliertesten Denker in Sachen Ökonomie: Wenn wir weitermachen wie bisher, wird nicht nur unsere Wirtschaftskraft in den kommenden Jahren rapide sinken, sondern nachfolgende Generationen werden die finanziellen Lasten, die uns heutige Politiker aufbürden, nicht stemmen können. Es droht der volkswirtschaftliche Kollaps. Doch der Bestsellerautor entlarvt nicht nur das Märchen vom »reichen Land« als eben solches, er zeigt auch konkrete Wege auf, wie wir dem Albtraumszenario entgehen können.

Dr. Daniel Stelter (* 29. Mai 1964 in Berlin) ist ein deutscher Makroökonom und Strategieberater. Als Autor zahlreicher Expertenbeiträge und Sachbücher liefert er einen unverstellten Blick auf die wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen unserer Zeit.

Heinrich Loewe
29. März 2019 21:22

Der Martin ist doch ein Teufelskerl!
Er hat den Spieß komplett rumgedreht.
Man weiß zwar noch nicht, was gesendet werden wird, aber mit seiner Pressekonferenz hat er vor den Kameras und Mikrofonen von ORF, ZDF, BR und anderen in seiner sehr eloquenten Art das gesamte Narrativ der IB nicht nur ausbreiten, sondern im Frage-Antwort auch erläutern und verteidigen können.

Der_Juergen
29. März 2019 21:30

Habe soeben Sellners heutige Konferenz im Freien verfolgt und war sehr beeindruckt von seiner ruhigen und abgeklärten Art. Allerdings verhielten sich die Fragesteller zivilisiert. Man darf füglich gespannt sein, wie (falls überhaupt) die Qualitätsmedien über diesen Anlass berichten werden.

Nemo Obligatur
29. März 2019 21:47

Die Erklärung von Herrn Sellner auf der improvisierten Pressekonferenz klingt absolut schlüssig, nämlich dass der unselige Attentäter von Christchurch auf eine Eskalation setzt. Dass dürfte auch ungefähr die Strategie der RAF und ähnlicher Gruppierungen gewesen sein. Deswegen hat Herr Sellner auch zurecht ein reines Gewissen und sieht sich ebenso zurecht als Opfer. Mir ist auch kein Aufsatz oder Video von Herrn Sellner bekannt, wo er zur Gewalt aufrufen würde, noch habe ich jemals davon gehört.

Versuchen wir, uns in die österreichische Jusitz hineinzuversetzen: Vermutlich haben die Österreicher einen Hinweis aus Neuseeland bekommen, nachdem die dortigen Behörden die Zahlungsströme des Attentäters durchleuchtet haben. Dem sind die Österreicher nachgegangen und vielleicht hat da ein übereifriger Staatsanwalt gleich das große Besteck herausgeholt, nämlich die Vernehmung nicht als Zeuge, sondern als Beschuldigter. Die Regierung ist dann auf diesen Zug aufgesprungen, um einerseits nicht selbst auch nur in die Nähe des Verdachts zu kommen, den neuseeländischen Australier zu decken oder zu billigen und vielleicht andererseits (aus Sicht der ÖVP) die Konkurrenz weiter rechts auszuschalten. Den Herrn Kurz verstehe ich an dieser Stelle schon. Allerdings macht die Haltung des Herrn Strache keinen Sinn. Weiß man, wie der Innenminister Kickl sich dazu geäußert hat?

Wenn man alles zusammen nimmt, auch die Erfahrungen aus dem Grazer Prozess, dann ist klar, dass das Verfahren am Ende eingestellt werden wird. Aber wie heißt es so unschön: Etwas bleibt immer hängen.

deutscheridentitaerer
29. März 2019 22:21

@Heinrich Loewe, Der Jürgen

Sellner hat sich in der Tat perfekt geschlagen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob das was bringt, aber schön anzusehen war es in jedem Fall.

quarz
30. März 2019 00:20

@Heinrich

"Man weiß zwar noch nicht, was gesendet werden wird"

Aber man ahnt es.

Andreas Walter
30. März 2019 00:58

@Nemo Obligatur

Spekulieren Sie doch bitte nicht, wenn die folgenden Fakten bereits bekannt sind:

Die Spende war Anfang 2018.

Die an die IBÖ ungewöhnlich hohe Spende ist der Staatsanwaltschaft Graz bereits im Sommer 2018 aufgefallen im Rahmen auch einer Untersuchung auf mögliche Steuervergehen der IBÖ.

Dieser Verdacht hat sich aber auch als haltlos erwiesen. Auch deswegen konnten sie darum die IBÖ nicht drankriegen, weil auch steuerlich alles OK.

Auch darum und deswegen also Freispruch.

Erst nachdem das Attentat stattgefunden hat, hat man sich wieder für die ungewöhnlich hohe Spende interessiert, weil sie wohl auf den Namen Brenton T. lautete (der Absender).

Meine Frage an die Staatsanwaltschaft Graz lautet jetzt darum:

Warum wird bei einer (wie die Staatsanwaltschaft selbst sagt) auffällig hohen Spende nur der Empfänger verdächtigt, nicht jedoch der Spender?

Hätte also das Christchurch-Attentat durch die Behörden vereitelt werden können, wenn sie dem Verdacht schon im Sommer 2018 in beide Richtungen nachgegangen wären?

Die Antwort: Möglicherweise (Brenton Tarrant hat erst 2 oder 3 Monate vor dem Anschlag mit der Planung begonnen.

Sie haben also lediglich den (die) Falschen verdächtigt und untersucht, überwacht.

Ausserdem: Tarrant gibt in seinem Manifest ja selbst an, was ihn radikalisiert hat, und da steht nichts von der IBÖ. Ausser, dass auch die ihm zu lasch sind, mit ihrem friedlichen Widerstand, an den er nämlich nicht mehr glaubt.

Doch das ist ja kein Grund, deswegen dann 50 Menschen zu ermorden. Nur weil die IBÖ solche Methoden ablehnt.

Das ist so wie wenn man die Friedensbewegung dafür anklagt und verantwortlich machen wollte, dass andere Bomben bauen und die dann auch werfen. Abstruser geht es ja wohl nicht.

MartinHimstedt
30. März 2019 08:13

Diese Pressekonferenz!!!

Martin, wir lieben Dich!!!

Venator
30. März 2019 12:02

@ Der Jürgen

Ob man jetzt unbedingt direkt nach Israel reisen muß, um sich mit Vertretern des Mossad zu treffen, ist ja auch eine ziemlich gewagte These. Vielleicht hat er sich in Pakistan ja auch mit ISI getroffen, weil die einen noch subtileren Plan verfolgen?

Ob die Wortschöpfung der große Austausch verbrannt ist, oder nicht, interessiert mich gar nicht. Er findet statt! Ob man ihn so oder anders nennt, ist doch völlig bedeutungslos. Wie sagte mal jemand, in dessen Zeit sich so viele Konservative wieder zurück wünschen, so schön? Entscheidend ist, was hinten rauskommt.

LotNemez
30. März 2019 16:16

@Franz Bettinger
@Gelddrucker
bzgl. des „consider“ in folgender Passage:

„Focusing on these two striking and critical population trends, the report considers replacement migration for eight low-fertility countries (France, Germany, Italy, Japan, Republic of Korea, Russian Federation, United Kingdom and United States) and two regions (Europe and the European Union).“

Sie haben beide Recht auf ihre Art. Aber schauen Sie sich mal die Bedeutungsvielfalt des Wortes an: https://dict.leo.org/englisch-deutsch/consider

- betrachten, berücksichtigen, erwägen, prüfen, beachten, bedenken, auffassen usw.

Die Formulierung schlägt einen Brückenkopf in die 'Alte Welt' und lässt gleichzeitig Möglichkeit zum taktischen Rückzug. Sie ist eben eine Waffe im Meinungskrieg, die mit den Mitteln des Tarnens und Täuschens arbeitet.

Was ist eine gute Antwort darauf? Ewig neues Enttarnen des Gegners? Zurücktäuschen? Frontalangriff? Ausweichen? Umfassen? Infiltrieren? … Rückzug kommt ja nicht infrage.

Und warum denken wir eigentlich in der Sprache des Krieges? Liegt darin schon der Fehler? Hat man überhaupt einen Vorteil, wenn man die Dinge beim Namen nennt? Momentan spricht einiges dagegen.

links ist wo der daumen rechts ist
30. März 2019 16:19

Merkwürdig still ist es geworden. Fast zu still.
Sind alle in Feierlaune oder gibt es inzwischen zu viele unliebsame Mitleser?

Zum Thema:
Ja, Sellners Auftritt war souverän. Aber anscheinend zu wenig Schlagworte für die Journaille, deshalb auch hier fast Stillschweigen.

Ein Grund zu frohlocken? Eher nicht. Vielleicht sogar ein Pyrrhussieg oder ein symbolischer Sieg wie Lepanto („ihr habt uns den Bart rasiert, aber wir haben euch den Arm abgeschlagen...“).

Denn die grundlegenden Fragen haben sich eher verschärft.
Wer sind die Kampfgefährten (Stichwort: Verbotsdiskussion), was ist Phrase und Inhalt, wer könnte Bundesgenosse sein, müssen bestimmte Stichworte überdacht oder entschärft werden, ehe man – nach der Euphorie einer gewonnenen Schlacht – wieder in eine Trutzsituation verfällt?

Deshalb zur Diskussion nocheinmal der Hinweis auf den Artikel eines besonnenen Forumskollegen:
https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/
In dem Fall würde ich im Sinne einer lagerübergreifenden Begrifflichkeit für den „großen Austausch“ den Ersatz „der austauschbare Mensch“ vorschlagen.
Zitat aus dem erwähnten Artikel:

Der austauschbare Mensch, eine entwurzelte Spielfigur, der man alle Ecken und Kanten ihrer nationalen, ethnischen und kulturellen Zugehörigkeit abgeschliffen hat, von Geburt an entortet, daher nach Belieben versetzbar, ein solcher Typ Mensch ist in den Augen der überbezahlten Geschäftsführer ein unverzichtbares Basismodul in der Maschinerie der planetaren Geld- und Güterströme“ (60f.)

Der_Juergen
30. März 2019 16:45

@Venator

Lieber Martin bzw. Manuel Venator (habe ich richtig geraten, welche Romanfigur Sie zur Wahl Ihres Pseudonyms beflügelt hat?),

Von welcher These sprechen Sie? Ich habe auf diesem Strang keine These aufgestellt, erst recht nicht im Zusammenhang mit der unbändigen Wanderlust des späteren Massenmörders aus Australien. Dieser hat ja auch Nordkorea besucht, ferner Pakistan, dessen Norden er als eine Art Paradies auf Erden schildete, und die Türkei. Die typischen Destinationen eines zutiefst rassistischen Rechtsextremisten eben... In den Anden, wo der Condor fliegt, scheint er nicht gewesen zu sein, sondern nur dort, wo die Zaunkönige fliegen.

gumbach
30. März 2019 17:29

Kurz habe ich nie getraut - dass aber auch Strache auf der anderen Seite steht, das habe ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Somit ist er auch nur ein weiterer Strohmann der globalen 'Elite', deren Ziele die Zerstörung der Nationalstasten und die Errichtung eines - wie auch immer gearteten - Weltstaates sind. Anscheinend ist jetzt also die Maske bei Strache gefallen.

Breckert
30. März 2019 19:11

Den, sehr pessimistisch klingenden, Beitrag von Herrn Kubitschek möchte ich zum Anlass nehmen, um noch einmal auf die Notwendigkeit einer Richtungsdiskussion mit anschließender Festlegung der Marschrichtung hinzuweisen.

Dieses hochintellektuelle Schwelgen in Opferphantasien hat das, was eigentlich eine rechte Bewegung sein will und soll, zu einem static display gemacht. Hier passiert einfach nichts!
Glaubte hier jemand wirklich, die mit Millionensummen staatlich geförderte Haßindustrie mit Personalien wie u.a. Kahane an Bord würde sich von einem vom Brandenburger Tor hängenden Banner dauerhaft stoppen lassen?

Oder:
Was hat "rechts" faktisch gegen die unbefleckte Greta aktuell zu bieten?
Will man die deutsche Jugend tatsächlich nur mit dem Wort "Deutschland" ködern?
Einem Begriff, der für sie nur ein Wort ist und zu dessen Ausfüllung mit Sinn ihnen jegliche Lebenserfahrung fehlt.
Die meisten Schüler kennen nur Merkel als Kanzlerin....und das seit ihrer Geburt.
Und weshalb sollte sich jemand überhaupt für das verbleichende Deutschland einiger intellektueller Schwadronierer einsetzen?

Bietet den jungen Leuten Aktion an. Und auch Teilhabe an dem dann Erreichten.
Sie müssen sich dieses Land neu erstreiten, um es zu besitzen.
Angehörige anderer Nationen machen im Moment in Deutschland gerade das.
Seht Euch die Gesichter der gestrigen "Klimademonstranten" doch einmal an.
Milchgesichter! Aber in dem Alter hätte ich mir eher den rechten Arm abhacken lassen als mit Schildern auf die Straße zu gehen, die Papi und Mami gemalt haben.
Was wir brauchen, ist die Rebellion.
Es muß cool sein, gegen den Muff der alt68er und der eigenen eingenordeten Eltern zu kämpfen.

Der intelligente Martin Sellner und seine Friedfertigkeit in allen Ehren, aber es war doch klar, daß, wenn sich das Volk unter dem linken Shitstorm erst einmal geduckt hat, nur eine Handvoll Charaktere wie Leuchttürme stehen bleiben werden.
Und die werden gerade abrasiert.....einer nach dem anderen.
Und dann wars das wirklich hier.

Wir brauchen eine aggressive Besetzung des öffentlichen Raums.
Die Straße und die Szene muß uns gehören.
Und wir sollten keinesfalls, wie von Herrn Kubitschek angeregt, unsere Begrifflichkeiten von anderen tabuisieren und damit unbrauchbar machen lassen.
Man sehe nur einmal die inszenierte Wahl des "Unwort des Jahres" in den letzten Jahren an.
Ich verwende diese Worte (und einige mehr) jetzt sogar extra exzessiv. Es sind meine Worte, die ich nun so benutze, wie es mir gefällt.

Und wir brauchen Allianzen mit Politikern von Staaten, die eine ähnliche Haltung einnehmen wie wir.
Es sind ja doch noch nicht alle so in den Neomarxismus der NWO abgestürzt wie Deutschland und bestehende politische Differenzen kann man auch später noch klären.

Gibts eigentlich überhaupt keine Strategie im rechten Lager?
Und wenn doch, wo kann man sich einklinken?
Ich empfinde die Lautmeldungen hier zunehmend als destruktiv.

Niedersachse
30. März 2019 22:18

@Der_Juergen

Ich werde generell den Eindruck nicht los, dass "Terror" im Westen, also alles oder zumindest vieles von dem was in den letzten Jahren geschehen ist, auf das Konto von Geheimdiensten geht. Oder zumindest dahingehend, dass diese ihre Finger mit im Spiel haben. Die Begriffe MIHOP oder LIHOP sollten allgemein bekannt sein. Bemerkenswert ist auch die Reaktionszeit anderer Staats- und Regierungschefs aus aller Welt und der neuseeländischen Regierung selbst. Der "Terrorakt" war gerade erst geschehen und keine 24 Stunden später werden Gesetzesänderungen angekündigt, das hat schon ein Geschmäckle. Manchmal wirkt es so, als würden die ausgefertigten Gesetzesänderungen schon fertig in den Schubladen liegen und es bräuchte dann nur eine "emotionale Ausnahmesituation" um diese verschärften Gesetze zu implementieren. Aber das ist selbstverständlich alles Kaffeesatzleserei und wer will das schon beweisen?!

Andreas Walter
30. März 2019 23:20

@Nemo Obligatur

Korrektur und Nachtrag:

Der Anschlag in Neuseeland hätte verhindert werden können, wenn die Staatsanwaltschaft Graz Mitte 2018 auch in Richtung des Spenders ermittlungstechnisch bzw. hinweistechnisch aktiv geworden wäre. Vorausgesetzt, auch die Behörden auf der anderen Seite der Welt wären dem Hinweis dann tatsächlich nachgegangen.

Denn laut seinem Manifest hat Tarrant mit der Planung des Anschlags schon vor 2 Jahren begonnen, also Anfang bis Mitte 2017. Lediglich die Wahl für Christchurch wurde von ihm erst Anfang 2019 getroffen. Hier hatte ich mich also verlesen.

Andreas Walter
31. März 2019 00:12

@Breckert

"Wir brauchen eine aggressive Besetzung des öffentlichen Raums."?

Die kommt so oder so, wenn die Etablierten weitermachen wie bisher. Darauf haben auch wir keinen Einfluss und auch nicht die IB. Wir sind es ja nicht, die eskalieren. Wir sind lediglich die unbeliebten, unbequemen Überbringer schlechter Nachrichten, die man darum Köpfen (nicht wahr haben) will.

"Shooting the messenger" is a metaphoric phrase used to describe the act of blaming the bearer of bad news." Wikipedia, Shooting the messenger

Selbst Freud und Jung haben sich mit dem Phänomen bereits beschäftigt, welches meiner Meinung nach auch für den kollektiven Schatten, für den Schatten der Mehrheit gilt.

Dazu gehört übrigens auch der Themenkreis "Schuld durch Assoziation", Wikipedia, Association Fallacy

Sehr menschlich, aber eben trotzdem falsch.

Der_Juergen
31. März 2019 05:25

@Breckert

Drei Punkte;

- "Wir brauchen eine aggressive Besetzung des öffentlichen Raums. Die Strasse und die Szene muss uns gehören."

Sehr richtig, aber das schaffen wir unter den gegenwärtigen Umständen nicht. Die von Ihnen ersehnten Massendemonstrationen von Hunderttausenden gegen das Umvolkungsregime werden nicht stattfinden, schon gar nicht im Westen, ehe etwas wirklich Dramatisches geschieht, etwa eine gewaltige Wirtschaftskrise, die Millionen mit einem Schlag ins Elend stürzt, oder Terroranschläge mit Tausenden von Opfern.

In beiden Fällen hat das Regime jedoch mit hundertprozentiger Sicherheit seine eigenen Optionen bereit, von denen die radikalste die Errichtung einer unverbrämten, koscher-konservativen Diktatur ist, deren Opfer neben einer Reihe besonders lästiger Islamisten und ausländischer Krimineller, die man spektakulär verhaften oder ausweisen kann, vor allem die Patrioten sein werden. Die Blaupause hierfür liefert ja der Haderlump Kurz, Koalitionspartner des Haderlumpen Strache, mit seinem von @Marcus Kerkhoff dankenswerterweise angeführten Zitat.

b) Der Erfolg der "Klimajugend" lässt sich nicht auf eine rechte Bewegung übertragen, weil erstere von der Lügenindustrie nach Kräften gefördert wird. Oder glauben Sie, dass hier jemand etwas von Greta Thunberg gehört hätte, wenn diese statt gegen den imaginären "menschengemachten Klimawandel" gegen die Drittwelteinwanderung in Schweden und die ständigen Vergewaltigungen von Schwedinnen durch Muslime mobil gemacht hätte?

- "Wir brauchen Allianzen mit Politikern von Staaten, die eine ähnliche Haltung einnehmen wie wir."

Da fallen mir Putin, Orban und Savini ein, von denen der dritte freilich (vorderhand) nur Innenminister ist. In Russland wird von den Medien meist mit verhaltener Sympathie über die AFD berichtet, und die Auswirkungen der Invasion Westeuropas werden oft am Fernsehen gezeigt. Freilich hält Russland noch hartnäckig an der - von ihm seinerzeit mitfabrizierten - Kernlüge fest, durch die das deutsche Volk seelisch gebrochen und zur Selbstaufgabe gebracht wurde. Das kann sich ändern, wie ein Ende letzten Jahres vom Russischen Verfassungsgericht bestätigter Freispruch beweist. Wer will, findet Näheres im Netz, auch auf Englisch und Deutsch.

Von Orban zu erwarten, dass er sich z. B. hinter die IB stellt, ist wohl unrealistisch. Der Mann steht schon so unter Dauerbeschuss, und sein Land ist klein und verwundbar. Aber er ist ein guter Mann.

Thorsten B
31. März 2019 07:37

Erst wenn der wirtschaftliche Abschwung kommt und es jedem Einzelnen aufgrund der Finanzierung und damit Ruhigstellung der Neubürger und auch aufgrund fast unbezahlbarer Strompreise („Energiewende“) spürbar schlecht geht...
Erst wenn in Vereinen und Schulen die Muslime in der Mehrheit sind und dann - wie es ihnen im Koran vorgeschrieben wurde - die Macht übernehmen und dann zeigen, was sie von den „Ungläubigen“ halten...
Erst wenn – wie jetzt schon auf einem Wahlplakat der Grünen – auf Arabisch kommuniziert wird...
Erst wenn jeder Einzelne langsam spürt, dass die Deutschen dank der „offenen Grenzen“ zur Minderheit im eigenen Land werden...
Erst wenn die letzten Fetzen der Maske des Systems, dem in der Tat seine Entstellung zur Kenntlichkeit jetzt schon scheißegal ist – siehe Weber: kein Geld für Oppositionsparteien – vom System noch beiläufig weggewischt werden...
Erst wenn dies alles so unerträglich ist, dass sich der Deutsche Michel nicht mehr mit Fußball, Netflix, Autos, Smartphones und allen anderen Formen des Eskapismus ablenken lassen kann, weil er spürt, dass das, was er bisher immer ausgeblendet hat, die Realität ist...
Erst dann wird vielleicht der Betonklotz, der hier gegossen wurde brüchig, und mit ihm all die anderen Betonklötze der Diffamierung und Ausgrenzung...
Erst dann wird diese Mehrheit die sich heute immer noch im toleranzbesoffenen Hygienewahn auf dem Weg in eine bessere Zukunft wähnt, lernen, dass diese bessere Zukunft nur eine Utopie ist und vielleicht verstehen, wen sie da die ganze Zeit diffamiert, bekämpft und zubetoniert haben: Die letzte Hoffnung, die letzten Kämpfer für das Eigene, die letzten Helden!

kath
31. März 2019 10:52

Es ist doch offensichtlich, daß Martin Sellner und seine Bewegung in Österreich "stillgelegt" werden sollen. Und natürlich ist Herr Sellner unschuldig. Ich verfolge ja seit Jahren seinen Vlog auf youtube, mir ist er auch nie als gewaltbereit aufgefallen. Er stellt aber unerwünschte Fragen und ruft zu Widerstand auf, das ist natürlich vielen ein Dorn im Auge. An seiner Stelle würde ich das Geld jetzt an irgendeinen gemeinnützigen Verein in Ö spenden, mit der nochmaligen Erklärung, daß das einer ungünstigen Verknüpfung von Umständen geschuldet ist....

kath
31. März 2019 13:05

Korrektur: habe gerade gelesen, daß die Spende an die SPÖ weitergereicht wurde....
Sehr kluger Schachzug von Martin Sellner!
Herr Strache, auf den ich bisher große Stücke gehalten habe, entwickelt sich wohl langsam zur großen Enttäuschung....

kath
31. März 2019 13:13

Martin Sellner sollte evt. langsam in Erwägung ziehen, eine Partei zu gründen. Dann bekommt er noch viel mehr Zulauf. So kann man ja nur spenden, um die Aktionen zu unterstützen...

Niekisch
31. März 2019 13:18

Viel Richtiges lesen wir hier. Sowohl das Optimistische als auch das Pessimistische haben etwas für sich. Das ist angesichts der allseits verworrenen und unnatürlichen Lage auch nicht anders zu erwarten. Was noch hinzufügen? Immer ist vom "Wir" die Rede. Wer sind denn "wir"? Konnten wir uns denn in den vielen Hunderten Kommentaren zu Dutzenden von Artikeln wenigstens darauf einigen oder zumindest Kriterien dafür finden? Ich denke nein. Manche Merkmale werden nicht aussagekräftig subsumiert, andere garnicht erst ausgesprochen, da mit Selbstzensur belegt.

W e r gehört dazu? Das ist die entscheidende, bisher ungeklärte Frage, der wir uns widmen müssen, wollen wir nicht weiterhin wie Hamster im Rad bewegen, die zwar laufen und laufen, aber ihren Nachbarhamster nicht kennen und als solchen akzeptieren, um die Schwungkraft des Rades zu erhöhen. W a s ist unser großes Ziel? Danach fragen wir anschließend und werden feststellen, daß die Antwort unter anschaulich gleichklingenden Freunden leichter fällt.

Lotta Vorbeck
31. März 2019 13:25

Eine Warnung an HC Strache & die FPÖ - von Martin Sellner

https://youtu.be/4WSSLxtRZ68

am 31.03.2019 veröffentlicht

Der Gehenkte
31. März 2019 16:10

@ links ist wo der daumen rechts ist

"In dem Fall würde ich im Sinne einer lagerübergreifenden Begrifflichkeit für den „großen Austausch“ den Ersatz „der austauschbare Mensch“ vorschlagen."

Vielen Dank, daß Sie den Impuls noch einmal aufgegriffen (und mir meine kleine mißverständliche Entgleisung im anderen Strang nicht verübelt) haben. Ob „der austauschbare Mensch“ allerdings tauglich ist, darüber kann man diskutieren. Die ganze Formel "der x-bare Mensch" ist philosophisch wahrscheinlich zu ausgenuddelt, von Marcuse bis Nietzsche, von Ken Wilber bis Brecht.

Außerdem beschreibt Camus hier den individuellen Menschen und nicht das historische Großereignis. Mir schwebt hingegen ein ideologisch unverfänglicher Begriff vor, der entweder der Wissenschaft oder der Soziologie entnommen ist, durch Objektivität weitestgehend unangreifbar bleibt, das Phänomen aber trotzdem verständlich und bildlich beschreibt oder der sogar im gegnerischen Diskurs Anwendung findet, den man also umdrehen kann. Zum Bsp., ganz trocken, "demographischer Wandel" oder in diesem Halo. "Demographische Verdrängung, Veränderung, Verschiebung, Verlagerung, Transformation ...".

Zu Sellner: Jeder der ihn kennt oder sich mit ihm unvoreingenommen beschäftigt, muß sehen, daß wir es mit einem selten integren Menschen zu tun haben. Artikel wie dieser von Hasnain Kasim (http://www.spiegel.de/politik/ausland/martin-sellner-anfuehrer-der-oesterreichischen-identitaeren-sieht-sich-als-opfer-a-1260455.html) sind nur durch Persönlichkeitsdefizite oder Verblendung zu rechtfertigen.

Sellner ist ein Glücksfall für "uns". Er vereint geistige Klarheit, strategisches Denkvermögen, rhetorische Begabung, philosophische Tiefe und ein unglaubliches Energiereservoir und sieht zudem auch noch gut aus. Wenn ich Schwächen nennen müßte, dann fallen mir nur eine oberflächliche Rechtschreibung und eine teilweise zu starke Gewichtung auf die Aktion ein.

Atz
31. März 2019 20:00

Haben die Beatles Schuld an den Morden der Charles Manson Family? Immerhin gab es da ja den Song Helter Skelter als Link, dessen Bedeutung Manson verstanden hatte als "Rassenkrieg"? Was wurde da Mörderisches in Liverpool ausgeheckt?

So ungefähr argumentiert die BBC:
https://www.bbc.com/news/world-europe-47735412

So lächerlich und beleidigend für die Intelligenz, ganz gleich wie man zu Martin Sellner stehen mag. Ich denke es wäre jetzt mal ein guter Stil, wenn die Gegner Martins für ihn eine Lanze brechen.

"The suspect's clothes and weapons were covered with writing and symbols. One of the words daubed in white on a gun magazine was "Vienna". "

2Rueckert
31. März 2019 21:38

Vor 20 Jahren wäre Sellner mit seiner Meinung in der CDU noch zu Hause gewesen. Der Absturz beschleunigt sich.
So wie Fukushima nach Deutschland projiziert wurde, so wird das Attentat von Christchurch hierher gespiegelt. Das war von der ersten Minute an absehbar.
Man wird zum Schweigen gebracht (oder ausgesiedelt), aber ein Verlag kann von Samisdat-Literatur nicht leben.
Es ist, als ob das Satanische allerorten die Oberhand gewänne. Der Juchtenkäfer wird beweint und die Abtreibung von Kind und Land praktiziert. Da ist ein gutes Ende nicht mehr absehbar. In einem Psalm des 21. Jahrhunderts heißt es: "Ach, wenn Sein Arm doch endlich fiele, dass Feuer aus den Bergen schlüge, und Rauch die Täler füllte bis zum Rand!"

2Rueckert
31. März 2019 22:03

- "... weil er Menschen nach Gruppenmerkmalen ein- oder ausschließe" - Das kann man von jeder Religion und Partei sagen! Herr Sellner darf morgen nicht mehr im Hotel X in Köln buchen, denn er ist stigmatisiert. Und viele Pastoren und Pastorinnen finden es gut finden.

- Der "Krüppel" wurde zum "Behinderten", dann zum "Benachteiligten" und schon jetzt zum "anders Begabten" und danach vielleicht zum ?? Wie oft hätten die Juden ihren Namen wandeln müssen? Identitär bleibe identitär, ansonsten immer auf der Flucht!

Gelddrucker
31. März 2019 22:13

@Thorsten B
zu Ihrem Erstwenn-Szenario:
Wenn "die" erst dann aufwachen, dann ist es zu spät. Wenn Muslime erstmal irgendwo, außer in einzelnen Stadtvierteln, flächendeckend die Mehrheit stellen, ist es längst zu spät, dann wären nur noch drastische Mittel, die ich nicht hier und auch in der Realität nicht ausgeführt sehen möchte, zur Lösung nötig.

Unsere Aufgabe ist es, den Leuten das sicher eintretende Gruselszenario vorher klarzumachen. Im Infokrieg.

@Gehenkter: Zudem schafft es Sellner noch, manchmal wie ein lockerflockiger Schuljunge daher zu kommen und kann daher trotz seiner 30 auch noch gut die Jugend und junge Erwachsene ansprechen, finde ich. Da das nicht ewig so bleibt warte ich immernoch auf Nachwuchs.. Gerüchten zufolge hat die IB ja ganz ordentlich Zulauf, wo bleiben die Jungstars?

Atz
31. März 2019 22:34

Noch was Schönes, der DLF zitiert fremde Beleidigungen:

"Dessen Chef Götz Kubitschek hat die „New York Times" vor kurzem in einem Artikel über die Identitäre Bewegung als den „Paten der neuen rechten Bewegung in Deutschland" bezeichnet."

Dafür zahlt doch jeder gerne Rundfunkgebühren, banales Rumgesudel gegen rechts: "DLF Nachgefragt Der Attentäter und die Verschwörungstheorie vom „Großen Austausch“, 18. März 2019, Marco Bertolaso"

Lotta Vorbeck
31. März 2019 23:29

@kath - 31. März 2019 - 10:52 AM
"... An seiner Stelle würde ich das Geld jetzt an irgendeinen gemeinnützigen Verein in Ö spenden ..."

@kath - 31. März 2019 - 01:05 PM
"Korrektur: habe gerade gelesen, daß die Spende an die SPÖ weitergereicht wurde....
Sehr kluger Schachzug von Martin Sellner! ..."

****************************************************

Martin Sellner spendete € 15,- an die SPÖ.

Mehr dazu gibt's hier:

1.) Speakers Corner im Türkenschanzpark - Pressekonferenz

https://youtu.be/CGkIHND5m20?t=1137

veröffentlicht von Martin Sellner

Live übertragen am 29.03.2019

2.) Meine Spende an die SPÖ & eine Entschuldigung

https://youtu.be/szzcOalm2Ok?t=783

veröffentlicht von Martin Sellner

Live übertragen am 30.03.2019

Götz Kubitschek
1. April 2019 17:18

So, werte Leserschaft: Badeschluß. Ich enthalte mich weiterhin jeder Prognose, ob die Angelegenheit Unberührbare hervorbringen, ins Egal abrutschen oder als peinliche Sternstunde jenes Dauerversuchs in Erinnerung bleiben wird, die politische Klospülung zu betätigen.

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