Sezession
7. April 2019

Netzfundstücke (5) – Servus TV, Identitäre, Sieferle

Jonas Schick / 13 Kommentare

Am zurückliegenden Donnerstagabend nahm sich Servus TV zum wiederholten Male ein Herz.

Die Österreicher luden beim Talk im Hangar 7 ganz im Zeichen des „Skandals“ um die Identitären in Österreich zur kontroversen Debatte unter dem Titel „Neue Rechte: Wie groß ist die Gefahr?“.

Waren in der Vergangenheit schon Martin Lichtmesz zur Causa „Trump“ und Martin Sellner zur unfreiwilligen Thematik „Darf man Rechtsextreme einladen?“ im Red Bull-Hangar zu Gast gewesen, so hatte es der österreichische Privatsender mit der Einladung Götz Kubitscheks erneut gewagt, nicht nur das #ÜberRechteReden, sondern auch das viel beschworene #MitRechtenReden zu praktizieren – hier kann man die Sendung nachverfolgen. 

Im Vorfeld aber auch im Nachgang der Sendung bewies das Antifa-Spektrum der Alpenrepublik zur Karikatur entstellende Beißreflexe. Benjamin Opratko wollte nicht mit „Götz Fucking Kubitschek“, einem „lupenreinen Faschisten“, auf einem Podium auftauchen und fantasierte sich in den Wahn, daß dieser seine „muslimischen und jüdischen und schwarzen FreundInnen“ in ein Lager stecken würde.

Darüber hinaus mußte sich einer der Mitdiskutanten des Abends Bernhard Heinzlmaier in eine Reihe mit Goebbels und dem Christchurch-Attentäter stellen lassen; allein nur deswegen, weil er die Sendung nicht boykottierte, sondern an ihr teilnahm.

Während und nach der Runde mutierte die „wütende Antifaschistin“ und Katzenliebhaberin Natascha Strobl zur oberlehrerhaften Kommentatorin, die sich über verpaßte Chancen des Widerspruchs gegen Kubitscheks Positionen echauffierte.

Wer eben nicht mit Rechten reden möchte, obwohl er sogar trotz mangelnder Expertise eingeladen wird (siehe Opratko) und dann fernbleibt, der braucht sich nicht über mangelnden Widerspruch zu vernunftgeleiteten Ansichten beschweren.

Auf die Sendung mit Kubitschek rückblickend wird die Einschätzung , daß derlei Antifa-Verhalten aus dem eigenen Unvermögen rührt, rechten Intellektuellen argumentativ das Wasser reichen zu können, weiter bestärkt.

Läßt man sich von linker Seite überhaupt mal auf ein Gespräch auf Augenhöhe ein, liefe man umgehend Gefahr, entzaubert und geistig entkleidet vor laufender Kamera zu stehen. Kein Wunder, daß man das Reden mit Rechten wie der Teufel das Weihwasser meidet und tabuisiert.

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Wer abseits von Verunglimpfungen und Zuschreibungen nach den wirklichen Inhalten identitären Handeln und Denkens sucht, der findet nun bei Antaios unter dem „Dossier Sellner“ Informationen und Bücher aus erster Hand.

Außerdem ruft die Identitäre Bewegung Österreich anläßlich der medialen Treibjagd der letzten Woche(n) zur Solidaritätsdemonstration gegen Repressionen und den Großen Austausch am 13. April auf. Los geht es um 16:00 Uhr im Weghuberpark vor dem österreichischen Justizministerium in Wien:

 

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Apropos argumentative Gründlichkeit. Rolf Peter Sieferle verkörpert diese, und das wie kein Zweiter.

Der Heidelberger Historiker hinterließ einen breiten Korpus an Arbeiten, die sich immer mehr zu einer theoretischen Grundierung unseres gesamten Spektrums mausern. Zwar erhielten seine Nachtgedanken Finis Germania– welche aktuell im Landtverlag neu aufgelegt wurden – die meiste (öffentliche) Aufmerksamkeit.

Gleichwohl sind es Werke wie der Epochenwechsel oder auch das monumentale Krieg und Zivilisation, die seine wissenschaftliche Akribie und analytische Schärfe vollends zur Geltung kommen lassen. Es steht außer Frage, Sieferle lesen lohnt sich!

Übrigens, die letzten 15 Exemplare der legendären olivgrünen Antaios-Ausgabe von Finis Germania gibt es exklusiv bei einer Abnahme der Gesamtausgabe der reihe kaplaken.

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Sie sind über Netzfundstücke gestolpert, die wir aufgreifen sollten? Dann schreiben Sie uns einen Kommentar, den wir nicht veröffentlichen, aber wahrnehmen. 



Kommentare (13)

Der_Juergen
7. April 2019 21:12

Dass Kubitscheks linke Widersacher diesem argumentativ nichts entgegenzusetzen haben würden, war von Anfang an klar. Sie verhielten sich allerdings weniger garstig, als ich vor Beginn der Sendung vermutet hatte; immerhin hat keiner von ihnen ein Verbot der Identitäten gefordert oder diese für den Massenmord von Christchurch moralisch mitverantwortlich gemacht. Man wird heute ja über wenig froh.

Wahrheitssucher
7. April 2019 22:31

Möchte einen Vorschlag machen:

Bringen Sie doch bitte nach Möglichkeit einen Zusammenschnitt der Äußerungen Kubitscheks (meinetwegen auch Broders).
Die anderen anzuhören, bedeutet eine ärgerliche Zeitvergeudung und unzumutbare Strapazierung des Nervenkostüms...

P.S. Wenn es gar nicht anders geht, ggf. auch nur schriftlich!

Der Gehenkte
7. April 2019 23:05

Kein einziger der "Netzfundstücke" war mir neu. Das gesamte Material aus der eigenen Blase, das ohnehin jeder kennt, der der SiN, der IB, Sellner, Lichtmesz etc. folgt.

Unter diesem reißerischen Titel wäre es an der Zeit, ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Ich bin an neuem, anderem Futter interessiert, nicht an der alltäglichen Hausmannskost. Auch mal beim Gegner schauen oder an den Rändern - das Internet ist riesig, viele Leute denken originell. Man kann nicht alles abdecken, aber wenn sich schon mal jemand die Mühe macht, dann bitte richtig.

Laurenz
8. April 2019 02:10

Ich habe dankenswerterweise die Sendung nachverfolgt. Nach einer gewissen nachvollziehbaren Nervosität am Anfang der Sendung, entspannte sich Herr Kubitschek und, abgesehen davon, daß sich in meinen Augen "Denker" meist schlecht medial verkaufen, hat Herr Kubitschek eine absolut respektable Debatte abgeliefert. Die Klamottenfrage war zeitgeistig gut gelöst, neutral in schwarz und grau. Meine am meisten herzhafte Kritik betrifft die mangelnde Aggressivität in der Debatte. Herr Kubitschek, Thor sei Dank, war immerhin besser als Meuthen, Weidel & Co., aber es hätte noch besser sein können. Die AfD-Granden befinden sich in TV-Unterhaltungsrunden meist im Rechtfertigungsmodus. Das ist vom Übel. Die Debatte bestimmt immer der Angreifer. Rassismus-Vorwürfe sind leicht gegen die Linke zu tätigen. Wer bekommt seine Papiere kostenlos und wer muß dafür bezahlen? Der Outfit-Marxist und die Kulturmarxistin links hätten doch mal sagen sollen, wer aktuell den Wohnungsmarkt, zumindest in Deutschland, im unteren Preissegment ruiniert hat? Jede deutsche Kommune hat alle billigen Wohnungen angemietet oder gekauft, um darin Migranten unterzubringen. Wer geht denn aktuell auf die Straße und protestiert gegen Mietwucher, etwa unsere zugereisten Goldstücke? Kleiner Tip am Rande. Einfach eine Kamera vor den Schreibtisch und vor den Esstisch stellen, dann wird diese Teil des Alltags. Interessant bleibt die Rassismusfrage. Schwachen Identitären, wie den Sioux wird der linke Ablaßbrief ausgestellt, Weißen natürlich nicht. Neulich gab es einen riesen medialen Aufriß, weil Meeresbiologen eine neue Orca-Art entdeckten. Ist doch rassistisch, als ob eine Wal- oder Affenart nicht ausreichen würde. Gut, daß Lorenz und Schweitzer die neue Inquisition nicht mehr erleben müssen.

RMH
8. April 2019 10:40

Ich fand die Sendung gut, informativ und auch unterhaltsam. Lag aber auch daran, dass man es sich in Österreich offenbar noch erlauben kann, als Moderator fair zu bleiben. So etwas vermisst man im (reichs-) deutschen Fernsehen schon seit langem, die sog. Moderatoren moderieren dort gerade nicht.

Niekisch
8. April 2019 13:19

"ggf. auch nur schriftlich"

@ Wahrheitssucher 7.4. 22:31: genau das hatte ich zu "Alle gegen Sellner" einstellen wollen, der Kommentar stürzte aber ab und so war alles weg. Gibt es im Kommentarfeld eigentlich eine Zwischenspeicherung? Ein eigenes Dokument erstellen und hier einfügen geht nämlich auch nicht. Vielleicht bin ich auch zu IT-unbedarft.

Ganz nebenbei: vielleicht sollten wir hier auch einmal so metapolitisch bedeutsame Themen wie die Wohnungsfrage, Klima, oder erneut drohende Finanzkrise erörtern. Geistige und politische Monokultur hilft nicht weiter.

Bei der letzten "Fridays for future" ist mein Argument der allzuvielen Menschen auf zu engem Raum bei den Schülern durchaus auf Verständnis gestoßen.

RMH
8. April 2019 13:52

"Gibt es im Kommentarfeld eigentlich eine Zwischenspeicherung? Ein eigenes Dokument erstellen und hier einfügen geht nämlich auch nicht. Vielleicht bin ich auch zu IT-unbedarft."

@Niekisch,
schreiben Sie Ihre Beiträge doch einfach bequem in einer eigenen WORD Datei und wenn sie fertig sind, markieren Sie den gesamten Text und fügen ihn hier via copy&paste ein, also im Word Dokument alles markieren, dann rechte Maustaste kopieren und mit gleichen Vorgang dann "einfügen" hier ins Kommentarfenster. Ohne Maus geht das auch auch mit der Tastenkombination Strg C beim markierten Word Text und dann Strg V hier im Kommentarfenster.

Vorteil: Man kann so auch die Rechtschreibfunktion von Word verwenden.

PS: Warum mach ich das eigentlich dann nicht selber? :)

Niekisch
8. April 2019 17:26

@ RMH 13:52: Besten Dank, RMH, genau das habe ich versucht, vielleicht war eine Störung drin und jetzt klappt es wieder. Na, dann, posten posten, posten.

Götz Kubitschek war -wie man heute sagt- ganz cool, nur halt bei der "relativen Homogenität" war eine Schwachstelle, die die Gegner sofort erkannt haben. Wie ich im Sellner- Artikel bereits erwähnt hatte: Homogenität liegt unserer Verfassungsordnung zugrunde und kann daher uneingeschränkt gefordert werden.

Im übrigen wird es allerhöchste Zeit, daß wir uns an die aktuellen gesellschaftlichen Probleme andocken, sonst laufen uns die Schulkinder den Rang ab.

nom de guerre
8. April 2019 17:35

Inzwischen habe ich mir die Sendung auch angeschaut und war vor allem von der relativ entspannten Atmosphäre und der fairen Moderation positiv überrascht. Am stärksten ist mir der Schluss in Erinnerung geblieben, als Hausjell seinen Zettelstapel hervorholte und versuchte, Herrn Kubitschek mit diesem Zitat über Südafrika zu "entlarven". Nicht, weil er es überhaupt gemacht hat, der Satz bietet sich nun einmal an, ihn zu genau diesem Zweck aus dem Zusammenhang zu reißen, sondern weil er mir in seiner Entlarvungsabsicht vollkommen ehrlich zu sein, den deskriptiven Charakter dieser Aussage nicht erkannt zu haben schien. Bei einem Kommunikationswissenschaftler erstaunt mich das dann doch ein wenig.

@ Niekisch
"Ein eigenes Dokument erstellen und hier einfügen geht nämlich auch nicht. Vielleicht bin ich auch zu IT-unbedarft." - Das wäre möglich, bei mir funktioniert es allerdings auch nicht, jedenfalls nicht mit Word-Datei erstellen, kopieren, einfügen, wie RMH rät.

Niekisch
8. April 2019 18:45

@ nom de guerre: Ich habe open office mit odt.

heinrichbrueck
8. April 2019 19:08

Textverarbeitungsprogramm: WordPad meistens vorinstalliert, OpenOffice kostenlos herunterzuladen bei chip.de usw.

- Text schreiben (WordPad, OpenOffice etc.)
- Text markieren (Cursor oder senkrechter Strich an Satzende, linke Maustaste gedrückt halten und über den zu markierenden Text fahren)
- Text kopieren (Text dürfte jetzt blau sein, rechte Maustaste drücken, linke Maustaste Kopieren drücken)
- Text einfügen (an Cursorstelle gehen, also Kommentariat, rechte Maustaste drücken, linke Maustaste Einfügen drücken)

RMH
8. April 2019 20:54

Evtl. liegt es ja auch am Browser und dessen Einstellungen, der verwendet wird.

Niekisch
9. April 2019 17:49

@ RMH und Alle: Browser zurückstellen, dann geht's.