Sezession
9. April 2019

Christchurch – Interview mit Renaud Camus

Martin Lichtmesz / 48 Kommentare

Der "Große Austausch" - Renaud Camus Wortschöpfung wird nach dem Attentat von Christchurch scharf kritisiert. Martin Lichtmesz hat nachgefragt:

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

LICHTMESZ: Herr Camus, was waren Ihre Gefühle und Gedanken, als Sie von dem Attentat in Christchurch erfuhren?

CAMUS: Meine Gefühle waren dieselben wie nach all jenen schrecklichen Massakern, bei denen Muslime die Mörder und nicht die Opfer waren: Entsetzen über das Verbrechen, Mitgefühl mit den Opfern. Daß der Täter sein Manifest "The Great Replacement” ("Der große Austausch") betitelt hatte, fügte nur ein kleines persönliches Desaster der größeren Katastrophe hinzu: dem Gemetzel selbst.

LICHTMESZ: Wie ist es Ihnen seither ergangen, sind Sie von der französischen Presse attackiert worden? Hat sich irgendjemand für Sie in die Bresche geschlagen?

CAMUS: Oh, wenn es bloß die französische Presse wäre! Es war die Weltpresse, besonders die amerikanische. Das liegt daran, daß Demonstranten in Virginia letztes Jahr den Slogan "Ihr werdet uns nicht austauschen!" ("You will not replace us!") gerufen haben, den ich vollkommen gutheiße. Unglücklicherweise haben einige von ihnen - womöglich eine kleine Minderheit, die allerdings mit Absicht die volle Medienaufmerksamkeit bekam - gerufen: "Juden werden uns nicht ersetzen!" ("Jews will not replace us!"), ein Satz den ich uneingeschränkt verurteile: Juden organisieren nicht den Großen Austausch, sie sind seine ersten Opfer. In Frankreich sahen sich tausende von ihnen gezwungen, deswegen das Land zu verlassen. Wie können sie dafür veranwortlich sein?

Ich brauche keine Advokaten, um mich in dieser Sache zu verteidigen. Das ist keine juristische Frage, sondern eine moralische und mediale. Wie könnte irgendein Richter auch nur die geringste Verbindung zwischen dem Mörder und mir oder meinem Buch finden? Nichts findet sich darin, das auch nur ansatzweise als Aufruf zur Gewalt interpretiert werden könnte, und das zentrale Konzept meines politischen Denkens ist die in-nocence (unübersetzbares Wortspiel: die "Un-Schuld", "Nicht-Belästigung", "Nicht-Schädigung", "Nicht-Schädlichkeit" etc.- ML), das Nichtzufügen von Leid, nach Hippokrates "primum non nocere".

Aus exakt diesem Grund, weil ich gegen Gewalt bin und sie vermeiden möchte, trete ich für das Ende der Masseneinwanderung und für den Beginn der Remigration ein: multikulturelle und multiethnische Gesellschaften sind die Wiege der Gewalt schlechthin, sei sie groß oder klein.

Darüberhinaus hat der Mörder wahrscheinlich niemals eine Zeile von mir gelesen. Wie könnte er? Er spricht nicht Französisch, und mein Buch "Der große Austausch" wurde nicht ins Englische übersetzt. Er nennt nirgends meinen Namen, noch zitiert er einen Satz, der mir zugeschrieben wird. Es ist nicht mein Buch, das ihn inspiriert hat, und ebensowenig sein Titel, sondern die Realität des Phänomens, das mein Buch beschreibt und sein Titel benennt.

LICHTMESZ: Wie ordnen Sie dieses Massaker ein?

CAMUS: Sein Verbrechen gleicht den sehr ähnlichen Verbrechen, die in Europa und besonders in Frankreich begangen wurden, im Bataclan oder auf der Promenade der Engländer in Nizza. Diese sind vermutlich seine wahre Inspiration. Seine Tat ist ein Replikat, ein seitenverkehrtes, antipodisches und vollkommen symmetrisches Replikat. Deshalb ist er nicht nur kriminell, sondern auch dumm. Das Letzte, was man tun soll, ist seine Feinde zu imitieren. Besser wäre es, den Unterschied der Zivilisationen aufzuzeigen, ohne unschuldigen Menschen Leid zuzufügen.

Das Komische ist, daß dieselben Leute, Journalisten und Politiker, nicht den geringsten Zusammenhang zwischen den islamistischen Massenmorden und dem Koran sehen wollen. Sie halten es für kriminell, zu erwähnen, daß der Koran an dutzenden Stellen zu Gewalt und Mord an Christen und Juden aufruft, und finden es gleichzeitig völlig normal, eine Verbindung zwischen den Morden in Christchurch und meinem Buch zu behaupten, das an keiner einzigen Stelle zu Gewalt aufruft und sie explizit im Namen der in-nocence verwirft.

LICHTMESZ: Welche Verantwortung trägt Ihrer Meinung nach ein Autor für Menschen, die seine Worte für kriminelle Zwecke mißbrauchen?

CAMUS: In diesem Fall hat der Kriminelle meine Worte nicht mißbraucht, sondern das exakte Gegenteil getan, was sie besagen. Er benutzt zwar den Begriff "der große Austausch", aber dieser ist längst zum Allgemeingut geworden. Wenn jemand einem anderem Menschen den Kopf abschneidet und die Französische Revolution als Bezugspunkt nennt, dann meint er die tatsächliche Revolution, die Guillotine, den Terror, die Tatsache, die Sache selbst, kein Buch diesen Titels, etwa von Thiers oder Michelet.

LICHTMESZ: Wird sich der Anschlag auf Ihre weitere Arbeit auswirken? Denken Sie, daß der Begriff des "großen Austauschs" nun für immer befleckt ist und nicht mehr benutzt werden sollte?

CAMUS: Die Antwort ist auf beide Fragen ist: nicht im mindesten. Der große Austausch, die Sache selbst, nicht der Begriff, ist ein demographisches Phänomen, das befleckt in die Welt kam. Denn es handelt sich dabei um ein schreckliches Verbrechen, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Es ist in der Tat das Verbrechen gegen die Menschlichkeit des 21. Jahrhunderts schlechthin. Wenn es sein muß, kann man ihm leicht andere Namen geben: Massenmigration, Invasion, ethnische Abdankung, Bevölkerungs- und Zivilisationswandel, Genozid durch Substitution (ein Ausdruck von Aimé Césaire). Die alptraumhafte Realität wird sich nicht ändern, wenn man ihr andere Namen gibt.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (48)

Thorsten B
9. April 2019 21:25

"multikulturelle und multiethnische Gesellschaften sind die Wiege der Gewalt schlechthin, sei sie groß oder klein." - das ist eine der grossen Wahrheiten an die wir uns immer erinnern sollten!

Laurenz
10. April 2019 01:33

Herr Camus antwortet nicht logisch. Welcher Rechte hat ein Interesse daran, Moslems als Opfer zu stilisieren? Ein Paradoxon. Wenn man auf Rabin, Sadat, Reagan, den Papst oder auch auf deutsche Amtsträger schoß, war man ein politischer Terrorist. Aber was soll beim Mord an politisch bedeutungslosen Menschen politisch sein? Eben, nichts. Selbst Trump läßt weniger Moslems umbringen als Obama. Und Trump wird als der eindeutig "mehr Rechte" unter beiden gelten. Was unsere jüdischen Freunde betrifft, so ist die Antwort von Herrn Camus inkorrekt. Unter den Opfern des Austauschs befinden sich Juden, wie sich auch Juden unter den Austauschern befinden. Austausch ist ja auch legitim, wie man an Israel und an dem vor Israel existierenden sogenannten Palästina sieht. Indigene Einwohner der Region wurden schon vor 3.000 Jahren von den einfallenden antiken Hebräern ausgerottet. Die Frage ist einzig, ob die für den Austausch Vorgesehenen sich auch austauschen lassen.

Der_Juergen
10. April 2019 06:19

Wenn man bedenkt, welches Elend die gesteuerte Masseneinwanderung, vor allem (aber nicht nur) die islamische, über die Völker Europa bringt, kann man eigentlich nur Erstaunen darüber empfinden, dass es bisher nicht mehr Breiviks und Tarrants gab. Beide Männer sind Verbrecher und hätten den Tod verdient, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie Nachahmer finden. Dem System wird es recht sein. Es braucht rechten Terror ganz dringend, um gegen die gewaltlose Rechte, verkörpert durch die Identitären, durchgreifen zu können.

Tobinambur
10. April 2019 08:39

Tolle Antworten von Camus. Klar und eindeutig. Ein brillanter und logisch denkender Kopf. Ganz im Gegensatz zu den Kommentaren von @Laurenz und @Juergen. Beide verkrampfen sich in Personifizierungen und verfehlen dabei eine klare Analyse. Das ist ein Zeichen von mangelndem abstrakten Denken. "Treibende Kräfte" sind zunächst immer abstrakte Kräfte und müssen als solche identifiziert werden, unabhängig davon durch welche (menschlichen) Träger sie "inkarniert" sind. Es sind schlichtweg Hypothesen, die sich bewähren müssen oder fehl gehen können. Bei der reflexartigen Identifizierung der Menge der Meinungsträger mit den Juden läuft aber meist in der Psyche etwas schief, was selbst der Analyse zugänglich ist. Nietzsche nannte diesen Geisteszustand: Ressentiment. Ein Zeichen der Sklavenmoral.

Der Gehenkte
10. April 2019 09:08

Vielen Dank für dieses Interview. Einmal mehr leistet SiN jene Arbeit, die die Presse eigentlich leisten müßte!

Camus zeigt - es ist ja auch nicht schwer - den argumentationslogischen Fehler dieser unsäglichen Gleichsetzung und Schlußfolgerung (Begriff führt zu Verbrechen) zur Genüge auf. Wer es nicht versteht, will es nicht verstehen.

Leider führen ihn die Ereignisse aber nicht zur Reflexion über die eigene Begrifflichkeit, die - wie gesagt - einige Schwächen aufweist. Im Deutschen übrigens mehr als im Französischen und Englischen. Man hätte "Replacement" auch als "Verdrängung", "Erneuerung", "Umgestaltung" o.ä. übersetzen können und man hätte auch statt "Replacement" vom "exchange", "shift" oder "substitution" sprechen können ... und der Begriff wäre weniger irreführend.

Nicht erst das Attentat hat das Ungenügende der Vokabel deutlich gemacht, die seither verbrannt ist und moderater verwendet werden sollte. Ich selbst bin persönlich ein großer Gegner der Sprachreinigung durch Verbrechen und halte etwa die Wortpolizei nach Hitler und Auschwitz (z.B. "völkisch", "Euthanasie") für falsch, aber ich bin auch Realist genug, um zu begreifen, daß bestimmte Begriffe in den Ohren der Menge unsagbar geworden sind und meide sie daher – und wenn nicht, dann muß ich ihren Gebrauch langwierig begründen.

Noch einmal: Der „Große Austausch“ versagt in all seinen Bestandteilen. Beide laden zur Verschwörungstheorie ein und werden exzessiv auch so genutzt. Hier sollten die Hauptzuträger der SiN endlich Flagge zeigen. Wer Metapolitik betreiben will, braucht anschlußfähige Kategorien.

Sind sie der Meinung, der „Austausch“ ist groß und zentral orchestriert (wie einige Foristen) oder sehen sie die Realität, daß wir einem quasi naturgeschichtlichen, vielfältigen, sehr differenzierten politischen, ökonomischen, ökologischen, sozialen und medialen Prozeß gegenüberstehen, der weder mit einer Generalmaßnahme zu stoppen ist, noch eine „große Macht“ als Motor hinter sich stehen hat, sondern von unzählig vielen „Mächten“, also Interessen, auf vielfältige Art und Weise - die es aufzudröseln gilt – zustande kommt?

Kubitscheks TV-Äußerungen haben diese Frage eigentlich beantwortet – es bedarf noch einer ausgefächerten Bearbeitung der Frage.

Auch der Begriff „Austausch“ ist inkorrekt, weil er eine zweiwertige Logik unterstellt. Null und Eins. Es wird aber nicht die Eins durch die Null ersetzt, sondern ein in sich beweglicher. liquider Zwischenzustand erreicht.

Auch die Eins und die Null sind in sich extrem divers. Es wird ja nicht das deutsche Volk durch etwa das syrische ersetzt oder dergleichen, sondern es findet eine sehr langsame Verdrängung einer nicht homogenen Menge durch eine nicht homogene andere Menge statt.

Solange das nicht begriffen und anerkannt ist und sich auch adäquat sprachlich widerspiegelt. läuft sich der Diskurs tot, wird es uns nicht gelingen, systemrelevant in die Debatte und erst recht nicht in die politische Entscheidung einzugreifen. Daher sollte es das Ansinnen aller Beiträger zur „Sezession“ sein – auch des Kommentariats – sich der Pflicht zur Differenzierung unterzuordnen.

ML: Als Slogan finde ich "der große Austausch" perfekt. Die Haarspalterei um seine begriffliche Präzision ist nicht sehr zielführend. Die wird ohnehin immer nur von jenen betrieben, die die Realität des Prozesses nicht anerkennen wollen. Sinnvoller ist es, diese Realität beharrlich nachzuweisen. Daß dieser Prozeß inzwischen politisch offen gewollt wird, ist ebenfalls leicht nachweisbar. Da sollte man sich nicht von dem Schlagwort "Verschwörungstheorien" abschrecken lassen. Daß diese ins Kraut schießen ist nun wahrlich kein Wunder.

Waldgaenger aus Schwaben
10. April 2019 09:18

@ML
in-nocence (unübersetzbares Wortspiel: die "Un-Schuld" oder "Nicht-Belästigung", ML),

Steckt da nicht auch das lateinische nocere (schaden) drin, schwingt dann in in-nocene auch die Bedeutung "nicht-schaden" oder "nicht schädlich sein" mit.

@Tobinambur
Ich kann Ihnen nur voll zustimmen. Der Reflex den das Wort "Juden" auslöst, ist rational nicht zu erklären.

Der Attentäter von Christchurch ist möglicherweise auch Opfer einen Form der digitalen Demenz. Er konnte nicht mehr zwischen Realität und den Blogs auf denen er sich herumtrieb und Ego-Shooter-Spiel unterscheiden konnte.

Ich nehme an, dass er in den nächsten Wochen regelrecht zusammenbrechen wird, wenn er in Haft keinen Zugang zum Internet, oder auch nur einem Computer oder smart phone hat und begreift, dass er für den Rest seines Lebens nie wieder Zugang zum Internet haben wird.

Der_Juergen
10. April 2019 09:49

@Der Gehenkte

In einigen Punkten stimme ich Ihnen zu. Ich würde in der Öffentlichkeit z. B. nicht von "Negern" sprechen, obwohl dies ein völlig wertneutrales Wort ist und es kein Synonym dafür gibt ("Schwarze" ist kein solches; die Äthiopier und viele Südinder sind auch schwarz, ethnisch von den Negern jedoch durchaus verschieden). Da "Neger" jedoch zum Schimpfwort erklärt worden ist, würde ich in einer Debatte trotzdem von "Schwarzen" oder "Schwarzafrikanern" reden, um unnötige Konfrontationen zu vermeiden. Statt "rassisch" würde ich "ethnisch" bevorzugen, statt "völkisch" einfach "national".

Anders verhält es sich beim Begriff des "Grossen Austauschs". Wenn wir stattdessen "Grosse Verdrängung" sagen, tönt das zunächst einmal weniger griffig, vor allem aber würde auch dieser Ausdruck flugs zum Schlagwort "rassistischer Verschwörungstheoretiker" erklärt.
erklärt. Wir dürfen dem Feind nicht die Deutungshoheit über die Begriffe überlassen und sollten die Dinge beim Namen nennen.

Wenn in Frankreich, Belgien und England ganze Stadtteile heute praktisch weissenfrei sind, hat dann dort ein Austausch stattgefunden oder nicht? Und solche Stadtteile werden immer mehr.

Und wer nicht begreift, oder vielmehr trotz seiner offenkundig sehr hohen Intelligenz nicht begreifen WILL, dass der Grosse Austausch gesteuert ist, dem kann man nicht mehr weiterhelfen. Glauben Sie denn, fast alle europäischen Regierungen hätten den Migrationspakt nur zum Zeitvertreib unterschrieben?

Dass die Masse der "Refugees welcome"-Schreier nichts von dem Grossen Plan weiss und nur aufgrund pseudo-humanitärer Emotionen (sowie vor allem in Deutschland und den USA als Folge des Schuldkults) so handelt, tut nichts zur Sache. Diese Schreier sind ja bloss das Fussvolk, die nützlichen Idioten, der Leute hinter den Kulissen.

@Waldgänger

"Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er es beim Kragen hätte."

Der Gehenkte
10. April 2019 09:54

@ Martin Lichtmesz

"Als Slogan finde ich "der große Austausch" perfekt."

Ich auch - das hatte ich in einem anderen Strang bereits betont. Er ist griffig, bildlich und aktiv. Die Defizite sehe ich in seiner Beschreibungskraft der Realität

"Die Haarspalterei um seine begriffliche Präzision ist nicht sehr zielführend"

Die Ablehnung der begrifflichen Präzision ist nicht sehr zielführend. Das Ringen darum als "Haarspalterei" zu bezeichnen, ebensowenig.

"Sinnvoller ist es, diese Realität beharrlich nachzuweisen."

Das ist freilich der springende Punkt! Dieses Nachweisen muß aber empirisch, also an der Realität orientiert, erfolgen und nicht ideologisch, d.h. nach Bestätigung der These suchend. Das ist unwissenschaftlich.

"Daß dieser Prozeß inzwischen politisch offen gewollt wird, ist ebenfalls leicht nachweisbar."

Er ist offen gewollt, aber eben nicht von e i n e r großen Politik, sondern besteht im Zusammenspiel vieler verschiedener politischer Interessen. Das muß akzeptiert werden.

"Da sollte man sich nicht von dem Schlagwort "Verschwörungstheorien""

Kommt darauf an, was man will. Wenn ein Begriff daran hindert, Zugang zum politischen oder medialen Zugriff zu bekommen, dann wäre es Fundamentalismus, ihn nicht zu variieren. Wenn man nur recht behalten will, dann kann man weiter darauf beharren.

quarz
10. April 2019 09:55

@ML

"Daß dieser Prozeß inzwischen politisch offen gewollt wird, ist ebenfalls leicht nachweisbar. Da sollte man sich nicht von dem Schlagwort "Verschwörungstheorien" abschrecken lassen."

Ironischerweise ist ja Kelly Greenhill, die ein Standardwerk zum Thema "gesteuerte Migration" geschrieben hat, zugleich eine führende Expertin zum Thema "Verschwörungstheorien" (und schreibt gerade ein Buch darüber) und als solche denkbar wenig gefährdet, ein Opfer einer solchen zu werden.

RMH
10. April 2019 10:07

Die Formulierung "großer Austausch" ist und bleibt mindestens so legitim wie die vom "Klimawandel", da diese Formulierung auch nur eine Zustandsbeschreibung bzw. Zustandsveränderung beschreibt ohne primär etwas über die Ursachen auszusagen. Und wer in den Kategorien der "Verschwörung" denkt, der ist mit der Form des "let it happen" immer argumentativ am Besten versorgt (Bestätigt durch den Kanzlerinnen-Spruch: "Nun sind sie halt da").

Hier möchte ich auch @Der Gehenkte widersprechen. Mit dem entsprechenden politischen Willen ist der "Austausch" auch mit Generalmaßnahmen stoppar oder wäre zu stoppen gewesen oder zumindest stark abmilderbar gewesen oder kann auch noch abgemildert werden.

Man könnte im Übrigen auch vom "großen Bevölkerungswandel" oder auch nur vom "Bevölkerungswandel" sprechen und das träfe es noch exakter, da ja keine Figuren aktiv vom Spielbrett genommen und gegen andere "getauscht" werden, sondern einfach unbegrenzt neu dazu kommen, wodurch der Wandel erzeugt wird. Wer also den Begriff "Austausch" für verbrannt hält, der soll doch bitte einfach nur vom Bevölkerungswandel sprechen und man kann in der tagespolitischen Arbeit weitermachen. Im Ergebnis bleiben die Probleme die gleichen.

PS: Man sehe sich bspw. einmal das Video "Le Grand Remplacement"von der französischen Frauenband Les Brigandes an (zu finden in Deine Röhre - mit deutschen Untertiteln, die Version mit dem Vorspann) und man wundert sich nicht, dass sich auch Camus - eigentlich völlig ohne Not - veranlasst sah, hier einmal klar und deutlich zu sagen, dass die jüdischen Mitbürger in Europa die ersten Opfer des großen Austausches sind.

Monika
10. April 2019 10:52

Zunächst danke, dass Renaud Camus die Sache klarstellen kann.
Niemand wird ihn für die Tat in Christchurch verantwortlich machen (können). Das wäre ja völlig ab - wegig.
Allerdings finde ich es immer wieder ärgerlich, wie unscharf und ungenau französische Philosophen argumentieren. Egal, ob rechte oder linke. Das können die Deutschen besser, das Philosophieren.
Ein paar Überlegungen zu Camus ' Argumenten
1. "Juden organisieren nicht den Großen Austausch. Sie sind seine ersten Opfer" ( Camus)
Frage: Wer organisiert dann den "Großen Austausch" ? Wie war das mit George Soros und ähm ...dessen Herkunft ? Ist ja ein "Narrativ" im rechten Lager.
2. "Das zentrale Konzept meines POLITISCHEN Denkens ist die in-nocence" .." aus exakt diesem Grund, weil ICH gegen Gewalt bin, trete ich für das Ende der Masseneinwanderung und den Beginn der Remigration ein".(Camus)
was ist das für eine Logik ?
a) das Betonen der persönlichen Gewaltlosigkeit ist kein Garant dafür, dass das politische oder religiöse Konzept gewaltfrei durchfürbar ist. Das gilt für rechte und linke und auch religiöse Betoner von Gewaltlosigkeit !
Es gab nur einen gewaltlosen Menschen. Aber dieser Mensch hat keine Politik gemacht und auch kein poltisches Programm verkündet. Aber das muss man auch erst mal glauben.
3. Die ideologische Rechte unterliegt dem gleichen Fehler wie die Linke, indem sie glaubt, die Verursacher des Übels, des Bösen ausgemacht zu haben.
Camus :" multikulturelle und multiethnische Gesellschaften sind die Wiege der Gewalt schlechthin"
So einfach ist das nicht. . Selbst als die Franzosen und Deutschen noch sauber getrennt waren, gab es Gewalt zu Hauf ! Man denke an die großen Materialschlachten, an Verdun..etc. da sind die multikulturellen Verwerfungen noch harmlos.
Das kann sich natürlich ändern. Und dann ist die persönliche Gewaltlosigkeit auf das heftigste in Frage gestellt.
Und dann ist damit auch keine Politik zu machen. Wie soll etwa eine Remigration friedlich ablaufen bei einer sehr großen Anzahl von Menschen ?
Was also ist die Wiege der Gewalt ? Im ethischen, anthropologischen, religiösen, politischen Sinne usw.
ab hier erst würde eine Diakussion spannend.
P. S. nichts für ungut !
Ich habe Martin Sellner auch schon mal eine größere Summe gespendet...

Waldgaenger aus Schwaben
10. April 2019 11:27

@ Der Gehenkte, @ ML

Nicht nur dem Begriff "Austausch" habe ich meine Schwierigkeit, sondern auch damit, dass etwas bezeichnet wird, das in Deutschland so nicht zutrifft.

In Frankreich mag es ja zutreffen, dass die einheimische Bevölkerung zurückgeht und die Zahl der Einwanderer aus Nordafrika zunimmt. Und dass dafür der Slogan "Der große Austausch" verwendet wird, mag für Frankreich gut und richtig sein.

Aber in Deutschland, haben wir eine viel heterogenere Einwanderung als in Frankreich.

Ml: Das macht am Ende wenig Unterschied, wie homogen oder heterogen die Völker sind, die die Deutschen (oder irgendein anderes angestammtes Volk) ersetzen. Deutschland ist einfach in einem früheren Stadium als Frankreich oder Großbritannien.

In Deutschland gelten Österreicher, Kroaten, Ungarn, Polen etc. genauso als Bürger mit Migrationshintergrund, wie Nordafrikaner oder Schwarz-afrikaner. Und eine Zuwanderung aus (und Abwanderung nach) Osteuropa gab es in Deutschland schon immer. Namen wie Kubitschek zeugen davon.

Ich will es deshalb grundsätzlich in Frage stellen, ob "Der große Austausch." ein auf Deutschland übertragbarer Slogan ist.
In gewissen Vierteln unserer Städte sieht es aus wie im Orient, das stimmt. Aber dafür wäre ein Slogan zu finden, der nicht die anderen Einwanderer trifft.

Der_Juergen
10. April 2019 11:53

@Waldgänger

Auch in Frankreich gibt es enorm viele Bürger "mit Migrationshintergrund": Polen, Portugiesen, Spanier, Italiener u. a. Diese Menschen sind sowohl ethnisch als auch kulturell gut integrierbar. Haben Sie schon mal was von Polen- oder Italienerghettos in Frankreich gehört? Oder in Deutschland?

Die Nachfahren der polnischen Arbeitsmigranten im Ruhrgebiet haben sich mühelos assimiliert. Polen sind ethnisch nicht von Deutschen zu unterscheiden und gehören wie diese dem abendländischen Kulturkreis an.

Wer vom "Grossen Austausch" spricht, denkt weder an Polen noch an Griechen oder Spanier und auch nicht an Holländer oder Dänen, sondern an ethnisch und kulturell fremde Menschenmassen aus Afrika und dem Nahen Osten. Das wissen Sie ganz genau. Sie haben also eine Nebelkerze gezündet.

Michael B.
10. April 2019 12:15

"Grosser Austausch"

Wie von einigen Schreibern schon festgestellt - eigentlich falscher Begriff, da ja nichts Eins-zu-Eins ersetzt wird (wo ist meine Scholle in Nigeria?). Klingt aber viel knackiger als das eigentlich bedrohlichere 'Verdraengung': Das wird erst ans Herz gehend, wenn die Methoden haerter werden und nicht mehr verdraengt, sondern vernichtet wird.

> Was also ist die Wiege der Gewalt ?

Der Begriff ist zu unscharf und hat leider die bekannte Negativkonnotation, mit der sich so "gut" pauschalisierend arbeiten laesst, womit man en passant aeusserst bequem all die unangenehmen Auseinandersetzungen tabuisieren kann, die auf Handeln statt Diskussion beruhen (und nur so bestritten werden koennen). Was ist mit Staatsgewalt und ihren ganz verschiedenen Auspraegungen, was mit Normativen, speziell in bevoelkerungsreichen Laendern? Das Laecheln der Suedostasiaten ist auch Gewalt am Einzelnen, begrenzt aber physische Gewalt. In den mohammedanischen Staaten klappt das weniger gut.

Ich wuenschte, man koennte mit dem Begriff freier hantieren, denn ausgeuebte Gewalt ist eine unersetzbare Dimension von Handlungsfaehigkeit. Die Ueberlegte wie auch ihre Entartungen, das ist die Crux: Wenn man hier Scheren der Ununterscheidbarkeit im Kopf errichtet, ist das kontraproduktiv. Wer sich immer auf 'Diskurs' zurueckdraengen laesst, aendert nichts. Dinge wie z.B. der Paragraph 20 GG z.B. werden damit auch gegenstandslos, weil die Wahrnehmung wie die Beschneidung der dort angesprochenen Rechte Gewalt im Sinn der Durchsetzung und eben nicht des Geredes erfordern. Dass das im Fall der Wahrnehmung der dort beschriebenen Rechte nicht im Rahmen der eigentlich bis dahin normalen Gesetzlichkeit erfolgen kann, liegt eigentlich bei dem speziellen Gegner in diesem Fall - staatliche Gewalt(!) ausuebende Entitaeten - auf der Hand. Verschiedene Institutionen - eben gerade die Justiz - sind dann nicht nutzbar. Dafuer genau ist ja dieser Paragraph geschaffen worden.

heinrichbrueck
10. April 2019 13:05

@ Der Gehenkte
In welchen politischen Rahmen soll denn differenziert werden?
Es ist kein Beweis der Macht, wenn die Menge den politischen Beweis denken könnte. Der demokratische Wähler darf den Gedanken nicht auftauchen sehen, der ihm die Ausrottungspläne seiner Feinde denken ließe. Macht ist unangreifbar.
Unterordnung ist ein gutes Stichwort. Die Masse ordnet sich immer unter - der natürlichen Ordnung, dem Stärkeren. Vielleicht begreift sie auch den realen Ausrottungsprozeß, zumindest auf einer spirituellen Ebene, aber sie ist unfähig und ohne größeren Organisationsplan, generalstabsmäßig dagegen vorgehen zu können. Sie wird der Macht des „Großen Austauschs“ eher zujubeln. Für die Wahlmasse, die nicht mehr in Machtkategorien denken gelernt hat, schließlich soll sie demokratisch abstimmen können, wird die Funktionsweise der Realität individuell anders rezipiert. Sie hat den „Großen Austausch“ politisch positiv verstehen gelernt, wenn auch zuweilen ungute Gefühle sich beimischen, gerade weil der Alltag nicht gänzlich Phantasie sein kann. Macht, die konspirativ Gegenströmungen erzeugt, gegen die Attentate verübt werden, ist keine langfristig erfolgreiche Macht. Die Identitären greifen auf der spirituellen Ebene an, das positiv konnotierte völkische Königtum, deshalb der Versuch der Befleckung. Am Ende siegt die Demut über den Hochmut.

@ Der_Juergen
„Polen sind ethnisch nicht von Deutschen zu unterscheiden und gehören wie diese dem abendländischen Kulturkreis an.“
Aber erst nach der generationenlangen Assimilation, sonst wären es immer noch Polen. Deutschsprechende Polen sind keine Deutschen.
Der „Große Austausch“ ist antiweiße globale Politik, der das spirituelle Sein der Weißen ausrottet.

Waldgaenger aus Schwaben
10. April 2019 13:18

@Der_Juergen @ML

Nein keine Nebelkerze. Von offizieller Seite wird verkündet, dass viele Menschen in Deutschland schon einen MighiGru haben, bei allen sind es 25% und bei den Kindern unter fünf Jahren schon 39% .

https://www.bpb.de/wissen/NY3SWU,0,0,Bev%F6lkerung_mit_Migrationshintergrund_I.html

Subtext: Es ist sowie schon zu spät was dran zu ändern. 40% der Bevölkerung kann man nicht wieder heim schicken. Also:
"Rechte, gebt auf! Der große Austausch ist nicht mehr zu stoppen!"

Dabei wird oft bewusst nicht aufgeschlüsselt, wie sich diese Migrationshintergründigen in Deutschland zusammen setzen. Dass Rechte diese Zahlen einfach übernehmen und in alarmistischen Botschaften verwenden, finde ich jedes Mal ärgerlich.

Die von mir verlinkte Seite schlüsselt auf:

Die meisten der 19,3 Millionen Personen mit Migrationshintergrund stammten im Jahr 2017 aus der Türkei (14,4 Prozent), gefolgt von Polen (10,9 Prozent), Russland (7,2 Prozent), Italien und Rumänien (jeweils 4,5 Prozent). Kasachstan und Syrien sind mit Anteilen von 6,4 bzw. 3,7 Prozent die wichtigsten nicht-europäischen Herkunftsländer.

Niekisch
10. April 2019 13:27

@ Martin Lichtmesz zu Der Gehenkte 9:08:

Perfekt ist der Begriff "der große Austausch" nicht. Denn er gibt tatsächlich von vorneherein Anlaß zur Frage, wer oder was denn da austauscht und schon geht der weltanschauungsgeleitete Diskurs los. Nach etwas Nachdenken: "Bevölkerungswechsel" Da wird natürlich sofort der Einwand kommen, der Begriff sei zu langweilig neutral. Immerhin läßt er metapolitisch gesehen zu, daß die verschiedensten (Fach)leute mit Fach übergreifenden Argumenten diskutieren können.

Laurenz
10. April 2019 14:52

@Tobinambur ....... nur weil jemand auf SiN veröffentlicht wird, zeugt das noch nicht automatisch von Logik und Brillanz. Wir sind hier nicht auf einem Parteitag der SED. Von beiden Eigenschaften, oder gar der des erfolgreichen Denkens, ist in dem Interview leider nur wenig zu finden.
@Der Gehenkte (1. Kommentar) .... man könnte Replacement auch mit "gewünschter Verblödung" übersetzen.
@RMH .... der grundsätzliche strategische Fehler und die mangelnde Qualität der Gedanken von Herrn Camus basieren auf der denkenden Defensive. Wer auch immer einen Austausch wünscht, man kann gegen die Austauscher wenig ausrichten, sitzen die doch meist im Ausland und hier sind nur ihre Erfüllungsgehilfen anwesend. Politische Offensive, ist, wie die militärische -, meist Erfolg versprechender. (Zitat - der alte Fritz: "Angriff ist die beste Verteidigung"). Es gibt überhaupt keinen logischen Grund, irgendwelche Menschen, faktisch nicht Klima-neutral, in das völlig übervölkerte Europa zu befördern, UNO hin oder her. Viel sinnvoller ist es, die Weltverbesserer und Austauscher aufzufordern, sich selbst dorthin zu befördern, wo die Welt noch gerettet werden muß, zum Beispiel in Kriegsgebiete und die Kriegsgegner zu replacen. Ist doch z.B. in Israel gut gelaufen. Der Rechten, mit Verlaub, fehlt einfach Phantasie, und in der Debatte sieht der üblicherweise einsetzende Rechtfertigungsmodus nie gut aus.
@Monika .... schön geschriebener Beitrag ... Ihr Zitat- Es gab nur einen gewaltlosen Menschen. Aber dieser Mensch hat keine Politik gemacht und auch kein poltisches Programm verkündet. Aber das muss man auch erst mal glauben.- Zitatende .... Frage: Meinten Sie mich damit? Wenn ja, vielen Dank.
@Waldgaenger aus Schwaben .... Deutschlands Bevölkerungsdichte von 231 Einwohnern pro Quadrat-KM reicht von Mecklenburg-Vorpommern mit 70 (was auch schon viel ist) bis ins Ruhrgebiet mit über 1.100. Wir brauchen daher dringend Abwanderung. Das viel zitierte Rentenproblem ist ein Scheinargument. In 30 Jahren sind wir, die Geburten-starken Jahrgänge größtenteils tot, Problem gelöst. Und China, mit der ehemaligen 1-Kind-, jetzt 2-Kind-Politik, hätte laut dieses Arguments längst Pleite sein müssen. Es gibt also keinen Grund für Zuwanderung welcher Art auch immer.
@Der_Juergen .... 7/8 der im Ruhrgebiet arbeitenden historischen Polen, mehrheitlich im Ruhrgebiet, gingen nach Polen zurück. https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrpolen
@heinrichbrueck .... Polen unterscheiden sich wohl subtil von der einen Hälfte der Deutschen, da der keltische Anteil bei Deutschen um ein wesentliches höher ist als bei den Polen, Asen (Skytho-Sarmaten, zu denen auch die Polen gehören) und Wanen in der Edda. Ich lasse jetzt mal die Debatte um die Existenz von Slawen oder nicht, beiseite, auch wenn ich zu den Verfechtern von "Es gibt keine Slawen" gehöre. Aber die Polen sind einer von 20 ost-germanischen Stämmen, die sich um die Region Warschau kloppten und stammten ursprünglich aus den Prypjatsümpfen.
@Niekisch .... ich würde vom kapitalistischen Sklavenhandel und klima-unverträglichen Einwanderungs-Rassismus schreiben/reden. Es ist immer günstiger auf das Vokabular des politischen Gegners zurückzugreifen.

Dieter Rose
10. April 2019 15:25

Wir sind keine Hellseher.

Aber im Augenblick sieht es für mich
so aus, als ob das Christentum
gegen den Islam ausgetauscht werden soll,
die Hinzukommenden gegen
die schon länger hier Lebenden.
Eine Durchmischung der Ethnien (gerade
gelernt) wird schon von Seiten der
Kommenden nicht unbedingt gewünscht,
ein kurzes "Erkennen" wohl gern,
aber sonst lieber mit den Eigenen

Gelddrucker
10. April 2019 16:01

@Waldgänger

Applaus, das finde ich sehr wichtig, dass mal jemand die konkreten Zahlen nennt und wie sie zustande kommen. Natürlich kann keiner 40% der Neugeborenen heimschicken, will auch niemand, außer vielleicht ein paar Fantasten, die Hitlers Geburtstag feiern. Es nervt auch, wenn teilweise auch nationale Blogs/Youtube-Kanäle in Defätismus verfallen, während sie den Nichtswissern diese demotiverenden Zahlen unterjubeln.

Mein Vorschlag wäre sowieso, nachdem wir den Rest unsereres aktuell so umotiviert dahindümpelnden Volkes davon überzeugt haben, dass ein deutsches Deutschland doch irgendwie besser ist als ein ethnisch zersplitterter Afro-Araber-Mix, es den Einwanderern nahezulegen, die Namen einzudeutschen. Das ist überhaupt kein kruder Vorschlag, sondern wird bereits seit Jahrzehnten bei Russlanddeutschen praktiziert (apropos, die hohe Zahl der Einwanderer aus Kasachstan, das sind zum allergrößten Teil ethnische Deutsche).

Das "Blut", das in irgendjemandem fließt, ist mir herzlich egal. Ich will eine Umgebung, in der ich mich heimisch fühle, und wenn aus Pavel Nemec Herr Paul Nemetz wird, ist die Assimilation perfekt.

Augustinus
10. April 2019 16:31

Unabhängig vom Attentat in Neuseeland, fand ich den Ausdruck "Der große Austausch" immer seltsam, weil Tausch so klingt, als würde der Masseneinwanderung eine Massenauswanderung gegenüberstehen. Substitution finde ich besser. "Genozid durch Substitution" ist missverständlich, weil man mit Genozid immer eine Ermordung einer größeren Menschengruppe verbindet (auch wenn das faktisch nicht ganz richtig ist). Bevölkerungsersetzung klingt zwar nicht so gut, aber so was in der Richtung fände ich besser.

Eine Bevölkerungsschrumpfung von 80 auf 60 Mio. fände ich nicht weiter schlimm. Ich weiß nur nicht warum die "fehlenden" 20 Mio. durch Einwanderer ersetzt werden sollten. Eine konstante Wirtschaftsleistung ist bei einer schrumpfenden Bevölkerung nicht erforderlich, sofern man davon ausgeht, dass die Güterproduktion dem Volk dienen soll.

Die Welt leidet nicht an dem Problem der Unterbevölkerung.

Im Mittelalter haben in Deutschland nur rund 5 Mio. Menschen gelebt. In der Mehrzahl waren es aber Deutsche.

Gelddrucker
10. April 2019 17:40

@Augustinus

Die Haupttreiber dieses Greuels, die keine homogene Gruppe sind, haben damit aber ein gewaltiges Problem.

Denn dann würde die Umsatzkurve deutlich nach unten zeigen und die fetten Jahre wären vorbei.

Wenn doch nur die Linken endlich kapieren würden, dass sie ihrem Todfeind in die Hände spielen.

quarz
10. April 2019 18:12

Ich sehe keinen großen Sinn in subtilen semantischen Erörterungen über den Ereignisaspekt oder den intentionalen Aspekt des Austauschbegriffs. Jeder, der verstehen will, weiß eh, worum es geht. Und wer das Offensichtliche nicht wahrhaben will, dem werden auch semantische Nachjustierungen die Augen nicht öffnen.

Halten wir einfach die Fakten fest:
1) Es findet nachweislich eine große demographische Veränderung statt, im Zuge derer der Anteil der (ethnischen) Deutschen an den Territorialbewohnern schnell sinkt.
2) Es gibt von politischer und wirtschaftlicher Seite nachweislich nicht nur Lob für diese Veränderung (die einschlägigen Zitate sind uns geläufig), sondern auch strategische Maßnahmen zu ihrer Beförderung.

Und das mag jetzt jeder nennen, wie er will.

Die andere Seite
10. April 2019 18:40

"Der große Austausch" beschreibt die verbrecherische Situation in Europa schon recht treffend. Auf keinen Fall sollten wir in der Wortwahl nach harmloseren Begriffen suchen. Diesen Völkermord auf Raten kann man gar nicht treffend genug bezeichnen.
Und selbstverständlich ist von Regierungsseite alles so gewollt. Lange vor 2015 hat das BAMF u.a. auf arabisch um "Einwanderer" geworben. Die CDU hatte replacement und resettlement zur letzten Wahl im Wahlprogramm. Ein Einwanderer würde sich im Aufnahmeland aus eigener Kraft etwas aufbauen und seinen Lebensunterhalt selbst erarbeiten. In Deutschland lässt die Regierung die "Einwanderer" komplett durch die einheimische Bevölkerung miternähren und vollversorgen. In allen sozialen Fragen werden die Zuwanderer besser gestellt als das eigene Volk. (Recht auf Wohnung bereitgestellt vom Amt, Zugang zu sozialen Leistungen ohne Eignungsprüfung, Rechtsprechung Scharia gegen geltendes Recht...)
Gerade auch im öffentlichen Raum ist eine aggressive Verdrängung alteingesessener Bürger durch Neuankömmlinge zu beobachten. Von Nebeneinanderherleben kann keine Rede sein. Je zivilisierter ein Bürger ist, umso stiller zieht er sich zurück bei dem aggressiven lauten unzivilisierten Auftreten tribalistischer Massen. Es gibt mittlerweile große Teile des städtischen Raumes der als Landnahme gewertet werden muss und von Deutschen praktisch nicht mehr genutzt wird.
Und selbstverständlich muss jede Art von Remigration zur Diskussion stehen. Genauso wie für uns die momentanen Zustände im Land vor Jahren unvorstellbar waren, genauso muss Remigration in z.Z. unvorstellbaren Dimensionen gedacht werden.

deutscheridentitaerer
10. April 2019 18:44

@Gelddrucker

"Blut" ist doch nur eine Chiffre für Herkunft, Abstammung und der damit meist korrespondierenden kulturellen Identität.

Ich garantiere Ihnen, ab einem gewissen Prozentsatz fremden Blutes in den Menschen ihrer Umgebung, und Ihr Heimatgefühl hat sich erledigt. Ein Pole ist natürlich wesentlich unproblematischer als ein Nigerianer, aber selbst der Pole bedeutet bereits eine Belastung des Heimatgefühls. Wer in den Nullerjahren in Gegenden mit einem hohen Anteil an Russlandeutschen aufgewachsen ist, hat sich dort als deutscher Jugendlicher durchaus fremd gefühlt.

Ergon
10. April 2019 19:30

@quarz Der Umfang, in dem der Anteil der ethnisch Deutschen an der Gesamtbevölkerung sinkt, z.B. im Sinn einer negativen Wachstumsrate, ist keineswegs klar, und zwar weil neben den Zuwanderern aus den Anwerberstaaten die Aussiedler, die - der Terminus ist explizit im Bundesvertriebenengesetz enthalten - deutscher Volkszugehörigkeit sind, die größte Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund darstellen. Eine weitere Eigenheit des Begriffs besteht in der Zählweise, d.h. eine Person hat schon dann einen Migrationshintergrund, wenn es nur für einen Elternteil zutrifft. Für eine demographische Projektion, die die von Ihnen verwendeten Begriffe "groß" und "schnell" präzisieren könnten, stellt der Migrationshintergrund keine geeignete Grundlage dar.

Ihr zweiter Punkt über den intentionalen Aspekt, also die bewusste Beförderung der Massenmigration, trifft sicherlich zu, eine genauere Analyse in Bezug auf Motive, Hintergründe und der Bedeutung funktionaler Aspekte dürfte aber ausgesprochen kontrovers sein. Die Kritik an der semantischen Unschärfe des Begriffs des "großen Austausch", die es erlaubt, ihn je nach Bedarf (Diskussionsrunde, politische Agitation) auszulegen, ist aber berechtigt, vor allem wenn er, wie nicht selten, für apokalyptische Szenarien herhalten muss und sich die Frage nach der Intention der Verwender des Terminus stellt.

Immer noch S.J.
10. April 2019 20:32

Es ist schade, dass hier die Art der Wortwahlgymnastik stattfindet, mit der die Zivilgesellschaft die Wortwahl ihrer Kritiker auf die Goldwaage legt. Das Nomen „Austausch“ sagt noch vor der Lektüre des Buches von Renauld Camus in einem allgemeinen Sinn, dass etwas Vorhandenes durch etwas Anderes ersetzt wird und dass dieser Vorgang umfangreich („groß“) abläuft. Im konkret politischen Kontext beschreibt der Begriff die Tatsache, dass offensichtlich nicht nur in Frankreich, sondern allgemein in Westeuropa bestehende Gesellschaften mit bislang hinreichender Homogenität und relativ stabilen kulturellen Merkmalen – bedingt durch ein verhaltenes Tempo sowie ein begrenztes Ausmaß der Migrationsprozesse – nun in Stress geraten sind. Die Menschen registrieren, dass Migration schneller und umfangreicher geschieht. An sich ist das eine unaufgeregte Feststellung. Jeder sollte das Recht haben, die Dinge so zu benennen, wie er sie wahrnimmt. Jeder versteht, was gemeint ist.

Eben weil der Begriff „Großer Austausch“ so anschaulich ist und politisch funktioniert, versucht man ihn offensichtlich zu kriminalisieren, indem seine Verwendung als Beweis für – man höre und staune – extremistisches, mindestens aber rassistisches Denken behauptet wird. Es ist zu vermuten, dass diese hysterische Wortklauberei noch aggressiver wird, da die Gesellschaft mit den Folgen der Vorgänge überfordert ist und dies erfahrungsgemäß in Aggression und Aktionismus übergeht. Mich interessiert übrigens herzlich wenig, wer oder was den „Großen Austausch“ in Gang gesetzt hat oder ob es jemanden gibt, der sich aufregt, wenn ich die Worte „Großer Austausch“, „Weihnachtsbaum“, „Volk“ oder „Sommerschlussverkauf“ verwende. Mich interessiert einzig und allein, ob eine Regierung den gesellschaftlichen Frieden wahren kann, ob sie Krisen meistert oder zügig handelt. Kurz: Ob sie den Eindruck vermittelt, einen Auftrag umzusetzen. Auch interessiert es, ob eine Gesellschaft den mehrheitlichen Willen erkennen lässt, genau diese Ansprüche erheben zu wollen.

quarz
10. April 2019 20:43

@Ergon

"Für eine demographische Projektion, die die von Ihnen verwendeten Begriffe "groß" und "schnell" präzisieren könnten, stellt der Migrationshintergrund keine geeignete Grundlage dar."

Ich gründe mein Urteil auch in erster Linie auf den Augenschein. Und der rechtfertigt diese Begriffe. Ich erinnere mich, wie das Land vor einiger Zeit ausgesehen hat, und ich sehe, wie es heute aussieht.

Waldgaenger aus Schwaben
11. April 2019 07:21

@Gelddrucker
Danke für Ihre Worte. Oft fühle ich mich hier als einsamer Rufer in der Wüste.

Das Ziel ist das Bewahren der deutschen Identität. Es zu erreichen, setzt eine rationale Analyse des Ist-Zustandes voraus. Ich war selber überrascht, als ich sah, dass wir mehr Menschen mit polnischem und russischem Migrationshintergrund in Deutschland haben, als Türken und Syrer.
Migrationshintergrund bedeutet, dass der Betreffende selber oder ein Elternteil eingewandert ist.
Wir haben unter den Zuwanderern Menschen mit sehr unterschiedlicher Assimilationsbereitschaft und -fähigkeit.

Machen wir etwas daraus!

Die Assimilationsbereitschaft und -fähigkeit läuft allerdings nicht haarscharf entlang ethnischer Grenzen. Es gibt auch sehr gut assimilierte Türken. Der Bremer AfD-Politiker Magnitz, der durch den Überfall auf ihn bundesweit bekannt wurde, ist mit einer Türkin verheiratet und hat vier Kinder, die eventuell dann auch zu den Menschen mit türkischem Migrationshintergrund zählen. Was ist eigentlich aus den Ermittlungen zum Überfall auf ihn geworden?

Noch was: Für den Kommentar zum Beitrag von Benedikt Kaiser habe ich die Zahlen für den Wanderungssaldo gesucht.
Zuwanderung ist ein hoch dynamisches Geschehen.
2017 sind 1,55 Millionen eingewandert und 1,13 Millionen haben das Land verlassen. Die Zusammensetzung der Bevölkerung kann sich sehr schnell verändern, auch wenn der Saldo der Zuwanderung gering bleibt.
Wir müssen auch auf die schauen, die gehen.
Die Zahlen :
2015 2016 2017
Zuwanderung 2.137.000 1.866.000 1.550.000
Abwanderung 998.000 1.368.000 1.134.000
Wanderungsüberschuss 1.139.000 498.000 416.000

Monika
11. April 2019 09:00

ML: Als Slogan finde ich "der große Austausch" perfekt. Die Haarspalterei um seine begriffliche Präzision ist nicht sehr zielführend. Die wird ohnehin immer nur von jenen betrieben, die die Realität des Prozesses nicht anerkennen wollen. Sinnvoller ist es, diese Realität beharrlich nachzuweisen. Daß dieser Prozeß inzwischen politisch offen gewollt wird, ist ebenfalls leicht nachweisbar. Da sollte man sich nicht von dem Schlagwort "Verschwörungstheorien" abschrecken lassen. Daß diese ins Kraut schießen ist nun wahrlich kein Wunder.

In seiner Rede auf dem Neuen Hambacher Fest (5.5.18) sagt Thilo Sarrazin ( ab min 12 youtube) , dass die Begriffe "Umvolkung" und "Bevölkerungsausaustausch" polemische Begriffe seien, die nicht zu seinem Wortschatz gehören und die er vermeide.
Eine Tatsache aber sei, dass sich durch die Masseneinwanderung aus dem isalmischen Kulturkreis die Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung in hohem Tempo verschiebe, wodurch die deutsche und europäische Lebensart bedroht sei.
Auch wenn man die Realitöten beharrlich nachweist und polemische Begriffe vermeidet, entkommt man nicht dem Politischen Gegner . Die Einordnung in die rechtsradikale Ecke erfolgt trotzdem und man wird mundtot gemacht. Eine begriffliche Präzisierung sollte man nicht durchführen, um den politischen Gegener zu überzeugen, sondern um im eigenen Lager Klärungen herbeizuführen und voranzukommen.
Genauer wäre m. E. der Zusammenhang von Ethnie und Kultur herauszuarbeiten. Auch eine Masseneinwanderung von fleissigen Chinesen würde ja die europäische Lebensart verändern.

RMH
11. April 2019 09:45

Das Thema der Zuwanderung aus den ehem. Gebieten der UdSSR und aus Osteuropa ist fast schon so etwas wie ein Tabuthema unter den den Rechten. Gut, dass es einmal deutlich angesprochen wird. Dass es sich dabei aber um "ethnische Deutsche" handeln soll, ist aber ein großes Stück weit wishful thinking bzw. sich die Sache schön reden. Zumindest beim Gros, was seit den letzten 20 Jahren zu uns kommt, ist es offensichtlich, dass es sich hier in der Mehrheit um KEINE ethnischen Deutschen mehr handeln kann.

Wie auch immer, der Austausch, der "Wandel" geht voran und ich muss mir die Zuwanderer aus der ehem. UdSSR und anderen osteuropäischen Gebieten nicht als vermeintliche Deutsche schön reden, um zum begreifen, dass wir paar Restdeutsche uns dringend um die ganzen Osteuropäer bemühen müssen, um sie als Verbündete und Partner zu gewinnen (unsere Kinder werden vermutlich genau dort auch ihre Ehepartner finden, so wie bereits jetzt viele dort ihre Ehepartner finden). Im Rahmen des real stattfindenden Bevölkerungsmixes geht es darum, Mehrheiten zu bekommen und zu erhalten und nicht um den von den linken aufgezwungenen Totschlag-Begriff einer "Homogenität", selbst wenn man diesen dann als "relativ" annehmen will.

Dabei ist es denknotwendig so, dass wir uns mit diesen Kreise und Schichten zusammentun müssen. Dafür fresse ich sogar Kreide und sage, dass sie Deutsche sind, auch wenn es eigentlich nicht so richtig stimmt (ein Opa allein macht noch keinen ethnischen Deutschen).

Beispiel aus der Grundschule (Bayern) meines jüngsten Kindes: Mein Kind ist neben einem anderem das einzige ethnisch deutsche Kind (also mit 4 deutschen Großeltern) - der überwiegende Rest hat osteuropäische Wurzeln sowie 1x aus Griechenland, 1 x aus der Türkei und 1 x Syrien sind auch dabei. Dementsprechend sieht dann auch der Kindergeburtstag bei uns aus ...

Der Drops des Wandels ist faktisch gelutscht und es geht nur noch um eine Abmilderung und um ein Heraushalten der Nichteuropäer und der Nicht-Ex-UdSSR-Asiaten. An den Osteuropäern/ Ex-UdSSRlern führt kein Weg mehr vorbei - bei uns im Inneren und als Land gesehen, dann auch Außenpolitisch.

Der Gehenkte
11. April 2019 09:48

@ Monika

„Auch wenn man die Realitöten (sic! Schöner Tippfehler!) beharrlich nachweist und polemische Begriffe vermeidet, entkommt man nicht dem Politischen Gegner“

Dieser Satz bringt eine Differenz zwischen den beiden Interpretationslagern perfekt zum Ausdruck. Die einen denken von hinten, die anderen von vorn.

Wenn man "von hinten" denkt, also nur die Konsequenzen bedenkt, dann kann man zu dem Schluß kommen, daß es gleichgültig sei, ob der Begriff sachlich korrekt ist oder nicht, denn der politische Widersacher würde auch eine bessere kategoriale Beschreibung des Vorganges vehement ablehnen.

Aber auch dieser Gedanke beruht auf einem Irrtum! Wahrscheinlich würde ein Teil der Gegner sich tatsächlich nicht ändern, aber es gäbe immer wieder Ränder, die sich dadurch erweichen, Augen, die sich öffnen lassen. Man muß aber den versteinerten politischen Gegnern nicht noch zusätzlich Munition liefern – das scheint mir taktisch falsch zu sein. (Ein Daniel-Pascal Zorn z.B. – ohne dieses Faß aufmachen zu wollen – kann den Großteil der Argumente schon im logischen, also vordiskursiven Bereich abschmettern, weil er sich antrainiert hat, kategoriale und logische Unschärfen auszukunden (die er freilich selber hat)).

Wenn man "von vorn" denkt, dann denkt man aus einem inneren Fundament heraus und dieses Fundament enthält bestimmte Werte. Dazu gehören Ehrlichkeit, Seriosität und Wissenschaftlichkeit. Wenn ich einen Begriff als einen unsauberen erkenne, dann lehne ich ihn ab – ganz gleich welche hervorragende propagandistische Wirkung er entfalten kann.

Wer „Großer Austausch“ sagt, steht in der Erklärungspflicht, daß dieser Begriff den Tatbestand, die Realitöt so gut als möglich beschreibt, besser als seine Alternativen. Meines Erachtens – und ich habe das verschiedentlich begründet – tut er das nicht. Meines Erachtens ist Camus‘ Argumentation – so verdienstvoll sie ist – in dieser Hinsicht nicht sauber.

Die ganze Diskussion finde ich erstaunlich: daß man überhaupt an einer Kategorie kleben bleibt, die die Realität nicht erfaßt! Sowohl in den Naturwissenschaften als auch in der ernstzunehmenden Philosophie wäre das undenkbar, es sei denn man öffnet den Begriff und macht ihn zum Gefäß, in den jeder alles hineingießen kann, wie etwa bei der „Dialektik“ oder „Materialismus“ oder „Epikureismus“ oder auch „Rassismus“. Diese Begriffe sind heute so unscharf, daß man sie als Keulen gegen alles und jeden gebrauchen kann und sie in einer ernsthaften Diskussion gleich zu Beginn überhaupt erst neu und umständlich klären muß.

Es fällt mir auch schwer, einen ernsthaften Denker, der ein wesentliches Buch wie „Kann nur ein Gott uns retten?“ geschrieben hat, an dieser Front bis zum letzten Blutstropfen kämpfen zu sehen.

ML: Das verstehe ich nicht. Welche Front? Welcher Blutstropfen? Diese "Kategorie" umfaßt die Realiät ausgezeichnet.

Ergon
11. April 2019 16:26

@RMH Die Formulierungen in §6 BVFG (Bundesvertriebenengesetz) bzgl. der Ethnizität sind recht klar:
"(1) Deutscher Volkszugehöriger im Sinne dieses Gesetzes ist, wer sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird.
(2) Wer nach dem 31. Dezember 1923 geboren worden ist, ist deutscher Volkszugehöriger, wenn er von einem deutschen Staatsangehörigen oder deutschen Volkszugehörigen abstammt und sich bis zum Verlassen der Aussiedlungsgebiete durch eine entsprechende Nationalitätenerklärung oder auf andere Weise zum deutschen Volkstum bekannt oder nach dem Recht des Herkunftsstaates zur deutschen Nationalität gehört hat."

Der offensichtliche logische Fehlschluss, die spezielle eigene Situation in zuwanderungsstarken Wohngebieten (warum leben dort eigentlich so viele "Rechte aus der Mittelschicht"?) für repräsentativ für das Bundesgebiet zu halten um damit weitgehende kategorische Aussagen wie "der Drops ist gelutscht" stützen zu wollen, hinterlässt mich zunehmend ratlos. Oder vielleicht auch nicht. International, im angloamerikanischen Raum und offenbar auch in Russland, wird dieses Argumentationsmuster samt des sehnsüchtigen Blicks nach Osten deutlich artikulierter vorgetragen, etwa verbunden mit der Forderung nach "white ethnostates" oder gar einem "white homeland" in Sibieren.

Gelddrucker
11. April 2019 16:56

Ich verstehe den Begriff "Restdeutsche" nicht ganz. eine 75%ige Mehrheit, bei Neugeborenen 60% ist für mich kein Rest, weit davon entfernt,

Ein Pole oder ein Italiener, der seinen Namen eindeutscht, ist für mich 100% Deutsch. Innerhalb des polnisch-deutschen Siedlungsgebiets von Ethnien zu reden finde ich schlicht übertrieben. Ich sehe selbst aus wie ein Italiener, auch wenn ich nach oben genannter Defintion 100% ethnisch deutsch bin.

Niekisch
11. April 2019 17:43

"@Niekisch .... ich würde vom kapitalistischen Sklavenhandel und klima-unverträglichen Einwanderungs-Rassismus schreiben/reden. Es ist immer günstiger auf das Vokabular des politischen Gegners zurückzugreifen."

@ Laurenz 10.4. 14:52: Ja, die Begriffe des Gegners verwenden oder mit einbauen ist neben dem Erfinden völlig neuer Begriffe sinnvoll. Auch deswegen, weil die "Linke" zunehmend mangels Erfolg neben der Antifatätigkeit wieder die soziale Problematik aufgreift.

Sylvia Taraba
11. April 2019 19:54

@M.L. "Als Slogan finde ich "der große Austausch" perfekt."

Ich stimme zu, dass der Große Austausch das stimmige Stichwort ist, um das was täglich passiert klar anzusprechen.

Aber wäre es nicht zielführend im gleichen Atemzug den von der UN und EU mindestens ab 2001 , 2008 (Sarkosy "Mettisage") 2011, verwendeten Programmtitel der REPLACEMENT MIGRATION - der von 2016, 2017 nach der New Yorker Erklärung schließlich 2018 als Großes Experiment über den ARD hinausposaunt und zum Vertragswerk des Global Compact on Migration mutiert war.

Was hindert uns daran das ständig reell weiterentwickelte UN Programm als die realistische Übersetzung und Umsetzung der Replacement Migration (Relocation & Resettlement) in Erinnerung, vor Augen und Gehör zu bringen?
Das Dokument kann jeder im Internet nachprüfen:
Replacement Migration = der Große Austausch!

Die präzise Übersetzung davon. Die Videos von Sarkozy und Yascha Mounk, eine klare Darstellung des Gemeinten und täglich Umgesetzten. Warum, das verstehe ich nicht, stellt niemand kaum je diesen offensichtlichen Zusammenhang her?
Übersehe ich das was?
Hier heute eine Fassung von Sarkosy 2008
https://twitter.com/M_T_Franz/status/1116034846952964099

quarz
11. April 2019 20:07

@Ergon

Es ist zwar erfreulich, dass wenigstens das Grundgesetz zwischen deutscher Volkszugehörigkeit und deutscher Staatszugehörigkeit begrifflich unterscheidet und der erstgenannten in der begriffslogischen Hierachie sogar Priorität einräumt, indem sie die zweitgenannte mit Rückgriff auf sie definiert.

Dennoch handelt es sich um eine normative und nicht um eine deskriptive Charakterisierung. Ausschlag gebend für die Frage, welche Gefahr uns durch die aktuelle Umvolkung droht, ist aber einzig und allein die deskriptiv verstandene Bestimmung dessen, wer wir als Volk sind.

Und dabei hilft uns kein Blick auf's Grundgesetz, sondern die Kenntnisnahme der kulturellen Verwandtschaftsbeziehungen, aus denen sich ergibt, wer wem nahe genug steht um als Angehöriger desselben Volkes klassifiziert zu werden.

Was die von Ihnen eingemahnte Vorsicht vor Confirmation Bias angeht, so ist ihre trügerische Wirkung zwar stets im Auge zu behalten. Im vorliegenden Fall wird sie aber spielend von der verfälschenden Wirkung der Medien überkompensiert, die uns tagtäglich den Augenschein kleinreden wollen. Und wenn wir uns auf statistische Daten stützen, dann bleibt selbst bei Best-Case-Szenarien, bei denen alle eventuellen Übertreibungsfaktoren ausgeblendet werden, ein zu Alarmstimmung Anlass gebender Problemkern erhalten. Man blicke nur auf die muttersprachlichen Verhältnisse in den Grundschulen, dann sieht man, wie die Zukunft aussieht, wenn wir sie mit der Entspanntheit auf uns zukommen lassen, zu der sie uns raten.

Gelddrucker
11. April 2019 21:20

Für Entspanntheit ist keine Zeit mehr!
Jeder, dem was am Überleben der westlichen Zivilisation liegt, sollte einen Großteil seiner Zeit aufwenden, um Leute über den Austausch aufzuklären, und da ist noch viel Luft nach oben.

Man sollte sich auch nicht zu schade sein, bei Facebook oder in Kommentarspalten von Schrottmedien zu trollen. Da heissts über den Schatten springen.

Das Relikt
11. April 2019 21:34

Dass Juden die ersten Opfer des Großen Austausches sind, wie Camus sagt, ist natürlich Blödsinn. Der Große Austausch hat, je nach Nation, in den 1950er bis 1970er Jahren begonnen mit einer bis heute anhaltenden Einwanderung in die Viertel der einheimischen Arbeiter und Kleinbürger und genau diese und niemand sonst, wurden seine ersten und sind bis heute seine häufigsten Opfer.

Juden sind erst seit kurzem über das Phänomen des muslimischen Antisemitismus vom Großen Austausch betroffen. Wobei dieser natürlich auch ein Schwachsinnsbegriff ist, da der Islam eine von einem Semiten begründete und zu einem Großteil von Semiten praktizierte Religion ist.

Ergon
11. April 2019 21:56

@quarz Das Zitat von §6 BVFG soll nicht als allgemeine Explikation des Begriffs der deutschen Volkszugehörigkeit verstanden werden, sondern ist eine Antwort auf RMHs Zweifel, Aussiedler seien keine ethnisch definierte Bevölkerungsgruppe.

Zum Thema Migration: Abgesehen davon, dass es aus den mehrfach dargelegten Gründen absurd ist, den "Augenschein" als Begründung für weitreichende bevölkerungsstatistische Aussagen anzuführen, wie kommen Sie zu der Auffassung, das von den Medien gemalte Bild solle den "Augenschein kleinreden" und nicht etwa die zukünftige heile Welt einer multikulturellen Gesellschaft vermitteln? In Bezug auf die von Ihnen angeführten statistische Daten über Deutschkenntnisse an Grundschulen: Wie sieht es diesmal mit auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland bezogenen repräsentativen Zahlen aus? Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob man wegen der stattfindenden Masseneinwanderung beunruhigt oder alarmiert ist oder als Apokalyptiker ("der Drops ist gelutscht") auftritt.

Simplicius Teutsch
11. April 2019 22:21

Dieses knappe, klarstellende Interview mit dem souveränen Autor Renaud Camus hätte eine weit größere Reichweite verdient. Schade.

RMH
12. April 2019 05:45

@GElddrucker,

"wir paar Restdeutsche" war eine saloppe Formulierung meinerseits in einem Beitrag, der bewusst auch ein bisschen übertrieben hat, um in der Zuspitzung die Sachlage klar zu machen.

Es ist ein alter Hut, dass man das Thema des Austausches, des Wandels und dem dabei erfolgenden Blick auf Zahlen und Statistiken eben diesen nicht auf Gesamtzahlen sondern auf die entsprechenden Alterskohorten richten muss. Ich gehöre der >45 an. Bei uns kann man noch nicht von "Restdeutschen" sprechen. Schaue ich mir aber die Klasse des jüngsten in der Familie an (10 Jahre), dann ist er klar die Minderheit und zusammen mit einem anderen der kleine Rest.

Es hilft bei diesen Fragen auch nicht, eine Gesetzesdefinition zum Thema "deutscher Staatsangehöriger" heranzuziehen, denn das greift in Kategorien der Ethnien ohnehin nicht passgenau bzw. ist und kann ein solches Gesetz niemals ethnienspezifisch passen. Das ist auch einer der vielen Gründe, warum ich kein großer Freund des Ethnopluralismus bin. Ein Volk, eine Nation, ein Staat greift immer auch in Räumen bzw. erfasst Räume und gestaltet sie und selbst in den alten Zuständen von vor Beginn der großen Migrationswellen würde sich die Vorstellung eines Ethnopluralismus mit dem von einem Staat als raumordnender Faktor für alle in diesem Raum lebenden Menschen und damit auch Ethnien immer wieder an gewissen Stellen beißen. Die Menschen aus Osteuropa, die zu uns gekommen sind, sind ethnisch gesehen allenfalls Mischdeutsche. Daran ist auch nichts Negatives. Mit diesen Zusammen müssen wir "Restdeutsche" eben die Zukunft so gestalten, damit die weniger "Kompatiblen" (Achtung! Das war gerade Rassismus!) aus dem Orient nicht die Mehrheiten und damit die Macht im Lande stellen, zumindest dann, wenn wir bei einer Regierungsform einer demokratischen Republik bleiben wollen.

Fritz
12. April 2019 07:40

Ich sehe das im wesentlichen als ein Problem der Quantität. Angeblich gab es ja im römioschen Köln bereits eine Kohorte nubischer Soldaten, als Schwarzer, die sicher auch im deutschen Volk aufgegangen sind. Die Deutschen fallen (wie oben schon bemerkt) dadurch auf, dass sie eigentlich alle europäischen Typen umfassen, es gibt auch ethnische Deutsche mit dunkelbraunen Haaren und braunen Augen, die wie Südeuropäer aussehen. In Norwegen fand ich jedenfalls die vielen blonden, blauäugigen Menschen auffallend, anders als hier.

Die Integration vollzieht sich mit relativer Leichtigkeit, solange die Migranten klar in der Minderheit sind. In meiner Schulklasse vor mehr als 40 Jahren waren bereits ein Spanier und ein Grieche, und die in Deutschland aufgewachsenen Kinder dieser Leute sprechen schon kein Spanisch mehr (obwohl sie beide Pässe haben).

Das Problem ist die Masse. Wenn genug Migranten da sind, um ein echte Diaspora zu formen, integrieren sich die Neuankömmlinge in diese, nicht in die Mehrheitsgesellschaft. Das ist die Entstehung der Parallelgesellschaften. Dem gälte es politisch entgegenzuwirken.

Natürlich ist die aktuelle Situation auch dadurch charakterisiert, dass es Kreise in Politik, Wirtschaft und Medien gibt, die ganz eigene, ideologische Pläne mit der Migration verfolgen.

heinrichbrueck
12. April 2019 10:11

@ RMH
Wer also die Mehrheiten stellt im Lande, hat die Macht? Typisch demokratische Logik; - die Logik der Demokraten: Ihr wollt Demokratie, ihr bekommt den Tod. - Wir wollen den Tod nicht. - Und was wollt ihr? - Wir wollen mehr Demokratie.
Wie sehr dieses Kommentariat doch BRD ist, muß man wohl nicht extra anführen. Die glauben doch tatsächlich, Mehrheiten würden etwas beschließen.

@ Das Relikt
Räumlich und zeitlich getrennt denken. Die Vorbereitung dürfte schon lange vor der Französischen Revolution liegen. Der räumliche Beweis ist offensichtlich. Alle Parteien verraten sich über den zeitlichen Beweis.
Geld und Gewehre sind nur ein Werkzeug. Ohne das Wissen, wie sie eingesetzt werden müssen, bleiben sie nutzlose Macht. Es zu wissen, im Sinne der eigenen Weltordnung, ist Macht.

Monika
12. April 2019 10:34

@ der Gehenkte
Sie bemerken zurecht die Differenz zwischen den beiden Interpretationslagern. ( von hinten denken, von vorn denken)
Ich würde es anders nennen. Von der Theorie her denken, von den praktischen Erfahrungen her denken.
Idealerweise korrigiert die Praxis die Theorie und die Theorie korrigiert sich an der Praxis ( sog.Theorie/Praxis Einheit)
Sowohl Rechte als auch Linke passen die Praxis der Theorie an.
Realitöten ( sic!) , wie etwa jeden dritten Tag ein deutsches Tötungsopfer durch Einwanderer, werden von linken in eine Theorie ( Männer sind gewalttätiger) eingepasst. Die Gewalt hat demnach nichts mit der Einwanderung zu tun.
Auch die Rechten haben ihre Theorien. (" Die multikulturelle, multiethnische Gesellschaft ist die Wiege der Gewalt schlechthin)".
Verschwörungstheorien sind auch nicht schlimmer als "normale" Theorien !!! Theorien sind weder wahr noch falsch. Allenfalls brauchbar. Die Theorie vom Großen Austausch ist insofern höchtens nicht so gut brauchbar.
Die dahinterliegende Realität ( Masseneinwanderung , Überfremdung , demographischer Wandel, Islamisierung) kann auch abseits von theoretischer "Erfassung" beschrieben werden.
Solche Erfahrungsberichte sind gut geeignet, unbrauchbare Theorien zu entlarven. Die Ausblendung von Realitöten ( !) durch die Linke ist sicher ein eigenes Phänomen.
Aber auch Rechte blenden Realitäten ( !) aus.
Ob der Große Austausch eine von "Oben" gesteuerte Geschichte ist oder eine Art Dekadenzerscheinung ( freiwillige Unterwerfung, Houellebecq) , darüber kann man auch streiten. Wahrscheinlich kommt beides zusammen.
P.S. in diesem Forum hat m. E. die Theoriefraktion die Deutungshoheit, es könnten mehr Erfahrungsberichte einfliessen.

RMH
12. April 2019 12:16

@ heinrichbrueck

wenn Sie meinen Kommentar vollständig gelesen hätten, wäre ihre Anmerkung weitestgehend überflüssig, denn ich habe ja auch bereits dazu geschrieben:

"zumindest dann, wenn wir bei einer Regierungsform einer demokratischen Republik bleiben wollen."

Nur, weil es auch parlamentarische Scheindemokratien gab, wie bspw. die DDR, ist der Schluss darauf, dass jede parlamentarische Staatsform mit Wahlen stets und immer nur ein Schein sein muss, unzulässig. Was wäre denn Ihre bevorzugte Staats-, Regierungs- und Herrschaftsform?

Die berühmte "Volksgemeinschaft" scheidet schon mal aus, denn die regiert nicht, die wird regiert - war auch im NS so.

heinrichbrueck
12. April 2019 18:38

@ RMH
„Was wäre denn Ihre bevorzugte Staats-, Regierungs- und Herrschaftsform?“

Keine Ahnung. Zu Demokratie und Scheindemokratie, die nicht an Wahlen (Ergebnis der Massenhypnose) gemessen werden können, der Ländervergleich BRD und DDR. Sichtbarer wird es nicht. Warum hätten die Westdeutschen die Umvolkung wählen sollen? Und jetzt wird über Sezession nachgedacht, weil der Osten besser gewählt?
Wie muß ein deutscher Staat denn aufgebaut sein, damit er sein Volk nicht ins Jenseits befördern läßt? Erhaltung und Freiheit des Eigenen schützen. Eine zukünftige Ordnung, die erst aufgebaut werden müßte. Wahlen fallen hier eindeutig weg. Eine Frage für die Arbeit des IfS (irgendwann in der Zukunft). Ich kenne kein vorbildhaftes System, welches kopiert werden könnte. Ein guter Staat verwaltet anständig, schützt und verteidigt das Land, und mischt sich nicht zu aufdringlich in die Privatangelegenheiten seiner Bürger ein.

Dieter Rose
14. April 2019 07:30

@heinrichbrueck

d i e Grundfrage!
da sollten wir dran bleiben,
das den Jungen vermitteln.

da würde mancher Greta Jesa Christa
der Boden unter den Füßen
weggezogen.

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