Sezession
2. Mai 2019

Demnächst: Der Kinofilm Kleine Germanen

Ellen Kositza / 84 Kommentare

Demnächst kommt ein Film mit dem Titel Kleine Germanen ins Kino, in dem unter anderem Kubitschek, Martin Sellner und meine Wenigkeit mitwirken.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Seit ein paar Wochen wird dieser Filmstart beworben, der  Streifen wurde bereits allerorten besprochen. Mir wird von verschiedenen Seiten die altbekannte Frage gestellt: Was reitet Euch nur, daß Ihr Euch auf solche Idioten einlaßt?

Ich habe die erste Hälfte des Films (wenigstens in einer Vorfassung) vor etlichen Monaten gesehen – es ist also länger her, daher erinnere ich mich nicht mehr an Details. Künstlerisch fand ich den teilanimierten Streifen gar nicht schlecht.

Geschichte und Botschaft allerdings (deswegen hab ich ihn auch nicht zu Ende gesehen; sie fielen mir in ihrer Dummheit und ideologischen Borniertheit auf die Nerven) gingen ungefähr so: Ein (Zeichentrick)-Mädchen namens Elsa liebt seinen Großvater. Der allerdings ist ein echter Nazi und verdirbt das Kind. Das Mädchen muß Passagen aus Mein Kampf auswendiglernen, darf nie weinen, muß stets durchhalten und wird zu einer ausländerhassenden, judenfeindlichen Schlägerin.

In dokumentarischen Zwischenblenden kommen immer wieder Leute (also: wir, die „Rechten“) zu Wort und berichten von unseren Kindheitserfahrungen und „Träumen“. Was die Moral von der Geschicht sein soll, wird vor allem durch Suggestion deutlich, es wird wohl so eine Formel gemeint sein wie: „Auch Rechtsradikale waren mal Kinder, also wehret den Anfängen.“

In einer Wochenzeitung wurde der iranischstämmige Filmmacher gefragt:

Was fanden Sie gruseliger: Die Schilderungen Elsas oder das, was Leute wie Kubitschek oder Schüßler über ihre Familienvorstellungen erzählt haben?

Der Mann antwortet:

Beides hat mich richtig fertig gemacht, so dass ich während der Interviews teilweise fast nicht zuhören konnte. Es hat mir wehgetan. Als Familienvater und auch wegen der Tatsache, dass man in einem Land wie Deutschland, wo es Demokratie gibt, wo man die Möglichkeit hat, sich zu entfalten, trotzdem in so eine Familie hineingeboren werden kann und dort aufwächst. Ohne die Chance zu bekommen, sich frei zu entwickeln.

Und weiter:

Bei den Familien mit rechtem Gedankengut wird immer mit den gleichen Methoden gearbeitet: Man geht an die Urängste ran, alles, was man nicht kennt und was fremd ist, wird sofort als Bedrohung von außen dargestellt, vor der man sich schützen muss. Ob man rechtsradikal ist oder in einer IS-Familie aufwächst, es sind die gleichen Methoden.

Natürlich ist das grobianischer, schlecht ausgedachter Quatsch. Es gibt dafür nicht mal ein wackeliges Indiz. (Meine älteste Tochter, man faßt es nicht, ist übrigens neulich alleine an den Polarkreis getrampt!, die zweite war mit einer Freundin ohne gebuchte Hotels in Georgien, die vierte in Armenien.)

Also, warum macht man bei solch einem Theater freiwillig mit? Ist es Naivität, Wichtigtuerei, eine exhibitionistische Ader gar?

Ich für meinen Teil kann sagen: Ich trenne nicht (und werde das auch zukünftig nicht tun) zwischen meinem privaten Ich und einer professionellen Medien-Persona. Jedenfalls insoweit nicht, als für mich stets gilt: Einer fragt höflich – dann erhält er Antwort. Einer bittet um eine Stellungnahme und hat sich dabei bislang nicht als mein offener Gegner gezeigt: Na klar äußere ich mich! Ein zweites Mal nach mißbräuchlicher Verzerrung gewiß nicht – aber einmal: immer. Wenn ich allerdings sehe, daß er/sie sich schon gehässig – und nicht bloß kritisch - über „uns“ geäußert hat, stehen wir nicht zur Verfügung – ein Umstand, den die Autoren Middelhoff/Fuchs in ihrem Elaborat Das Netzwerk der Neuen Rechten jüngst beklagten.

Klar hat mich diese Filmhälfte  schockiert. Man kennt zwar mittlerweile seine Pappenheimer. Die Zeit der "menschlichen Enttäuschung" liegt in medienpolitischer Hinsicht weit hinter mir. Ich bin überzeugt davon, daß nur schlechte (oder milder: verblendete) Leute uns etwas Schlechtes unterstellen. Und, jetzt wird’s pathetisch: davon, daß das Rechtschaffene und nicht das Heimtückische am Ende siegen wird. Das Echte ist nie häßlich, und punkt. Wir sind immer echt, und Echte können das nicht verkennen.

Weil ich den Film in seiner Vorfassung nicht zu Ende gesehen habe (und später war der link, den mir der Filmmacher geschickt hatte, hinfällig), kann ich nur vermuten, daß dort nur wenige Minuten (maximal) des sehr langen Interviews gezeigt wurden, das Frank Geiger damals mit uns geführt hat.

Beispielsweise ahne ich, daß wir nicht diese Kindheiten hatten, die sich Geiger wünschte, daß wir sie hätten. Wir mußten beide weder Mein Kampf auswendig lernen, noch gab es ein Tränenverbot oder Gewaltmärsche, und alle vier Eltern wählten ausschließlich CDU. Wir hatten traumhafte und gewaltfreie Kindheiten.

Mich schockiert, weil der Filmemacher falsch spielte. Hier ist die Mail, mit der er und zum Mitmachen einlud, damals, im Februar 2017:

Sehr geehrte Frau Kositza, sehr geehrter Herr Kubitschek,

wir sind Filmemacher aus Hamburg und realisieren derzeit einen Dokumentarfilm in Zusammenarbeit mit SWR/ARD und dem Kultursender Arte. Gerne würden wir dafür ein Interview vor der Kamera mit Ihnen beiden führen.  Es geht dabei um Kinder und Erziehung. Die Fragen gruppieren sich rund um den Themenkomplex: welche Kinder braucht das Land? Was sollen Kinder lernen, auch in der Schule, welche Werte soll man ihnen vermitteln? Wie sehen Sie dabei die Rolle der Familie im Allgemeinen und Ihrer eigenen im Besonderen? Welche Erlebnisse und Erfahrungen haben Sie selbst als Kind geprägt? Wie sehen Sie die Zukunft, kulturell und gesellschaftlich? Was sind daraus resultierend Ihre Kritikpunkte an der deutschen Kinder- und Familienpolitk der letzen Jahrzehnte?

Terminlich würden wir zunächst den 20., 21. oder 22.02.  vorschlagen. Der Zeitaufwand betrüge etwa drei Stunden an einem der Tage. Gern kommen wir zu Ihnen nach Schnellroda oder organisieren falls gewünscht einen alternativen Ort in Ihrer Nähe.

Es würde uns sehr freuen, wenn der Termin zustande käme und wir in dem Projekt auch Ihre Sicht der Dinge vermitteln könnten. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und stehe für weitere Fragen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Frank Geiger

In diesem Brief kein Wort und kein Wort auch in den Gesprächen vor, während und nach dem Dreh von "Kleine Germanen", von Animationen, von Erziehung zum Nazi, von so einem Kontext und so einem Mißbrauch. Soll man klagen?


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.


Kommentare (84)

Fritz
2. Mai 2019 12:40

Das ist allerdings schon ziemlich dreist, bei ihnen anzufragen, ob sie an einem Film über Kindererziehung teilnehmen wollen, schon wissend, dass ihre Aussagen im Film nur als Beispiele dafür vorkommen werden, wie man es nicht machen soll.

Hinterhältig, würde ich sagen.

Lotta Vorbeck
2. Mai 2019 12:42

@Kositza: "Mich schockiert, weil der Filmemacher falsch spielte. Hier ist die Mail, mit der er und zum Mitmachen einlud, damals, im Februar 2017 ..."

****************************

Wenn diese Leute eines perfekt beherrschen und dies ohne die geringste Hemmung praktizieren, dann ist es das Spielen mit gezinkten Karten.

Die Liste derer, denen Sie nun nicht mehr als Gesprächspartner zur Verfügung stehen, dürfte sich damit um einen weiteren Namen erweitert haben.

Thorsten B
2. Mai 2019 12:44

Liebe Frau Kositza,
mich schockiert schon der "Trailer".
Wollte ihn eben vor der Antwort ein zweites Mal sehen und konnte es nicht - - - einfach nur übel wie da durch die Abfolge: Zitieren von NS Ideologien und dann Ihr bei am Tisch auf billigste Weise Zusammenhänge konstruiert werden soll!
Wir sagen ja, wenn die gehirngewaschenen Gutmenschen uns mit "Nazi" anbrüllen: "Da läuft der "Nazi Film" im Kopf".
Da ist er in Reinform, der "Nazi-Film".
Am besten ganz schnell vergessen, diesen Mist.
Herzliche Grüße!

nom de guerre
2. Mai 2019 12:52

Das ist wirklich übel, zumal bei Ihrer Bekanntheit - wie war das? Herr Kubitschek ist die "menschgewordene Essenz der Neuen Rechten"? - als Familie in so einem Machwerk zumindest implizit der Vorwurf mitschwingen dürfte, Sie selbst würden mit Ihren Kindern so umgehen, wie man es pösen Rechten darin unterstellt.

"Soll man klagen?" - Aufgrund des vorher Gesagten spontane Antwort aus dem Bauch heraus: Ja, unbedingt!

Ein gebuertiger Hesse
2. Mai 2019 12:56

Boah! Jetzt im Nachhinein sagt der Cineaaaast (Mohler-Zitat; welcher Text?), daß er während der Interviews kaum zuhören konnte, so fertig war ob der Inhalte? Es läßt sich kaum fassen, wie uncool solche Leute sind und wie abgekartet sie immer und immer wieder agieren. "Mit Medienlügnern leben" könnte ein neues Buchprojekt werden ...

RMH
2. Mai 2019 13:10

Das interessante an dem Phänomen solcher "Filme" ist doch, dass sie im wesentlichen gemacht werden, um irgendwelche Filmförderungen abzugreifen und reichen Menschen dazu dienen können, Steuern zu sparen.
https://www.steuertipps.de/lexikon/f/filmfonds

Diese Filme laufen, wenn sie fertiggestellt sind, nur in großen Städten im Rahmen irgendwelcher wiederum subventionierter Foren (gerne mit anschließender Diskussionsrunde) und wenn überhaupt, nur ein paar Tage. Irgendwann werden sie dann unter der Woche, zu Zeiten, wo der arbeitende Mensch schläft, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (wozu auch Arte zählt) gezeigt, damit die Filmförderung auch nicht umsonst war und das war es dann. Die Masse bekommt also nichts davon mit.

Von daher: 15 minutes of fame von der falschen Seite. Einfach weitermachen wie gehabt - fertig.

Wer sich gegen den ewigen "Nazi"-Vergleich einmal deutlich wehrt, so wie vor kurzem der FPÖler Vilimsky, der eigentlich nur gegen eine echte Geschmacklosigkeit aufbegehrt hat, dem wird gleich ein Generalangriff auf die "Demokratie" und die "Menschenrechte" untergejubelt, denn darunter macht man es ja nicht mehr und die Ursache, nämlich die eigene Geschmacklosigkeit, kann unverändert im Raum stehen bleiben. Ist ja alles keine Meinungsäußerung mehr, sondern immer gleich "Drohung" oder "Angriff", wenn es aus der dem Establishment nicht genehmen Ecke kommt.

Alles Zeichen des Beginns vom Ende ---- welches sich aber noch schön in die Länge ziehen wird, also bitte nicht zu früh freuen.

PS: Irgendwie ärgere ich mich mittlerweile, dass in meiner Jugend, als es sicher Leute gab, die einmal "echte Nazis" waren, nie von einem davon es versucht wurde, mich zu "bekehren" oder es versucht wurde, mich in diese Weltanschauung zu initiieren (durfte ich mir später schön alles selber anhand der verfügbaren Originalquellen erarbeiten). Alle, von denen ich wusste, dass sie u.U. eine "verfängliche" Vergangenheit hatten, waren damals eher auf dem SPD-Tripp "Willy Brandt" oder Helmut Schmidt sind doch ok etc. - man hatte "wegen der Umwelt", den bösen "AKWs" und den "schrecklichen Atomraketen" z.T. (insbesondere, wenn es die Frauen waren) Sympathien für die sich formierenden Grünen ...
(fast alle von den von mir damit Gemeinten sind mittlerweile gestorben, aber sie hatten ja Kinder, sog. "Babyboomer" und die sind zumeist jetzt tatsächlich Grün-Wähler und ich habe von keinem von diesen gehört, dass sie mit ihren Eltern wegen deren Vergangenheit gebrochen hätten - es war ja schließlich "damals normal" und "normal" will man bis heute sein).

cso
2. Mai 2019 13:15

Mehr als Niedertracht ist von der anderen Site nicht zu erwarten. In der Kindserziehung solcher Leute ist vermutlich einiges sehr falsch gelaufen.

heinrichbrueck
2. Mai 2019 13:18

„Soll man klagen?“
Eher in die Sonne setzen. Wer mithilft, das Eigene dermaßen herabzuwürdigen, wie dieser eine Regisseur, käme in einem normalen Land ins Gefängnis. In der brd läuft es unter Redefreiheit. Gleichzeitig wird auch deutlich, in welche Richtung die Erziehung zu laufen hat. Wer die Macht besitzt, die Deutungsmacht vordergründig sichtbar ist, über das Ziel zu bestimmen. Am Ende stünde die Ausrottung des Deutschtums, mit deutscher Beteiligung weil - mangelhafter Gegenwehr.

Thomas
2. Mai 2019 13:36

Ja, ich würde wahrscheinlich klagen, auch wenn nur eine geringe Chance auf Erfolg besteht, schon alleine um die Selbstachtung zu bewahren.

In Zukunft bitte vor jeder Anfrage für ein Interview, Bericht, Foto oder Film einen wasserdichten Vertrag über die Inhalte aufsetzen und eine Kaution in Höhe von mehreren tausend Euro verlangen, mit dem dann bei unsachlicher, falscher oder diffamierender Berichterstattung juristisch gegen diese Leute vorgegangen wird. Der drohende Verlust der Kaution dürfte die Diffamierungsabsichten deutlich verringern. Ich empfehle ihnen einen auch professionellen Medienberater.

Der_Juergen
2. Mai 2019 13:46

Liebe Ellen Kositza,

Ziehen Sie aus diesem unerfreulichen Erlebnis die Konsequenzen und sprechen Sie mit niemandem, der Ihnen nicht als Freund oder zumindest als fairer Kritiker bekannt ist. Ob es letztere Sorte überhaupt gibt, müssen Sie besser wissen als ich. Vielleicht am ehesten noch Armin Nassehi.

Niekisch
2. Mai 2019 14:10

@ Fritz 12:40: Besser schlecht berichtet als gar nicht.

Maxx
2. Mai 2019 14:42

Oh. :-( "Filmemacher aus Hamburg realisieren Dokumentarfilm mit SWR/ARD und Arte"!
Sie haben wirklich (oder wieder) geglaubt, fair o. zumindest sinnentstellend zitiert und ausgewogen dargestellt zu werden? Müssten da nicht schon sämtliche inneren Alarmglocken läuten? Welcher Art müssen solche förderungsfähigen und in BRD vermarktbaren Filme stets sein?
Konnte man da wirklich noch den (berechtigten) Glauben hegen, dass von vornherein etwas anderes beabsichtigt war als wieder die krassestmögliche Verzerrung und Karikierung der "rechten Zombies" aus Schnellroda?

Zitat: "Ich bin überzeugt davon, daß nur schlechte (oder milder: verblendete) Leute uns etwas Schlechtes unterstellen. Und, jetzt wird’s pathetisch: davon, daß das Rechtschaffene und nicht das Heimtückische am Ende siegen wird."
Und da liegt wahrscheinlich auch Ihr tragischer Irrtum, liebe u. hochgeschätzte Frau Kositza ... :-(

MARCEL
2. Mai 2019 14:52

Ich kenne solche Tricks (oder Köder?) noch aus der Zeit als Ordensgeistlicher. Heraus kam oft hanebüchener Schwachsinn, so dass der Obere die Weisung ausgab: Mönche (vor allem Novizen) nicht mehr vor die Kamera!
Mediale Präsenz ist immer zweischneidig. Man verliert die Hoheit und spielt auf einmal in einem Film mit, der nicht der eigene ist. Wer wird zum Herrn über das eigene Bild?
Ist das der Preis, um viele Menschen zu erreichen?
Gleichwohl: Plumpe Propaganda wird durchaus noch durchschaut.
Ich denke überdies, dass "Gesicht zeigen" als Strategie mit der Zeit seine Wirkung verliert (und zum Risiko wird).

"Du bist der Pfennig in der Bewegung, bis sie dein Silber erkennen" (Günther Weisenborn "Die Illegalen")

Sandstein
2. Mai 2019 15:09

Wundert mich jetzt kaum bis gar nicht. Menschen aus dem Journalismus sind geübt darin, anderen zu schmeicheln, um das zu bekommen, was sie möchten.
Und ist es nicht schmeichelhaft, euch in Schnellroda zu besuchen, weil eure Haltung zur Erziehung ja so besonders ist?

Wer freut sich nicht, exklusiv von einem Interviewpartner angefragt zu werden. Und dann auch noch so geölt, wie von Herrn Geiger. Menschen wie der schreiben so Texte ohne mit der Wimper zu zucken..

Kurze Recherche zu Geiger und seiner Crew: eigene Produktionsfirma, gemeinsam mit einem aus dem Iran stammenden Filmemacher (Ali Ahadi).
Kann sicher jeder unter littledram-entertainment angucken, besonders nett: "über uns". Man achte auf die Optik des Herrn Geiger, sagt für mich alles.

Teufel
2. Mai 2019 15:34

Rall ich nich'. Gerade als Iraner sollte man doch wissen, auf welcher Seite man steht.

gumbach
2. Mai 2019 16:18

Gab es schon irgend welchen neutralen, geschweige denn positiven Berichte im Staatsfunk zur Neuen Rechten? Nein, natürlich nicht. Von daher wundere ich mich, dass sich jemand über den Film wundert.

Dieter Rose
2. Mai 2019 16:39

Antwort:
Ja, nach entsprechender Beratung.

Waldgaenger aus Schwaben
2. Mai 2019 16:49

Soll man klagen?

Nachfrage:

Meinen Sie das im Sinne von "sich beklagen über die Hinterlistigkeit" oder als juristische Klage?

sok
2. Mai 2019 17:03

Meiner Meinung nach ist der Patriotismus anerzogen. Genau wie der sogenannte Verfassungspatriotismus, der verschleiern soll ,dass man kein Patriot ist. Da sich die sogenannten Verfassungspatrioten nicht mit dem Staat identifizieren, in dem sie leben, sind siemeiner Meinung nachTotengräber der Demokratie. Die Kanzler Schmidt und Kohl waren zum Glück Patrioten. Merkel ist es nicht mehr und es ist ihr egal, ob sie an der Füchtlingspolitik schuld ist oder nicht.

Waldgaenger aus Schwaben
2. Mai 2019 17:09

Ich habe nun den trailer angeschaut. So harmlos ist das alles nicht, wie es au den ersten Blick daher kommt. Da soll wohl Stimmung gemacht werden, um Eltern mit der falschen Gesinnung Kinder weg zu nehmen. Nach dem Motto:
"Was für Islamisten richtig ist, kann für Rechte nicht falsch sein."
Darum: ja! Wehret den Anfängen, solange das juristisch möglich und aussichtsreich ist.

Waldgaenger aus Schwaben
2. Mai 2019 17:14

@RMH
Ja das kenne ich auch aus längst vergangenen Jugendtagen. Echte alte Nazis, und die gab es, war vor allem antiamerikanisch und anti-israelisch eingestellt und lehnten allles "Westliche" ab.

Stil-Bluete
2. Mai 2019 18:06

Verflixt oder verflucht, verdammt oder geehrt, am Pranger oder auf dem Roten Teppich, 'im L i c h t der Öffentlichkeit stehen'!

Tauschen sich K&K nicht ausreichend darüber aus, was es heißt, 'im Lichte der Öffentlichkeit' zu stehen?
(Fontane im Fontane-Jahr 'Alles kommt auf die Beleuchtung an'.)

Ich erinnere mich an Kositzas superbe 'Seifenreinigung'. Ich glaube wir/Sie sollten wieder mehr zu den Eulenspiegeleien greifen.

Sie, Ellen, Kositza, Tätowierte, Mutter von 7 wohlgeratenen Kindern, Schlankheitkönigin, Blondine, Germanistin par exellance, Gärtnerin aus Liebe und Bücherwurm aus Leidenschaft, Unermüdliche (wann schlafen Sie eigentlich?)

und Sie, Sie sind auf so etwas noch hereingefallen?

Mauerbluemchen
2. Mai 2019 18:13

Über die so schäbig ergaunerte Beteiligung an diesem Filmchen würde ich nicht nobel hinwegsehen, sondern tatsächlich klagen, allein schon weil solche staatsfrommen Machwerke zu pädagogischen Zwecken in Schulen und sonstwo eingesetzt werden und Sie durch den völlig verzerrenden Zusammenhang hier geradezu (und ganz absichtlich) übel verleumdet werden.

Was für ein mieses Framing - daß diese Fülmemacha nicht an ihrer eigenen Kotze ersticken bei soviel Lug und Betrug!

(Tut mir leid - letzteres mußte einfach 'raus).

LotNemez
2. Mai 2019 18:21

Mich schockiert die perfide Brillianz dieser Propaganda. Da haben die Macher offenbar von "den Besten" gelernt, die Deutschland auf dem Feld hervorgebracht hat. So etwas bekommt man nur hin, wenn man dem identifizierten Gegner innerlich die totale Feindschaft erklärt hat. Ins Gespräch kommen war gestern. Jetzt wird der Sack zugeschnürt.

Mir ist in letzter Zeit durch einige Gespräche im Bekanntenkreis klar geworden, dass die Angst vor dem Erstarken eines rechtsexremistischen Deutschland, in dem herumziehende Neonazihorden Narrenfreiheit genießen, nicht gespielt ist.

Die Leute fallen scharenweise auf die Dokus von arte, ARD usw. herein und beziehen sich auf das dort Gesehene. Sie sind dabei gar nicht kämpferisch sondern reden wirklich davon, als hätten sie eine Doku über den real existierenden Leibhaftigen gesehen. Dass diese Machwerke vollkommen ohne Belege für das Behauptete auskommen, fällt ihnen gar nicht erst auf. Es ist die Kunst der Andeutung, in der man es zur Perfektion gebracht hat. Es ist sogar so, dass Fakten, selbst gefälschte, in solchen, nur auf dem Emotionskeyboard komponierten Propagandasinfonien, mittlerweile nicht mehr genutzt werden, weil sie nur noch störend wirken. Ein Faktum, seriös belegt oder nicht, würde den Konsumenten nur unnötig an seine Fähigkeit erinnern, Gedanken kritisch rational nachzuvollziehen und nachzuprüfen.

„Die Mentalität moderner Massen vor ihrer Erfassung in totalitären Organisationen ist nur zu verstehen, wenn man die Durchschlagskraft dieser Art Propaganda voll in Rechnung stellt. Sie beruht darauf, daß Massen an die Realität der sichtbaren Welt nicht glauben, sich auf eigene, kontrollierbare Erfahrung nie verlassen, ihren fünf Sinnen misstrauen und darum eine Einbildungskraft entwickeln, die durch jegliches in Bewegung gesetzt werden kann, was scheinbar universelle Bedeutung hat und in sich konsequent ist. Massen werden so wenig durch Tatsachen überzeugt, daß selbst erlogene Tatsachen keinen Eindruck auf sie machen.“[49]" (Hannah Arendt)

https://de.wikipedia.org/wiki/Elemente_und_Ursprünge_totaler_Herrschaft#Totalitäre_Propaganda

Solution
2. Mai 2019 18:28

Solange dies Ihren Bekanntheitsgrad steigert, spielt es kaum eine Rolle, was für einen Müll man nachher daraus macht. Bestimmt erzeugt es bei dem einen oder anderen Neugier und Interesse. Also, nur nicht aufregen oder ärgern.

Die Gegenseite ist zutiefst verunsichert und verängstigt. Sie können nicht fassen, daß je länger der NS vorbei ist, umso mehr "Nazis" wie Pilze aus dem Boden sprießen. Das versuchen sie zu erklären, können es aber nicht. Wer zwischen kognitiver Dissonanz und pathologischem Altruismus zuhause ist, wird sich sein Leben lang wundern, weil man nichts begreifen kann. Da hilft nur diffamieren.

Balvenie
2. Mai 2019 18:35

Ich bin ein sachlicher Mensch. Die Verfahrensweise der Filmemacher ist unlauter. Dies ist mir zuwider. Kein Zweck heiligt solche Mittel!

Venator
2. Mai 2019 18:40

Da bin ich ganz bei gumbach. Ich meine da stand doch schon arte und swr! deutlicher geht es ja kaum. Man kann denen also nicht vorwerfen, daß sie übermäßig getäuscht haben. Den Text, wegen Kindererziehung, finde ich dabei persönlich komplett uninteressant. Es war ja klar, daß man nicht deswegen nach Schnellroda reist. Wenn ich arte und swr ( auf swr1 kommt ja praktisch nichts anderes als PR) gelesen hätte, dann wäre die mail direkt in den Papierkorb gelandet.

Mir persönlich, wäre es ja zu blöd, immer und immer wieder zu glauben, daß vom Staatsfunk etwas anderes als Niedertracht und Lüge kommt. Egal welcher Name da jetzt unter den Mails steht. Selbst wenn es angeblich ein Interview zum Thema: "Das Paarungsverhalten anhaltinischer Grasfrösche im Spannungsfeld der modernen Agrawirtschaft" wäre. Was erwartet man da? Am Schluß würde doch wieder nur raus kommen, die wollen das 4.Reich und wieder das KZ Lagerwesen einführen. So langweilig, wie vorhersehbar. Ob man sich denen dafür zur Verfügung stellt? Muß dann jeder für sich entscheiden.

Klagen? Klar, wenn einem langweilig ist und man sonst nichts zu tun hat, kann man das machen. Es würde natürlich nichts bringen, aber das ist ja bekannt.

Gustav Grambauer
2. Mai 2019 18:50

"Soll man klagen?"

Es gibt in Rußland unzählige Witze über den "Besuch einer Kommission" im Psychiatrischen Krankenhaus, die feinsinnig die Sowjetpsychiatrie als Gleichnis für die Sowjetgesellschaft nehmen und dabei u. a. auf die Unberechenbarkeit der Situation, vor der sich am meisten die Ärzte fürchten, anspielen.

In der Sowjetpsychatrie zu sagen, man werde klagen, brachte nur eine zusätzliche Injektion ein, es sei denn einer der Doktoren wollte sich auf verschrobene Art vor der "Kommission" profilieren. (Aber wer, gesund am Geiste, wollte sich als Objekt solcher Winkelzüge mißbrauchen lassen?)

Der Westen ist in der "Vergesellschaftung" der Psychiatrie inzwischen noch viel weiter. Die Zeiten eines HD Läppli,

https://www.youtube.com/watch?v=7iPj03w6a28

in denen es noch eine unüberbrückbare Distinktion zwischen Patient und Psychiater gab, sind längst vorbei: nimmt man die Geschlossene Psychiatrie als Gleichnis für den heutigen und hiesigen Alltag, haben sich die Psychiater längst mit den Insassen gegen die wenigen Rest-Gesunden vereint, nahezu jede Zeile einer beliebigen Tageszeitung, sogar fast jedes private Eintauchen in den sogenannten öffentlichen Raum zeugt davon.

Reck-Malleczewen hat schon vor 80 Jahren geschrieben, er sei wie erstickt in der Erkenntnis, Gefangener einer Horde böser Affen zu sein.

Zeit, die Schlußfolgerung daraus zu ziehen. Was bringt es Ihnen, liebe Frau Kositza, wenn der Maniker auf der Geschlossenen, auf der die Insassen gerade gemeinsam mit den "Ärzten" ausgiebig "Gerichtsverhandlung" spielen, Ihnen grinsend einen Papierschnipsel mit einem Stempel aushändigt, auf dem vielleicht sogar geschrieben steht, daß Sie recht gehabt haben?!

"Jedenfalls insoweit nicht, als für mich stets gilt: Einer fragt höflich – dann erhält er Antwort."

Die Irrenhaus-Dynamik wird jetzt exponentiell rasant und beginnt, tief in das Privatleben derer, die sich davor nicht schützen, einzugreifen. Sie steht noch ganz an ihrem Beginn, in ein paar Jahrzehnten wird der öffentliche Raum komplette Züge des Irrenhauses angenommen haben und eine angemessene Verständigung über engste und abgesicherte private Kreise hinaus wird mit niemandem mehr voraussetzungslos möglich sein. Dies meine ich nicht mal politisch bezogen, schon die alltäglichsten Banalitäten werden angesichts endemischer geistiger Verseuchung (z. B. mit Bockelsohniaden, im Vergleich mit denen Klimagretel noch sehr verblassen wird) hochvirulent sein.

Schützen wir uns dagegen. Grenzen wir uns dagegen auf allen erdenklichen Ebenen ab. Strahlen wir dabei gern unsere geistige Gesundheit nach außen. Es hat aber keinen Sinn, die Kranken, die ja buchstäblich organgeschädigt sind, von irgendetwas zu "überzeugen", gegen sie zu moralisieren oder gegen sie im Rahmen dero Machtspielchen "recht" zu behalten.

- G. G.

LotNemez
2. Mai 2019 19:07

Hier mal ein (im Vergleich zur biodeutschen Propaganda) Lehrstück, wie ausgewachsene Afro-Germanen trotz sozial erlernter Links-Rechts-Gegnerschaft einigermaßen seriös ins Gespräch kommen.

"Homib Mebrahtu floh als Kind mit seinen Eltern aus Eritrea nach Deutschland. Heute ist der 36-Jährige AfD-Mitglied und sitzt sogar im Vorstand des Rhein-Neckar-Kreises. Bei den Kommunalwahlen im Mai kandidiert er für die AfD. Er sei aus Notwehr gegen die Flüchtlingspolitik in die AfD eingetreten, erzählt Mebrahtu im Interview. Unser Reporter Aimen Abdulaziz-Said hat ihn getroffen."

https://www.youtube.com/watch?v=R1fO80t3oh4

Old Linkerhand
2. Mai 2019 19:27

Das Schicksal der kleinen Elsa erinnert mich doch stark an mein eigenes mit Opa Linkerhand. Alles begann ganz harmlos; ein paar Liegestütze, eine Runde durch den Wald und Opa hat dich lieb. Später dann waffenlose Nahkampfausbildung vor dem Frühstück mit Muckefuck aus Wehrmachtsbeständen. Ab 08.00 Uhr Napola-Unterricht oder Boxen, Fechten und Reiten. Als ich 12 war, streichelte Opi mein perfekt gescheiteltes blondes Haar und meinte „ ich wäre soweit“. Jetzt wurde es richtig heftig: jeden Tag endloses Auswendiglernen des germanischen Standardwerks „Ich war Hitlers Schäferhund“, nur mit kurzen Pausen unterbrochen, in denen ich lernte Katzenbabys die Augen einzudrücken. Ach, was war das für eine wohl behütete Kindheit. Später dann, als Opi alt wurde, begleitete ich ihn immer zu seinen geliebten Wagner Opern. Besonders der Lohengrin hatte es ihm angetan. Und dann sangen wir immer gemeinsam: „Ellen - nie sollst du mich befragen - Ellen - nie sollst du Schicksal klagen“

LotNemez
2. Mai 2019 19:33

Folgendes passt zum Thema. Schaut euch das Video vom Sellner an. Ein in Schulen genutztes Arbeitsblatt über die IB, dass auch benotet wird. Wer den Ethnopluralismus nicht Rassismus zuordnet, bekommt Punktabzug. Das Wort 'Wahnsinn' hat schon Fettflecke vom ständigen Gebrauch. Dennoch: Waaaahnsinn!!

https://www.youtube.com/watch?v=1ze_K8X7WgU

Ein gebuertiger Hesse
2. Mai 2019 19:35

Und auch dies ein Grund gerichtlich zu klagen: um solchen Typen einfach zu schaden. Wenn's klappt, fühlt man sich besser danach.

Der Gehenkte
2. Mai 2019 19:39

Schlimme Sache!

Aber vielleicht versuchen Sie es mal so zu sehen: "Wow, ich bin im Kino!"

Unsereiner kommt da nicht hin. Glückwunsch!

Kositza: Echt, wären Sie gern im Kino, also auf der Leinwand? Nee, das ist für mich kein Kollateralnutzen. Ich frag mich auch eh, wer sich solche Filme anschaut. Genasowenig kann ich mit das Lese- Publikum des 25. Buch zum Thema "So schlimm ist die Neue Rechte wirklich" vorstellen. Ob der durchschnittliche ZEIT-Leser (den ich mir durchaus vorstellen kann)wirklich auf so was abfährt?

Stefanie
2. Mai 2019 19:47

Zeichentrickfilme haften gut im Gedächtnis. Mir kam spontan Charlie Brown von den Peanuts in den Sinn: immer wieder hält Lucy ihm den Football, immer nimmt er Anlauf, ... - ein running Gag halt. Immerhin geben Sie Ihren Quälgeistern immer nur einen Versuch pro Person - aber die ganze Branche ist halt gespickt voll mit Lucys.

Franz Bettinger
2. Mai 2019 19:49

Ich fand, fass K+K in dem kurzen Ausschnitt sympathisch rüber kommen. Solche Filmchen gehen ja manchmal grass nach hinten los. Was soll suggeriert werden? Das: "Es gibt wieder Nazis, und so sehen sie aus". In dem Sinne wahrlich ein Jugend-gefährdender Film! Dagegen klagen? Nein. Der @Hesse hat alles gut auf den Punkt gebracht. Der beste Konter ist ohnehin Kositzas Einlassung hier auf SiN. Den können Freund und Feind ja nicht ignorieren. Gut gemacht! Unser Feind begreift nicht, dass er durch seine Lügen und Übertreibungen sich selbst das Grab schaufelt. Lasst ihn nur schaufeln und immer dicker lügen, den Dummkopf! Die Menschen auf der Straße fassen sich zusehends häufiger an den Kopf und rollen die Augen. Merkels Große Muppet- Show wird enden wie die DDR. Ich finde Kositzas Haltung, stets Fairness zu unterstellen, nicht blauäugig, sondern entwaffnend, bewundernswert und liebenswert. Sie lebt "es" eben vor, Authentizität und Rechtschaffenheit! Was @LotNemez schreibt, gibt mir allerdings zu denken. Vielleicht ist das Ganze doch nicht so harmlos, wie ich es gern sähe.

micfra
2. Mai 2019 19:56

Auf lange Sicht siegt Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Diese Leute zeigen ja nur ihre eigene Verdorbenheit. Schön das Rechte ehrlich und aufrecht durchs Leben gehen können. Krass, dieser Unterschied der linken und rechten Lebensweise, der sich hier einmal mehr offenbart.

Martin Heinrich
2. Mai 2019 19:57

Liebe Frau Kositza,
wenn Sie klagen, bekommen Sie ein Gerichtsurteil. Aber auch Gerechtigkeit?
Ich befürchte, dass selbst die E-Mail der Filmemacher, ein "Dokumentarfilm" solle gedreht werden, nicht für ein Urteil wg. Beleidigung, Verleumdung oder Üble Nachrede ausreicht. Das Gericht wird sich immer mit "Kunstfreiheit" herausreden.
Die Namen Kositza und Kubitschek sind in der medialen Öffentlichkeit ohnehin mittlerweile "verbrannt". Was soll's? Ihre Freunde, Verwandten und Leser wissen es besser.
Der Film läuft zwei Wochen in den Programmkinos. Und wird dann wieder vergessen. Lassen Sie das einfach an sich abperlen und verschaffen Sie solchen schmierigen Gestalten wie diesen "Filmemachern" keine zusätzliche Bühne. Alles andere ist nur Energieverschwendung.

Der Gehenkte
2. Mai 2019 20:13

@Kositza: "Echt, wären Sie gern im Kino, also auf der Leinwand? Nee, das ist für mich kein Kollateralnutzen. "

Nee, wäre ich nicht - aber ich bin auch nicht in der Öffentlichkeit. Da kann Kino mitunter ein Kollateralschaden werden.

Ist mir schon klar, daß Sie sich nicht gut dargestellt sehen. Das ganze ist auf dem Niveau des "Erklärnazis"https://www.youtube.com/watch?v=hT60SfRh6RM
Insofern auch kontraproduktiv, denn wer in solchen Machwerken - übrigens an der Heidi-Ästhetik orientiert (@Stefanie) - nicht die Propaganda erkennt, der ist selbst innerlicher Propagandist.

Was ich meinte: Sehen Sie es als "badge of honour". Es beweist: Sie sind relevant, Sie werden gehört, Sie sind wer - und deswegen hat man auch bei Ihnen angeklingelt, ganz im Gegenteil zu einigen anderen Protagonisten, die man eher als Schreckgespenster ge(miß)braucht hat.

Laurenz
2. Mai 2019 20:20

Naivität ist eine charakterlicher Eigenart unseres Volkes, der Verrat der ewigen Sozialisten eine andere. Ich bin ein Rechter, weil meine Familie christlich marxistisch war. Das braucht niemand.
Es ist ja nicht das erste Mal, daß Journalisten Bürger hoch nehmen. Gab es vorher keine Recherche, mit wem man es zu tun hat? Es existierten keine Absprachen über ein Mitspracherecht bei der Veröffentlichung?

Wobei ich dem Foristen Niekisch zustimme, besser einen miserablen Ruf als keinen.

Primitive linke Hass-Presse ist ja nichts Neues für uns, sondern eher das gewohnt Alltägliche. Die wären ja sonst arbeitslos.

Ellen Kositza
2. Mai 2019 20:23

Glattes Eis - ein Paradeis// für den, der gut zu tanzen weiß, Nietzsche.
Ich selbst hatte geschrieben (der Kontext legt es auch nahe), daß ich n i c h t schockiert über dieses Resultat war. Mein lieber Redakteur hat das abgeändert - es hätte sich aus seiner Sicht sonst hasardeurhaft angehört.
Ich finde hingegen, "schockiert" legt Naivität nahe.
Es ist ja wahrhaft nicht das erste Mal, daß Leute, die von uns freundlich empfangen werden und auch selbst "total lieb" rüberkommen, so agieren. Und doch werde ich nie nur mit erklärten Freunden sprechen und auch keine "faire Bedingungen" aushandeln.
Ich bin längst an dem Punkt, wo ich "von den Leuten" nicht mehr viel erwarte. Das ändert mich, danke, Frank Bettinger, aber nicht.

Lotta Vorbeck
2. Mai 2019 20:31

@Sandstein - 2. Mai 2019 - 03:09 PM

"... Man achte auf die Optik des Herrn Geiger, sagt für mich alles."

*******************************

"... nicht nur die Physiognomie des Herrn Geiger ist quasi selbsterklärend.

@Sandstein hatte es nicht verlinkt - ziemlich weit nach unten aufrollen, bis zur Rubrik "Über uns":

https://www.littledream-entertainment.com/ueber-uns/

Immer noch S.J.
2. Mai 2019 20:36

Ich persönlich habe schon während der zwei Minuten des Trailers ein Gefühl müder Langeweile empfunden. Wie gehabt und zu oft die gleichen schrillen Bilder, das effekthaschende Zusammenschnipseln von Gesprächsfetzen und musikalischen Stimmungselementen, die hypermoralische Raumpflege, die exakte Inhalte schrubbt und es nicht nötig hat, genau hinzusehen, weil ein subjektives Empfinden wichtiger gemacht wird. Langeweile - nicht, weil ich gegenüber extremistischen Ansichten gleichgültig wäre (die Linken haben nie begriffen, dass Konservative genauer darauf achten, dass politischer Extremismus keine Chance hat). Nicht deswegen, sondern weil mich der Mangel an inhaltlichem Anspruch und Fairness mittlerweile langweilt.

Der richtige Film zu richtigen Zeit, heißt es im Trailer. Schon jetzt winken Filmpreise in dichter Serie; auch das gehört dazu. Im Jahr wichtiger Wahlen und zunehmender Zweifel in allen westlichen Gesellschaften an den Fähigkeiten und (Selbst-) Darstellungen der alten Eliten ist dieser Film ein Beispiel unter vielen, wie sich einige Leute Luft verschaffen. Ob Sie, Frau Kositza, klagen, weil es Ihnen und Ihrem Mann in diesem Fall reicht, müssen Sie wohl oder übel selbst entscheiden. Nur eines: Es ist denkbar, dass das gesamte Arrangement wenig bewirkt und viele ähnlich einem Martin Walser empfinden, als er aus den bekannten Gründen 1998 verlautbarte, bei gewissen Inhalten den Kanal seines Fernsehers zu wechseln.

H. M. Richter
2. Mai 2019 20:42

"Soll man klagen?"
__________________

Selbstverständlich.
Ich bin in diesen Angelegenheiten - zugegebenermaßen - altmodisch.

Klagen, - und zwar erfolgreich !
________________________________

Vor einigen Tagen habe ich mich zufälligerweise damit beschäftigen müssen, wie es seinerzeit dazu gekommen ist, daß Flori Havemanns 'Havemann' unmittelbar nach der Veröffentlichung wieder vom Markt genommen werden mußte. Es war letzlich gar nicht so schwer ...

Klaus
2. Mai 2019 20:47

@Kositza

Es gibt wirkungsvolle Strategien gegen so ein Verhalten, Gespräch immer (in guter Qualität und möglichst in A/V) mitaufzeichnen und sich Erlaubnis zusichern lassen, das Gespräch nach Sendetermin selbst "ausstrahlen" zu dürfen.

Ich nennen jetzt keine Namen, aber genau damit hatte z.B. ein relativ bekannter und umstrittener Youtuber in der Vergangenheit sehr guten Erfolg. Sein eigenes Video haben u.U. sogar mehr Leute gesehen als die Sendung im ÖR Randprogramm.

-----------------------------------------

Vielleicht wussten Sie das gar nicht, "real recognize real" ist in der HopHop Kultur eine verbreitete Redewendung, die genau das ...

-> Das Echte ist nie häßlich, und punkt. Wir sind immer echt, und Echte können das nicht verkennen.

...aussagt.

W. Wagner
2. Mai 2019 21:07

Da das ganze ja GEZ-finanziert ist, und ich zu den braven deutschen Bürgern gehöre, die damit diesen geistlosen Müll finanzieren, möchte ich mich hiermit bei Ihnen, wie auch bei Götz Kubitschek und Martin Sellner entschuldigen. :)

Nemesis
2. Mai 2019 21:12

"Und doch werde ich nie nur mit erklärten Freunden sprechen und auch keine "faire Bedingungen" aushandeln. Ich bin längst an dem Punkt, wo ich "von den Leuten" nicht mehr viel erwarte. Das ändert mich, danke, Frank Bettinger, aber nicht."

Das nenne ich eine wahrhaft stoische Haltung..Und das mit den nicht erklärten Freunden sprechen, finde ich gut.

Es ist halt ganz offensichtlich ja so, daß, wenn jemand nicht wahrheitsgemäß Interviewen oder Filmen will, es letztendlich
egal ist, wie Sie sich verhalten: es wird entsprechend instrumentalisiert.
1.Verweigern Sie sich, wird daraus: Die haben was zu verbergen, deswegen stellen sie sich nicht der Kamera, der Öffentlichkeit.
2. Verweigern Sie nicht: s.o.

Klassische Zwickmühle.

Drehen Sie das Ganze doch einfach um:
Wenn Sie sich entschließen sollten, sowas nochmal zu machen, stellen Sie ebenfalls ein kleines Filmteam zusammen...
und FILMEN DEN GESAMTEN FILMVORGANG .
Vor dem eigentlichen Interview oder Filmvorgang des anderen Teams wird eine schriftliche Einverständniserklärung zur Veröffentlichung IHRES Filmes vorlegt (aber erst NACH Anreise des anderen Filmteams (Sie wissen schon: Kosten, Aufwand und so...).
Wird das nicht unterschrieben: kein Interview.

Somit können Sie nachweisen:
1. Sie haben nicht verweigert (emailverkehr etc.)
2. Bei Bedarf können Sie das komplette Filmmaterial auf den sozialen Medien dann hochladen und online stellen.

Motto: "Filmt die Filmer"...

Simplicius Teutsch
2. Mai 2019 21:35

Ich habe mir zweimal den Film-Trailer dieser Comic-Dokumentation angeschaut, wo es im Untertitel heißt: NACH EINER WAHREN GESCHICHTE, die vermutlich in den Kindergärten und Schulen dazu dienen soll „Haßgift gegen die deutschen Rechten in Kinderseelen“ zu schütten (Überschrift in zeit online, 18.04.2019, leicht von mir abgewandelt).

@Kositza
Sie machen das schon richtig. Nur nicht groß aufregen und nicht klein kriegen lassen. Standhaft bleiben, stoisch und tolerant weitermachen, wie Sie es bisher schon für richtig gehalten haben. - Das kann ich in der Deckung natürlich leicht sagen. Aber Sie sind die Frontfrau der Neuen Rechten.

Schikane, Mobbing oder hundsgemeine Niedertracht nennt man das, würde ich sagen: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat Sie und andere Rechte und deutsche Patrioten zum Gespräch höflich und in aller zivilisierten Form eingeladen und Sie/sie haben akzeptiert. Warum auch nicht?

Aber es war eine von vornherein kalkulierte Falle, und die „Kleinen Germanen“ sind reihenweise hineingefallen. Und man hatte und hat sie genau dort, wo man sie haben und wie braune Tanzbären vorführen will.

Blöd gelaufen? - Ich sehe es nicht nur negativ für Sie und die Rechten. Wer weiß schon, wie sich das alles entwickelt.

Lotta Vorbeck
2. Mai 2019 21:38

@Nemesis - 2. Mai 2019 - 09:12 PM
@Klaus - 2. Mai 2019 - 08:47 PM

Der "relativ bekannte und umstrittene Youtuber" und der Schloßherr von Schloß Ermreuth - beide handhaben es genau auf diese Weise.

Das bedeutet ja nicht, jedes subalterne Gespräch per Videoaufzeichnung dokumentieren und sämtliche Aufzeichnungen veröffentlichen zu müssen.

Durchaus interessant wäre es allerdings schon, mal zu erproben, ob die mitlaufende Kamera auf die Roßtäuscher von der anderen Feldpostnummer eine, was das obligatorische Nachtreten und Verwursten betrifft, disziplinierend-mäßigende Wirkung auszuüben vermag.

HomoFaber
2. Mai 2019 21:40

“Mein lieber Redakteur hat das abgeändert“

Dann habt Ihr gemogelt !

“Ich finde hingegen, "schockiert" legt Naivität nahe.”

Das finde ich auch.

MartinHimstedt
2. Mai 2019 21:51

Folgendes:

Ich habe vor ein paar Wochen (eher Monaten) irgendwas über den Film aus Zufall gesehen und das Ganze sofort als linken Propagandastreifen abgehakt. (Es gibt aktuell noch einen zweiten Film, über Burschenschaften(?). Na, jedenfalls ist da ein Fuchs auf dem Plakat.) Aus unseren Reihen sah ich im damaligen Trailer/Bericht keine einzige Person. Nun steuere ich die SiN an und sehe DAS?! Den verlinkten Trailer habe ich nach bereits einer Minute abbrechen müssen!

Ganz ehrlich? Das hätte NIEMALS passieren dürfen!!!

Soll man klagen? Wenn man eine einigermaßen realistische Chance hat, zu gewinnen: Ja, unbedingt! Ich fürchte jedoch, dass sich die Gegenseite das Ganze bereits vorher ganz genau überlegt hat. Eben auch juristisch. Wobei die Fußnote, dass dagegen vorgegangen wurde, natürlich auch schon was wert sein kann. Schwierig.

Positiv anzumerken ist allein, dass der Film aktuell völlig unterzugehen scheint.

Zooey
2. Mai 2019 21:52

Ohoh ... übel.

Klagen: ja! Ich will nicht, dass die Filmemacher mit sowas durchkommen. Allerdings scheint das Konzept auch nicht aufzugehen:

"Die Geschichte, die die Kleinen Germanenüber die faschistische Symbiose zwischen Enkelin und Großvater erzählen, ist ein extremer Fall und daher kaum geeignet, den Mobilisierungserfolg der Rechten zu erklären. Fraglich ist auch, ob die Filmidee aufgeht: Farokhmanesh und Geiger wollen Rechte so lange reden lassen, bis diese sich selbst entlarven." (Zeit-Online, Thomas "Adorno" Assheuer himself). Bei NDR derselbe Tenor: K&K kommen wie CDU-Wähler rüber, haha, diese Rechten beherrschen perfekt ihre neue Strategie ...

Nemo Obligatur
2. Mai 2019 22:14

Na, der Trailer sagt ja schon alles. Man kann auch mal die Kommentare auf youtube lesen. Erziehung ist übrigens viel komplexer als der oder die Filmemacher denken. Könnte da jetzt wie viele andere hier lang und breit drüber schreiben.
Der beste Lehrmeister freilich ist immer noch das Leben selbst.

Ich bin schon ein wenig von Ihnen enttäuscht, Frau Kositza: Das haben Sie doch so oder so ähnlich schon mehrfach erlebt. Werden Sie da nicht mal klüger? Jetzt sind sie halt für viele eine NPD-Sympathisantin oder Schlimmeres. Na, Sie werden damit leben müsssen und wohl auch können, aber was ist mit denen, die Ihnen wohlgesonnen sind?

Fredy
2. Mai 2019 22:21

Nimmt doch keiner Ernst, den Dreck. Kind mit SS-Uniform. Satire oder Schwachsinn. Schau gerade bei Amazon "Deutschland 86". Wir werden dort irgendwann auch "Deutschland 2016" streamen können, und natürlich kann es keiner verstehen, wie es damals dazu kommen konnte, und selbstverständlich waren alle im Widerstand.

Weitermachen, ohne Meldung.

Andreas Walter
2. Mai 2019 22:27

Die ganze Geschichte ist doch bereits der beste Beweis dafür, warum man Fremden eben nicht blind vertrauen darf. Schon gar nicht als Christ.

Johannes 9

Der Film ist allerdings sowohl Volksverhetzung und Propaganda der übelsten Sorte wie auch persönliche Diffamierung, also sogar für zwei Klagen gut. Einstweilige Verfügung über ein sofortiges Verbreitungsverbot bis zur Klärung des Sachverhalts durch ein ordentliches Gericht.

Das nächste mal darum bitte vorher fragen, was Sie jetzt tun sollen, auch wenn die letzte Entscheidung natürlich bei Ihnen liegt.

Leo
2. Mai 2019 23:10

Sehr geehrte Frau Kositza,

ich würde den Ball mal ganz flachhalten (inoffizieller BRD-Umgangssprech).
Der Trailer wurde vor ca. 6 Wochen erstveröffentlicht. Aufrufe bisher: 2800 (!) --- Diejenigen, die sich für Erziehung interessieren und sich auf dem "Ach, wenn's mich doch gruselte"-vor-Rechten-Trip befinden, werden sich den Film wohl z.T. im Kinoansehen. Und dann auch O-Töne aus Schnellroda hören.
Und dann sich entweder in ihren schon von vornherein feststehenden Urteilen bestätigt finden.
Oder sich aber ob Ihrer Naivität irritiert fragen, inwieweit Sie da eigentlich reinpassen. Was Sie geritten hat. Whatever.

Der Trailer will keine gute Stimmung aufkommen lassen. Wird es dem Film deshalb gelingen, Sie vorzuführen? Ich vermute das als seine Absicht. Und bezweifle doch, daß er es tatsächlich erreicht. Vamos a ver.

Schlimmstenfalls ist schlechte Werbung besser als gar keine. (Nicht, daß Sie derer bedürften. Man bedarf ja Ihrer, zu Illustrationszwecken, nicht wahr?)

Wer benutzt also letztlich wen?
Über Sie spricht man.
Über Lucke sprach man.

Geiger - wer?!?

(Aber Danke für den Tip.)

heinrichbrueck
2. Mai 2019 23:25

Schaut man sich den Trailer ohne Ton an, ist haargenau zu sehen, was es auf diesem Planeten nicht mehr geben soll.

Lotta Vorbeck
2. Mai 2019 23:58

@Ellen Kositza - 2. Mai 2019 - 08:23 PM

"Glattes Eis - ein Paradeis// für den, der gut zu tanzen weiß, Nietzsche.
Ich selbst hatte geschrieben (der Kontext legt es auch nahe), daß ich n i c h t schockiert über dieses Resultat war. Mein lieber Redakteur hat das abgeändert - es hätte sich aus seiner Sicht sonst hasardeurhaft angehört.
Ich finde hingegen, "schockiert" legt Naivität nahe. ..."

************************************

Ihr Redakteur jubelte Ihnen also eine beschlagene Brille unter, weshalb sie den Wolf, der bevor er bei Ihnen in der Tür stand noch rasch einen Eimer Kreide leer fraß, nicht sogleich erkannten ... und diese nahegelegte Naivität hätte man Ihnen eigentlich auch überhaupt nicht abgekauft.

Die kampfgestählte Amazone darf, wenn's die Situation hergibt, sich auch mal ein wenig hasardeurhaft verhalten und den Dingen einen Moment lang ihren allzu vorhersehbaren Lauf lassen, während sie mit ihrer perfekt geführten Doppelaxt bereits zum fulminanten Gegenschlag ausholt ...

RMH
3. Mai 2019 06:35

… ich hör schon die Ausrede, wenn man diesen "Filmemachern" auf die Finger klopfen will:
"Wir haben ihnen doch den Film vorab gesendet und es gab keine Einwände dagegen" - "Hätten Sie etwas gesagt, dann …". Schweigen als Zustimmung.

Die machen sich die Welt wirklich, wie sie ihnen gefällt. Man nehme den "wahren" Sachverhalt eines Kindes aus einer NS-Sekte, schmeiße ihn in einen Topf und gebe dann lauter weitere, harmlose und damit nichts zu tun habende weitere "Zutaten" hinzu und koche daraus einen unappetitlichen Eintopf nach dem Grundsatz, ein faules Ei, verdirbt den ganzen Brei. Dann setzte man ihn dem dauerbetroffenen und "Seien Sie anspruchsvoll"-Klientel aus und alle können wieder bedenklich und sorgenvoll den Kopf wiegen …

Was bestellt und bezahlt wurde, wurde geliefert.

Ich bin am zweifeln, ob man hier klagen sollte, auch wenn es an Unverschämtheit und Verdrehung einfach zu viel ist. Mein Vertrauen in die Justiz ist nicht groß genug und auf der anderen Seite würde diese Klage dann wiederum Werbung für den Film machen und ihn faktisch interessanter machen, als er ist.

Thomas Martini
3. Mai 2019 07:22

"Meine älteste Tochter, man faßt es nicht, ist übrigens neulich alleine an den Polarkreis getrampt!, die zweite war mit einer Freundin ohne gebuchte Hotels in Georgien, die vierte in Armenien." - Ellen Kositza

Bei solch bösen Nazi-Eltern wäre ich auch auf der Flucht. Qua patet orbis.

Maiordomus
3. Mai 2019 07:39

@Grambauer. Ja, ich bekunde Ihnen meine Verbundenheit dafür, Friedrich Reck-Malleczewen zu zitieren. Denselben parallelisierte ich schon vor 46 Jahren mit den historischen Gleichnissen von Reinhold Schneider, wobei ich in meiner diesbezüglichen Dissertation den Ausdruck "Innere Emigration" für Autoren dieser Sorte stets zurückgewiesen habe zugunsten von "innerer Präsenz". Dass in dieser Spalte die wirklich bedeutenden Autoren Deutschlands immer wieder genannt und zitiert werden, macht manches anderweitige Ärgernis wieder gut. Reck-Malleczewen gehörte zum linken Niekisch-Flügel der konservativen Revolution und war spätestens ab 1934 non grata. Von hoher Bedeutung seine literarische Kompetenz zum Thema "Massenwahn", Dass er in Israel unterdessen Heldenstatus besitzt, ist seinem Tod in Dachau geschuldet. Hätten sie ihn schon 1934 erschossen, wäre ihm diese Ehrung vorenthalten geblieben und er wäre ausschliesslich bei den linken "Rechtsextremisten" registriert. Ich halte sehr hohe Stücke auf ihn als historiographischen Schriftsteller. Das Motiv des Massenwahns der Wiedertäufer wurde auch von Friedrich Dürrenmatt aufgegriffen, dessen Jugendsünden etwa auf dem Niveau des frühen Martin Sellner waren.

Zur Sache selber. Klagen hat mutmasslich keine Chance. Was den allerdings fragwürdigen "Werbewert" betrifft, so erinnere ich mich an eine Predigt eines Altkonservativen katholischen Volksmissionars gegen Nietzsche 1958 oder 1959, welche kurz vor dem Amen die Passage enthielt "Und am Ende war der arme Teufel geschlechtskrank". Diese Warnung vor Nietzsche veranlasste mich, ihn schon im Alter von 13 Jahren zu lesen, so wie damals auch Sartre, der noch als einer der letzten auf den Index der von der katholischen Kirche verbotenen Bücher gekommen ist. Über Reck-Malleczewen hat sich übrigens bei Sezession schon mal Lutz oder wie er heisst nach meiner Erinnerung kompetent geäussert. Den Komiker Alfred Rasser ("Läppli+) habe ich, @G. Grambauer, noch persönlich gekannt, wiewohl ich seine Begeisterung für Mao keineswegs nachvollziehen konnte.

Valjean72
3. Mai 2019 07:52

@Waldgaenger aus Schwaben:
“So harmlos ist das alles nicht, wie es auf den ersten Blick daher kommt. Da soll wohl Stimmung gemacht werden, um Eltern mit der falschen Gesinnung Kinder weg zu nehmen.“
---

Im Apotheker-Heftchen „Baby und Familie“ wurde im Februar 2016 ein mittlerweile berüchtigter Artikel über rechte Eltern und ihre „bösen“ Töchter mit blonden Zöpfen veröffentlicht:

Mütter und Väter können sich im Elternbeirat engagieren und deutlich gegen entsprechende Äußerungen rechter Eltern vorgehen. Wer damit direkt konfrontiert wird, sollte keine Angst haben. „Auch wenn es schwierig ist, man sollte sofort Grenzen setzen und sagen, dass man so etwas nicht hören will“, sagt Radvan*. “Man darf aber nachfragen, diskutieren und zeigt bestenfalls die Gefahren für das Kind auf, die solche eine Haltung mit sich bringt.“

*Dr. Heike Radvan ist Leiterin der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin
(Quelle: „Baby und Familie – Gefahr von rechts“, Februar 2016)

"Solch eine Haltung" birgt also Gefahren für das Kind. Welche denn?

Vielleicht hilft ein Blick auf folgende Veröffentlichung der Deutschen Anwaltauskunft.

"Besorgte Bürger"
Rassismus und Kindererziehung: Droht Verlust des Umgangsrechtes?

Die Diskussion um Aufnahme und Unter­bringung von Flüchtlingen fördert einige angenehme, aber auch schockie­rende Seiten der Deutschen zutage: Immer mehr Menschen äußern sich öffentlich „besorgt“ bis offen fremden­feindlich oder demons­trieren gar gegen Flüchtlings­heime. Das kann diese Menschen nicht nur Facebook- und echte Freund­schaften, sondern auch ihren Job kosten. Kann es sich auch auf das Umgangs- und Sorge­recht für ihr Kind auswirken? Das dürfte vor allem Mütter und Väter inter­es­sieren, die ihr Kind gemein­samen mit einem fremden­feindlich agierenden Ex-Partner erziehen – und sich sorgen, dass das Kind durch ihn oder sie in falsche Kreise gerät bezie­hungs­weise die falschen Werte vermittelt werden.

(Quelle: anwaltauskunft.de; 24.09.2015)

Mehr dazu: hier

Thomas Martini
3. Mai 2019 08:07

"Ich bin schon ein wenig von Ihnen enttäuscht, Frau Kositza: Das haben Sie doch so oder so ähnlich schon mehrfach erlebt. Werden Sie da nicht mal klüger? Jetzt sind sie halt für viele eine NPD-Sympathisantin oder Schlimmeres. Na, Sie werden damit leben müsssen und wohl auch können, aber was ist mit denen, die Ihnen wohlgesonnen sind?"

Das öffentliche Ansehen von Frau Kositza wird sich durch den zur Rede stehenden Kinofilm nicht ändern, sondern höchstens festigen.

Wer bisher neutral oder positiv gegenüber der Neuen Rechten eingestellt war, wird seine Einschätzung bestätigt sehen. Für die meisten anderen Interessierten, sind Propagandazerzeugnisse wie "Kleine Germanen" nur eine Bestätitgung ihrer Vorurteile.

"In Zukunft bitte vor jeder Anfrage für ein Interview, Bericht, Foto oder Film einen wasserdichten Vertrag über die Inhalte aufsetzen und eine Kaution in Höhe von mehreren tausend Euro verlangen, mit dem dann bei unsachlicher, falscher oder diffamierender Berichterstattung juristisch gegen diese Leute vorgegangen wird. Der drohende Verlust der Kaution dürfte die Diffamierungsabsichten deutlich verringern. Ich empfehle ihnen einen auch professionellen Medienberater."

Und was würde dieser professionelle Medienberater wohl raten, wenn er denn "professionell" wäre? Die Imagepflege bestünde dann schlimmstenfalls in einer Anbiederung an den Mainstream. Distanzieren und Kriechen wären bei jeder Gelegenheit angesagt. Bestenfalls käme es zu einer für die Betroffenen erträglichen Persönlichkeitsveränderung, bei der man das Authentische aber rasch einbüßen würde.

Gotlandfahrer
3. Mai 2019 08:42

Sich zur Verfügung gestellt zu haben bleibt strategisch völlig richtig. Niemand wird ernsthaft einen offenen Diskurs zu Erziehung erwartet haben. Ins Braunlicht gerückt zu werden gehört dann zum Konditionierungsrahmen.

Das Publikum, das diesen Film konsumiert, tut dies zu 99,9% ja nicht, um geistige Anregung zu erfahren. Sondern um sich gegenseitig bestätigt zu sehen. Die restlichen 0,1% bestehen aus einer nachgewachsenen Kohorte bislang - aufgrund empfundener Alternativlosigkeit - Angepasster. Von denen werden einige über die Nennung der Schwefelbande dann erstmalig den Weg hierher finden. "Sie haben Ihr Ziel erreicht", würde ich dann sagen.

Schlaumeier3000
3. Mai 2019 09:17

Zum Umgang mit den Qualitätsmedien hat Lot Nemez oben schon ein paar interessante Video-Beispiele gepostet. Mir fiel allerdings beim lesen des Artikels sofort Panodrama ein. Das Meisterstück in dieser Hinsicht schlecht hin.
https://www.youtube.com/watch?v=wNd2bvLvyk4

Thomas
3. Mai 2019 11:02

@Thomas Martini
unter einem "professionellen Medienberater" verstehe ich niemanden, der sich anbiedert an den Mainstream und unter allen Umständen öffentliche Auftritte organisieren will, sondern jemanden, der alle falschen Kontaktversuche und üblen Tricks kennt, diese verhindert, klare Regeln und Grenzen setzt, mindestens 5000 EUR Kaution verlangt und damit das Ehepaar Kubitschek / Kositza schützt. Etwa so wie ein Torwächter. Das Verhalten des Filmproduzenten war ein grober Vertrauensmißbrauch, der verhindert hätte werden können. Letztlich bleibt es zwar immer noch den beiden überlassen, wem sie noch vertrauen können, aber die Risiken solcher Kontakte können verringert werden.

Anthropofugaler Wanderer
3. Mai 2019 14:04

Ich würde mich den kritischen und warnenden Stimmen hier anschließen und anmerken, dass dieses weitere Propagandamanöver nicht zu unterschätzen ist.
Es geht nicht darum, dass der Trailer bisher kaum Resonanz erfuhr und eventuelle Kinogänger ihre Vorurteile bestätigt sehen, sondern darum, dass dies offensichtlich und primär in die Pädagogik einfließen soll und wird. Und für Kinder sind solche plump wirkenden aber sehr gekonnt inszenierten Bilder und die damit transportierten Botschaften eindringlich.

„Die reine, einfache Behauptung ohne Begründung und jeden Beweis ist ein sichres Mittel, um der Massenseele eine Idee einzuflößen. Je bestimmter eine Behauptung, je freier sie von Beweisen und Belegen ist, desto mehr Ehrfurcht erweckt sie.“
Gustave Le Bon, Psychologie der Massen

Es geht auch ums Prinzip. Weil und wenn es ihrer DNA entspricht, ist dem Staatsfunk diese erneut krasse Verleumdung nicht widerstandslos durchgehen zu lassen! Jene und die federführende Amadeu-Antonio-Stiftung bauen darauf, dass sie ihr Indoktrinationspotential voll ausschöpfen können und vor allem dort, wo es entscheidend ist. Keine Bekanntheit und Präsenz um jeden Preis, man darf den sich bahnenden Totalitarismus niemals unterschätzen.
Deswegen, natürlich klagen!

agramsci
3. Mai 2019 15:28

"alles, was man nicht kennt und was fremd ist, wird sofort als Bedrohung von außen dargestellt, vor der man sich schützen muss. "

deshalb haben sich auch die 'neuen Rechten' von SWR/ARD/arte interviewen lassen, da ihnen diese Sender als identitär und politisch rechtsaußen positioniert wohl bekannt schienen!

So paradox geht das zu: Auf Offenheit und Offenherzigkeit spekulieren und diese weidlich ausnutzen - im Dienste der kruden These, dass gerade das völlige Nichtvorhandensein dieser 'Tugenden' den zentralen Kern eines rechten Weltbilds ausmache.

Venator
3. Mai 2019 18:50

Wobei ich es schon verstehen kann, daß man auch Interesse daran hat, mal mit anderen zu reden, die einem nicht immer nach dem Mund reden. Sogar mit den feindlich gesinnten. Nur eine Kamera würde ich da halt sicher nicht mitlaufen lassen.

Klar, dann haben die feindlich gesinnten kein Interesse mehr am Gespräch, aber da wird es halt dann auch richtig deutlich, um was es denen wirklich geht. Desweiteren denke ich, sind wir über den "auch schlechte Werbung ist Werbung" Zeitpunkt schon lange hinaus. Das war wohl mal eine Idee von Michael Kühnen 1979. Heute gilt: schlechte Werbung=schlechte Werbung!

Ja auch ohne Mithilfe, drehen sie Ihre Lügenreportagen. In Zeiten des Internets sind aber Denkweisen wie: "wenn die ein Gespräch mit arte ablehnen, haben sie etwas zu verbergen" völlig obsolet. Wer etwas über einen erfahren will, der braucht dafür nur ein paar klicks und ist direkt an der Quelle und muß sich nicht vom Öffi Rundfunk bevormunden lassen, was er sehen und lesen darf und was nicht. Wer sogar dazu zu lethargisch ist, ist sowieso unwichtig.

Sandstein
3. Mai 2019 19:01

@ Lotta

Danke, und Japp, genau diesen link meinte ich.

..man soll ja nicht oberflächlich sein, dennoch fällt mir zu Geiger eig nur ein Zitat ein: "der erste Eindruck ist am gefährlichsten - weil oft richtig"

Nur fällt mir ad hoc leider nicht ein von wem es stammt.
Grüße!

Franz Bettinger
3. Mai 2019 20:08

Im Nachhinein muss ich dem @Wanderer recht geben und mich seiner Klage-Empfehlung anschließen. Ja, das kostet, vor allem Zeit und Nerven, aber was tut man nicht alles im Krieg. Die Vermutung ist berechtigt, dass Propaganda-Filmchen wie dieses die Gehirne der Kleinsten zerfurchen sollen und auch werden, wenn man ihnen nicht Einhalt gebietet. Es geht nicht mal darum, gerichtlich zu obsiegen - diese Hoffnung ist unter Merkel vergeblich - sondern den Fall medial zu skandalisieren und dem Lügenpack immer wieder den Stempel aufzudrücken.

links ist wo der daumen rechts ist
4. Mai 2019 05:47

@ Maiordomus @ Gustav Grambauer

Dank nochmals für den wiederholten Hinweis auf Reck-Malleczewen. Sein „Tagebuch eines Verzweifelten“ (hatte ich schon antiquarisch als Fischer-TB, ehe es in der „Anderen Bibliothek“ wiederaufgelegt wurde) und sein „Bockelson“ sind mir seit Studienzeiten wichtige Bücher. Danke im Nachhinein an Kurt Marko, daß er uns wenige, aber treue Hörer seiner Mittwochsvorlesung - neben vielem anderen - darauf hinwies.
Hier ein Text von Marko:
https://www.wienerzeitung.at/startseite/archiv/170754_Ernst-Topitsch-ist-tot.html

Ergänzend dazu verweise ich auf Walter Huecks „Arzt wider Willen“ (aufgeschrieben 1946-47, veröffentlicht 1962); erinnert in einigem an Recks Tagebuch, durch die souveräne „Rollenprosa“ aber manchmal sogar an Musils Opus Magnum. Allerdings geht es nicht um den letzten Friedenssommer vor WK1 und das typisch schmockhaft-österreichische Zerreden eines Ereignisses, das nie eintritt, weil der Krieg dazwischenfunkt, sondern die Handlung (Tagebucheintragungen mit Briefwiedergaben und ausführlichen Schilderungen von Gesprächen) setzt kurz nach der Katastrophe von Stalingrad ein und endet im Mai 1945. Wie hier die ausweglose Lage reflektiert wird (u.a. eine herrliche Auseinandersetzung mit Spengler; und auch die Churchill-Passagen haben es in sich...) ist einfach grandios.
Hueck war zu seiner Zeit bekannt für die beiden Werke „Die Philosophie des Sowohl-als-Auch“ (1925) und „Die Welt als Polarität und Rhythmus“ (1928); später aktualisiert in dem Werk „Die Polarität der Wahrheit“ (1961).

Für mich nicht nur von den Titeln her eine Gegenwartsdiagnose.

Hier in einem späteren Band einiges zur Entstehungsgeschichte des o.a. Buches:
https://books.google.at/books?id=_3HB9WJ4-gMC&pg=PA17&lpg=PA17&dq=walter+hueck+arzt+wider+willen&source=bl&ots=kTKW79C5Z0&sig=ACfU3U3Rl0AmLrsVYraEd8vPu3eXo9ed2A&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwie_7rF9IDiAhUvxIsKHZw1DR0Q6AEwD3oECAgQAQ#v=onepage&q=walter%20hueck%20arzt%20wider%20willen&f=false

Und: auf SiN gab's auch schon einen Text:
https://sezession.de/14565/8-mai-1945-die-deutsche-tragoedie

Robert
4. Mai 2019 08:26

Im Grunde geht es hier um die Grundsatzfrage, die CS und ML in ihrem Buch „Mit Linken leben“ behandelt haben:

Für diesen Fall genauer gesagt: Wir müssen , den „Linken“ gegenüber, die Stil- und Haltungsfrage stellen:

1. Wie will man sich dabei selbst sehen und fühlen?
2. Wie soll uns die Gegenseite sehen?
3. Vor allem: Wie soll uns die „neutrale“ (d. h.: noch standpunktsuchende) Beobachterseite sehen?

Meine Ausgangsthese dazu:
Der linke Mainstream will und konnte aus machtstrategischen Gründen es sich immer schon nicht leisten, mit uns einen irgendwie gearteten fairen Gedankenaustausch zu führen. Daher versucht er es zunächst mit der Schalmeien-Melodie, à la:

„Da wir uns auch schwer tun euch (die Rechten) zu verstehen, erklärt uns doch bitte jetzt einmal wirklich eure Welt? Vielleicht könnten wir dann doch vielleicht mit einander einen zivilisierten Umgang pflegen – aber kommt erst mal wieder aus eurer politischen Schmuddelecke raus in den sauberen demokratischen Diskurs-Raum“. (Das ist der Succus des Buches „Mit Rechten reden“)

Das alles sind machpolitische Spielchen, um die Rechte einzulullen, irgendwie in den Griff zu bekommen und wenn dies alles nicht hilft, letztlich die Strategie der politischen und sozialen An­ni­hi­lation anzuwenden.

Der linke Mainstream ist per se illiberal – d.h., machtpolitisch gesehen, eliminatorisch und patronistisch, wobei von Rechtsstaatlichkeit im pluralistischen Sinne (Akzeptanz der Meinungsvielfalt) keine Rede sein kann.

@Kositza: „Einer fragt höflich – dann erhält er Antwort. Einer bittet um eine Stellungnahme und hat sich dabei bislang nicht als mein offener Gegner gezeigt: Na klar äußere ich mich! Ein zweites Mal nach mißbräuchlicher Verzerrung gewiß nicht – aber einmal: immer!“

Es ist zwar nobel, es zeigt von guten Umgangsformen auf höfliche Fragen höfliche Antworten zu geben, aber wem antwortet man da? Doch nicht nur einer Privatperson! Nein, das „System“ als solches, in Gestalt von irgendwelchen Figuren tritt an uns heran und frägt an – höflich natürlich, was sonst?

Aber nimmt es nicht immer den gleichen Verlauf? Die Metamorphose ihres Outings ist doch immer dieselbe:
Zuerst nett, höflich, Vorspiegelung anderer Absichten, dann kritisch und zuletzt bösartig, hinterhältig – sprich: Das wahre Gesicht kommt immer am Schluß.

Und was sonst als ein Verriß, eine Verhunzung, Schmähung soll dabei herauskommen, wenn das politische Establishment einlädt?

Wir müssen also mit den Linken „leben“ – und zwar nur leben, weil reden, kommunizieren, welcher Art auch immer, - schon lange - keinen Sinn mehr macht.
Der Gegner bestimmt indirekt also nicht nur unser Verhältnis zu ihm, sondern veranlaßt uns auch, über die Wahl unseres Stiles, unseres Auftretens nachzudenken; ja, unsere ganze Abneigung, unser Gefühl der Befremdung in eine angemessene Form zu bringen.

Und letztlich: Er schärft damit auch unsere Sicht auf uns selbst. Und das ist gut so.

Oder die Frage anders, - auf den Punkt gebracht - , formuliert: In welcher Form muß das, was wir als Ehre, als Würde in uns tragen, sich dem Gegner gegenüber bei uns ausdrücken?

Erster Grundsatz: Geben wir dem Gegner keine Gelegenheit, uns von ihm beschmutzen, uns vorführen zu lassen!

Ich bin der festen Überzeugung: Angesichts dieser Fragen, verlieren Überlegungen nach irgendwelchen, meist nur herbei gewünschten und nie real einlösbaren Gewinnen bei taktischen Scharmützeln jede Bedeutung.

Meiner Meinung nach, sollte von uns das Prinzip der kommunikativ getrennten Wege eingehalten werden. Es sei denn – und hier ist z. B. die Plattform „Talk im Hanger 7“ (SERVUS TV) die rühmliche Ausnahme – es sind faire Bedingungen für eine disputative Auseinandersetzung auf einer relativ neutralen Bühne gegeben.
Im Hause des Gegners, wo eben nur dessen Spielregeln gelten, sind wir automatisch die Verlierer.

Aber davon abgesehen: Wie wäre es, einen Turnierplatz für geistige Kämpfe innerhalb des eigenen Gesamt-Rechten Lagers zu schaffen? Ich persönlich könnte mir nichts Spannenderes vorstellen – schon auch um der Gefahr einer geistigen Inzucht vorzubeugen, indem wir uns genötigt sehen, die eigenen Argumente zu überprüfen oder nachzuschärfen.

Hartwig aus LG8
4. Mai 2019 08:53

Vor Wochen schrieb Götz Kubitschek auf diesen Seiten vom "Feind". Der Begriff ist richtig und trifft den Kern der Sache. Ein Feind, der vernichten will. Nicht weinige behaupten, es herrsche Krieg. Auch das ist nicht falsch.
Wenn das die Prämisse ist, dann handelt es sich immer um Feindkontakt. Man könnte militärisch von einem Gefecht sprechen. Hangar7 hat gezeigt, dass man ein solches Gefecht gewinnen kann. Die Mitwirkung beim o.a. Film scheint ein verlorenes Gefecht zu sein. Kann passieren. Nur nie vergessen: Der Feind ist gnadenlos. Der Krieg ist im Gange. Gefechtsalarm.

Niekisch
4. Mai 2019 11:21

" Wie wäre es, einen Turnierplatz für geistige Kämpfe innerhalb des eigenen Gesamt-Rechten Lagers zu schaffen? Ich persönlich könnte mir nichts Spannenderes vorstellen – schon auch um der Gefahr einer geistigen Inzucht vorzubeugen, indem wir uns genötigt sehen, die eigenen Argumente zu überprüfen oder nachzuschärfen."

@ Robert 4.5. 8:26: Das gab es schon einmal auf "gesamtrechts" und "Metapolitika" mit jeweils um die 400 Kommentaren je Artikel. Und es ist nichts Fehllaufendes passiert.

LotNemez
4. Mai 2019 14:29

@Franz Bettinger: "Ich finde Kositzas Haltung, stets Fairness zu unterstellen, nicht blauäugig, sondern entwaffnend, bewundernswert und liebenswert. Sie lebt "es" eben vor, Authentizität und Rechtschaffenheit! Was @LotNemez schreibt, gibt mir allerdings zu denken. Vielleicht ist das Ganze doch nicht so harmlos, wie ich es gern sähe."

Das hatte ich noch vergessen zu notieren: Frau Kositza, Ihre Haltung der bedingten Offenheit ist in ihrer=unserer Lage die einzig Richtige. Vielen Dank, dass Sie am gleichen Fleck stehen, sich nicht verrücken lassen. Werden wir nicht wie der Gegner!

Dagegen halten, widersprechen, klagen.. wo es geht, wo man die Chance und die Kraft hat, auf jeden Fall!

Insofern sehe ich keinen Widerspruch zwischen Rechtschaffenheit/Fairness und Selbstschutz/Grenzziehung. Ist es hier nicht wie in der Erziehung?

Niekisch
4. Mai 2019 19:48

"klagen.."

@ LotNemez 14:29: Nein, bitte nicht. Denn aus fachjuristischer Sicht bietet die Klage keine Erfolgsaussichten. Wenn auf den Brief von 2/2017 keine Rückfragen zu den Einzelheiten des gegnerischen Vorgehens gestellt wurden, dann ist auch keine Rechtsverletzung mit Verschulden der Gegenseite nachzuweisen.

Robert
5. Mai 2019 16:31

An @Niekisch, 4. Mai 2019 11:21
Vielen Dank für den Hinweis. Schaue mich hier gerne mal um.

2Rueckert
5. Mai 2019 20:09

"... in so eine Familie hineingeboren werden kann und dort aufwächst. Ohne die Chance zu bekommen, sich frei zu entwickeln."
Nochmals: "... in so einen Gender-Staat hineingeboren werden kann und dort aufwächst. Ohne die Chance zu bekommen, sich frei zu entwickeln. Was für eine Tragödie!"
Die Eltern sind bereits gutteils ausgebootet aus der Erziehung und werden es jährlich mehr. Wenn Eltern ihre Kinder morgen noch christliche Gebete lehren, kommt das Jugendamt.

Ratwolf
5. Mai 2019 22:01

Kinder von Rechten werden von ihren Eltern dogmatisch eingenordet?

Wieder kritisieren die Linken in einer ihrer Publikationen genau die Sachen bei ihren Gegnern, für welche sie selber bekannt sind. Also welche sie selber praktizieren.

Wenn es frühkindliche Indoktrinierung gibt, dann sind doch wohl sozialistische und kommunistische Regime dafür bekannt.

Aber warum gibt es diese Spiegelung?
Was ist die Ursache für dieses seltsame Verhalten?

Für mich kann die Erklärung nur sein, dass sie unbewust selber gerne die einzig wahren und besseren Rechten geworden wären.

Sie haben das alles soweit verstanden was die Rechten sagen, sie "können" nur nicht die besseren Rechten sein, weil blabla... (hier kann man alles einsetzen was man sich so ausdenken kann)

dreamingplanet7
7. Mai 2019 08:32

Tommy Robinson filmt inzwischen jedes Interview das er gibt selbst mit.
Und Avi Yemini hat kuerzlich gute Schlagzeilen produziert weil Jim Jefferies ein Gespraech veroeffentlichte in dem sogar Fragen und Antworten vertauscht geschnitten waren, Luegenpresse par excellence...
Er hatte aber heimlich die Kamera mitlaufen lassen.

Der Name Kubitschek produziert jetzt schon Youtube Klicks genug.

Immer selbst mitfilmen und einstellen.

mielia
7. Mai 2019 16:15

Diese Widerwärtigkeit und das Fehlen jeglichen Anstandes erinnert mich daran wie kürzlich mit Roger Scruton umgegangen wurde: https://www.youtube.com/watch?v=-bPfxFWTq-g
Ein gewisser George Eaton ist dabei das Äquivalent zu Mohammad Farokhmanesh

Pecherova
8. Mai 2019 11:37

Eine schöne Pointe wäre es, wie ich finde, wenn sich diese "Elsa" aus dem Film, die für die Filmemacher ja nur anonym auftrat und deren Aussagen deshalb in keinster Weise auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden konnten, sich nun als Lügnerin herausstellen würde.

Das wäre doch eine sehr schöne Aktion z.B. der IB, meiner Meinung nach. Damit würde man wunderbar mit der Nadel in die linke Blase stechen, denn eine "Doku", die auf herbeiphantasierten Aussagen basiert, ist selbst für Linke nicht mehr ganz so toll vermittelbar.

Vielleicht interpretiere ich da zuviel hinein, aber angesichts der Macher dieser Doku hätte man schon auf die Idee kommen können, als "Elsa" an diese hochdogmatisch denkenden Leute heranzutreten und denen die Storys zu erzählen, die diese Leute hören wollen, um sie dann hinterher so richtig in die Pfanne zu hauen. Es wäre DAS Beispiel schlechthin, was man unter confirmation bias versteht.

Allerdings traue ich diesen Leuten auch zu, die "Elsa" ganz schlicht erfunden zu haben. Wäre ja nicht das erste Mal. Stichwort Relotius u.a.

Die Geschichte dieser Elsa ist im übrigen so schlecht animiert, dann man sich unweigerlich an die Animation von "Massenvernichtungswaffen" im Weltsicherheitsrat erinnert fühlt, die der damalige US-Verteidigungsminister Colin Powell damals präsentierte für den geplanten völkerrechtswidrigen Einmarsch in den Irak.

In meinen Augen - ich habe den Trailer gesehen - ist das so schlecht gemacht, dass das massiv nach hinten losgeht. Ich musste eigentlich die ganze Zeit lachen, als ich den Trailer sah.

Search4M
11. Mai 2019 16:19

Nehmen Sie den Film einfach an wie er jetzt ist und nutzen Sie den Schwung des "Gegners", wie im Judosport, um ihn damit zu instabilisieren. Durchleuchten Sie den Film auf Inhalte/Aussagen/Machart, die Sie selbst in der Öffentlichkeit informationserzeugend verwenden können.

Leo
12. Mai 2019 23:38

Nein, das ist kein Film zum Muttertag...!
Und nein, das Mutter-Schicksal von Elsa möchte man nicht für geschenkt haben. (Das Kinder-Schicksal ohnehin nicht.) Ich hoffe, insbesondere aufgrund des Film-Endes, inständig auf das bereits insinuierte St. Relotius-Schicksal von "Elsa". Aber gut möglich, daß es ein solches Leben wirklich gibt. Oder gab.

Was es hingegen nicht gab im Zuschauerraum des kleinen Berlin-Friedrichshainer Kinos: Häme, Buhen oder Zwischenrufe. Bei keinem der auf der Leinwand zu sehenden Interviewten. Von keinem der fast durchweg links anmutenden Zuschauer. (Die Rigaer Straße ist nicht weit...!)
Das Neonazi-Milieu erscheint dermaßen fremd, der Nazi-Opa derart klischeehaft, die Schläge des Vaters solcherart anstößig, daß sich damit ohnehin niemand identifiziert.

Aber ist deshalb alles Deutsche an sich obsolet? Das Volk erledigt? Alles was recht(s) ist: zu diesem Schluß muß man mitnichten kommen - nicht wegen und nicht trotz dieser Story, und eben auch und gerade nicht aufgrund der vorgeführten Interviewten, die leider Gottes gar nicht so unsympathisch wirken, wie sie es vermutlich eigentlich hätten sollten. Schlimmer noch für die Propaganda-Süchtigen: Kubitschek, Kositza, Sellner passen da irgendwie überhaupt nicht recht rein. Das merk(t)en wohl auch die Klügeren unter den Linken.

Was man sich tatsächlich vom Film merkt, sind eher lebenspraktische Details: An der Steuernummer ist man also immerhin auffindbar, auch wenn man mit neuer Identität woanders neu weiterlebt. Na, hoffentlich passiert das bei Aussteigern mittlerweile nicht mehr!

Urteil: Zwiespältig.
Aber eins steht fest: Es ist kein Film, der wirklich zum "Kampf gegen rechts" taugt. Auch wenn das seine politische gewesen Absicht sein sollte. Entwarnung!