Sezession
10. April 2019

Japan – Auf dem Weg zum liberalen Einwanderungsland?

Gastbeitrag / 22 Kommentare

Dr. Jan Moldenhauer ist Autor der IfS-Studie Japans Politik der Null-Zuwanderung – nun untersucht er aktuelle Entwicklungen.

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Japan – Transformation vom konservativen Einwanderungsvermeidungs- zum liberalen Einwanderungsland? Eine Klarstellung

Am 1. April 2019 trat in Japan ein neues Visum-System für gering- und mittelqualifizierte Gastarbeiter sowie für hochqualifizierte Spitzenkräfte als Ergänzung zur konservativen Zuwanderungspolitik des Landes in Kraft.

Schon glauben deutsche Leitmedien, in dieser zuwanderungspolitischen Maßnahme einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel der japanischen Migrationspolitik erkennen zu können. Der Welt zufolge handelt es sich bei der Neuregelung, die „Japans Gesicht verändern könnte“, um „nicht weniger als eine Zeitenwende: Japan wird zu dem Einwanderungsland, das es nie sein wollte“. „Kurswechsel bei Einwanderung – Japan holt Arbeiter aus dem Ausland“, titelt die linksliberale taz.

Und das GEZ-Medium Tagesschau berichtet auf seiner Netzseite mit triumphalem Unterton:

Die Türen für Ausländer werden geöffnet. In Japan beginnt heute eine stille Revolution. Erstmals in der Geschichte holt Japan in großem Stil Ausländer als Arbeitskräfte ins Land. […] Damit vollzieht Premierminister Shinzo Abe, ein Nationalist, der jede Einwanderung bisher ablehnte, eine Kehrtwende um 180 Grad.

Zeitenwende? Kurswechsel? Einwanderungsland? Einwanderung – also dauerhafte Migration – in großem Stil? Revolution? Kehrtwende um 180 Grad? Bricht mit dem Industrie- und G7-Land Japan tatsächlich eine der letzten wider die globalen Migrationsströme errichteten Wagenburgen krachend in sich zusammen? Die Antwort: Keineswegs. Bei eingehender Betrachtung erweist sich das nun gültige japanische Visa-System als wenig spektakuläre Neuerung.

Neben einem Re-Migrationsprogramm für ausgewanderte ethnische Japaner und deren Nachkommen sowie der Arbeitserlaubnis für ausländische Studenten (maximal 28 Stunden pro Woche) sind Gastarbeiter- und Spitzenkräfteanwerbeprogramme nämlich bereits seit Jahren Elemente der japanischen Zuwanderungspolitik (temporäre Migration), bei der es sich um einen integralen Bestandteil der japanischen Strategie zur Vermeidung dauerhafter Einwanderung handelt.

Vor dem 1. April 2019 mussten die angeworbenen und ohne Familie eingereisten zumeist ostasiatischen Gastarbeiter ihr Gastland nach drei Jahren ausnahmslos wieder verlassen. Lediglich die – größtenteils ebenfalls ostasiatischen – Spitzenkräfte durften sich für eine längere Zeit samt Familie in Japan ansiedeln und arbeiten. Nach langjährigem Aufenthalt konnten sie sich um die japanische Staatsbürgerschaft bemühen.

Welche Veränderungen bzw. Ergänzungen sind nun seit Anfang April in Kraft getreten? Einfache Gastarbeiter werden nunmehr mit regulären Arbeitsvisa ausgestattet, die nun für fünf statt für drei Jahre gültig sind. Familienmitglieder dürfen auch weiterhin nicht mit nach Japan einreisen. In den kommenden fünf Jahren – also bis zum Jahre 2024 – sollen insgesamt 345.000 Gastarbeiter nach Japan einreisten dürfen und in 14 ausgesuchten Branchen, unter anderem im Agrar-, Bau-, Gastronomie- und Pflegesektor aushelfen.

Der Mittelwert für zuwandernde Gastarbeiter liegt demnach bei 69.000 Arbeitern pro Jahr.  Angeworben werden sollen die Gastarbeiter aus acht ostasiatischen – also relativ kulturnahen – Ländern. Dennoch stoßen die Gastarbeitervisa auf Kritik: „Wir haben wegen der sprachlichen Probleme und der unterschiedlichen Kulturen Zweifel an dem neuen Programm“, gibt der Leiter eines Pflegeheimes in der Präfektur Toyama zu Protokoll.  Tatsächlich könnte sich die Sprachbarriere für zahlreiche Bewerber um einen Gastarbeiterstatus als unüberwindliches Hindernis erweisen, dürfen sie doch nur einreisen, sofern sie „ordentliche Japanischkenntnisse nachweisen können“.

Schon vor Inkrafttreten des neuen Visum-Systems waren viele Bewerber für einen Gastarbeiteraufenthalt in Japan den hohen Anforderungen der japanischen Sprache nicht gewachsen. Bislang gilt Japan als eines der sichersten Länder der Welt. Für den Fall, dass infolge der Anwerbung ein Anstieg der Kriminalität verzeichnet wird, soll das Programm zeitnah wieder gestoppt werden.

Dass mancher Journalist die zuvor beschriebenen Zusammenhänge nicht verstanden hat, zeigt ein im linksliberalen Tagesspiegel abgedruckter Kommentar. In Bezug auf die temporär von Japan angeworbenen Gastarbeiter schreibt Malte Lehming altklug: „Ihre Familien dürfen sie nicht mitbringen. Das dürfte ein integrationspolitischer Fehler sein.“

Die Fremden sollen jedoch gar nicht ‚integriert‘ werden, sie bekommen lediglich einen temporären Gaststatus. Da die Visa lediglich für fünf Jahre ausgestellt werden, und das Programm nach aktuellem Stand auf fünf Jahre begrenzt ist, wird die erste Gastarbeiterkohorte das Land größtenteils bereits wieder verlassen, wenn die letzte Gastarbeiterkohorte gerade eingereist ist.

Für Spitzenkräfte, die bisher schon ins Land gelassen wurden, sofern sie die als Voraussetzung definierten Kriterien – u.a. exzellenter Hochschulabschluss, reichlich Arbeitserfahrung, sehr gute Japanischkenntnisse, hochdotiertes Arbeitsplatzangebot – erfüllten, wird ebenfalls ein neues Visum eingeführt.

Wie bisher dürfen diese Zuwanderer zusammen mit ihrer Kernfamilie nach Japan einreisen. Nach zehnjährigem Aufenthalt können die Hochqualifizierten nunmehr einen Daueraufenthalt beantragen. Letztlich sind die Veränderungen beim japanischen Spitzenkräfteanwerbungsprogramm jedoch marginal.

Zur Einordnung stelle man sich vor, die rechtskonservative Regierung eines bislang von größeren Massenzuwanderungswellen verschont gebliebenen und mit geschlossenen Grenzen gesegneten Deutschlands würde sich entschließen, über fünf Jahre hinweg per annum einige zehntausend Gastarbeiter aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen ohne Familien temporär einreisen und arbeiten zu lassen.

Zudem dürften aus diesen Ländern hochqualifizierte Spitzenkräfte samt ihren Familien einreisen und nach zehn Jahren ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht beantragen. Durch derartige Maßnahmen würde Deutschland keinesfalls zum – siehe oben angeführte Berichterstattung – „Einwanderungsland“, und das deutsche Volk würde wohl kaum in seiner ethnischen und kulturellen Identität infrage gestellt sein.

Gegenwärtig liegt der gewollt gering gehaltene Ausländeranteil im 126 Millionen einwohnerstarken Japan bei zwei Prozent). Der Großteil der 1,3 Millionen zumeist kulturnahen ausländischen Arbeitskräfte stammt aus China, Vietnam und von den Philippinen. Zwar argumentiert die linksliberale Zeit, zwischen 2012 (damals 680.000 Arbeitskräfte) und 2019 habe sich die Zahl der Fremdarbeiter in Japan fast verdoppelt.

Dieser Anstieg resultiert indes vor allem auch daraus, dass hunderttausende Ausländer das Land infolge der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Jahre 2011 fluchtartig verließen. Vor diesem Hintergrund kann nicht Wunder nehmen, dass die Zahl ausländischer Arbeitskräfte in vergangenen Jahren von einem niedrigen Grundniveau ausgehend relativ stark angestiegen ist.

Daß deutsche Leitmedien in einem möglichen moderaten Anstieg fremder Arbeitskräfte von 1,3 Millionen (um 345.000 Gastarbeiter plus einige zehntausend Hochqualifizierte) auf ca. 1,7 Millionen ausländische Arbeitskräfte im Jahre 2024 eine ‚Zeitenwende‘ und eine ‚Kehrtwende um 180 Grad‘ in der japanischen Zuwanderungspolitik erkennen wollen, ist – zurückhaltend formuliert – reichlich grotesk.

Aufschlußreich ist in diesem Kontext die merkliche Unzufriedenheit westlicher und japanischer Globalisten mit dem neu aufgelegten Visaprogramm. „Statt Einwanderungspolitik wird Gastarbeiterpolitik betrieben, die nur in sehr geringem Umfang erfolgreich sein kann“, klagt der Ökonom Martin Schulz (nicht zu verwechseln mit dem gescheiterten SPD-Kanzlerkandidaten) vom Fujitsu Research Institute in Tokio.

„Bis 2050 brauchen wir zehn Millionen Einwanderer. Es gibt keinen anderen Weg“, behauptet der Gründer des sogenannten ‚Instituts für Einwanderungspolitik‘ Hidenori Sakanaka. Wenn Japan 300.000 Migranten pro Jahr ins Land hole und integriere, dann, so Sakanaka weiter, „sind das nicht nur Arbeitskräfte, sie werden auch Konsumenten.“ Das japanische Identitätsprimat soll also Konsum- und Wachstumsideologen zufolge durch ein liberales Ökonomieprimat ersetzt werden.

Dabei zeigt das G7-Mitglied Japan, dass ethnokulturelle Identität und ökonomische Prosperität sich keinesfalls ausschließen, sondern – auch in einem Industrieland mit alterndem Volk – miteinander vereinbar sind. Die Volkswirtschaft des Landes befindet sich im längsten konjunkturellen Aufschwung der Nachkriegszeit. Zwischen 2012 und 2018 wuchs das japanische Bruttoinlandsprodukt im Mittel um 1,3 Prozent pro Jahr, die Zahl der Touristen vervierfachte sich auf 30 Millionen pro Jahr, die Zahl der Beschäftigten stieg um 2,5 Millionen, die Arbeitslosenquote liegt gegenwärtig bei 2,4 Prozent und es herrscht demnach Vollbeschäftigung.

In dieser Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs, der unter anderem einer globalen lockeren Geldpolitik und einer Schwächung des Yen durch die japanischen Zentralbank geschuldet ist, herrscht in der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt ein konjunkturbedingter Mehrbedarf an Arbeitskräften der nun kurz- und mittelfristig, also binnen der kommenden fünf Jahre, durch einige hunderttausend Fremdarbeiter gedeckt werden soll.

Dabei soll das knappe Angebot auf dem japanischen Arbeitsmarkt gar nicht in Abrede gestellt werden. Dieser Umstand ist nicht nur der konjunkturellen Aufschwungsphase, sondern auch der Tatsache geschuldet, dass seit 2012 rund 4,5 Millionen Arbeitnehmer altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt ausschieden. Dabei sorgt das knappe Arbeitsmarktangebot bei einheimischen Unternehmen für Produktivitäts-, Qualitäts-, Technisierungs- und Innovationsanreize, wodurch die Konkurrenzfähigkeit japanischer Produkte auf dem Weltmarkt gewährleistet wird. Zudem profitiert Japan von seinem Status als Bildungs-, Wissens- und Leistungsgesellschaft.

In einem Artikel mit dem Titel ‚Japans Alternative zur Zuwanderung‘ vergleicht Gunnar Heinsohn die Innovationskraft des konservativen Einwanderungsvermeidungslandes Japan mit jener des linksliberalisierten Zuwanderungs- und Überfremdungslandes Deutschland und gelangt dabei zu einem Befund, aus dem aufgrund seiner Tragweite nachfolgend ausführlich zitiert wird:

Industrienationen mit wachsendem Durchschnittsalter, aber ohne Rohstoffe sind mehr denn je auf den optimalen Einsatz ihrer kognitiven Kompetenz angewiesen. Die jährlich publizierte Erfinder-Rangliste zeigt, wie sie dabei abschneiden. 2017 kommen rund 48.000 Patentanmeldungen der global strengsten Auswahlkriterien (PCT-Patente) aus Japan. Deutschland sollte – bei zwei Dritteln der japanischen Bevölkerung (82 zu 126 Millionen) – für den Gleichstand rund 32.000 Anmeldungen vorweisen können. Real schafft es knapp 19.000. […]

Was die Gesamtmenge an Patenten indiziert, bestätigen auch die Unternehmen. Zu den fünfzig patentstärksten Einzelfirmen des Jahres 2017 gehören fünfzehn japanische, aber nur fünf deutsche, während man für den Gleichstand zehn benötigte.

In kinderarmen Gesellschaften empfiehlt sich naturgemäß der Umstieg auf Roboter. Für Deutschland mit einem Durchschnittsalter von 45,9 Jahren (2017) mag das weniger dringlich wirken als für Japan mit 47,3 Jahren. Deutschland gewinnt durch Millionen relativ junger Migranten sogar Abstand zum fernöstlichen Konkurrenten. […] Dafür stammen 74 Prozent der 2016 global installierten 1,4 Millionen Industrieroboter (nur die neun größten Hersteller) von sechs Anbietern aus Japan. […]

Deutschland kann sein geringeres Alter womöglich auch in Zukunft nicht in einen technologischen Vorsprung verwandeln. Beim internationalen Mathematik-Schülervergleich TIMSS 2015 erreichen nämlich 322 von 1.000 japanischen Kindern die allerhöchste Leistungsgruppe (entspricht einem "sehr gut"). In Deutschland dagegen sind es nur 53 von 1.000. Mit "gut" bewährten sich unter 1.000 Kindern 422 japanische und 287 deutsche. Für die ökonomische Zukunft einschlägiger aber bleibt Japans sechsfache Überlegenheit bei den sehr Guten. Ihre Kompetenz ist unverzichtbare Voraussetzung für das Erarbeiten von künstlicher Intelligenz, die für immer mehr Industrien als Schlüsseltechnologie fungiert.

Es sind deshalb Kompetenzgründe, die Japans Zögern bei der Aufnahme von Migranten erklärt. Sie müssten aus der übrigen Welt ja durchweg die Besten gewinnen, wenn sie ihren hohen Durchschnitt nicht absenken wollen. Relativ sicher gehen würden sie nur mit ebenfalls exzellent abschneidenden Koreanern und Chinesen. […]

Während Berlin durch den unruhigen Nachwuchs aus Afrika und Nahost gegen die Vergreisung der Gesellschaft besser aufgestellt ist als Japan, präferiert Tokio Kompetenz vor jugendlichem Sturm und Drang. Die übrigen alternden Nationen werden aufmerksam registrieren, wer langfristig besser fährt.

Heinsohns Vergleich zeigt, dass überalterte Gesellschaften wie Japan in Sachen Innovationskraft und ökonomischer Prosperität im internationalen Vergleich durchaus reüssieren können, wenn die Denkkraft der jungen Generation eines Landes überdurchschnittlich ausgeprägt ist. In diesem Kontext scheint wahrscheinlich, dass sich Qualität (vgl. ethnisch und kulturell homogenes Japan) gegenüber Quantität (vgl. Hilfsarbeiterzuwanderungs- und Fachkräfteauswanderungsland Deutschland) langfristig durchsetzen wird.

Ein wichtiger Indikator für diese These ist der Niedergang des deutschen Bildungssystems durch den Versuch der zum Scheitern verurteilten Umsetzung einer utopistischen Gleichheitsideologie und die dramatische Migrantisierung deutscher Schulklassen durch die Kinder kulturfremder Völkerwanderer seit dem Jahre 2015. Dass die zuvor für Deutschland beschriebene fatale Entwicklung von den Protagonisten des linksliberalen BRD-Milieus nicht erkannt wird oder nicht erkannt werden will, zeigt die folgende (drastische Fehl-)Einschätzung der migrationspolitischen Lage in Deutschland und Japan durch Malte Lehming:

Wahrlich, die Zeit wird kommen, in der die Deutschen viel milder als heute über Angela Merkel und jenes turbulente Jahr 2015 urteilen, in dem Hunderttausende Flüchtlinge ins Land gelassen wurden. Ein kurzer Blick nach Japan zeigt, warum. Japan ist das Land mit der im Durchschnitt ältesten Bevölkerung der Welt. […] Junge Gesellschaften haben hohe Bildungs- und niedrige Arbeitsplatzkosten, einen regen Unternehmergeist bei großer Risikobereitschaft. Alte Gesellschaften haben niedrige Bildungs-, aber sehr hohe Gesundheits- und Rentenausgaben, Innovationen sind eher selten. […] Über die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung rund um das Jahr 2015 wurde nicht abgestimmt. Dadurch konnte geschehen, was zum Wohle des Landes geschehen musste. Die Hilfsbereitschaft eines großen Teils der Bevölkerung war in humanitärer Hinsicht beispielhaft und in ökonomischer Hinsicht notwendig.

Während Deutschland sein demographisches Problem durch den Import einer Reservearmee des Kapitals in Form junger Hilfsarbeiter aus Afrika und dem Orient zu lösen gesucht, implementiert Japan Maßnahmen zur Einleitung einer langfristigen demographischen Wende durch eine Anhebung der Geburtenrate japanischer Frauen. Parallel zum neuen Visum-System für Gastarbeiter und Spitzenkräfte aus ostasiatischen Ländern führte Japan ein Gesetz zur Begrenzung von Überstunden ein, deren Anzahl auf maximal 720 pro Jahr begrenzt wird.

Zur Einordnung: Laut OECD-Angaben arbeiten Japaner im Mittel 1724 Stunden pro Jahr, bei Deutschen sind es 1298 Stunden. Die beiden Reformen sind nicht unabhängig voneinander zu sehen. Bei der Verabschiedung der neuen Überstundenregelung argumentierte Regierungschef Abe, dass sich durch die Maßnahme Erwerbsarbeit besser mit Kindererziehung vereinbaren lasse. Die Obergrenze für Überstunden ist demnach eine von zahlreichen Maßnahmen zur Einleitung einer Geburtenwende in Japan.

Außerdem "verschärft dies zuerst einmal den Arbeitskräftemangel. Aber es zwingt die Unternehmen zum Automatisieren und damit zu höherer Produktivität". An dieser Stelle zeigt sich, wie einzelne Elemente der japanischen Einwanderungsvermeidungsstrategie (Gastarbeiterprogramm, Geburtenanreize sowie Produktivitäts-, Qualitäts-, Technisierungs- und Innovationsanreize etc.) wirksam ineinandergreifen.

Die vorgenannten Elemente werden unter anderem durch die restriktive japanische Asylpolitik ergänzt. Im Jahre 2017 erkannte Japan lediglich 20 von 20.000 Asylanträgen an. Das entspricht einer Anerkennungsquote von 0,1 Prozent.

Unabhängig davon, ob deutsche Leitmedien das angebliche ‚Einwanderungsland Japan‘ nun herbeischreiben, oder eben nicht, kann festgehalten werden, „dass die letzte große Welle der Immigration ins japanische Monokulti aus Korea kam – im 7. Jahrhundert nach Christus.“ Daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Demnach gilt weiterhin: „Ethnische Homogenität wurde – und wird – in Japan als Grundbedingung für die soziale Kohäsion gesehen, auf die man bis heute stolz ist.“

Das japanische Identitätsprimat bleibt weiterhin intakt, "die Einheimischen wehren sich [sogar] vehement gegen Arbeitskräfte aus anderen [kulturnahen] asiatischen Staaten". Abgeordnete der regierenden rechtskonservativen Liberaldemokratischen Partei (LDP) von Regierungschef Abe warnen, „Japan müsse vom Versagen Deutschlands (bei Flüchtlingen) lernen.“ Die Folge: „Anders als Deutschland möchte das asiatische Inselreich kein Einwanderungsland werden.“ Das japanische Volk will auch in Zeiten einer entfesselten Globalisierung (über-)leben und nicht in einem multikulturellen ‚Vielvölkerbrei‘ zergehen.

Letztlich lässt sich am Beispiel Japans aufzeigen, dass es durchaus möglich ist, antiliberale, demokratische, rechtsstaatliche, sogenannte ‚völkische‘ und ökonomische Prinzipien und Denkweisen sinnvoll miteinander in Einklang zu bringen. Deutsche nationalkonservative Kräfte, die in Japan ein Vorbild für Deutschland sehen, sollten das Geschreibe hiesiger Qualitätsmedien über eine angebliche Transformation des Landes der ‚Asiatischen Preußen‘ von einem konservativen Einwanderungsvermeidungsland in ein liberales Einwanderungsland mit gebotener Gelassenheit und grimmiger Heiterkeit zur Kenntnis nehmen.

Für nationalkonservative „Ideologen“ der vermeintlich „xenophoben“ AfD bleibt die japanische Migrationspolitik ein Vorbild für Deutschland.


Moldenhauers richtungsweisende Studie über Japans Politik der Null-Zuwanderung kann man hier bestellen


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Kommentare (22)

Der Gehenkte
11. April 2019 10:14

"Temporäre Migration" - na, da haben wir - dank Japan - doch einen Begriff, den wir uns auf die Fahne schreiben können, nebst "wohltemperierter Grausamkeit" (Sloterdijk).

Das Gedankenspiel, Norweger, Dänen, Schweden nach D zu locken, scheitert freilich an der Tatsache, daß diese Länder ja unter dem gleichen Druck stehen. Man sieht das ganz eklatant auch in Süd- und Osteuropa. Der Personalmarkt ist leer gefegt. Jeder fünfte ungarische Arbeitnehmer etwa arbeitet in D oder A. Weiter südlich ist die Lage teilweise schon existenzbedrohend. Wenn die EU funktionieren soll, dann muß sie diese Ungleichgewichte schnell beseitigen.

Europa sollte für die temporäre Migration ebenfalls nach Ostasien schauen, drei bis fünf Jahre. Hochqualifizierte mit Verlängerungsoption, Familiengründung nicht ausgeschlossen aber auch nicht forciert.

quarz
11. April 2019 10:54

"Dabei zeigt das G7-Mitglied Japan, dass ethnokulturelle Identität und ökonomische Prosperität sich keinesfalls ausschließen, sondern – auch in einem Industrieland mit alterndem Volk – miteinander vereinbar sind."

Das ist nicht nur möglich, sondern sogar die Regel. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass die ständig wiedergekäute These von der wirtschaftlichen Notwendigkeit einer Kompensation niedriger Geburtenraten durch Immigration empirisch widerlegt ist.

Der Einbruch der Geburtenzahlen macht sich seit Beginn der 90er Jahre bemerkbar. Wenn man die seither vergangene Zeitspanne von einem Vierteljahrhundert hinsichtlich der Produktivität analysiert, dann stellt sich zum nicht geringen Erstaunen vieler heraus, dass es in der westlichen Welt keinerlei negative Korrelation zwischen dem Alterungsgrad einer Gesellschaft und dem Pro-Kopf-BIP gibt. Null! Ironischerweise ist sogar eine leichte Positivkorrelation zu verzeichnen.

Warum das so ist, darüber kann man spekulieren. Im Verdacht steht die kompensierende Innovativität in Bezug auf Automatisierungstechnologie. Das trifft wohl mustergültig auf Japan zu, das - soviel ich weiß - weltführend in Robotik ist.

Mehr Details in:
Acemoglu u. Restrepo: "Secular Stagnation? The Effect of Aging on Economic Growth in the Age of Automation"
(American Economic Review: Papers & Proceedings 2017, 107(5))

Laurenz
11. April 2019 11:03

Den Humanismus-Wahn erkennt man immer an der Nennung eines demographischen Problems oder an Publikationen, wie man 14 Milliarden Menschen auf dem Planeten vegan ernähren kann. Was ist, wenn es 24 Milliarden werden oder mehr? Pillen essen? Japan hat 337 Einwohner pro Quadrat-KM, wobei man hier erwähnen muß, daß sich diese japanische Bevölkerung auf einem schmalen Küstenstreifen drängelt, weil sich 2/3 des japanischen Territoriums mehr oder weniger geographisch aus unbewohnbarem Gebirge bilden. Der rein wirtschaftliche Ansatz zur Betrachtung einer Bevölkerungsentwicklung führt nur dazu, die realen Fakten des Machbaren aus Acht zu lassen. Japan, als Land mit der ältesten Bevölkerung der Welt, gehört bald zu den jüngeren Völkern mit einer gesunden Demographie-Kurve, nämlich dann, wenn die Masse der Alten tot ist. Es ist nichts gegen einen permanenten Produktionsfortschritt zu sagen, aber nur im Parameter des Wirtschaftswachstums zu denken, bedeutet für den Betroffenen eine erlangte Reife für einen längeren Aufenthalt im Sanatorium. Das im Artikel benannte Wirtschaftswachstum ist Augenwischerei. Vorher befand sich Japan in einer 20jährigen Rezession. Japan hat weltweit die höchste Staatsverschuldung, (400% des BIPs), aber 7/8 der JGBs sind in der Hand japanischer Banken oder Bürger, ähnlich wie Belgien. Was der Artikel ausläßt, ist die japanische Mentalität. In Japan herrscht ganz natürlich eine Art von Volkskommunismus von unten. Die Reichen leben das Reich sein mit Tricks aus, um das Gesicht zu wahren, ein ganz wichtiger Parameter im japanischen Leben. Die Lüge gilt als legitim. Man unterscheidet auch Liebe und Partnerschaft, sie haben nur sehr bedingt miteinander zu tun. Die Bestrebungen eine solch sehr eigene Kultur zu verwässern, sind unredlich.

Lotta Vorbeck
11. April 2019 11:07

@Der Gehenkte - 11. April 2019 - 10:14 AM

"... Wenn die EU funktionieren soll, dann muß sie diese Ungleichgewichte schnell beseitigen. ..."

****************************

Wer braucht des Dschonklods und der Frau Kasners EU?

Meinetwegen darf dieses Konstrukt getrost zur Hölle fahren.

Der_Juergen
11. April 2019 13:40

Hochinteressanter Artikel. Angesichts der extremen Überalterung in Japan frage ich mich schon lange, warum die Regierungen dort wenig bis nichts getan haben, um die Geburtenrate zu erhöhen. Dies geht ohne weiteres - mit Massnahmen wie Steuererleichterungen für jedes Kind und gänzliche Befreiung von Steuern ab dem vierten sowie Strafsteuern für Kinderlose, ob verheiratet oder nicht, ab einem gewissen Alter. Wer aus biologischen Gründen keine Kinder zeugen kann, soll welche adoptieren, aber bitte aus dem eigenen oder zumindest einem nahe verwandten Volk. Statt unerwünschte Kinder abzutreiben, sollte man sie zur Adoption freigeben.

All dies gilt für Japan ebenso wie für Deutschland und andere Staaten mit zu niedriger Geburtenrate. Es wurde von mehreren Kommentatoren auf anderen Strängen festgehalten, dass ein gewisses Schrumpfen der Bevölkerung für Deutschland nicht tragisch wäre, wenn es keine Drittwelteinwanderung gäbe. Das stimmt zweifellos, aber allzu drastisch darf dieses Schrumpfen nicht sein, weil sonst eine rasche Vergreisung der Gesellschaft droht und immer weniger Arbeitende immer mehr Rentner ernähren müssen.

Gelddrucker
11. April 2019 17:00

Ich habe den ZEIT-Artikel zum Thema gelesen.
Der Tonfall war mal wieder so unterschwellig aggressiv dahingehend, dass man den Leuten unterjubeln will, dass Migration einfach ein nicht zu verhinderndes Naturgesetz sei, immer, überall, und es gibt kein Entrinnen, auch nicht für die Paradebeispiele der "völkischen Nazis", die Japaner.

Ich muss einfach mal erwähnen, dass ich die ZEIT verabscheue wie kein zweites Medium, taz und Spiegel sind wenigstens so plump und offensichtlich Propaganda, aber die ZEIT versucht es so geschickt so kaschieren, und auch noch erfolgreich, wie ich an einigen meiner Zeitgenossen (haha) sehr, die sie für ein neutrales Medium halten.

Ergon
11. April 2019 17:32

Ähnlich wie Heinsohn argumentiert Heike Knortz in "Diplomatische Tauschgeschäfte", dort in Bezug auf die Zuwanderung von "Gastarbeitern" in die Bundesrepublik im Zuge der Anwerbeabkommen. Ihre Kritik ist, dass dadurch im Vergleich zu Japan lange Zeit ein technikinduziertes Wachstum verhindert wurde. Heinsohns Ausführungen über den Leistungsvergleich in Bildungstests oder Patentanmeldungen sind dagegen weniger überzeugend. Vor längerer Zeit sah ich mir eine PISA-Studie an und konnte etwas überrascht nachlesen, dass selbst in Mathetests international nicht die gleichen Aufgaben gestellt wurden. Die deutschen Aufgaben waren, so die Formulierung, im Vergleich "rechnerischer" angelegt. Und wenn bei Patentanmeldungen nicht PCT sondern das Europäische Patentamt (EPA) zugrunde gelegt wird, ergibt sich für 2018 folgendes Bild:

1 United States 43612
2 Germany 26734
3 Japan 22615

( https://www.presseportal.de/pm/24954/4215465 )

cnahr
11. April 2019 20:00

Japan hat recht. Wenn es auch weiterhin den globalistischen Einwanderungs-Propagandisten widerstehen kann, zeigt es die Zukunft gesunder Völker auf. Das ist im übrigen keineswegs einzigartig in Ostasien, sondern vielmehr die Regel dort. Leider können wir bis auf weiteres nur neidisch zusehen.

Benno
11. April 2019 21:21

Nach Japan gehören Japaner und nicht Südkoreaner und Chinesen. Schon gar nicht gehören dorthin Araber oder Schwarzafrikaner. Das scheint das Credo der liberaldemokratischen japanischen Regierung zu sein. Einwanderung wird offenbar nur als temporäre Übergangslösung in geringen Dosen in Erwägung gezogen.

Auf SiN hingegen wird über Begriffe gefeilscht, welche das Resultat einer Politik beschreiben, wie sie das Gros der Japaner scheinbar nicht will. Irgendwann werden die deutschen Rechten so verzweifelt sein, dass sie auch die Syrer noch als weisses Volk anerkennen werden, das sich durch genügend Beschallung mit deutscher Klassik und der Gewöhnung ihrer Mägen an Sauerkraut und Bier problemlos in einen germanischen Stamm verwandeln liess. Es wird dann heissen, der "Grosse Austausch" fände in dieser Form gar nicht statt, da die meisten Menschen mit Migrationshintergrund in der muslimischen Welt keine Saudis sondern eben Syrer seien und man so betrachtet eigentlich viel besser da stehe als die Franzosen, die sich mit Algeriern und Marokkanern herumschlagen müssen.

H. M. Richter
12. April 2019 08:47

Im Sommer nach der Grenzöffnung - über eine Million Zuwanderer war gerade ins Land geströmt - geriet ich an einem lauen Sommerabend in eine überaus hitzige Debatte mit einem sehr bekannten Schweizer Schriftsteller, vor allem aber mit dessen japanischer Ehefrau. Beide verteidigten Merkels Grenzpolitik rigoros. Es ging soweit, daß ein Hinweis auf Japan erfolgte, das schließlich auch Flüchtlinge aufnehmen würde. Ich erwiderte, daß die Anzahl der in Japan jährlich aufgenommenen Flüchtlinge geringer sei als die Zahl der Finger an unseren sechs Händen ...
______________________________________________

Vgl.:
https://asienspiegel.ch/2018/02/nahm-japan-20-fluechtlinge-auf

Laurenz
12. April 2019 09:02

@Der_Juergen ... wie kann man so engstirnig sein? Die Japaner schlafen schon im Stapel. Eine niedrige Geburtenrate ist eine absolut vernünftige Reaktion von Menschen in einem übervölkerten Land. Menschenmassen sind nicht artgerecht. Wenn es nach Ihnen ginge, ruinierten wir den Planeten mit immer mehr Milliarden von Menschen. Sind Sie etwa Katholik? Haben Sie keinen Sinn für die Natur?
@Benno ... muß ein wunderbares Gefühl sein, wenn man keine Ahnung hat und davon dann besonders viel.
Die Japaner stammen ursprünglich aus Korea, was ein in Japan nicht sehr beliebter Fakt ist. Die japanische Schrift stammt aus China. Als die ersten Europäer (Portugiesen) in Japan anlandeten, hatten diese Chinesen dabei, die sich zwar sprachlich nicht mit den Japanern verständigen konnten, aber dann über die wichtigsten von ca. 26.000 chinesischen Schriftzeichen, die sie in den Sand des Strandes malten, mit den Japanern kommunizieren konnten. Japaner aus dem nördlichen Hokkaido unterscheiden sich ethnisch von Japanern der Insel Shikoku wesentlich mehr als Friesen von Bayern.
Und was Syrien angeht, so ist dies ein römischer Begriff, welcher eine Verwaltungseinheit einer römischen Provinz darstellt, die mit den dortigen Volksgruppen nichts zu tun hatte.

Lotta Vorbeck
12. April 2019 10:04

@Laurenz - 11. April 2019 - 11:03 AM
"Den Humanismus-Wahn erkennt man immer an der Nennung eines demographischen Problems oder an Publikationen, wie man 14 Milliarden Menschen auf dem Planeten vegan ernähren kann. Was ist, wenn es 24 Milliarden werden oder mehr? Pillen essen? Japan hat 337 Einwohner pro Quadrat-KM, wobei man hier erwähnen muß, daß sich diese japanische Bevölkerung auf einem schmalen Küstenstreifen drängelt, weil sich 2/3 des japanischen Territoriums mehr oder weniger geographisch aus unbewohnbarem Gebirge bilden. Der rein wirtschaftliche Ansatz zur Betrachtung einer Bevölkerungsentwicklung führt nur dazu, die realen Fakten des Machbaren aus Acht zu lassen. Japan, als Land mit der ältesten Bevölkerung der Welt, gehört bald zu den jüngeren Völkern mit einer gesunden Demographie-Kurve, nämlich dann, wenn die Masse der Alten tot ist. ..."

*******************************

Ein Volk, welches nicht in der Lage ist, seine Ernährung aus der eigenen Scholle zu generieren, ist dann, wenn aus verschiedenen Gründen keine importierten Lebensmittel mehr verfügbar sein sollten, verloren.

Valjean72
12. April 2019 10:41

@Der_Juergen:
"Das stimmt zweifellos, aber allzu drastisch darf dieses Schrumpfen nicht sein, weil sonst eine rasche Vergreisung der Gesellschaft droht und immer weniger Arbeitende immer mehr Rentner ernähren müssen."
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Immerhin werden die arbeitenden Japaner der nahen Zukunft kein Heer von arbeitslosen (jungen, ganz jungen und älteren) Migranten ernähren müssen. Ihr Anteil an den Rentenzahlungen wird daher vollumfänglich den eigenen Alten zugutekommen – im krassen Gegensatz zur BRD, falls die Dinge so bleiben.

In zwanzig, dreißig Jahren wird Japan weniger Einwohner haben, dafür wieder einen jüngeren Altersdurchschnitt und immer noch eine homogene Volkszusammensetzung, d.h. weniger soziale Spannungen und folglich weniger Aufwendungen für Polizei, Justizanstalten, „Integrationsmassnahmen“ etc. pp.

In Zeiten eines anstehenden, weiteren Anstiegs des industriellen Automatisierungsgrades (Stichwort: Industrie 4.0) kann mE auch ins Auge gefasst werden, die gesteigerte maschinelle Produktivität in die Rentenkassen einfließen zu lassen.

Japanese PM tells the United Nations to shove it, will not take in any Muslim ‘refugees’
He said Japan will provide $1.5 billion in emergency aid for refugees and for stabilization of communities facing upheaval. But speaking to reporters later Tuesday he poured cold water on the idea of Japan opening its doors to those fleeing.
“I would say that before accepting immigrants or refugees we need to have more activities by women, by elderly people and we must raise (the) birth rate.

(Quelle: theisraelwire.com; 03.05.2017)

Andreas Walter
12. April 2019 12:39

Immer weniger Arbeitende werden immer mehr Rentner ernähren, die immer mehr freiwillig arbeiten, weil sie zumindest geistig noch kerngesund sind.

Das klingt doch gar nicht so schlecht.

"Angesichts der extremen Überalterung in Japan frage ich mich schon lange, warum die Regierungen dort wenig bis nichts getan haben, um die Geburtenrate zu erhöhen."

Weil es Geld kostet (genauso wie Grenzschutz). Luxemburg hat es übrigens auch vorgemacht, dass und wie es geht:

https://www.bmfsfj.de/blob/95544/4f3d19744cd47b46608632215bc6ea69/wohlfahrtsstaatliche-einflussfaktoren-geburtenrate-dossier-data.pdf

Regierungen sind aber notorische Geldverschwender, weshalb sie nie so steuern können, wie sie es gerne hätten oder sogar müssten. Das gilt sowohl für Sozialistische wie auch für die Anderen, nur das an unterschiedlichen Stellen verschwendet wird.

Hier sind Diktaturen klar im Vorteil, wenn sie nicht zuviel für ihren eigenen Luxus abzwacken.

Denn weder Kapitalismus noch Marxismus wird die Völker aus ihrem Verderben führen, weil beides der gleichen Herren geistiges Kind sind.

Deutschland kann derzeit allerdings nur von außen befreit werden, und auch nur durch einen oder mehrere wirklich mächtige Akteure. Die vielen "linken" wie auch "rechten" Streber nach "Gold" beziehungsweise Macht sind dadurch aber trotzdem nicht weg.

Aus dem Grund ja immer wieder: Sezession!

Der_Juergen
12. April 2019 15:42

@ Lorenz

Sie schreiben an meine Adresse: "Wenn es nach Ihnen ginge, ruinierten wir den Planeten mit immer mehr Milliarden von Menschen."

Bitte lesen Sie meine Kommentare doch genauer, ehe Sie sie kritisieren. Zum Thema Geburtenrückgang schrieb ich:

"Es wurde von mehreren Kommentatoren auf anderen Strängen festgehalten, dass ein gewisses Schrumpfen der Bevölkerung für Deutschland nicht tragisch wäre, wenn es keine Drittwelteinwanderung gäbe. Das stimmt zweifellos, aber allzu drastisch darf dieses Schrumpfen nicht sein, weil sonst eine rasche Vergreisung der Gesellschaft droht und immer weniger Arbeitende immer mehr Rentner ernähren müssen."

Wenn Sie es normal finden, dass das Durchschnittsalter in Japan 46 Jahre beträgt, ist das Ihr Problem. Mit 2 Kindern pro Frau ist der Bevölkerungsstand einer Nation stabil und wächst nicht (ausser wenn Immigranten dazukommen und mehr Kinder gebären als die Einheimischen.) Eine zahlenmässige Stabilisierung der autochthonen Bevölkerung in Ländern wie Japan und Deutschland, oder auch deren von mir noch als zulässig bezeichnetes leichtes Schrumpfen, bringt dem Planeten nicht "immer mehr Milliarden von Menschen." Dass es vor allem in Afrika, aber auch in vielen asiatischen und lateinamerikanischen Ländern Geburtenkontrolle braucht, habe ich nicht bestritten.

Venator
12. April 2019 17:14

Wo genau hat das Konzept: wir geben mehr Geld aus ( Steuererleichterungen, Zuwendungen, Kita Plätze usw) tatsächlich schon einmal zu einer nennenswerten Steigerung der Geburtenanzahl, bei der einheimischen Bevölkerung, geführt? Scheint ja irgendwie nicht so richtig, der springende Punkt zu sein?

Die Fertilitätsrate im Irak beträgt zur Zeit übrigens ca. 4,5 Kinder je Frau, nebenan im Iran sind es 1,7. Interessanter Punkt, über den man mal nachdenken könnte und dann zum Schluß kommt, die Finanzen scheinen es wohl nicht zu sein?

Laurenz
12. April 2019 18:47

@Der_Juergen .... fliegen Sie doch mal nach Japan und drängeln sich stehend morgens 2 Stunden in einen Pendlerzug nach Tokio (abends riecht es noch besser). Das ist nicht wirklich ein menschenwürdiges Leben. Es ist keine Katastrophe, wenn Menschen sterben. Und 1/3 der heutigen Bevölkerung reicht für den Inselstaat Japan dicke aus. Lotta Vorbeck hat es richtig beschrieben. Aber der Mensch braucht mehr als Nahrung, um ein würdiges Leben zu führen. Sie, Der_Juergen, liegen einfach komplett daneben, wie hätte sonst China jemals die https://de.wikipedia.org/wiki/Ein-Kind-Politik durchziehen können? Mit Ihnen als Staatschef hätte China weiterhin jedes Jahr Mio. von Hungertoten gehabt. Glauben Sie ruhig weiterhin an die archaische Wachstums-Religion.

Benno
12. April 2019 19:28

"@Benno ... muß ein wunderbares Gefühl sein, wenn man keine Ahnung hat und davon dann besonders viel."

Wenn Sie das sagen, Laurenz, dann wird das wohl so sein. Ich weiss es nicht.

"Die Japaner stammen ursprünglich aus Korea, was ein in Japan nicht sehr beliebter Fakt ist."

Damit erzählen Sie mir doch nichts Neues. Das ist worauf ich angespielt habe. Und trotzdem wollen die Japaner offensichtlich auch keine Masseneinwanderung aus Südkorea. Und die Koreaner die schon seit mehreren Generationen im Land sind, bekommen die Staatsbürgerschaft in der Regel trotzdem nicht. Die Japaner sind allem Anschein nach nicht einmal Freunde von innerasiatischer Migration, während inneruropäische Migration mittlerweile, so könnte man meinen, nicht einmal mehr von der deutschen Rechten gross in Frage gestellt wird. Italiener sind eben keine Schweden und Portugiesen keine Deutschen. Auch diese Form der Einwanderung ist im Übermass abzulehnen, selbst wenn es Individuen aus diesen Völkern in aller Regel einfacher fällt, sich zu integrieren.

Benno
12. April 2019 19:41

@Venator
Da bin ich völlig Ihrer Meinung. Man muss sich nur die Ausländer im eigenen Land anschauen, um zu sehen, dass die fehlenden Kinder bei der einheimischen Bevölkerung wohl eher ein ideologisches denn ein finanzielles Problem sind. Selbst innerhalb der Einheimsichen ist es eher die Unterschicht, welche mehr Kinder gebiert. Zudem hat Empfängnisverhütung einen dysgenischen Effekt. Angeblich sollen ja in Deutschland weit mehr als 50 Prozent der ungewollten Schwangerschaften durch Verkehr ohne Empfängnisverhütung zustande kommen. Irgendwie logisch, dass jene die besser planen können und über eine höhere Impulskontrolle verfügen, nicht unbedingt in diese Kategorie fallen.

@Laurenz Sie haben ja neulich zugegeben, ein Klugscheisser zu sein. Aber könnten sie Ihrer Neigung wenigstens dann frönen, wenn sie faktisch zumindest halbwegs angebracht ist. Ich denke aus sämtlichen Beiträgen von "der Jürgen" wird klar, dass er alles andere als ein Anhänger einer "archaischen Wachstums-Religion" ist.

Laurenz
12. April 2019 20:30

@Benno ... die Frage, was ich bin, spielt doch für die Debatte keine Rolle. Natürlich ist Freizügigkeit im Personenverkehr weltweit keine Option, wobei ich gegen Urlaubsreisen nichts habe. Aber übervölkerte Staaten noch mehr zu belasten, ist sinnentleert, ganz abseits einer ethnischen Debatte. Eigentlich müßte es umgekehrt laufen, und unsere Weltverbesserer sollten vor Ort eingesetzt werden. Aber jeder kann sich die Verteilung der UN-Mitarbeiter auf die Zentrale und im weltweiten Einsatz anschauen, nur etwa 1/10 der Mitarbeiter ist irgendwo vor Ort und arbeitet etwas. Überbevölkerung ist das zentrale Problem der Menschheit. Und da begeistern weder Sie noch Der_Jürgen mit hilfreichen Beiträgen in der Debatte.

Der_Juergen
13. April 2019 07:56

@Laurenz

Die Art und Weise, wie Sie sich vor einiger Zeit auf diesem Blog eingeführt haben, hat keinen guten Eindruck hinterlassen, nicht zuletzt aufgrund Ihres arroganten Umgangstons gegenüber anderen Foristen. Da Sie in der Zwischenzeit das eine oder andere Vernünftige geschrieben haben, habe ich meinen damaligen Entschluss, nicht mehr auf Wortmeldungen von Ihrer Seite zu reagieren, geändert. Leider. Sie schreiben an meine Adresse:

"Glauben Sie ruhig weiterhin an die archaische Wachstums-Religion."

Aus welchem meiner Beiträge leiten Sie die Vorstellung ab, ich huldige einer "archaischen Wachtsums-Religion"? Aus keinem, besonders nicht aus einem auf diesem Strang. Entweder sind Sie nicht fähig, in deutscher Sprache verfasste, inhaltlich völlig klare Texte zu kapieren, oder es geht Ihnen wirklich nur ums Stänkern. In beiden Fällen sind Sie für mich, und wohl auch für andere, kein Gesprächspartner mehr.

Mit Foristen wie RMH, dem Waldgänger oder Franz Bettinger mag ich meine Meinungsverschiedenheiten haben, aber ich respektiere sie vollkommen, weil sie erstens nie frechen Unsinn zusammenschmieren, zweitens anderen keine frei erfundenen Aussprüche unterstellen und drittens den korrekten Umgangston stets wahren. Welch ein Unterschied zu einem notorischen Querulanten wie Ihnen.

Ihre Belehrungen über die Herkunft der Japaner und Ähnliches benötigen wir hier ebenfalls nicht, denn das kann jeder, der es nicht ohnehin schon weiss, innerhalb von Sekunden im Netz herausfinden.

Laurenz
13. April 2019 14:33

@Der_Juergen .... kein Problem.... sehen Sie hier Zitat-Angesichts der extremen Überalterung in Japan frage ich mich schon lange, warum die Regierungen dort wenig bis nichts getan haben, um die Geburtenrate zu erhöhen -Zitatende oder Zitat- All dies gilt für Japan ebenso wie für Deutschland und andere Staaten mit zu niedriger Geburtenrate.-Zitatende. Oder Zitat- Dies geht ohne weiteres - mit Massnahmen wie Steuererleichterungen für jedes Kind und gänzliche Befreiung von Steuern ab dem vierten sowie Strafsteuern für Kinderlose, ob verheiratet oder nicht, ab einem gewissen Alter.- Zitatende. Die Relativierung, sie Sie am Ende anschließen wirkt unglaubwürdig, steht diametral im Widerspruch.
Um mal das bekannte Beispiel von Frau Kositza und Herrn Kubitschek zu nennen. Wir haben kein Problem mit größeren deutschen Familien, da es genügend Mitbürger gibt, die keine Kinder haben. Ich habe ein Problem mit eingewanderten Familien, die meine Gemeinde zwischen 20.000 und 30.000 Euro im Monat kosten. Zugewanderte Familien versauen den Effekt der Reduzierung unserer Bevölkerungsdichte und verhageln jegliche, echte oder gefälschte Energie- und Umweltbilanz.
Was meinen Umgang mit Mitforisten angeht, so bin ich ausgesprochen höflich, ausgenommen, ich werde persönlich, wie vom Forsten Maiordomus, angegriffen, dann schallt es aus dem Wald, so wie hinein gerufen wurde, da er nicht bereit war, auch nur eine Sekunde in die Sachlichkeit zu investieren. Und was erwarten Sie von mir? Ehrlichkeit oder Formalismus? Und ich wiederhole es auch gerne noch mal für Sie, Der_Juergen. Ich habe relativ viel mit Kommentatoren auf meiner Musiker-Seite zu tun. Dort gibt es zwischen 4-5% radikale Kritik (eine Zahl mit der man gut leben kann), oft von Musikern, die sich aber alle nicht sachlich auf die Musik beziehen, sondern auf mich persönlich. Es ist bei Konflikten meine Persönlichkeit, die ähnliche Persönlichkeiten antriggert, da geht es nicht um Inhalte. SiN ist eine hervorragende Zeitung, Plattform und Blog. Es gibt wenig vergleichbares. Wenn die Rechte in welchem Dialog auch nimmer standhalten will, müssen die Argumente explizit hier sondiert werden. Was dann unsere Autoren daraus machen, und was von unseren Verlegern verlegt werden wird, ist dann deren Entscheidung. Wir müssen uns nicht im vorauseilenden Gehorsam selbst gleichschalten, das besorgen schon andere für uns. Carlos Castaneda nannte es den "kleinen Tyrannen", den jeder einzelne explizit braucht, und der hilft, obwohl unerträglich, uns selbst zu verbessern. Früher hieß es in unserem Kulturkreis "Viel' Feind, viel' Ehr'".

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