22. April 2019

Osterheld (103) – Adieu vieille Europe

Till-Lucas Wessels / 23 Kommentare

Als Notre Dame brannte, habe ich gelächelt.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Im Januar fuhren wir aus Halle mit einem gemieteten Kleinbus nach Paris. Wir waren eingeladen worden von der Generation Identitaire, die jedes Jahr zu dieser Zeit einen Gedenkmarsch zu Ehren der Stadtpatronin, der heiligen Genoveva, veranstaltet.

Natürlich nutzten wir das Wochenende auch dazu, die üblichen Sehenswürdigkeiten abzugehen; während sich andernorts die Gelbwesten Straßenschlachten mit der Polizei lieferten, begaben wir uns zur berühmtesten Kathedrale der Welt. Am Eingang warteten breitgebaute afrikanische Sicherheitsleute, die nach einem flüchtigen Blick in die Taschen der Frauen jeden durchwinkten.

Die Szenerie im Innenraum unterschied sich wenig von dem Bild, das sich uns auf dem Vorplatz geboten hatte: Zwar stürzten sich hier keine Tauben mit geisteskranker Rücksichtslosigkeit auf alles was essbar erschien, ruhig, geschweige denn still war es jedoch keinesfalls. Das Klatschen des Flügelschläge wich dem emsigen Klickern der Fotoapparate, statt fröhlichem Geschnatter und Gegurre lag der brodelnde Flüsterteppich eines babylonischen Sprachgewirrs in der Luft.

In einigen Nischen des Innenraumes standen Verkaufsstände an denen Händler ihre Waren feilboten, die meisten Besucher ignorierten sie und nutzten derweil ihre Selfie-Sticks, um auch ja alle Mitglieder der Reisegruppe aufs Foto kommen.

An diesem 12. Januar fand wohl gerade ein Gottesdienst statt, keine von den gut besuchten Sonntagsmessen, sondern irgendeine kleine Feier, auf den Bänken saßen etwa zwanzig Besucher; die meisten von ihnen Alte.  Von der Masse der Touristen waren sie getrennt durch einige sehr moderne Begrenzungspfoste am Rand der Sitzbänke, zwischen denen dunkelblaue Stoffbänder gespannt waren.

Ab und an blieb jemand stehen, um zu gaffen oder zu fotografieren; der große Brei der Besucher, bestimmt mehrere hundert Menschen, wogte hingegen beinahe zyklisch in einem nicht enden wollenden Strom um den abgegrenzten Bereich herum und würdigte das Spektakel nur gelegentlich eines müden Blickes, so wie sich im Zoo keiner mehr für das Kaninchengehege interessiert.

Ein teuflisches Gemisch aus Routine und Veitstanz lag in der Luft, das kein Weihrauch der Welt mehr vertreiben konnte. Ich versuchte damals vergeblich, mich dem Zauber der Mauern zu öffnen, aber nichts drang mehr durch das Schlurfen und Kichern, das Husten und die künstlich erzeugten Auslösergeräusche der Smartphone-Kameras hindurch.

Vor dem Altar hielt ich kurz inne – hier hatte sich Dominique Venner erschossen, von seinem Blut rauschte nichts mehr in den düsteren Mauern. Ich verneigte mich kurz, vor der Tat und vor dem, was dieser Ort einmal gewesen war und ging zügig an die frische Luft.

Wie gesagt, das alles ist ein gutes Vierteljahr her, aber der Eindruck ist geblieben und so war der Schmerz, den ich empfand, als ich die Bilder des brennenden Dachstuhls sah, ein ganz eigener.

Als Notre Dame brannte, habe ich gelächelt. Ein tieftrauriges Lächeln zwar, und auch kein strahlendes, aber trotzdem ein Lächeln. Ich habe mir die Fotos angesehen, die nach kurzer Zeit zu Dutzenden durch den Äther jagten und immer mehr schien es mir, als wäre die Kathedrale nie so schön gewesen, wie in diesem Moment ihrer drohenden Vernichtung.

Es war fast so, als wenn die unerreichte Kunstfertigkeit der gotischen Verzierungen und Spitzbögen erst vor der tobenden Kulisse der Flammen bis in ihr letztes wunderbares Detail erkennbar werde; durch die Schwärzungen von Rauch und Ruß wirkten die einstmals fast weißen Steinen wie ein Schattenriss mitten im tobenden Inferno aus Rot, Orange und gleißendem Gelb.

Am nächsten Tag lächelte ich freilich nicht mehr. Kaum war die Nachricht um die Welt gegangen, dass der Großteil der Struktur nahezu unbeschadet geblieben war, begannen die ersten schon vom Wiederaufbau zu sprechen: Mit einem beinahe satanischen Fliegeneifer saugten bereits die Abkömmlige postmoderner Architektensekten an den eben erst verglühten Trümmern, schon träumten die ersten Politiker von multikulturellen Lichtsphären, während hinter ihnen die Dekonstrukteure des Schönen darauf harrten ihren Schmutz aus Beton, Metall und Glas auf die gotischen Ruinen zu rotzen.

Auch die „Allahu Akhbar“-Rufe mit denen einige Jungfranzosen am Vorabend den Brand der Notre Dame auf der Straße und im Netz garnierten, erschienen mir nur wie ein erster Vorgeschmack auf das Schicksal, welches der großen Frau aus Stein bevorstehen mag: Es ist jenes der Kathedrale von Saint Denis, einst Grablege der französischen Könige, heute eine Projektionsfläche andauernden Vandalismus‘, die mitten im schmutzigsten Banlieu der französischen Hauptstadt kauert.

Wirklich: Wären da nicht die Flammen besser gewesen? So ein richtig heißes Feuer, das die in den Stein gefressenen Blicke der Unwürdigen ausbrennt und der großen Kathedrale ein würdiges Ende beschert? Solcherlei düstere Raskolnikowgedanken umwölkten meinen Kopf, bis ich mit ein wenig Verspätung auf ein Video stieß, das die meisten meiner Leser hoffentlich schon gesehen haben.

Es dauert nur 37 Sekunden, man sieht darin einen kleinen Chor junger Katholiken inmitten der Schaulustigen knien. Sie haben eine volkstümlich-mehrstimmige Vertonung des Ave Maria angestimmt und während um sie herum die Kamerascheinwerfer strahlen und einige Boomer konsterniert ob soviel Frömmigkeit vorbeihasten, sind ihre Augen nur auf die Flammen gerichtet, die sie – so scheint es – allein durch ihr Gottvertrauen zu bannen versuchen.

Ich habe mir das Video unzählige Male angesehen, sein Zauber ist nicht zu verleugnen: Ein unerbittliches Vertrauen, ein Einfordern der Rettung – es wirkt fast wie eine Szene aus einem Roman von Jean Raspail, der in Sire auch auf eine Art und Weise hoffnungsvoll schrieb, die ich nicht mehr für möglich gehalten hatte.

Wer ist nun der Sonntagsheld? Ist es der Funke, der die 1300 Eichenstämme des Dachstuhls, die nun größtenteils zu Asche zerstoben sind, davor bewahrte irgendwann die Stahlfassade eines Begegnungszentrums, oder einen Halbmond tragen zu müssen? Sind es die Feuerwehrleute, die die Kathedrale die ganze Nacht lang löschten und dafür im Elysée-Palast ausgezeichnet wurden? Oder ist es doch diese kleine Handvoll Franzosen, die im Angesicht der Flammen in die Knie gingen und ihr mehrstimmiges Ave Maria in den Rauch sangen?

Wer weiß schon wirklich, welche Kräfte so ein Gebetsgesang entfesseln kann, wer kann schon abschließend sagen, ob die Rettung eine gute Tat war, oder gar ein Sakrileg gegen eines der letzten schrecklichen Fanale, die das Abendland noch hätten erschüttern können?

Heute jedenfalls ist Ostern und da geziemt es sich vermutlich ohnehin nicht, irgendwelche Zusatzhelden zum Offensichtlichen zu küren. Meine Leser verstehen daher, dass der Lorbeerkranz diesmal leer bleibt. Tatsächlich flog er schon am Samstagabend ins Osterfeuer und verrauchte in den Flammen, von wo seine Weihe in den nächtlichen Sternenhimmel stieg.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (23)

Ein gebuertiger Hesse
22. April 2019 16:22

Hervorragender Beitrag. Ja, was macht den "Zauber" des Videos mit den innig singenden und betenden Franzosen vor der brennenden Kathedrale aus? Es ist eine Manifestation des WIR, die sich da, segelnd auf einer Melodie des vollkommenen Wohlklangs, bahn bricht. Es ist abendländisches Feuer, ureigenstes Kulturgut, das im Angesicht der Flammen in einer demütigen kollektiven Geste (wer immer mit seinen Nächsten zusammen singt, DIENT dem harmonischen Ebenmaß und verstärkt es - auch das ist Demut) hervorgeholt und zur Aufführung in der Not gebracht wird. In so einem Moment ist (und scheint nicht nur) NICHTS VERLOREN, das ist das Besondere, das einem beim Anschauen des Videos geradezu die Beine weghaut.

Niekisch
22. April 2019 16:54

Bitte nicht schon wieder düstere Gedanken:

O s t e r s a n g

Es ruft das Land. Es ruft der Tag.
Sein Scheitel steht im Licht.
Der Glocken klarer Silberschlag
schwingt über Wald und Blumenhag
und lichtet dein Gesicht.

Vergiß die Angst. Vergiß das Grau
und schlag die Augen auf:
Die Lerche jubelt schon im Tau,
und lämmerweiß im Ätherblau
beginnt der Wolken Lauf.

Was dich erneut, was dich befreit
quillt ja in jedem Ding.
Stoß auf die Tür, dein Herz mach weit,
du Windlicht in der Ewigkeit
sei frohgemut und sing!

Bist wie ein Baum, der ruht und blüht,
ein Meer, das steigt und fällt,
ein Vogel, der die Enge flieht
und als ein selig Osterlied
entschwirrt ins Herz der Welt.

(Werner Schumann)

Fuchs
22. April 2019 17:23

Venner wurde am 16. April 1935 geboren. Der Brand in Notre-Dame fand - astronomisch - genau 84 Jahre später statt.

Die Frühjahrs-Tag-Nacht-Gleiche des Jahres 1935 fand am 21. März, 13:18 statt. 25,5 - 26,5 Tage später, am 16. April, wurde Venner geboren.
In diesem Jahr fand diese Tag-Nacht-Gleiche am 20. März, 21:58 statt, ungefähr 25,87 Tage später begann der Brand in Notre-Dame. Der "Mittelpunkt" dieses Brandes wäre recht genau 26,12 Tage nach der Tag-Nacht-Gleiche anzusiedeln.

Old Linkerhand
22. April 2019 17:27

Ende des 11. Jahrhunderts kam ein kleiner Junge aus ärmlichen Verhältnissen als „Opfergabe“ in die Abtei Saint Denis. Auf den Schulbänken des Klosters freundete er sich mit dem Sohn des Königs an. Später wurde er der Abt des Klosters und Berater des alten Königs. Als sein Freund König wurde und kurz darauf am 2. Kreuzzug teilnahm, wurde er sogar Reichsverweser und nach der Rückkehr des Königs mit dem Titel „Vater des Vaterlandes“ ausgezeichnet. Unser Abt war einer der hellsten Sterne seiner Zeit und in Mathematik und Geometrie, durch das eifrige Studieren der alten Werke der Antike in der Klosterbibliothek, ausgebildet. Als nach einem Brand im Chor der Klosterkirche ein Neubau anstand, machte sich unser Freund ans Werk. Mit Hilfe seines Wissens erschuf er eine neuartige Konstruktion mit dünnen Wänden, großen Fenstern in genialer Leichtbauweise. In seinen Vorstellungen sollten die Besucher den Eindruck des himmlischen Königreich auf Erden bekommen, für damalige Verhältnisse eine blasphemischer Anspruch. Kein Geringerer als der heilige Bernhard, der Begründer des strengen Zisterzienserorden sah in dem neuen Bauwerk den Antichrist, einen Ort des Spektakels und des trügerischen Glanz`. In der Tat war die neue Kirche ein Ort des Spektakels und alle Gelangweilten dieser Zeit kamen um zu staunen. Und wie das so ist, wenn Einer was hat, wollten nun die Anderen das auch. So entstand in der Il de France überall die neuartige Architektur aus einheimischen Kalkstein. Aber es genügt nicht das gleiche wie der Nachbar zu haben, es muss natürlich noch größer, noch luftiger, noch spektakulärer gebaut werden. Die statische Berechnungen unseres alten Freund wurden abgelöst durch Try and Error und nicht wenige der Neubauten stürzten krachend ein. In der Renaissance wurden diese dann verächtlich als „gotisch“ bezeichnet und so glaubte noch der alte Goethe an den germanischen Ursprung der Kathedralen. Heute nagt der Zahn der Zeit von 800 Jahren an den Schönen und der Kalkstein, der wie ein Schwamm Dreck und Verschmutzung aufsaugt, macht die Sache auch nicht besser.
Als im Jahr des Herrn 2019 Kali Yuga über Notre Dame de Paris tanzte und nun wieder ein spektakulärer Neubau ansteht, bleibt mein sehnlicher Wunsch:
Möge der Geist von Abt Suger (mein Sonntagsheld) den neuen Architekten die Hand führen. Andernfalls bleibt nur die Sprengung und eine Karawanserei auf heiligen heidnischen Boden. Frohe Ostern!

Weltversteher
22. April 2019 18:12

Danke, besser als hundert Kommentare hier.
Soviel Ambivalenz muß schon sein.

RMH
22. April 2019 19:05

Den Maßstab für Umfang und Verhältnismäßigkeit einer Tempelreinigung hat Jesus Christus selber vorgegeben und vorgelebt (zu finden in allen 4 kanonischen Evangelien). Feuer und Abbrennen oder gar ein "Ehrentod" des Tempels (den besorgten dann später die Römer) hat eindeutig nicht dazu gezählt, insofern sollte man einmal ein bisschen nachdenken, bevor man in den Weltnetz-Äther etwas von "Lächeln" oder gar "ehrenvolles" Abrennen - fast schon im Sinne einer Art von Purgatorium auf Erden- (bzw. "Ehrentod" siehe R.) ablässt.

Kirchenstürmerei, bei der am Ende dann rauchende Trümmer stehen, stünden jedenfalls jeder neuen Rechten nicht gut zu Gesicht.

Im Übrigen ist die Passion Christi und seines Leibes, verkörpert in seiner Kirche, an diesem Osterfest ja leider nicht nur an den einstmals heiligen Orten der Kirche vollzogen worden, sondern auch durch Bombenterror an seinen Gläubigen. Gut, man kann beides nur schlecht vergleichen, aber die Christenheit wird weltweit geschunden - auch, weil ihr offenbar die wahren Priester und Pastoren fehlen, die die Herde durch das Ungemach nicht nur als Opfertiere führen wollen sondern als lebendige und vollzählige Gemeinschaft.

Mauerbluemchen
22. April 2019 20:52

"Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Gedenke also, von welcher Höhe du gefallen bist. Bekehre dich und vollbringe die Werke, die du früher tatest. Tust du dies nicht, so komme ich über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle rücken, wenn du dich nicht bekehrst."

So heißt es in Ap. Joh. 2,4f.

Es werden sicher noch ganz andere Symbole und Wahrzeichen des alten Abendlandes fallen, da Der Schöpfer anders mißt als sein störrisches Geschöpf derzeit gemeinhin meint, daß Er messen sollte.

Auch für ehrwürdige Gebäude ist es besser, nicht mehr zu sein als in die Gewalt des Feindes zu geraten; daher hat Notre Dame de Paris ein gnädigeres Schicksal als zB die Hagia Sophia.

links ist wo der daumen rechts ist
22. April 2019 21:30

Wir Foristen haben ja alle zu Martin Lichtmesz' Notre Dame-Kommentar unsere Meinungen abgesondert und damit vor allem das Mediengetöse verstärkt.

Aber dieser in der Tiefe stille, unaufgeregt wägende und fragende Text hat mich berührt.
Vermutlich weil er eines hat, was viele Texte vermissen lassen: Würde.

Gelddrucker
22. April 2019 23:25

Wo ist nun da der Bezug zur Überschrift?
Bis das Gebiet um Notre Dame so umgevolkt ist wie St. Denis vergeht noch so einiges an Zeit. Zeit, in der gegengesteuert werden kann, und muss.

Gerade da es dort und auch in der unmittelbaren Umgebung noch sehr europäisch zugeht, haben leider die meisten Parisbesucher, die sich nicht in den Osten oder Norden wagen, ein völlig falsches Bild von der Demographie der Stadt.

Laurenz
23. April 2019 02:16

Tja, wenn schon das heutige Europa Schwierigkeiten hat, Kulturdenkmäler aus den verschiedensten Epochen zu erhalten. Was bedeutete dann erst der Bau gotischer Kathedralen für 1/5 oder 1/10 des heutigen Europas in unserer Vergangenheit? Zudem diese Bauwerke von einer Facharbeiter-Schicht der freien Maurer und Baumeister errichtet wurden, die wohl den größten inneren Abstand zum Bauherren hatten. Ist nicht die Kraft, die uns erschaffen hat, der Osterheld?

Waldgaenger aus Schwaben
23. April 2019 06:36

Der Autor begibt sich auf eine gefährliche schiefe Ebene, wenn er einem Todestrieb Raum gibt.

Igor R. Schafarewitsch
Der Todestrieb in der Geschichte: Erscheinungsformen des Sozialismus

https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/aus-dem-aktuellen-prospekt/38502/der-todestrieb-in-der-geschichte-erscheinungsformen-des-sozialismus

Da der Autor keinen Held nennt, will ich gleich zwei nennen:

François-Henri Pinault und Bernard Arnault. Der eine noch sagte in der Nacht, als Notre Dame noch brannte 100 Millionen Euro als Spende für den Wiederaufbau zu, der andere ließ sich nicht lumpen und nannte 200 Millionen.

Diese Helden verdienten und verdienen ihre Milliarden (Pinault hat dreißig) mit dem Verkauf von Luxus-Artikeln. Beide scheinen ein recht gutes Gespür dafür zu haben, wie Krethi und Plethi denken, sonst wären sie nicht mit Luxus-Artikeln so reich geworden.

https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Dieser-Unternehmer-spendet-100-Millionen-Euro-fuer-Notre-Dame-id54083956.html

Beide wussten deshalb sicher wie die breite Masse darauf reagieren würde und taten es trotzdem. Da scheint noch rudimentär so etwas vom Bewusstsein vorhanden zu sein, dass die Bewahrung der Kultur Verpflichtung derer ist, die richtig viel Geld haben.

Das war natürlich nur eine Provokation für die Freunde der Querfront.

Der wirkliche und echte Held jener Nacht ist und bleibt Jean-Marc Fournier, der unter Lebensgefahr das Allerheiligste und wertvolle Reliquien aus der brennenden Kirche rettete.

Robert
23. April 2019 11:55

Was hier, so scheint es mir, eigentlich angesprochen wird, ist das Problem der zunehmenden räumlichen und auch sinnlichen Verengung und Verdrängung für Zeitgeistkritische beim Aufenthalt und Erleben in den Räumen der Öffentlichkeit.

Es hat per se zunächst gar nichts mit Notre-Dame im Speziellen und dem damit wahrgenommenen Fanal oder Schmerz zu tun, dies ist ja nur der Anlaßfall für ein ganz grundsätzliches Phänomen in der heutigen Zeit – und um darüber nachzudenken.

Alle seismographischen – und darunter vor allem zeitgeistkritische – Naturen spüren es bewußt und leiden darunter.
Der unaufhörliche infernalische Lärm, das technokratische Geräusch-Gesäusel, das permanente „Hintergrundrauschen“, die nicht wahrnehmbaren elektromagnetischen Wellen, usw., dringt durch alle Poren und Ritzen, der Strom der Massen mit ihrem oberflächlichen, bizarren Gebaren und Interessen verleidet uns die Möglichkeiten der Kontemplation, der Abschottung zur innerlichen Einkehr und macht auch die Rückzugsräume enger. Die öffentlichen urbanen Räume gehören den Massen – und damit dem Lärm und der Häßlichkeit.
Was Wunder – in einer vertechnisierten Massengesellschaft.

Mit anderen Worten: Wir leiden unter der schon viel beklagten Reizüberflutung; sie führt zu Stress und Krankheiten aller Arten.

Was also tun? Wohin können wir gehen, wo ausbrechen, wo sind sie noch, die Oasen der Stille und der Einkehr, wo die Orte, um Kraft auftanken zu können, wo die Räume, die wir uns wieder zurückerobern könnten? Wo unsere Rückzugsmöglichkeiten?

Eine Lösung, die für solch Suchende sich aufdrängt, ist ohne Frage die noch nicht durch Technik angefressene Natur. Die Wälder mit den „Domen“ der Buchenwälder, die ja bekanntlich als die Vorbilder für die Dome aus Stein gedient haben sollen, die Berge, die Tierwelt, und so vieles an unendlich Schönem mehr!?
Mir scheint dies jedenfalls eine, persönlich schon lange gepflegte, eine gute - nein, eine ideale, sich geradezu aufdrängende Lösung überhaupt zu sein. Viel zu lange und zu viele haben sich schon von der Erde, von den natürlich-elementaren Dingen abgekoppelt (Nietzsche: „Bleibt mir der Erde treu …).

Des Autors Worte über die verbrannten Steine, wo die Konturen und Schönheiten von Notre Dame in einer besonderen Weise erst in der Zerstörung sichtbar geworden wären, drückten ein gewisses Beneiden, die Trauer oder sogar explizit (und natürlich metaphorisch) den Wunsch aus, daß diese Steine (als Zeugen menschlichen Seins und Kultur!) sich vor einer eigentlichen nun zu erwartenden zweiten Schändung durch eine folgende a-ästhetische und profane Totalzerstörung ja noch hätten bewahren können – wir Menschen jedoch nicht, wir müssen Zeugen des Elends bleiben, das unserer Kultur widerfährt.

Aber auch die Steine können nicht, - und auch nicht unsere damit verbundenen schönen Gedanken, Gefühle und Bilder – wie es aussieht, davor bewahrt werden, von den geschichts- und kulturvergessenen Begehrlichkeiten eitler Politiker und „Kulturschaffenden“ verschont zu bleiben.

Diese Gedanken des Autors sind für mich sehr gut nachvollziehbar, auch wenn sie zunächst auf manche als überzogen, überbordend wirken mögen. Aber rechtfertigt unsere Ohnmacht gegenüber dem Elend unserer Zeit nicht unbedingt diesen Zorn, diese Abscheu, die sich in diesen Assoziationen ausdrücken? Natürlich sind wir alle froh das Wesentliche von Notre-Dame fest stehengeblieben zu sehen – die Steine haben mit Hilfe der Rettenden dem Feuer und seinen Ursachen/Verursachern? getrotzt – aber doch nur auf die Aussicht ihrer unversehrten historisch korrekten Wiedererrichtung hin gesehen! Gemahnt dies alles nicht – so meint es doch wohl der Autor – an kulturelle Leichenfledderei?

Ja, es ist schon richtig: Diese erlebte Frömmigkeit des katholischen Chores kontrastiert in gewisser Weise wohltuend mit dem verlogenen, sich in der Öffentlichkeit spreizendem, frechem Getue.
Und doch erinnert es mich auch an die Hilflosigkeit und Verlorenheit, die nach den Anschlägen von Bataclan und so vielen anderen Orten des Terrors auf den Straßen bei den Versammlungen mit ihren Kranz- und Botschaftsniederlegungen beispielhaft zeigte.

Aber die Hilflosigkeit hat in einem kleinen Winkel ihres Herzens wohl auch die erfaßt, die mit dem Zeitgeist im allumfassenden Sinne und teils aktiv auf Kriegsfuß stehen. Bis jetzt scheint uns ideell gesehen mehr die Vergangenheit und nur theoretisch die Zukunft zu gehören, an der Rückeroberung der gegenwärtigen Räume, - ja der Gegenwart als solcher -, aus denen man uns Schritt für Schritt vertreiben möchte, wird sich zeigen, ob uns auch praktisch dann die Zukunft gehört.

Atz
23. April 2019 15:07

Zu den seltsamen Wundern des letzten Krieges gehört, dass die riesige Stadt Paris so gut wie unzerstört blieb.

Welche Kirche gibt es denn in deutschen oder belgischen Großstädten, welche so rein gar nichts vom Inferno des Bombenkrieges abbekommen hat, keine Artillerie, keine Brandbomben, kein Feuersturm, nichts?

Die Wiedererrichtung von Notre Dame ist letzten Endes wie der Wiederaufbau der Frauenkirche ein Symbol der Nation. Ostern ist das Fest der Wiederauferstehung. Das Christentum ist so erfolgreich, weil es die größte Niederlage in einen Triumpf verwandelt hat. Davon sich inspirieren lassen. Da muss man wirklich nicht wie ein Jünger-Epigone die Flammen als Reinigungsakt, als gesteigertes Leben bewundern. Wenn das Gefühl echt wäre, würde man dazu aus Scham schweigen.

Hartwig aus LG8
23. April 2019 16:34

Man kann @Raskolnikow (oder #Raskolnikow ??) auf Twitter folgen.
Bin irritiert.

Niekisch
23. April 2019 18:10

"Eine Lösung, die für solch Suchende sich aufdrängt, ist ohne Frage die noch nicht durch Technik angefressene Natur. Die Wälder mit den „Domen“ der Buchenwälder, die ja bekanntlich als die Vorbilder für die Dome aus Stein gedient haben sollen, die Berge, die Tierwelt, und so vieles an unendlich Schönem mehr!?
Mir scheint dies jedenfalls eine, persönlich schon lange gepflegte, eine gute - nein, eine ideale, sich geradezu aufdrängende Lösung überhaupt zu sein. Viel zu lange und zu viele haben sich schon von der Erde, von den natürlich-elementaren Dingen abgekoppelt (Nietzsche: „Bleibt mir der Erde treu …)."

@ Robert 23.4. 11:55: Danke für diese schlichten, aber wahrhaftig wahren Worte! Schon lange halten meine Frau und ich sich daran. Im Wald finden wir Ruhe und psychische Stärke, gehen zügig stundenlang hindurch. Heute war keine Zeit dazu, nur für eine Runde durchs Viertel und den Stadtgarten. Wen trafen wir da? Auf den Bürgersteigen -ohne Scheiß- nur ausländisch lärmende Orientalen, Schwarze, sonstiges Volk mit einer Masse deutschsprechender Kinder, mit den Eltern in deren Sprache redend. Die Rückeroberung unseres Raumes wird wohl nicht mehr möglich sein, dafür ist es zumindest im Westen zu spät.

Ruewald
23. April 2019 21:04

Der Beitrag gibt die Ambivalenz der Bedeutung der Notre Dame gut nachfühlbar wieder: einerseits die Entweihung zu einem für den franz. Staat einträglichen Touristenrummelplatz – andererseits die im Zerfall noch erahnbare Symbolkraft für diejenigen, die das Sensorium dafür nicht verloren haben.

Der letzte Versuch einer Re-sakralisierung war der spektakuläre Freitod Dominique Venners im Zentrum der Notre Dame. Die Ruine der Notre Dame und die Asche Venners gehören zusammen als Mahnmale, Mahnzeichen, Symbole für die Größe und Einzigartigkeit der abendländischen Hochkultur ex negativo, in den letzten Zügen ihres Sterbens.

Die Ruine der Notre Dame könnte sowohl als Mahnmal der Erinnerung und des letzten Funkens unserer kulturellen Wurzeln dienen, als auch als "Mahnmal der Schande" derjenigen, die die Entweihung, Kommerzialisierung, schmähliche Vernachlässigung und damit zumindest indirekt die Zerstörung – und insgesamt unserer Kultur – bewirkt und betrieben haben.
Wenn dieselben sich nun mit übertriebenem Eifer für den "Wiederaufbau" anheischig machen, dann ist das so ähnlich, als hätten die Angloamerikaner, bar einer tiefen kulturellen Verwurzelung, nach der Zerstörung der deutschen historischen Städte den Wiederaufbau in ihre Hände genommen.

Mit Eifer wird nun diskutiert, in welchem Umfang die Restaurierung mit "zeitgemäßen" modernen Elementen ergänzt werden soll. Ist diesen Leute denn nicht klar, daß das "zeitgemäße" Zeitgebundene und "Moderne" ab ovo den Keim und Modergeruch des bald Überholten in sich trägt und eine tiefgreifende Kontaminierung darstellt? Eine weitere, potenzierte De-sakralisierung, womöglich nach neoliberalem Geschäftsmodell ...

Während doch der traditionellen Symbolkraft ein überzeitlicher Kern innewohnt...

Laurenz
24. April 2019 07:11

@RMH ... Was die beiden hebräischen Tempel in der ehemaligen Jebusiter-Stadt angeht, so wurde der erste von einem Philister gebaut und von den Babyloniern zerstört. Den 2. Tempel bauten wohl römische Baufirmen im Auftrag der Herodes. Die Klagemauer ist römisch. Von daher ist der römische Abriß mangels Dankbarkeit der Hebräer verständlich. In der Antike war eben Pussy Riot auch noch von einem anderen Kaliber als heute.
@Gelddrucker .... Im Westen nichts Neues. Schon vor 34 Jahren kam der Film https://de.wikipedia.org/wiki/Tee_im_Harem_des_Archimedes ins Kino. Als ob die Politik nicht gewußt hätte, was sie tat.
@Robert ... Zitat...dringt durch alle Poren und Ritzen, der Strom der Massen mit ihrem oberflächlichen, bizarren Gebaren und Interessen verleidet uns die Möglichkeiten der Kontemplation, der Abschottung zur innerlichen Einkehr und macht auch die Rückzugsräume enger. - Zitatende .. Dir Kirche hat doch selbst dafür gesorgt, indem sie den Jahreswechsel in die Rauhnächte legte.

H. M. Richter
24. April 2019 08:46

"[...] bevor man in den Weltnetz-Äther etwas von "Lächeln" [...] ablässt"
[RMH]
____________________________

Ich stimme Ihnen zu.
Derartiges ziemt sich nicht.

"Freylich", heißt es bei Lavater, "kann eine gute Sache nicht gemißbraucht werden, bis sie da ist. Und wenn sie da ist, so fängt sie an, diesen Schaden zu stiften, weil sie unschuldiger Weise von nun an Gelegenheit giebt, gemißbraucht zu werden. - Deswegen sollte ein gute Sache nicht seyn?
Alle wehmüthige Klage über den möglichen, sehr wahrscheinlichen, und, wenn man will, unvermeidlichen Mißbrauch dieser Sache, hat am Ende nur ein bestimmtes Gewicht: Denn wer billig* seyn will, läßt sich durch keyn Deklamiren über den Schaden allein einnehmen.
Er wiegt den Nutzen dagegen, und wenn das Uebergewicht desselben augenscheinlich ist, so beruhigt er sich und sucht den Schaden, so gut wie möglich, abzuwenden und zu vermindern.

Wer kann diese heldenmüthige Standhaftigkeit bey etwas Gutem, das auch Böses mit sich führt, besser in uns nähren; Wer uns mehr heilen von jener kleinmüthigen Aengstlichkeit, die sich durch jede unvermeidliche böse Nebenfolge vom Guten abschrecken läßt - als der große Unternehmer und Stifter des größten Guten, der bey aller seiner zärtlichen Menschlichkeit, bey aller seiner Geräusch hassenden Friedfertigkeit so kühn sprach! „Ich bin nicht gekommen, Friede auf Erden zu senden, sondern das Schwerdt?""
__________________________

* 'billig' hier noch i.S.v. 'recht und billig". Wer will, kann es hier aber auch - durchaus mit einem Lächeln - i.S.v. 'rechts' verstehen.

Sandstein
24. April 2019 10:36

"Was hier, so scheint es mir, eigentlich angesprochen wird, ist das Problem der zunehmenden räumlichen und auch sinnlichen Verengung und Verdrängung für Zeitgeistkritische beim Aufenthalt und Erleben in den Räumen der Öffentlichkeit."

Nö, Zeitgeistkritische hatten noch nie einen ihnen "angemessen Raum" in der Öffentlichkeit, deswegen sind sie ja Zeitgeistkritische.
Man kann auch wirklich unnötig verkomplizieren..

Worum geht's?
Denkmäler europäischer Geschichte brennen, und stehen damit für den Wandel, der Europa bevorsteht. Punkt.
Wie wir damit umgehen, sollte Thema sein, nicht was für werthersche Empfindungen dem ein oder anderem durch den Kopf gehen.
Und da gibt's dann die Fraktion der Zuspitzung, mit der Hoffnung, dass im rasanten Wandel Widerstände erwachsen, und dann gibt's da eine Fraktion, die tatsächlich glaubt, dass mit Wiederaufbau Note Dames gewissermaßen auch die Schutzkräfte Europas wieder auferstehen.
Quasi die halbe Miete..na dann!

Laurenz
24. April 2019 16:43

@Sandstein .. als sei die Magdeburgisierung etwas neues ..... ganz egal, ob man, wie die häufig weinseligen Latein-Lehrer und öffentliche-Auftrags-geilen Archäologen, meist Anhänger des römischen Imperiums ist, oder man eher der eidgenössischen föderalen Idee anhängt, es gab schon immer einer orientalischen Religion anhängende Militärs, die meinten, eine Magdeburgisierung durchziehen zu müssen, ob die nun Tilly oder Abu Bakr hießen. Abgefackelte Städte sind bei Archäologen sogar sehr beliebt, weil die schwarze Ausgrabungsschicht meist gut zu identifizieren ist.

Robert
24. April 2019 17:58

An @Niekisch , 23. April 2019 18:10 … „Die Rückeroberung unseres Raumes wird wohl nicht mehr möglich sein, dafür ist es zumindest im Westen zu spät.“

Lieben Dank zurück. Zum Glück wissen wir es nicht. Deswegen wollen und können wir auch keine Nornen befragen, wie unser Mythos es schon wußte. Wir können aber hoffen, jeder, wie und wo er kann seinen Teil leisten und uns auch durch Zuspruch stark machen. Dies scheint mir übrigens eine der wichtigsten Funktionen solcher Netze für unsereins zu sein. Letztlich rational begründbar ist Hoffnung nie, aber schon gar nicht - nichts für ungut, liebe Christen, - „kann ein (christlicher) Gott uns retten“.
Ja, und diese Bilder der Fremdheit, der Ungestaltheit auf den öffentlichen Plätzen, den Straßen sind offensichtlich nicht nur für mich so unerträglich, daß wir genau deswegen Orte und vielleicht auch gewisse Techniken brauchen, um uns Kräfte des geistigen und seelischen Widerstehen-Könnens zuzuführen.

Aber eben auch solche Dokumente, Monumente, die letztlich Manifestationen unserer Menschenart darstellen, sind dafür nötig, auch wenn viele Wesen und Form des damit verbundenen offiziellen (christlichen) Glaubens heute und dereinst nicht mehr den unseren nennen können. Aber sie sind trotzdem Marksteine auf unserem Weg als Kultur und Volk – neben vielen anderen -, die wir in die Zukunft „hinüberretten“ müßten, - und davon so viele wie möglich.

An @Laurenz, 24. April 2019 07:11 …“Dir Kirche hat doch selbst dafür gesorgt, indem sie den Jahreswechsel in die Rauhnächte legte.“

Ja, der Kirche blieb offensichtlich nichts anderes übrig, als ihre Heilsgeschichte mit den Riten und Festen unserer Altvorderen zeitlich zu akkordieren – und umzuinterpretieren.
Die Raunächte (zwischen Weihnachten und 6. Januar) hatten nach alter Auffassung den Nimbus des Unheimlichen, es war die Zeit des Dämonischen, Irregulären, quasi eine “Zwischenzeit“, eine Zeit des Übergangs, die dann in ein neues Jahr hineinführte. Genau daran hat sich die Kirche gehalten - stimmt. Auch wenn es hier lärmende, die „bösen Geister“ vertreibende Riten und Bräuche gibt, war es auch eine Zeit der Festtagsruhe, der inneren Einkehr.

An @Sandstein, 24. April 2019 10:36: „Nö, Zeitgeistkritische hatten noch nie einen ihnen "angemessen Raum" in der Öffentlichkeit, deswegen sind sie ja Zeitgeistkritische.“

Ja, sieht nach einer Tautologie aus, ist es aber nicht, wenn man berücksichtigt, daß das Gros der rechts-nationalen Zeitgeistkritischen, und die sind hier gemeint gewesen, eine Generalkritik an diese Zeit vorzubringen haben.
Die mögen zu anderen, besseren Zeiten ihren kritischen Charakter zwar behalten, aber dann trotzdem grundsätzlich positiv der Zeit gegenüberstehen.
Genauso ist es umgekehrt:
Es gibt aber auch heute solche kritischen Zeitgenossen, die sich an dem Einen oder Anderen stoßen mögen, aber sich einer radikalen, d. h. grundsätzlichen Kultur- und Politikkritik nicht anschließen würden – die leiden und verzweifeln teilweise auch nicht – und sind daher auch nicht gemeint gewesen.

Niekisch
24. April 2019 19:11

"vielleicht auch gewisse Techniken brauchen, um uns Kräfte des geistigen und seelischen Widerstehen-Könnens zuzuführen."

@ Robert 24.4. 17:58: Für mich gilt: langes, anstrengendes Gehen im Wald, autogenes Training und für uns alle vielleicht gemeinsames Sprechen von Vorsätzen.

Laurenz
24. April 2019 19:14

@Robert .... die wilde Jagd der Götter nach der heiligen Weihnacht, wenn die Sonne wieder ihren Lauf verändert und anfängt, länger zu scheinen, bedingte, den Allerwertesten zuhause lassen zu müssen, um innere Einkehr zu halten und zur Ruhe zu kommen.
Die Geisteraustreibung beginnt erst gegen die Fastnacht hin. Auch die dann beginnende Fastenzeit hat denselben Zweck.

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