Sezession
25. April 2019

Rechtspopulistische Rohrkrepierer?

Martin Sellner / 99 Kommentare

Kennen Sie Martin Sellner? Also den Martin Sellner, der die letzten Wochen wie ein dunkles Phantom durch die Medien geisterte?

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Den Terrorpaten und Hypernazi, Spendengeldwäscher und militanten Turboantisemiten. Ich kenne ihn nicht. Aber ich vermute, er wird mich nach diesem zweifelhaften medialen Durchbruch wie ein Schatten verfolgen.

Ich will hier einen persönlichen Rückblick über das Geschehene unternehmen. Was ist passiert? Die IB und meine Person gerieten in die Mühlen der Politik. Seit mehr als einem Jahr regiert die türkisblaue Koalition in Österreich stabil und hochbeliebt. Kurz (ÖVP) gibt den international anerkannten Saubermann und Kickl (FPÖ) den scharfen Umsetzer. Der Erstere garantiert, daß Österreich nicht aus der „westlichen Wertegemeinschaft" ausgestoßen wird. Der Zweite setzt den Wunsch des Wahlvolkes um, das eine Kehrtwende in der Migrationspolitik will.

Vergebens versuchte die Opposition, Einfallstore über die sozialen Frage zu finden. Alle Versuche, den Spaltkeil und die Koalition zu treiben, blieben vergebens. Sogar der inszenierte „Liederbuchskandal“, der die Burschenschaften anvisierte, um die FPÖ zu treffen, wurde weggesteckt. Das Haupangriffsziel war der FPÖler Udo Landbauer, der - so wie ich - ohne aktuelle Handlungen oder Gründe über Nacht Zielscheibe einer nationalen Hysterie wurde. Er trat aus seiner Burschenschaft aus und tauchte für eine Weile ab. Kurz schwieg. Das internationale Echo war nicht groß genug, und die Burschenschaften sind keine geeignete Zielscheibe. Sie sind zu unauffällig und unspektakulär, um als Spaltkeil herzuhalten.

Kluge Taktiker in der Opposition hatten dennoch eines erkannt: Hier würde man den wunden Punkt finden. Hier konnte man:
1. Sebastian Kurz in Bedrängnis bringen, indem man das einzige angriffe, was ihn wirklich interessiert: seine internationale Reputation als „Austrian Wunderkind“, die ihm einen Weg in internationale Politkarrieren ebnet. Er würde also mit massivem Druck auf die FPÖ reagieren.
2. Die FPÖ würde gezwungen sein, sich gegen ihr rechtes Vor- und Umfeld abzugrenzen, was für Reibungen und im Idealzenario zu einer Spaltung führen könnte. Eine trotzige Radikalisierung des idealistischen Flügels und eine ängstliche Distanzierung des liberalen Flügels wären die Folge.

Der Liederbuchskandal war der Testlauf. Beim Hauptakt sollte die IB als politischer Spielball herhalten. Dieser Plan ist, Gerüchten zufolge, bereits seit Monaten seitens der Opposition vorbereitet worden und sollte wohl kurz vor einer Wahl „gezündet“ werden. Die detaillierten Dossiers zu „Verbindungen“ zwischen IB und FPÖ, die nun urplötzlich  auftauchen, und die Kataloge mit Entlassungs- und Rücktrittsforderungen „belasteter Funktionäre“ sprechen Bände. Dieser Plan soll wohlgemerkt eine Strategie der Opposition gewesen sein.

Der politische Buschfunk in der Alpenrepublik vermeldet aber, daß auch die ÖVP mit diesem Konzept spielte. Würde die Opposition die Bombe zünden und Kurz überrumpeln, wäre es zu seinem Schaden. Wenn er ihnen jedoch zuvorkäme und sich rechtzeitig in Sicherheit brächte, könnte er bei dem Erdbeben sogar gewinnen.

Kurz weiß: Er ist ein Angebot, das viele Österreicher nicht ablehnen können: ein (optisch) harter Migrationskurs in Verbindung mit glatter Biederkeit; eine (scheinbare) patriotische Wende, die man ohne Härten, Anfeindungen, und Nazivorwürfe serviert bekommt.

Die Versuchung Kurz kostet die FPÖ bei dessen ÖVP-internen Machtübernahme mit einem Schlag den ersten Platz in den Umfragen, den sie lange Zeit in der Opposition behauptet hatte. Ein Massenexodus aus der bürgerlichen Mitte hin zu Kurz deklassierte sie unbarmherzig.

Dieses Trauma läßt die FPÖ seit Beginn der Regierungsperiode um die Gunst der Mitte buhlen. Es führte bereits zu einer Verbürgerlichung. Das war und ist aber kein Problem für sie, solange ihr keine rechte Kraft in die Flanke fällt. Eine Partei, sei sie auch noch so klein, welche die FPÖ von rechts kritisieren und damit „radikalisieren“ könnte, würde es der ÖVP sehr leicht machen, alle verstörten Mitte-Rechts Wähler abzugrasen. Käme es dazu, und würde Kurz richtig reagieren, könnte die FPÖ deutlich unter 20% fallen. Er käme dem Traum von 40% nahe - und könnte in einer Neuwahl mit einer kastrierten FPÖ, einer devoten SPÖ oder gar einer Minderheitsregierung seine Macht für das nächste Jahrzehnt ausbauen.

Manche Insider behaupten daher, daß hinter der jüngsten „Identitären-Krise“ ein kalkulierter Plan von Kurz stecke. Als er die Tragweite des Christchurch-Anschlags erkannte, sprang er kurzerhand auf den anrollenden Zug der linken Jagdgesellschaft auf. Ein Indiz spricht dafür, daß Kurz von den Leaks über meine Jugendsünden schon vorher Bescheid wußte. Bei einer Pressekonferenz, in der ein entspannter HC-Strache die Lage offensichtlich beruhigen wollte, nannte Kurz die IBÖ „widerlich“, was den FPÖ Vizekanzler sichtlich überraschte.

Einen Tag später brachte eine ÖVP-nahe Zeitung „exklusiv“ und juristisch bedenklich meine 13 Jahre alte Polizeiakte als Aufmacher. Der offizielle Twitteraccount von Sebastian Kurz postet dieses Artikel am selben Tag um 23:07 mit folgender Bemerkung: „Die Enthüllungen über d Chef d Identitären sind widerlich. Als österreichischer Bundeskanzler werde ich keine neonazistischen Umtriebe dulden. Wir müssen alle Formen von Extremismus entschieden bekämpfen, um d freien & liberalen Rechtsstaat zu schützen.“

Tags darauf brannten in der FPÖ alle Sicherungen durch. Es folgte eine Welle an Beschimpfungen und Attacken gegen die Identitären, die in ihrer plötzlichen Willkür von niemandem ernst genommen werden konnten. „Sekte“, „gefährliche Idioten“, „Nazi-Dreck“ sind nur ein paar der verbalen Ausfälle, mit denen die FP-Spitzenpolitiker uns bedachten. Das Entscheidende war: Sie übernahmen mit einem Mal die Einschätzung der IB als „extremistisch und neonazistisch“ und forderten, sofern ein Verbot scheiterte, unsere „gesellschaftliche Isolierung“.

Das ist mehr als eine Distanzierung. Die FPÖ beteiligte sich auf eine Art und Weise am „Kampf gegen rechts“, der kaum mehr von anderen Mainstreamparteien unterscheidbar ist. Das ist natürlich besonders pikant, da das, was man der IB vorwirft und was zum plötzlichen Meinungsumschwung der FPÖ geführt haben soll, auch ihr vorgeworfen wurde und wird.

2008 war eine ähnliche Hysterie-Kampagne gegen HC-Strache geführt worden, als Fotos und Recherchen der linken Presse eine Jugendphase in der rechtsradikalen Szene thematisierten. Die Bilder in Camouflage-Uniform wurden von der Presse als "Wehrsport" bezeichnet, von Strache als „Paintballspiele“ und Jugenddummheiten eingeordnet. Die Analogie ist fast perfekt. Eine jugendliche Phase des Leiters, lange bevor er in der derzeitigen Bewegung aktiv wurde, sollte das gesamte Projekt desavouieren.

Die FPÖ erholte sich langsam von dem Skandal und hat ihn verdrängt. Vielleicht erklärt auch die Erinnerung an diese harte Zeit die besondere Vehemenz und Wut, mit der ihre Spitzen auf die IB losschlagen? Boris Kaiser kommentierte das auf der JF wie folgt: „Auch die Funktionäre der FPÖ wurden längst zu des Wahnsinns fetter Beute und ballern, im Einklang mit der gesamten österreichischen Presse, aus allen verfügbaren Rohren gegen Sellner und seine aktivistischen Mitstreiter. Ganz nach dem Motto von Parteiführer HC Strache: „Wer von Euch ohne Schuldbewußtsein ist, der schieße den ersten Paintball.“

Natürlich ist dieses Verhalten charakterlich enttäuschend. Jeder einzelne FPÖler weiß natürlich, daß die Identitären keine Nazis oder Extremisten sind und daß wir nichts mit Terror oder Antisemitismus zu tun haben. Dennoch wird die gigantische mediale Dämonisierung einfach als normativer Fakt hingenommen. Die IB ist das, als was die Presse sie effektiv darstellt, also "terrornah und nationalsozialistisch".

Die FPÖ hat vor dieser Deutungsmacht kapituliert und distanziert sich angewidert und lautstark. Der Cordon sanitaire, der sie einst ausschloß, umschließt sie jetzt. Die linksradikale Barrikade um die politische Macht wurde von ihr überwunden, aber nicht durchbrochen. Im Gegenteil: sie selbst hat nun einen Wachposten am Schutzwall des Systems und tut sich bei der Abwehr der neurechten Gefahr eifrig hervor.

Außerhalb der „freiheitlichen Jugend“ und den „Gebietskörperschaften“, so verkündeten die Stimmen dieser neuen FPÖ, gäbe es keine Daseinsberechtigung, sondern nur gefährliche "Sekten". Patriotische Blogs, die es wagten, mich oder die IB zu verteidigen, sollten keine Fördergelder mehr bekommen, so Norbert Hofer. Identitäre wurden unter Zustimmung der Freiheitlichen mit Sperrvermerken bei Polizei und Heer belegt und sollen in Oberösterreich generell Verbote für ganze Berufsfelder (Lehrer, Beamten, etc) bekommen. Die bestehenden Vereine sollen aufgelöst werde und zwei patriotische Freiräume, in denen die IB sich bisher treffen konnte, wurden aufgelöst.

Trauriger Gipfelpunkt dieses antiidentitären Amoklaufs bisher: Als nach einer Identitären Demonstration vor dem Justitzministerium, bei der sich 300 mutige Patrioten versammelten, eine parteinahe, patriotische Plattform namens „unzensuriert“, berichtete, wurde der Beitrag nach wenigen Minuten zurückgezogen, also zensiert. Man muß sich aber auch in die Akteure hineinversetzen. Der Druck und die mediale Hysterie in Österreich waren so hoch wie lange nicht mehr. Man hatte der FPÖ eine politische Waffe an den Kopf gehalten. Aber geladen hatte sie sie selbst. Indem sie den "Extremismus" der IB trotz besseren Wissens (und einem gewonnenen Prozess im Jahr 2018) als factum brutum hinnahm, wurden alle angeblichen „Verbindungen“ auf einmal zum extremen Problem.

Genüßlich decken und „enthüllen“ die Medien nun seit Wochen Falten auf. Es geht um Vorträge, die ich bei FPÖ-nahen Burschenschaften hielt, Bilder von FPÖlern bei IB Demos und eine widerrechtlich aus den Ermittlungsakten des gewonnenen Prozesses geleakte Spendenliste, auf der sich offenbar einige Funktionäre fanden.

Die FPÖ hat damit in einem Moment der Schwäche das gesamte metapolitische Vorfeld denunziert und in den Abgrund des "Extremismus" gestoßen, um sich selbst zu profilieren. Denn jeder, der in Österreich in den letzten 7 Jahren im rechten Lager geschrieben, gedacht und agiert hat, hatte irgendwie „Kontakt“ zu uns. Auch der jüngst von HC Strache ins Leben gerufene Think Tank „denkwerk zukunftsreich“ kann, folgt man dieser absurden Anti-IB Doktrin, sofort wieder eingestampft werden, haben doch maßgebliche Mitglieder bereits in Schnellroda referiert oder mir Videointerviews gegeben.

In all dem zeigt sich aber eine gefährliche Tendenz. Die FPÖ kümmert sich nicht um Meinungsfreiheit und Metapolitik. Sie schwieg zum grassierenden Deplatforming der IB. Sie fördert, trotz massiver Mittel, die ihr nun zur Verfügung stehen, kaum die alternativen Medien. Im Gegenteil: die Alternativmedien werden an die kurze Leine genommen! Mit Zustimmung der FPÖ soll in Österreich, als europäischer Vorreiter, eine Klarnamenpflicht im Internet eingeführt werden.

Die erwähnte Plattform "unzensuriert" hat im vorauseilenden Gehorsam bereits die Kommentarfunktionen abgeschaltet. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Revision des Verhetzungsparagraphen ist in weite Ferne gerückt. Anstatt die juristischen Angriffe auf die Meinungsfreiheit einzudämmen, hat die FPÖ sogar den noch engeren Meinungskorridor der Mainstreampresse akzeptiert. "Nulla sauls ex Gebietskörperschaft!", scheint das neue Credo zu lauten, das in der IBÖ und wirklich freien Alternativmedien, keine Ergänzung, und nicht einmal einen neutralen Mitspieler, sondern eine Gefahrenquelle und nützlichen Idioten der Linken sieht.

Alles, was sich außerhalb der Partei befindet, wird der Gesinnungsjustitz und der Jagdpresse geopfert. Wenn es opportun ist, tritt man sogar selbst nach. Dafür erkauft man sich die Möglichkeit, hin und wieder bei Parteimitgliedern ein Auge zu zudrücken. Alle paar Monate opfert man einen kleinen unbedeutenden Funktionär dem Drachen der Political Correctness, selbst wenn der Anlaßfall nicht ansatzweise mit den Skandalen hoher Parteifunktionäre vergleichbar ist.

So ist es dann möglich, daß ein renommierter Parteistratege wie Andreas Mölzer Götz Kubitschek "Sektenführer" nennt und die IB verwirft - jener Mölzer, der selbst bei der NPD auftrat und mit Worten wie "Negerkonglomerat" und "Umvolkung" hantierte. Er ist halt zu gut vernetzt um geopfert zu werden und - er ist in der Gebietskörperschaft.

Diese Strategie der FPÖ bringt keine metapolitische Veränderung zum Guten, im Gegenteil. Sie schafft eine kleine narrenfreie Nische für sich selbst, bzw. ihre wichtigen Funktionäre, die sich sich durch umso härtere Verfolgung der außerparlamentarischen Patrioten und regelmäßige Bauernopfer unwichtiger Funktionäre erkauft. Sie wird dabei für jede Selbstverstümmelung und Distanzierung von Boulevardmedien mit Zuckerbrot belohnt, während die Peitsche der linken Presse unterbitterlich weiter knallt. Jüngst empfahl ein Redakteur der Partei gar eine komplette „Neugründung“.

„Nulla sancta ex Gebietskörperschaft“ - das alles wissen die meisten FPÖler, und deshalb plagt viele das schlechte Gewissen. Das bekämpft man am besten mit selbstinduzierter Empörung. Bereits jetzt wird gezielt versucht, die Wähler und Parteibasis gegen die IB einzunehmen. Man unterstellt uns mit Linken zusammenzuarbeiten und schädliche Informationen leaken zu wollen, obwohl wir das, trotz tausender Bitten des Mainstreams, immer abgelehnt haben. Man streut jüngst gar Gerüchte, wir wären Geheimagenten und von FPÖ-Feinden finanziert, um der Partei zu schaden.

Doch alle das ändert nichts an den Tatsachen: Es ist die FPÖ, die gerade im Zentrum der politischen Macht, von den Zinnen der gesellschaftlichen Zwingburg die Nazikeule, gegen vogelfreie Patrioten schwingt. Es ändert nichts an der Tatsache, dass die Repression gegen friedliche Patrioten in diesem Staat noch niemals so brutal und bedenklich war wie heute. Sogar unter dem erklärten IB-Hasser Macron fanden in Frankreich keine Razzien gegen Identitären statt, die von demselben Terroristen Spenden erhalten haben. Braucht es, so könnte man sarkastisch anmerken, offenbar eine rechtspopulistische Regierungsbeteiligung.

Doch diese Beteiligung und ihr Platz am der linksliberalen Burgwall ist für die FPÖ äußert prekär. Wie sehr sie sich auch ereifert und wie oft auch Norbert Hofer verkündet, dass er „niemals ein Bier mit mir trinken“ würde. Man kauft es ihnen nicht ab. Nicht einmal der Osterfriede wird gewahrt.

Ein neuer inszenierter Skandal erschütterte die Partei. Er stellt eine perfekte Analogie zur Causa IB dar. Ein unbescholtener FPÖ-Vizebürgermeister wurde, ebenso wie ich, über Nacht zum Nazimonster erklärt. Seit Jahren schreibt er launige, Amateurgedichte aus Sicht der literarischen Figur der „Stadtratte“, welche das Treiben seiner Vaterstadt aus dem Kanaldeckel beobachtet. In den Gedichten werden, im Stil klassischer Fabeln, alle Menschen als anthropomorphe Ratten betrachtet. Das Pech des Mannes: der Name seiner Stadt ist Braunau.

Jahrelang interessiert sich keiner für ihn, seine Gedichte und sein Pseudonym. Als die Stadtratte, am Osterwochenende erneut ein völlig harmloses Gedicht veröffentlichte, wurde sie zum internationalen Nazi-Skandal hochstilisiert. Der FPÖler wurde zum Verfasser eines „übel rassistisches Rattengedicht aus Braunau“ erklärt. Der Spiegel taufte ihn den "Braunen aus Braunau". Kurz distanzierte sich wortreich und die FPÖ akzeptierte schon wieder die mediale Verzerrung als Tatsache. Sie stimmte in den Chor der Distanzier ein - der Vizebürgermeister und Familienvater mußte zurücktreten.

Die von der Partei selbst geladene Waffe, wird nun von ihren Feinden gegen die eigenen Mitglieder gerichtet. Die Anlassfälle sind, das zeigt das Braunauer Rattengate beliebig inszenierbar. Keine "Message Control" kann das verhindern. Die FPÖ müsste alle Social Media Präsenzen bis auf Norbert Hofers Facebookseite löschen, und alle Mitglieder bis auf die Parteispitze ausschließen.

Noch begnügte sich die, durch ihre Erfolge berauschte, linke Hetzpresse mit der Skandalisierung von Gedichten und Comics.
 Was wird passieren wenn es ein FPÖ Politiker es in nächster Zeit wagt vom „Bevölkerungsaustausch“, oder Geburtenraten zu sprechen, wie das Strache bisher regelmäßig tat? Der nächste Skandal und der nächste Rücktritt müßten folgen.

Die Partei hat sich in gefährliches Fahrwasser begeben und täte gut daran, es so rasch wie möglich zu verlassen. Die Frage ist nur, ob sie dazu in der Lage ist. Im Herbst stellte ich auf diesem Blog folgende Überlegung an:

Der Rechten fehlt nach wie vor eine ideengeschichtliche Antwort auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit. Der Wandel der Arbeitsgesellschaft, Transhumanismus, Transgender, Globalisierung, Klimaveränderung - auf all das wird eher lustlos und defensiv reagiert, weil man darauf keine Antworten weiß. Das dritte Lager und der Konservativismus haben es seit Jahrzehnten nicht geschafft sich in die herrschende Narrative einzuschreiben und die laufenden Debatten umzuleiten oder gar zu unterbrechen.  (…) Die metapolitischen Schocktruppen des linken Establishment versetzen die rechte Regierung daher mit ihren unerschöpflichen personellen, finanziellen und kreativen Ressourcen in einen permanenten Defensivmodus. Auch wenn hervorragende Politiker wie Herbert Kickl mit trumpesker Nonchalance ihre innenpolitischen Visionen umsetzen: auf Dauer wird das nicht halten. Es fehlen neue  staatstragenden Ideen und alternative Visionen der Zukunft. Law & Order ist nicht der Stoff, aus dem Gegenkulturen und Jugendbewegungen gemacht sind. Es geht nicht nur um Reformen es geht um eine ideengeschichtlich verwurzelte Kritik des Zeitgeists aus der eine alternative Zukunft wächst. (…) Die FPÖ wird nicht ewig regieren. Nur metapolitische Macht ist bleibend und wirkt über Legislaturperioden hinaus. Die Zeit an der politischen Macht sollte daher genutzt werden, um metapolitisches Gelände zurück zu erobern und echten kulturellen Widerstand aufzubauen. Sonst könnte Österreich nicht das Lehrstück für ein konservatives Risorgimento, sondern Fallbeispiel für einen rechtspopulistischen Rohrkrepierer werden.

Ist der letztere Fall eingetreten? Das kann man noch nicht mit Sicherheit sagen. Die Tatsache, dass die Partei die metapolitische Rechte opferte um sich zu profilieren, und sich nun auf Zuruf der Medien zurechtschnittet um in den linken Meinungskorridor zu passen spricht dafür. Gleichzeitig gibt es auch zahlreiche Anzeichen die dagegen sprechen. Die Frage ob die FPÖ eine Systempartei wird, welche den antipatriotischen cordon sanitaire weiter verfestigt, oder ob sie nur einen Moment der Orientierungslosigkeit durchlebt, aus dem sie gestärkt und weiser hervorgeht, wird man an klaren Zeichen bemessen können.

Ich habe Österreich oft als „Fenster für die Zukunft“ Westeuropas bezeichnet. Hier wird erstmals das Wagnis unternommen, eine rechtspopulistische Partei mit einer mittig-liberalen Partei zu einer Koalition zusammen zu schmieden. Die FPÖ wird nun notwendig mit einer feindlichen metapolitischen Übermacht und einem ebenso feindlichen linken tiefen Staat, in Justiz und Verwaltung konfrontiert, der sie an jeder möglichen Stelle sabotiert. Österreich wird so zum hochinteressanten Fallbeispiel über das Verhalten einer rechtspopulistischen Partei, sobald sie diesem Kraftfeld der Realpolitik ausgesetzt ist.

Ich werde in kommenden Beiträgen die möglichen Szenarien und die Rolle der IB darin durchspielen und analysieren. Welcher Fall eintritt hängt letztlich nur davon ab, welche Kräfte in der Partei die Oberhand behalten. Keinesfalls dürfen wir nun, all die guten Entwicklungen des letzten Jahres für null und nichtig erklären, und etwa die gute Arbeit von Herbert Kickl und vielen anderen kleinreden. Wo Lob angebracht ist, muß es weiterhin erfolgen. Schön ist, daß kürzlich immerhin ein Antrag einer grünen Splitterpartei, die Regierung "möge sich von der Verschwörungstheorie des Großen Austauschs distanzieren", abgelehnt wurde. Vieles wird auch vom ausbleibenden oder eintretenden Erfolg bei den EU-Wahlen abhängen. Ich glaube immer noch, daß diese Koalition das politische Optimum darstellt. Doch wenn man der neurechten Theorie vom Primat der Metapolitik folgt, hat sich die Lage durch die Regierungsbeteiligung womöglich sogar verschlechtert. Wir werden das deutlich daran erkennen, ob die FPÖ es weiterhin wagt, die Identitäre Fragen anzusprechen und den Bevölkerungsaustausch als solchen zu benennen. Gibt sie das auf, haben ihre und unsere Gegner ihr Ziel erreicht, und sie Teil des Establishments geworden.


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (99)

Niekisch
25. April 2019 20:33

Gerne wüßte ich einmal, in welchen "Tempeln" sich die Hofers und Straches des Abends treffen, welcher doppelten Loyalität sie sich unterworfen haben, um an der Macht teilhaben zu dürfen. Mein Interesse erstreckt sich natürlich auch auf die AfD, die derzeit ebenfalls zurechtgeformt wird.

Der_Juergen
25. April 2019 21:37

Eine saubere, schlüssige Analyse. Mit dem Lügenfeldzug gegen die IB wollten die Volkszerstörer natürlich vor allem die FPÖ treffen und sie zwingen, über die ihr vorgehaltenen Stöckchen zu hüpfen, was sie erwartungsgemäss tat.

Wer dieser FPÖ immer noch traut, muss ein schlichtes Gemüt sein. Selbst die anerkennenswerten Bemühungen um die Eindämmung der Invasorenflut und der begrüssenswerte Entschluss, den Migrationspakt nicht zu unterzeichnen, können jederzeit rückgängig gemacht werden. Die FPÖ ist und bleibt eine kontrollierte Opposition und wird letztlich stets tun, was ihr von ganz oben befohlen wird. Genau dasselbe trifft übrigens auf die SVP in der Schweiz zu, die immer so tut, als könne man in der Regierung und in der Opposition zugleich sein.

Mildernde Umstände billige ich Leuten wie Mölzer und Strache nicht zu. Man kann natürlich, wenn man im Rahmen des Systems politisch tätig ist, längst nicht alles sagen, was man weiss und vielleicht noch so gerne sagen würde, aber dann sollte man wenigstens schweigen und nicht lügen. Kleine Notlügen, bitte sehr, wenn es wirklich nicht anders geht, aber nicht in den Schicksalsfragen, die über die Zukunft einer Nation entscheiden.

Wie @Niekisch richtig anmerkt, gilt all das auch für die AFD, d. h. für deren liberalen Flügel, der im Westen der BRD dominiert. Hingegen bin ich überzeugt, dass Höcke und seine Anhänger im Osten keine Befehle von einem Deep State entgegennehmen; die pausenlose Hetze gegen Höcke beweist, dass er nicht Teil des Systems ist und dass dieses ihn um jeden Preis weghaben will.

Ja, selbst Höcke macht gelegentlich unsaubere Kompromisse, aber er ist eben auch nur ein Sterblicher mit entschuldbaren Schwächen. Zwischen Schwäche und Verrat klaffen jedoch Welten. Wer einmal Verrat übt, wird es bei der nächstbesten Gelegenheit wieder tun.

Nemo Obligatur
25. April 2019 21:50

Meine Güte, die FPÖ hat halt von der Macht gekostet und will davon nicht mehr lassen. Kurz will irgendwann EU-Präsident werden oder der nächste Waldheim. Menschlich völlig verständlich, da wäre eine gefühlte Nähe zur IB "nicht hilfreich", um eine Bundeskanzlerin zu zitieren.

Man kann das alles machen und seine kleinen Spielchen um Posten und Einfluss spielen, solange das Schicksal nicht wieder an die Tür klopft. Erst wenn die nächste Runde im großen Migrationspoker kommt, werden die Karten neu gemischt. Derzeit ist alles ruhig. Die paar "Zwischenfälle" werden von Medien und Politik routiniert wegmoderiert. Nix persönlich nehmen, Herr Sellner, denn die nächste Runde kommt bestimmt. Besser, die Patrioten sichern sich schon einmal ein paar Ausgangsbasen, finanziell wie ideologisch, um sich vorzubereiten. Hauptsache, den Kopf über Wasser halten. Keine übermäßige Angriffsfläche bieten, aber hör- und sichtbar bleiben.

Gerüchteweise sitzen in Afrika 400 Mio. Menschen auf gepackten Koffern, Libyen versinkt im Chaos, in Ägypten steigt der Druck im Kessel täglich und wie lange die Türkei stabil bleibt, weiß niemand. Oder kommt der nächste Querschuss doch aus der Ukraine?

Klar ist nur, er wird kommen. Dann packt den Bürger wieder die blanke Angst um sein Hab und Gut, sein Leben und das seiner Kinder. Warten wir ab, welches Lied Kurz und Strache dann singen und ob man sich an den Herrn Sellner aus Wien erinnern wird.

Lotta Vorbeck
25. April 2019 22:26

Das süße Gift der Macht, Privilegien und Pöstchen wirkt, auch bei unlängst noch verteufelten Oppositionellen.

Parteien sind allenfalls Beutegemeinschaften und solange es noch Beute zu verteilen gibt, scheint die sich mehr oder minder offen vollziehende Transformation von FPÖ und AfD zu Systemparteien unausweichlich zu sein.

Ostelbischer Junker
25. April 2019 22:57

,, Der Rechten fehlt nach wie vor eine ideengeschichtliche Antwort auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit. Der Wandel der Arbeitsgesellschaft, Transhumanismus, Transgender, Globalisierung, Klimaveränderung - auf all das wird eher lustlos und defensiv reagiert, weil man darauf keine Antworten weiß.''

Das wird, denke ich, das entscheidende sein. Endlich eine Zukunftsvision von Rechts, die diese Fragen beantwortet.
Ja der große Austausch kotzt alle Rechten an aber wenn es ihn nicht gäbe wäre dann alles Super?
Wir stehen davor, mit künstlicher Intelligenz beinahe sämtlicher Arbeit zu entbehren, einige Menschen werden,, A-Mortality'' erreichen, nicht allzu lange hin, wenn man Harari glauben kann.

Dazu der aktuelle Wahnsinn abseits des Austauschs, Gratis-Fiatgeld für das eine Prozent, Ungleichheit, Ressourcenverbrauch, Mieten- und Inmobilienpreisinflation, ökologisches Desaster auf unseren Feldern, Verrohung des (deutschen) Nachwuchses.

Ein auf der rechten/liberalen Seite beliebter Spruch des Hanseaten lautet bekanntlich wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Aber ich glaube eher, wer keine Visionen hat, braucht bald einen Bestatter.

Am Schluss das obligatorische Kompliment an Sie Herr Sellner. Tolle Zusammenfassung und nüchterne Analyse der Hatz auf Sie und die IB und wie die Feigen Lümmel an Ihrem Ast sägen. An Ihrer Schnauze muss sich Eis bilden!

Kahlenberg
25. April 2019 23:42

Die Abhandlung über die laufenden Vorgänge ist klar und umfassend, und den Schlußfolgerungen aus den vorliegenden Befunden kann ich überwiegend zustimmen.
In einem Punkt aber kann ich keineswegs zustimmen, nämlich, daß diese Koalition das „politische Optimum“ darstelle. Das genaue Gegenteil ist m.E. der Fall. Kurz und seine umgefärbte ÖVP sind nichts Anderes als der politische Gegner. Eine österreichische Variante der gegenwärtigen CDU, vielleicht mit etwas „Merz-Kolorit“, oder so ähnlich.
Ihre Agenda unterscheidet sich nicht wesentlich von der Merkels. Die FPÖ liegt im Bett mit dem Feind.

Laurenz
26. April 2019 00:27

@Herrn Sellner .... wenn ich das so lese, (und ich weiß das nicht wirklich), befinden Sie Sich bereits, wie die etablierte Politik, zu sehr in der medialen Scheinwelt. Sie sind, als gesellschaftlicher, öffentlicher Protagonist, in dem ganzen Spektakel im Grunde viel zu klein, um eine echte Angriffsfläche zu bieten, die von irgendeiner politischen Relevanz wäre. Wenn die Identitären so viele Verfolger haben würden, wie Kevin Spacey sie hatte, könnte man darüber reden. Daß den linken Ösis und ein paar deutschen Kollegen nicht mehr einfällt, kostet die Amts-Linke bei der Europa-Wahl locker wieder 2%. Mancher lernt es zum Glück eben nie. Da nutzt es auch nichts, Herrn Sellner zu einem Alpen-Assange zu stilisieren. Diese ganzen Stilblüten der Relotius-Presse sind, gelinde gesagt, lächerlich. Der Elefant schlägt die Mücke mit der Krücke tot. Etwas mehr innere Distanz dazu wäre nicht schlecht, oder?

Was die Strategie der FPÖ angeht, so muß man bemerken, keiner kommt am Ideal-Schwiegersohn Kurz vorbei. Der ist nun mal der verspätete Ersatz für Kronprinz Rudolf, und er sorgt für eine Aura und den halb-blinden Glanz von Klein-Habsburg. Das einzige Manko, was ihm abgeht, ist, daß er nicht schwul ist. Da liegt unser irischer Multi-Kulti Regierungschef Varadkar einfach vorne.
Sie, Herr Sellner, stehen Herrn Kurz äußerlich nicht viel nach, sind 4 Jahre jünger als Herr Kurz, und könnten in Erwägung ziehen, dieselben Marken-Anzüge zu tragen und zu demselben Friseur zu gehen. Das wäre ein Schlag ins Kontor. Anders ist den schwiegermütterlichen Wählerinnen nicht beizukommen, die packt man nur an ihrem Uterus, und der wählt eben. In der Hangar-Sendung von Servus-TV war Herr Kubitschek für einen Autoren, Verleger/Publizisten quasi perfekt angezogen. Man sollte den Hauptmann-von-Köpenick-Effekt nicht ignorieren, auch wenn das bedeuten würde, daß Sie Ihr Selbst-Bild massiv verändern müßten. "So ein lieber Bub kann kein Bösewicht sein". Und mit 30 sind Sie für einen Jugendbewegungs-Revolutionär bereits zu alt. Im Vergleich zum Schwänzer-Gretchen sind Sie bereits Asbach.

Leider muß man feststellen, daß die FPÖ zu sehr an der golden verbrämten Macht klebt. Das schwächt den politischen Hebel in Verhandlungen mit der ÖVP. Wenn Herr Kurz gezwungen wäre, mit der SPÖ zu koalieren, wäre es für ihn nicht mehr möglich, die Erfolge der FPÖ für sich zu vermarkten. Wahl-strategisch hat die FPÖ aktuell den Status des Juniorpartners SPD in Deutschland. Und Herr Strache und Herr Kickl haben nun mal nicht das Medien-Format eines Herrn Salvini. Letzterer hätte Herrn Kurz längst in die Tasche gesteckt. 4 oder 8 weitere Jahre desaströser SPÖ-Genossen-Filz ist den Neu-Habsburgern schon zuzumuten. Nur der Schmerz und persönliche Betroffenheit kurieren den Bürger, es sind die besten Argumente, ohne argumentieren zu müssen. Es ist daher günstig, daß patriotische Herz in der Brust lassen zu können.

Ihr Wunsch nach einer "ideengeschichtlichen Antwort auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit" sehe ich als Ihrer Jugend geschuldet an. Die nächsten 20 Jahre werden allerdings von einer Mehrheit aus Rentnern bestimmt, was wollen Sie da mit einer Minderheit von jungen Leuten? Junge Leute sind auch gut bei Alten zu verkaufen, siehe Herrn Kurz. Und Österreich steht vor der Aufgabe, das teure Rentensystem nachhaltig zu finanzieren. Das ist das elementare Thema der Zukunft in den Ost-Alpen. Bei Geld hört jeder Spaß auf, und da läßt auch der Ösi-Rentner die politisch-korrekte Moral und die Weltrettung durch SPÖ und die Grünen im Abort verschwinden.
Auf SiN sind genügend Ideengeber von Format, ob nun RMH oder Niekisch, wenn man mal ganz von der Redaktion und den verlegten Autoren absieht. Es geht auch nicht um Ideen an sich, es geht darum, die Idee einer Idee medial vermarkten zu können, und dazu braucht es viel Geld. Video-Produktionen von der IB sind doch schon ganz gut, aber die Reichweite fehlt, und die kostet eben. Wirtschaftspolitisch kann man mit Ludwig Erhard auch in einer digitalen Welt nicht viel falsch machen. Ein deutsches Gegenmodell als Zentralbank-Chef zu Herrn Draghi mit Schweizer Notenbank-Politik würde Süd-Europa innerhalb von 2 Jahren aus dem Euro aussteigen lassen. Die Hoheit über eine Währung, ist abgesehen vom Militär, die stärkste politische Waffe überhaupt.
Ökologie geht nur mit Abwanderung, vor allem die von Rentnern nach Osteuropa. Nur sinkende Bevölkerungszahlen lösen die ökologische Frage.
Die philosophische Frage ist eine reine Statusfrage. Welche politische Couleur hat die Schlauesten auf ihrer Seite? Das war es aber auch schon.
Der Rest ist der globale und nationale Verteilungskampf. Wer verteilt wie den vorhandenen Kuchen. Und um bestimmend an die Macht zu kommen, kann man die Linke gar nicht genug an Migranten verteilen lassen. Nur ohne Machtanspruch ist die Rechte ein nichts.

Simplicius Teutsch
26. April 2019 01:40

Herr Sellner, mein herzlicher Wunsch: Bleiben Sie stark, souverän und differenziert. Sie müssen jetzt wie ein Alpen-Jesus die Kraft haben, alle Distanzierungen, Beleidigungen, Unterstellungen, Falschanschuldigungen, Kriminalisierungen und Bespuckungen ohne aggressive Gegenwehr auszuhalten. Etwas anderes bleibt Ihnen nicht übrig, wenn Sie den derzeitigen Triumph Ihrer Feinde in Schande umkehren wollen. Das Wort, das Sie außerordentlich gut führen können, sollten Sie weiterhin nutzen und auf diese Weise das Ihnen feindlich gesinnte tiefe System weiter angreifen.

Allerdings hat man Ihren Vorgänger mit seinen wenigen Jüngern vor fast genau 2000 Jahren trotz seiner demonstrativen Friedfertigkeit und Weisheit, und obwohl er der Sohn Gottes war, was Sie bisher nie behauptet haben zu sein, schändlich ausgepeitscht, gemartert und schließlich unter Hohn und Spott hingerichtet, obwohl man ja außer seinen alternativen Lebensführungs-Predigten und seinem himmlischen (oder war es demokratischen?) Anspruch nichts Konkretes gegen ihn vorbringen konnte, so dass selbst der relativ objektive römische Statthalter Pilatus kopfschüttelnd fragte: „Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Ich habe nichts feststellen können, wofür er den Tod verdient. Daher will ich ihn auspeitschen lassen, und dann werde ich ihn freilassen. Sie aber („die linke Jagdgesellschaft“?) schrien und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch. Pilatus entschied, dass ihre Forderung erfüllt werden sollte … Jesus aber lieferte er ihnen aus, wie sie es verlangten.“ LUKAS, Die Verhandlung vor Pilatus: 23, 22-25.

franz spitzauer
26. April 2019 07:00

Die FPÖ? Ich zitiere von Waldstein: "Wer über jedes hingehaltene Abgrenzungsstöckchen springt, bestätigt damit nur seine eigene politische Unterlegenheit gegenüber dem Stöckchenhalter." Was soll man von einer Partei halten, die nur mehr auf Machterhalt aus ist und deren Führer geliebt werden will? Mir liegen einige Parteiaustrittsschreiben vor, in denen das erbärmliche und feige Verhalten der FPÖ gegenüber den Identitären thematisiert und kritisiert wird. Viele sehnen sich nach einer neuen rechtsdemokratischen Partei in Ö. In romanischen Ländern wäre sie längst da. Tatsache ist doch, dass die FPÖ an vielen Fronten abgewirtschaftet hat und ihre rechten Wähler belügt und betrügt. Beispiel gefällig? Vollmundig hat die FPÖ getönt, Österreich werde gegen den UN-Migrationspakt stimmen. Was ist passiert? Der mutige Staat Ö mit seiner ach so mutigen FPÖ an der Regierung hat sich ... der Stimme enthalten. Und das in einer so essentiellen Frage. Mir sind daher die Sellnerschen Ausführungen zu dieser Partei zu nachsichtig und langatmig und allzu sehr von einem sehnsüchtigen "Es müsste doch anders sein" gekennzeichnet. Um vieles besser und prägnanter hat es doch ein Teilnehmer an der jüngsten IB-Demo in Wien auf den Punkt gebracht, der ein Schild hochgehalten hat, auf dem schlicht stand: "Strache - du Lulu". Ein "Lulu", das ist für alle nicht Süddeutschen, frei nach einem Leserkommentar in einer Wiener linken Zeitung "ein witziger, nicht zu feiner Ausdruck für einen feigen, jämmerlichen, sich windenden rückgratlosen Oportunisten, dem es an Charakter fehlt". Treffender könnte man Strache und seinen politischen Verein nicht charakterisieren. Politisch inferior eben, wie Waldstein schon festgestellt hat. Mit denen sollte doch die IB und ihr Umfeld nichts gemein haben wollen. Kurzum: jede Stimme für die FPÖ ist eine schlechte Stimme!

Waldgaenger aus Schwaben
26. April 2019 07:26

Die CDU in Deutschland, und wohl auch die ÖVP in Österreich verfolgen eine Rodeo-Politik: Hauptsache (in den Umfragen) oben bleiben. Hauptsache den Kanzler stellen.

Es gibt keine politische Position die diese Partei einzunehmen oder aufzugeben bereit ist, wenn es dem Machterhalt dient.

So ärgerlich dies im Moment ist, es gibt auch Anlass zu Hoffnung. Ganz schnell wird sich die Haltung der ÖVP und damit der FPÖ ändern, wenn die Umfragen wieder schlecht laufen.
Bin nur gespannt was die CDU jetzt macht, weil es schlecht für sie läuft und die Grünen immer stärker werden. Vielleicht wird Merkel demnächst Enteigungen verlangen?

Hartwig aus LG8
26. April 2019 08:16

Ich weiss nicht, ob jedes Detail von Sellners Analyse richtig ist, aber die Grundrichtung stimmt. Sein kursiv gedrucktes Selbstzitat ist exzellent.

Man sollte sich immer wieder klarmachen, über welche Macht und Machtmittel der Feind verfügt und unter welchen Bedingungen und Opfern Widerstand geleistet wird. (Ich habe gerade erst gestern im Gespräch mit einer Bekannten Donald Trump verteidigt und klarstellen müssen, auf welchem Terrain jemand agieren muss, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Globalisierungswahnsinn auch nur ein wenig einzubremsen - mit Zöllen, mit Truppenrückzug, mit Grenzwällen. Die Medienkampagne gegen ihn schwingt sich just in neue Höhen. )

Es steht mir nicht zu, auf Hofer und Strache herumzutrampeln. Sellner stünde es zu, doch er tut es nicht.

Einen nennenswerten metapolitischen Machtausbau traue ich der heutigen Rechten unter den gegebenen Bedingungen nicht zu. Es wird daher nicht ohne eine äußerst veritable ökonomische Krise gehen, die jegliche Lust auf kulturmarxistische Spielwiesen verdirbt und im besten Falle dazu zwingt, die Dinge wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Aber auch das ist keine ausgemachte Sache und kein Selbstläufer.

Der_Juergen
26. April 2019 08:45

@Simplicius Teutsch

Sellner hat hier wohl keinen aufrichtigeren Bewunderer als mich, aber der Vergleich mit Jesus - den Sellner selbst nie und nimmer anstellen würde! - scheint mir nun wirklich fehl am Platz. Geht es nicht auch eine Nummer kleiner?

RMH
26. April 2019 09:15

Man erinnere sich an den Terz, der von Europa und dem restlichen Ausland veranstaltet wurde, als es schon einmal eine Regierungsbeteiligung der FPÖ in Österreich gab. Von daher war klar, dass die ÖVP (und der Rest) jetzt, bei dieser neuerlichen Regierungsbeteiligung der FPÖ ein bisschen den F. v. Papen spielen will und die FPÖ in die Ecke drücken will, bis sie quietscht, auch um die europapolitische Form zu wahren und vor allem, um diesen Konkurrenten nachhaltig zu schädigen und zu zähmen. Man muss zugeben, dass das auch hervorragend gelungen ist. Das Spiel, das gespielt werden soll ist, dass jetzt von seitens der FPÖ und auch der Identitären so eine Art von wechselseitigen Bezichtigungen, wer mit wem, wann, was etc. los gehen soll. Dafür hat man auf dem Kampfplatz großen Schlamm angerührt, damit sich beide bewerfen, so dass keiner mehr sauber den Kampfplatz verlassen kann.

Es spricht für Sellner, dass er dies von Anfang an durchschaut hat und jetzt nicht der Versuchung unterliegt, vermeintlich aus "dem Nähkästchen" zu plaudern.

Wenn einer bislang an Format und Glaubwürdigkeit gewonnen hat, dann ist es M. Sellner. Es bleibt zu hoffen, dass jetzt jeder andere, bspw. aus der zweiten oder dritten Reihe der Identitären, auch die Contenance bewahrt und nicht zu vermeintlichen Gegenaktionen und Bezichtigungen etc. greift. Der Gegner ist nach wie vor nicht primär die FPÖ, sondern alle anderen Parteien.

Die AfD hat hier taktisch sich grundsätzlich etwas besser aufgestellt, als die FPÖ, auch wenn mit ihr eigentlich das gleiche Spiel laufend gespielt wird, nämlich das Schüren von internen Konflikten, die Abgrenzungsforderungen, das wer fängt den Nazi-Spiel, wer plappert etwas "Unkorrektes" etc.

Jeder, der nicht in der AfD ist, sollte auch hier stets Ruhe bewahren und einfach konstant "sein eigenes Ding" weiter machen (so gibt es ja das Orakel aus Schnellroda m.M.n. auch seit Langem vor). Die AfDler selber sollten sich genauso verhalten - konsequent den eigenen Weg gehen und sich nicht von den Anderen Streit aufnötigen lassen, auch wenn nichts menschlicher bis allzu menschlich ist, als sich in Kabale, Intrigen, Lästereien und vermeintliches "Whistle-Blowing" zu ergeben und sich wichtiger zu machen und zu nehmen, als man in Wahrheit ist. Das Spiel, wer "sticht was durch", hilft meistens nur den Anderen und nie einem selber.

Niedersachse
26. April 2019 10:04

@Sellner

"Der Rechten fehlt nach wie vor eine ideengeschichtliche Antwort auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit. Der Wandel der Arbeitsgesellschaft, Transhumanismus, Transgender, Globalisierung, Klimaveränderung"

Hier sitzt Martin Sellner einem gewaltigen Irrtum auf. Denn gerade die oben gestellten Fragen sind mit Sicherheit NICHT die wichtigsten Fragen der Neuzeit. Die Aufgabe aller Patrioten oder Ethnopluralisten wäre es diese Art Fragen als das zu entlarven, was sie sind: Bis auf das Thema "Globalisierung" sind es fast ausnahmslos politische Glühwürmchenthemen, die gerade von den wirklich wichtigen Themen unserer Zeit ablenken. Zudem wird das Wort "Globalisierung" von jedem unterschiedlich gedeutet. Was genau ist darunter zu verstehen? Wenn man darunter die reine Zusammenarbeit verschiedener Staaten sieht, um ein Problem das beide Seiten betrifft zu lösen, dann ist Globalisierung nicht unbedingt schlecht, vielleicht sogar zu begrüßen. Wenn man darunter die Egalisierung der kulturellen und ethnischen Unterschiede der Völker versteht, ist sie radikal abzulehnen. Gerade Letzteres dürfte aber mit "Globalisierung" gemeint sein; für diejenigen die die Globalisierung propagieren und vorantreiben, sind Völker und Staaten lästige Konstrukte, die es baldmöglichst abzuschaffen gilt, damit das dort lebende "Humankapital"- also Menschen - noch leichter als bisher als Schmiermittel internationaler Großkonzerne dienen können. Das nur am Rande.

Wichtiger ist aber: Eine patriotische Bewegung - und dass schließt deren parlamentarische Vertreter ausdrücklich mit ein - hat die Aufgabe selbstbewusst und mutig eigene Themenschwerpunkte zu setzen - und das ist mit Sicherheit nicht Transgender, Transhumanismus und der Klimawandelblödsinn. Für mein Dafürhalten ist die wichtigste Aufgabe nichts anderes als die Wahrung der Identität des weißen Europas als primäres Ziel. Thor von Waldstein schrieb einmal:

"Eine intellektuelle Rechte, die ernst genommen werden will, muß die Kraft entwickeln, die Themen, auf die es ankommt, ins Zentrum ihrer politischen Arbeit zu stellen. Dazu muß zunächst der Schleier der Desinformationspolitik dieser Republik gelüftet werden. Es geht nicht um Vogelgrippe oder die Lauterkeit von Sepp Blatter und es geht auch nicht um die Frage, ob in Stuttgart ein Bahnhof oder in Berlin ein Flughafen gebaut wird" .....sondern, "Ob die Deutschen und die anderen europäischen Völker das ihnen zugedachte schicksal, spätestens zur Mitte des 21. Jahrhunderts zur Minderheit im eigenen Land zu werden und am Ende dieses Jahrhunderts entgültig verschwinden, abwenden oder nicht abwenden."

Das Verhalten der Führungsriege der FPÖ ist an menschlicher Armseligkeit und politischer Kurzsichtigkeit nicht zu überbieten und diese Partei ist aus meiner Warte wesentlich besser vernetzt und verankert, als die AfD in Deutschland. Feigheit und Verrat haben sich langfristig noch nie ausgezahlt und die FPÖ wird - sollte sie sich nicht in absehbarer Zeit personell erneuern - dies noch deutlich zu spüren bekommen. Der Rückhalt bei ihren Wählern wird schwinden und der Respekt des politischen Gegners, wenn es ihn denn je gegeben hat, ebenso.

Ratwolf
26. April 2019 10:32

Für mich stellt sich die Frage:
Warum beschädigt Kurz seinen Koalitionspartner. Man arbeitet erfolgreich zusammen. Die Wähler der SPÖ und Grünen wird man so oder so nicht gewinnen.

Hat er sich über die IB nicht informiert?
-> Unwahrscheinlich. Er ist ein Profi.

Hat er die Nerven verloren?
-> Kurz hat sich noch nie zu etwas hinreißen lassen. Er folgt konsequent der Maxime, daß man sich in der Politik der Regierung nie Gefühlen leiten lassen sollte.

Befürchtet er, daß die ÖVP von der FPÖ überrollt wird und die Migrationsangelegenheit eine Eigendynamik entwickelt?
-> Möglich

Geht es um die Stärkung der eigenen Partei und die Schwächung eines Konkurrenten?
-> Möglich. Dann hat er die Grünen/SPÖ in der Hinterhand oder will sich diese Option offen halten.

Hat er es von Anfang an so geplant? Sich selber als Saubermann zu inszenieren und die FPÖ entweder auf eigene Linie zu bringen und damit zu marginalisieren oder mit den Medien in die FPÖ in Schmuddelecke zu stellen?
-> Es sieht so aus. Kanzler Schüssel lässt grüßen.

Wie hätte es denn sonst laufen können?

Er (Herr Kurz) hätte in seiner üblich rationalen Art in der Pressekonferenz verkünden können was Sache ist:

Nämlich, daß aus einer Spende unbekannter Art vor einem Jahr sich nicht ableiten lässt, daß die IB und Herr Sellner jetzt etwas mit den Terroristen zu tun haben.
Das wäre für jeden verständlich gewesen.
Die linke Presse hätte gepoltert.
Aber das macht sie immer.
Mit oder ohne daß sich selber verstümmelt.

Konsequenz:
Wenn sich die Sache gelegt hat, können sich ÖVP/FPÖ anders äußern.

Wenn nicht, dann haben Herr Gauland und Höcke recht. Sie versuchen eine frühe Koalition zu verhindern, indem sie sich weit rechts positionieren.

Der gemeinsame Auftritt von Weber, Söder und Kurz in Straubing war ein weiteres Indiz gegen eine zeitnahe Koalition der AfD mit der CDU oder der CSU, in der unerfahrene Politiker in die Pfanne gehauen werden.

sok
26. April 2019 10:57

Man sollte vielleicht versuchen, aus der Defensoive heruszukommen, indem man die Gegner der Patrioten genauer unter die Lupe nimmt.

Sloterdijk sieht die Demokratien Europas vom Zerfall bedroht. In seinem Beitrag zu dem Buch "Die Zukunft der Demokratie ", das 1919 erschienen ist, schreibt er:

"Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der politisch historischen Erinnerung Alt-Europas, dass ein scheinbar solid etabliertes Staastwesen ohne nennenswerte äußere Bedrohung in eine so tiefe Krise geraten kann, dass es mitten aus seinem quasi normalen Bertieb heraus zu zerfallen droht. So geschah es im ersten vorchristlichen Jahrhindrt mit dem Römischen Reich. ...
Diese Beobachtung lässt sich cum grano salis auf die neueren Demokraiten übertragen."

Dieser Zerfall äußert sich in einer immer größeren Distanz zwischen Völkern und Volksvertretern. Die Frage ist, ob man plausible Ursachden fü die immer größer werdende Distanz zwischen Völkern und Volksvertretern finden kann.

Es ist klar, dass die Kontrolle der Volksvertreter durch das Volk sehr viel schiewiger ist als die Kontrolle kleinerer Organisationen. Ein Handwerksbetrieb hat in der Regel einen Chef und nur wenige Mitarbeiter. . Es gibt aber auch bei einem kleinen Handwersbeteib Interessenkonflikte zwischen Mitarbeitern und Betrieb. Je größer diese Interessenkonflikte sind, desto schlechter lassen sich Betribsziele durchsetzen und desto mehr leidet der Betrieb.

Es ist naheliegend, die Ursache für den Zerfall der Demokratien in den wachsenden Interessenkonflikten zwischen Volk und Volksvertretern zu suchen. In der Nachkriegszeit war der Ptriotismus lange Zeit unumstritten. Die Kanzler Schmidt und Kohl waren Patrioten.

In der Folgezeit wurde der Patriotismus durch den Verfassungspatriotismus ersetzt. Da man nicht mit allen Ländern, die die gleiche Verfassung haben, einen Staat bilden kann, ist klar, dass Verfasungdpatriotismus ein Pseudonym für nicht vorhandenen Ptriotismus ist.

Volksvertreter ohne Patriotismus identifizieren sich nicht mit dem Staat und missbrauchen ihre Macht mit viel größerer Wahrscheinlichkeit als Patrioten. Die Kontrolle der Volksvertreter durch das Volk wird erschwert oder sogar unmöglich gemacht. Die sogenannten Verfassungspatrioten sind deshalb die Totengräber der Demokratie.

Merkel hat diese Problem auf die Spkitze getrieben, indem sie ihre Politik mit den Medien gleichgeschaltet hat und damit den sogenannten Verfassungspatrioten die Alleinherrschaft zugespielt hat.

Atz
26. April 2019 11:05

Je trüber das Wasser desto bessser der Fang. Die FPÖ hat sich so ausskandalisiert, dass es normalerweise keine Folgen mehr hat.

Im Kern die Frage, wie es charakterlich um die Distanzierer bestellt ist. Die stelle ich im allgemeinen über die politische Anschauung, ob rechts oder links. Es ist keineswegs das Ziel aller Linken Rechte zu mobben und umgekehrt. Jeder Informierte, Freund oder Feind, weiss, dass die IB nichts mit dem Zerrbild zu tun hat und ihre Finger nicht im Terror hat.

Man kann durchaus sagen, dass Opfer von Vergewaltigung leichter zur Vergewaltigern werden, Opfer von Mobbing selbst anfangen paranoid andere zu mobben usw. Opfer von Bürgerkriegen, traumatisierte Flüchtlinge, selbst gestört Gewalt ausüben. Das genau macht's aus, das Gefährliche an Opfermenschen und darum darfst Du nicht mitmachen. Falls man charakterstark ist.

Brandgefährlich, wie die amerikanische Linke LGBT Opfergemeinden um sich zu Mobbingarmeen für Identitätspolitik schart. Brandgefährlich das Twitter Juste Millieu in Deutschland mit seiner engen Vernetzung in die Medien.

Die FPÖ hat aus ihren eigenen Anfeindungen nichts gelernt. In Wahrheit ist es das Ergebnis dieser Anfeindungen, dass man nur noch Leute hat, für die es vollkommen normal in der Auseinandersetzung ist, die moralisch abgestumpft sind. Es ist wichtig immer mit dem eigenen Mobben anderer anzufangen. Sich quasi jedilike von seinem eigenen Hass zu lösen aber auch wenn man Opfer anderer wird, nicht Opfer zu sein, sondern den Stiefelabdruck des Täter sehr bewusst und seelisch überlegen, loszuwerden.

Nur so lässt sich der Teufelskreis durchbrechen, durch Selbstreinigung und seelische Reinheit, so dass einem das primitiv Böse des Gegners nichts mehr antun kann. Man kann sich selbst nur auf den Gegner werfen, wenn man selbst frei und kontrolliert wie Martin ist.

FPÖ/ÖVP Knackpunkt ist, selbst wenn wir mit den Politiken übereinstimmen, der Mangel an Integrität. Statt sich also gegenüber den Vorwürfen zu rechtfertigen, ist es richtig seine Betroffenheit darüber zum Ausdruck zu bringen.

Andersrum, was soll das Paintballgerede, warum sich nicht zu seinem persönlichen Weg - auch in seinen Irrtümern - vorbehaltlos und aufrecht bekennen. So wie etwa jemand wie Ralph Giordano über seine eigene stalinistische Vergangenheit gesprochen hat.

Imagine
26. April 2019 11:25

Die repräsentative Demokratie ist das raffinierteste Herrschaftssystem in der Menschheitsgeschichte. Es gaukelt den Massen vor, mittels Wahlen mitbestimmen zu können. Tatsächlich kann eine kleine Minorität, die Plutokratie, mittels ihrer Medien- und Korruptionsmacht die Politik bestimmen.

Wer älter ist und eine Reihe von Legislaturperioden erlebt hat, wird die wiederholt die Erfahrung gemacht haben, dass vorherige Oppositionsparteien den bisherigen Kurs der Vorgängerregierung weiter machen, und zwar gegen ihr Parteiürogramm und ihre Wahlversprechen. Vielleicht gibt es ein paar symbolische Veränderungen. Aber es gibt nie eine Politik gegen die Interessen der Plutokratie.

Bei Oppositionsparteien, die vor ihrer Regierungsbeteiligung einen grundlegenden Wandel versprachen, geschieht regelmäßig das gleiche Phänomen: Sie zwingen die Idealisten in ihrer Partei zur Entscheidung, den Regierungskurs mit zutragen oder bekämpft zu werden.

Das war mit den Sozialisten in der SPD so, obwohl Brandt einen „demokratischen Sozialismus“ und „mehr Demokratie wagen“ versprochen hatte. Tatsächlich gab es den Radikalenerlass aka Berufsverbote und 10 Jahre später gab es keine Sozialisten in der SPD mehr. Einen Teil hatte man mit Parteiausschlussverfahren exkludiert, die anderen waren gegangen, weil sie den politischen Kurs nicht mittragen wollten und nicht weiter von den Mitläufern frustriert oder gar gemobbt werden wollten.

Den gleichen Vorgang sahen wir bei den Grünen, Da haben sich die „Realos“ durchgesetzt und die Idealisten, die nicht konvertieren wollten, sind gegangen.

Bei der Linkspartei haben die „Systemlinken“ die Partei voll im Griff. Da ist nichts mehr mit sozialistischer Politik.

Hitler musste die echten nationalen Sozialisten in der NSDAP und der SA entmachten und eliminieren. Das war der Preis dafür, dass er Reichkanzler werden durfte. Er säuberte die Partei mittels typischer Nazi-Methode, indem er die Idealisten ermorden ließ (die Lüge vom angeblichen „Röhm-Putsch“).

Ein ähnlicher Vorgang jetzt bei der FPÖ. Die idealistischen IB-ler hatten die FPÖ als ihre Partei angesehen und für diese Wahlkampf gemacht etc. Nun werden sie gnadenlos mit Einsatz von „Dirty Tricks“ bekämpft.

Die IBÖ ist – so die These - zu einem Störfaktor hinsichtlich der Interessen der Plutokratie und deren Projekt der ethnisch-kulturellen Bevölkerungsumstrukturierung geworden. Dass es sich um ein Projekt der herrschenden, transnationalen (globalen) Klasse handelt, ist völlig klar. Manfred Pohl schreibt in seinem Buch ganz offen darüber. Nur wollen die völkischen Rechten dies nicht wahrhaben. So wie viele Juden die Warnungen nicht glaubten, dass die Nazis sie vernichten wollen. Weil sie die Realität nicht wahrhaben wollten, flohen sie nicht, als es noch die Möglichkeit dazu gab, und wurden zu Opfern der NS-Mordmaschinerie.

„Bis Mitte des 21, Jahrhunderts wird der „Weiße Mann“ in den Kernländern Europas und der USA nur noch etwa die Hälfte der Bewohner stellen und spätestens bis Ende des 21. Jahrhunders nur noch eine Minderheit sein.“ So lautet der erste Satz im Vorwort des Buchs: „Das Ende des Weißen Mannes“ (2007).
Und die Einleitung beginnt mit:
„Wenn die Kinder, die heute geboren werden, in der Hälfte ihres Lebens angelangt sind, wird es die meisten Rohstoffe, die heute die Basis unseres Wirtschaftslebens sind, nicht mehr gaben, so zum Beispiel Öl, Gas, Kupfer und Uran. Trinkwasser wird zwar genügend vorhanden sein, aber große Teile sind auf die gerechte Verteilung angewiesen. Wenn die Kinder, die heute als „klassische Weiße“ ohne Migrationshintergrund geboren werden, am Ende ihres Lebens angelangt sind, werden sie in den meisten Städten und Regionen nur noch eine Minderheit sein. In etwa 200 Jahren wird sich diese Zahl noch einmal drastisch abgesenkt haben. Die „Weißen Deutschen“ wird es dann nur noch als kleine ethnische Minderheit geben, die den Touristen als Fremdenführer die großen Denkmäler unserer deutschen Hochkultur und die übrig gebliebenen Relikte der Industriellen Revolution sowie die Markenzeichen großer deutscher Unternehmen zeigen können.“

Soviel zur Zukunftsplanung der Herren der westlichen Welt.

Warum informiert die IB nicht darüber, sondern wendet sich mit ihrem Aktionismus und ihrer Symbolpolitik gegen die Immigranten und nicht gegen diejenigen, welche diese Politik planen und durchsetzen?

Warum will man nicht den Zusammenhang zwischen den Angriffskriegen der NATO, die große Flüchtlingsströme erzeugen, und der Immigrationspolitik mit Öffnung der Grenzen sehen?

Kositza: Herrje, es ist nun wirklich nicht schwierig herauszufinden, daß die IB sich nicht "gegen die Immigranten" wendet, sondern gg. die Politik, die diese Ströme verursacht. Gerade Sellner betont das doch auf Schritt und Tritt.

RMH
26. April 2019 11:55

"Geht es um die Stärkung der eigenen Partei und die Schwächung eines Konkurrenten?" (Ratwolf)

Exakt darum geht es - man will endlich die lästigen Konkurrenten um die eigenen Wähler loswerden oder zumindest so dezimieren, dass sie zu reinen Stöckchenspringern werden.

Versucht die CSU ganz genauso (Spaltung der bayer. Landtagsfraktion der AfD, "Kommt wieder zurück zu uns", Zuckerbrot und Peitsche etc.) nur noch in der Hoffnung, dies bereits ohne Koalition hinbekommen zu können.

Wenn das Diktum, dass "alle demokratischen Parteien jederzeit miteinander koalieren können müssen" zutrifft und mit "demokratischen Parteien" nur die bisherigen Parteien des Establishments gemeint sind, dann ist klar, dass man eher den inhaltlich näheren aber maßgeblich vom eigenen Kuchen zehrenden Mitbewerber kalt stellt, als den inhaltlich weit entfernten "Konkurrenten", mit dem man dann ja dennoch koalieren kann und dessen "Stammwähler" man nur schwer bis gar nicht zu sich herüber ziehen kann.

Simplicius Teutsch
26. April 2019 12:17

@ Der_Juergen

- Da widerspreche ich Ihnen ausnahmsweise mal. Ein „Vergleich“ mit biblischem Bezug, auch mit Jesus, erscheint mir hier in diesem Blog statthaft. Kürzlich war ja erst von dem Kampf zwischen David und Goliath die Rede. Und Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag sind gerade eine Woche her: Tod, Höllenfahrt und Auferstehung.

Wenn ich dem Österreicher Martin Sellner empfehle bzw. mir wünsche, dass er sich friedfertig, charakterstark und klug wie ein moderner Alpen-Jesus verhalten möge, um den Triumph seiner Feinde in Schande umzukehren, dann verwende ich den historischen Vergleich natürlich mit einem Augenzwinkern.

Urou
26. April 2019 12:52

Ich sitze hier im Westen am Rande des Niederrheins und reibe mir verdutzt die Augen. Kann es wahr sein, was die FPÖ da gerade verzapft?
Ist das ein schlechter Witz oder ein Alptraum? Für die Identitären in Österreich muss es ein Alptraum sein. Das ist so als würden die Grünen Greenpeace in den Rücken fallen.
Liebe FPÖ ihr seid nicht nur unendlich töricht, sondern menschlich verwerflich und niederträchtig!
Es ist zum Heulen. Es erinnert mich an einen kleinen hochgekommenen Manager, dessen Unternehmen von einem Großkonzern aufgekauft wurde. Auf einmal arbeitet dieser (menschlich kleine) Manager mit namhaften und bekannten Managerkollegen zusammen und beginnt seine eigenen Kollegen, denen er eigentlich alles zu verdanken hat, zu verachten. Er schnuppert jetzt an der "großen Luft". Von diesem Schlage scheinen mir die FPÖ-Jungs Strache und Co. auch zu sein, wenn sie sich von Kurz und den Medienfuzzis so vorführen lassen.

Goethe sagte einst so treffend (ich glaube in den Leiden des jungen Werthers): "... und ich habe bei diesem Geschäfte wieder gefunden, dass Missverständnisse und Trägheit mehr Wirrungen verursachen als List und Tücke. Zumindest sind sie viel häufiger anzurtreffen als Letzere. ..." Lieber Goethe, Du hast die Kleingeister vergessen - vor allem wenn sie sich ins boshafte Boxhorn jagen lassen, dagegen sind Missverständnisse und Trägheiten nur Kinderkacke!

Monika
26. April 2019 13:12

Kennen Sie Martin Sellner ?
Nein, ich kenne ihn nicht. Aber ich lese seit etwa drei Jahren immer mal wieder seine Texte oder sehe mir ein Video an.
Kubitschek schreibt, dass er Martin Sellner bald trifft ( dieses Wochenende ) und , daß dieser "jetzt ein anderer sei".
Nein, ich kenne Martin Sellner nicht und ich halte ihn natürlich nicht für ein "dunkles Phantom, das durch die Medien geistert.
Bei allem Wohlwollen gebe ich zu Bedenken:
1. Martin Sellner ist zuerst ein Denker ( Theoretiker) , er geht mit dem Kopf an die Sache. Deshalb sein Mühen um die Theorie:
" Der Rechten fehlt nach wie vor eine ideengeschichtliche Antwort auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit." Das empfinde ich nicht als Problem. Da die Linke schon lange keine Antworten mehr hat,
muß man sich nicht unnötig unter Druck setzen. Die Antworten werden sich aus ganz praktischen Situationen ergeben. Manchmal steht da eine Theorie im Wege. Ich habe schon des öfteren Vaclav Havel zitiert: "Die Parallelstrukturen wachsen nicht aus einer aprioristischen theoretischen Vision der Systemveränderung, sondern aus den Intentionen des Lebens und aus den authentischen Bedürfnissen konkreter Menschen".
Mir fehlt bei den Identitären oft dieser Ausdruck authentischer Bedürfnisse in der metapolitischen Arbeit. Da ist schon zu viel Kopf drin.
Identitär ist nicht "Identität haben", sondern ein unscharfer Begriff.
2. Insofern ist Martin Sellner auch nicht vergleichbar mit den Dissidenten Ost- Mitteleuropas.
Der Vergleich mit Jesus ist voll daneben.
3. Wer oder was ist Martin Sellner also ?
Sicher ein aufrichtiger, mutiger Mann, geprägt von einem starken Gerechtigkeitsempfinden, der für eine "gute Sache" alles gibt.
Was aber ist eine gute Sache ? Für was lohnt sich der bedingungslose Einsatz ? Das ist m. E. die ent-scheidende Frage.
Ich zitiere Josef Pieper: "Die Tugend der Tapferkeit hat nichts zu tun mit einem rein vitalen, blinden Draufgängertum. ...Nicht irgendein Sich-Einsetzen für irgendwas macht das Wesen der Tapferkeit aus, sondern nur eine Selbsthingabe, die der Vernunft, und das heißt: dem wahren Wesen und Wert der wirklichen Dinge entspricht". ( Pieper: Vom Sinn der Tapferkeit).
Will heißen: Ich war wirklich angetan von den ersten Aktionen der IB ( Brandenburger Tor) und dem frischen Draufgängertum.
Die derzeitige Entwicklung sehe ich allerdings nicht mehr so unbefangen. Der Außendruck ist inzwischen so hysterisch und Irreal, dass sich die Identitären diesem Druck m. E. nicht weiter aussetzen sollten,
sondern andere ( authentischere) Wege des Widerstandes suchen sollten. oder mal pausieren.
Gerade auch, weil Sellner das erste Interview nach Christchurch mit einer ungeheuren Souveränität gemeistert hat. Vielleicht waren ja auch nur die Journalisten in diesem Moment so schwach. Ihre Verrisse haben sie allerdings wieder hingekriegt.
Was wollte ich damit sagen ? Herr Kubitschek soll sich Martin Sellner väterlich zur Brust nehmen. Wir Älteren sollten das Draufgängertum der Jungen nicht als Alibi für unsere eigene Kleinmütigkeit und Bequemlichkeit nehmen.
Sondern auch was zurückgeben. Nicht nur im materiellen Sinne.
Mütterliche Grüße

Sandstein
26. April 2019 13:54

@Atz

einer der für mich schönsten und wertvollsten Kommentare seit langem, und ich lese fast alles hier.
Danke!

Michael B.
26. April 2019 14:04

@Niedersachse

> [...] Arbeitsgesellschaft, Transhumanismus, Transgender, Globalisierung, Klimaveränderung"

Hier sitzt Martin Sellner einem gewaltigen Irrtum auf. Denn gerade die oben gestellten Fragen sind mit Sicherheit NICHT die wichtigsten Fragen der Neuzeit.

Ja zur Kritik der konkreten Themenauswahl (ich wuerde allerdings Arbeitswelt und Globalisierung als wesentlichere Themen gelten lassen, Klima mit Abstrichen, Trans* ist natuerlich irrelevanter bullshit). Folgendes allerdings

"Der Rechten fehlt nach wie vor eine ideengeschichtliche Antwort auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit. "

... ist absolut essentiell. Erinnert mich etwas an die - inhaltlich weitgehend zu recht agierende - Vaeterbewegung ab den Neunzigern, denen Familienrechtspraxis und feministischer Zeitgeist ihre Kinder entzog. Die fragten sich nach einer Weile gelegentlich selbst: Warum kommen wir so negativ rueber und interessieren niemand? Denn das haetten ihre Probleme sollen, die eine ganz konkrete - auch politisch motivierte - Zerstoerung eines elementaren Fundaments der Gesellschaft, das der Familie, enthielten. Bis heute ist noch nicht angekommen, wie viele Leute das auch zahlenmaessig betraf. Es ist m.E. kein Zufall, dass viele linke Positionen personell in Leuten zu finden sind, denen das Dreieck Vater-Mutter-Kind nicht gegeben war und ist. Und auch nicht, dass die auch darauf aufbauende gesellschaftliche Konstruktion so leicht von tribalen Strukturen geschaedigt werden kann.

Zur eigentlichen Aussage:
Da fehlen nicht nur ideengeschichtliche, sondern ganz praktische Interessen und Kompetenz beim Vorantreiben vieler Dinge. In bedaure ja gelegentlich, dass in diesem Forum derart wenig Sachverstand zu z.B. naturwissenschaftlichen Themen vorhanden ist, aber die Leute jeden Erdkruemel des Schuetzengrabens umdrehen koennen, in dem sie virtuell mit Ernst Juenger liegen. Das gehoert auch dazu. Eine Gesellschaft muss man gestalten, dazu gehoeren Gedanken zur Zukunft, die nicht ausschliesslich in 100- oder zweitausendjaehriger Vergangenheit entwickelt wurden. Damit gewinnt man keinen Blumentopf.

heinrichbrueck
26. April 2019 15:01

Im demokratischen System ist diese Analyse wirklich sauber, aus dem zweiten übergeordneten System, einem Machtsystem der nackten Tatsachen und der geschaffenen Fakten, ist dieses System nur leider nicht die Realität. Wer dem untergeordneten System traut, dem von Sellner sehr schön beschriebenen Theater, wird das übergeordnete System nicht entschleiern können.

Mit der Zunahme des Wissens kann sich eine Weltanschauung verändern, an Umfang und Präzision gewinnen, aber ihre Wahrheit erleidet dadurch keinen Fortschritt. Macht entsteht nicht alle vier Jahre neu, Macht ist. Unter anderem die strukturelle Sichtbarkeit der gewählten Mittel, im untergeordneten Systemverlauf den wahren Zweck unsichtbar zu machen. Somit trifft den Systembetreiber keine Schuld. Warum sollte Macht abwählbar sein? Abwählbare Kandidaten haben doch keine langfristige Macht, sind ihre Positionen definitionsgemäß und nach Qualifikation rollenbedingt opportunistisch marionettenhaft angelegt. An den Strukturen des Systems hat sich doch nichts geändert, nur weil plötzlich ein Orbán rechte Texte vorliest.

Dieses ganze Theater spielt sich doch in den Medien ab. Da ruft also so ein Medienkoloß den Kurz an, stellt seine Fragen, bekommt Antworten, und die Medien entscheiden dann, was wird gedruckt, was nicht. Die Außenwirkung machen die Medien. Nicht die kleinen Hofers, Straches etc.

Wahre Macht in Bedrängnis zu bringen, wer, wie und warum? Warum sollte eine König seine Untertanen ersetzen wollen? Wie könnten dieselben einverstanden sein?
Warum ein untergeordneter Machtposten sich distanzieren muß, wäre sicherlich zu klären. Aber diese Posten spielen das Spiel mit. Es greift alles ineinander, wird zu einem wirkungsvollen Spektakel. Die Inszenierung bindet an die jeweilige Rolle. Die Wirkung hält im Spiel; es kann keine neue Realität entstehen. Erklärungsversuche bleiben systemgesteuert, gehen sie von demokratischen Machtvorstellungen aus. Das Wort „buhlen“ scheint mir sachdienlich gewählt. Nur hat die „Gunst der Mitte“ keine Ahnung, wozu ihre Gewährung hinführt.

Es wäre vielleicht nützlicher, mehr praktische Wege realitätsnah beschreiben zu können, um Abläufe kennenzulernen, illusionslos und ohne Unterstellungen. Schrittweise zurückverfolgen und aufdröseln, die Informationsverknüpfungen und die Außenwirkung. Was bringt Meinungsfreiheit, wenn Informationsnebel das Denken steuert? Informationsunfreiheit, Verwirrung und Chaos.

@ Simplicius Teutsch
Sie vergessen die Tempelreinigung.

Mit Begleitmusik Kommentare lesen, und sie werden besser. https://www.youtube.com/watch?v=oVWEb-At8yc

Niekisch
26. April 2019 18:02

"Der Rechten fehlt nach wie vor eine ideengeschichtliche Antwort auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit. Der Wandel der Arbeitsgesellschaft, Transhumanismus, Transgender, Globalisierung, Klimaveränderung - auf all das wird eher lustlos und defensiv reagiert, weil man darauf keine Antworten weiß. Das dritte Lager und der Konservativismus haben es seit Jahrzehnten nicht geschafft sich in die herrschende Narrative einzuschreiben und die laufenden Debatten umzuleiten oder gar zu unterbrechen."

@ Martin Sellner:

Lassen Sie uns doch gemeinsam fragen, ob es "die Rechte" überhaupt gibt oder geben soll. Es ist doch ein rein politischer Begriff. Wäre es in Erwartung deutscher Minderheitsposition oberbegrifflich nicht vernünftiger und unangreifbarer, uns und unser Umfeld z.B. als "die wahren Deutschen" zu bezeichnen? Da können wir besser identifizieren und Streit untereinander vermeiden.

Vor ideengeschichtlich fundierten Antworten muß vielleicht erst einmal die ideengeschichtlich veranlaßte Frage gestellt werden, wie wir mit der am stärksten personifizierten Idee der deutschen Geschichte umgehen und sie evtl. gesetzes- und zeitangemessen wandeln, um ein Kontinuum zu gewinnen. Manchmal stelle ich mir die Frage, was geschehen wäre, hätte man diese Idee rein unpolitisch als kulturelle Erweckungs- und Überlebensbewegung propagiert und gestaltet. Hat sie nicht den Deutschen die größte innere Kraftentfaltung gebracht und brauchen wir nicht jetzt und in Zukunft wiederum allergrößte innere Kraftentfaltung?

Wie wäre es, wenn wir uns in die herrschenden Narrative gar nicht erst einzuschreiben versuchen und uns an außerkulturellen und für uns nicht überlebenswichtigen Diskursen gar nicht erst beteiligen?

Imagine
26. April 2019 18:08

@Martin Sellner

Da sich hier die Gelegenheit bietet, möchte ich an Sie folgende Fragen mit der Bitte um Beantwortung stellen:

1. Warum informiert die IBÖ nicht über das Buch von Manfred Pohl?

2. Warum zeigt die IBÖ nicht auf, welche Pläne, Interessen und Ziele hinter der Politik der Massenimmigration stehen und wer die treibenden Kräfte sind?
Merkel ist diesbezüglich nur eine Marionette. Und auch die machtlosen Linken sind nicht die treibenden Kräfte, sondern nur opportunistische Mitläufer und Propagandisten. Pohl spricht offen aus, warum diese Politik der Massenimmigration gemacht wird.

3. Warum setzt die IBÖ auf die völkischen Retros als Zielgruppe?
Ist es der IBÖ nicht bewusst, dass so kein breites Bündnis gegen die Massenimmigration gebildet werden kann?

Kositza: Pardon, wenn Sie vorerst wieder mit mir vorlieb nehmen müssen - ich bin ja weder Sellners Sprecherin noch seine Gouvernante. Ich vermute, Sellner wird mit Ihnen gern über alle Thesen Pohls gern reden - aber dazu sollten Sie wohl auch sein, Ss, Buch kennen. Da spricht er nämlich auch "offen aus, warum diese Politik der Massenimmigration" gemacht wird. Und die absurde Frage nach "völkischen Retros als Zielgruppe" wäre dann auch rasch beantwortet...

Lotta Vorbeck
26. April 2019 18:08

@Monika - 26. April 2019 - 01:12 PM

"...

Was wollte ich damit sagen ? Herr Kubitschek soll sich Martin Sellner väterlich zur Brust nehmen. Wir Älteren sollten das Draufgängertum der Jungen nicht als Alibi für unsere eigene Kleinmütigkeit und Bequemlichkeit nehmen.
Sondern auch was zurückgeben. Nicht nur im materiellen Sinne.
Mütterliche Grüße"

*************************************

Der Martin ist jung, noch fast jugendlich und ein nahezu unerschrockener, zäher Kämpfer.
Eine fair-sachliche Auseinandersetzung hat er nicht zu erwarten.
Bisher erwies er sich als unbestechlich. Und da er sich nicht kaufen, respektive sedieren läßt, will man ihn eben (zunächst psychisch) fertigmachen.

Alt genug um selber zu wissen wann's auch mal genug ist, sollte Herr Sellner inzwischen sein.

Auf Leute wie unsere beiden östereichischen Martins werden wir, um eine bessere Zukunft zu bauen, nicht verzichten können.

Deshalb sei Martin Sellner auf diesem Wege empfohlen, sich nicht vorzeitig völlig verschleißen zu lassen und vielleicht einfach mal für eine Weile in Klausur zu gehen.

Imagine
26. April 2019 18:22

@Kositza:
„Herrje, es ist nun wirklich nicht schwierig herauszufinden, daß die IB sich nicht "gegen die Immigranten" wendet, sondern gg. die Politik, die diese Ströme verursacht. Gerade Sellner betont das doch auf Schritt und Tritt.“

Der symbolische Aktionismus der IBÖ richtet sich gegen die Immigranten, z.B.:
Ständige Fokussierung auf die Kriminalität von Migranten, symbolische Verhinderung des Transfers übers Mittelmeer, symbolische Grenzschließung in Frankreich, Imitation von Hinrichtungsszenen, Theaterblut fließen lassen, Aufforderung zur Re-Migration an Syrer jetzt in Berlin …

Wo ist der Protest gegen die illegalen und verbrecherischen Angriffskriege der NATO, mit denen Flüchtlingsströme erzeugt werden?

cnahr
26. April 2019 20:08

@Imagine Ich weiß nicht, ob sich die IBÖ jemals ausdrücklich gegen die Neocon-Kriege geäußert hat, aber ich kenne buchstäblich niemanden im gesamten europäischen neurechten Spektrum, der sie begrüßt. Etwaige Stellungnahmen sind immer negativ.

Hier ist die wichtigere Frage: wo sind denn die ganzen linken Pazifisten, die angeblich gegen alle Kolonialkriege sind, aber seit 1990 (als sie von der Sowietunion zur CIA überwechselten) darüber kein Wort mehr verlieren?

HomoFaber
26. April 2019 20:21

“Hier sitzt Martin Sellner einem gewaltigen Irrtum auf. “

Den Eindruck habe ich auch.

Der Wandel der Arbeitsgesellschaft, Transhumanismus, Transgender, Globalisierung, Klimaveränderung sind entweder keine brennenden Themen und/oder die Rechte hat dazu längst ideengeschichtliche Antworten.

Lotta Vorbeck
26. April 2019 20:37

@Imagine - 26. April 2019 - 06:08 PM

"... Warum setzt die IBÖ auf die völkischen Retros als Zielgruppe?
Ist es der IBÖ nicht bewusst, dass so kein breites Bündnis gegen die Massenimmigration gebildet werden kann?"

@Imagine - 26. April 2019 - 06:22 PM

"... Wo ist der Protest gegen die illegalen und verbrecherischen Angriffskriege der NATO, mit denen Flüchtlingsströme erzeugt werden?"

***********************************************

"Breite Bündnisse", die sich, sobald diese auch nur ein Windhauch streift, zu Staub zerfallen, sind wohl eher Sache der unter anderer Feldpostnummer versammelten Hilfstruppen der Globalisten.

Wen wollen Sie "mit Protest gegen die illegalen und verbrecherischen Angriffskriege der NATO" hinter seinem schäbigen BRD-Ofen hervorlocken?

+ Hier können Sie sich Zahlen und Tabellen zur Populationsentwicklung sowohl länderspezifisch, als auch weltweit anzeigen lassen:

Population: World
http://www.worldometers.info/population/world/

+ Hier das Ganze mal exemplarisch am Beispiel Nigerias dargestellt:

Nigeria Population (LIVE)
http://www.worldometers.info/world-population/nigeria-population/

+ Hier gibt's eine Live-Clock, die die Populationsentwicklung am Beispiel Nigerias in Echtzeit veranschaulicht:

Nigeria Population clock (live)
https://countrymeters.info/en/Nigeria

Allein die Bevölkerung Marokkos hat sich binnen dreier Jahrzehnte vervielfacht.

In Ägypten schaut's diesbezüglich nicht wesentlich anders aus.

Mauretanien beherbergte 1950 unter 1 Million Einwohner, deren Fertilität sich umgekehrt proportional zu ihrem nahezu unfruchtbaren Land verhält.
Aktuell nähert man sich in Mauretanien der 5-Millionen-Einwohner-Marke ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Mauretanien#/media/File:Mauritania-demography.svg

Diesem, im Endeffekt jedweden Fortschritt verhindernden, sowie die gnadenlos überbevölkerten Länder final verheerenden Populationsdruck nun ins bereits dichtbesiedelte Mitteleuropa ableiten zu wollen, löst das Problem nicht.

HomoFaber
26. April 2019 21:28

Mit einer Mischung aus Entsetzen, Verwunderung und Belustigung lese ich hier auch, daß der Europawahl-Sektierer Andreas Mölzer (http://www.jf-archiv.de/archiv07/200739092167.htm) es wagt, sich wiederum entsprechend über meinen verehrten “Sektenführer” zu äußern.

Sind jetzt eigentlich alle total irre ?

Maiordomus
26. April 2019 23:04

@Monika, Ihr Votum heute kurz nach 13 Uhr: Ein besonnenes Wort, zugleich ein unpathetischer Appell gegen das Abgleiten ins Sektierertum, was nach meinem Eindruck seit einiger Zeit bei zu vielen Teilnehmern der nunmehr arg reduzierten geistig teilweise beschädigten "Blog"-Gemeinde von SiN zu grassieren scheint.

Sellners Geschichte in den letzten paar Monaten bewegte mich aber insofern, als ich vor Jahrzehnten genau in seinem Alter meinerseits eine Haussuchung wegen Terrorismus und ebenfalls als fichierter angeblicher Rechtsextremist über mich ergehen lassen musste. Dabei liess ich mich aber von meinen besten Freunden und Beratern gegenteilig beraten, eben gerade nicht als bekennender Verfolgter an die Öffentlichkeit zu appellieren, weil nun mal leider nur die Gleichgesinnten einen für wirklich unschuldig halten. Dabei hatte ich allerdings im Vergleich zu Sellner in keiner Weise reale politische Jugendsünden zu beklagen, weil ich schon seit dem Alter von 5 Jahren ein bedingungsloser Demokrat und Verbscheuer aller totalitären Bewegungen war, was aber leider fast nur noch in einigen wenigen Kantonen der Schweiz als Nahrungsbestandteil der Muttermilch in Fleisch und Blut und Knochen übergeht.

Nun aber ganz ernsthaft: Sellner verheizt sich mit gelegentlich bis zu drei Videos täglich; er verkommt so zum Schwätzer mit Narzissmus-Verdacht ohne mutmassliche politische und geistige Zukunft. Es würde der Sache im Sinne von @Monika wohl dienen, sagen wir mal für ein Jahr zu schweigen und sich auch geistig noch zu vertiefen. Von einem philosophischen Format oder gar einem entfalteten politischen Genie, das durchaus notwendig wäre und im Personkern vielleicht angelegt, kann im Moment noch kaum die Rede sein. Das ändert nichts daran, dass Sellner in vielem recht hat; dass Verhalten des FPÖ den Identitären gegenüber ahnungslos ist, was nämlich die Pflege eines metapolitischen Umfeldes betrifft, wiewohl die Identitären sich trotz mannigfacher Nachahmungsbemühungen nach wie vor nicht als rechte Variante der linken 68er sehen sollten. Erstens mal, weil die 68er nun mal tatsächlich sehr starke und breit vernetzte zeitgeistige Verbündete hatten, bis hin zu dem, was sich im heutigen geisteswissenschaftlichen Universitätsbetrieb und generell im subventionierten Geistesleben zu giftigen Abfallprodukten ausgewachsen hat, und zweitens waren, ich habe es erlebt, die 68er geistig meist auf - trotz Fremdwörterverbrauch - primitivem oder zumindest weltfremdem ideologischem Niveau, was bekanntlich in den Folgen noch heute feststellbar bleibt, ja besser erkennbar als je. Bei all ihrer Verabscheuungswürdigkeit und geistigen Dürftigkeit haben es die 68er aber leider geschafft, wovon F. J. Strauss schon warnte, im Bereich der Sprache und des politischen Dogmas Positionen zu besetzen bis hin zu einer Vergiftung des Geisteslebens, welche Kommunismus, Nationalsozialismus und Faschismus auf ihre Weise zwar ebenfalls angestrebt hatten, aber nie in vergleichbarer Weise für längere Zeit und auf breiter Basis durchzusetzen vermochten. Irgendwelche nun aber nach rechts gewendete Zielsetzungen nun einfach auf die gegenteilige Weise, wenngleich gewaltlos, ebenfalls in der Art der 68er durchsetzen zu wollen, ist nicht nur methodisch sinnlos und aussichtslos, sondern wohl auch inhaltlich für eine vernünftige Rechte gefährlich. Wenn ich denke, was für Wirrköpfe sich auch nur auf dieser Seite seit ein paar Monaten ausbreiten. Das würde ich indes als Leser des gedruckten Magazins Sellner, Lichtmesz, Kositza, Kubitschek und anderen Autoren nicht prinzipiell anlasten. Eher hängt es mit der Eigendynamik der gegenwärtig polarisierten Situation im mittleren Europa zusammen, wohl auch mit dem toxischen Charakter eines ideologischen Bürgerkriegs, den William S. Schlamm schon hat kommen sehen, nicht nur wegen dem Marxismus, auch wegen der Pervertierung des Menschlichen im Zusammenhang mit der Sexualität, wie es beispielsweise ein Wilhelm Reich zum Programm erhoben hat.

Wie auch immer: Ich verwundere mich immer weniger, wiewohl ich es seinerzeit bedauerte, dass ein grosser Geist des deutschen Rechten wie Gerd-Klaus Kaltenbrunner schon vor einem Vierteljahrhundert verstummte, sich dafür in eine Jahrtausendanalyse der politischen Gnosis verkroch, jener von Eric Voegelin erforschten geistigen Bewegung, in der sich die krankhaften menschenmörderischen, gottesmörderischen und antisozialen Seiten sowohl der rechten wie auch der linken Ideologien treffen: einschliesslich des Nationalismus, des hedonistischen Versorgungsstaates und natürlich der grenzenlos perversen Gender-Ideologien mit der Abschaffung der Geschlechts-Identitäten, der Familien, sowie der unaufhebbaren Eigenheiten der "Völker" vor Ort, womit ich weniger das Deutschtum meine sondern zum Beispiel die total bis weitgehend untergegangenen Freiheiten und Sonderrechte der Hotzenwälder im Schwarzwald und der Appenzeller am Fusse des Säntis, die in ihrem Bereich einst eine selber erkämpfte Volkssouveränität praktizierten; eine Freiheit, zu der selbstverständlich die persönliche Waffe im eigenen Haushalt gehörte, worüber in der Schweiz im nächsten Monat wieder mal abgestimmt wird. (Wobei, wenn das Volk "falsch" stimmt, wird dies vermutlich einmal mehr nichts nützen, weil man das "Völkerrecht" dem schweizerischen Verfassungsrecht stets vorzuziehen pflegt, welcher Satz 1999 in die Bundesverfassung reingeschmuggelt wurde. So wie man den einzelnen Kommunen längst ihr wichtigstes Recht weggenommen hat, nämlich ohne Angabe von Gründen Einbürgerungen verweigern zu dürfen. Integriert wäre man nämlich im Prinzip und empirisch nachgewiesen dann, wenn man von der Mehrheit der örtlichen Stimmbürgerschaft auch akzeptiert wäre. (Selber würde ich nicht nur Islamisten und Sozialschmarotzer nicht einbürgern wollen, sondern auch zum Beispiel solche Deutsche, die sich über die Schweiz und ihre Demokratie so ignorant und besserwisserisch äussern, wie es auf dieser Seite auch schon geschehen ist. Auf den Widerstand gegen solche Leute wurden unsere Soldaten beim Neuenburger Handel 1856/57 sowie in den beiden Weltkriegen vereidigt. Eine Willensnation braucht keine unerwünschten antidemokratischen "Blutsbrüder".)

Klar ist aber, dass die Begriffe "Volk" und "Identität" noch weit differenzierte reflektiert werden müssen, wobei indes gemäss einiger seiner neueren Ausführungen Martin Sellner in diesen Punkten gar nicht schlecht unterwegs zu sein scheint. Aber so richtig ausgegoren ist die politische Philosophie der sog. Identitären noch längst nicht. Die Bewegung könnte wohl ohne weiteres aufgelöst und dann allenfalls unter einem neuen, noch besseren Titel wieder gegründet werden. Es geht nicht mal um die Frage, was sie konkret falsch gemacht haben könnten. Zumindest aber hatten sie in den letzten Monaten historisches Pech. Auch Pech kann einen veranlassen, die Option "Zurück auf Feld 1" zu wählen. Insofern wünsche ich dem tapferen Martin Sellner alles Gute, traue ihm in Sachen Integrität und Intelligenz durchaus mehr zu als der gegenwärtigen Elite der Freiheitlichen Partei Österreichs oder wie sie heisst. Er muss sich aber auch klar sein, ohne Jesus nachahmen zu wollen, dass das intellektuelle und vor allem das moralische Niveau zum Beispiel eines Joschka Fischer für einen Rechten, der sein Land zum Guten verändern möchte, in keiner Weise genügen würde, eher schon im Gegenteil.

PS. Selber kann ich wegen längerer und ganz anderer politischer Erfahrungen und wegen allzu differenzierten Vorstellungen über Demokratie und Föderalismus nicht gerade erwarten, hier mit irgendeinem Rat Einfluss erzielen zu können. Ich empfehle aber, dann und wann auf die vermutlich weiseste Person in diesem Blog zu hören versuchen, die offenbar noch nicht resigniert hat, die ihrerseits nicht mehr ganz junge @Monika, von der Generation her eher Grossmutter als Mutter jener Identitären, die heute ausdrucksstärker als eine verspiesserte FPÖ das Bild der Rechten in Österreich und zum Teil in Deutschland sichtbar repräsentieren. Über die Shirts mit der für Aussenstehende unverständlichen Symbolik, allenfalls als Ersatz-Hakenkreuz wahrgenommen, habe ich mich schon vor drei bis vier Jahren hier negativ ausgelassen. Damit spricht man die sog. "Schweigende Mehrheit" - vor 40 Jahren ein gelungenes rechtes Schlagwort aus Amerika - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht an.

Seneca
27. April 2019 00:23

„Volksfront“-Denken muss nicht zielführend sein. Abgrenzungen taktischer Natur - wie auch Verbrüderungen taktischer Art ala Kurz - können der eigentlichen Sache, die Rettung Europas, durchaus dienlich sein. Getrennt marschieren, vereint schlagen. In der Substanz gibt es zwischen Sellner, Kurz und Strache keinen relevanten Dissens. Und nur das zählt. So wie Tories, Brexiteers und UKIP sich in der Form und Art erheblich unterscheiden, so klar sind sie doch in der Verfolgung des gemeinsamen Ziels. Der Wirkungsgrad der 3 Gruppen ist ungleich größer als wenn es sich nur um eine Organisation handeln würde.

Winfried Radziejewski
27. April 2019 07:22

Lieber Martin Sellner,
darf ich hier bei aller jetzigen berechtigten Aufgescheuchtheit über einen Aspekt unseres Tun und Wirkens reden, den wir in allem Gescheitsein bei uns selbst übersehen? Ich meine den, den Nietzsche in seiner MORGENRÖTE unter der Überschrift D i e S t i m m u n g a l s A r g u m e n t beschreibt:
„. . . . Man entschied sich also nicht für das Vernünftigste, sondern für ein Vorhaben, bei dessen Bilde die Seele muthig und hoffnungsvoll wurde. Die gute Stimmung wurde als Argument in die Wagschale gelegt und überwog die Vernünftigkeit: desshalb, weil die Stimmung abergläubisch ausgelegt wurde, als Wirkung eines Gottes, der Gelingen verheisst und durch sie seine Vernunft als die höchste Vernünftigkeit reden lässt. Nun erwäge man die Folgen eines solchen Vorurtheils, wenn kluge und machtdurstige Männer sich seiner bedienten – und bedienen! „Stimmung machen!“ – damit kann man alle Gründe ersetzen und alle Gegengründe besiegen!
Bedienen sich die Identitären bei ihren Aktionen nicht besonders des Mittels der Stimmungsmache ? Was Wunder, wenn das entfachte Feuer wieder zurückschlägt im Sturme allgemeiner Entrüstung? Viele der Macher in der Politik gelten als Narzissten. Offensichtlich ist der Narzissmus eine Voraussetzung des Politikerseins. Sind wir frei davon bei unserem Tun und Wirken? Das könnten wir als Beiwäsche uns fragen, wenn wir wie Martin Lichtmesz auf die spirituelle Seite unseres Wirkens blicken und nicht einfach biblische Legenden wie David die umliegenden Kiesel auflesen.

Albrecht
27. April 2019 07:46

Die IB sollte mit den Funktionären der FPÖ oder zumindest mit Strache brechen und an den Patriotismus deren Wähler appellieren. Auch wenn durch diese Spaltung das Spiel des Gegners gespielt wird, ist das aus folgenden Gründen allemal besser:

1.) Eine FPÖ in diesem Zustand braucht niemand. Je eher sie gezwungen wird, sich personell zu erneuern, desto besser. Auch wenn das Neuwahlen bedeuten sollte und sie wieder in die Opposition muss. Es geht hier um Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Die Zuspitzung der Migrationsentwicklung wird ohnehin dafür sorgen, dass zukünftig eine glaubwürdige rechte Partei verstärkt gewählt wird - auch von integrierten Migranten!

2.) Die FPÖ ist eine etablierte Partei in dem Sinne, als dass sie schon lange existiert. Es liegt in der Natur von Organisationen, dass sie, je länger sie existieren sich als Selbstzweck betrachten. Mit anderen Worten: Der FPÖ geht es in erster Linie um die FPÖ - nicht um Österreich. Genauso verhält es sich übrigens mit der CSU.

3.) Diese Angst bloß nicht über das Stöckchen des Gegners zu springen, oder in dessen Falle zu tappen ist genauso fremdbestimmtes Handeln und Schwäche als es aus eben dieser Angst heraus zu tun. Souveränität und Stärke zeigt, wer seinen eigenen Weg geht und zu seinen Schwächen steht. Die Menschen spüren so etwas. Dieser Punkt ist für mich auch eine Kritik an dem entsprechenden Beitrag von Poensgen zu diesem Thema ("Jens Meier und Noah Becker")

Der_Juergen
27. April 2019 07:51

@Maiordomus

Ich gebe Ihnen in vielem Recht - Ihre Ehrfurcht vor dem von mir erst kürzlich so richtig entdeckten Gerd Klaus Kaltenbrunner teile ich ebenso wie Ihr Bedauern über das sinkende Niveau auf diesem Blog, wofür vor allem zwei Vielschreiber verantwortlich sind, die hier seit kurzem die Diskussion verpesten und von denen der eine aus Ignoranz und der zweite in Erfüllung seiner beruflichen Pflichten handelt.

Im Gegensatz zu Ihnen bin ich freilich (seit 1991) kein Demokrat; wir haben in der Schweiz immer noch die vollkommenste Demokratie Europas, was aber nichts daran ändert, dass unser Land in rasendem Tempo untergeht. Wenn die Medien vom Feind besetzt sind und rund um die Uhr ihren Stuss verbreiten (im Irrenhaus Schweiz propagieren, von der "Weltwoche" abgesehen, alle Zeitungen 24 Stunden pro Tag die groteske Lüge von der Mitschuld unseres Landes am "menschengemachten Klimawandel" und trommeln für Schwule, Transen und Migranten), stimmt der brave Schweizer eben so, wie es ihm die Medien nahelegen. Ich erinnere mich nur an zwei Fälle in jüngerer Vergangenheit, wo die Gehirnwäsche nichts gefruchtet hat und die Mehrheit einem vom Establishment heftig bekämpftem Gesetz zustimmte - dem Minarettverbot und dem Gesetz über die "Ausschaffung" (schweizerisch für "Abschiebung") krimineller Ausländer, das dann freilich nicht umgesetzt wurde.

Mit der direkten Demokratie ist sowieso demnächst Schluss, weil alle Initiativen oder Referenden, die der Errichtung der Neuen Weltordnung im Wege stehen, unter Verweis auf das "Völkerrecht" abgeblockt werden. Abstimmen darf man dann noch über die Ladenschlusszeiten und dergleichen hochwichtige Dinge. Nicht mehr abstimmen können wird man hingegen über die geplante und kommende Abschaffung des Bargelds; hier wäre die Mehrheit gegen eine solche "Reform" so massiv, dass keine Propaganda etwas daran ändern könnte.

Die Wahlen sind in der Schweiz ohnehin eine reine Farce, weil es keine Opposition gibt. Die SVP ist als Regierungspartei mitverantwortlich für sämtliche Schurkentaten des Bundesrats. Ein tragikomischer Fall ist die junge SVP, die fleissig Unterschriften gegen die Ausdehnung des "Antirassismusgesetzes" auf "Homophobie" gesammelt hat, während ihre Mutterpartei eben diese Gesetzesänderung mitverantwortet. Unter diesen Umständen hat der Stimmbürger ungefähr so viel Wahlfreiheit wie der Todeskandidat, der wählen darf, ob der Henker, der ihn morgen hinrichten wird, eine rote, eine grüne, eine schwarze oder eine blaue Jacke tragen soll.

Zu Martin Sellner: Diesen bewundere ich überaus, aber ich würde mich Ihrem Rat an ihn anschliessen, es künftig etwas ruhiger anzugehen und seine Kräfte nicht unnötig zu verschleissen, indem er immer, wenn ein Esel i-ah schreit, darauf mit einem Video antwortet. Ich habe mir seit dem Beginn des Verleumdungsfeldzugs gegen die IB all seine Videos angesehen und dafür den Verlust von viel Arbeitszeit in Kauf genommen, aber auch ich halte diesen Rhythmus nicht mehr lange durch. Vielleicht sollte sich Sellner mit zwei Videos pro Woche begnügen und dafür ein neues Buch schreiben, in dem er seine Vision einer harmonischen, identitären Gesellschaft skizziert.

Maiordomus
27. April 2019 10:01

Korr. zu meinen leider etwas längeren Ausführungen oben: Es muss heissen, ich war ein "Verabscheuer", nicht "Verbscheuer", aller totalitären Bewegungen, und zwar wie ich mich erinnere ab der Meldung vom Tode Stalins im März 1953, wobei ich - mit meinem Vater - Stalin im Hinblick auf das, was unbedingt der Freiheit und Demokratie widerspricht, bezüglich der Folgen (nicht der sonstigen Hintergründe) in Sachen mörderischer kollektiver wie individueller Freiheitsunterdrückung stets mit Hitler gleichgesetzt habe.

Noch weiter unten muss es heissen: "Klar ist, dass die Begriffe 'Volk' und 'Identität' noch weit differenzierter reflektiert werden müssen." Es liegt am Tage, dass ein herkömmliches historisch nicht reflektiertes Verständnis von "Volkssouveränität", wie von Tocqueville mit Recht kritisiert, als eine "fausse idée claire" anzusehen ist. Was den von der Rechten meist ungenügend analysierten Rousseau betrifft, so verfügt meines Wissens in Deutschland nur gerade Prof. Heinrich Meier von der Siemens-Stiftung über einigermassen ausreichende Kenntnisse dieses politischen Denkers, obwohl auch er sich mit den Genfer Hintergründen kaum ausreichend auseinandergesetzt hat. In der Schweiz gibt es gerade noch ein knappes halbes Dutzend Rousseau-Kenner, darunter der Biograph von Micheli du Crest, von denen aber kein einziger mehr über einen Lehrstuhl an einer Universität verfügt. In Deutschland fehlen ausserdem flächendeckend Grundkenntnisse über die Hegelsche Rechte, wie sie seinerzeit von Hermann Lübbe erarbeitet wurden. Ausserdem gibt es nur sehr wenige Gelehrte, die halbwegs eine Ahnung haben über die Begriffsgeschichte des Proletariates und der entsprechenden vormarxistischen Analysen, weshalb zum Beispiel ein Karl Marx selbst sogar von seinen Gegnern überschätzt wird, nicht zuletzt im Lager der deutschen Rechten, die aus meiner Sicht immer schon für einen unappetitlichen Linksdrall anfällig war, was vor Jahrzehnten Eric von Kuehnelt-Leddihn noch und noch argumentativ untermauert hat, u.a. mit seinem Standardwerk "Freiheit oder Gleichheit?". Ich habe diesen grossen und sehr eigenwilligen österreichischen Gelehrten von enzyklopädischem Wissen als Student persönlich gekannt und ihn mehrfach zu Vorträgen in die Schweiz eingeladen.

distelfink
27. April 2019 10:34

1.) Ich finde, daß Monika - wie auch die Mehrzahl der Kommentatoren meint - mit ihrer Beurteilung der Notwendigkeit ideengeschichtlicher Antworten der Rechten auf die Fragen der Neuzeit richtig liegt. Die Sozialpolitik als Unterpunkt der Ökonomie halte ich dagegen für relevant.

2.) Gleiches gilt für die Aufforderung Monikas, daß wir "Älteren das Draufgängertum der Jungen nicht als Alibi für unsere eigene Kleinmütigkeit und Bequemlichkeit nehmen", sondern "auch was zurückgeben" sollten.

Ich erwarte in diesem Diskussionsforum eine auf philosophischer Grundlage stattfindende weltanschauliche Diskussion, die zu vermittelbaren politischen Grundlagen führt, aus denen sich eine Strategie entwickeln läßt. Daraus lassen sich Projekte ableiten, wie Herr Kubitschek vorgeschlagen hat.

Ich bin bereit, meine Arbeit auf der Straße zu tun; tun Sie bitte die Ihre.

heinrichbrueck
27. April 2019 12:21

@ Maiordomus
Sie können schon erwarten, Einfluß erzielen zu können, wenn der Rat plausibel klingt. Über die Größe der Schweiz, ein halbes Bayern, also ein militärisches Schwergewicht, müßte schon geredet werden. Woher kommt diese Arroganz mancher Schweizer, bezogen auf einen unmöglichen Vergleich mit Deutschland, demokratisch alles richtig gemacht zu haben? Mit demokratischer Muttermilch kann ich leider nicht dienen, aber meine Begriffsstutzigkeit hat eine Schwäche für Logik. Es erscheint mir nicht besonders logisch, der FPÖ Ahnungslosigkeit vorzuwerfen. Eine unbescholtene Gruppe, die Identitären (früher: die Österreicher), wird mit Dreck beworfen, mit Absicht und wohlkalkuliert, um etwas zu bewirken. Was soll dieses demokratische Theater bewirken? (Wenn ich Demokratie sage, ist niemals die Schweiz gedacht.)
Die 68er hatten gewaltige Finanziers, die den Massenmensch der Frankfurter Schule etablieren sollten. Mit Konsum und Sex gegen die evolutionär gewachsene Blutsnation. Ein Zerstörungswerk des „falschen Bewußtsein“, besonders die gewachsene Familienstruktur (ein Naturerbe), um am Schluß eine globalistische Willensnation mittels Weltregierung beherrschen zu können. (Das Format der Schweiz kann angepaßt werden.) Die Willensnation wird als Kulturkonstrukt nur solange überleben, bis der Prozeß abgeschlossen sein wird, den die Parteiendemokraten vorantreiben.
Falls Sie eine Waffe wollen, als freier Schweizer und Bürger einer Willensnation (und inzwischen nicht mehr Kindergartendemokrat), muß vielleicht Gott gefragt werden, aber bestimmt nicht irgendwelche Politiker.

@ Der_Juergen
„Nicht mehr abstimmen können wird man hingegen über die geplante und kommende Abschaffung des Bargelds; hier wäre die Mehrheit gegen eine solche "Reform" so massiv, dass keine Propaganda etwas daran ändern könnte.“
An der Kasse zahlen die jüngeren Semester eher mit Karte, die Alten überwiegend noch mit Bargeld. Kann schon in der nächsten Generation entschieden sein. Bezahlen via Smartphone; wer das Geld kontrolliert, regiert die Welt.

Ruewald
27. April 2019 15:55

Martin Sellner, bei aller ihm gebührenden Hochschätzung für seinen Mut und seine Integrität –
hiermit:
"Der Rechten fehlt nach wie vor eine ideengeschichtliche Antwort auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit. Der Wandel der Arbeitsgesellschaft, Transhumanismus, Transgender, Globalisierung, Klimaveränderung - ... man darauf keine Antworten weiß"
liegt er m.E. etwas schief. Transhumanismus, Transgender: "brennende Fragen der Neuzeit" – wie bitte? Fragen einiger verstiegener Technikutopisten bzw. einer winzigen "Identitäts"-minderheit ...
MS hat es doch nicht nötig, sich durch die diskursbestimmenden Medien als "brennende Fragen der Zeit" bedeutungsaufgeblase Themen aufzwingen zu lassen.
Die "Trans"-Themen lassen sich leicht er- und entledigen.

Aber die ökonomischen und ökologischen Probleme unserer Zeit sind tatsächlich so brennend, daß sie nichts weniger als die Überlebensfrage für die Menschheit und Lebenswelt und Lebensbedingungen überhaupt darstellen, wobei Ökologie und Ökonomie zusammengedacht werden müssen. Zuallererst müssen die Haus-Aufgaben, so schwierig sie auch sind, gemacht werden: Oikos = das Haus, gemeint unsere Erde. Bei aller polykausalen Vernetzung der vielfältigen Ursachen, wie
global- und selbzerstörerische Wachstumswirtschaftsideologie, Finanzblasensystem, "globalization of poverty" (Chossudovsky), der Kommunismus des Konsumismus, Vermüllung und Vergiftung der Meere, Auslaugung und Vergiftung der Böden, Zerstörung der Urwälder, Ausbeutung aller Ressourcen, Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten und Ökosystemen durch die erdgeschichtlich bisher räuberischste Spezies (genannt homo sapiens), usw. usf. – das Problem Nummer 1 ist aber die anhaltende Bevölkerungsexplosion, besonders in Afrika (nicht nur im vorwiegend muslimischen) und im muslimischen Nahen Osten, Indien nicht ganz zu vergessen.

@LottaVorbeck (26.4., 20:37) hat dankenwerterweise detailliert auf das Hauptproblem der Populationsentwicklungen hingewiesen.

Die Weltprobleme sind zu riesig und zu ernst, um sie den "Grünen" (welch ein Etikettenschwindel!) zu überlassen.

Die Klima-Frage – falls sie überhaupt relevant ist – ist letztlich eine Sekundärfolge der Menschenmassenvervielfachung in den letzten hundert Jahren. Aber keiner der "Klimapäpste" wagt es, diesen Zusammenhang zu äußern. Offensichtlich ein PC-Tabu.
Es ist unglaublich, daß es denen mit der Macht, die öffentlichen Diskurse zu bestimmen, gelungen ist, die Komplexität der überlebensentscheidenden Weltprobleme derart zu simplifizieren, daß sie nicht nur auf einen Teilproblemkreis, das Klima, sondern nur noch auf einen Parameter, das CO2, reduziert werden (wer sich mit der wissenschaftlichen Kontroverse befassen möchte, sei z.B. auf das unabhängige Institut EIKE verwiesen).
Offensichtlich ist die "Klimarettungs"-Idee einerseits ein lukratives Geschäftsmodell, andererseits ein Mem, das wie eine Droge die Menschen völlig benebelt: das Denken wird weitgehend ausgeschaltet, sie lassen sich immer weiter bis in ihren privaten Bereich hinein kontrollieren und fühlen sich dabei noch "gut" und wohl in der Illusion, zur "Rettung der Welt" beitragen zu dürfen.

Damit wird von den eigentlichen "wirklich brennenden" Problemen abgelenkt, damit niemand mehr darauf kommt, diese überhaupt wahrzunehmen. Mittlerweile nimmt der Bevölkerungswachstumsdruck weiter zu, Europa wird überflutet und die letzten Europäer tanzen in ihrer Weltrettungseuphorie in den eigenen Untergang.

Bisher wurde dem Zusammenhang von Populationsdynamik und Untergang von Zivilisationen zu wenig Beachtung, wenn überhaupt, gewidmet. Dazu ist mir bisher nur das Buch von Elmer Pendel: "Why Civilizations Self-Destruct" bekannt.

Simplicius Teutsch
27. April 2019 16:08

@Soll ich? - Soll ich nicht? - Doch löschen? - Ich schicke den Kommentar ab. Was soll's.

Natürlich will ich nicht schlaubergerische Ratschläge an Martin Sellner erteilen. Ich wünsche ihm Erfolg und Gesundheit. Und ich will auch niemandem hier zu nahe treten, ob Atheist oder Gläubiger, indem ich biblische Vergleiche für das Geschehen in der Gegenwart heranziehe.

Aber für einen Kulturchristen, und ich vermute in diesem Blog noch etliche dieser Art, und für Mainstreammedien-Beobachter gibt es ins Auge fallende ganz massive Parallelen zwischen den Anklagen gegen Jesus und der aktuellen „linken Gesellschaftsjagd“ auf Martin Sellner.

Ich empfehle das Evangelium nach Lukas, Kapitel 23, wo der römische Statthalter Pilatus sagt: „Ich finde nicht, dass dieser Mensch eines Verbrechens schuldig ist. Sie aber blieben hartnäckig und sagten: „Er wiegelt das Volk auf und verbreitet seine Lehre im ganzen Land.“

Frage: Was war das große Verbrechen von Jesus?

Antwort: Er wurde von den Hohepriestern und Schriftgelehrten angeklagt, dass er „das Volk verführt und aufwiegelt“ und sich „Messias“, „König der Juden“ und „Sohn Gottes“ nannte.

- Darauf stand die Todesstrafe durch Kreuzigung.

Frage: Was ist das große Verbrechen von Martin Sellner?

Antwort: Er wird von den zivilgesellschaftlichen Machthabern, Politikern und Qualitätsmedien angeklagt, dass er ein Volksverhetzer, Spendenempfänger und deshalb ein globales Terrornetzmitglied sei und er sich als radikaler Vertreter insbesondere der Interessen der gewachsenen europäischen Völker darstellt; nach dem Motto: „Wir sind das Volk! Wir wollen ein Europa der Vaterländer.“

- Darauf steht die Todesstrafe durch soziale Hinrichtung.

Monika
27. April 2019 16:27

Lieber Maiordomus
in Ihrem Beitrag vom 26. 4. 23:04 sprechen Sie klar und deutlich aus, was ich denke ! Und eben vorsichtig anklingen ließ, eben mütterlich. ( so uncharmant müssen Sie nicht auf mein Alter hinweisen, für eine Großmutter für die Identitären bin ich noch etwas zu jung :). Aber... ich kann auch anders. Dagegen wäre Ihre ruhige, sachliche Argumentation harmlos. Nur soviel, auch ohne Christchurch kommt die IB langsam an ihr Ende,wenigstens in dieser Form.Ich sehe auch nicht die realistische Chance einer Kulturrevolution von rechts ( Kubitschek / Der romantische Dünger) . Etwa auf auf gegenteilige Weise 68 durchzusetzen.Darauf warte ich seit über 30 Jahren. Auch die Verfeinerung der "Ethnopluralistischen Theorie" wird es nicht reissen. Trotzdem bin ich nicht defätistisch und resigniert habe ich noch lange nicht. Es gibt spannende geistig-religiöse Entwicklungen in Frankreich. Und auch eine "Kopftuchdiskussion" am 8. Mai an der Frankurter Uni mit Prof. Susanne Schröter verspricht einigen Wirbel. Dort, wo die Franfurter Schule die 68 er inspirierte, reden nun Frauen über Würde oder Unterwerfung.
Tja, wer hätte das gedacht.

Gelddrucker
27. April 2019 18:22

@Juergen:

Sellner sollte ein Buch schreiben? Wirklich?
Wieso sollte jemand, der so redegewandt ist, ansehnlichen Zulauf auf Youtube hat, und der auf Leute aus der Mitte eine absolut seriöse Wirkung hat, sich in seine Kammer zurückziehen? Ich selbst wurde durch Sellners Videos vor ca 1,5 Jahren, als er noch irgendwas um 10k Abonennten hatte (Schätzung, weiß es nicht mehr) teil-bekehrt, ich dachte mir: "Das soll ein gewalttätiger Rechtsextremer" sein. Diese Reaktion habe ich auch bei anderen aus Familien/Bekanntenkreis erlebt. Sellner ist ein Gewinn vor der Kamera. Bücher schreiben sollen andere, ich stimme aber zu, dass er aktuell deutlich zuviele Videos macht, ich weiß nicht ob das sinnvoll ist, kenne mich allerdings auch mit Onlinemarketing nicht so aus. Bei meiner ehemaligen Firma habe ich mal mitbekommen, man solle rein aus Mengen- und "Anwesenheits"-gründen mehrere Facebookposts absondern. Aber wie gesagt, da gibt es Fachleute für.

Maiordomus
27. April 2019 19:49

@Monika. Ich habe Sie weniger alt aussehen lassen wollen als die Jugend der Identitären betonen, die ich gelegentlich jünger einschätze als sie tatsächlich sind. (Bin übrigens Grossvater eines rotzfrechen bald 15Jährigen, der seine Eltern und mich teilweise mit rechtsradikalem Gelaber provozieren will. ) Und wie Sie halte ich von der Ethnopluralistischen Theorie sehr wenig, da wäre mir die Wiederherstellung optimaler föderalistischer Selbstbestimmung wichtiger. Letzteres wird immer schwieriger, weswegen sich bald niemand mehr auf Milizbasis für Lokalpolitik "verheizen" lassen will. Dabei müssten wesentliche Reformen dort unten ansetzen, wollte man von der Bevormundung der Basisbevölkerung und der jeweils von negativen Entwicklungen Betroffenen wegkommen.

PS. Vor 40 bis 50 Jahren musste man, um sich so richtig pubertär aufzuführen, gegenüber Lehrern und Eltern, links gebärden, heute ist es manchmal eher umgekehrt, was eine psychologische Chance wäre, wenn die Leute sich in eine halbwegs vernünftige Richtung domestizieren liessen. Aber eher fallen sie von einem Extrem ins andere.

RMH
27. April 2019 20:15

"Auch die Verfeinerung der "Ethnopluralistischen Theorie" wird es nicht reissen."(Monika)

Vollkommen richtig - wie jedes scheinbar auf den ersten Blick einleuchtendes Konstrukt, meinte man mit dem "Ethnopluralismus" die Rassismuskeule dadurch morsch werden zu lassen, indem man zu einer Art von Naturschützer für "Ethnien" wurde, die ja alle das GLEICHE Recht haben etc . (muss man hier ja nicht alles wiedergeben - weiß jeder, worum es geht).

Damit greift man aber deutlich zu kurz. Es geht nicht um irgendein Yanonami -Völckchen am Amazonas, es geht schließlich um die großen Kulturnationen Europas, welche die Welt in den letzten 500 Jahren geprägt haben und die nie nur eine einfache, simple Ethnie waren, sondern eben MÄCHTE, die REICHE (mit vielen Ethnien) schufen.

Man muss selbstverständlich nicht alles über den Haufen werfen, aber es ist Zeit, sich nicht mehr auf tägliche Haarspaltereien einzulassen und Selbstverständliches sich dekonstruieren zu lassen, nur um intellektuell irgendwo, irgendwas, irgendwem zu beweisen, was der konkreten Frau, wenn sie nach 22.00 Uhr in einer deutschen Großstadt zu Fuß nach Hause will, was keinem deutschen Jugendlichen in der Schule, wo er seine eigene Sprache reduzieren und vermiesen muss, nur um mit den Wölfen heulen zu können etc., helfen kann.

Sellner wird seinen Weg gehen, dass ist sicher.
"Man bleibt derselbe, wenn die Druckverhältnisse sich ändern, doch man erkennt sie und richtet sich danach aus" (Ernst Jünger).

Welchen Weg unsere großen Nationen gehen werden, ist hingegen nicht sicher.

Fredy
27. April 2019 20:42

Martin Sellner ist unser Jesus. Aber jetzt sollte er mal 40 Tage in der Wüste Einkehr halten und dabei den Satan bezwingen.

Lotta Vorbeck
27. April 2019 21:18

@Gelddrucker - 27. April 2019 - 06:22 PM

"Sellner sollte ein Buch schreiben? Wirklich?
Wieso sollte jemand, der so redegewandt ist, ansehnlichen Zulauf auf Youtube hat, und der auf Leute aus der Mitte eine absolut seriöse Wirkung hat, sich in seine Kammer zurückziehen?

..."

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Ohne das vom Deep-Red-State inszenierte Christchurch-Terrorspenden-Rufmord-Medienspektakel hätte Martin Sellner während des ersten Quartals 2019 zurückgezogen an seinem Buch arbeiten wollen ...

Geschrieben hat er auch schon eines.

Sie finden sein Buch unter der Schaltfläche "Dossier Sellner" auf der Antaios-Netzseite, wo Sie's auch bestellen können: https://antaios.de/shopware.php?sViewport=cat&sCategory=135

Imagine
27. April 2019 21:35

Zu meiner Schulzeit gab es 3 Mio. Menschen auf der Erde. Schon damals war die Überbevölkerung – zu Recht – ein Thema.

Welche Ursache hat die Bevölkerungsexplosion?

Liegt der Grund darin, dass die Neger so gerne schnackseln, wie eine superreiche, aber kognitiv limitierte Dame aus dem Hochadel meinte?

Woher kommt das Wort Kinderreichtum?

Aus einer Zeit, wo viele Kinder noch familiären Wohlstand bedeuteten. Die Arbeit der Kinder vermehrte das Einkommen der Familie und sicherte die Versorgung der Eltern bei Krankheit und Armut.

10 Kinder waren damals auch bei den Deutschen keine Seltenheit.

Das änderte sich am 17. November 1881.

Warum?

Weil Bismarck an diesem Tag die Kaiserliche Botschaft verkündete.

Das war der Beginn des deutschen Sozialversicherungssystems. Der Staat bzw. die staatliche Versicherung wurde nunmehr der entscheidende Schutz hinsichtlich Einkommenslosigkeit wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter.

Heute verbessern Kinder das familiäre Einkommen nur bei Sozialhilfe beziehenden Unterschichten, für alle anderen Schichten sind Kinder ein Kostenfaktor.

In Ländern mit Sozialstaat und allgemeinem Wohlstand sinkt die Zahl der Kinder.

Das wird als „demografisch-ökonomische Paradoxon“ bezeichnet, ist jedoch gar nicht paradox, wenn man die Zusammenhänge versteht.

Bevölkerungsexplosionen gibt es in den vom US-Imperium ausgebeuteten Regionen der III. Welt.

Bevölkerungsexplosion ist Folge von Kapitalismus, Imperialismus und Kolonialismus, weil dadurch Armut in diesen Ländern herrscht, und zwar trotz fruchtbarer Böden und Bodenschätzen.

Diesen Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Ausbeutung der III. Welt und Bevölkerungsexplosion verstehen die kognitiv Limitierten aber nicht. Die glauben das rassistische Narrativ, dass es an der genetischen Beschaffenheit der Neger und dem daraus resultierenden Intelligenzmangel liege.

Es gibt auch Menschen, die diese Zusammenhänge verstehen und meinen, dass die Welt besser werden würde, wenn man Millionen von Migranten in die wohlhabenden kapitalistischen Länder bringt. Deshalb stellen sie sich für Propaganda-, Schlepper- und Hilfsdienste für die Massenimmigration zur Verfügung stellt.

Selbstverständlich ist dies nicht meine Position.

Wer die Massenmigration und das Bevölkerungswachstum eindämmern will, muss in den Ländern der III. Welt eine industrielle und sozialstaatliche Infrastruktur fördern, damit der Wohlstand dort steigen kann. Natürlich auch verbunden mit Geburtenkontrolle und Förderung einer 1-Kind-Politik.

Die kognitiv Limitierten begreifen diese systemischen Zusammenhänge nicht. Die wissen auch nicht, welcher Staat eine derartige Entwicklungspolitik macht. Die haben auch gar nichts gegen den Kapitalismus, die Systemfrage ist kein Thema für diese.

Gelddrucker
27. April 2019 22:31

@Imagine

Das war der erste ihrer Beiträge, der mich absolut überzeugt hat und dem ich voll zustimme.

Wer dort aber eine Struktur fördern will, muss zuallererst dafür sorgen, dass diejenige, die sie fördern könnten, nicht selbst auseinanderbrechen, was ja aktuell mit dem Westen geschieht. Natürlich könnte China das auch, aber die halte ich für zu egoistisch und ich schätze, die quetschen Afrika eher noch weiter aus.

Wenn das hier nicht gekittet wird, auf die eine oder andere Weise, dann haben wir 2 Shitholes statt einem und niemandem ist geholfen. Die Linken aber in ihrem grenzenlos totalitären "Wer nicht hilft, der ist ein Nazi"-Wahn verstehen das nicht. Zumindest nicht die große Masse derer.

Ruewald
27. April 2019 22:44

@Imagine (21:35)
"kognitiv Limitierte"(dürfte aber auf die wenigsten Foristen hier zutreffen) ... klingt ganz schön eingebildet;
entsprechend Ihre mehrfache Hervorhebung Ihrer "Aufgeklärtheit" in einem anderen Strang. -
Ohne Ihnen nahetreten zu wollen: in der Individualpsychologie von Alfred Adler wird Überheblichkeit und Prahlen als Zeichen eines Minderwertigkeitsgefühls gesehen. Ist nur eine These. Aber vielleicht als Anregung zu etwas Selbstkritik.

Franz Bettinger
28. April 2019 05:41

@Monika, @Sellner:
"Der Rechten fehlen Antworten auf die brennenden ökonomischen, ökologischen und philosophischen Fragen der Neuzeit." Brennend? Wirklich? Nicht dass es wichtig wäre, sich um die Farbe des Teppichbodens (Renten, Impf- Pflicht etc.) zu streiten, wenn der Dachstuhl (Enteignung, Austausch) brennt, aber ich habe mehrfach geschrieben, dass deutsche Politiker - wenn selbst zu dumm - einfach wie früher in der Schule beim Nachbar abschreiben sollten. Ja, ich meine das konkret: Unsere heutigen Politiker, die schon lange nicht mehr durch ihren besonderen Genius aufgefallen wären. Die AfD sollte Neuseeland kopieren, was dessen Renten- und Gesundheits-System angeht, das anders als im nimmersatten Deutschland beinah nie im Feuer der (NZ-internen) Kritik steht, da es minimalistisch, aber deshalb nicht schlecht, vor allem aber gerecht und praktisch sowie simple und für jeden durchschaubar ist. Kurz: Das R- und das G-System sind Steuer-finanziert, also keine zusätzliche Belastung für den Bürger. Die Rente beträgt rund 1000€ pro Mann und Monat, basta. Es ist eine Grundrente, die jeder mit eigenen Mitteln aufstocken mag oder auch nicht. Was das G-System betrifft, so wird das Notwendige und Ausreichende bezahlt, kein Firlefanz. Die AfD hat ( oder hatte mal?) in ihrem Programm einen wichtigen Punkt obendrauf gesattelt: Die Reduzierung des diagnostischen und therapeutischen "Angebots" auf das (wenige) Erwiesene, also auf die ausschließlich auf Evidenz basierte Medizin. Aber nein, Deutschland schaut nicht rechts und nicht links, Deutschland liebt es aus Prinzip - und hier besonders dem Prinzip der Einzelgerechtigkeit frönend - kompliziert.

RMH
28. April 2019 06:45

Wieder einmal so ein typischer Imagine-Welterklärungs-Drops, der vermeintlich leicht runter geht, dann aber Sodbrennen verursacht.

Man bekomme also in der dritten Welt viele Kinder, um sich sozial abzusichern, so wie man das in Deutschland vor der Einführung der Sozialversicherung auch getan habe (man schaue sich aber einmal bitte genau an, welches mickrige Niveau im Vergleich zu heute damals eingeführt wurde - die Arbeitslosenversicherung wurde zudem nicht unter Bismarck eingeführt, sondern erst 1927 und die Leute bekamen noch sehr lange auch in Deutschland noch sehr viele Kinder, trotz Sozialversicherung).

Natürlich ist die Überbevölkerung der Welt bzw. die ungebremsten Zuwächse in Teilen der Welt eine Herausforderung, aber das die Menschen Kinder bekommen liegt doch eher daran, dass die Leute schlicht und ergriffen im zeugungsfähigen Alter Sex haben und Kinder als Folge von Sex in manchen Gegenden eben als noch völlig normal angesehen werden und in anderen wird es als "zu dumm zum Verhüten" beurteilt. Dass man dann die Kinder ökonomisch mit vor den Karren spannt ist auch normal, denn "nun sind sie halt da" (Merkel), aber ich denke nicht, dass wenn Herr Neger mit Frau Neger sich in eine Hütte verzeiht, dabei groß an die Altersversorgung gedacht wird, genau so wenig, wie bei uns in diesen Situationen in den meisten Fällen an irgendwas gedacht wird (außer evtl. an Verhütung). Man stülpt also wieder einmal die materialistisch-ökonomische Brille auf alles, selbst auf das Bumsen (welches ohne menschliche Eingriffe eben zu Nachwuchs führt). Nicht umsonst gebiert die Linke dann auch regelmäßig Leute wie W. Reich und Co.. Ich persönlich finde die Ansicht, dass sich Leute paaren, um ihre ökonomische Lage und Altersversorgung zu verbessern deutlich kognitiv limitierter und auch in der Tat chauvinistischer, als die Ansicht einer Vertreterin des ehem. Hochadels, die mit "gerne schnackseln" den Damen und Herren aus Afrika zumindest damit eine gewisse Fähigkeit zur Lebensfreude unterstellte, die bei uns offenbar streckenweise abhandengekommen zu sein scheint bzw. als anderes Extrem pervertiert.

Will das nicht vertiefen, aber nur mit ökonomischen Flachpässen aus der Tiefe des späten 19. Jhdts bis 20 Jhdts. wird sich in der Welt nichts ändern, insbesondere für Europa.

Rechte Themen sind daher in einem ohnehin schon überregulierten Land nicht irgendwelche Umverteilungsphantasien aus Onkel Herberts Sozi-Mottenkiste sondern robuste und rechtsstaatliche Maßnahmen. Kubitschek schrieb einmal sinngemäß, dass wenn man in einem Haus einen Wasserrohrbruch hat, man das Wasser auch nicht einfach laufen lässt und nur mit mehr Eimern anrückt.

Irgendwann später können wir uns dann auch wieder über die "Ökonomie" streiten, wobei es schon einen fundamentalen Unterschied macht, ob man die Ökonomie als Konservativer nur als, wenn auch wichtigen, Teil des Lebens ansieht aber eben nicht als das ganze Leben oder als die Welterklärungsformel betrachtet, wie es die klassische materialistische Linke macht (erst kommt das Fressen, dann die Moral).

Franz Bettinger
28. April 2019 07:10

@imagine:
"Wo ist der Protest gegen die illegalen, verbrecherischen Angriffskriege der NATO, mit denen Flüchtlingsströme erzeugt werden?" Der Protest existiert auch im rechten Milieu und auch auf SiN. Siehe dazu pars pro toto meine frühen Kommentare. Ja, diese werde ein bisschen schroff abgebürstet oder gar vom Forum ignoriert, wenn nicht gar empört zurückgewiesen. Manchmal sollen "unsere Kriege" kein Thema sein. Der IS und die Taliban werden reflexartig als Verbrecher-Bande hingestellt, nicht als Kriegspartei, als politischer Gegner oder gar als Volk ("Volkssturm"), daher auch die Vokabel "Terror" statt Krieg. Ja, die Aktionen der US-geführten NATO sind verbrecherisch. Es handelt sich in der Tat um "unsere Kriege", Angriffskriege. Aber in einem liegen Sie falsch: Flüchtlingsströme bis nach Deutschland werden damit nicht ausgelöst. Das ist ein Linkes Narrativ, mehr nicht. Diese Ströme werden gezielt von deep state orchestriert. Sie sind gewollt. Leicht nachweisbar, auch durch den Hinweis auf ganz oder weitgehend fehlende Flüchtlingsströme während fast aller Kriege, die vor dem "Arabischen Frühling" stattfanden, also z.B. der Vietnam-Kriege, Korea, Saddam's Irak, sogar Libyen. Nichts, keine Flüchtlinge, keine Volksmassen in Bewegung! Und wenn, dann, wie sich das gehört, bis kurz hinter die Grenze ins Nachbarland, nie quer durch die Welt bis ins Land der Schlaraffen.

Franz Bettinger
28. April 2019 08:17

@Maiordomus:
Ihr kurzer Rückzug in die Bergluft war für alle wohltuend und gesund, auch für Sie. Ihr Kommentar war lesbar, ja sogar amüsant und lehrreich, obschon Sie es, ganz der alte Lehrer, wohl nie lassen können, Noten zu vergeben. - Das dachte ich, als ich Ihre erfrischenden ersten Sätze las. Und dann leider leider macht sich doch wieder Ihr altes Leiden bemerkbar: Sie fangen an zu dozieren und ermüden durch das bekannte, bedauernswerte und trostlose (ob meiner eigenen Kümmerlichkeit) name-dopping. Schlamm, Reich, Kaltenbrunner, Voegelin, die alten Geister, die ehrbaren Kameraden sollen es für Sie richten, und die Hotzenwälder im Schwarzwald und der Appenzeller unter dem Säntis. Man höre, man lese, statt dass Sie kondensiert vermayert oder gar verfranzelt wiedergeben, was uns diese Genies einst zu sagen hatten. Ihre Waffen MD sind stumpf. So stumpf! Sie helfen uns (well, mir) nicht in dieser bitteren Zeit. Können Sie ihre langen Sätze nicht entschlacken? Einfach mal alle Adjektive weglassen und alle Namen. Um des Spaß' willen, versuchen Sie's mal. Es geht. Sie werden sich wie neu geboren fühlen. Ich meine es nicht böse. Sie sind wie mein lieber Opa, der alles kann und weiß, den ich aber immer wieder suchen muss, weil er sich im Wald verlaufen hat. Und wo finde ich ihn meistes? Auf dem Holzweg. Wie Sie! Aber Sie können wohl nicht anders, als immer sieben herrliche Mäntel übereinander zu tragen, so dass keiner mehr zur Wirkung kommt. Es ist bedauerlich, weil: Sie haben wirklich schöne Mäntel, Perlen darunter! Ach, wir müssen wohl damit leben. So viele Könige sind nackt, Sie sind das Gegenteil. Durch die Blume empfehlen Sie Sellner und der IB, sich aufzulösen und mal ein Jahr Urlaub von sich zu machen. Lieber MD, machen Sie's vor! Zeigen Sie denen und uns, wie leicht es ist, im Angesicht all der Zumutungen den Mund zu halten. Zurück auf Feld 1? Weil man völlig schuldlos (!!) kübelweise mit linker Gülle übergossen wird? Das ist ein starkes Stück. Als würden Sie Galileo oder Luther empfehlen, zurückzurudern. Mon dieu! Sehen Sie, die Leute sind jung. Und einen neuen, besseren Namen sollen sie sich auch noch geben? Weil der alte verbrannt ist? Weil man sich der eigenen Vergangenheit schämen müsste? Ganz im Gegenteil. Ich wüsste keinen besseren als Die Identitären. Nee MD, so wird das nix. Eh bien, on verra. Verzeihen Sie (wie üblich) meine Keckheit. Auch ich habe meine Macken, die mich verfolgen.

Maiordomus
28. April 2019 08:19

Mit dem "Jesus" blamiert man nicht nur sich selber, sondern schädigt zusätzlich das ganze Forum in Hinsicht auf die Möglichkeit, irgendwie ernst genommen zu werden. Jenseits dieses bloss blamablen Beispiels führt jede Art Messianismus in Politik und Kultur, von Che Guevara bis Obama, in einen massenpsychologischen Orkus.

Natürlich muss sich Sellner nicht gleich in die Wüste zurückziehen, und es stimmt durchaus, dass ihm das Medium Video im Vergleich etwa zum trotteligen Rechten mit dem Hut durchaus liegt, aber es ist alles eine Frage des Masses. Und auch allenfalls mal ein Buch schreiben wäre kein Selbstzweck, sondern wenn schon, ein Schritt zu grösserer Reifung, wobei man freilich für ein wirklich gutes Buch zuerst mal zwei Jahre vorbereiten und nachdenken sollte. Unter dem Niveau Rolf Peter Sieferle kann ja eigentlich kaum von langfristig wirksamen Büchern gesprochen werden, wiewohl ich zum Beispiel unter den Mitarbeitern von Sezession Lichtmesz als guten Autor schätze. Zum Bücher schreiben braucht es eigentlich Begabung, um nicht zu sagen Genie. Das bis heute schlechteste Buch in der Geschichte der Politik wurde in Zwanzigerjahren in der Feste Landsberg geschrieben, das wohl immer noch unerreichte bleibt wohl "Der Fürst" von Machiavelli.

Der bis jetzt für mich überzeugendste Kurzbeitrag zur Causa Sellner bleibt oben das Ernst-Jünger-Zitat bei RMH, überhaupt ein bedenkenswerter Beitrag abseits des Jesus-Kitsches. Vor zwei Wochen fand in Wilflingen die neueste Ernst-Jünger-Tagung statt, die leider mit der dreitägigen Würdigung von Arnold Stadler in Messkirch kollidierte. Autoren dieser Art werden langfristig stärker zum Bewusstseinswandel beitragen als unausgereifte Aktionen auf der Strasse und missionarische Videos.

Franz Bettinger
28. April 2019 08:51

Liebe Freunde, das werdet ihr nicht gerne hören, aber Martin Sellner ist ein Glücksfall. Er vereint Strategie-Denken, rhetorische Begabung und ein unglaubliches Energie-Reservoir. Außerdem sieht er gut aus, wie seine Freundin Brittany Pettibone auch. Das ist Gold wert.

Wenn sich in Deutschland oder Österreich eine IPD oder IPÖ, also eine wirklich rechte Identitäre Partei gründen würde, wäre ich sofort dabei. Die Strache-FPÖ und die Gauland-AfD ("für Israel kämpfen und sterben") sind mit ihrer NATO- und Israel-Treue und mit den Ausgrenzungen wahrer Patrioten auf dem besten Weg, eine unsere Sache verratende Selbstbediener- und System-Partei zu werden. Brauch ich nicht! Der §130 (Volksverhetzung) muss weg, wie einst die §§ 218 und 175. Der §130 schlägt der Meinungsfreiheit ins Gesicht.

Wenn Björn Höcke eine neue AfD, sagen wir eine identitäre IPD, gründen würde, der es u.a. um echte Meinungsfreiheit geht, um Mitglieder- und Volksentscheide, dann würde ich da sofort Parteimitglied, und Dörr kann mich gern haben. Die Unterzeichner des Stuttgarter Aufrufs erklären: "Wir widersetzen uns den Denk- und Sprechverboten innerhalb der AfD und zeigen allen Vorständen die rote Karte, die Mitgliedern ihr Recht auf das freie Wort und eine eigene Meinung nehmen wollen z. B. durch Androhung von Partei-Ausschluss aufgrund der Unvereinbarkeits-Liste. Es gibt nur eine rote Linie: Grundgesetz und Strafgesetzbuch." Dem schließe ich mich an. Ich bin nicht mal sicher, ob eine Spaltung der AfD in einen rechten und einen mittigeren Flügel der Rechten Bewegung schaden würde. Die SPD hat sich häufig gespalten, mit dem Ergebnis, dass das Trio SPD-Grüne-Linke als Influenzer heute stärker dasteht denn je. Gruß, Franz

heinrichbrueck
28. April 2019 10:43

@ Imagine
Humanwissenschaftskapitalismus in Afrika? Die praktische Ausführung sollte der Realität ihren Tribut zollen. https://www.amren.com/ar/2009/02/ (Abstraktes Denkvermögen).
Weltverbesserer ohne Geld. Wohlstandsförderer mit dem Geld anderer Leute. In solchen Humanwissenschaftskonzepten spielt die Natur keine Rolle. Ist alles irgendwie bekannt, nur halt eine andere Masche. Mich interessiert nur die praktische Ausführung. Und nicht irgendwelche Schlagwörter, Begriffe, die in den Köpfen konkret immer etwas anderes vorstellen. Beispiel Kapitalismus: wird immer das Mitspracherecht der Großbanken unterschlagen, nur damit die Marxisten ihre Lügen verbreiten können.

Monika
28. April 2019 10:48

Das Niveau sinkt leider in diesem Forum. Ich vermisse die Beiträge des Gehenkten, von cactatum non erst pictum, Raskolnikow, maiordomus u.a. Auch fehlt m.E. eine Moderation, die die Beiträge in geordnete Bahnen lenkt. Das wäre aber eine eigene Aufgabe und ist hier sicher nicht zu leisten.( also: das ist kein Vorwurf an die „Macher“.
@ Imagine
Zu Ihrer Schulzeit gab es 3 Milliarden Menschen. „Die Grenzen des Wachstums“ ( Dennis Meadows) erschienen 1972. Da gab es ca. 3,7 Milliarden Menschen. Das unkontrollierte Wachstum war damals ein großes Thema. Über das Anwachsen der Weltbevölkerung ( heute ca. 7,5 Milliarden) spricht kaum jemand. Lediglich über den Klimawandel .Akif Pirinçci, von dem demnächst im Verlag Antaios „DAS STERBENDE VOLK , vom Verschwinden der Deutschen“ erscheint, schreibt:“ Nach seriösen demographischen Berechnungen wird im Jahre 2100 die Bevölkerung Deutschlands auf 130 Millionen Menschen angewachsen sein. Davon werden nur noch 20 Prozent dem Stamm der Deutschen angehören.“ In 80 Jahren könnte die jüngste Tochter der Kubitscheks noch leben und auch der rotzfreche Enkel von @Maiordomus.
2100 wird es über 12 Milliarden Menschen geben.
Die elaborierten Denker dieses Forums dürften dann zu Staub zerfallen sein. Imagine!
Das heißt aber, die Gespräche hier sind Luxus. D.h. überflüssig. Das Problem der Demographischen Katastrophe wird dadurch nicht gelöst.
Dieses Hintergrundrauschen bestimmt künftige Politik.
Man kann darüber nachdenken, inwieweit „die Eroberung der kulturellen Macht die Vorbedingung für die politische Hegemonie“ ist ( Antonio Gramsci). Was aber bedeutet noch kulturelle Macht angesichts der massiven demographischen Verschiebung ?

quarz
28. April 2019 12:19

@Imagine

"Diesen Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Ausbeutung der III. Welt und Bevölkerungsexplosion verstehen die kognitiv Limitierten aber nicht. Die glauben das rassistische Narrativ, dass es an der genetischen Beschaffenheit der Neger und dem daraus resultierenden Intelligenzmangel liege."

Da Ihrem eigenen kognitiven Vermögen offenbar keinerlei Schranken gesetzt sind, ist Ihnen sicher der empirisch ermittelten Zusammenhang zwischen der Durchschnittsintelligenz eines Landes und dessen wirtschaftlicher Potenz bekannt und auch die sich immer mehr herauskristallisierende Bedeutung einer genetischen Komponente der mitteleren Intelligenz einer Population.

Würden die uns limitiert Kognierenden bitte erklären, warum sich daraus dennoch keine kausale Erklärungskomponente ableiten lässt?

Gustav
28. April 2019 13:19

Sind das lediglich Affären in Austria, „grobe Späße“ im fernen Wien? Solche Naivität sei uns nicht gestattet. Denn bekanntlich hat auch Deutschlands „Verfassungsschutz“ jene vielleicht 300 Personen starke Bewegung ins Visier genommen. Und die AfD als einzige ernstzunehmende parlamentarische Opposition begreift nicht so recht, dass die Art, wie man hierzulande Identitäre traktiert, nur ein Vorspiel dafür ist, wie man auch mit ihr selbst verfahren will.

Statt sich also öffentlich unisono mit den Verfolgten zu solidarisieren, ducken sich Teile der Parteiführung eher weg. Wo am Beispiel eklatanter Willkürjustiz ein deutliches Bekenntnis zur Meinungsäußerungsfreiheit geboten wäre, erinnert man lieber an Unvereinbarkeitsbeschlüsse. So als ob die IB sie zu einem (taktisch eher weniger empfehlenswerten) Bündnis nötigen möchte, wo es doch schlicht um das gemeinsame Anliegen geht, unser Volk nicht demokratiefeindlichen Machenschaften von Gesinnungs- bzw. Regierungsschützern zu überlassen. Sollte diese Zurückhaltung in einen Generaltrend münden, können wir eine nennenswerte Wende in diesem Land wohl vergessen.

Doch jenseits von Parteipolitik an alle gewandt, denen solche bislang ungeahnte Freiheitsverwerfungen zu Recht Angst machen: Was droht, ist ein jede(n) betreffendes plötzliches Erwachen aus einer nur scheinbaren Normalität. Ein gespenstischer Verlust von Zivilität innerhalb einer (diesen Namen zu Unrecht führenden) sog. „Zivilgesellschaft“. Eine Existenz inmitten von scheinbar Rechtschaffenen mit dem Hang zur „Mitte,“ die jedoch in einem verschobenen politischen Koordinatensystem gänzlich an den linken Rand gerutscht ist, mit drastischen Konsequenzen für jegliche „Normalität“.

Nein, meine lieben Landsleute mit dem dominierenden Faible für vermeintliche bürgerliche Wohlanständigkeit, so reagiert man nicht auf Herausforderungen des Tages, indem man sich erst dann erregt, wenn man einmal selber betroffen sein sollte. Die im Fall Sellner konzentrierte Attacke auf den Rechtsstaat (als Seele einer intakten Gemeinschaft) geht alle an. „Tua res agitur“, hieß es sinngemäß bei den Römern. Wer diese ureigensten Belange nicht wahrnimmt, riskiert eben wie in Kafkas obiger Geschichte, über Nacht in eine Wanze verwandelt zu werden, die man in unserer politischen Realität unter dem Beifall medial Verblödeter administrativ oder moralisch zertritt.
https://www.tumult-magazine.net/blog/g%C3%BCnter-scholdt-kafka-in-wien-und-anderswo

Imagine
28. April 2019 14:17

@Ruewald

Auch wenn es Ihnen nicht ins Weltbild passt, es gibt den Einheitsmenschen nicht, auch nicht in einem Volk bzw. einer Rasse.

Begabungen, Interessen, Lern-, Leistungs- und Leidensbereitschaft sind bei Menschen sehr ungleich verteilt.

Nichts ist so ungleich verteilt wie die Intelligenz.

Die kognitiv Limitierten sind immer und überall in der Mehrzahl.

Keine Bildungsreform kann daraus etwas ändern. Man kann 50% der Bevölkerung aufs Gymnasium schicken, am Anteil der hoch- und höchstintelligenten Menschen ändert dies nichts.

Im Vergleich zur Zeit, als ich mit dem Studium begann, hat sich die Zahl der Studenten heute um den Faktor 10 erhöht – mit dem Resultat, dass heute ca. 90% der Studierenden nicht wirklich studierfähig sind.

In jedem Volk gibt es Menschen mit sehr hoher, mit mittlerer und niedriger Intelligenz, wobei die Menschen mit sehr hoher Intelligenz immer eine ganz kleine Minderheit bilden.

Dies ist auch bei den Deutschen so. Jene, die als „Dichter und Denker“ den deutschen Geist repräsentierten gehörten zu einer ganz kleine Minderheit der Hoch- und Höchstintelligenten. Jene die glauben, der deutsche Geist sei genetisch bedingt, gehören mit Sicherheit nicht dazu.

Dazu Manfred Pohl, als ein Vertreter der Crème de la Crème der gegenwärtigen Elite:
„Die rund fünf Prozent der Menschen, die intellektuell in der Lage sind, geistige Höchstleistungen zu vollbringen, etwa durch Erfindungen, müssen frühzeitig aus dem Durchschnitt herausgefiltert werden und spätestens nach dem Kindergarten spezifisch gefördert werden. Die etwa 30 Prozent, die Erfindungen umsetzen, installieren und warten oder Bildung weitergeben können, bedürfen ebenfalls eines eigenen Bildungsweges, genauso wie die restlichen 65 Prozent, die Maschinen bedienen und einfache geistige Arbeiten verrichten. Von ihnen ist etwa ein Drittel nicht bildungsfähig, egal wie viele Millionen für ihre Bildung aufgewandt werden.“

Hinter der Immigrationspolitik steckt ein Plan.

Dass die Linken hierbei die treibende Kraft aufgrund ihrer Multi-Kulti-Religion sind, ist ein Märchen. Die Immigrationspolitik ist ein Elitenprojekt.

Balvenie
28. April 2019 15:28

@Imagine: Das intellektuelle Gefälle in der menschlichen Gesellschaft erkenne ich wie Pohl. Auf Prozente will ich mich nicht festlegen. Man liest hier viele kluge Kommentare. Für einen Großteil der Menschen wären diese Kommentare, wenn sie sie denn lesen würden, zu klug. Will man verantwortungsbewußt für die Menschen in unserem Land, auf Grundlage nationaler, konservativer Ideale wirken, will man sie für diese Ideale gewinnen, muß man für jede dieser Pohlchen Menschengruppen eine Gewinnungsstrategie finden. Dies wird ohne eine Partei mit Masseneinfluß nicht gelingen. Diese aber muß geschmeidig genug sein, den auf sie abgeschossenen Geschossen auszuweichen.

HomoFaber
28. April 2019 15:44

@Imagine

Das demografisch-ökonomische Paradoxon scheint eine Art anthropologische Konstante der Moderne zu sein. Daß der Wohlstand eines Landes aber wesentlich auch vom IQ (Achtung: Genetik!) seiner Bevölkerung abhängt allerdings ebenfalls. Vielleicht sogar die Fähigkeit zur effektiven Geburtenkontrolle.

Zur Bevölkerungsexplosion kursiert auch die Hypothese, daß die durchschnittliche Steigerung des Lebensstandards in der “III. Welt” (durch den Einfluß der Europäer) nun einfach den Nachwuchs überleben läßt, der früher schlicht gestorben ist. Denn wohlhabender waren etwa die Afrikaner zuvor ja nicht.

Lotta Vorbeck
28. April 2019 15:59

@RMH - 28. April 2019 - 06:45 AM

"Wieder einmal so ein typischer Imagine-Welterklärungs-Drops, der vermeintlich leicht runter geht, dann aber Sodbrennen verursacht.

Man bekomme also in der dritten Welt viele Kinder, um sich sozial abzusichern, so wie man das in Deutschland vor der Einführung der Sozialversicherung auch getan habe (man schaue sich aber einmal bitte genau an, welches mickrige Niveau im Vergleich zu heute damals eingeführt wurde - die Arbeitslosenversicherung wurde zudem nicht unter Bismarck eingeführt, sondern erst 1927 und die Leute bekamen noch sehr lange auch in Deutschland noch sehr viele Kinder, trotz Sozialversicherung).

...

Will das nicht vertiefen, aber nur mit ökonomischen Flachpässen aus der Tiefe des späten 19. Jhdts. bis 20 Jhdts. wird sich in der Welt nichts ändern, insbesondere für Europa.

..."

*****************************************

Afrika verfügt über reiche, naturgegebene Ressourcen und weist dabei durchweg eine wesentlich geringere Besiedelungsdichte auf als Mitteleuropa.

Rudimentär vorhandene, afrikanische Infrastruktur ist (außer in Südafrika) lediglich als Überbleibsel der Kolonialzeit existent.

Eine flächendeckende Luftraumüberwachung durch Fluglotsen beispielsweise, gibt's in Afrika bis heute nicht.

Wer ergründen möchte, woran es wohl liegen könnte, daß mehr als ein halbes Jahrhundert (schuldkomplexgetriebener) westeuropäischer Entwicklungshilfe lediglich superreiche Kriegsfürsten und kleptokratische Potentaten hervorbrachten, aber insgesamt zu keinerlei Verbesserung / Prosperität führten, kann dies aus dem Nachlaß Albert Schweitzers erfahren.

Alles, was das expansive, afrikanische Bevölkerungswachstum hervorbringt, sind verwüstete (von der Natur eigentlich reich gesegnete) Länder und Kurzzeitarbeitsplätze bei der Infanterie.

Das in rasantem Niedergang befindliche, einst hochentwickelte Südafrika, sowie das unterm Robert Mugabe total ruinierte Südrhodesien mal außerhalb der Betrachtung gelassen, seien an dieser Stelle zwei luzide Beiträge von der "Achse des Guten" zur weiteren Lektüre empfohlen:

1.) Afrikas verhängnisvoller Aberglaube
https://www.achgut.com/artikel/afrikas_verhaengnisvoller_aberglaube

2.) Angola – im Reich einer Clique
https://www.achgut.com/artikel/angola_im_reich_einer_clique

Es klingt zunächst unspektakulär: in Mozambique gibt's einen RB-Leipzig-Fan-Club.

Daß es, sofern man seitens des BRD-Establishments daran interessiert gewesen wäre, durchaus einen Weg gegeben hätte in Afrika etwas voranzubringen, anstatt in Namibia Englisch-Unterricht zu finanzieren, oder sich schuldstolz vor Herero-Häuptlingen im Staube zu wälzen, nämlich "Hilfe zur Selbsthilfe", lassen die deutschsprechenden, indessen ergrauten Neger erahnen, die das nachfolgend verlinkte DW-Video präsentiert:

RB Leipzig fans in Mozambique
Why would anyone in Mozambique care about RB Leipzig? Because some 15,000 "contract laborers" from Mozambique worked in the former GDR and were sent back to Africa after Germany’s reunification. There, they’re fighting for their rights – and for RB Leipzig.

https://www.dw.com/en/rb-leipzig-fans-in-mozambique/av-41721450

Wie @RHM bereits ausführte: Mit uraltem, marxistischen Wein in fadenscheinigen Schläuchen ist da nix, aber auch gornix zu löten!

Simplicius Teutsch
28. April 2019 16:00

@ Maiordomus, keine Sorge, ich höre schon wieder auf mit dem „Jesus-Kitsch“, wie Sie schreiben. Ja, irgendwie haben Sie da schon recht. War vielleicht eine österliche Verirrung von mir. Es waren nicht ganz ernst zu nehmende Bibel bezogene Gedanken, die mir in der Karwoche und am Osterwochenende in den Sinn gekommen sind. Wischen wir den Jesus beiseite, @ Monika wird da sicher auch erleichtert aufatmen. - Wobei es mir, ganz naiv gefragt, ein Rätsel ist, warum im christlichen Kulturraum das in der Bibel überlieferte Leben Jesu für die Beschreibung der Anklagen gegen einen heutzutage ideologisch Verfolgten nicht als Vergleich herangezogen werden kann? Warum man sich mit Diskussions-Bezug auf Jesus nur „blamieren“ kann? Oder geht’s nur hochtheologisch und akademisch weit oberhalb der simplen Bibel- und Gleichnissprache?

Sie @ Maiordomus sind ohne Frage – und ohne Zynismus - eine Bereicherung für diesen Blog, Sie betrachten und beurteilen Martin Sellner vom weit abgehobenen Standpunkt des Hochgebildeten, Hochkultivierten und Schnell- und vielschreibers, und Sie sind nicht immer ganz zufrieden mit Martin Sellners philosophischer und ideologischer Aufstellung und Darbietung im T-Shirt; Sie meinen auch, dass Sellner sich längere Zeit zurücknehmen solle, z.B. nicht so viele Videos machen, um nicht zum „Schwätzer“ zu werden, er solle lieber zwei Jahre Auszeit nehmen, um ein wertvolles Buch zu schreiben, wenn ihm das denn überhaupt gelingen könne; und vor allem auch „keine unausgereiften Aktionen auf der Straße“.

Ich selber bleibe bei meinen Leisten, für mich muss Sellner kein ausgefeilter Ideologe oder gar Philosoph sein; das könnte ich nicht weit genug beurteilen. Mir reicht, ganz spießerhaft, dass er mittlerweile wohl den Bachelor-Abschluss in Philosophie hat, da bin ich ehrlich erleichtert (- Ob er bei Ihnen als Prüfungs-Professer, @ Maiordomus, das Examen erfolgreich bestanden hätte?), und mir erscheint allerdings stets richtig und bewundernswert, was Sellner sagt und tut. Ich wünsche Sellner, diesem tapferen Einzelkämpfer und seiner kleinen Schar, die für uns die heftigen moralischen und behördlichen Tiefschläge der übermächtigen Gegner einstecken, dass er nicht kaputt geht unter der Last der bösen Verleumdungen, aber auch der positiven Ansprüche an seine Person und dass er weiterhin friedfertig, klug und souverän und mit einfacher, verständlicher Sprache auf das Zeitgeschehen reagiert und, wenn er will, auch agiert.

„Nur wer über den Dingen steht, kann sie belächeln.“ (Pater Brown, alias Heinz Rühmann, vorhin im Massenprogramm im Fernsehen.

Robert
28. April 2019 16:42

Das unvergleichliche Standhalten Sellners gegenüber einer beispiellosen Hetzjagd kann nur größte Bewunderung, Hochachtung und Solidarität – und bei den Verfolgern spiegelbildlich grenzenlose Wut hervorvorrufen. Das sei voraus geschickt.

Aber auch hier nun die Fragen, wie im letzten Beitrag von G.K.:

Was sind die Lehren, wenn wir eine Rundumschau im eigenen Lager halten, denn die endgültige Stunde der Wahrheit, der Zäsur ist nun wohl eingetreten? Denn was nun „Eigenes“ ist, darf sich nun mindestens nach dem Umfang der entstandenen Solidarität bemessen, und die ist groß und wird noch größer werden, wenn die (Neue) Rechte sich nicht mit überzogenen Reinheitsgeboten mittels empfohlener „Kantenschere“ (@Sellner) ins eigene Fleisch schneiden möchte.

Den Schandtaten der Regierung und der FPÖ könnten neben Sellners Auflistung sicher noch einige Vor- bzw. „Testläufe“ (@Sellner) hinzugefügt werden:

Den „AULA-Skandal“ z. B. nicht zu vergessen, bei dem ein altes, ehrwürdiges nationales Journal abgeschossenen wurde, war ebenso ein Testballon mit der haargleichen Mithilfe der FPÖ. Auch hier gab es ein wochenlanges Trommelfeuer in den Medien. Da ging es schließlich um die Medienfreiheit – angeblich eines der höchsten Güter der Demokratie. Hier hätte ich mir mehr Solidarität bei allen, auch der IBÖ und anderen rechten Medien und assoziierten Vereine gewünscht. Ja, so ist das mit der Taktik des Gegners: Die nächste Salami-Scheibe ist man dann halt vielleicht einmal selbst. Und so hat es nun im Falle der IBÖ nahezu zeitgleich die Partei FPÖ – und damit die Regierung selbst erreicht.

Ungestellte Fragen bzw. Mythen, die ich hier stellen bzw. mit denen ich hier doch aufräumen möchte:

Mythos: Die FPÖ ist noch immer keine Systempartei (@Sellner) – oder: Aus ihr könnte noch etwas werden!

Dazu die Fragen:

1. Warum die FPÖ sich überhaupt ihre Haupt-Agenda, ihre "Corporate Identity" sozusagen, von der Kurz-ÖVP sich ohne Not aus der Hand hat nehmen lassen und stattdessen auf das Thema „Soziale Gerechtigkeit“, und das auch nur stümperhaft und peinlich platt dargestellt, gesetzt?
Warum zu einem wendehälsigen Schmiedl (ÖVP) gehen, wenn der Schmied (FPÖ) die Glaubwürdigkeit für sich hat?

2. Warum stellte Strache sofort nach den Kurz-Affronts gegen die FPÖ nicht die Koalitionsfrage? (Na, aus Verantwortung für Österreich, natürlich! Klar?)

Man tut sich bei der Sellner’schen Analyse der FPÖ etwas schwer, da er ständig zwischen völlig berechtigter Total-Verurteilung/Anklage und dann doch wieder Inschutznahme hin und her pendelt. Das wird bei der Analyse seiner dazugehörigen Videos noch deutlicher. Und erst recht, wenn man sich während und sogar nach des Prozesses 2018 die Total-Exkulpierung und sogar Lob für die FPÖ, ja und damit der gesamten Regierung sich vergegenwärtigt und die IB nur die Staatsanwaltschaft Graz angreift.
Kritische Beobachter, einschließlich meiner Person, haben schon damals die Erklärung der IB mit Kopfschütteln quittiert, aber nun hat die IB diese damalige Zurückhaltung gegenüber der FPÖ doch wieder zurück genommen.

Nein, wenn die obige Sellner’sche Annahme stimmen würde, daß die FPÖ noch keine Systempartei wäre, also noch einen Funken Anstand besitzen würde, dann hätte sie sofort nach dem skandalösen Unter-Kuratel-Stellen durch ihren Regierungspartner, was man sich unter keinen Umständen hätte bieten lassen dürfen, nach Platzenlassen der Koalition folgendes tun müssen bzw. können:

Sie hätte sich sofort wieder rehabilitieren können,
indem sie dadurch Anstand und Würde gezeigt hätte, wieder anwachsen, ihre ehemalige Agenda der sozialen Heimatpartei mit dem zentralen Thema des „Großen Austauschs“ wieder aufnehmen können,
ohne Gesichtsverlust Solidarität mit der IB zeigen, die Bevölkerung über Staats-Manipulationen und Malversationen nicht zuletzt anhand dieser Causa aufklären, ja darüber und mehr geradezu einen Aufklärungsfeldzug starten können,
ihr „metapolitisches Vakuum“ auffüllen und damit Kurz in die prekärste Lage seiner politischen Existenz bringen, ihm die Maske vom Gesicht reißen und zwingen können, mit seinen angeblich größten Feinden zu koalieren. Wie lange hätte dann wohl eine solche Regierungs-Konstellation gehalten?
Und sie hätte die Angst vor einer radikalisierten Splitterpartei neben ihr (@Sellner) vergessen können, denn die hätte ja dann auch nicht hochkommen können!

Wer oder was hätte die FPÖ daran hindern können?, - außer eben ihr eigenes grundsätzliches Unvermögen!

Die einzig logische, plausible Schlußfolgerung:

Eine FPÖ des gegenwärtigen Zuschnittes war und wird auch nicht fähig sein das Ruder herumzureißen, ob in Koalition oder auch mit absoluter Macht ausgestattet. Insofern ist die IB der Spiegel, in welchem sie tagtäglich ihr eigenes Versagen, ihre eigene Schande vor Augen geführt bekommt. Und die bewußt wahrgenommene oder auch nur gefühlte Einsicht in ihre eigene Unfähigkeit ist der Grund dafür, dass die FPÖ gar keine Chance sah, erstmals in der Opposition sich zu etwas wirklich Neuem zu entwickeln.
Daher konnte sie eben auch nicht die Koalitionsfrage stellen!

Daher rührt ihre Erbitterung, ihr überbordender Haß, der sich in solchen Artikeln wie von Andreas Mölzer oder des liberal-konservativen Lothar Höbelt (.. „Der kontraproduktive Aktionismus: Die Identitären sollen von der Bühne abtreten, sich auflösen …“ (Kleine Zeitung, 26.4.2019)), das letzte Aufgebot der schon müden konservativen Intellektuellen-Garde.

Deswegen erscheinen die Exkulpierungs-Versuche Sellners bzw. der Glaube an die Reformierbarkeit für die FPÖ wenig glaubhaft:
* Wenn
„ … jeder einzelne FPÖ-ler [es] natürlich weiß, daß die Identitären keine Nazis oder Extremisten sind …(@Sellner)“
und jeder trotzdem bei dieser „Dämonenaustreibung“ mitmacht, welchen Schluß läßt dies auf die Art, das Format dieser Partei zu?
„Freiheitlich“ im Sinne vom Primat des mutig freien Denkens und Handelns im Sinne des philosophischen Idealistischen Freiheitsbegriffs (Das ist übrigens die Präambel im FPÖ-Parteiprogramm!), also demnach „Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Kant), „Männerstolz vor Königsthronen“ (Schiller),
oder vielleicht steckt doch eher eine ziemlich autoritär und hierarchisch strukturierte und geführte Organisation dahinter, die in der Überzahl Bücklinge und Parteistreber produziert?

* „… Die FPÖ hat damit in einem Moment der Schwäche das gesamte metapolitische Vorfeld denunziert (@Sellner)“
Nur einen Moment der Schwäche? Leidet sie nicht eher an einem Dauer-Schwächeanfall?

* Oder: „Die von der Partei selbst geladene Waffe, wird nun von ihren Feinden gegen die eigenen Mitglieder gerichtet (@Sellner)“:
Aber das ist doch eine seit vielen Jahren getätigte Gepflogenheit und richtet sich nur gegen Rechte und man hat übrigens auch noch nie vom Hinauswurf eines Libertären, die es auch gibt, gehört!

* Oder: “Keinesfalls dürfen wir nun, all die guten Entwicklungen des letzten Jahres für null und nichtig erklären, und etwa die gute Arbeit von Herbert Kickl und vielen anderen kleinreden (@Sellner)“:
Ja, gewiß, Kickl ist noch ein Lichtblick, aber seine Stellungnahmen zur IB fallen ja aus nicht aus der Rolle! Überhaupt nichts dagegen Fakten sprechen und Objektivität walten zu lassen! Aber bitte, welche positive gibt es?

* Wo sind die Remigrationsströme? (die meisten Ausweisungen finden bekanntlich bei EU-Bürgern innerhalb der EU statt!).
Jeder normale Bürger wird das Bemühen Kickls positiv sehen, nur fährt ihm hier der VGH sofort wieder in die Parade, und wenn das nicht reicht, macht der EuGH mit seinen Menschrechtsgesetzen dem den Garaus.
Aber, und das ist kein unerheblicher Einwand, diese rechtlichen, unüberwindbaren Hürden hat die FPÖ, als sie ihre Versprechungen vor der Wahl gemacht hat, natürlich gewußt! (siehe die Kritik von RA Tassilo Wallentin, den die FPÖ aus Angst vor dem Einspruch des linken Van der Bellen u. Ä. als VGH-Richter wieder fallen gelassen hat!).
Was ist nun konkret mit den "guten Entwicklungen" gemeint?:

* Die Segnungen von CETA (gebrochenes Wahlversprechen der FPÖ CETA zu verhindern!)?

* Oder das Kippen des Schutzes vor den Rauchern in der Öffentlichkeit?

* Sinkt etwa die Ausländerkriminalität?

* Oder die Erfüllung des linken Wunsches nach dem „Papamonat“?

* Oder: Das Verschieben der versprochenen verbindlichen Volksbefragungen auf den Nimmerleinstag (gebrochenes Wahlversprechen!)?

* Oder: Die rasant zunehmenden Einschränkungen der Bürgerfreiheiten?

* Oder: Als Volktreuer hat man auch für den Lebensraum der Heimat (und darüber hinaus) Verantwortung: Die FPÖ hat sich m. W. nach dem liberal-kapitalistischen Wirtschaftskurs der ÖVP unterworfen (im Austausch für das libertäre „Rauchergesetz“) – nennt sich aber nach wie vor „soziale Heimatpartei“!
usw., usw.

Alles Andere ist politisches Standardgeschäft und hat mit nichts mit der Erwartungshaltung eines typischen FPÖ-Wählers/Sympatisanten zu tun.

Ruewald
28. April 2019 18:11

@Monika : Danke daß Sie das "Problem der Demographischen Katastrophe" als d a s Problem noch einmal hervorgehoben haben!

@Imagine (28.4., 14:17)
Das muß wohl ein Irrtum sein, mich als Adressat Ihrer dozierenden Ausführungen über allzubekanntes Wissen über die Nichtexistenz des Einheitsmenschen und die Unterschiedlichheit der Menschen – nichts ist gewisser als dies, gottseidank - anzusprechen.

Indirekt bestätigen Sie damit die Bedenken (u.v.a.) des Nobelpreisträgers Watson – was ihn quasi den Kopf gekostet hat - bezüglich der Zukunftsfähigkeit Schwarzafrikas auf Grund des relativ niedrigen durchschnttlichen IQs von 70 (d.h. 2 Standardabweichungen unter dem Wert von ca. 100 der abendländischen Weißen), was einen entsprechend zu geringen Anteil an Hochintelligenten (right tail of Gaussian bell curve) impliziert, die allein in der Lage wären, eine moderne organisatorisch und technisch hochkomplexe Zivilisation in Gang zu halten.

Sagen Sie uns damit etwas Neues, daß die Massenimmigrationspolitik ein Eliteprojekt ist? Sind Sie aber auch so "aufgeklärt" zu wissen, welche Eliten?

Niekisch
28. April 2019 18:40

@ Monika 10:48: Nicht nur von Ihnen wird auf fallendes Niveau und den vielleicht daher rührenden Rückzug hervorstechender Kommentatoren aus diesem Forum verwiesen. Selbstkritisch sortiere ich mich bei den Niveausenkern ein, zumal der Bademeister immer oefter meinen Kopf unter Wasser drueckt und die Vorschläge zu Programmarbeit und konkreten metapolitischen Aktionen hier nicht in den Diskurs gelangen. Sie scheinen nicht zielführend zu sein. Sie, verehrte Monika, und die übrigen Floristen verstehen sicher meinen Rückzug und werden ihn nicht bedauern.

Viel Erfolg weiterhin!

Maiordomus
28. April 2019 18:43

Habe mir von 19.30 Uhr bis 19.37 Uhr ein reines Geschwätzvideo von Sellner zugemutet, das einzig Relevante war in weniger als einer Minute gesagt, nämlich dass Strache sich verwahre, das Wort "Bevölkerungsaustausch", weil auf Realitäten beruhend, bloss wegen der Übereinstimmung mit den Identitären nicht zu verwenden. Dann zeigte er noch ein paar Postkarten und bla bla, bekundete noch Stolz auf 700 bis zuletzt etwa 850 Hörer, ich habe mich ausgeklickt. Da ist die in dieser Spalte laufende Debatte trotz den Blödianismen um "Jesus" doch noch anregender. Die Mahnungen von @Monika und anderen würden es in der Tat verdienen, beherzigt zu werden. Selber klicke ich mich aus der Debatte nunmehr wieder bis auf weiteres aus, werde jedoch das gedruckte Heft weiterhin aufmerksam lesen.

Niedersachse
28. April 2019 19:06

@Imagine

"Dass die Linken hierbei die treibende Kraft aufgrund ihrer Multi-Kulti-Religion sind, ist ein Märchen. Die Immigrationspolitik ist ein Elitenprojekt."

Da haben Sie vollkommen Recht "Imagine", die größten Profiteure und Befürworter der Siedlungspolitik sind natürlich die Bonzen. Das ist unbestreitbar, für jeden auch nachprüfbar und war übrigens auch schon vor 2015 der Fall. Politik und Wirtschaft bilden in Deutschland - stellvertretend für alle westlich- kapitalitische Staaten - ein Geflecht aus gegenseitigen Abhängigkeiten und Begünstigungen. Der Sommer 2015 war nur der bis heute andauernde unrühmliche Höhepunkt einer fatalen Politik, die leider von viel zu vielen Leuten immer noch unterstützt wird. Eines noch, was mir gerade in den Sinn kommt: Während der Sarrazin- Debatte 2010 (Deutschland schafft sich ab) forderten "Wirtschaftsforscher" plötzlich 500.000 Zuwanderer pro Jahr. Dergleichen Forderungen konnte man in der darauffolgenden Zeit immer häufiger vernehmen. Und wenige Zeit später wurde dieser Plan dann umgesetzt und uns als "Asylkrise" verkauft.

Old Linkerhand
28. April 2019 20:13

Totgesagte leben bekanntlich länger und die IB sollte jetzt nach überstandener Kinderkrankheit ihre Strukturen professionalisieren und -ganz wichtig- monetarisieren. Jeder Vollzeitaktivist muss von seiner politischen Arbeit leben können und Einnahmequellen finden sich im Netz und anderswo auch zur genüge. Den Mainstream- Medien und albernen Staatsfunk kann man doch mit eigenen Fernsehstudio mit interessanten Gästen, die wirklich was zu sagen haben, entgegentreten. Es gibt so viele neue widerständige und interessante Kanäle, die alle locker miteinander verknüpfbar sind.
Als Martin Lichtmesz vor einiger Zeit eine Nachbetrachtung seines Servus TV Auftritts gab, wurde das von mir kommentiert mit einer kleinen Warnung hinten dran. Zur Sendung war auch ein FPÖler (Harald Vlimsky) eingeladen, der sich der Lichtmeszschen Schützenhilfe bediente. Damals schrieb ich sinngemäß: Vorsicht vor diesen Leuten, denn sie werden, wenn Du fällst, auch noch Nachtreten. Von daher waren die Reaktionen von Strache oder Hofer erwartbar und ich würde das Ganze auch nicht überbewerten, aber trotzdem eine Neujustierung, auch zur AfD, begrüßen. Die Verhältnisse beginnen gerade zu tanzen und auf Veränderungen in den Parlamenten gebe ich keinen Pfifferling. Wenn Osteuropa überleben will, muss es Deutschland jetzt helfen. Die Polen, Slowaken und Ungarn schauen mit Grauen und Zähneklappern auf westeuropäische Verhältnisse und was in Deutschland 50 Jahre gebraucht hat, wird sich dort in 5 Jahren vollziehen. Wir Europäer sitzen alle im gleichen Boot und ein Austritt dieser Länder aus der EU, ohne wenn und aber, wäre ein Anfang. Die nächste Welle der politisch gewollten Massenmigration kommt und niemand in Westeuropa wird das verhindern und niemand in Osteuropa wird auf Dauer diesem Druck standhalten. So wie Berlin heute aussieht, wird Deutschland in 10 Jahren aussehen, und so wie Deutschland in 10 Jahren aussieht, wird Osteuropa in 50 Jahren aussehen. Die Uhr tickt.

Der_Juergen
28. April 2019 21:06

@Old Linkerhand

"So wie Deutschland in 10 Jahren aussieht, wird Osteuropa in 50 Jahren aussehen."

Eher nicht. Die jetzige Entwicklung wird keine 50 Jahre mehr anhalten, höchstwahrscheinlich nicht einmal 10 Jahre. Der Kollaps der Wirtschaft kommt so sicher wie das Amen in der Kirche, und wenn der Schlafmichel seine Bratwurst und sein Bier nicht mehr bekommt und die Invasoren zu plündern beginnen, weil man sie nicht mehr durchfüttern kann, werden die Karten neu gemischt. Schade, dass dabei sehr viel Blut fliessen wird, aber die Chancen für eine friedliche Lösung sind vertan. Alles spricht dafür, dass die Explosion zuerst in Frankreich stattfinden und von dort auf dessen Nachbarstaaten übergreifen wird.

"Ahriman weiss nicht, dass er nicht siegen kann", lautet ein Zitat von Rudolf Steiner. Seine Instrumente wissen es offenbar auch nicht, und wenn sie es doch wissen, werden sie vorher versuchen, noch möglichst viele Europäer mit sich in den Abgrund zu reissen.

@Niekisch

Ich würde Ihren Rückzug von diesem Forum bedauern, denn Sie liefern immer wieder wertvolle Anregungen. Auch von mir wurden, gerade in letzter Zeit, wiederholt Beiträge nicht freigeschaltet, aber die Erde dreht sich trotzdem weiter. Wir sollten hier nicht überempfindlich sein und begreifen, dass die Hausherren aus purem Selbstschutz gewisse Meinungsäusserungen einfach nicht zur Diskussion stellen können. @Maiordomus wird sich nach einer schöpferischen Pause wieder zu Wort melden, dessen bin ich mir sicher.

Solution
28. April 2019 21:25

Vergessen wir AfD und FPÖ als Retter vor dem Niedergang.

Wenn die FPÖ noch 100 Jahre so weiter "mitregiert", ist trotz allem Österreich nicht mehr deutsch. Selbst bei einer Null-Einwanderung und Ausweisung aller Illegalen werden die verbleibenden Fremden wegen ihrer Geburtenrate eine Mehrheit erreichen.

Oder glaubt hier irgendjemand, daß die FPÖ eine aktive Remigration aller Nichteuropäer will oder gar durchsetzen könnte?

Wenn nicht bald etwas Gravierendes geschieht, werden sich islamische Orientalen und Schwarzafrikaner um die schwindenden Ressourcen bekriegen. Die Deutschen spielen dann keine Rolle mehr.

Lotta Vorbeck
28. April 2019 22:09

@Old Linkerhand - 28. April 2019 - 08:13 PM

"... Die Verhältnisse beginnen gerade zu tanzen und auf Veränderungen in den Parlamenten gebe ich keinen Pfifferling. Wenn Osteuropa überleben will, muss es Deutschland jetzt helfen. Die Polen, Slowaken und Ungarn schauen mit Grauen und Zähneklappern auf westeuropäische Verhältnisse und was in Deutschland 50 Jahre gebraucht hat, wird sich dort in 5 Jahren vollziehen. Wir Europäer sitzen alle im gleichen Boot und ein Austritt dieser Länder aus der EU, ohne wenn und aber, wäre ein Anfang. ..."

**************************************

Es ist in der Tat völlig unerheblich, welch wechselnde Schweine sich am selben Trog kugelrund fressen.

Nicht nur die Schweine, sondern auch der Trog müßte gewechselt werden.

Bisher wird weder seitens der FPÖ noch seitens der AfD die Systemfrage gestellt.

Um bei den von @Old Linkerhand genannten Ländern zu bleiben: Warum sind die denn eigentlich EU-Mitglied geworden? Letztendlich resultiert deren Mitgliedschaft im hauptsächlich von der BRD finanzierten EU-Club aus der Tatsache, daß der Hegemon jenseits des Atlantischen Ozeans die vormaligen UdSSR-Satellitenstaaten in den gegen RUS gerichteten Block einzubinden trachtete und dies wie Jahrzehnte zuvor, als an der russischen Südostflanke die Türkei gegen RUS in Stellung gebracht wurde, durch die BRD finanzieren ließ.

Sollte die BRD-Kuh eines nicht mehr allzu fernen Tages ausgemolken sein, ergo die Transferzahlungen aus der BRD-Steuergeldkasse an die unmittelbaren und mittelbaren Nachbarländer versiegen, besteht für diese mit BRD-Steuergeld sowie bei der Bundesbank angehäuften TARGET2-Salden für von den Empfängern nicht bezahlte, aus der BRD bezogene Exportwaren sedierten Länder kein Grund mehr, sich aus Brüssel oder Straßbourg in ihre inneren Angelegenheiten hineinreden zu lassen.

Laurenz
28. April 2019 22:37

@Forum .... es ist interessant, wie bei den vielen klugen Köpfen hier abstrakte Zahlen ab Mio.-Größe bis in die Milliarden, Probleme auftauchen. Natürlich bleibt das geschriebene Wort trotzdem klar. :-)

@Niekisch ..... das geht doch mal jedem so, aber ich bitte Sie, es in Erwägung zu ziehen, daß wir nicht immer wissen, was "Bademeister" alles zu berücksichtigen haben. Es gibt z.B. auch positive Entwicklungen, verbale Angriffe auf Kirchen und Religion werden liberaler gehandhabt, was vielleicht auch an der sich verändernden Rechtshandhabung gegenüber der katholischen Kirche in den USA und den dementsprechenden Veröffentlichungen von Straftaten liegen mag, aber wissen können wir das nicht. Wir wissen ebenso wenig, welche sonstige Verpflichtungen den Badebetrieb an einer Expansion hindern mögen. Sie wissen doch, Niekisch, manchmal ist es günstig, staunend wie Kinder, die Nase an die Schaufensterscheibe zu drücken und manchmal ist es vorteilhafter auch zum eigenen Ego Abstand einzunehmen. Auch ein Blick in den Sternenhimmel bringt leichter das rechte Maß. Natürlich ist niemand, der schließlich über das öffentlich-machen eines Beitrags entscheiden muß, objektiv. Aber das kann man auch nicht verlangen. Die Grenze dessen, was "ad hominem" ist, bleibt eben fließend. Von daher bitte ich Sie, bedacht zu sein und hier zu bleiben.

Simplicius Teutsch
28. April 2019 22:47

O je! - @ Maiordomus! Über den Dingen stehen Sie heute aber nicht. Schade.

Gelddrucker
28. April 2019 22:51

@Linkerhand:

Ich stimme zu, wir sitzen alle im gleichen Boot. Ich war neulich in Warschau und auch dort geht es bereits los, natürlich auf einem weitaus niedrigem Level.

Aber: "Die Polen, Slowaken und Ungarn schauen mit Grauen und Zähneklappern auf westeuropäische Verhältnisse und was in Deutschland 50 Jahre gebraucht hat, wird sich dort in 5 Jahren vollziehen."

Ist das nicht etwas, vorsichtig gesagt, GROB verschätzt?

Niedersachse
28. April 2019 23:40

@Monika

Ich stoße immer wieder auf die Prognose das in x- Jahren soundsoviele Menschen auf der Erde leben. Das kann von uns kaum einer genau vorhersagen, geschweige denn, beeinflussen. Eines aber weiß ich: Ein Staat, der keine Ausländer aufnehmen will, nimmt auch keine auf. Was glauben Sie, warum der gesamte osteuropäische Raum ethnisch nahezu homogen ist?! War vor einem halben Jahr in Bratislava und habe dort in einer Woche nur drei! Dunkelhäutige gesehen und die gehörten zu ausländischen Besuchergruppen. Das ist deswegen so, weil dort die entsprechende Gesetzeslage vorhanden ist, die wiederum ist vorhanden, weil dort die Völker mehr Verantwortungsgefühl, mehr politisches Bewusstsein und eine gesunde Selbstachtung haben - und dementsprechend wählen. Alles im Leben hat Ursache und Wirkung und die Tatsache, das WESTeuropa mittlerweile einem Slum gleicht, liegt an der charakterlichen Deformation und politischen Blindheit seiner Bewohner. Europa wird nicht von Fremden überrannt, es sind unsere eigenen Politiker und ihre Komplizen aus Wirtschaft, Medien, Kulturbetrieben, Kirchen und NGO`s, die das alles unterstützen und vorantreiben. Es ist demnach keine ausgemachte Sache, dass Europa aufgrund der Bevölkerungsexplosion (wenn sie denn so stattfinden sollte) sich in einen schwarzen Kontinent verwandelt.
Eines noch, die Tatsache das einige Foristen hier nicht immer und zu jedem Thema was schreiben ist ganz normal und kein Indiz dafür, das diese hier generell nicht mehr aktiv sind. Auch ich habe hier bestimmt ein Jahr nichts geschrieben und verewige mich nun wieder häufiger hier.

@Niekisch

"Sie, verehrte Monika, und die übrigen Floristen verstehen sicher meinen Rückzug und werden ihn nicht bedauern. "

Ich bin zwar nicht @Monika, erlaube mir aber trotzdem auf die Ihre Rückzugsankündigung einzugehen. Das, was ich jetzt an Sie richte, schreibe ich stellvertretend auch an alle anderen. Denn es ist wirklich wichtig, zumindest aus meiner Warte.

Die Aussage von wem auch immer, dass hier das Niveau gesunken wäre und sich einige Foristen zurückgezogen hätten, kann ich nullkommanull nachvollziehen, sie ist mit Verlaub - Blödsinn. In einem Forum schreiben dutzende verschiedener Menschen und die wenigsten haben in allen Dingen zu hundert Prozent die gleiche Meinung. Es ist durchaus in Ordnung, unterschiedliche Ansichten zu haben und man kann diese Tatsache auch einfach mal aushalten - und trotzdem weiter mitmachen. Wo ist das Problem? Nicht jeder ist ein Intellektueller, nicht jeder muß Bücher und Romane gelesen haben, um die Lage zutreffend zu beschreiben. Die Interessenschwerpunkte liegen bei jedem anders und trotzdem ist so ein Forum wie das hier immer gut, um Meinungen auszutauschen. Ich interessiere mich seit etwa 25 Jahren für Politik und bin auch - im gemäßigten Rahmen - politisch aktiv. Ich habe viele verschiedene Charaktere kennengelernt und habe in dieser Zeit mit verschiedenen patriotischen/ nationalen Parteien und Gruppierungen zu tun gehabt. Eines ist mir in all den Jahren aufgefallen, etwas, das sich wie ein roter Faden durch das gesamte nationale Lager zieht: Und das ist die Neigung das Trennende vor das Einigende zu stellen. In keinem politischen Lager gibt es soviele Zankereien und Zerwürfnisse wegen unbedeutenden Kleinigkeiten, alles Dinge die vermeidbar wären. Kurzum: Ihre Beiträge waren doch in Ordnung, genau wie viele andere auch. Ich bedaure jeden Rückzug, da es für mich ein Fingerzeig ist, für all das, was die letzten Jahre schief gelaufen ist. Uneinigkeit, gegenseitige Herabsetzungen und sich in den Schmollwinkel zurückzuziehen, das scheint irgendwie zur DNA des patriotischen Lagers zu gehören. Es wäre doch hier und heute einfach mal Zeit, genau damit Schluß zu machen.

links ist wo der daumen rechts ist
29. April 2019 01:35

Zurück zur Frage: Wie geht’s weiter?

Woher kam die Inbrunst, mit der sich in Österreich seit dem Christchurch-„Spendenskandal“ sowohl die neoliberalen Regierungsparteien als auch die Medienlandschaft in Distanzierungsorgien ergangen haben?

Zum Verhalten der FPÖ:

Über das natürliche Naheverhältnis FPÖ – IBÖ hat Ewald Stadler das Wesentliche gesagt:
https://www.youtube.com/watch?v=ReLSROkTX-Y
https://www.youtube.com/watch?v=fDBAe1-IL80

- und damit implizit vielleicht auch gleich eine Erklärung für das Verhalten Straches geliefert:
https://wien.orf.at/news/stories/2652766/

Interessant auch, daß er gemeint hat, eine Parteigründung rechts der FPÖ sei eine reine Geldfrage...

Was mag nun aber den Kinderkanzler Kurz dazu bewogen haben, in der Abgrenzung zur IBÖ einem fast abjekthaften Trieb (Julia Kristeva) nachzugeben und einen körperlichen Ekel („widerlich“) zu artikulieren?
Nun, vermutlich ein ähnlicher Impuls wie der, dem die große Koalition aus SPÖ und ÖVP vor dem EU-Beitritt Österreichs mit der forcierten „Vergangenheitsbewältigung“ nach Waldheim folgte: eine Art Purifikation, um dem Ansehen in der Welt (oder was man dafür hält) genüge zu tun.

Ich habe an anderer Stelle schon ausgeführt (und wiederhole es summarisch), daß die gegenwärtige österr. Regierung keine nationalkonservative ist, sondern ein klassisch neoliberales Programm herunterspult (wie auch schon Schwarz-Blau 1); erkennbar daran, daß man vom ersten Tag an nicht gegen z.B. massiven Asylmißbrauch vorging (die Ausrede lautet bis dato: EU-Recht schlägt nationales Recht), sondern eine vollkommen überflüssige „Sozialschmarotzer“-Debatte glaubte vom Zaun brechen zu müssen. Die Besitzstandswahrer mit ihren „Renditen“ und einer vollkommen aufgebauschten Angst vor „Enteignung“ durften aufatmen; Klientelpolitik wie sie im Buche steht. Und die wichtigste Frage dabei lautet immer: was sagt das Ausland dazu?

Die Rolle der meisten Medien folgen nun in etwa dem o.a. Szenario, führen aber in Reinkultur wieder einmal vor, wie Politik durch Moral und Betroffenheit ersetzt wurde; als hätten Cora Stephan u.a.m. nie dagegen angeschrieben.
Und hier ist der gegenseitige Überbietungseifer (haben wir heute schon wieder irgendwo einen Nazi ausgegraben?) nur mehr lächerlich und in seiner hysterischen Verblendung eigentlich demokratiegefährdend.
Ich hätte mir auch nie träumen lassen, einmal einem Herrn Vilimsky oder einer Frau Stenzel in Sachen Armin Wolf recht geben zu müssen.
https://www.youtube.com/watch?v=J8l3GszoBB4

Zur Rolle Martin Sellners:

Sellner folgt trotz seiner ideologisch sicheren Einbettung einem fast linken Habitus: Intelligenz, Diskussionsfreude, Aktionismus, Selbstkritik (sein schwächster Punkt), ein studentisch-bohemienhaftes Charisma, ein gewisser Hang zur Missionierung usw.
Also müßte doch zumindest die (studentische) Linke ihn als gegnerischen, aber zu akzeptierenden Bruder im Geiste sehen.
Denn genau dieses „freche“ Verhalten fordert – in Parallele zur Entwicklung der Linken seit 1967 – jedes Establishment heraus; dann also doch weniger Jesus und eher Dutschke.
Der Verlauf des „roten Jahrzehnts“ (Gerd Koenen) hat gezeigt, daß das Verhältnis zwischen politischer Nomenklatura und Vorfeldorganisationen durch eine weitgehende Kommunikationsunfähigkeit gekennzeichnet war. Daher auch der verzweifelte Versuch Habermas' Anfang der 80er mit seiner „Theorie des kommunikativen Handelns“ den Graben, den er mit seinem Begriff des „Sozialfaschismus“ selber mitaufgerissen hatte, zu schließen. Indem er aber gemeinsam mit seinem Adlatus Manfred Frank in gegnerischen Theorien gleich wieder einen „Irrationalismus“ witterte, wuchs der Widerstand v.a. auch auf seiten einer anarchischen Linken (Dietmar Kamper et al.).
Die Folgen sind bekannt: eine während des „Historikerstreits“ begonnene Re-Moralisierung, die bis heute anhält.
Detail am Rande: die Übersetzung eines Hauptwerks der von mir angeführten Julia Kristeva, in dem sie sich mit dem Phänomen Celine intensiv und nicht ohne Empathie auseinandersetzt, wurde von der Habermas-Frakion im Suhrkamp Verlag verhindert.

Wie aber mag es nun tatsächlich weitergehen?

Ein Szenario hat der zitierte Ewald Stadler genannt.

Die für mich alles entscheidende Frage scheint aber zu sein (die brennenden Fragen, von denen Sellner im Artikel sprach), wie sich linke und rechte Globalisierungskritik treffen können – und welche Rolle Deutschland dabei spielen kann.

Und dazu abschließend gleich ein Vorschlag:
Ich plädiere für eine Wiederauflage von Sieferles Buch „Die Konservative Revolution“ und empfehle eine intensive Lektüre v.a. im Hinblick darauf, wie aktuell die „Ideen von 1914“ (Spengler, Sombart, Lensch und Plenge, Freyer; Jünger ist ein eigenes Thema) heute sein könnten.
Allen Ernstes.
Denn die „Ideen von 2015“ sind trotz aller Beredtheit noch nicht formuliert.

Robert
29. April 2019 07:56

An @Niekisch (28. April 2019 18:40): " ... Sie, verehrte Monika, und die übrigen Floristen verstehen sicher meinen Rückzug und werden ihn nicht bedauern."

Damit liegen Sie aus meiner Sicht das erste Mal sicher nicht richtig:

Ich bin überzeugt und entnehme das dem Diskussionsverläufen bzw. Disputen, dass sehr viele Foristen, einschließlich meiner Wenigkeit, Ihren angekündigten Rückzug nicht verstehen und ausgesprochen bedauern würden, denn er würde eine große Lücke hinterlassen.

Zu dieser Stellungnahme sah ich mich nun also dennoch veranlasst, obzwar ich mir vorgenommen habe, mich nicht in die persönlichen Dispute einzumischen, auch wenn sie eigentlich sehr aufschlussreich sind und gewissen ideologischen Frontstellungen ihre zusätzliche Brisanz geben mögen. Aber dennoch: Es hat alles seine, dem eigentlichen Anliegen des SiN – so wie ich es halt sehe –, geschuldete Grenzen.

Ihren Kritikern und anderen, die sich davon betroffen fühlen könnten, möchte ich also nun doch sagen, daß intellektuelles Bra­mar­ba­sie­ren, Vergeben von Zensuren, das Verteilen von Niveau-Rankings bis hin zu offenen Beleidigungen - auch wenn sie nur so in die Runde geworfen werden - tunlichst hin an gehalten werden sollten. Weniger "ira", mehr "studio"!

RMH
29. April 2019 08:47

"Zurück zur Frage: Wie geht’s weiter?"

Richtig. Rein intellektuell warte ich auf die angekündigte Veröffentlichung von M.L. zum Thema "Ethnopluralismus" und erhoffe mir eine lebhafte Debatte darüber. Diese mittlerweile recht alt gewordene Hilfskrücke aus französischem Raum hat sich meines Erachtens überlebt. Auch die Bezeichnung Identitär, die am Anfang neu und frisch war, hat sich doch ziemlich abgeschliffen.

Um M.D. - und damit auch uns allen - noch eine kleine Freude zu machen, noch 2 Zitate von Ernst Jünger:

"Ein neues Weltbild muß der planetarischen Nivellierung folgen; das ist die Aufgabe, die das nächste Jahrhundert in Anspruch nehmen wird. Es vorzubereiten, sind die nihilistischen und materialistischen Theorien berufen; von dorther wirkt die ihren Gegnern unbegreifliche Überzeugungskraft. Wir sehen freilich auch im Sturm, der Wälder entwurzelt und Häuser abdeckt, nicht den Sog windstiller Ferne - dasselbe gilt für die Zeit."

und

"Die Sehnsucht nach der Reinheit des Blutes ist ein Kennzeichen der Mischlinge."

(Beide Zitate entstammen dem Werk "Annäherungen", welches ich in der Ausgabe von 1970 habe und - wie es der geneigte Mitforist bemerkt haben wird - zur Zeit gerade einmal wieder lese).

Imagine
29. April 2019 09:44

In der deutschen Bevölkerung gibt es eine breite Ablehnung der muslimischen Massenimmigration.

Mein Eindruck ist, dass fast überall auf der Welt in den nicht-muslimischen Ländern ein Widerstand gegen eine muslimische Einwanderung besteht. Eine Ausnahme ist womöglich Neuseeland. Früher war auch Schweden aufnahmebereit.

Es wäre interessant zu recherchieren, in welchen Ländern es in der Bevölkerung eine weitgehende Akzeptanz von muslimischer Einwanderung gibt.

Selbst in der Türkei gibt es relativ großen Widerstand gegen die Islamisierung, wenngleich die Mehrzahl der Bevölkerung für den Islamofaschismus ist und diesen für „Demokratie“ hält.

Es ist auch eine Frage, wie lange sich die islamistische Diktatur im Iran noch halten kann.

Trotz der breiten Ablehnung der muslimischen Massenimmigration gibt es in Deutschland keinen effektiven Widerstand dagegen.

Die Diskussion hier zeigt, warum dies so ist.

Der Grund ist, dass man mit den völkischen Rechten keine gemeinsame Sache machen kann und will, weil deren Zielsetzung ein weitgehend ethnisch homogenes Deutschland ist.

Die Forderung nach ethnischer Homogenität wird jedoch von der Politik und den Medien als rassistisch oder „Nazi“ klassifiziert. Auch die Mehrzahl der Bevölkerung lehnt dies ab. Allerdings wird von den Einwanderern eine kulturelle Assimilation erwartet, zumal die meisten Deutschen vom Charakter selbst sehr anpassungsbereit sind. Dass deutsche Einwanderer irgendwo auf der Welt Probleme machen, ist mir nicht bekannt.

Wer mit den völkischen Rechten gemeinsame Sache macht, bringt sich ins gesellschaftliche Abseits und wird mehr oder weniger geächtet. Es besteht die Tendenz, diese Menschen zu politisch Verfolgten zu machen.

Laurenz
29. April 2019 10:53

@Niedersachse .... Sie haben das trefflich und vor allem gut leserlich geschrieben. Sie können gut schreiben.
Die Anfeindung im eigenen Lager beschreibt eine düstere Seite unseres Volkscharakters. (Ich selbst bin, zumindest, was die hier eingewanderten Wüstenreligionen angeht, nicht besser.) Das läßt sich eben so nicht einfach ändern, waren wir doch, spätestens mit dem Aufkommen der Bronzezeit, schon immer so. Einiges, z.B. der Verrat, ist natürlich auch bei den Sozialdemokraten der letzten 2.000 Jahre abgeschaut. Wenn sich zB Monika und Maiordomus im Ton vergreifen und sich zu fein sind, Argumente ins Feld zu führen, hat das eben auch etwas mit unserem ehemaligen Gehabe von Jarl und Knecht zu tun, was @Imagine ausnahmsweise mal historisch richtig beschrieben hatte, aber desöfteren die Ursachen ignoriert. Deutsche wollen nun mal selten Kaiser oder Könige, auch nicht hier auf SiN, wären es aber oft gerne selbst. Und diejenigen, die darauf Anspruch erheben, benehmen sich ab und an auch so. Man muß das Falle des Falles immer wieder benennen und die Aufmerksamkeit darauf lenken. Die Beleidigung, die @Monika in der Logik gegen eine Mehrheit der Foristen ausgesprochen hatte, ging mir am Allerwertesten vorbei. Sie entwertet damit doch nur Ihre Eigenen Beiträge, auch diejenigen von Gehalt.

Laurenz
29. April 2019 11:24

@Imagine .... die Benennung Ihrer Fakten sind nicht falsch. Aber Sie stellen Sie desöfteren in den falschen historischen Kontext. Um Ihnen dafür ein Beispiel zu geben, nehmen wir den Iran. Angelehnt an Volker Pispers und Peter Scholl-Latour lag die Etablierung des Islamismus im Iran, 1979, in der westlichen Politik begründet. Schon 1953 wurde der frei gewählte Ministerpräsident Mossadegh von CIA und MI6 weggeputscht und der Schah installiert, und das, nachdem über Jahrhunderte Rußland und Britannien die Angelegenheiten des Iran bestimmten. Mit der Umstellung der britischen Schlachtkreuzer auf Ölfeuerung ab 1906 war es mit irgendeiner Souveränität ganz aus. Die persische Bevölkerung hatte derart die Nase voll von den eigenen Lebensumständen, verursacht durch die Anglo-Amerikaner, daß man sich an die einzige Macht im Lande wandte, die in der Lage war, Widerstand zu leisten, die islamischen Kleriker. Und die Revolution Khomeinis ging friedlich vonstatten. Was tat der Westen? Er hatte nichts besseres zu tun, als Saddam auf die Iraner zu hetzen. Von daher ist die Leistung 40 Jahre gegen die Amis durchzuhalten, recht respektabel. Die Intoleranz gegenüber dem Islam basiert auf dem antiken oder mittelalterlichen Bolschewismus der Wüstenreligionen, welcher aber nie wirklich funktioniert. Wenn heute die Ölquellen der Scheichtümer am persischen Golf versiegen würden, lebten die Einwohner morgen wieder in Zelten, es gibt im islamischen Bolschewismus keinen selbst erschaffenen Fortschritt.
Die Planung, Deutschland zu einem weitgehend ethnisch homogenen Staat zu machen, ist sehr einsam. Sie besteht generell nur dort, wo die 8% Weißen der Erdbevölkerung leben, von denen wir die Osteuropäer auch noch abziehen müssen, was auch noch dazu führt, daß wir Weißen uns noch die schlechteren Verhältnisse anderer Staaten importieren, und gegenüber den indigenen Han-Chinesen weiter hinten runter fallen. Das hat im Grunde gar nichts mit links oder rechts zu tun. Die Planung und Durchführung passiert nur in kranken links-gläubigen Hirnen, die in der Ignoranz ethnischer und kultureller Unterschiede den wahren Rassismus betreiben.

nom de guerre
29. April 2019 11:30

@ Niekisch und Forum
Sie, Niekisch, sind aus meiner Sicht ganz sicher kein "Niveausenker" und ich würde Ihren Rückzug durchaus bedauern (nebenbei: Ihr Auszug kürzlich aus dem Buch von Björn Ulbrich war mit das Schönste, Inspirierendste, was ich in diesem Forum bisher gelesen habe - so, genug geschleimt!), auch wenn ich Ihre Meinung nicht immer teile. Letzteres ist aber in einer Diskussion, egal welcher Art, normal, daher erlaube ich mir gegenüber dem Kommentariat allgemein den Gedankenanstoß, ob es wirklich nötig ist, gar so oft auf das angeblich "sinkende Niveau" des Forums, die "Intelligenzfeindschaft" mancher Kommentatoren u.ä. hinzuweisen. Es mag sein, dass nicht jeder Kommentar die Diskussion weiterbringt oder im erforderlichen Maß durchacht ist (wovon ich mich selbst keinesfalls ausnehme), allerdings ist ein entsprechendes Urteil notwendigerweise subjektiv, und sich darüber immer wieder zu verbreiten ist dem Klima in diesem Forum in meinen Augen nicht gerade förderlich.

heinrichbrueck
29. April 2019 12:13

In Sachen Macht, Demokratie und Geschichtsschreibung, nach 1945, herrscht deshalb Uneinigkeit, weil ein geistig und militärisch besetztes Land eine Truman Show zeigt, die es in sich hat. Aus dieser Perspektive denken fast alle, und dieses Denken unter der Demokratiekuppel, so richtig es im privaten Leben sein mag, scheitert in der Politik. Es fehlt komplett der Verständnisbereich, wahrheitsgemäß erkennen zu können, wie die globale Steuerung der Welt funktioniert. Was zu welchem Zeitpunkt getan werden muß, damit die eigene Interessenlage nicht verliert, steht nicht auf Wahlplakaten.
Ein Steuerungshebel ist das Finanzsystem. Der Kollaps der Wirtschaft kommt nur dann kurzfristig, wenn eine kleine Gruppe ihn absichtlich herbeiführen will. Sonst kann Hubschraubergeld gedruckt werden, bis der Niedergang eine Volksdezimierung Realität werden ließ, über Fractional Reserve Banking etc. Dem Geldbetrug sind keine Grenzen gesetzt.
Ein Selbsttäuschungshebel ist die Verschleierung der Realität. Konditionierungen zur Farbenrevolution, falls jemand gemeinsame Interessen entdecken könnte. Dazu muß immer ein aufgehetztes Menschenmaterial das Potenzial der Gegenwehr bereitstellen (Antifapöbel gegen AfD-Show). Andernfalls steht auch noch die Nato zur Verfügung. Kehrt Frieden im Ländle ein; ein Schachmatt der Nato; kann gehandelt werden. Die Masse wird dann einverstanden sein.
Und die Welt wird dann entscheiden müssen, welchem Bankenystem (Geld-, Finanzsystem) sie folgt. Auch Länder können gegeneinander in Stellung gebracht werden; gegen solcherart Hetze muß vorgegangen werden. Antideutsche Hysterie kann in den USA gegen die Deutschamerikaner analysiert werden. Das Ergebnis ist bekannt, Deutschamerikaner gibt es nicht mehr. (Ein Beispiel: https://nuada1111.wordpress.com/2019/03/12/antideutsche-hysterie/ ) Die verbrecherische Rolle der Medien, an Umfang schwer zu schlagen, dürfte klar sein.

Niekisch
29. April 2019 12:27

@ Der_Juergen, Laurenz, Niedersachse, Robert, nom de guerre: Danke für den Zuspruch!
Vielleicht bin ich durch andere , insbesondere frühere Foren verwöhnt, wo zu ganz konkreten Fragestellungen diskutiert wurde und irgendwann eine gemeinsame Lösung herauskam. Es wurde hier ja-nicht nur von mir- die Forderung erhoben, zumindest die Differenzen überwindende Stichpunkte einer Überlebensstrategie zu erörtern, aktuell-feindlichen Begriffen eigene gegenüberzustellen, konkrete Beispiele praktizierter Volksfeindlichkeit zu benennen und wirksame Abwehrmaßnahmen zu finden, evtl. sogar einmal regional zu praktizieren.
Versuchten wir das hier, dann sähe ich in SiN eine noch bessere Arbeitsplattform. Beleidigungen anderer Foristen (nicht Floristen:-)) und "Zensurmaßnahmen" sind daneben belanglos und Sache der Hausherren. Ich verstehe schon, daß man sich den Ast, auf dem man sitzt, nicht ohne Not absägen sollte.

Eine Plattform wie SiN, die metapolitische Wirkung erzielen will, sollte aber nicht nur im hyperphilosophischen Himmel schweben, sondern auch die begriffliche und aktionsbezogene Kärrnerarbeit leisten. Kann Entsprechendes nicht wenigstens hin und wieder einmal eingestreut werden? Auf anderen Foren gibt es z.B. einen Kalender für Geschichtsdaten, ein Quiz, Gedichtwettbewerbe, einen Stammtisch u.ä. Gerne helfe ich mit, solches zu organisieren. An sich möchte ich nämlich gerne bleiben, aber altersmäßig ist meine Zeit nur noch begrenzt und möchte effektiv genutzt werden.

Es freute mich, wenn das bisher schon großartige Werk SiN noch etwas praktische Patina bekäme.

Niekisch
29. April 2019 12:30

Noch ein Nachsatz: die vorgeschlagene Erweiterung des Arbeitsfeldes könnte auch den positiven Nebeneffekt haben, daß endlich mehr jüngere Leser hier aufkreuzen.

Imagine
29. April 2019 15:06

@Monika 28. April 2019 10:48
„2100 wird es über 12 Milliarden Menschen geben.
Die elaborierten Denker dieses Forums dürften dann zu Staub zerfallen sein. Imagine!
Das heißt aber, die Gespräche hier sind Luxus. D.h. überflüssig. Das Problem der Demographischen Katastrophe wird dadurch nicht gelöst.“

Niemand weiß, wie viele Menschen es 2100 auf der Welt geben wird. China hat gezeigt, dass eine rationale Bevölkerungspolitik möglich ist, vorausgesetzt, dass diejenigen, die über Macht verfügen, es wollen und politisch umsetzen. Aber die Machtverhältnisse können sich ändern.

Das Szenario, welches Manfred Pohl für Deutschland beschreibt, die ethnische Vermischung wird eintreten. Weil jene, welche über die gesellschaftliche Macht verfügen, es so wollen:
„„Bis Mitte des 21, Jahrhunderts wird der „Weiße Mann“ in den Kernländern Europas und der USA nur noch etwa die Hälfte der Bewohner stellen und spätestens bis Ende des 21. Jahrhunderts nur noch eine Minderheit sein.“

Jedoch war – nach Pohl - das Ziel keineswegs nur eine ethnische Vermischung, sondern es ging zugleich um den Erhalt der europäischen Kultur, also um kulturelle Assimilation der Immigranten. Pohl betont dabei:
„Moslems werden nur unter schwierigen Bedingungen, um nicht zu sagen überhaupt nicht, eine europäische Identität annehmen. Sie bleiben ein „Staat im Staat“.

Wer oder was die Merkel-Regierung und die Eliten in der Wirtschaft und den Medien TROTZDEM bewogen hat, für Millionen von Moslems die Grenzen zu öffnen und mit dieser Welcome-Politik der Zerstörung der europäischen Identität und Kultur Vorschub zu leisten, darüber kann man zwar plausible Hypothesen bilden, aber es gibt m.E. wenig gesichertes Wissen.

Die Unterschiede zwischen den Zielsetzungen der Neuen Rechten und den meinigen, sind deutlich geworden. Und auch die Inkompatibilität.

Daher ist dies mein letzter Beitrag.

Monika
29. April 2019 17:42

Bevor ich mich um Kopf und Kragen rede :
Mit Niveauverlust meine ich nicht mangelnde Bildung und Kenntnisse der einzelnen Foristen, da sind sicher einige Perlen drunter. Und auch die klassische Bildung ist nicht das entscheidende Kriterium für die Diskussionsteilnahme .
Mit Niveauverlust meine ich eher die Unart, mit seinem Spezialwissen auf Oberlehrerart glänzen zu wollen.
Ich gehe davon aus, dass uns die Sorge um unser Heimat- und Vaterland irgendwie verbindet und dass persönliche Interessen dahinter zurückzutreten haben. Wer freut sich nicht über Lob und Anerkennung, aber es geht letztlich um eine größere Sache. Wer mit offenen Augen durch dieses Land geht, die rasant fortschreitenden Veränderungen wahrnimmt, der sollte nicht auf jede Kritik wie ein Mimose reagieren und mit Rückzug drohen.
Ich persönlich würde mich auch freuen, wenn ein paar Frauen mehr hier mitreden würden.
Die Jugend ist wahrscheinlich auf anderen Kanälen unterwegs. Nichts für ungut. Weitermachen.
Auch mal in sich gehen.

Lotta Vorbeck
29. April 2019 19:22

@Imagine - 29. April 2019 - 03:06 PM

"...

Daher ist dies mein letzter Beitrag."

****************************

Uff! - Das klingt wie eine Drohung.

Niekisch
29. April 2019 19:23

@ Imagine: Adieu! Fast wären wir gemeinsam gegangen. Ihr Abgang jedenfalls ist mehr als berechtigt. Sie sind mir ein schöner Verfassungspatriot! Als solcher müßten Sie wissen, daß nationale Homogenität für die Demokratie konstitutiv ist. Denn erst sie gibt der demokratischen Willensbildung die erforderliche Chance (Schachtschneider, Die Souveränität Deutschlands, S.36) Andererseits halten sie diese Forderung der "Neuen Rechten" für mit Ihrem Denken inkompatibel und wollen deswegen weichen.

In Wahrheit dringen Sie mit ihren allenfalls auf den ersten Blick überzeugenden Argumenten hier nicht durch.

Simplicius Teutsch
29. April 2019 20:38

Ich meine, falls eine politikwissenschaftliche Kapazität eine Analyse und Bewertung dieses gesamten Sezessions-Blogs vornehmen wollte – die berufsmäßigen Sammler und Kopierer von Horch und Guck lasse ich hier beiseite –, dann wird für das Urteil über die „Neue Rechte“ maßgeblich sein, was die (renommierten) Autoren der oben zur Debatte gestellten Artikel/Kolumnen inhaltlich abgeliefert haben.

Die Anmerkungen/Kommentare von „uns“ darunter, die bei mir oft erst so richtig das Interesse für den Hauptartikel wecken und Aspekte zusätzlich oder zur Einordnung eines Themas liefern und oftmals als Foristen-Debatte ein völliges Eigenleben entwickeln, tragen selbstverständlich auch zur politischen Erhellung bei. Für die Beobachter, welcher Kategorie auch, heißt hier das Ergebnis: So also tickt das Fußvolk der Neuen Rechten.

Einschränkend beachten und den Foristen zu Gute halten muss man aber unbedingt, dass die Kommentare oft Teil eines spontanen intellektuellen Ping-Pong-Spiels sind. Lange Kommentare, die umfänglich abwägend argumentieren, sollen zwar auch sein, aber ich persönlich finde die kurzen markanten, ungeschliffenen Einsprengsel dazwischen oft belebender. Hat ja auch nicht jeder immer ausreichend Zeit und Lust, alles auszuformulieren (und zu lesen). Warum soll man nicht einfach einmal eine Idee oder einen vielleicht unreifen Gedanken in die Runde werfen, den man selber für originell oder unbeachtet hält? Es sollte aber bitte auch nicht gleich ein riesiger Kipplaster vollgefüllt bis oben mit glitzernden Namen und Gedankensplittern und Sekundärbruchstücken sein, der in die Runde ausgeleert wird.

Dass @ Maiordomus wegen der, wie er sagt, >Blödianismen um "Jesus"< (ist schon wieder witzig, aber auch extrem arrogant), den Kommentar-Blog verlassen will, ist seine Sache. Aber ich finde es nicht ritterlich, mir eine Schuld für seine persönliche Ausklinkung so en passant aufs Bauern-Feld rüber zu schieben.

Nemesis
29. April 2019 22:54

@Imagine
"Die Unterschiede zwischen den Zielsetzungen der Neuen Rechten und den meinigen, sind deutlich geworden. Und auch die Inkompatibilität. Daher ist dies mein letzter Beitrag."

Mit anderen Worten:
Sie suchen keine Auseinandersetzung, sie suchen Bestätigung.
Das ist okay.
Wozu dann aber das Studium?

Zooey
29. April 2019 22:58

Ich bin natürlich super-inklusiv und hyper-tolerant - selbst bei laurenz' Kommentare zu "bolschewistischen Wüstenreligionen": man schwankt ob deren Dummheit zwischen Fassungslosigkeit und Amüsement - und schon ist es einem auch egal - ich halte es für töricht, einen Menschen nach Gesinnung zu beurteilen. Das ist eine eher linke Unart.

In der jetzigen Situation - warum nicht temporäre Koalitionen? Auch mit Leuten wie @imagine: Mag sein, dass er monologisiert, aber in einem Punkt recht hat: Mit rassischem Denken kann man keinen Boden gewinnen. Das ist nach Kositza aber gar nicht intendiert - weshalb ich jetzt wiederum nicht verstehe, warum @imagine den Hut nimmt.

Laurenz
29. April 2019 23:30

@Simplicius Teutsch .... Zitat- Aber ich finde es nicht ritterlich, mir eine Schuld für seine persönliche Ausklinkung so en passant aufs Bauern-Feld rüber zu schieben -Zitatende ...

Seit wann sind Linke ritterlich?
Man kann ohne weiteres gegen historische Größen wie Luther, Bismarck, Hinz & Kunz persönlich werden. Die halten das locker aus. Denn sie sind ja wesentlich größer als wir. Aber wer ohne Argument gegen Teilnehmer in einer Debatte auf SiN persönlich wird, kann nur ein Linker sein. Er unterscheidet sich in keiner Weise von den vorbildlichen und beispielhaften linken Denk-Darstellern in der Sendung Hanger Dingens im Servus TV mit Herrn Kubitschek.
Viele Rechte haben ein Problem mit dem Narzißmus, das mag wohl so sein. Hier kann sich aber jeder selbst helfen, mit Autoren wie Heinz-Peter Röhr.
Oder geht irgendwer davon aus, daß Wilhelm II 1914 in Betracht zog, Ende 18 weg vom Fenster zu sein?

Götz Kubitschek
30. April 2019 06:57

badeschluß mit abschließender bemerkung: es mißfällt mir, wenn kommentatoren anderen deren gesinnung um die ohren hauen und sie abdrängen. das hier ist keine partei, sondern der ort, an dem man seine geistigen säbel schleifen kann. also bitte: weniger gesinnungshygiene, mehr spitze feder.

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