27. Mai 2019

Europa und Kommunal – Wahlanalyse (1)

Benedikt Kaiser / 78 Kommentare

11 vs. 20,5 – AfD vs. Grüne: Wie kann man die Europa- & Kommunalwahlergebnisse bilanzieren? Drei Betrachtungsebenen, hier I., morgen II. & III.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

I. Das AfD-Ergebnis zur Europawahl

Vorbemerkung: Das Wahlergebnis der AfD ist ohne Zweifel enttäuschend, was die Gesamtanzahl von 11 Prozent bundesweit anbelangt. Dieses Ergebnis ergibt 11 Sitze im neuen Europaparlament und entspricht einer Steigerung von 3,9 Prozent im Vergleich zur Europawahl von 2014. Die wurde von Jörg Meuthen als großer Erfolg angeführt. Das ist falsch. Die Europawahl 2014 fand ein Jahr vor dem Merkel- und Migrationsjahr 2015 statt, als sich die AfD in einer Konsolidierungsphase befand.

Der korrekte Vergleichsmaßstab sollte also die Bundestagswahl 2017 sein. Dort erzielte man 12,6 Prozent bundesweit. Dies ergibt einen Nettoverlust von 1,6 Prozent der Stimmen am gestrigen Wahltag. Das ist eine Niederlage, die man nicht – Altparteien gleich – zum Erfolg zurechtbiegen darf.

Die stärkste Kraft bleiben im übrigen die Nichtwähler: nur 61,4 Prozent der Wahlberechtigten schritten zur Urne. 38,6 Prozent der Deutschen sehen also keine Chance auf Veränderung durch parlamentarische Verschiebungen, interessieren sich nicht für das machtlose Konstrukt in Brüssel/Straßburg oder sind apolitisch; ein beachtliches und womöglich entscheidendes Reservoir für populistische Mobilisation in künftigen Krisenmomenten.

AfD-Feind Nummer eins: Die Grünen

Die Grünen sind mit bundesweit 20,5 Prozent der Stimmen der Triumphator des Wahlabends. Das entspricht einem Zuwachs von 10,7 Prozent. Zweifellos: Der vereinigte bundesdeutsche Medienblock – von "Rezo" und Youtube-Influencern bis Öffentlich-Rechtliche – hat diesen Hype in Kollaboration mit Fridays for Future und der grassierenden Greta-Hysterie bestärkt. Die mediale Ohnmacht der Alternative gilt es zu konstatieren und die Verstärkung eigener medialer Kanäle zu forcieren.

Doch die bloße zynische Behandlung des grünen Paradox (sich gebildet dünkende Menschen verlieren sich im Wahn) verbietet sich für eine Wahlpartei: Die AfD hat keine Stimme gewonnen durch Beschimpfung der grünen Klientel, und daß die Grünen in der Generation U30 abgesahnt hat, sollte eine politische Rechte, die sich wie kaum eine andere Kraft als jung, unverbraucht und alternativ versteht, mehr als nur ins Grübeln bringen – und dieses Grübeln müßte als Auslöser für selbstkritische Reflexionen und neue Strategien produktiv umgewandelt werden.

Der Erfolg der Grünen liegt jenseits der massenmedial orchestrierten, aber nicht alleine bewirkten jugendbewegten Aufbruchsstimmung an ihrer unvergleichlichen Selbstbehauptung. Ja, wir wollen diese offene Gesellschaft, ja, wir stehen für das, was wir sagen, und ja, wir wollen die fundamentale Umgestaltung, koste es, was es wolle. Das honoriert der Wähler offenkundig als geradlinig, authentisch und angriffslustig.

In einer zunehmend polarisierten Gesellschaft, in der die beiden Pole Anywheres und Somewheres, also Kosmopoliten (Weltbürger) und Kommunitaristen (Gemeinschaftsbefürworter, Heimatbewußte), lauten, konnte einer der beiden Pole – der grüne – sein Reservoir voll ausschöpfen und gar erweitern, der andere Pol – der blaue – konnte dies nicht ansatzweise. Sich in die eigene Tasche zu lügen und das absehbare Desaster zum Erfolg umzudeuten, ist explizit der Stil des gegnerischen Parteienkartells, den man gar nicht erst adaptieren sollte.

Ein schwacher Trost: Die Resterampe der Nahles-Sozialdemokratie verlor über 11 Prozent und kommt lediglich auf 15,8 Prozent; das rotrotgrüne Lager muß zudem die Verluste (-1,9) der Linkspartei verkraften, die ohne Sahra Wagenknecht nur noch auf 5,5 Prozent der Wähler bauen kann. Am Ende bleibt das rotrotgrüne Lager also stabil, die Zuwächse der Grünen stehen den Verlusten der Sozialdemokraten und Linkssozialdemokraten gegenüber.

AfD-Feind zwo: Das eigene Programm, das eigene Agieren

Ungeachtet der grünen Welle, die bekennende Antifaschisten und Linksradikale wiederum in gut dotierte Posten hievt, kann man sich als AfD nicht fatalistisch zum Opfer der Medien und aggressiver Linksmilieus erklären, das keine eigenen Optionen hatte. Gewiß: Die Umstände waren oft widrig, die Gegner kämpfen mit allen legalen und illegalen Mitteln. Aber das Scheitern war in gleicher Weise hausgemacht: Das Europaprogramm der AfD war unausgegoren, widersprüchlich und oberflächlich; das Auftreten der Spitzenkandidaten ebenso.

Will man den DEXIT, also den Austritt der BRD aus der EU? Will man ihn "hart", "weich" oder geordnet? Will man ihn nicht? Will man einen Umbau der EU in Kooperation mit anderen Rechtsformationen? All dies blieb vollkommen diffus. Selbst Alexander Gauland fiel in seinem ARD-Statement nach der Wahl vor Millionen von Zuschauern nichts anderes ein als den freien Markt der EU zu loben, als er auf den DEXIT und seine konkrete Bedeutung für die Programmatik der AfD angesprochen wurde.

Klar ist: Man hätte für den Austritt Deutschlands werben können, wenn man eine verständliche und angesichts der BREXIT-Farce glaubhafte Alternative zumindest rudimentär konzipiert hätte. Dann wäre manches deutlicher gewesen, und die Partei, einst als europaskeptische Gruppe gegründet, hätte ihren Markenkern herausarbeiten können. Oder, was wohl der besseren Alternative gleichgekommen wäre: Man hätte den DEXIT für realpolitisch und wirtschaftlich irreal erklären können und stattdessen offensiv für eine fundamentale Umgestaltung der EU werben können: mit dem Rassemblement national (RN, Ex-Front National), mit der Lega, mit anderen Partnern an der Seite.

Dafür hätte man aber programmatisch gänzlich anders arbeiten müssen. Der öffentliche Kurs von Jörg Meuthen ist inhaltlich (nicht: strategisch) in weiten Teilen unvereinbar mit jenem der französischen Wahlsieger um Marine Le Pen und Jordan Bardella (23,5 Prozent frankreichweit); auch die künftige Zweckallianz ist eben dies: eine Zweckallianz. Eine gemeinsame A-Z-Neujustierung der EU, die man hätte anvisieren können, geben die Übereinstimmungen nicht her; lediglich die Antihaltung zum christ- und sozialdemokratischen Brüsselblock mit seinen grünen Ausläufern schweißt zusammen.

Daß diese rein negative Fokussierung verständlich, indessen auf Dauer nicht ausreichend ist, zeigen zahllose gescheiterte Rechtsfraktionen in Brüssel und Straßburg der letzten 20 Jahre. Ein positive Erzählung der alternativen Rechten zu Europa konnte jahrelang vorbereitet und ausgearbeitet werden. Dies fand, wie in der Zeitschrift Sezession mehrfach befürchtet und ausführlich diskutiert, nicht statt. Der Kampf um die Listenplätze wurde erneut härter geführt als programmatisches Ringen.

AfD-Ost vs. AfD-West oder: Solidarischer Patriotismus vs. Biedermeier-Liberalität

Die relative Ost-West-Spaltung der Partei, ihrer Funktionäre sowie Wähler setzt sich fort. Nur einer der ersten 18 und insgesamt 4 der 30 Kandidaten (!) kamen aus den mitteldeutschen Ländern, die überhaupt die Zweistelligkeit des enttäuschenden Gesamtergebnisses garantierten. Eine erdrückende Mehrheit der Kandidaten auf der Liste zur EU-Wahl kommt damit aus dem Westen – und reiste doch auf dem Ticket der Ostdeutschen.

Ähnlich verhält es sich im Parteivorstand, wo lediglich Frank Pasemann und Andreas Kalbitz aus Sachsen-Anhalt bzw. Brandenburg stammen. Der Rest der Bundesspitze ist eminent westgepolt – mit allen habituellen, strategischen und, in der Konsequenz, auch elektoralen Folgen.

Die AfD erzielte in Ostdeutschland ohne Berlin 22 Prozent, inklusive der rotrotgrünen Hauptstadt 19,6 Prozent. Im Westen erzielte man mit Berlin 8,9, ohne 8,8 Prozent. Besonders auffällig: Überall dort, wo die AfD einen konsequent solidarisch-patriotischen Kurs fährt, konnten beachtliche Erfolge erzielt werden: Sachsen 25,3 Prozent, Thüringen 22,5, Sachsen-Anhalt 20,4, Brandenburg 19,9. Im Osten fällt justament das norddeutsch-zurückhaltend agierende Mecklenburg-Vorpommern mit 17,7 Prozent leicht aus dem Raster.

Besonders desaströs wiederum: Die liberalen Landesverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein mit 6,5 und 7,4 Prozent. Auch Berlin (trotz der starken Oststadtteile!) unter den AfD-Abrißunternehmern Pazderski/Hansel und Rheinland-Pfalz unter Junge geben wie gewohnt kein gutes Bild ab: Man bleibt jeweils unter 10 Prozent. (Alle Landesergebnisse der AfD hier.) Die widersprüchliche Faustregel der AfD: Je östlicher der Landesverband, desto erfolgreicher bei Stimmengewinnen, je westlicher hingegen die Kandidaten, desto erfolgreicher bei den daraus resultierenden Mandats- und Postengewinnen.

Der allfällige Einwand, wonach 10 Prozent Stimmen in NRW mehr "wert" seien als 25 Prozent in Sachsen, muß zurückgewiesen werden. Es geht künftig nicht nur um Nettozahlen, sondern vor allem auch um reelle Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort und alternative Machtoptionen im gesellschaftlichen wie realpolitischen Sinne in den einzelnen Ländern, wo sich noch Widerstandsgeist und Selbstbehauptungswille materialisiert.

Hierfür sind die Ostverbände mit ihrem Landtagswahltrio im September und Oktober 2019 prädestiniert, die Westverbände stagnieren und beharren offenkundig auf ihrem biedermeierähnlichen Wohlfühl-Nationalliberalismus, der vor allem die Klientel einer um Islamkritik erweiterten FDP zufrieden stellt: Das reicht, je nach Bundesland, für 6-9 Prozent der Deutschen, nicht aber für den Status einer Quasi-Volkspartei wie im Osten.

Jenseits der Programmatik ist es vor allem der grundsätzliche Geist, der sich – ein wenig überspitzt formuliert – entlang der alten deutsch-deutschen Grenze von jenem liberalen Ungeist scheidet: Während man im Westen (pauschalisierend, denn positive Ausnahmen sind vorhanden!) immer noch vieles für ein bloßes Mißverständnis hält (den Linksschwenk der CDU, die grünen Erfolge, das Fernbleiben der "schweigenden Mehrheit", die fehlende Unterstützung der Altparteien-stützenden Beamtenschaft, das Zögern des Bürgertums usf.) und die Altparteien nicht ersetzen, sondern korrigieren möchte, verfügt man im Osten über das grundsätzliche Potential, mehr zu sein als nur Korrektiv zum Bestehenden, an dem eben nicht nur die eine oder andere Stellschraube 1998 oder 2015 falsch gestellt wurde.

Hört man AfD-Spitzenpolitikern aus dem Westen in diesen Tagen zu, meint man, die Sehnsucht nach Akzeptanz durch die Platzhirsche des Parlamentarismus förmlich greifen zu können; man will doch nur mitmischen, anerkannt werden, ein paar Änderungen anbringen, schließlich sei man gebildet, moderat und bürgerlich – allein, weder Medien noch Parteienkonkurrenz und ebensowenig die Wähler würdigen das Insistieren auf den nichtideologischen, nichtradikalen "gesunden Menschenverstand".

Für den politischen, medialen und kulturellen Mainstream – d. i. die antifaschistische Einheitsfront von CDU bis Linksszene – ist eine Rechtspartei unter keinen Umständen akzeptabel. Erst wenn man die entsprechende Formation auf Miniaturgröße à la Lucke-LKR oder Petry-Blaue geschrumpft hat, läßt man sie generös in Ruhe. Es ist schwer erklärlich, wieso dieser Allgemeinplatz an der Parteibasis mittlerweile omnipräsent ist, von vielen Funktionären der ersten und zweiten Garnitur jedoch weiter nicht beherzigt wird.

Da jedwedes kämpferische Element, der Drang zum Unversöhnlichen, das freche und mutige Aufbegehren gegen eine Gesellschaft der linksliberalen Hegemonie fehlt, bleibt man in den westlichen Bundesländern eine als langweilig und "Boomer"-haft wahrgenommene Truppe unter ferner liefen. Desweiteren gilt für die Westverbände: Wenn man bereits jetzt als vermeintliche Fundamentalopposition kaum von CSU- oder FDP-Möllemann-Standpunkten zu unterscheiden ist – wo wäre man erst nach etwaigen Koalitionsverhandlungen der Zukunft?

Wer nicht radikal und grundsätzlich (gemeint ist nicht: radauhaft, extremistisch) beginnt, kann seine Positionen später nicht mehr moderat abschwächen. Aber genau dies vollzöge sich ohnehin in jedweder Verhandlungskonstellation. Die Grünen machen es einmal mehr vor: Maximalforderungen und selbstbewußt-kämpferisches Auftreten motivieren die eigenen Sympathisanten, beeindrucken Wechselwähler und gefallen der Jugend; abrücken – zum Wohle der Verhandlungsstimmung mit dem eventuellen Gegenüber – kann man freilich immer noch später. Andersherum geschieht bzw. funktioniert das: nie.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (78)

Benedikt Kaiser
27. Mai 2019 14:37

Kommentar des Twitter-Nutzers Gottfried B. zur Europawahl:

Einordnung

Die Europäische Parlamentswahl liegt nun hinter uns und das Ergebnis wird kaum jemanden überrascht haben. Strahlender Sieger sind die Grünen, die ihr Ergebnis innerhalb einer Wahlperiode verdoppeln konnten, Verlierer die Sozial- und die Christdemokraten.

Dazu muß man nichts mehr schreiben, und so will ich Augen und Kritik auf und an die Alternative für Deutschland richten und dabei zwei verschieden Themen in den Mittelpunkt stellen: Inhalt und Stil.
Im Zuge des Wahlkampfes stand die AfD vor dem großen Problem, daß sie ihre Themen nicht nach dem gewohnten Schema angehen konnte. Bislang genügte es ihr gegen den Euro, gegen offene Grenzen und gegen die Dieselverbote auf deutschen Straßen zu sein, um auf den Debattenzug der Republik aufspringen und den alteingesessenen Konservativen Gehör verschaffen zu können. Mit dem Aufkommen der sogenannten ‘’Friday-for-Future-Demonstrationen’’ beherrschen jedoch seit Wochen Grüne und ihr Umfeld die Medienlandschaft und damit auch die Gesprächsthemen auf der Straße. Im Gegensatz zu den zuvor aufgezählten Themen, können sie sich – Umfragen zufolge – hierbei der Unterstützung der Mehrheit der Deutschen sicher sein.

Setzte die AfD bisher auf die populistische Gegen-stimme, war diese dieses Mal nicht existent. Die Demonstrationen liefen nicht unter dem Motto ‘’Freitage gegen die Vergangenheit’’, sondern ‘’für die Zukunft’’. Anstatt sich der Sorge der Bürger anzunehmen, sich seines Programmes aber treu zu bleiben, und eine Alternative zu den Utopien den Grünen zu bieten, wurde lieber gegen die jugendlichen Demonstranten respektive Schülerinnen und Schüler agitiert, statt für eigene Themen zu werben.

Hier hätte die AfD Akzente setzen können, verschlief aber auf den Zug aufzuspringen und mußte dadurch Stimmen einbüßen. Inhaltlich muß es ihr Ziel sein, endlich ein Profil zu formen, um dieses schärfen zu können. Mit dem anhaltenden Untergang der Sozialdemokraten öffnet sich beispielsweise die Thementür der Renten- und Sozialpolitik, in dessen Raum sich ein Wählerpotential erheblichen Ausmaßes befindet.
Ebenso sollte sie sich Gedanken machen, ob sie sich weiterhin ausschließlich an der alternden Spezies des konservativen Boomers bedienen, oder Politik für die Zukunft machen will.

Meine Stilkritik bezieht sich sowohl auf den internen Umgang als auch auf die scheinbaren Vorbilder der AfD im Westen. Während Hansel wie Uwe Junge ihre Differenzen zum Flügel offen kundtun und auf Twitter die Fäuste (auf die Tastatur) fliegen lassen, können sich ihre Landesverbände in Umfragen nur knapp über der einstelligen Prozentoberfläche halten, wohingegen die von ihnen angegriffenen Verbände die CDU als größte Partei allmählich ablösen.

Die gesamtdeutsche AfD kann entweder den erfolgreichen Weg des Flügels wagen, und somit den Vielfrontenkrieg gegen Sozial-, Kultur-, Umwelt- und Migrationspolitik der Altparteien antreten, oder weiterhin erfolglos und feige vom wirtschaftsliberalen Bunker der FDP zum gesellschaftsliberalen Bunker der Grünen wandern.

Hartwig aus LG8
27. Mai 2019 15:09

Ein Aspekt wird ausgeblendet: Das Personal.
Die Grünen haben es vorgemacht. Der jüngste rasante Aufstieg der Grünen begann mit zwei neuen und weitgehend unbekannten Gesichtern. Damit machte man es den ohnehin geneigten Medien sehr leicht, Habeck und Baerbock zu promoten.
Ebenso in Italien: Salvini hat den "fünf Sternen" das Wasser abgraben können - wohl vor allem wegen seines Charismas. Man kann auch nach Österreich schauen; nicht zur FPÖ, sondern zum immer noch unverbrauchten Jüngling namens Kurz, der trotz der Querelen seine Prozente gewinnen konnte.
Gauland in Ehren, aber der ist sogar für mich eine Großvaterfigur. Und Geert Wilders will wohl auch keiner mehr sehen. Zusammenfassend: Es gibt Hoffnung, denn die 11 Prozent wurden TROTZ des lauen Wahlkampfes und des biederen Personals gewonnen (auch im Osten).

Mitleser
27. Mai 2019 15:23

"Der öffentliche Kurs von Jörg Meuthen ist inhaltlich (nicht: strategisch) in weiten Teilen unvereinbar mit jenem der französischen Wahlsieger um Marine Le Pen und Jordan Bardella (23,5 Prozent frankreichweit); auch die künftige Zweckallianz ist eben dies: eine Zweckallianz."

Wenn das eine Niederlage für AfD war, wie können sie Le Pens Partei als Wahlsieger bezeichnen?

Sie bekam zwar eine relative Mehrheit der Stimmen, aber das war schon vor fünf Jahren der Fall.
Sie konnte ihr Ergebnis, anders als die AfD, weder halten noch verbessern.

H. M. Richter
27. Mai 2019 15:40

Ebenso wie es notwendig ist, die deutschen Ergebnisse der gestrigen Wahl nach Ost- und Westgesichtspunkten zu unterscheiden, ist zu fragen, warum die 'Grünen' vor allem in Deutschland, kaum aber in anderen Ländern nennbare Zuwächse erzielen konnten.

Wenn Kaiser schreibt: "Der vereinigte bundesdeutsche Medienblock – von "Rezo" und Youtube-Influencern bis Öffentlich-Rechtliche – hat diesen Hype in Kollaboration mit Fridays for Future und der grassierenden Greta-Hysterie bestärkt", trifft er damit m. E. den Kern. Es ist nicht auszuschließen, daß wir demnächst 'Waldsterben 2.0' als 'Weltsterben' - und dann mit noch stärkeren, wahnhaften Episoden - erleben werden.

In diesem Zusammnhang frage ich mich übrigens seit längerer Zeit, warum die AfD nicht offensiv das Tabu-Thema der weltweiten Überbevölkerung bzw. Bevölkerungsexplosion offensiv anspricht und zum Dauer-Thema macht. Die Zahlen - allem voran jene aus Afrika ... - sprechen bekanntlich eine derart deutliche Sprache, daß sie in der Lage sind, die abgrundtiefe Verlogenheit links-grüner Weltverbesserungsvorschläge aufzuzeigen. Auch und gerade jungen Menschen ... !

Unabhängig von einem solch' weltumspannenden Thema muß es unmittelbar vor Ort natürlich stets um die Sorgen, Nöte, Hoffnungen und Wünsche des Volkes gehen.

Vielleicht ist ein Ergebnis des gestrigen Tages noch gar nicht in seiner Tiefendimension gewürdigt worden: Die AfD ist im Osten endgültig angekommen. Als Volkspartei ...

Wenn sie dieses Vertrauen, das noch immer Vertrauensvorschuß ist, rechtfertigt, ist vieles möglich.

MARCEL
27. Mai 2019 15:55

Carl Schmitts Kurzdefinition von Politik: "Wissen, wo der Feind steht" wurde im Westen (auch in West-AfD) vernachlässigt. Sozialistische Vergangenheit bürgt eben doch für einen anderen "Härtegrad" sowie für unbestechlichen Realitätssinn als knapp 70 Jahre konsensualer Dauerwohlstand mit tief sitzender Krämer-Mentalität.
Darum: Lassen wir sie ruhig einmal machen, die grün-schwarz-rote Volksfront. Die Realität wird brutal zuschlagen, dann helfen auch keine hippen Youtuber mehr.
Dann könnten wir als gut vernetzter "Schattenstaat" aus den Katakomben wieder hervorkommen. In die aber müssen wir wohl...
Wir haben keinen besseren Alliierten als die Realität!

AlexSedlmayr
27. Mai 2019 16:01

Sehr geehrter Herr Kaiser,

ein sehr treffender Artikel, der genau die Baustellen benennt und noch stärker herausstreicht, die ich auch in meiner eigenen Wahlbetrachtung gesehen habe:

https://theneonative.wordpress.com/2019/05/27/eu-wahl-2019-stabile-afd-gruene-auf-steroiden/

Auch wenn ich den Misserfolg der AfD nicht gar so düster sehen will, angesichts der widrigen Umstände und dem ganz anderen Charakter einer EU-Wahl gerade im rechten Spektrum, womit wir aber bei der Bandbreite der Unterlassungen und Fehler der AfD und ihrer europäischen rechten Mitparteien sind.

Der DEXIT sollte zurecht als Ultima Ratio aufgebaut werden (und dann notfalls auch ohne Kompromisse) das stärkt das Profil und beweist eine den Grünen ähnliche Haltung zur Sache.

Andererseits hätte man klar kommunizieren müssen, diese Zeit ist nicht jetzt und wir wollen damit auch nicht den einfachen Weg gehen, sondern bevor wir dieses Mittel legitim anwenden können, müssen wir alles in unserer Macht stehende tun, um die doch an sich nützliche vereinigung Europas gegen auswärtige Machtblöcke, in unserem Sinne zu erobern oder rückzuerobern und ihr unseren Stempel aufzudrücken.

Auch der Widerspruch zw. West und Ost wird ein hartes Problem sein, wo auch deutlich wird, dass die AfD auch national ein Konzept vermissen lässt. Das muss nicht bedeuten auf die ein oder andere Seite allein zu setzen und die andere abzustoßen, wie es von Flügel und Bürgerlich-Liberalen immer wieder gegenseitig heißt, sondern in den konkurrierenden Fragen eine stimmige Synthese herzustellen und ansonsten Ost- und Westwahlkämpfe mit anderen Schwerpunkten zu designen (und bei Auftritten in Essen den Höcke mal liber in Thüringen zu lassen) und umgekehrt.

Wichtig muss aber sein auch deutlich zu machen, dass im Prinzip hier nur eine Umverteilung der wählergrößen im Linken Lager die Grünen so aufpumpt, also der Raum für den Linksruck an sich nicht größer ist, dass die Machtkonzentration in einer linken Partei, den Grünen, allerdings noch mehr Macht einräumt, sodass wir unsere Gegenstrategien darauf zuschneiden müssen.

Laurenz
27. Mai 2019 16:12

Die Analyse der AfD-Europa-Kampagne ist absolut korrekt. Die Schlußfolgerung hingegen, ergibt sich doch auch für einen Herrn Meuthen oder Herrn Gauland von selbst. Es ist ja nicht unbedingt so, daß die beiden Herren total bescheuert sind.
In meinem Wahlbezirk, mit vielen Jung-Akademikern, lagen die Grünen sogar noch weit vor der CDU. Hier macht sich eben der Flynn-Effekt bemerkbar, der ja vor allem die jüngeren Mitbürger betrifft. Da hat Herr Kaiser Recht, den sollte man mit ins politische Kalkül miteinbeziehen, Glaubensbekenntnisse mit der Ausstrahlung mit Game of Thrones-Charakteren werden die nähere Zukunft sein.

Man kann die Neuen Länder nicht direkt mit den Alten - vergleichen, aber diese Wahl war doch hervorragend, um den Erfolg der unterschiedlichen AfD-Strategien offensichtlich zu machen. Ganz egal, wie weit die AfD bei den nächsten 3 Landtags-Wahlen kommt, der Erfolg wird so einschneidend sein, daß sich alleine durch die Zahl der neuen Abgeordneten das Machtverhältnis innerhalb der AfD verschoben wird. Die Blöße der Blockparteien sich auf 4er-Koalitionen einlassen zu müssen, mit nur der AfD in der Opposition, werden zu einem Abgesang der deutschen politischen Szene werden.
Was man hier nochmals bemerken muß, ist die Forderung Herrn Kubitscheks nach mehr Professionalität im Medienauftritt der AfD. Was man den Grünen, vor allem mit deren Schergen aus dem öffentlich-rechtlichen Funk, zugestehen muß, ist das optimale Timing des Freie-europäische-Gretchen-Jugend-Hypes. Der schwappte sogar bis rüber nach Frankreich und erreichte dort 12%. In Schweden, dem Herkunftsland der gestörten Erlöser ging dem Hype bereits die Luft aus. Die schwedischen Grünen grützten voll ein. Und ja, ein mehr europäischer Anstrich, den Herr Meuthen wohl etwas zu spät eingesehen hat, tut der AfD nur gut. Allerdings sollte man im Auge behalten, daß auch die sich europäisch fühlenden Deutschen in einer Oase leben, einer Wahnehmungsblase. Um Deutschland ist es in Europa sehr einsam geworden.

Gotlandfahrer
27. Mai 2019 16:22

Der Analyse stimme ich vollends zu und ergänze als Indiz dafür, dass westlich-liberales "Cucking" für die AfD genauso ein aussichtsloses Spiel ist, wie ohnehin für die gesamte Heimat, dass sogar im konfrontationsscheuen Hamburg noch 2001 die Schill'sche Schwefelpartei auf 19,4 Prozent kam. Sicher sind in den letzten 18 Jahren einige treue Kohorten von uns gegangen, andererseits ist die Lage seitdem noch deutlich dramatischer. Um es im Aprés Ski Jargon zu sagen: Mama Lauda (sonst hört Dich keiner).

Was spricht gegen eine Aufspaltung der Partei in einen nationalen Teil (der im Westen sicher nicht sehr viel weniger als die heutigen Ergebnisse einführe, denn wer hier trotz der Verweichlichung AfD gewählt hat, tut dies sicher nicht wegen der Verweichlichung) und einen dem Verschwinden anheim gegebenen Liberalen Part, der verzweifelt um Aufnahme im Kartell bettelte?

Lotta Vorbeck
27. Mai 2019 16:34

So man dies logistisch zu bewältigen vermag, ist's nicht sonderlich schwer, an von der AfD-Bundestagsfraktion in Bundestagsräumlichkeiten immer wieder angebotenen Veranstaltungen teilzunehmen.
Bei solchem Anlaß werden auch jeweils Einladungen zu Folgeveranstaltungen verteilt.

Man erscheine eine halbe, bis dreiviertel Stunde vor Veranstaltungsbeginn, so läßt sich bei freier Platzwahl das Eintreffen der Veranstaltungsteilnehmer bestens beobachten und studieren.

In höchstem Maße irritierend ist allein schon der Umstand, wieviele dieser AfD-Leute auf AfD-Veranstaltungen Erzeugnisse der (ihnen spinnefeindlich gesonnenen) Systempresse gut sichtbar mit sich herumschleppen.

Bei solchen Anlässen ist all das, was Benedikt Kaiser vortrefflich beschreibt mit Händen greifbar, wobei sich der externe Beobachter solcher Veranstaltung konsterniert fragt, ob es einem Großteil des bei derartigen Anlässen sichtbaren AfD-Gefolges nicht lediglich darum geht, sich einen Platz an den noch immer bis zum Bersten gefüllten Futtertrögen des Systems zu sichern.

Die 11% die am gestrigen Sonntag dennoch eingefahren werden konnten, sind nicht Lohn guter real-, medien- und metapolitischer Arbeit, sondern resultieren allein aus dem Unstand, daß es die AfD gibt.

Andersherum betrachtet, generierte der Altparteienblock - trotz fortgesetzt betriebener, desaströser Politik zum Schaden von Volk und Land - insgesamt beinahe 90% Zustimmung.

So, wie es augenblicklich läuft, wird das freilich nix mit der "Wir-holen-uns-unser-Land-zurück"-Reconquista.

Laurenz
27. Mai 2019 16:35

@Gotlandfahrer .... halten Sie doch die Weicheier der AfD nicht für blöd. Die wissen haargenau, wer die Kastanien aus dem Feuer holt. Und ein Mandat bei der AfD ist doch allemal besser als ein Scheitern bei der FDP. Jeder weiß, der Wähler braucht keine zusätzliche Kopie der FDP. Da ist ja schon fast die Existenz des Originals eine Überforderung.

Niekisch
27. Mai 2019 16:36

Eine kleine Großstadt im Ruhrgebiet, Wahlbezirk mit vielen ehemaligen Bergarbeitern, "einfachen" Leuten und hohem Migrantenanteil: CDU 21,7%, SPD 23,8%, AfD 20,2%, Grüne 14,5%, Linke 4,5%, FDP 3,9%, "Sonstige 11,4%. Wahlbeteiligung 57,6%. Wahlkampfaktivität der AfD = Null. Trotzdem Verdoppelung des Ergebnisses von 2014.

Frage an die Runde: Was könnte uns das sagen?

Hartwig aus LG8
27. Mai 2019 16:59

"" ... ist zu fragen, warum die 'Grünen' vor allem in Deutschland, kaum aber in anderen Ländern nennbare Zuwächse erzielen konnten. ""

@H.M. Richter
Vielleicht liegt es einfach daran, dass viele europäische Länder größere wirtschaftliche Probleme haben als wir. Möglicherweise bewegt sich "grün" proportional zum Wachstum, umgekehrt proportional zur Arbeitslosigkeit. Kann man ja auch innerhalb Deutschlands erkennen.

nom de guerre
27. Mai 2019 17:17

@ Niekisch
Frage an Sie: Besteht der hohe Migrantenanteil in Ihrer Stadt zum großen Teil aus Russlanddeutschen? Anders kann ich mir die rund 20% AfD nicht erklären.

Bei uns in der Gegend (ländlich geprägt, klassisch eher zur CDU tendierend) liegt das Ergebnis der AfD zumindest über dem westdeutschen Durchschnitt. Anzahl der AfD-Wahlplakate, die ich in den letzten Wochen gesehen habe: 1 (hing sehr hoch; man hätte sich anstrengen müssen, um es abzureißen). Dafür jede Menge Großplakate der Grünen. Was uns das sagen will? Keine Ahnung. Aber wenn Benedikt Kaiser meint, es sei ein Irrtum, wenn man im Westen vielfach nach wie vor von einem Missverständnis ausgeht, möchte ich dem widersprechen. Natürlich, aufseiten der Politik liegt kein Missverständnis vor, die machen genau das, was sie machen wollen. Auch eine "schweigende Mehrheit" aufseiten der Bürger gibt es nicht. Aber es gibt m.E. sehr wohl eine - leider erdrückende - Mehrheit, die immer noch nicht sieht, was da eigentlich stattfindet. Die meint, mit der Energiewende gäbe es immer noch sicheren Strom, nur eben aus einer anderen Quelle. Die die ökologischen Folgen ebenjener Energiewende nicht erkennt (dazu passend das Grünen-Plakat mit dem Vögelchen - welch ein Hohn!). Die nicht in der Lage ist, zu verstehen, was es eigentlich heißt, wenn eine einflussreiche Politikerin sagt, eine Folge der Massenmigration werde sein, dass die Regeln des Zusammenlebens in Deutschland jeden Tag neu ausgehandelt würden (ich meine, offener kann man ja nicht sein; trotzdem wird so etwas hingenommen). Usw. usf.
Bin derzeit etwas ratlos, wie es weitergehen soll - nicht nur wegen des gestrigen Wahlergebnisses. Vielleicht haben wir es einmal mehr damit zu tun, dass in Deutschland der Kelch bis zur Neige geleert wird.

Patricius
27. Mai 2019 17:21

Ich bin nicht der Auffassung, dass die AfD im Westen verhältnismäßig wenig Stimmen holt, weil sie zu lasch und zu wenig radikal auftritt. Die AfD gilt bei den Menschen doch als extremistische Nazipartei. Das ist genau der Grund, warum die AfD Stimmen verloren hat und warum selbst Konservative sie nicht mehr wählen. Das mediale Märchen von der Radikalisierung hat in den letzten paar Jahren einfach verfangen. Würde die AfD im Westen noch forscher auftreten, würde sie kein Prozent mehr bekommen, höchstens noch ein, zwei Prozent mehr verlieren. Das ist die traurige Wahrheit.
Und die Jungwöhler, lieber Herr Kaiser, wählen nicht Grün, weil die forsch und selbstbewusst auftreten, sondern weil sie, die jungen Menschen, ideologisch! (Stichwort: "Mensch ist Mensch" und "für Klimaschutz") mit diesen übereinstimmen, so einfach ist das. Es gibt außer in sehr ländlichen Gegenden kaum Jugendliche im Westen, die nicht irgendeinen "Ausländer" im Freundes- oder Bekanntenkreis haben und die Jugend will einfach nicht, dass die AfD den rausschmeißt und auch nicht dass die von der AfD wieder alles so machen wie beim Hitler, also mit den Juden und dem Krieg und so...

sok
27. Mai 2019 17:31

Vielleicht sollgte man wirklich aufzeigen, wie das Klima gerettet werden kann. Es ist kaum umstritten, dass man das Bevölkerungswachstum am stärksten durch die Bildung von Frauen beeinflussen kann. Eine weltweite Bildungsoffensive für Frauen wäre bestimmt viel effektiver Klimaretungsmaßnahmen, die bisher ergriffen werden.

Ein afrikanischer Wissenschaftler hat z. B. die Meinung vertreten, dass es ausreicht,wenn man in ganz Afrika das Fernsehen empfangen kann . Die Frauen sehen dann Familien mit wenigen gut ausgebildeten Kindern, die im Wohlstand leben.

RMH
27. Mai 2019 17:48

Kann der Analyse nur zum Teil folgen. In einem Punkt habe ich aber eine klare Meinung:

Mit einer echter Dexit-Position wären die Wahlen noch schlechter ausgefallen. Das zeigt sich bspw. an der massentaugliche Mehrheits-Meinung in Deutschland, die den Brexit-Briten keinen fairen deal gönnt. Die Deutschen sind grundsätzlich schon gerne in der EU und mögen bspw. das freie Reisen in der EU - sie sind nur genervt vom Bürokratismus und der ewigen Zentralisierung. Ein klares Bekenntnis zur EU und zu deren Reformbedürftigkeit ist hier m.M.n. eher anschlussfähig, wenn man mehr als 5% haben will.

Im Übrigen sollten die ostdeutschen Verbände der AfD froh sein, dass ihr zu Hause bekanntes Personal nicht in die EU abgezogen wird. Wie dünn die Personaldicke der AfD ist, sehen wir gerade in Bayern. Hier fehlt bspw. ein Herr Bystron als Fraktionsvorsitzender im Landtag an allen Ecken und Enden und in Berlin erscheint er mir hingegen entbehrlich zu sein. Das Argument der Osten liefert und bekommt zu wenige Mandate, ist in Bezug auf Europa daher nur auf den ersten, rein arithmetischen Blick richtig. Strategisch gesehen eben nicht.

Im Übrigen möchte ich mit @niekisch voll anschließen. Überall, wo es gesellschaftlich etwas "bunter" ist, wurde bspw. auch in Bayern AfD 2-stellig gewählt (die CSU konnte hier vor allem auf dem Lande wieder gut reüssieren). Hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang, dass selbst in Würzburg, mit insgesamt >30% für die Grünen, in dem Stadtteil, wo "die Russen" wohnen und welches auch sonst etwas "abgehängt" ist (Heuchelhof), die AFD satt abgeräumt hat (in einem Wahllokal sogar über 30%).

Die Deutsch-Russen werden es im Westen richten müssen.

cnahr
27. Mai 2019 17:54

Sehr gute Analyse. Eine Ergänzung zu der Wahlbeteiligung: nicht nur hatten 38,6% gar nicht gewählt, sondern zusätzliche 12.9% hatten Klein- und Kleinstparteien gewählt (an der Spitze Freie Wähler und Die Partei). Mit anderen Worten, weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten hat die Europawahl überhaupt ernst genommen. Der EU-skeptischen AfD dürfte das überproportional geschadet haben.

Davon abgesehen ist es richtig, dass die AfD in Bezug auf Europa extrem verwirrt auftrat. Keine klare Strategie, die Plakate die ich gesehen habe waren einfach peinlich.

Speziell bayerisches Problem: CSU-Mann Manfred Weber als Präsidentenkandidat wurde überall beklebt (“Ein Bayer für Europa!”) und ganz offensichtlich ließen sich viele Bayern, die von Weber sonst nichts wußten, davon beeindrucken. Daher besseres CSU- und schlechteres AfD-Ergebnis in Bayern, als man sonst erwarten könnte.

@Niekisch: Die AfD hat sich in der Tat fest als Arbeiterpartei etabliert und holt ihre meisten Stimmen in diesem Milieu. Kleines Problem: in Deutschland gibt es heute nicht mehr so besonders viele Arbeiter, insbesondere deutsche Arbeiter. Das wird auf Dauer nicht reichen.

Fritz
27. Mai 2019 18:17

Ich muss sagen ich teile den Pessimismus auch nicht. Siege der Populisten in Italien, Frankreich, England, Polen, Ungarn.... mein Gott, das ist doch ein Positives Zeichen oder?

Immer noch S.J.
27. Mai 2019 18:49

Die Analyse, so schmerzlich sie sein mag, trifft in ihrer konstruktiven Tonart zu. Einige Anmerkungen: Die AfD hat es jedem, der unter der Wucht der Eindrücke im Zuge der Migrationskrise ab dem Jahr 2015 Halt und Erneuerung suchte, nicht leicht gemacht. Die Partei, die ihrerseits Erneuerung und zupackende Dynamik versprach, schreckte schon bald in vielen Kreisverbänden interessierte Bürger mit einem Verhalten ab, das sich gut mit dem auf die SPD gemünzten Bonmot „SPD – Sind Posten da?“ beschreiben lässt. Es mag verständlich sein, dass sich die für die AfD aufopfernden älteren Mitglieder vor dem Hintergrund der vielen Mühen und Anfeindungen eine Belohnung bei den Wahlen in Form eines Mandats erhofften. Andererseits passte das einfach nicht ins Bild einer Partei, die Vetternwirtschaft oder Parteiklüngelei anprangert und sich gleichzeitig überraschend intensiv mit Wahlen, Listenplätzen und Karriereschritten beschäftigt.

Entsprechend ein anderer Befund. Die AfD ist eine Partei der Widersprüche. In loser Reihung: Obwohl die AfD beispielsweise die Medien permanent kritisiert, biedert sie sich geradezu an, um zu gefallen. Auftritte in Talkshows werden angekündigt („Unbedingt einschalten!“), jede Kritik wird zerknirscht aufgegriffen, medienwirksam reflektiert und ggf. mit einem Dementi eine Äußerung relativiert; die AfD spielt das Spiel, das man ihr aufdrängt und folglich spielt sie es schlecht. Es spricht wenig dagegen, mutige Schritte zu gehen und beispielsweise bestimmte Szenarien oder Medienformate nicht mehr zu bedienen, solange sich die Medien nicht selbst hinterfragen.

Aus meiner Sicht katastrophal ist das Auftreten in zwei Kernbereichen der Gegenwartspolitik. In der Klimapolitik gebietet es die Vernunft, im Sinne der Bewahrung der Natur Vorsichtsmaßnahmen in die Wege zu leiten oder zu befürworten, die höchst offensichtlich vernünftig sind. Dazu zählen Emissionsreduzierungen oder der Druck auf die Wirtschaft, lächerliche Softwaretricksereien an Fahrzeugen zu bestrafen. Stattdessen führt die AfD eine Debatte um die Fragwürdigkeit von Klimamodellen, erweckt den Eindruck des Sektierertums und überlässt den aus meiner Sicht inkompetenten Grünen mit ihrem Aktionismus das wichtige Feld der Klimapolitik. Dabei ist die Bewahrung das konservativste Markenzeichen, das man sich denken kann. Desgleichen die Sozial- und Rentenpolitik. Als hätte es nicht genug Bemerkungen gegeben, die AfD kriege kein Konzept auf die Reihe, bestätigt diese Partei das auch noch, indem sie tatsächlich keine Entscheidungen hinbekommt und sich beispielsweise zur Solidargemeinschaft bekennt.

Die spezifische bundesrepublikanische Mentalität, der linksgrüne Mainstream und die alles überlagernde Political Correctness erschweren zweifellos jeden Start. Das ist in Ungarn nicht so. Das gemeinsame Wollen ist ausgeprägt. Die (West-) Deutschen dagegen wollen nicht zupacken. Es muss nachdenklich stimmen, wenn auch viele meiner ungarischen Landsleute Schwierigkeiten haben, der AfD ein gutes Zeugnis auszustellen, weil wir die zupackende Art vermissen oder das gesamte Vorgehen als ungeschickt empfinden. In Ostdeutschland ist das allerdings zum Glück anders. Dort ist Patriotismus greifbar. Der ist für ein Europa der Vaterländer unentbehrlich.

Solution
27. Mai 2019 18:52

Herr Kaiser hat meine volle Zustimmung. Die AfD enttäuscht immer mehr. Was ist aus der Aufbruchstimmung geworden? Dieser großteils handzahme liberale Bürgerverein kann immer weniger überzeugen.

Imagine
27. Mai 2019 19:28

Der erste Schritt in der Wahlanalyse sollte m.E. sein, das „wahre Wahlergebnis“ darzustellen, also den Anteil der Wählerstimmen in Relation zu den Wahlberechtigen.

Bei 61,4% Wahlbeteiligung bedeutet dies:

CDU/CSU 19,5%
SPD 10,6%
Grüne 13,8%
Linke 3,7%
AfD 7,4%
FDP 3,6%
alle anderen Parteien 8,7%

Die Annahme ist:
Wer eine bestimmte Partei und deren Politik unterstützen will, geht wählen und gibt seine Stimme für diese Partei ab.
Das „„wahre Wahlergebnis“ zeigt, dass keine Partei mehr als 20% Anhängerschaft in der Bevölkerung besitzt.
Von den 6 im Bundestag vertretenen Parteien kommen 3 über 10%, die Linke und die FDP noch nicht einmal auf 5%.

Die einzige Partei, die in Opposition zur Migrationspolitik steht, nämlich die AfD, kommt nur auf 7,4%.

Würde das Narrativ der nationalen Rechten stimmen, dass ein großer Teil der Bevölkerung die Massenimmigration als das am dringendsten anzugehende Problem ansieht, dann würde die AfD Stimmen im hohen Prozentteil erhalten. Jedoch beträgt ihre Anhängerschaft tatsächlich noch nicht einmal ein Zehntel.

Willkommen in der Realität!

Hinter der AfD-Politik steht keine „Silent Majority“, sondern noch nicht einmal 10% der Bevölkerung und bei der jungen Bevölkerung noch viel weniger.

Rechte Mehrheiten, wie es sich das „Lager“ der nationalen Rechten wünscht und herbeiphantasiert, wird es erst am St. Nimmerleinstag geben.

Die Grünen wurden von rund einem Siebtel gewählt. So groß scheint die Angst der Bevölkerung vor der ökologischen Katastrophe nicht zu sein.

Was ist als Grund für das relativ gute Abschneiden der Grünen in Erwägung zu ziehen?

Meine Hypothese ist, dass die Grünen von den neoliberalen Blockflöten jene Partei sind, die am wenigsten Kritik erfährt.

Dabei wäre es doch so leicht, die Grünen zu kritisieren, genauso leicht wie die Systemlinken. Denn effektive ökologische Politik ist genauso wenig wie der Sozialismus mit dem Kapitalismus kompatibel.

Nur vom wenn sollen die Grünen diese Kritik erfahren?

Es gibt unter den etablierten Parteien keine einzige, die kapitalismuskritisch ist. Die AfD schon gar nicht.

Nein, mit der AfD wird es nie etwas werden. Nicht mit dem neoliberalen Meuthen an der Spitze. Aber auch nicht mit einer anderen SpitzenkandidatIn. Denn die AfD wird mehrheitlich nie etwas anderes sein als eine neoliberale und prokapitalistische Partei ohne wirkliche Zukunftsalternative. Und daher wird sie auch nie zu einer echten Alternative für Deutschland werden.

Wie von mir an anderer Stelle ausgeführt wurde, ist bei den etablierten Parteien hinsichtlich der Massenimmigration ein Kurswechsel zu erwarten. Und zwar aus Gründen der Systemerhaltungslogik. Soziale Systeme funktionieren so.

Halenberg
27. Mai 2019 19:54

Sie können es einfach nicht lassen, die "Flügler" (An. Poggenburg) hier. Ein hõchst einseitiger Kommentar, der die Realität im Westen verkennt.

Glast
27. Mai 2019 20:11

@Patricius
Wohl wahr. Auf unserem Schulhof (Realschule/Gymnasium) rappen die 6-Klässler fröhlich gegen die AFD. Sind doch alles Nazis. Und die 40 % ethnischen Deutschen unter den Schülern erfinden sich zum Teil einen Migrationshintergrund - 1/4-Italiener, 1/16-Russe... alles dabei!

Niedersachse
27. Mai 2019 20:55

@Fritz

"Ich muss sagen ich teile den Pessimismus auch nicht. Siege der Populisten in Italien, Frankreich, England, Polen, Ungarn.... mein Gott, das ist doch ein Positives Zeichen oder?"

Ja für Europa als Ganzes, aber nicht für Deutschland. Das schlechte Abschneiden der AfD ist hier schon zur Genüge thematisiert worden, die Gründe sind vielfältig und überwiegend bei der Partei selbst zu suchen (ja ihr seit gemeint, liebe "politikfähige" Westverbände).

Die Kernfrage lautet doch nach wie vor, warum der Zustand gerade in den alten Bundesländern von einer überwältigenden Mehrheit als akzeptabel angesehen wird. Natürlich kann man der AfD vieles vorwerfen, ihren wischiwaschi Kurs zum Dexit, ihre im Westen praktizierte Anbiederei an Etablishment, ihre Personalquerelen u.v.m.

Das alles ist aber kein Grund den Altparteien in einem so erheblichen Umfang Stimmen zu geben. Bei mir im Raum Hannover war es nicht anders. 92 Prozent für die Altparteien, 8 Prozent für die AfD und das vor dem Hintergrund, dass Hannover mittlerweile in vielen Bereichen einem orientalischen Basar gleicht. Ehrlich: Meine eigenen Landsleute sind mir fremd geworden, ich verstehe sie nicht. Diese üble Mischung aus politischer Kurzsichtigkeit, Hedonismus und kaltschnäuziger, arroganter Preisgabe des Traditionellen und Althergebrachten. Dieser fiebrige Wahn, mit der alles Moderne, Kosmopolitische und Internationale kritiklos abgefeiert wird, hat mich mehr als einmal an der geistigen und charakterlichen Mündigkeit der (West) deutschen zweifeln lassen.

Halenberg
27. Mai 2019 21:00

Nachtrag: Da ich es versäumt hatte, bei der Leserbefragung teilzunehmen, hier mein - zugegebenermaßen nun ungefragter - Leserwunsch: weniger politische Analysen und möglichst keine Tipps, wie man es besser machen sollt, von Autoren unter 35. Gedichte, Lieder, Liebe, das schon.

Search4M
27. Mai 2019 21:10

Zu allererst ist festzustellen, dass Deutschland bei den EU-Wahlen einen Sonderweg gegangen ist. Nur hier hatten die Grünen derartige Zuwächse (im geringen Maß auch Frankreich). Sei es den Grünen gegönnt, sie werden im EU-Parlament = Scheinparlament keine Umbruchwirkungen erzeugen können.

Die EU-Wahlen, zufällig fast in der Mitte der Legislaturperiode, sind eine Momentaufnahme und eine Bestandsaufnahme für die Bundestagswahlen in zwei Jahren und dabei ist (heute) festzustellen, dass das große Thema heute ein anderes ist, als 2017. Wurden die BT-Wahlen 2017 stark geprägt durch das Migrationsthema, haben wir heute bei Jungwählern und Wählern mittleren Alters eine Art Massenpsychose namens Klimareligion und das ist nun nunmal Homeland für die Grünen.

Bezüglich des Wahlausgangs kann man mit Bill Clinton nur sagen "it's the elector, stupid". Man könnte jetzt seitenlang alle Wahlkreise durchforsten, es geht aber auch abgekürzt: je urbaner, jünger und bildungsnäher desto Grüner, je ländlicher, älter und bildungsferner desto AfD. Die CDU scheint noch immer (CSU in Bayern sowieso) flächendeckend einen unbeirrbaren Wählerstamm von 22% bis 28% zu haben. Die LINKE und die FDP vernachlässige ich hier. Die SPD hat nur noch die Stimmen von den immer weniger werdenden letzten treuen Seelen, ist also auch vernachlässigbar.

Die AfD steht aus meiner Sicht am Prellbock und hat ihren Peak erreicht. Die AfD hat noch immer keine von Inhalten überzeugte, homogene Wählerbasis > 10% bis 12%. Ausserdem hat die AfD keine Annalena, keine Katha und keinen Robert. Der hohe Anteil an Akademikern bei der AfD kommt beim Wähler nicht rüber. Die AfD ist großteils noch immer der Hafen für Protestwähler, um das Establishment zu schwächen und weil "man halt sonst niemanden wählen kann". Das habe ich gerade im Fernsehen von einem in Görlitz Interviewten so gehört. Trotzdem wird die AfD im Herbst bei den Landtagswahlen im Osten erfolgreich sein, eben nach der Regel: je ländlicher, älter und bildungsferner (weißer Mann).

Die Wahlen von gestern sind schon wieder Schnee von gestern. Jetzt ist abzuschätzen, welches Thema in zwei Jahren beim Wahlkampf das bestimmende sein wird. Wieder Migration, noch mehr Klimawahn, Rezession, Sozialstaat, EU-Krise, EURO-Krise, Krieg im Iran? Dabei ist auch Fakt, dass in zwei Jahren eine Menge der Friday-Kids von heute wahlberechtigt sein werden. Die Grünen werden diese Leute pflegen und alle anderen Parteien können nicht plötzlich grüner werden als das Original.

Die Frage ist also wieder: "was denkt die größere Menge der Wähler" in zwei Jahren? Wollen sie am Ende BMW doch verstaatlichen und Immobilienhaie enteignen, oder wollen sie wieder Atomkraftwerke, damit der Strompreis fällt und es keine willkürlichen Stromabschaltungen gibt? Eines scheint mir schon heute klar: wenn nicht das Aussergewöhnliche passiert, wird die Masse der Wähler nicht nach rechts abbiegen.

Lotta Vorbeck
27. Mai 2019 21:37

@Halenberg - 27. Mai 2019 - 09:00 PM

"... hier mein - zugegebenermaßen nun ungefragter - Leserwunsch: weniger politische Analysen und möglichst keine Tipps, wie man es besser machen sollt, von Autoren unter 35. Gedichte, Lieder, Liebe, das schon."

********************

Sie haben noch etwas vergessen:
Vegane Kochrezepte und Bewertungen neuester Nordic-Walking-Techniken für Leute über 35.

Franz Bettinger
27. Mai 2019 21:50

@imagine: Die Erde war nie flach und es gab auch nie Hexen, obwohl 99,9% der Menschen solches glaubten. Und es steht auch kein katastrophaler Klimawandel bevor, egal wie viele Menschen deshalb Grün wählen. Willkommen in der Realität! Der sind Wahlen, Umfragen und Meinungen völlig egal.

Der Gehenkte
27. Mai 2019 22:17

@ Imagine
27. Mai 2019 19:28
"Der erste Schritt in der Wahlanalyse sollte m.E. sein, das „wahre Wahlergebnis“ darzustellen, also den Anteil der Wählerstimmen in Relation zu den Wahlberechtigen."

Das ist ein alter, scheinbar nicht auszurottender Denkfehler. Ihre Prämisse stimmt nicht und selbst wenn sie stimmte, sind Ihre Konklusionen noch immer falsch.

Sie müßten zuerst nachweisen können, daß das "wahre Wahlergebnis" vom "falschen" wesentlich abweichen würde. Stattdessen sollte man annehmen, daß sich die Nichtwähler in der statistischen Verteilung in etwa ähnlich verhalten würden wie die Wähler.

Sie verkennen zudem, daß die Wahlentscheidung für eine Partei nur in den seltensten Fällen einer Komplettzustimmung zum Programm gleichkommt. Man wählt eine Partei nach Prioritäten. Wer AfD wählt, für den dürfte in der Regel das Migrationsthema das dringlichste sein. Aber auch wer Grün wählt, kann migrationskritisch sein, nur steht dieses Problem nicht ganz oben auf der Prioritätenliste.

Man geht auch nicht zwangsläufig wählen, um eine Partei zu unterstützen, sondern kann auch gehen, um eine andere Partei nicht zu unterstützen.

https://www.youtube.com/watch?v=1Uju1fvEXAw

Schließlich spielt auch die Personenwahl eine Rolle. Jugendliche Strahlefrauen mit schweeweißen Zähnen sprechen menschlich eher an, als alte Männer mit Runzelstirn. Inhalte spielen hier die zweite Geige. Kurz: Wahl oder nicht und wenn ja, dann welche, hängt von mehr als rein politischen Entscheidungen ab.

Ein Satz wie: "Hinter der AfD-Politik steht keine „Silent Majority“, sondern noch nicht einmal 10% der Bevölkerung " ist doppelt problematisch: Einerseits stehen nur ganz wenige Menschen komplett hinter der AfD, andererseits stehen mutmaßlich viel mehr als die 10% punktuell hinter dieser Partei. Unabhängig davon ist sie für viele nicht wählbar, weil man ihre Rhetorik - unabhängig vom Programm - nicht akzeptieren kann. Das gilt natürlich für alle anderen Parteien ebenfalls.

Usw. Es gibt noch eine ganze Reihe an derartigen Widersprüchen, die auszufalten man die intrinsischen Widersprüche der parlamentarischen und repräsentativen Demokratie diskutieren müßte.

Gelddrucker
27. Mai 2019 22:23

@Patricius:
"Es gibt außer in sehr ländlichen Gegenden kaum Jugendliche im Westen, die nicht irgendeinen "Ausländer" im Freundes- oder Bekanntenkreis haben und die Jugend will einfach nicht, dass die AfD den rausschmeißt"

Das sehe ich auch als sehr großes Problem. Meiner Meinung nach sollten wir die europäischen Migranten größtenteils als Verbündete sehen und ihnen die Möglichkeit geben, vollwertige Deutsche zu werden, z.B. durch Namenseindeutschung, zumindest dann deren Kinder sollten einen deutschen Nachnamen tragen. Dann sind auch die Statistiken über den Mihigru nicht mehr so deprimierend. Ich sehe keinerlei Möglichkeit zur Remigration größerer Gruppen europäischer Einwanderer, ohne den Laden an die Wand zu fahren.

Bei Afrikanern (Illegalität) und Arabern/Türken (über die Religion) bin ich optimistischer.

Zum Wahlergebnis: Schlecht, aber nicht allzu schlecht. Im Wesentlichen hat sich nichts verändert. Kleinparteien stehlen Stimmen und die Strache-Affäre hat sicherlich auch etwas gekostet. Bleibt also alles beim Alten.

Imagine will uns wieder demotivieren. Man braucht keine Mehrheiten, sondern eine entschlossene und laut genug schreiende Minderheit, um Dinge zu verändern.

Thomas Martini
27. Mai 2019 22:25

"Die Kernfrage lautet doch nach wie vor, warum der Zustand gerade in den alten Bundesländern von einer überwältigenden Mehrheit als akzeptabel angesehen wird." - Niedersachse, 27. Mai 2019 20:55

Die Ursache dafür ist ganz offensichtlich die Veramerikanisierung der westdeutschen Bevölkerung. Ja lol ey, wie kann man das übersehen?

Es entspricht nur der Logik: Ein Volk, das seine Vergangenheit und die des eigenen Kontinents wegwirft und vergisst, beraubt sich auch jeder Möglichkeit, eine kritische Distanz zur Gegenwart aufzubauen. So bleibt dem westdeutschen Restvolk halt nichts weiter übrig, als das zu schlucken, was es von diesem System an Propaganda vorgesetzt bekommt.

Vor der Europawahl hat das (neo)liberal-kapitalistische Medienkartell im deutschsprachigen Raum fast unmerklich eine erfolgreiche Kampagne durchgezogen, um ein akzeptables Wahlergebnis einzufahren. Diese konzertierten Aktionen der etablierten Medien, auch als Reichweitenverstärker der "Social Media", ersetzten nun zum ersten Mal den eigentlichen "Wahlkampf". Erstaunlich ist das insofern, daß dafür zwei Videos ausreichten. So weit reicht die Aufmerksamkeitsspanne beim aufgeklärten, mündigen Bundesdeutschen noch, er kann aufnehmen, daß die FPÖ, also die AfD, also die Rechten korrupt und verräterisch sind, und die CDU zusammen mit der SPD unser aller Zukunft zerstört. Ja lol ey!

Vielleicht schickt die AfD ihre Mitglieder mal zum Praktikum bei Ströer, um Inhalt und Stil einem "Update" zu unterziehen?

"Es gibt unter den etablierten Parteien keine einzige, die kapitalismuskritisch ist." - Imagine, 27. Mai 2019 19:28

Liberalismus und Kapitalismus sind nunmal die tragenden Säulen aller westlichen Demokratien.

Dagegen in der von supra- und internationalen Institutionen, Gesetzen, Verträgen und Verpflichtungen geprägten BRD zu opponieren, ist nur aus Position der politischen Bedeutungslosigkeit heraus möglich. Aber nicht dort, wo die die Meinungsmatadore Deutschlands ihr veramerikanisiertes Wahlvolk am Nasenring durch die Manege ziehen.

Jan
27. Mai 2019 23:24

Es ist schon spät, daher in aller Kürze:

AfD-Wahlkampf-Botschaften waren unterirdisch: "Diesel retten". Echt jetzt? Altparteien-mäßiger geht's nicht mehr. Peinlich!

Grüne Botschaften waren spitze. Positiv und voll auf den Punkt: Klima, Europa und Zusammenhalt, gegen Angst, für Mut - bingo! Kernbotschaften kompakt und glaubwürdig rübergebracht. Man las die Wahlplakate und konnte den Wahlsieg förmlich spüren.

Positiv ist das entscheidende Merkmal. In meiner Lokalzeitung fünf Leute mit Foto und warum sie zur Wahl gehen. Natürlich stand da nicht, welche Partei, aber den Aussagen nach alles links-grün. Einer sagte: "Ich will mich nicht immer von ein paar Störenfrieden runterziehen lassen". Durchweg wurden positive Werte als Wahlentscheidung genannt. Für etwas sein, nicht immer anti. Vor allem: für eine große Sache sein.

Letztendlich muss sich die AfD für ihre Position, die Zuwanderung zu beschränken und die Souveränität der Nationen vor dem Brüsseler Zentralstaat zu wahren, bessere Narrative einfallen lassen. Auch die Angstkampagnen vor Messer-Ali haben sich offensichtlich abgenutzt.

Und was ist überhaupt unser Hauptproblem? Ich meine: das Verschwinden Europas und der westlichen Zivilisation durch seinen demographischen Niedergang. Europa vergreist und stirbt aus, mit ihm seine Kultur und seine "Werte". Das geht alle an, denn auch die Grünen ahnen, dass auch ihr Milieu demographisch abnimmt und die immer zahlreicher werdenden Alis sich eher für 500PS-Karossen interessieren als für CO-Reduzierung.

Daher: Wiedergeburt und Erneuerung müssen die positiven Schlagwörter sein. Europa kann nur überleben, wenn es seine Kultur an genügend europäische Nachkommen weiterreicht. Ohne Europa keine westliche Zivilisation und keine Demokratie. Der orientalische Migrant mit Häkelkäppi oder Kopftuch wird genauso wenig das kulturelle Erbe Europas übernehmen wie der europäische Einwanderer in Übersee das kulturelle Erbe der Azteken oder Apachen übernommen hat. Er wird es durch sein eigenes Kulturerbe ersetzen. Europa kann nur überleben, wenn es eine eigene starke Demographie hat, eigene Nachkommen zeugt und sein eigenes kulturelles Hoheitsgebiet verteidigt.

Europa muss leben und nicht aussterben - wie Anti-Natalistin Verena Brunschweiger.

So in der Art.

Anthropofugaler Wanderer
28. Mai 2019 00:21

Bezüglich der Bundes-AfD ist es wirklich ein schwieriges Unterfangen. Denn die Gemüter ticken zwischen Ost und West wirklich zu verschieden. Wenn selbst hier kritisiert wird, dass das Narrativ der Einwanderungskritik der Mehrheit infrage zu stellen sei, dann kann das eigentlich nur für den Westen sprechen und gelten.
Hier im Osten ist es tatsächlich so und man ist dann auch deutlich risikofreudiger das zu wählen, was entschiedener verspricht diese bis dahin sonst unwidersprochenen Verpflichtungen zum Einwanderungsland (ja, vor 20 Jahren gab es hier noch Schulen mit <1% Ausländeranteil), dem Zwang zur politischen Korrektheit und die Bevormundung und Verhöhnung zu beenden. Dass sich die West-AfD mithilfe der Stimmen des Ostens mit fragwürdigen Argumenten alle internen Posten zuschiebt, wird hier natürlich nicht gerne gesehen.

Da in Sachsen zudem die Kommunalwahl stattfand ist leider zu beobachten, dass in vielen Gemeinden/Städten nicht genügen Kandidaten angetreten sind, welche die zum Teil beträchtlichen Stimmenanteile hätten abfangen können und so immens viele Sitze verlorengehen. Das findet seine Begründung darin, dass man sich, aufgrund der Repressionen und befürchteter vandalistischer Angriffe auf jedwede mit der AfD Assoziierte, schlicht nicht traute aufzustellen. Anderenorts dominieren lokale Wählervereinigungen und Kandidaten etablierter Parteien sind nur Staffage.

Zur AfD Programmatik kann ich Imagine sekundieren, da eine „effektive ökologische Politik genauso wenig wie der Sozialismus mit dem Kapitalismus kompatibel“ ist und man vor allem auf dem westlich neoliberalen (AfD) Boden keine fundierte naturkonservative/ökologische Politik anschlagen könnte, welche die Grünen und Linken (hinsichtlich dieser Themenbesetzung) entzaubern würde (Masseneinwanderung, Genderpervertierung usw. usf.) und endlich eine Programmatische Konsistenz erreichen, welche es jenen unmöglich machen würde, sich dieser Themen zu bemächtigen und darauf eine ebenso neoliberale kosmopolitische (moralistisch legitimierte) Agenda aufzubauen.
Ich fürchte nur, dass Kreislaufwirtschaft, also die Abkehr vom Wachstumsdogma (welches die Einwanderung zwangsweise nach sich zieht) keine Option für die AfD ist.

Die ÖDP ist übrigens dahingehend genauso belanglos, da sich sich seit langer Zeit mit dem linken Ausschlag der Grünen deckt, sich von diesen also nicht (mehr) absetzen können wird. Hier könnte nur eine neurechte Metapolitik einwirken, wenn sie denn die sperrangelweit geöffneten Flanken der linken und liberalen ausnutzen wollte, da die Wünsche nach Ideen, nach Identität, nach argumentativer Stärke, nach Trennungsschärfe und Konsistenz offenbar vorhanden sind.

Bis dahin kann man nur mit Outdoor Illner nach „Fachkräften für Entvölkerung und Ruhe“ rufen.

Allerdings sieht man Erfolg der Grünen wieder einmal, dass programmatische und inhaltliche Konsistenz keine große Rolle spielen, sondern alleine emotionales Auffangen. Wer Mehrheiten will, der muss falsch spielen und darf sich keinesfalls mit Fakten schmücken.

HansGiebenrath
28. Mai 2019 06:33

Ich möchte ergänzend eine alternative Sicht der Dinge einbringen. Meiner Meinung nach gewinnt offensichtlich diejenige Partei, welche die beste PR-Agentur hat und die beste PR-Kampagne fährt. So hinterfotzig und gerissen letztere auch sein mag. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnen die Grünen (Rezo, Greta, etc.) und stagniert die AfD.

Zur AfD: Wenn man es schafft, alleine mit diesem unsäglichen Logo und diesen unsäglichen Farben in die Öffentlichkeit zu gehen, muss es schief gehen. Hat da noch niemand etwas - bezogen auf die Farbe "Blau" - von "wertigen" und "billigen" Blautönen gehört? Noch nie von Untersuchungen dazu gehört? Farbpsychologie? Der pseudo-himmelblaue Farbton signalisiert ein billiges Produkt. Ein schweres und definiertes Dunkelblau signalisiert ein wertiges Produkt. Würde man alleine auf die Idee kommen, das Blau auszutauschen und das Weiß und Rot darauf abzustimmen, wäre man schon mal bei einem guten Ausgangspunkt. Dann ist mir beispielsweise ein Plakat mit Herrn Meuthen ins Auge gefallen. Ein noch schlechteres Foto von ihm in Frontalaufnahme hat man sicher nicht gefunden. Das ist gruselig! Wer bastelt eigentlich an dieser ganzen katastrophalen Außendarstellung? Soll das ein Merkmal für Wirtschaftskompetenz sein? Meistens wollen Wirtschaftsunternehmen doch etwas verkaufen - oder nicht? Man kann auch ein authentisches und wertiges Produkt verkaufen. Aber nicht in der Verpackung, wie es die AfD macht. Mit Mitteln aus den 60er Jahren. Inhalt und Stil sind kein Widerspruch.

Dann weiter zur AfD: Wenngleich politische Inhalte für den Wahlerfolg nicht so wichtig sind: Schaden tun sie auch nicht... Wie steht es um Zukunftsthemen? Progressivität? Oder alles nur zurück nach gestern? Auch wenn man sich das wünscht, "gestern" kommt nicht zurück. Die Botschaft wird aber subjektiv transportiert. Ist es aus Sicht der AfD z.B. ein Widerspruch, wenn man Patriotismus mit bodenständiger Ökologie verbindet? Nur mal als Beispiel für ein brachliegendes Thema. Es gibt ja keine Partei in Deutschland, die einen wirklich realistischen und authentischen Plan zum Thema Ökologie hat. Oder trinkt der Patriot vorzugsweise Bier mit einem hohen Anteil an Schwermetallen?

Auch wenn die bekannte Partei "Öko" auf ihr Label schreibt, steckt ja am Ende kaum mehr als dumpfer Sozialismus dahinter. Dazu kommt, dass der Jungwähler keine Ahnung von Politik hat und auch keine Ahnung davon bekommen möchte. Es interessiert ihn schlichtweg nicht. Wohlbehütet aufgewachsen, ausgestattet mit grenzenlosem Vertrauen. Sehnsucht nach kuscheligen "Wir"-Gefühlen in virtuellen Welten, konditioniert auf PR. Will man denen erklären, dass es Menschen gibt, die es u.U. nicht gut mit ihnen meinen könnten ...?

H. M. Richter
28. Mai 2019 06:51

@ Anthropofugaler Wanderer

"Da in Sachsen zudem die Kommunalwahl stattfand ist leider zu beobachten, dass in vielen Gemeinden/Städten nicht genügen Kandidaten angetreten sind, welche die zum Teil beträchtlichen Stimmenanteile hätten abfangen können und so immens viele Sitze verlorengehen. Das findet seine Begründung darin, dass man sich, aufgrund der Repressionen und befürchteter vandalistischer Angriffe auf jedwede mit der AfD Assoziierte, schlicht nicht traute aufzustellen."

Sie sprechen damit einen sehr wichtigen Punkt an. Der Einfluß linksextremer Gewalt und Gewaltandrohung auf das Wahlergebnis ist evident. Insofern würde das Ergebnis selbstverständlich für die AfD noch deutlich höher - selbst im Osten des Landes (!) - ausfallen, wenn nicht über und hinter jeder AfD-Bekundung drohend das Schwert - bzw. das neumodische und sich blutig bewährt habende "Kantholz" - der linksextremen Gewalttäter schweben würde.

So wurde denn auch, wie zu lesen ist, in Leipzig nur einen Tag nach den AfD-Erfolgen im Osten zu einer Demonstration unter dem Motto "Klare Kante gegen die AfD" aufgerufen ...

Folgendes Bild verdeutlicht, was damit gemeint wird ("Stirn- und Hirnholz") und wie damit Angst erzeugt werden soll:

https://www.lvz.de/Mehr/Bilder/2019/5/Demo-gegen-die-AfD-in-Leipzig#chart=6

Man sollte sich dieses Bildes erinnern, wenn es zu den nächsten Gewalttaten gegen Abgeordnete oder einfache Mitglieder der AfD gekommen sein wird.

Lotta Vorbeck
28. Mai 2019 08:31

@Gelddrucker - 27. Mai 2019 - 10:23 PM

"... Ich sehe keinerlei Möglichkeit zur Remigration größerer Gruppen europäischer Einwanderer, ohne den Laden an die Wand zu fahren. ..."

***************************

Der Laden wird so, oder so an die Wand fahren.

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@Gelddrucker - 27. Mai 2019 - 10:23 PM

"... Daher: Wiedergeburt und Erneuerung müssen die positiven Schlagwörter sein. Europa kann nur überleben, wenn es seine Kultur an genügend europäische Nachkommen weiterreicht. Ohne Europa keine westliche Zivilisation und keine Demokratie. Der orientalische Migrant mit Häkelkäppi oder Kopftuch wird genauso wenig das kulturelle Erbe Europas übernehmen wie der europäische Einwanderer in Übersee das kulturelle Erbe der Azteken oder Apachen übernommen hat. Er wird es durch sein eigenes Kulturerbe ersetzen. Europa kann nur überleben, wenn es eine eigene starke Demographie hat, eigene Nachkommen zeugt und sein eigenes kulturelles Hoheitsgebiet verteidigt. ..."

***************************

Warum, werter @Gelddrucker verstecken Sie sich hinter EUROPA?

Daher: Wiedergeburt und Erneuerung müssen die positiven Schlagwörter sein. DEUTSCHLAND kann nur überleben, wenn es seine Kultur an genügend DEUTSCHE Nachkommen weiterreicht.

Der orientalische Migrant mit Häkelkäppi oder Kopftuch wird genauso wenig das kulturelle Erbe DEUTSCHLANDS übernehmen wie der DEUTSCHE Einwanderer in Übersee das kulturelle Erbe der Azteken oder Apachen übernommen hat. Er wird es durch sein eigenes Kulturerbe ersetzen.

DEUTSCHLAND kann nur überleben, wenn es eine eigene starke Demographie hat, eigene Nachkommen zeugt und sein eigenes kulturelles Hoheitsgebiet verteidigt.

Lotta Vorbeck
28. Mai 2019 08:35

@HansGiebenrath - 28. Mai 2019 - 06:33 AM

Es ist wie beim Wettlauf zwischen Konzern-TV und GEZ-TV.

Das werbefinanzierte Konzern-TV läuft dem GEZ-TV den Rang ab.

Indem das GEZ-TV das Konzern-TV kopiert, gewinnt es keinen einzigen der verlorenen Zuschauer zurück.

Hier plakatierte die AfD "Freie Kita-Plätze jetzt!"

Geht's noch einfältiger?

Lotta Vorbeck
28. Mai 2019 08:41

BERICHTIGUNG

@Jan - 27. Mai 2019 - 11:24 PM

Warum, werter @Jan verstecken Sie sich hinter EUROPA?

Daher: Wiedergeburt und Erneuerung müssen die positiven Schlagwörter sein. DEUTSCHLAND kann nur überleben, wenn es seine Kultur an genügend DEUTSCHE Nachkommen weiterreicht.

Der orientalische Migrant mit Häkelkäppi oder Kopftuch wird genauso wenig das kulturelle Erbe DEUTSCHLANDS übernehmen wie der DEUTSCHE Einwanderer in Übersee das kulturelle Erbe der Azteken oder Apachen übernommen hat. Er wird es durch sein eigenes Kulturerbe ersetzen.

Lotta Vorbeck
28. Mai 2019 08:48

@Search4M - 27. Mai 2019 - 09:10 PM

Was die grünlackierte SOROS-Partei anbietet, gibt's quasi gratis.

Was RECHTS zu bieten propagiert würde Anstrengung, Disziplin und Askese erfordern, ist ergo "uncool" und "nicht sexy".

Der SiN nahestehende Blogger @Seidwalk notierte vor geraumer Zeit: "Wer die Grünen loswerden will, muß sie regieren lassen."

@Hadmuth Danisch formulierte griffig:
"Wenn die Alten wegsterben und die Jungen nachwachsen ..."

http://www.danisch.de/blog/2019/05/26/wenn-die-alten-wegsterben-und-die-jungen-nachwachsen/

RMH
28. Mai 2019 08:50

".... dass in vielen Gemeinden/Städten nicht genügend Kandidaten angetreten sind, welche die zum Teil beträchtlichen Stimmenanteile hätten abfangen können und so immens viele Sitze verlorengehen."

Da liegt der Hase im Pfeffer! Wenn nicht mal im ach so glorreichen "Osten" (korrekterweise Mitteldeutschland) die Listen mit geeigneten Kandidaten voll gemacht werden können, wie sieht es dann im Rest von Deutschland aus?

Ich kann nur sagen, dass in meiner typischen Speckgürtel-Gemeinde in Bayern die AfD regelmäßig deutlich über 10% bekommt (waren sogar 15%) und trotz ca. 8000 (!) Einwohnern gibt es hier noch nicht einmal einen Ortsverband, geschweige denn sonst eine Vorform der Vernetzung. Kommunalwahlen stehen in Bayern auch mal wieder an (schon 2020!) und dann wird unendlich viel Potential einfach verpuffen, weil der geordnete und flächendeckende Aufbau der Partei einfach stockt und nach wie vor nicht gelingen will. Viele wählen die Partei aber keiner will offen für sie kandidieren, so sieht es aus. Es wird höchste Zeit, für eine Kampagne zur gewinnung von Mitgliedern.

Insofern empfinde ich vieles hier - insbesondere das seltsame Ossi-Wessi Ding - als Weltfremd. Die AfD wird gerade auch im Westen gewählt, weil die Ostdeutschen Stimmen dafür sorgen, dass man unter dem Strich Gesamtdeutsch zweistellig bleibt. Dadurch weiß man auch im sog. Westen (und Süden), dass die Stimme bei einer überregionalen Wahl sicher bei einer über 5% Partei landet.

Und dieses schöne, gesamtdeutsche Ergebnis wird nun künstlich auseinander dividiert, Ost gegen West ausgespielt und damit der langfristige Erfolg der AfD als gesamtdeutsche Partei aufs Spiel gesetzt. Da können wir uns doch gleich dem notorischen Agitateur Elsässer anschließen, der offen zu einer Teilung der Partei aufruft (siehe aktueller Artikel auf pi).

Laurenz
28. Mai 2019 09:07

@Imagine ... abgesehen davon, daß @Der Gehenkte & @Franz Bettinger Ihnen schon plausible Antworten gegeben haben, möchte Ich Ihnen meine Erfahrungen als Wahlhelfer kurz schildern. 40 Parteien standen auf dem Stimmzettel, darunter 3 Parteien rechts von der AfD, der III. Weg, die Rechte und die NPD, vielleicht habe ich auch eine übersehen. Es standen 4 Tierschutzparteien am Start, historisch im Grunde rechts außen. Mal ganz abgesehen von LIEBE, Gruenlinx und Volt, die als letzte auf dem Stimmzettel relativ viele Stimmen bekamen. Wenn da für die Nicht-Wähler nichts dabei ist, ist denen nicht zu helfen. Die Wähler wählen für die Nicht-Wähler mit. Natürlich wurde Angela Merkel letztmalig nur von 19% der Wahlberechtigten gewählt, aber sie sitzt trotzdem im Kanzleramt. Das ist die Realität. Natürlich könnte eine Digitalisierung der Wahl mit einem Log-In bei der Heimatgemeinde den %-Satz bei Wahlen und Abstimmungen erhöhen, aber soweit könnte man, will man aber anscheinend nicht sein.
Diese EU-Parlamentswahl, auch noch ohne direkte Konsequenzen , war wie immer eine Marx'sche Wahl, in der das materielle Befinden des Wählers das Sein bestimmt.

LotNemez
28. Mai 2019 10:29

@Imagine "Der erste Schritt in der Wahlanalyse sollte m.E. sein, das „wahre Wahlergebnis“ darzustellen, also den Anteil der Wählerstimmen in Relation zu den Wahlberechtigen."

Die von Ihnen aufgemachte Rechnung
verweist ja unmittelbar auf das grundsätzliche Repräsentationsproblem der Demokratie. Das ließe sich mit einer durch Sanktionsandrohung gestützten allgemeinen Wahlpflicht (https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlpflicht) umgehen.

Beispiele:
- Bolivien - Geldstrafe von 150 Bolivianos, auch sofortiger Einzug der Personalausweise und Sperrung der Bankkonten sind möglich

- Australien - 20 AUD beim ersten Mal, bei wiederholtem Fernbleiben von der Wahl sind auch Gefängnisstrafen möglich

Solange wir diese Pflicht nicht haben, erschließt sich mir der Sinn, je nach Bedarf den Nichtwähleranteil ins Feld zu führen, nicht.

@ Der Gehenkte: "Sie müßten zuerst nachweisen können, daß das "wahre Wahlergebnis" vom "falschen" wesentlich abweichen würde. Stattdessen sollte man annehmen, daß sich die Nichtwähler in der statistischen Verteilung in etwa ähnlich verhalten würden wie die Wähler."

Auch das trifft es bei genauer Betrachtung nicht. Wie diese, im Vorfeld der Bayernwahl erstellte Doku des Bayrischen Rundfunks mit dem Titel "Haben wir eine Demokratie der Reichen? Wer sind Bayerns Nichtwähler?" (https://www.youtube.com/watch?v=HD6cPfMG1Yo) gut herausarbeitet, sind Nichtwähler überwiegend in den abgehängten, prekarisierten Wohngegenden zu finden. Teilweise wissen die Leute (auch Deutsche) nicht mal, dass Wahlen anstehen. Das Politische ist nicht Teil ihrer Lebensrealität. Wer in solch einer apolitischen Parallelgesellschaft des "Bodensatzes" lebt, die von massiven Existenzsorgen geprägt ist, in der soziale Dramen den Alltag bestimmen (Sucht, häusliche Gewalt, Schulden, Sorgerechtsprobleme etc.) dessen Gedanken kreisen einfach mal nicht um die nächsten Wahlen, erst recht nicht um die EU-Wahlen.
Die Doku zeigt sehr schön, wie politisches Denken durch Sozialisierung im bürgerlichen Milieu erlernt wird oder eben in "bodenständigen" Verhältnissen überhaupt keine Rolle in der Erziehung spielt. Folgerichtig raten dann Wahlstrategen den Parteien, Ressourcen auf die Stadtteile der besser Verdienenden und Gebildeten zu konzentrieren.

Folgerung: Die Nichtwähler lassen sich nicht im Verhältnis der Wahlergebnisse den Parteien zuteilen. Gleichwohl streiten sich diese um die Rolle des legitimen Repräsentanten. Hier hat die AfD anfangs gute Arbeit geleistet, indem sie gerade in diesen Stadtteilen für ihre Politik geworben hat. Es ist allerdings zu befürchten, dass sie sich zunehmend von den Strategien der Politberater einlullen lässt.

nom de guerre
28. Mai 2019 10:37

@ Lotta Vorbeck
"Der SiN nahestehende Blogger @Seidwalk notierte vor geraumer Zeit: "Wer die Grünen loswerden will, muß sie regieren lassen.""
Es ist immer so eine Sache, einen einzigen zitierten Satz zu kommentieren, wenn man den Kontext nicht kennt, aber ich mache es an dieser Stelle trotzdem: Das Argument hätte mir vor 15 Jahren eingeleuchtet, als die Grünen, wenn in der Regierung, dann eindeutig Juniorpartner waren. Aber heute? Die regieren doch! In BaWü ist der Ministerpräsident grün, und zu den Konsequenzen der starken Position der Grünen in der hessischen Landesregierung empfehle ich die Artikelserie bei Tichys Einblick zur Windkraft, insbesondere den Text zum Reinhardswald. Mag ja sein, dass die Schreckensvision Grün-Rot-Rot (auf Bundesebene) noch viel schlimmer wäre, aber ich habe meine Zweifel, dass man die Folgen in der gegenwärtigen Atmosphäre den Grünen vor die Tür legen würde.

Michael B.
28. Mai 2019 10:50

@RMH

Sie moegen es nicht hoeren wollen, aber Sie uebersehen m.E. schon ein paar Unterschiede:

> Viele wählen die Partei aber keiner will offen für sie kandidieren, so sieht es aus.

Das ist im Westen staerker, im Osten nur mit Abstrichen so. Hier gibt es ein _prinzipielles_ Misstrauen in die Moeglichkeiten politischer Veraenderungen durch 'demokratische' Prozesse. Die Anfuehrungsstriche sind Teil dieser Auffassung. Kann man gut finden oder nicht, aber fuehrt eher aus Effizienz- als Angstueberlegungen zum Kreuz auf dem Wahlzettel trotz praktischen 'Nichteinbringens' in die Politik. Letzterem wird einfach keine Prioritaet zugemessen, weil eh als Theater fuers Volk betrachtet.

> Und dieses schöne, gesamtdeutsche Ergebnis wird nun künstlich auseinander dividiert, Ost gegen West ausgespielt und damit der langfristige Erfolg der AfD als gesamtdeutsche Partei aufs Spiel gesetzt. Da können wir uns doch gleich dem notorischen Agitateur Elsässer anschließen, der offen zu einer Teilung der Partei aufruft (siehe aktueller Artikel auf pi).

Parteiueberlegungen sind das Eine. Man kann das aber durchaus wieder einmal weitergehender betrachten, ganz im Sinn des Namens dieser Webseite. Einer Wiederkehr dieses Gedankens konnte ich mich gerade nach dieser Wahl nicht entziehen. Haette etwas, die Hauptstadt des einen Teils liegt dann in einer Exklave :)
Aber im Ernst, warum sollten die verschiedensten Beispiele fuer Separationsbestrebungen in Europa nur auf andere Laender beschraenkt sein. Aus welchem Grund? Hier gelten dieselben Gesetze ueber Radikalisierungen auch dieser Art wie ueberall sonst auch.

Imagine
28. Mai 2019 11:03

Die Versuche, aus dem Wahlergebnissen die Motive der Wähler und Nichtwähler zu interpretieren, beinhalten immer Spekulation und Projektion. Insofern ist auch meine Interpretation kritisch zu betrachten, weil sie aus subjektiver Perspektive erfolgt.

Von eigener Wahlbeteiligung halte ich nicht viel. Das basiert auch auf der Erfahrung, dass, wenn ich nicht wähle, mir die Enttäuschung über das politische Verhalten der gewählten Partei erspare und mich nicht verarscht fühle, wenn sich die Wahlversprechen später als Täuschung und Lügen erweisen.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, zur Wahl zu gehen. So bestand 2017 die Chance, eine weitere Regierung Merkel und eine Groko zu verhindern. Wer entschieden gegen die Merkel-Politik der muslimischen Massenimmigration war, für den war die Wahl der AfD alternativlos.

Da haben viele aus taktischen Gründen mit zusammengebissenen Zähnen und Brechreiz unterdrückend die AfD gewählt, obwohl ihnen diese Partei und deren Personal zuwider war.

Diese Konstellation war jetzt bei der EU-Wahl nicht mehr gegeben.

Welche Partei soll ein intelligenter Menschen wählen? Gäbe es Wahlpflicht, so wären sicherlich die (Protest)Stimmen für „Die Partei“ – einer Anti-Partei - wesentlich höher ausgefallen.

Rezos Video richtete sich gegen die CDU, also gegen jenes Parteiestablishment, welches die BRD seit ihrem Beginn dominiert. Wer hat Deutschland verraten? Darauf reimt sich zwar „Sozialdemokraten“, aber in Wirklichkeit ist es die CDU/CDU als Partei der „Transatlantiker“. Die Merkel-Politik ist nicht „links“, sondern „transatlantisch“. Es ist die CDU-Politik und deren Koalitionspartner, welche Deutschland im US-Imperium gefangen hält, ökonomisch wie kulturell.

Trumps Politik des „America first“ führt einen Handelskrieg nicht nur gegen China, sondern auch gegen die EU und - nicht vergessen! – Russland. Mit der jetzigen US-NATO-Politik wird die Kriegsgefahr für Europa immer größer. Auch dies spricht Rezo an.

Ein vereintes Europa sollte ursprünglich eine Kraft werden, welche die europäischen Interessen in der Welt vertreten kann, auch gegebenenfalls gegen die USA. In diesem Kontext ist die Anti-EU-/Drexit-Politik der AfD hirnrissig.

Die EU-Politik der Alt-Parteien richtete und richtet sich gegen die Interessen der EU-Bürger. Anstatt die EU als binnenökonomischen Raum zu behandeln und die Wirtchaftskreisläufe innerhalb Europas einschließlich Russlands zu entwickeln, hat die deutsche Wirtschaftspolitik die ökonomische Entwicklung in China gefördert. Sie haben Fabriken in Deutschland ab- und in China aufgebaut sowie technologisches Knowhow nach China gebracht. Nun müssen wir den Großteil unserer Alltagswaren aus China importieren.

Die Folge ist, dass in Deutschland immer mehr Dritte-Welt-Verhältnisse entstehen und ein immer größer werdender Teil der deutschen Arbeitsbevölkerung in Armut abdriftet und Altersarmut zu erwarten hat.

Zum Schluss noch etwas zu den Wahlerfolgen der Grünen. Die Grünen verkleiden geschickt ihre anti-deutsche Einstellung mit dem Mantel von Humanismus, Multikulturalismus und Anti-Faschismus.

Dass so viele Jungwähler die Grünen wählen, hat sehr viel mit der veränderten ethnisch-kulturellen Zusammensetzung der Population zu tun. Je jünger die Menschen sind, desto höher ist in Deutschland der Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund.

Die Grünen werden von den Migranten als die Partei angesehen, die am besten ihre Interessen vertritt. Deshalb wählen viele muslimische Türken mit doppelter Staatsbürgerschaft hier in Deutschland die Grünen, während sie als türkische Staatsbürger zu 80% Erdogan wählen.

Es mag zwar unter den AfD-Mitgliedern einen relativ hohen Anteil von Akademikern geben, was aber keineswegs ausschließt, dass diese politisch die Mentalität von Dörflern besitzen und sich nicht sehr mit dem Weltgeschehen verlassen.

Die Bevölkerungsanzahl Stadt Chongqing in China ist 3,5 Mal größer als in Austria, fast 30 Städte in China haben eine ähnlich große oder größere Bevölkerungszahl als Österreich.
Die Mitgliederzahl der KP China entspricht ungefähr der deutschen Bevölkerung.

Geopolitisch ist Österreich ein Zwergstaat und besitzt weniger als 1% der Bevölkerung Chinas. Ein Strache ist weltpolitisch so relevant wie das Fahrrad, das in China umfällt.

Aber für jeden Dörfler ist das Dorf der Mittelpunkt seines Lebens und damit seiner Welt.

Für viele ist es schwer zu ertragen, dass das ehemals starke und stolze Deutschland untergegangen ist und nunmehr Deutschland immer mehr zu einem Loser-Land wird.

heinrichbrueck
28. Mai 2019 11:12

@ Laurenz
Nichtwähler glauben nicht an Wahlen. Es gibt auch keinen Grund dazu. Die AfD wird niemals regieren. Seit wann regiert das Kanzleramt in Deutschland? Berlin wird den Abwärtstrend nicht stoppen können, auch nicht mit einem Bundeskanzler aus der richtigen Partei. Solche Dinge können natürlich behauptet werden; Imagines Weltsicht setzt das Jüngste Gericht voraus, nur als Beispiel, und er dann als falscher Mad Max imaginieren darf.
Kommen wir in die Realität, deren Vorhandensein einer Naturgesetzlichkeit unterworfen ist. Die Realität kann nur so funktionieren. Warum sollte ich der AfD irgendetwas unterstellen, was die Natur als unzutreffend abweisen muß, warum in einem Spiel mitspielen, welches nicht nur nicht mein Spiel ist, sondern in den festgelegten Strukturen, auch noch gegen mich operiert? Es werden sich wieder wehrhafte Stammesstrukturen bilden müssen, deren Realität natürlicherweise auf die Unwirklichkeiten von demokratisch falschen Wahlen pfeifen werden.

Lotta Vorbeck
28. Mai 2019 11:18

@Nom de guerre - 28. Mai 2019 - 10:37 AM

I. 'Seidwalk' - auch wenn man sich nicht alles was er bloggt 1:1 zu eigen macht, der hauptsächlich in Ungarn lebende, aus Plauen im Vogtland stammende 'Seidwalk' ist ein überaus belesener, blitzgescheiter Beobachter. Zu seinem Blog gelangen Sie mit wenigen Mausklicks.

II. : "Wer die Grünen loswerden will, muß sie regieren lassen." [@Seidwalk]

@Nom de guerre: "Die regieren doch!"

Ja richtig, die SOROS-Partei regiert. Teils direkt. Teils indirekt. Aber bisher nirgendwo in Reinform.

Wie weiter oben geschrieben; das von DIE GRÜNEN propagierte, kuschelige, ach so moderne, bunt-vielfältige, dieselfrei-decarbonisierte, solarbeheizt-vegane Rotweingürtel-bedingunsloses-Grundeinkommen-Lastenfahhrad-Wohlfühl-Vorstadt-Reihenhaus-Windmühlen-Bullerbü soll (angeblich) wahlweise zum Nulltarif, "zum Preis von zwei Kugeln Eis" (Jürgen Trittin vor ein paar Jahren) oder ganz aktuell "zum Preis einer Tasse Kaffee" zu haben sein. Dies erscheint dem kurzsichtig-bequemen, denkfaul-saturierten Hedonisten zunächst als unwiderstehlichliche Verheißung.

Bisher vollzieht sich die Selbstzerstörung des links-liberalen Systems gleichsam wie in Zeitlupe.

Man lasse die SOROS-Partei offen, mit sämtlichen von ihr insgeheim angestrebten, erzieherischen (= diktatorischen) Vollmachten regieren und DIE GRÜNEN werden binnen kürzester Zeit das System so weit ruiniert haben, daß ein kompletter Systemwechsel, welcher DIE GRÜNEN atomisiert und hinwegfegt, unausweichlich geworden ist.

Search4M
28. Mai 2019 11:48

@RMH, 28. Mai 2019 08:50
Sie sprechen mir aus der Seele. Ich bin in Südbayern zu Hause und lebe anscheinend in einer ähnlichen Gemeinde. Ich wähle AfD, um das politische Establishment zu schwächen, um etwas Neuem Raum zu verschaffen. Ich wähle AfD, weil die Noch-Immer-Amigo-Partei (Kreidl!) CSU bei mir Brechreiz verursacht, ich Seehofer als durchtriebenen Opportunisten sehe usw...
Ich wähle nicht AfD wegen ihren Inhalten, oder der Art ihres Auftritts. Ich denke heimatverbunden patriotisch, lehne aber alles "völkische" strikt ab. Ich bin technikaffin (nur die Technik wird die Menschheit retten können), halte aber die althergebrachte Automobilindustrie trotzdem für einen aussterbenden Dinosaurier. Ökologie ist mir wirklich wichtig, finde aber den grünlinken Sozialismus als dumm und verlogen. Was sagt mir die AfD zu diesen Themen? Nichts Überzeugendes! Im Gegenteil, aus meiner Sicht niveaulose Wahlplakate, wie "Eurabien" und "Diesel retten", werfen Fragen bezüglich des Mindsets bei der AfD auf. Wegen solcher Plakate zeige ich mich nicht ihn der Nähe eines Wahlkampfstandes der AfD, oder gehe gar in einen Saal (mit 30 km Anfahrtsweg) zu einer Veranstaltung, womöglich noch mit Foto in der Lokalzeitung.

Schaue ich auf das Geschehen im Bayerischen Landtag, sehe ich bei er AfD auch nur das übliche und billige Hickhack unter "Mandatsträgern", zur Belustigung von CSU und Grünen. Deswegen frage ich mich, gibt es bei der AfD einen stringenten metapolitischen Überbau, der auch den in der Öffentlichkeit handelnden Akteuren vermittelt ist und von ihnen gelebt wird? Ich sehe nichts von "Anstrengung, Disziplin und Askese", wie von @Lotta Vorbeck propagiert. Das Wahlprogramm ist irgendetwas zusammengeklaubtes Unvollendetes. Gehört die Parteispitze mittlerweile selbst zum Establishment? Selbstdarstellung mittels eloquent (manchmal auch sehr intelligent) vorgetragenen Reden im Bundestag und sonst nichts? Genügt es ein ideenloses und willfähriges Opfer des Kampfes gegen Rechts zu sein? Vielleicht deshalb jetzt nur 11 %?

Ich kann die AfD ohnehin nur auf Landesebene, national, oder für die EU wählen. Regional gibt es nichts! Kein Netzwerk, keine Ortsgruppen, keine bekannten AfD-Mitglieder, die man persönlich schätzt und denen man etwas zutraut. Das mögen allerdings die Menschen in Görlitz ganz anders sehen.

Ich stelle das alles einfach mal so als Diskussionsbeitrag, auch zum bescheidenen Wahlerfolg, in den Raum. Die AfD erfüllt meine persönlichen Erwartungen an eine Partei, die ein neues rechtes Kontinuum füllen könnte, nicht. Ich wähle sie, aber wie lange noch?

Niekisch
28. Mai 2019 12:00

@ nom de guerre 27.5. 17:17:

Ja, in den 3 städtischen Wahlbezirken mit ca. 20% AfD wohnen sog. Rußland-Deutsche, aber es sind allenfalls ein paar Dutzend.

Im übrigen gehe auch ich davon aus, daß wir den Giftkelch bis zum Grunde ausschlürfen müssen. Denn die Grünen haben unerschöpflichen Nachwuchs aus jungen Leuten, die deren Gesinnung in sich tragen. Die alte SPD-Stadt Dortmund hat jetzt eine grüne Mehrheit. Wie sollen da die Altersheime und Rollatorenbataillone von CDU/CSU-SPD-AfD-FDP-Linke usw. noch den Arsch hochkriegen? Die kommende Grünen-Regierung hat aber für uns den Vorteil, daß wir es mit einem Gegner zu tun haben, gegen den nur brutal klare Sprache und Ansage hilft. Stellen wir uns!

Gelddrucker
28. Mai 2019 12:27

@Search4M

Wenn sie heimatverbunden-patriotisch sein wollen, wie kommen Sie ohne das aus, was sie "völkisch" nennen? Wäre ihr Ort noch ihr Ort, wenn dort mehrere Tausend bayerische Inder leben?

Noch dazu sollten sie sich mit ethnischer Wahl beschäftigen, denn Nichtweiße Einwanderer, auch die netten und qualifizierten, wählen,´zum allergrößten Teil links und somit für Parteien, die die Grenzen für Nachzug von Ihresgleichen aufmachen.

Wer rechts, aber nicht völkisch denkt, begeht langfristig politischen Selbstmord.

bhuber
28. Mai 2019 12:31

Der Gegensatz verläuft nicht zwischen Weltbürger und Gemeinschaftsbefürworter, sondern zwischen Fake-, Moral-, Symbol-Politik einerseits und Realpolitik andrerseits. Bezeichnend für die Moralpolitik, dass sie keine Ziel-Zahlengrössen (Obergrenze) für ihre Vorstellungen angeben will. Nicht nur in der Migrationsfrage, auch in Wirtschafts-, Sozial-, Aussenpolitik wird auf der Blockparteienseite nicht lösungsorientiert, sondern symbolisch gedacht und gehandelt (Mietpreisbremse etc.).
Könnte die AFD hier eine Gegenvorstellung entwickeln und vermitteln, so könnte die AFD meiner Meinung nach weiter wachsen.
Denkt man den Klima-Kitsch mit National-Kitsch a la Höcke zu überwinden, so sehe ich die Aussichten, wachsen und einen sinnvollen Beitrag leisten zu können, eher schlecht .

Search4M
28. Mai 2019 13:16

@Gelddrucker

Ich sehe es andersrum: wer rechts und völkisch denkt, bleibt in der Minderheit. Der kann gleich in Sibirien so etwas wie Colonia Dignidad gründen.

Aber ja, 1000 Inder in meiner Heimatstadt, die einen Clan bilden, nicht assimilierbar sind und die Stadt permanent provozieren, wären ein Riesenproblem und kantholzträchtig. Aber eine handvoll Inder, die sehr gut deutsch sprechen, als Softwarespezialisten arbeiten und im Biergarten fröhlich einen Maßkrug halten können, kein Problem.

Ich gebe Ihnen zwei, für dieses Forum vielleicht unerträgliche Beispiele: ich habe ein paar Jahre mit einem 'Neger' zusammengearbeitet, schwarz wie die Nacht finster, der aus einer gebildeten Familie in Elfenbeinküste kam, in Moskau an der Akademie der Wissenschaften studieren durfte und dann, wie das Leben halt ist, in München landete und da seine bayerische Frau für's Leben fand. Dieser Mensch wurde ein echter Freund für mich.
Das zweite Beispiel geben zwei junge Frauen aus Russland, die ich ein paar Jahre als Mitarbeiter hatte. Beide sind Muslimas, kamen mit Erlaubnis ihrer Familien alleine nach Deutschland und haben perfekt deutsch gelernt, um im offenen und freien 'Westen' leben zu können (und natürlich die Familie in der Heimat zu sponsoren). Diese beiden sind ohne Kopftuch, mit kurzen Röcken und Pumps herumgestöckelt, wie die deutschen Mädels auch. Immer fleißig und positiv. Eine ist inzwischen deutsch verheiratet.
Diese Beispiele sind keine Märchen, glauben Sie mir.

Was ich Ihnen damit sage: Ethno-Identität ist auf Dauer nicht durchsetzbar und wird scheitern. Eine Werte-Identität, getrennt von Religion, kann zum Wohle aller funktionieren.

Gelddrucker
28. Mai 2019 13:37

@Search4M

So sehe ich das nicht. Zunächst der Hinweis, dass das Beispiel keineswegs unerträglich ist, ich hatte und habe auch schwarze bzw. arabischstämmige Bekannte, es kommt nur ganz auf die Menge an. Ich denke mal, mit ca. 1 Million Arabern bei 70 Millionen Deutschen gäbe es keine AfD. Die meisten haben wohl zumindest den heimlichen Wunsch, unter ihresgleichen zu leben, darum ja auch White Flight und die Ghettobildung anderer Ethnien. Wenn da ein paar Fremde dazukommen, kein Problem - in geringer Menge sogar gut und tatsächliche Bereicherung.

Solange das keine abgeschottete Ethno-Gemeinschaft sein soll, ist glaube ich relative ethnische Homogenität, oder meinetwegen "relative Völkischkeit", kein Problem und wirkt auch nicht abstoßend.

Thomas Martini
28. Mai 2019 16:16

"Ein vereintes Europa sollte ursprünglich eine Kraft werden, welche die europäischen Interessen in der Welt vertreten kann, auch gegebenenfalls gegen die USA." - Imagine, 28. Mai 2019 11:03

Die Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, standen beim CIA auf der Gehaltsliste. Das sind, wie auch die Gründerväter "unseres" Grundgesetzes, alles Auserwählte, abgesegnete, von den Siegern des Weltkriegs ermächtigte Personen gewesen. Für die Durchsetzung von europäischen Interessen, gab es zu dieser Zeit wenig Spielraum.

Von Anfang war die Europäische Union von allen Seiten als Instrument zur Ausbeutung des deutschen Volkes geplant. Wer daran zweifelt, täuscht sich brutal über die Motive der Siegerstaaten. Die Gründung der EKGS geht sogar auf Initiative der Amerikaner zurück, Vorläufer war das "Committee of European Economic Cooperation". Anzunehmen, ursprünglich sei ein vereintes Europa als mögliches Gegengewicht zu den USA geplant gewesen, ist ein bisschen naiv.

"Kommen wir in die Realität, deren Vorhandensein einer Naturgesetzlichkeit unterworfen ist. Die Realität kann nur so funktionieren. Warum sollte ich der AfD irgendetwas unterstellen, was die Natur als unzutreffend abweisen muß, warum in einem Spiel mitspielen, welches nicht nur nicht mein Spiel ist, sondern in den festgelegten Strukturen, auch noch gegen mich operiert?" - heinrichbrueck, 28. Mai 2019 11:12

Es gibt keinen einzigen guten Grund, warum man mitspielen sollte. Keinen! Egal wie man es anstellt, in der BRD läuft es am Schluß darauf hinaus, einem singulär kriminellen Herrschaftssystem mit der eigenen Stimme Legitimation zu verleihen.

Im Gegenteil gibt es viele gute Gründe, sich den Wahlen bei uns ganz zu verweigern. Dies bewusst zu bewerktstelligen, ist bei der allumfassenden Staatspropaganda ganz klar ein Akt des Widerstands.

"Es werden sich wieder wehrhafte Stammesstrukturen bilden müssen, deren Realität natürlicherweise auf die Unwirklichkeiten von demokratisch falschen Wahlen pfeifen werden." - heinrichbrueck, ebenda

Dieser Prozeß ist doch schon in vollem Gange, und es spricht einiges dafür, daß sich diese Entwicklung noch sehr zuspitzen wird.

Sind halt bloß ausländische Stämme, die sich heuer in den deutschen Landen bilden. Solange bis sich neue Machtstrukturen ergeben haben, dürfen wir dressierten Mitteleuropäer dieser Entwicklung parallel als "weltoffene Gesellschaft" zuschauen.

"Die heutigen Europäer wandeln durch ihre Lebenswelt wie Fremde durch das Museum einer lange untergegangenen Kultur, und es steht zu fürchten, daß zusammen mit der geteilten Vergangenheit nicht nur die innere Verpflichtung zum Schutz dieses Erbes verlorengeht, sondern auch jegliche Solidarität zwischen den Menschen abendländischer Kultur." - Prof. Dr. David Engels zum Verfall der EU

https://www.freiewelt.net/nachricht/die-westliche-welt-steckt-in-einer-krise-10077889

Anthropofugaler Wanderer
28. Mai 2019 16:53

@Search4M
27. Mai 2019 21:10
„je urbaner, jünger und bildungsnäher desto Grüner, je ländlicher, älter und bildungsferner desto AfD.“
Das würde ich nicht unbedingt auf Bildung beziehen. Bildung kann alles und nichts bedeuten. Die wohlständige, gebildete Grünen-Wählerschaft lässt sich genauso (oder besonders einfach?) manipulieren, politisch lenken, wählt aber die Parteien, welche ihrem Stand entsprechend besonders schmeicheln. Bei alledem spielt die faktische Position einer Partei kaum eine Rolle, weil man nach dem Bild, welches man von einer Partei hat, entscheidet. Dieses wird ausschließlich durch die Außendarstellung und den medialen Filter bestimmt. Sprich: der Propaganda.

@Jan
27. Mai 2019 23:24
„Und was ist überhaupt unser Hauptproblem? Ich meine: das Verschwinden Europas und der westlichen Zivilisation durch seinen demographischen Niedergang. Europa vergreist und stirbt aus, mit ihm seine Kultur und seine "Werte". Das geht alle an, denn auch die Grünen ahnen, dass auch ihr Milieu demographisch abnimmt und die immer zahlreicher werdenden Alis sich eher für 500PS-Karossen interessieren als für CO-Reduzierung.“
Das stellt für Linke kein so großes Problem dar, weil es für sie einfach ist, sich anderer Schwerpunkte zu bemächtigen, weil man keine Traditionslinien hat, die undbedingt auf der eigenen Ethnie aufbaut.

@HansGiebenrath
28. Mai 2019 06:33
„Ist es aus Sicht der AfD z.B. ein Widerspruch, wenn man Patriotismus mit bodenständiger Ökologie verbindet? Nur mal als Beispiel für ein brachliegendes Thema. Es gibt ja keine Partei in Deutschland, die einen wirklich realistischen und authentischen Plan zum Thema Ökologie hat. Oder trinkt der Patriot vorzugsweise Bier mit einem hohen Anteil an Schwermetallen?

Auch wenn die bekannte Partei "Öko" auf ihr Label schreibt, steckt ja am Ende kaum mehr als dumpfer Sozialismus dahinter. Dazu kommt, dass der Jungwähler keine Ahnung von Politik hat und auch keine Ahnung davon bekommen möchte. Es interessiert ihn schlichtweg nicht. Wohlbehütet aufgewachsen, ausgestattet mit grenzenlosem Vertrauen. Sehnsucht nach kuscheligen "Wir"-Gefühlen in virtuellen Welten, konditioniert auf PR. Will man denen erklären, dass es Menschen gibt, die es u.U. nicht gut mit ihnen meinen könnten ...?“
Volle Zustimmung.
Und das ist auch ein Vorwurf an andere Parteien, oder explizit die AfD, wie es jetzt selbst von der JF schallt. Denn dieses grüne (linke) Narrativ, man könne und müsse Masseneinwanderung als unbedingt notwendiges Mittel gegen Armut, Imperialismus, Klimawandel, Fachkräftemangel, Rentenfinanzierung, Wirtschaftswachstum usw. forcieren wäre sowohl mit ökonomischen und vor allem mit ökologischen Argumenten in aller Kürze komplett zerlegbar. Es tut nur keiner mehr.

Eine sehr gute und prägnante Analyse der strategische Ursachen der heutigen Verhältnisse und Erfolge der Grünen (Sozialisten) ausgerechnet von der Wirtschaftswoche: „Wie die CDU die Grünen groß macht(e)“
https://www.wiwo.de/politik/deutschland/die-oekologische-ursuende-der-union-wie-die-cdu-die-gruenen-gross-machte/24388492.html

RMH
28. Mai 2019 08:50
„Insofern empfinde ich vieles hier - insbesondere das seltsame Ossi-Wessi Ding - als Weltfremd. Die AfD wird gerade auch im Westen gewählt, weil die Ostdeutschen Stimmen dafür sorgen, dass man unter dem Strich Gesamtdeutsch zweistellig bleibt. Dadurch weiß man auch im sog. Westen (und Süden), dass die Stimme bei einer überregionalen Wahl sicher bei einer über 5% Partei landet.“
Das ist gelinde gesagt eine seltsame Argumentation. Selbst wenn man dieser einen strategischen Wert zuschreiben könnte, induzierte es hier die üblichen Vorurteile (die man im Westen eventuell nicht versteht und bedenkt): Der Osten verausgabt sich mit allem, was er kann und besitzt, was jedoch der Westen abstaubt (Bekanntlich wurden damals die allermeisten hochpreisigen Produkte ausschließlich in den Westen exportiert, welche man sich mithin sowieso nicht leisten konnte. Danach Treuhand.). Nun soll man hier wieder die Stimmen bringen und der Westen staubt Posten und Prestige ab, während hier alles diffamiert wird.
Das sind oft unterschiedliche Akteure und letztlich kann und sollte man sich damit nicht in die Defensive begeben, aber solche Assoziationen entstehen eben automatisch, weil sie auf spezifischen Erfahrungen und Prägungen untersch. Gesellschaftssysteme basieren, die man zumindest kennen sollte.
Deswegen wäre, um es nochmal zu sagen, eine solche Strategie nicht gerade die allerklügste, die man wählen sollte.

@Laurenz
28. Mai 2019 09:07
„Es standen 4 Tierschutzparteien am Start, historisch im Grunde rechts außen.“
Von der Sache sind die alle links. Mit einer seltenen Ausnahme mit dem sperrigen Namen Tierschutz hier! Welche auch Einwanderung als negativen Einfluss anführt, wie es sonst keine Partei mehr wagt (außer der AfD).
https://www.partei-tierschutz-hier.eu/europawahl-2019

@Michael B.
28. Mai 2019 10:50
„Hier gibt es ein _prinzipielles_ Misstrauen in die Moeglichkeiten politischer Veraenderungen durch 'demokratische' Prozesse.“
Das gibt es überall und da bezweifle ich ein Ost-West-Gefälle.

@Gelddrucker
28. Mai 2019 12:27
„Wer rechts, aber nicht völkisch denkt, begeht langfristig politischen Selbstmord.“
Zumal die Zuschreibung der Xenophobie aus den etablierten linkslastigen Medien hier eigentlich gar nicht verfangen sollte. Warum sollte man, wenn man völkisch denkt, jeden Andersstämmigen verachten und sich nicht mit ihnen anfreunden können und wollen?

Thomas Martini
28. Mai 2019 17:16

"Ich gebe Ihnen zwei, für dieses Forum vielleicht unerträgliche Beispiele: ich habe ein paar Jahre mit einem 'Neger' zusammengearbeitet, schwarz wie die Nacht finster, der aus einer gebildeten Familie in Elfenbeinküste kam, in Moskau an der Akademie der Wissenschaften studieren durfte und dann, wie das Leben halt ist, in München landete und da seine bayerische Frau für's Leben fand. Dieser Mensch wurde ein echter Freund für mich."

Zunächst einmal lassen die Beispiele eine ganze Menge Vorurteile gegenüber diesem Forum erkennen.

Hier in der BRD Kollegen aus aller Herren Länder zu haben, das ist doch absolut nichts besonderes mehr. Jeder im Berufsleben stehende Mensch, hat doch heute irgendwie Umgang und Kontakt mit Ausländern . Das ist doch in Westdeutschland längst völlig normal geworden, und absolut nichts ungewöhnliches. Voll normal halt.

Bei SiN hat Till-Lucas Wessels kürzlich das Treffen eines Türken und eines Merseburgers geschildert, mit Akif Pirinçci hat Antaois einen renommierten Schriftsteller mit Migrationshintergrund in den eigenen Reihen. Käme der, "wie das Leben halt ist", zufällig aus Afrika, wäre das hier, denke ich, auch kein Ausschlußkriterium.

Und was soll daran jetzt "unterträglich" sein?

Das ist alles nicht das Problem. Problematisch wird es, davon auszugehen, daß "das Leben halt so ist". Tatsächlich mussten auf dem Parkett der Politik erst die Bedingungen geschaffen werden, um so eine rührende Liebesgeschichte wie in Ihrem Beispiel zu ermöglichen.

Das ist, um es nochmal zu betonen, in meinen Augen das eigentliche Verbrechen bei der Umvolkung. Die gezielten und mutwilligen Eingriff wider die Natur.

"Ist die Vermischung der Völker als politisches Ziel, nicht ebenso kritisch – oder gar rassistisch – einzuordnen wie eine pauschale Politik, der ethnischen Reinhaltung der Rassen? Ohne die entsprechenden Handlanger aber, wäre dieser Wahnsinn des widersinnigen operativen Eingriffs in die Schöpfung, also in die Gesetze der Natur, gar nicht möglich. Es stellt sich die Frage, ob genau zu diesem Zweck die parlamentarische Demokratie vor langer Zeit als nicht anzuzweifelndes Dogma erfunden wurde. Wer weiß?" – Andreas Popp, "Europa - Verraten und verkauft"

Persönlicher Einschub: Habe zum Beispiel einen griechischen Kollegen, den ich nicht zuletzt deshalb so schnell ins Herz schloss, weil er im Gegensatz zu vielen einheimischen Kollegen völkisch denkt.

Laurenz
28. Mai 2019 18:34

@Gelddrucker .. Zitat - @Patricius:
"Es gibt außer in sehr ländlichen Gegenden kaum Jugendliche im Westen, die nicht irgendeinen "Ausländer" im Freundes- oder Bekanntenkreis haben und die Jugend will einfach nicht, dass die AfD den rausschmeißt" - Zitatende .... wen interessiert das? Es ist vordergründig eine Frage der Finanzierung des Unterhalts. Außerdem niemand hindert die hiesigen Jugendlichen ins Ausland zu gehen.

@Jan ... hier stimmen Ihnen, zumindest in einem gewissen Maße, sicher einige zu. Die Verteidigung von irgendetwas klingt immer wie Rechtfertigung. Grundsätzlich einfacher wird der Angriff. "Z.B. wenn die Wähler der Grünen denselben ökologischen Fingerabdruck hätten, wie CDU-Wähler, hätten wir die Klima-Ziele längst erreicht".... etcetc. Für dem politischen Angriff sind viele AfDler einfach zu harmlos.

@RMH .... da ist natürlich was dran. Die Frage ist, wer die zukünftigen Rechnungen bezahlt. Bei diesen Bevölkerungsgruppen läßt sich vielleicht noch was rausholen, also diejenigen, die noch was haben.

@Imagine ... man sollte Wahlniederlagen einstecken können. Sonst kann man sich einen anderen Staat suchen. Gegen die vielen Stimmen für die Grünen ist doch nichts zu sagen, günstig wäre es, wenn auch die Konsequenzen spürbar würden. Ihre Erwartungshaltung ist einfach zu groß.

@heinrichbrueck ... als der Kurz-Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine international in der Währungspolitik zu viel Ärger machte, war in der damals neuen Bundesregierung keiner solidarisch, und man schickte Oskar nachhause. Oskar bemerkte ein einziges mal dazu, "ich habe nicht gewußt, wie wenig Macht ein deutscher Finanzminister hat". Von daher geht es immer um das Machbare. Wenn es das Machbare nicht gäbe, wäre Oskar Lafontaine längst aus der Politik ausgestiegen. Insofern ist die Frage, wer die theatralisch darstellende politische Klasse stellt, nicht unerheblich. Desweiteren stellt sich die Frage, wer die internationalen Partner sind, auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Und es ist vollkommen unerheblich, was die Nicht-Wähler glauben oder nicht glauben. Steuern zahlen sie trotzdem.

@Search4M ... klar, kann man so sehen. Dann können wir uns aber auch die Rettung von Berggorillas und Löwen sparen. Berberaffen und Hauskatzen tun es ja in Ihrer Weltsicht auch.
Sie gehören zu der Mehrheit der Europäer, die ihre persönliche Haltung nicht von der Politik trennen können. Könnten wir 10 Mio. Fremdländer gegen 10 Mio. Vietnamesen austauschen, würde ich sofort zustimmen. Aber ich mag Sie darauf hinweisen, politische Debatte oder gar - Entscheidung hat mit Einzelschicksalen nichts zu tun. Etwas mehr Distanz zum Thema wäre hilfreich.
Denn niemand auf dem Planeten hat in der Regel etwas gegen ausländische Investoren oder Urlauber. Die gab es schon immer. Nur Wanderungen gehen grundsätzlich gewalttätig aus. Eine Erwartungshaltung, die Integration voraussetzt, ist (größen)wahnsinnig. Niemand will sich ändern, warum auch? Vielmehr will jeder seine Umwelt so gestalten, wie sie ihm selbst genehm ist, koste es, was es wolle. Und Sie sind selbst in der Lage die Heimatgebiete unserer Zuwanderer zu betrachten, und festzustellen, wie es da aussieht. Wollen Sie das auch hier ... die heiligen und unheiligen Geröllhalden aus dem gelobten Land?

@bhuber .... Ja, Sie. Aber Ihresgleichen wählen auch ohne Höcke keine AfD. Denn die Loser von der CDU und der aSPD gibt's schon. Herrn Höckes Themen sind etwas zu einseitig, was wohl an Seinem Dasein als Geschichtslehrer liegt, aber immerhin vor Ort ziemlich erfolgreich. Auch hier fehlt einfach die mediale Unterstützung, die Themen aktueller und breiter werden zu lassen. Charismatische Menschen polarisieren automatisch, weil sie selten sind. Hier ist die AfD eher gut beraten, die 2008er Methoden in der Alpenrepublik zu unterbinden.

@Gelddrucker ... wer wirklich ökologische Politik machen will, fördert Abwanderung. Wir sind völlig übervölkert.

Search4M
28. Mai 2019 22:49

@Thomas Martini
Ich schrieb: vielleicht unerträglich. Dies, weil ich die unterschiedlichen Schattierungen in diesem Forum noch nicht aufgenommen habe.

@Gelddrucker
Mir wäre einfach der Begriff 'traditionell/traditionsbewusst' lieber. 'Völkisch' ist noch immer kontaminiert vom irren Traum der arisch-germanischen Überlegenheit über andere Völker/Rassen. Der so bezeichnete 'Flügel' erzeugt teilweise völkische Reflexionen. Auch der Satz 'wir holen uns unser Volk zurück' ist völlig daneben. Das liefert den Kämpfern gegen rechts alle Argumente.

@Anthropofugaler Wanderer
Ja, kluge Propaganda ist unabdingbar. Jedoch muss Propaganda auf fruchtbaren Boden fallen, kann nur verstärken, aber keinen Mainstream drehen. Man kann einen sumpfigen Boden nicht überreden guten Wein zu ergeben. Deshalb muss man latent vorhandene Strömungen/Stimmungen beim Wahlvolk kennen. Die Medienwelt und die Mainstream-Politik haben den Propagandawert von Greta sofort erkannt und erfolgreich genützt. CDU/CSU haben das Thema Klima möglicherweise sogar bewusst gepusht, um das Thema Migration zu verhindern. Auch das hat zu den 11 % für die AfD geführt.

Nemesis
28. Mai 2019 23:43

@B Kaiser
"...und daß die Grünen in der Generation U30 abgesahnt hat, sollte eine politische Rechte, die sich wie kaum eine andere Kraft als jung, unverbraucht und alternativ versteht, mehr als nur ins Grübeln bringen – und dieses Grübeln müßte als Auslöser für selbstkritische Reflexionen und neue Strategien produktiv umgewandelt werden...
...Sich in die eigene Tasche zu lügen und das absehbare Desaster zum Erfolg umzudeuten, ist explizit der Stil des gegnerischen Parteienkartells, den man gar nicht erst adaptieren sollte."

Wahre Worte.
Was also könnten die Gründe sein, daß junge Menschen sich für eine grüne Politik so viel mehr begeistern als für eine rechts-konservative?

Wäre ich heute noch jung, was würde mich dazu bewegen, meine Stimme den Grünen zu geben?

1. Ein System, welches sich kapitalistisch nennt (daß dies eine bestimmte, extreme Ausprägung des Kapitalismus ist, tut erstmal nichts zur Sache), verhindert in zunehmenden Maße die Teilhabe Jugendlicher an einem lebenswürdigen und lebenswerten Leben: Eine sinnvolle Arbeit, mit der man eine Familie gründen, unterhalten und Vorsorge treffen (Alter etc.) kann und zwar unter Umständen, die nicht in ein Sklavendasein führen (3 Jobs, 70h Woche etc). Dazu kommt noch die völlige Unsicherheit einer Arbeitsstelle.

Es wird also gleichgesetzt:
rechts-konservativ = Kapitalismus = Neofeudalismus (das wird damit konnotiert, weil dieses augenblicklich bestehende System aus der rechts-konservativen "Wirtschaftsvergangenheit" so entwickelt wurde)

2. Dasselbe System vereinzelt Menschen immer mehr, bei immer höheren Anforderungen an den Einzelnen (Qualifikationen, Nachweise etc). Folge: Freisetzung großer Ängste.

3. Gesamtgesellschaftlich Umwälzungen: Kriege und Kriegsflüchtlinge, Terror, Hungersnöte, Umweltzerstörung.
Folge: Freisetzung großer Ängste.

4. Aufbau von Spaltungen innerhalb der Gesellschaft: Links/Rechts, Gender, religiöse... Folge: Freisetzung großer Ängste.

Das Ganze kann man fast beliebig weiterführen, es endet eigentlich immer mit Ängsten.

Was sind rechts-konservative Antworten an Jugendliche hierauf?
Wenn denn überhaupt Antworten kommen (hier eine sicherlich nicht vollständige Aufzählung meinerseits):

zu 1 und 2.: klassisch rechts-konservative Antworten zu 1. und 2. (s.o.) sind i.d.R.: mehr Leistung, mehr Disziplin, Bildung, mehr Auslese (weil bessere Chancen).
Und was das System als solches anbelangt: mehr Wettbewerb, Abbau von Sozialleistungen etc.
Ergebnis:
Wenn man Glück hat, verfügt man über besondere Begabungen. Jedenfalls solche, die (zumindest augenblicklich) benötigt werden. Das sind aber ganz sicher schon mal nicht die Mehrheit der Jugendlichen.

zu 3 und 4.: Ich habe nicht die geringste Ahnung, was die rechts-konservative Fraktion Jugendlichen dazu zu sagen hat. Bei mir ist da jedenfalls nichts angekommen. Eher noch Verstärkung der Ängste.

Die Grünen geben auf viele diese Fragen zwar keine inhaltlich funktionale Antworten (bei manchen schon), aber sie erzeugen vor allem eins: Ein Gemeinschaftsgefühl und dies gepaart mit einem positiven medialen Auftreten. Und das ist wahrscheinlich genau das, was viele dieser Ängste abfängt und erträglicher macht.
("WIR werden das Klima wieder heilen, WIR gehen gegen Umweltzerstörung vor..).

Und dann kommt aus meiner Sicht noch dazu:
Manche rechts-konservativen Blogs oder Blogger legen ein elitäres Gehabe an den Tag, bei dem es mir manchmal fast den Magen umdreht. Ich sags mal so: Es zeugt eigentlich nur von Durchschnittlichkeit, wenn man sich für überdurchschnittlich hält.

Mich wundert es daher kein bißchen, daß die meisten Jugendlichen sich in dieser Situation an bestimmte gemeinschaftsstiftende Narrative klammern und Sozialismus (in welcher Form auch immer) für die Lösung halten.

Antwort Benedikt Kaiser: Ich habe dem nichts hinzuzufügen, danke!

Laurenz
29. Mai 2019 09:04

@Search4M .... was können denn die Germanen dafür, wenn Sie jemand politisch benutzt. Black Power funktioniert auch nur mit denselben Methoden, welche die Nationalsozialisten anwandten. Letztere hatten ihre Mittel aus dem Alten Testament geklaut, der Urform rassistischer Glaubensbekenntnisse. Der Islam befördert radikal den Gesinnungs-Rassismus. Wie oft sind Sie, Search4M, dagegen vorgegangen? Haben Sie schon jemals gegen den Iran demonstriert? Iran heißt arisch. Fahren Sie doch mal nach Kenia und besuchen Sie die Massai. Ein arroganteres rassistischeres Volk habe ich, weit gereist, nie getroffen. Diese Ihre imperiale, unwissend ignorante Haltung gegenüber der Menschheit auf unserem Planeten nervt wie die Sau. Ihre grundsätzliche Voraussetzung, die Menschen des Planeten würden sich exakt Ihren Vorstellungen anpassen und sich darin auch noch gleichen, das ist der wahre heutige deutsche Rassismus, der auch noch fälschlicherweise so tut, als sei er ein internationaler.

@Nemesis ..... geiler Beitrag!

Es waren die Grünen, welchen den 1. Angriffskrieg Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg führten, den Raub an den Sozialkassen ausführten, Arbeitnehmer-Rechte einschränkten, die Versteuerung von Veräußerungsgewinnen durch Kapitalgesellschaften abschafften, und in der Pfandfrage versagten. Die Liste läßt sich endlos weiter führen. Verkehrspolitik mit der Sozialisierung des Personenverkehrs und der Individualisierung des Güterverkehrs wäre noch ein wichtiger Punkt Grüner Politik per se. Hier wäre der Ansatz für die Bürger-Demokratie der Schweiz, Mitbestimmung, müßte Jugendlichen doch eigentlich passen. Da gibt es genügend Material für den politischen Angriff. Hier ein immer noch aktuelles Video von Vince Ebert aus dem Jahre 2008. Bei 30:20 wird es Grünen-aktuell .... https://youtu.be/HE6u37OqE_U

heinrichbrueck
29. Mai 2019 11:37

Die Grünen sind eine Art Avantgarde der Vermittlung von Botschaften, deren Ausführungen in der realen Welt geplant sind. Mit der Umsetzung werden dann stets größere Parteien betraut. Die Gehirnwäsche ist als Umprogrammierung abgeschlossen; da werden noch einige Wahlenttäuschungen ins Land ziehen, bevor die Frustration die Wahrheitsfrage stellt. Die Bereitschaft der AfD, die Wahrheit zu sagen, ist abhängig von der Atmosphäre des vorgegebenen Rahmens. Mit diesem Wahrheitsrahmen, der historisch seine Blüten treibt (siehe auch neues Cover der JF), können die kleinen Fische leicht ins Netz gehen.
Die AfD ist nur eine Partei. Interessant wird es erst, wenn die AfD mehr sein möchte. Was nicht passieren wird, schließlich sind Wahlentscheidungen Jacke wie Hose, überall Teilwahrheiten im verlogenen Ganzen.
Über das Machbare und die vielen einprogrammierten Ängste wäre zu reden, aber als Gesamtkonzeption, nicht als Parteikonzept.

Search4M
29. Mai 2019 11:37

@Laurenz, 28. Mai 2019 18:34
Foren dieser Art unterliegen ein bisschen der Problematik von Whatsapp. In schnell hingeschriebenen und ausgetauschten kurzen Beiträgen geht viel Kontext verloren. Es gibt keine stringent aufgebaute Diskussionsfäden, sondern kreuz und quer springende Beiträge. Der einzelne Teilnehmer muss sich deswegen manchmal erklären.

Meine beiden Einzelbeispiele entstanden in einer Unterhaltung mit @Gelddrucker über die Wortbedeutungen von 'heimatverbunden-patriotisch versus völkisch' und seine Ansicht zu 'ethnischer Wahl'. Ich weiß, dass es neben meinen Beispielen viele weitere gibt und ich möchte das nicht als Befürwortung für Migration verstanden wissen. Ich lehne Massenmigration mit Überzeugung ab und leide mit Rolf Peter Sieferle.
Gleichwohl sehe ich 'ethnische Wahl' als chancenlos, denn sonst gäbe es die Neandertaler noch. Bestenfalls ist der Schutz einer Kultur möglich.

Thomas Martini
29. Mai 2019 14:56

Dort wo soziale Not herrscht, gibt es für die GRÜNEN sicher nichts zu holen. Man frage doch mal die Volksdeutschen in sozialen Brennpunkten, in Trier-West, im Pirmasenser Winzler Viertel oder anderen Hartz-IV-Bezirken der Republik. Wo Menschen jeden Tag zum örtlichen Energieversorger rennen müssen, um ihren täglichen Strombedarf durch "Pre-Paid" einzulösen. Man frage also dort nach den GRÜNEN, wo die Menschen am meisten unter dem Kapitalismus leiden.

In Wahrheit wird diese Partei zu 95 % von finanziell abgesicherten Menschen gewählt, die mit "First World Problems" beschäftigt sind.

Der derzeitige, streng auf die BRD begrenzte, Erfolg der GRÜNEN, ist eine nichtssagende Momentaufnahme. Es ist das Ergebnis einer tagesaktuellen Schützenhilfe durch die Leitmedien einerseits, und einer über Jahrzehnte staatlich geförderten pro-links/anti-rechts-Beeinflußung anderseits.

Diese Wettbewerbsverzerrung ist ausschlagebend, und muss bei einer Gesamtschau mitberücksichtig werden.

Die Erkenntnis, daß das Konservative und Althergebrachte, auf eine liberal und antiautoritär erzogene Jugend wenig attraktiv wirkt, ist - gelinde gesagt - nicht gerade bahnbrechend. Die AfD wirkt, von einigen Ausnahme abgesehen, nicht nur spießig, sie ist es halt auch.

Das liegt vor allem daran, daß viele Vertreter der AfD für die alte BRD stehen, aber leider nicht für das Alte Europa.

Immerhin sind die GRÜNEN letztlich auch nur ein plakatives Beispiel für die Veramerikanisierung der Deutschen.

Man hat dann zwei Möglichkeiten:

I. Entweder man springt auf diesen Zug auf, und versucht auch möglichst "cool" und "hip" zu wirken. Möglichst amerikanisch eben.

III. Oder aber man wagt die Revolution, und besinnt sich zurück auf den Kosmos des europäischen Kultur, um sie selbstbewusst als Konkurrenz zur Amerikanisierung in Stellung zu bringen.

Auf einem halbgaren, unausgereiften Mittelweg dazu, sehe ich derzeit die AfD im Gesamten. Und es ist offensichtlich, daß dieser Weg den Deutschen und Europäern weder auf kurze, noch auf lange Sicht, von großer Hilfe sein kann.

Search4M
29. Mai 2019 15:37

@Nemesis, @B Kaiser
"...und daß die Grünen in der Generation U30 abgesahnt hat, sollte eine politische Rechte, die sich wie kaum eine andere Kraft als jung, unverbraucht und alternativ versteht, mehr als nur ins Grübeln bringen..."

"Was also könnten die Gründe sein, daß junge Menschen sich für eine grüne Politik so viel mehr begeistern als für eine rechts-konservative?..."

"Die Grünen geben auf viele diese Fragen zwar keine inhaltlich funktionale Antworten (bei manchen schon), aber sie erzeugen vor allem eins: Ein Gemeinschaftsgefühl..."
___________________________________________________________
Zunächst stelle ich mir die Frage, ob @Nemesis nicht seine eigenen Ängste reflektiert hat, wenn er schon fragt, was ihn dazu bewegen würde grün zu wählen. Im Kontakt mit vielen jungen Menschen spüre ich nämlich solche Ängste nicht.

Dann wundere ich mich, dass die politische Rechte anscheinend nicht weiß, wie die jungen Leute, die den Grünen zulaufen, ticken. Die interessieren sich nicht für einen Krieg in Syrien, Vergewaltigungen und Messerstecher sind zur Kenntnis genommen, man hat sich daran gewöhnt und man fährt halt nachts nicht mehr gerne alleine S-Bahn. Denen ist das alles sch...egal. Sie beschäftigen sich mit der Frage wie der gesündeste Smoothie zubereitet wird, wie oft man noch Fleisch essen sollte, dass die Bienen aussterben undundund. Die haben in der Regel keine schlecht bezahlten Jobs (grün wählen muss man sich leisten können), aber sie haben kein Interesse zu strampeln, um Karriere zu machen und mehr Geld zu verdienen. Die wollen alle mit 60 Jahren aufhören zu arbeiten, wissen dass 'das mit der Rente' bis auf eine mickrige Grundrente ohnehin vorbei ist und sorgen privat vor. Anstelle eines Bausparvertrages haben sie einen ETF-Sparplan. Viele erzählen von einem neuen Lebensprinzip des Minimalismus. Was man nicht braucht, braucht man nicht. Man spricht davon, dass man überhaupt kein Auto will, dass man deswegen gar keinen Führerschein gemacht hat. Die meinen das ernst! Genauso ernst wie mein alter Herr, der 1965 nicht mehr zum Frisör ging, Jimi Hendrix vergötterte und gegen den Vietnamkrieg demonstrierte. Zu diesen jungen Leuten, die eher mehr werden, hat die AfD keinen Zugang und wird auch keinen haben.

Die politische Rechte, die sich nach @B Kaiser als jung, alternativ und unverbraucht versteht, kennt anscheinend ihren Blinden Fleck nicht. Die politische Rechte, da bringe ich jetzt meine eigene Sicht ein, ist alt, bräsig, langweilig, genau so bonzenmäßig wie allen anderen (ausser Annalena, Katha...), ist ständig in Debatten um das Gestrige verstrickt und macht mehr Angst als die Grünen mit der Klimakrise. Ich habe im Netz noch nie Bilder von Leuten der IB im Bike Park gesehen, zerfleddert, verdreckt, nach ein paar Downhills fröhlich ein Eis löffelnd.

Es wird noch ziemlich lange dauern, denn weder die Asylkrise, noch EU, noch China werden heute persönlich wirklich als Bedrohung gefühlt. Nutzen tun das jetzt nur die Grünen, mit ihrem Wohlfühl-Gehüpfe für 'die Zukunft'. Das ist Vorbereitungszeit.

Lotta Vorbeck
29. Mai 2019 16:35

@Search4M - 29. Mai 2019 - 03:37 PM

"... Ich habe im Netz noch nie Bilder von Leuten der IB im Bike Park gesehen, zerfleddert, verdreckt, nach ein paar Downhills fröhlich ein Eis löffelnd. ..."

******************************

Schauen Sie mal hier: https://youtu.be/Zm5zdXg_Xno

Nicht im Bike Park, kein Eis löffelnd, Malenki und Kameraden beim Waldgang.

am 27.05.2019 veröffentlicht
War mit paar Jungs unterwegs im Wald. Wir haben einen Bienenschwarm entdeckt, Ameisen gegessen und, ach zieht es euch einfach rein!

Thomas Martini
29. Mai 2019 19:08

Für "Xhain", wo fast jede/r Zweite grün wählte, haben die Grünen einen "Dream Job" [sic!] zu vergeben. Stellenausschreibung: Kreisgeschäftsführer*in

Bewerben kann man sich hier:

https://gruene-xhain.de/

Der Nachschub ist als Vorbeugung zu verstehen, sollte jemand auf die Idee kommen, die Veramerikanisierung dieser Partei zu bestreiten.

Imagine
29. Mai 2019 19:19

@Search4M 29. Mai 2019 15:37
„Im Kontakt mit vielen jungen Menschen spüre ich nämlich solche Ängste nicht. …
Dann wundere ich mich, dass die politische Rechte anscheinend nicht weiß, wie die jungen Leute, die den Grünen zulaufen, ticken. Die interessieren sich nicht für einen Krieg in Syrien, Vergewaltigungen und Messerstecher sind zur Kenntnis genommen, man hat sich daran gewöhnt und man fährt halt nachts nicht mehr gerne alleine S-Bahn. Denen ist das alles sch...egal. …
Viele erzählen von einem neuen Lebensprinzip des Minimalismus. Was man nicht braucht, braucht man nicht. Man spricht davon, dass man überhaupt kein Auto will, dass man deswegen gar keinen Führerschein gemacht hat. Die meinen das ernst!
…weder die Asylkrise, noch EU, noch China werden heute persönlich wirklich als Bedrohung gefühlt. Nutzen tun das jetzt nur die Grünen, mit ihrem Wohlfühl-Gehüpfe für 'die Zukunft'.“

Das mag bei oberflächlichen Blick so aussehen. In Wirklichkeit haben sie ihre Ängste verdrängt und zwingen sich zu „think positive!“ Zum Teil müssen sie ihre Ängste und innere Unruhe zukiffen.

Wenn man diese als Studenten mit den realen Bedrohungen konfrontiert, werden diese Ängste manifest. Das habe ich vielfach erlebt.
Allerdings werden sie im Alltagsleben selten damit konfrontiert. Leute, welche dies im Privatleben versuchen, sehen sie als „Spaßbremse“ und verweigern den Diskurs.

Mit dem „neuen Lebensprinzip des Minimalismus“ ist es so wie mit dem Fuchs und den Trauben.
Denn tatsächlich sind die Millennials keine Öko-Hipster, sondern eine von Erwerbsarmut bedrohte Generation:
„Die real existierenden Millennials handeln jedoch nicht ökologischer als die Allgemeinheit; den grössten Erklärungsgehalt für ihr Konsumverhalten hat die Tatsache, dass sie knapp bei Kasse sind. Ein Punkt entspricht damit der Realität: Millennials sind Exoten. Denn sie sind die erste Generation, der es finanziell schlechter geht als den Eltern. Diese unbequeme Tatsache wird durch das gängige Narrativ von den Millennials als hippe Öko-Konsumenten verhüllt und umgedeutet.“
https://www.nzz.ch/meinung/die-millennials-als-feigenblatt-ld.1447604

In der Schweiz mag dies die „erste“ Generation sein, in Deutschland ist dies schon seit den 70-er Jahren der Fall. Aber die Differenz zum Leben der Eltern wird für Mehrheit in dieser Millennials und jede weitere Generation so drastisch sein, wie nie zuvor.

Ein Hauptproblem ist, dass die jungen Menschen von den meisten Eltern nicht auf die Realität und den Lebenskampf vorbereitet werden, sondern im Gegenteil verwöhnt und verweichlicht werden. Sie leben lange im „Hotel Mama“ und selbst, wenn sie im Berufsleben stehen und Familie haben, sind sie so knapp bei Kasse, dass sie im Prinzip lebenslang von ihren Eltern finanziell unterstützt werden müssen, um einigermaßen gut über die Runden zu kommen.

Die größten Zukunftsprobleme, wie Massenarmut, Massenimmigration, Wirtschaftskollaps, Krieg, Faschismus etc., werden nicht von den Eltern und schon gar nicht von den Lehrern angesprochen. Und die Massenmedien und die Politik konstruieren eine virtuelle Wirklichkeit von einer Welt, die angeblich nur durch CO2 bedroht ist.

Nemesis
29. Mai 2019 19:45

Danke für die Rückmeldungen.

@Search4M
"Zunächst stelle ich mir die Frage, ob @Nemesis nicht seine eigenen Ängste reflektiert hat, wenn er schon fragt, was ihn dazu bewegen würde grün zu wählen. Im Kontakt mit vielen jungen Menschen spüre ich nämlich solche Ängste nicht."

Das ist sicherlich möglich.
Andererseits: Nur weil Sie die Ängste bei jüngeren Menschen nicht spüren, bedeutet das noch lange nicht, daß sie deshalb nicht existent sind. Man muß jemand schon sehr genau kennen, bevor der Einem den Zugang dazu gewährt; gerade auch in einer Gesellschaft, die auf das (sich) verkaufen programmiert ist. Und dann müssen sie demjenigen auch bewußt sein.
Im Übrigen: Auch ich bin kein Erimit.
Aber: Wer kann die Gedanken von anderen schon wirklich lesen?

Ihre Annahme, daß nur die akademische, upper class Jugend mit ETF Sparplänen die Grünen gewählt hätten, ist so nicht haltbar. Heute kam in der NZZ folgende Wahlanalyse:

"Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) konnte die Partei bei der Europawahl unter den Gewerkschaftsmitgliedern des Landes gewaltig zulegen – von 10,2 Prozent im Jahr 2014 auf nun 18,3 Prozent. Das entspricht einem Plus von 80 Prozent. Bei weiblichen und jungen Gewerkschaftsmitgliedern landeten die Grünen sogar auf Platz eins."

https://www.nzz.ch/international/gruene-welle-auch-arbeiter-sorgen-sich-heute-ums-klima-ld.1485509
https://www.dgb.de/themen/++co++dd681d04-806e-11e9-aa1d-52540088cada

Ich mag die Grünen aus verschiedenen Gründen nicht.
Aber ich erkenne neidlos an, wenn jemand in bestimmten Bereichen besser ist. Die Schuld dann auf andere (in diesem Fall auf die jungen Wähler) abzuschieben?
Kann man machen...
...muß sich dann aber auch nicht wundern, wenn Ergebnisse eben so sind, wie sie sind.

Thomas Martini
29. Mai 2019 21:55

Die wertvollste Erkenntnis aus Nemensis' Beitrag ist die, daß die Grünen mit der Angst ihr Geschäft machen.

Da könnte ein AfDler nun auch sagen: "Mit dem Klimawandel haben die Grünen ein Thema gefunden, mit dem sie "in der Bevölkerung Ängste schüren können".

Laurenz
30. Mai 2019 08:54

Die Debatte hier entwickelt sich zu den Szenarien, welche Marc Steyn vor über einem Jahrzehnt bereits in die Debatte stellte. Grüne und ihre Wähler leben in einer Oase und sind blöd, eben weil sie nichts interessiert. Das ist insofern gefährlich, weil bei den Grünen keiner eine Hemmung hat, der Bundeswehr zu befehlen, in Frankreich einzumarschieren und die AKWs abzuschalten. Aber zum Glück haben wir ja bald die Enegierversorgungsprobleme der Ukraine und dann reicht der Handy-Akku eh nicht mehr, bis es wieder Strom gibt. Und unsere verblödete Jugend findet ohne Handy sowieso nicht den Weg zum Wahllokal und wieder nachhause.

Search4M
30. Mai 2019 12:20

Die Artikel in der NZZ, @Imagine und @Nemesis, ergänzen und plausibilisieren, Dank für die Links.

Die Zugewinne der Grünen aus der Arbeiterschaft, bis hin zu den 60jährigen, sind ja bestätigt durch die Bilder der Wählerwanderung, hauptsächlich von der SPD zu den Grünen. Dabei ist allerdings die Frage offen, ob diese Wechsler den Klimawandel entdeckt haben, oder einfach vor der SPD geflohen sind.

Ich hatte die Öko-Hipster und -Minimalisten unter ein Punktlicht gestellt, weil ich mit diesen viel in Kontakt bin und gerade diese in den Großstädten (Beispiel München, schon bei der Landtagswahl 2018) die Grünen besonders stark gewählt haben. Dass die Millennials eine inhomogene Gruppe sind und dass manche aus Geldnot Zweckminimalismus propagieren, glaube ich auch. Manchmal ist es auch ein sehr 'gewichteter' Minimalismus, z.B. wenn ich höre, dass zwei Jungakademiker (noch) auf Kinderwünsche verzichten und einen Kleinstwagen fahren, um sich mit zwei Gehältern eine Mietwohnung in Schwabing leisten zu können.
Trotzdem propagieren alle den grünen Zeitgeist und haben die Grünen gewählt. Die Wahlergebnisse zeigen das ja. Von den großen Risiken wollen sie anscheinend gar nichts wissen. Die wichtige Frage ist, was sie in zwei Jahren denken und was sie dann wählen. Vor allem, wenn noch mehr Rezos agieren.

Auf dem Land ist das alles anders. In südöstlichen Landkreisen waren SPD und Grüne sehr häufig deutlich
einstellig.

@Lotta Vorbeck,
ich habe mir das Video angesehen. Die Jungs hatten ihren Spaß, das sei ihnen auch gegönnt. Leider habe ich auch das gesehen, was ich nicht erhoffte zu sehen: Springerstiefel, Tarnanzug, Uppercut-Frisur und einen Knaller, der barfuß im Wald herumlief. Das Video bestätigt genau mein (sicher auch vorurteilbehaftetes) Bild der Kluft zwischen grün und rechts.

Lotta Vorbeck
30. Mai 2019 23:02

@Search4M - 30. Mai 2019 - 12:20 PM

"... ich habe mir das Video angesehen. Die Jungs hatten ihren Spaß, das sei ihnen auch gegönnt. Leider habe ich auch das gesehen, was ich nicht erhoffte zu sehen: Springerstiefel, Tarnanzug, Uppercut-Frisur und einen Knaller, der barfuß im Wald herumlief. Das Video bestätigt genau mein (sicher auch vorurteilbehaftetes) Bild der Kluft zwischen grün und rechts."

******************************

Bei dem Barfußläufer handelt es sich um den Hobbyimker Malenki.

(malenki [russ.] = klein, der Kleine).

Malenki veröffentlicht auf seinem Kanal auch Videos zu diversen, vermeintlich abseitigen Themen, wie beispielsweise zum Thema Axtwerfen.

Dem Malenki (Vater eines Kleinkindes) zündete man das nahe seiner Wohnung in Leipzig geparkte Auto an. Im Jahr zuvor, brannte das Gartenhaus seiner Eltern mitsamt Malenkis Imkerei nieder.

Sicher, Uppercut, Flesh-Tunnel und Waden- und Schienbein-Tattoos sind nicht jedermanns Sache.
Malenkis unlängst veröffentlichtes DIY-Tattoo-Video spricht gewiß auch nur eine eng begrenzte Zielgruppe an.

Malenki ist - Wie sollte es anders sein? - ein Kind seiner Zeit.

Dessen ungeachtet, so viel sei an dieser Stelle verraten, ist er mir sehr symphatisch. Selbstverständlich bekam er eine malenkiije Spende welche ein wenig mit zur Neubeschaffung eines Familienfahrzeuges beitrug.

Der Malenki ist ein guter Junge.

Aktiv bei der IB präsentiert er darüberhinaus seit über zwei Jahren mit Philipp Thaler (und vertretungsweise Laura Winterfeldt) jeden Donnerstag eine neue Folge des Formates "Laut gedacht".

Schnürstiefel und Tarnanzug eignen sich zur Durchführung eines "Waldgangs" einfach wesentlich besser, als Turnschuhe und Kapuzenpulli.

Zwei Suggestivfragen:
1.) Warum ausgerechnet jetzt ein "Waldgang"?
2.) Warum "Waldgang" und nicht etwa "Wanderung"?

Lassen Sie sich von mißinterpretierten Äußerlichkeiten bitte nicht den Blick auf das Wesentliche verstellen!

steinberg
31. Mai 2019 07:26

Das eigene Agieren
"Ähnlich verhält es sich im Parteivorstand, wo lediglich Frank Pasemann und Andreas Kalbitz aus Sachsen-Anhalt bzw. Brandenburg stammen. Der Rest der Bundesspitze ist eminent westgepolt – mit allen habituellen, strategischen und, in der Konsequenz, auch elektoralen Folgen."

Sehen Sie wirklich nicht mehr?
Das Fehlen jeder Offensivstrategie durch den Bundesvorstand. Der Kampf um die Deutungshoheit der Werte wird nicht aufgenommen durch den Buvo. Faktisch fällt dieser den Bundestagsabgeordneten in den Rücken. Die Partei kommt im Westen als ängstlich daher. Der Buvo übernimmt die Deutung des VS, anstatt, auf dem Boden des GG, eine eigene zu entwickeln: Art 1 ist deutbar. Er hält u.a. für die Handys für Flüchtlinge her.
Die Mitglieder werden im Westen durch eine neuen AfD-spezifische politische Korrektheit im "Mut zur Wahrheit" gelähmt, druch Kettenhunde der AM sogar in geschlossenen FB-Gruppen. ein aktiver Umbau der Partei ist im Gange. Das kampfbereite Bild der AfD "Wir holen uns unser Land und Volk zurück", was noch bis zur Bundestagswahlbestand, wo ist es hin? Die AfD unter der der Führung von Jörg Meuthen entkernt gerade die Partei von dem Patriotismus und die zwei Patrioten im Buvo schweigen. Die AfD im Westen ist aus diesem Grund auf Talfahrt und Kubicki scheint Recht zu behalten: "Nach fast 30 Jahren im Parlament weiß ich: Das parlamentarische System wird sie über kurz oder lang domestizieren und schließlich auffressen".
Die AfD wird zwar möglicherweise mehr Wähler bekommen, aber nichts wirklich verändern, den Niedergang aufhalten können, schon deshalb, weil sie Zugeständnisse machen wird, die diametral zu Marc Jongens Ausführungen am 05.04.2019 zur Erinnerungspolitik im Bundestatgag zwangsläufig stehen werden müssen.
Den Karrieristen, die die AfD als Geschäftsmodell schon jetzt erfolgreich betreiben, ist das freilich nur Recht. Der Umgang mit der Rede von Marc Jongen wird zum Lackmustest der Parteiführung. Jörg Meuthen, steht zu befürchten, wird hierzu erst gar keinen Zugang haben.
Bei der EU-Wahl gab es eine wohlverdiente Quittung

Search4M
31. Mai 2019 13:46

@steinberg

"...Das kampfbereite Bild der AfD "Wir holen uns unser Land und Volk zurück"..."

Glauben Sie im Ernst, dass Sie mit diesem depperten Spruch in Dresden/Berlin/Hamburg/Frankfurt/Nürnberg/München irgendeinen alten Hund hinterm Ofen hervorlocken können? In Görlitz vielleicht, ja.

Wer ist 'wir', der Land und Volk nicht mehr hat?
Wohin 'zurück' wollen Sie das Volk denn holen?
Was machen Sie denn, wenn Sie das Volk wieder haben???

Das 'Volk' gehört niemandem! Also ist jeder formulierte Anspruch wie oben absurd - und dementsprechend politisch kontraproduktiv!

Welches 'Volk' meinen Sie überhaupt? Die Bevölkerung Deutschlands mit 80 Mio. Menschen, davon 20 Mio. mit Migrationshintergrund und davon 10 Mio. Ausländer mit oder ohne deutschen Pass?

Wie wäre es mit dem Ziel 'Wir geben den deutschen Bürgern ihr Land und eine Zukunft zurück!'

Search4M
31. Mai 2019 14:12

@Lotta Vorbeck
Sie halten auf sehr liebe Weise einen Schirm über diese Jungs. Das ist gut so, denn die müssen sich noch entwickeln. Ein Scout wäre dabei sicher nicht schlecht. Und 'Knaller' ist in Bayern übrigens nicht immer negativ besetzt.

Mit Ihren Suggestivfragen kann ich leider nichts anfangen. Dafür bin ich vielleicht zu nüchtern und grob.

Lotta Vorbeck
31. Mai 2019 21:47

@Search4M - 31. Mai 2019 - 02:12 PM

"... Mit Ihren Suggestivfragen kann ich leider nichts anfangen. Dafür bin ich vielleicht zu nüchtern und grob."

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Lieber @Search4M,

gern gebe ich Ihnen eine kleine Hilfestellung:

+ Hier geht's zu den Videos von "Laut Gedacht"

Bisher erschienen 127 Folgen der Videoreihe.
Der Kanal enthält aktuell insgesamt 137 Videos.

+ Die Antwort auf die beiden Suggestivfragen lautet: Ernst Jünger

Und das hier ist als Bonus für Sie gedacht:

+ Malenki: Meine Ausrüstung im Wald

am 14.05.2019 veröffentlicht

Für eine zweitägige Wanderschaft muss es nicht immer das teuerste und beste sein. Was ich dabei habe seht ihr hier.

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I.) Nachtrag zur Brandstiftung im Garten von Malenkis Eltern

https://youtu.be/FROiYSLSo2k

am 08.12.2017 veröffentlicht

In der Nacht vom 06. auf den 07.12 wurde Malenki's Imkerei angezündet.

II.) Nachtrag - Malenki: "Mein Auto ist ein Nazi - Brandanschlag heute Nacht"

https://youtu.be/BWDn8bSliFM

am 11.01.2019 veröffentlicht

Freitag 11.01.2019
Mitten in der Nacht nehme ich euch mit um eine unschöne Sache abzufilmen. Meinem Auto wurde die Scheibe zerstört und ein Brandsatz hineingeworfen. Weil ich eh schon einmal draußen war, musste ich gleich ein paar Worte zu den Vorfällen der letzten Wochen loswerden.

Lotta Vorbeck
2. Juni 2019 11:27

@Search4M;

beim Hochladen meines Eintrags vom 31. Mai 2019 - 09:47 PM gingen zwei Links verloren.

Diese seien deshalb hiermit für Sie nachgereicht:

1.) Hier geht's zu den Videos von "Laut Gedacht"

https://www.youtube.com/channel/UCII9X0AMyy21VRwSVBjeBrw/videos?disable_polymer=1

Bisher erschienen 127 Folgen der Videoreihe.
Der Kanal enthält aktuell insgesamt 137 Videos

2.) Und das hier ist als Bonus für Sie gedacht:

Malenki: Meine Ausrüstung im Wald

https://www.youtube.com/channel/UCII9X0AMyy21VRwSVBjeBrw/videos?disable_polymer=1

am 14.05.2019 veröffentlicht
Für eine zweitägige Wanderschaft muss es nicht immer das teuerste und beste sein. Was ich dabei habe seht ihr hier.

Search4M
2. Juni 2019 21:33

Vielen Dank @Lotta Vorbeck!
Ich beschäftige mich schon mit den entsprechenden Inhalten, aber eine weitere Diskussion hier, in diesem Strang, wäre etwas OT, denke ich.

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