2. Juni 2019

Sonntagsheld (109) – Sadiq Khan eunt domus!

Till-Lucas Wessels / 46 Kommentare

Unsere Vielfalt ist unsere Stärke”

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

 

Manche Sätze schmecken einfach wie ein großer Schluck Earl Grey zur Tea Time:

I suspect I should apologise for my affection for the Englishness of my upbringing, but in some ways I found it calmer, more polite, more humorous, less tabloid, and less money-oriented than the one that is replacing it”

John Cleese, der Mann hinter diesen Worten ist durchaus eine große Nummer im Vereinigten Königreich. Und das meine ich wörtlich, denn Cleese ist über 2 Meter groß. Als Mitglied der Comedy-Truppe “Monty Python” erlangte er weltweite Berühmtheit, später spielte er eine der britischsten Rollen überhaupt, das Spezialausrüstungs- und Technikgenie “R” in den zwei Bond-Filmen “Die Welt ist nicht genug” und “Stirb an einem anderen Tag”.

Vor einigen Tagen nun schrieb der Erfinder des "Silly Walk" folgendes auf seinem Twitter-Account:

“Some years ago I opined that London was not really an English city any more Since then, virtually all my friends from abroad have confirmed my observation So there must be some truth in it... I note also that London was the UK city that voted most strongly to remain in the EU“

Damit wiederholte der Brexit-Befürworter eigentlich bloß eine Aussage, die er bereits 2011 gegenüber dem australischen Fernsehen getätigt hatte, nachdem London als Ausrichtungsort der Olympischen Sommerspiele festgelegt worden war. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 44,9 Prozent der Londoner gebürtige Briten. Heute dürften es deutlich weniger sein.

Anscheinend fehlte jedoch in der einen oder anderen Zeitungsredaktion noch der “Skandal des Tages” und so sah sich Cleese innerhalb kürzester Zeit einer Flut aus gekränkten Kommentaren gegenüber, die er seither mit beruhigender Gelassenheit und einer gesunden Prise Humor besegelt.

Er selbst widersprach natürlich der obgligatorischen Einordnung seiner Äußerungen als “rassistisch” und nannte sie statt dessen “kulturalistisch” - eine Einordnung, die ich ihm sofort abnehme. Ich glaube auch, daß er – wie so viele der ganz normalen Somewheres seiner Generation – ohnehin viel zu höflich und zu gut erzogen ist, um sich die ethnokulturelle Dimension des Großen Austauschs wirklich in ihrer ganzen Substanz eingestehen zu können.

Was ihm bleibt, ist nur das unbestimmte Gefühl der Entfremdung - eine Empfindung vor der nicht einmal unsere polistischen Gegner gefeit sind - welches sich immer stärker über das Erleben der einst heimatlichen Umwelt legt.

Überraschend zielsicher mit ihrer Analyse von Cleeses Äußerungen ist in diesem Zusammenhang die Journalistin Megan McArdle, die in ihrer Kolumne feststellt:

“The great global cities are ports on a great ocean of international capital, and the people who sail so profitably upon it are outbidding everyone else for a tightly restricted supply of housing. The more they dominate the housing market, the more everything else upscales and homogenizes to cater to their tastes. The result is reassuring for the traveling class, but also faintly depressing, since it removes one of the main reasons people used to travel: expanding their horizons, and broadening their comfort zone.”

Angesichts des Erscheinungsortes des Artikels kann man sich ein Augenrunzeln natürlich nicht verkneifen – McArdles Arbeitgeber, die Washington Post, gehört dem Amazon-Gründer Jeff Bezos, der mit Fug und Recht als einer der Hauptverursacher der von Cleese und McArdle kritisierten Entwicklungen gelten kann.

Für Cleese, der im Oktober 80 Jahre alt wird, war die stetige Globalisierung seines Heimatlandes am Ende nicht mehr zu ertragen. Seit 2018 lebt er auf der Karibik-Insel Nevis, einem Ort, der vermutlich der Anywhere-lichkeit gänzlich unverdächtig ist.

Seine Beschreibung der Insel bleibt indes very british: “......no sign of Rupert Murdoch [Anm. Wessels: ein neokonservativer Medienmogul, Vorsitzender der "News Corporation", zu der u.a. die britische Boulevardzeitung "The Sun" gehört.], conscientious lawyers, a relaxed and humorous life style, a deep love of cricket, and a complete lack of knife crime And, of course, wonderful weather “


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (46)

Lotta Vorbeck
3. Juni 2019 02:30

@Till-Lucas Wessels

"... Seine Beschreibung der Insel bleibt indes very british: “......no sign of Rupert Murdoch [Anm. Wessels: ein neokonservativer Medienmogul, Vorsitzender der "News Corporation", zu der u.a. die britische Boulevardzeitung "The Sun" gehört.], conscientious lawyers, a relaxed and humorous life style, a deep love of cricket, and a complete lack of knife crime And, of course, wonderful weather. “"

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Um weiterhin so zu leben, wie man als britisch situierter Brite zu leben pflegt, zieht sich John Cleese - noch immer vorhandener, überseeischer, britischer Kolonialbesitz macht's möglich - in die Karibik zurück.

Das ehemals zum bescheidenen, deutschen Kolonialbesitz gehörende Samoa, läßt keinerlei Einwanderung zu, auch dann nicht, wenn der Einwanderungsaspirant einen Samoainsulaner als Ehepartner vorweisen kann.

In ehemals Deutsch-Ostafrika, dem einstigen Deutsch-Südwestafrika, Ghana, Kamerun und Togo mag sich das Wetter nicht unbedingt karibisch anfühlen, aber dennoch um Klassen besser sein, als in deutschen Landen.

Als Ausweichdestination für diejenigen, die weiterhin ihr tradiert-deutsches Leben führen möchten, taugen diese total heruntergewirtschafteten Länder allerdings kaum.

Bei der Gelegenheit einfach mal in die Runde gefragt: Weiß jemand, wie es Emma West und deren Söhnchen inzwischen erging?

Siehe auch:
Racist London Tram Lady 2011 - Emma West of New Addington in Croydon - CAUGHT ON CAMERA!!!
https://youtu.be/pONVYjAd1wc

eike
3. Juni 2019 04:21

England ist ein besonders tragischer Fall und unser Mitleid mit dem ethischen Untergang der Insel sollte sich in Grenzen halten.

Unsere Vettern jenseits des Kanals haben keine Gelegenheit ausgelassen, ihre germanischen Vorfahren haßerfüllt zu bekriegen, obwohl die Deutschen nie ihre Ausbeuterstruktur "Commonwealth" infrage stellten, geschweige denn bekämpften und ihnen unzählige Male die Hand zur Versöhnung reichten.

Dem 'perfiden Albion' war immer jede Intrige recht, um Vorwände für ihre paranoide balance-of-power Politik zu suchen und sie feiern heute noch wahnsinnige wie Churchill und Bomber-Harris.

Wenn nun einige dieser insularen Comedy-Truppe, die sich "United Kingdom" nennt, "ein unbestimmte Gefühl der Entfremdung" empfinden - ohne natürlich zu ahnen, woher es stammt - dann kann ich mir ein hämisches Grinsen nicht verkneifen.

H. M. Richter
3. Juni 2019 08:24

@ eike

"England ist ein besonders tragischer Fall und unser Mitleid mit dem ethischen[sic] Untergang der Insel sollte sich in Grenzen halten. [...]

Wenn nun einige dieser insularen Comedy-Truppe, die sich "United Kingdom" nennt, "ein unbestimmte Gefühl der Entfremdung" empfinden - ohne natürlich zu ahnen, woher es stammt - dann kann ich mir ein hämisches Grinsen nicht verkneifen."
_________________________

Ihr Kommentar mißfällt.

Wer glaubt, der Entwicklung - dem großen Austausch ... - in England (nebst Frankreich) mit einem "Grinsen" begegnen zu können, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und aus dem tragischen europäischen Bruderkampf nichts gelernt.

Der Gehenkte
3. Juni 2019 09:34

Hierzu äußerst lesenswert: Ben Judah: This is London.

Ein durch seine empirische Herangehensweise auch im Mainstream akzeptierte Stimme. "The Guardian" etwa schreibt:

"Judah might not trust statistics but he weaves them into his narrative, and at the end – in case we don’t trust them – he gives the sources, mostly from government surveys. In 40 years the percentage of white British in London has fallen from 86% to 45%; 600,000 of those in London are there illegally; the number of Africans would fill a city the size of Sheffield; 57% of births are to migrant mothers. A gun is fired on average every six hours; 96% of London’s prostitutes are migrants, as are 60% of its carers. This is London, Judah insists: multitudinous and multi-ethnic. Or – less an assertion of truth than an expression of incredulity – This is London?"
https://www.theguardian.com/books/2016/jan/20/this-is-london-by-ben-judah-review

Kürzlich gab es eine interessante Diskussion zum Brexit mit Judah.

https://www.youtube.com/watch?v=uXuckzydJAI

@ "Weiß jemand, wie es Emma West und deren Söhnchen inzwischen erging?"

Poor boy!

Der_Juergen
3. Juni 2019 11:06

@Eike

Ebenso wie dem Foristen H. M. Richter missfällt Ihr Kommentar auch mir aufs äusserste. Ungeachtet der zahllosen Schurkereien ihrer Regierenden sind die Briten ein grosses europäisches Volk, das einen geradezu unermesslichen Beitrag zur abendländischen Kultur und Wissenschaft geleistet hat. Hier hämische Schadenfreude zu empfinden, weil die "Siegermacht" Grossbritannien noch stärker durch Umvolkung und Islamisierung betroffen ist als die besiegten Deutschen, ist eines deutschen Patrioten/einer deutschen Patriotin unwürdig. Im Gegensatz zu Ihnen dürften alle Autoren und die allermeisten Kommentatoren dieses Blogs begriffen haben, dass die europäischen Nationen längst im gleichen Boot sitzen.

Thomas Martini
3. Juni 2019 11:36

Angenommen aus dem Zweiten Weltkrieg wären Hitler, Deutschland und die Nazis als Sieger hervorgegangen. Die Briten wären hernach Entdemokratisiert und Umerzogen worden. Winston Churchill, der sich noch vor der britischen Kapitulation selbst richtete, wäre als Verkörperung des Bösen in die Geschichte eingegangen. Daß die Briten die Schuld am Krieg und allen Toten tragen, trichtert man ihnen von der Wiege bis zur Bahre ein. Über viele Jahrzehnte entwickelte sich GB nur noch unter deutscher Aufsicht. Alles und jeder orientiert sich am deutschen Modell, auch die englische Sprache, die immer mehr Wörter aus dem Deutschen aufnimmt.

Auf „neurechten“ englischen Internetseiten, lassen „Identitäre Briten“ in schöner Regelmäßigkeit deutsche Männer zum Sonntagshelden ausrufen, ohne jede Einschränkung, ohne kritische Distanz. Nicht direkt unterwürfig, kriechend, - aber fast.

So wie in meinem Gedankenspiel, stellt sich die Situation bei Sezession im Netz auch dar.

Dazu habe ich hier schon viel geschrieben, und es gäbe sicher noch viel mehr zu sagen. Ich entscheide mich aber dafür, es bleiben zu lassen. Kein' Bock mir die Finger für nichts und wieder nichts wund zu schreiben.

John Cleese und sein Wirken als Schauspieler – wenn ich daran denke, kommt mir nicht nur der Begriff „Dekonstruktion“ in den Sinn. Wayne interessiert's.

Solche pro-britischen Kolumnen wie die neueste Ausgabe des Sonntagshelden, sind eindeutige Signale dafür, daß der Verfasser nicht einmal im Traum daran denkt, die Deutschlandfrage zu stellen, geschweige denn sie zu lösen.

PS: @Eike

Emmanuel d'Astier, Journalist und Innenminister in der provisorischen Nachkriegsregierung von Charles de Gaulle, über ein Treffen mit Sir Winston:

"Nach dem Essen führte mich Churchill zigarrenrauchend in ein Zimmer, wo Stereoskope nebeneinander aufgebaut waren. Jedes einzelne war einer deutschen Stadtgewidmet. Ich drehte am Okular und sah die Schreckensbilder von Köln, Düsseldorf oder Hamburg. Er selber war begeistert wie beim Fußballspiel. Er jubelte, pries die Verwüstungen und rühmte die Treffer. Man spürte bei ihm - zwischen Kaffee und Zigarre - ein Vergessen alles Menschlichen." (Der große Wendig, Bd. 1).

Thomas Martini
3. Juni 2019 12:11

Ein weiteres Kontrapunkt-Gedankenspiel über das Verhältnis der Deutschen zu den Briten, und umgekehrt.

In der vergangenen Woche sind mit dem FC Arsenal, dem FC Chelsea, dem FC Liverpool und Manchester City gleich vier englische Vereine in den Finalspielen des Fußball-Europapokals unter sich gewesen.

Das nehmen die Deutschen hin wie eine Selbstverständlichkeit, höchstens mit ein wenig Gemurre über die Finanzkraft dieser Vereine.

Stellen Sie alle, vor allem Sie Herr Wessels, sich bitte einmal umgekehrt vor, mit dem FCB, BVB, der SGE und Schalke 04 wären vier deutsche Vereine im Endspiel gewesen. Mehrere englische Vereine wären gegen die Deutschen ausgeschieden. Wie sähe dann wohl die Reaktion in England, speziell in der Sportpresse aus?

Geht man nach der Geschichte, dann wäre wie üblich über Deutschland eine neidische Haßhetze ausgegossen worden, verbunden mit Forderungen, dieser deutschen Übermacht im Fußball schnellstmöglich einen Riegel vorzuschieben.

Wird der drastische Unterschied in der Haltung zueinander überhaupt noch zur Kenntnis genommen?

Lotta Vorbeck
3. Juni 2019 13:12

@Thomas Martini

"... Kann man eigentlich für einen Partner, mit dem man 40 Jahre, in guten, wie in schlechten Zeiten zusammengelebt hat, nicht einen anderen Modus finden als für Paraguay oder Papua Neuguinea, meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist ja wohl der blanke Hohn und verwundert es da noch, wenn die Briten hinter jedem Manöver aus Brüssel bösen Willen vermuten, ... und zu Europa gehören unsere britischen Freunde! ..."

Alice Weidel, am 21.03.2019 im Bundestag

Quelle: RT - Weidel: "Pathologische Realitätsverweigerung" – Brexit schwerwiegend wie Bankenrettung

https://youtu.be/sjlyIkjnvf0?t=300

Ein gebuertiger Hesse
3. Juni 2019 13:14

@ Thomas Martini

Ja, im Falle von vier deutschen Vereinen in den Europapokal-Endspielen (aber wirklich auch S 04?) hätte es einmal mehr Blitzkrieg!-Hetze seitens der Sun und ähnlicher Drecksblätter gegeben. Das ist das eine. Das andere, angesichts des Substanzverlusts mitteleuropäischer Völker weitaus Wichtigere, sind aber doch öffentliche Aussagen wie die von John Cleese. Daß einer, der im eigenen Land ein bunter Hund ist, überhaupt das Maul aufmacht und wenn auch mit sanften Worten DEN Gorilla auf der H-Schaukel schlechthin anspricht, ist allemal des Lobes und eines freundlichen Sonntagshelden-Beitrags wert. Meinen Sie nicht?

Fritz
3. Juni 2019 14:13

Hm, eine Schwester meines Vaters heiratete nach dem Krieg einen englischen Besatzungssoldaten und ging mit ihm auf die Insel. Das erste mal besuchte ich sie mit 14 Jahren, meine erste Auslandsreise ohne Eltern. Lodon überraschte mich damals (1970) schon durch die vielen Schwarzen und Inder, sowas war in Deutschland noch völlig unbekannt. Habe mich in England immer unter meinesgleichen gefühlt, nie etwas von Ressentiment gegen die Deutschen gespürt. Meine Tante kam das letzte mal zu uns zur Beerdigung meines Vaters.

Englische Kultur war mir nie fremd, ebenso englische Musik von Purcell bis zu den Stones (englisches Essen allerdings; erinnere mich mit Grauen an den Toast mit gesalzener Butter und Orangenmarmelade. Und das gekochte Hammelfleisch). Ich ziehe Ranke-Graves Erinnerungen an den I. Weltkrieg (Goodbye to all that, https://de.wikipedia.org/wiki/Strich_drunter) dem Pathos von Jüngers Stahlgewittern entschieden vor. Er berichtet, wie er von den Offizieren wegen seiner deutschen Herkunft geschnitten wurde und sich die Anerkennung erst durch Tapferkeit erkaufen musste. Und über die unter englischen Soldaten weit verbreitete Ansicht, dass man viel lieber zusammen mit den Deutschen gegen die Franzosen kämpfen würde als gegen die Deutschen.

Mich befremden solche Beiträge wie oben, die den II. Welkrieg weiterkämpfen wollen.

Andreas Walter
3. Juni 2019 14:47

Wer Lust auf wirklich seltsame Berichterstattung hat soll mal die Worte Walter Lübcke und erschossen bei Google eingeben und dann ein bisschen die Suchergebnisse lesen.

Was ist hier los, in Deutschland, fragt man sich dann auch.

eike
3. Juni 2019 15:36

@Der_Juergen

Danke für Ihre Lektion in Patriotenwürde und ersetzen Sie bitte mein Grinsen durch eine - very British - hochgzogene Augenbraue.

Tatsache ist, daß die eurpäische Umvolkung eine Folge der Weltkriege ist und diese ohne den "unermeßlichen Beitrag" an Intrigen der Engländer nicht stattgefunden hätten.

Mag sein, daß Sie die Britische Boulevardpresse nicht lesen - auch ich nur mit Widerwillen. Sie würden sonst lernen, daß die Engländer uns immer noch mehr hassen als ihre pakistanischen rape gangs und ihr "gleiches Boot" dürfte Schlagseite bekommen.

RMH
3. Juni 2019 15:56

"... dem Pathos von Jüngers Stahlgewittern "

??????
Wie bitte?

Wo finden Sie denn da "Pathos"?

Haben wir das gleiche Buch gelesen?

Wir reden hier immerhin von WK 1 E. Jünger und nicht von Pathos-Kurt Eggers (WK 2).
(bei dem "Der Kampf als inneres Erlebnis" von E. Jünger mag man das eine oder andere (subjektiv!) als pathetisch empfinden, aber doch nicht bei den Stahlgewittern, Wäldchen 125 etc. Ernst Jünger, der Entomologe, dem sein allzu "kühler" Blick auf den Krieg regelmäßig bösartigerweise als kriegsverherrlichend verdreht wird, soll pathetisch sein ... und das gerade hier, auf diesen Seiten, wo E-Jünger eigentlich nicht nur zur Division Antaios zählt sondern eigentlich auch zu den Hausheiligen gehören sollte. Gut, ich höre jetzt auf mit dem mich wundern).

Hartwig aus LG8
3. Juni 2019 18:40

@ Thomas Martini

Ich möchte Ihren Ausflug in den Fußball nicht vertiefen. Nur eine Bemerkung: Die Briten nahmen es nach 1966 mit Demut hin, ihre Nationalmannschaft gegen die Deutsche zumeist verlieren zu sehen, zumal bei großen Turnieren. Nicht klaglos, aber doch ohne Geifer sahen sie zu, wie seither Deutschland dreimal Weltmeister und dreimal Europameister wurde - und sie selbst auf dem einen Titel sitzen blieben.

Thomas Martini
3. Juni 2019 18:44

Man wird in ganz Deutschland keine Zeitung oder Webseite finden, die grundsätzlich abfällig, abschätzig oder sogar verächtlich über das britische Königshaus und die Windsors berichtet.

Ganze Redaktionen von deutschen Hochglanz-Zeitschriften sind rund um die Uhr und "24/7" (in Worten: Twentyfour/Seven) damit beschäftigt, ja keinen Pups von Meghan, Harry, Kate oder den anderen "Royals" zu verpassen. Prinzenbaby Archie hat ein großes Häufchen gemacht!? Die deutschen "Fans" sind entzückt. Sie lechzen nach Neuigkeiten aus dem Umfeld der britischen Königsfamilie, und werden von allen Seiten bedient.

Geht es dagegen um deutsche Königs- oder gar Kaiserfamilien, bietet sich dem Beobachter ein komplett anderes Bild. Auf dem wird der Adel grundsätzlich negativ gezeichnet und nicht selten verächtlich gemacht. Sich zur Monarchie zu bekennen, und die früheren europäischen Herrscherhäuser positiv darzustellen, bringt einem womöglich den Ruf ein, mit den "Reichsbürgern" zu liebäugeln?

Die meisten Deutschen haben ihre eigenen Könige und Kaiser, Königinnen und Kaiserinnen längst vergessen. Es fehlt jeder Bezug zu diesen Volksrepäsentanten, jeder Ansatz, um sich ein vorurteilfreies Bild auszumalen.

Wie konnte es nur soweit kommen, und welche Rolle haben die Briten dabei gespielt?

Jan
3. Juni 2019 19:14

@ Lotta

Racist London Tram Lady 2011 - Emma West of New Addington in Croydon - CAUGHT ON CAMERA!!!
https://youtu.be/pONVYjAd1wc

Die Dame hat übrigens optische Ähnlichkeiten mit Charlotte Roche. Vom Aussehen her würde ich sie eher links-grün einschätzen, aber man sieht, dass auch solchen Leuten irgendwann mal die Buntheit zu viel wird. Kinder ändern ja auch so einiges und manchmal auch die politischen Ansichten über das eigene Lebensumfeld.

Die Zusammensetzung der U-Bahn-Gäste sieht in westdeutschen Großstädten 2019 mittlerweile ähnlich aus wie in London 2011. Nominal haben die Briten sogar nur ca. 2,5 Millionen Muslime, Deutschland hingegen ca. 7 Millionen. Dafür haben die Briten mehr indische Hindus und westafrikanische Christen. Deutschland hat mittlerweile eine Miniaturform des Osmanischen Reiches in sich aufgenommen in der Einwohnerstärke Bulgariens.

Wenn man sich das mal vergegenwärtigt, sieht man erst, was die Politik angerichtet hat. Ich sehe diese Massenmigration mittlerweile als politisches Verbrechen an.

Thomas Martini
3. Juni 2019 19:19

"Tatsache ist, daß die eurpäische Umvolkung eine Folge der Weltkriege ist und diese ohne den "unermeßlichen Beitrag" an Intrigen der Engländer nicht stattgefunden hätten." - Eike, 3. Juni 2019 15:36

"Mir fallen sieben hochoffizielle Geständnisse der englischen Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg ein.

No. 1 - 4 ergeben sich aus dem, was Chamberlain und Halifax gegenüber Botschafter Corbin und dessen Mitarbeiter Rochat gesagt haben.

No. 5 wäre, daß Außenminister Bonnet die Londoner Telegramme in sein Tagebuch aufgenommen hat, ohne deren Bedeutung in Frage zu stellen.

No. 6 ist die Fälschung der ersten Ausgabe des Livre Jaune von 1939, in der die Aussagen Chamberlains und Halifax' unterschlagen wurden.

No. 7 ist Churchills Bemerkung während der Konferenz der Alliierten Oberkommandierenden auf Chateau Muguet, daß es nicht darum gehe, Polen zu befreien oder eine deutsche Aggression abzuwehren, der Nationalsozialismus sollte besiegt und zerstört werden, (Maxime Weygand, Mémoires. Rappelé au service, éd. Flammarion, 1950, S. 596; General Weygand war 1940 Oberkommandierender der französischen Armee und kapitulierte im Eisenbahnwaggon von Compiègne gegenüber Wilhelm Keitel.)"

Bei der Kapitulation der Franzosen soll sich der später am Strick gerichtete Wilhelm Keitel sehr anständig - man könnte auch sagen typisch deutsch - verhalten haben, indem er die Tapferkeit und den Mut der französischen Soldaten anerkannte.

Solche kleinen Geschichtsdetails bringen für sich alleine schon das gängige Bild der Siegergeschichtsschreibung ins Wanken.

Thomas Martini
3. Juni 2019 19:39

Die Quelle für das Zitat im letzten Beitrag:

"Was alle sagen und vorbeten muß noch lange nicht richtig sein" verfasst von Tempranillo, 01.06.2019, 23:43

Lotta Vorbeck
3. Juni 2019 21:01

@Andreas Walter - 3. Juni 2019 - 02:47 PM

"Wer Lust auf wirklich seltsame Berichterstattung hat soll mal die Worte Walter Lübcke und erschossen bei Google eingeben und dann ein bisschen die Suchergebnisse lesen.

Was ist hier los, in Deutschland, fragt man sich dann auch."

*******************

Tja, was ist hier los?

War der jetzt erschossene Lübcke nicht derselbe NPC, der 2015, ob des in die BRD eindringenden Drittweltler-Zivilokkupanten-Heeres aufgebrachten Einwohnern das Auswandern nahe legte?

Lotta Vorbeck
3. Juni 2019 21:04

@Jan - 3. Juni 2019 - 07:14 PM

Es liegt schon wieder ein paar Jährchen zurück, als - wenn ich mich recht entsinne - zu lesen war, man habe "Emma West" in die Psychatrie eingewiesen und ihr den Jungen weggenommen.

Lotta Vorbeck
3. Juni 2019 22:47

@Andreas Walter

Regierungspräsident Lübke, Kassel-Lohfelden am 14.10.2015

https://youtu.be/KdnLSC2hy9E

333.437 Aufrufe

am 14.10.2015 veröffentlicht

Informations about Refuggee Camp in small District of City Kassel one day before 800 immigrant will arrive. German Politican say "if Germans does not accept the values of the Basic Law, they can leave Germany". - But he means, Germans who don't like illegal immigration can leave Germany. Politican without Mask.

Informationsveranstaltung Kassel Lohfelden, einen Tag bevor ca. 800 illegale Einwanderer angesiedelt werden sollen. Deutscher Politiker: "Wer die Werte des Grundgesetzes nicht vertreten will, kann Deutschland jederzeit verlassen!" - Er meint aber, wem es nicht passt, daß illegale Einwanderer angesiedelt werden, kann Deutschland verlassen. Politiker ohne Maske

Nemesis
3. Juni 2019 22:50

@T. Martini

Selbstverständlich sind alle Anderen schuld:
die Amis,
die Engländer,
die Franzosen...

Die werden Sie aber nicht ändern.

Und nun?

Weiterentwicklung ist nur möglich, wenn man erkennt, wo der eigene
blinde Fleck sitzt und eigene Verantwortlichkeiten permanent nach außen zu verlagern, ist kein Zeichen von Adoleszenz.

Zu jedem Spiel gehören immer mindestens zwei (auch wenn es kein Spiel ist): Es hilft aber nichts, wenn man den zweiten Part permanent ausblendet.

Kann man machen, aber Erwachsen wird man so nicht.

eike
4. Juni 2019 02:25

Frage an Radio Eriwan:
Kann ich Sonntagsheld der Sezession werden, wenn ich in der Karibik wohne?
Antwort von Radio Eriwan:
Im Prinzip ja, Sie müssen aber englischer Komiker sein.

Nemesis
4. Juni 2019 06:47

@T. Martini
Nachtrag.

Apropos bezüglich Ihrer permanent angeführten permanenten Gehirnwäsche:
Das Gehirn dürfte wohl von nichts mehr permanent gewaschen werden, als vom ausschließlichen Schielen auf den persönlichen Vorteil. Da haben Sie dann, wenn Sie so wollen, "die Amerikaner", "die Franzosen", "die Engländer"...
... aber eben auch "die Deutschen" (und alle Anderen).

https://www.welt.de/wirtschaft/article194660597/Brexit-Profiteur-Londoner-Swap-Milliarden-fliessen-nach-Frankfurt.html
Können Sie sagen, wer da was ist?
Möglicherweise können Sie es ja.
Ich kann es nicht.

Valjean72
4. Juni 2019 09:05

Ich begrüße es durchaus, dass John Cleese hier gewürdigt wird.

Dennoch will ich „eike“ und „Thomas Martini“ in Ihren Verweisen auf das hinterhältig und eiskalt intrigante Verhalten britischer Eliten in Bezug auf Deutschland sekundieren.

Auszug eines Gespräches des britischen Spitzenpolitikers und Chefdiplomaten Arthur Balfour (1902 – 1905 Britischer Premierminister, 1915 – 1916 Erster Lord der Admiralität, 1916 – 1919 Britischer Außenminister) aus dem Jahr 1907 mit dem US-Diplomaten Henry White:

BALFOUR: „We are probably fools not to find a reason for declaring war on Germany before she builds too many ships and takes away our trade.”

WHITE: “You are a very high-minded man in private life. How can you possibly contemplate anything so politically immoral as provoking a war against a harmless nation which has as good a right to a navy as you have? If you wish to compete with German trade, work harder.”

BALFOUR: “That would mean lowering our standard of living. Perhaps it would be simpler for us to have a war.”

WHITE: “I’m shocked that you of all men should enunciate such principles.”

BALFOUR: “Is it a question of right or wrong? Maybe it is just a question of keeping our supremacy.”

(Quelle: Allan Nevins, „Henry White – Thirty Years of American Diplomacy”, New York: Harper Bros., 1930, pp. 257-258)

Die gesellschaftlichen Verwerfungen, denen wir uns heute gegenübersehen hängen mE nicht zuletzt mit dem Ergebnis des 1. WK und der deutschen Niederlage zusammen.

Thomas Martini
4. Juni 2019 15:18

Vorschlag, wen Herr Wessels als nächsten Sonntagshelden küren könnte:

"Tim Blanning erzählt die Lebensgeschichte Friedrichs des Großen in erfrischend nüchternem und zeitgemäßem Ton. Für ihn ist der Herrscher ein Homosexueller ohne Wenn und Aber.

[...]

Noch gründlicher und größtenteils zustimmend setzt er sich mit Jürgen Luh auseinander, der in seiner Studie „Der Große“ die Schattenseiten des ruhmsüchtigen Königs beleuchtet hat – Herzenskälte, Misanthropie, Falschheit, Willkür und Rechthaberei, um nur die wichtigsten zu nennen. Blannings Buch ist also nichts für Friedrich-Verehrer alter Schule oder neupreußischer Provenienz.

[...]

Für ihn ist Friedrich der Große ein Homosexueller ohne Wenn und Aber, auch wenn er zu der Frage, inwieweit der Monarch seine Veranlagung auch körperlich auslebte, kaum Greifbares beizutragen hat. Die augenzwinkernde Bemerkung, Friedrich und Liebling Fredersdorf hätten „regelmäßig an Problemen im Analbereich“ gelitten, gehört zu den wenigen Stellen, an denen sein historisches Stilgefühl den Autor im Stich lässt.

[...]

Als Königsdarsteller hat Friedrich die Könige seiner Zeit besiegt. Diese Bilanz eines barocken Herrscherlebens hat noch kein Friedrich-Biograph so knapp und schlüssig gezogen wie Tim Blanning."

https://www.faz.net/aktuell/

Das Beispiel Blanning ist weiteres Anschauungsmaterial über das deutsch-britische Verhältnis. Kein Pressefuzzi käme jetzt auf die Idee, dem britischen Historiker eine "krankhaft revisionistische" Geschichtsdarstellung zu unterstellen, wie es umgekehrt der Fall ist, wenn ein nahmhafter Autor etwas zur Entlastung der Deutschen beitragen möchte.

Das ist letztlich der Meinungskorridor, in dem wir uns bewegen. Die Deutschen kannst du in die Pfanne hauen wie du willst, ihre Geschichte immer noch häßlicher und gemeiner darstellen. Das ist erwünscht und erlaubt. Mach es umgekehrt, und deine Motive werden sofort ruchbar: Aufklärung wird dann zur Hetze erklärt.

Drum nutzt auch fast jeder bei Betrachtungen zur Geschichte die Gelegenheit, den Deutschen ein latente Minderwertigkeit oder Bösartigkeit anzudichten. Deutschland muß belastet werden, dann ist man auf Kurs. Eine Alternative dazu gibt es nicht, sofern man nicht heiß darauf ist, als "Rechtsextremist" aus der Mitte der Gesellschaft verstoßen zu werden.

Tolles Spiel, - und es ist in Wahrheit tödlicher Ernst - bei dem die eine Seite einen Freibrief für Angriffe hat, und es der anderen Seite sogar verboten ist, sich angemessen zu verteidigen.

Stil-Bluete
5. Juni 2019 07:59

Wenn ich die Titel der Serie Sonntagshelden durchgehe, fällt auf, dass sie häufig wie Filmtitel heutzutage auf Englisch sind, wie der Regisseur auch nicht verabsäumt, seine englischsprachigen Zitate in den Vordergrund 'zu spielen'. Sein Kamerablick geht einseitig in die Richtung, aus der Pop, Lingua franca Englisch, Globalisierung herkommt.

Fast die Hälfte des Textes dieses Beitrags, rechnet man die Links mit dazu, ist auf Englisch. Bedauerlich? Ich bedaure das. Bedauerlicher Denglisch-Lichtblicke wie 'Anywhere-lichkeit.
Die englischen Pasagen sind nicht der Mühe wert, sie zu übersetzen. Vielleicht (er)fände man da ja Wörter in der eigenen Sprache, einer Sprache, der man bis vor kurzem nachsagte, sie wäre wortschöpferisch die Erste unter den Besten. Das lag auch an der ausgiebigen Übersetzertätigkeit quer durch alle Sprachen. Das bereichert die eigene Sprache ungemein und wäre auf unverdauliche Denglischklöpse weniger angewiesen.

Thomas Martini
5. Juni 2019 18:39

Wenn man die englische Sprache mit europäischen Sprachen vergleicht, fällt einem immer wieder auf, wie einfach das Englische gestrickt ist. Die englische Sprache ist ebenso unkompliziert wie primitiv.

In der deutschen Sprache kann man quatschen, babbeln, palavern, schwätzen, sprechen und reden. Die englischsprachige Welt kennt nur "Talk". Sie kennen und gebrauchen dafür kaum andere Wörter.

Eben weil die englische Sprache so banal "paltry" und "unimaginative" ist, dürfte es jedem Kenner der deutschen Sprache sehr schwer fallen, Gedanken in der englischen Sprache differenziert auszuformulieren. Man muß dabei sehr viele Kompromisse machen, und man ist genötigt, den eigenen Wortschatz der Kargheit, der mangelnden "inventiveness" des Englischen anzupassen.

Jean Paul, der ehemalige Lieblingsdichter der Deutschen, bezeichnete Deutsch als Orgel, und Englisch als Bootsmannpfeife unter den europäischen Sprachen. Französisch sei das Schnarrwerk wie ein Fagott. Nicht zu verwechseln mit fagot.

Da fangen schon die Probleme an: Eine Bootsmannpfeife bedeutet auf Englisch: "Boatswain's call"

Warum ist die englischsprachige Welt nicht in der Lage, daraus ein einziges Wort zu bauen?

Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen, zwei Wörter im Deutschen, dafür verwendet man im Englischen geschlagene fünf Wörter, nämlich "Privacy Policy and Terms of Use". Aber selbst diese fünf Wörter reichen nicht aus, um eindeutig zu erklären, daß es um Datenschutz geht. Datenschutz wäre schließlich "data protection". Also müsste Datenschutzerklärung in Englisch richtig heißen: "data protection statement". Drei Wörter für eine Sache.

Die Primitivät äußerst sich ebenso durch den einzigen Artikel, der aus jedem Ding "the same" macht.

Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten und Werke in der globalisierten Welt, werden heutzutage in der englischen Sprache gedacht und verfasst. Ist das nicht fatal? Ausgerechnet in dieser vereinfachten und primitiven Sprache, soll der Fortschritt und die Zukunft der Menschheit erdacht werden?

Come on.

Leider ist es wirklich brutal schwer, im Erwachsenenalter noch Französisch, Italienisch und/oder Spanisch zu lernen.

Wer das in der Jugend versäumte, wird viel investieren müssen, um die Sprache irgendwann halbwegs beherrschen zu können.

Ich versuche mir immerhin soviel wie möglich aus Frankreich und Italien anzueignen wie es geht, habe mir viele Textbücher von Opern durchgelesen, mir einige Arien übersetzt und sie auswendig gelernt usw.

Alles was aus der englischsprachigen Welt stammt, lasse ich dagegen nur noch unter starken Vorbehalten an mich ran. Da gibt es für mich keine "Unvoreingenommenheit" mehr.

Meine aktuelle Lieblingsbeschäftigung sind französischen Chansons, solchen Sachen z.B.:

"Non, ce n'était pas le radeau
De la Méduse, ce bateau
Qu'on se le dise au fond des ports
Dise au fond des ports
Il naviguait en pèr' peinard
Sur la grand-mare des canards
Et s'app'lait les Copains d'abord
Les Copains d'abord
Ses fluctuat nec mergitur
C'était pas d'la litterature
N'en déplaise aux jeteurs de sort
Aux jeteurs de sort
Son capitaine et ses mat'lots
N'étaient pas des enfants d'salauds
Mais des amis franco de port
Des copains d'abord
C'étaient pas des amis de luxe
Des petits Castor et Pollux
Des gens de Sodome et Gomorrhe
Sodome et Gomorrhe
C'étaient pas des amis choisis
Par Montaigne et La Boetie
Sur le ventre ils se tapaient fort
Les copains d'abord
C'étaient pas des anges non plus
L'Évangile, ils l'avaient pas lu
Mais ils s'aimaient tout's voil's dehors
Tout's voil's dehors
Jean, Pierre, Paul et compagnie
C'était leur seule litanie
Leur Credo, leur Confiteor
Aux copains d'abord
Au moindre coup de Trafalgar
C'est l'amitié qui prenait l'quart
C'est elle qui leur montrait le nord
Leur montrait le nord
Et quand ils étaient en détresse
Qu'leurs bras lancaient des S.O.S.
On aurait dit les sémaphores
Les copains d'abord
Au rendez-vous des bons copains
Y avait pas souvent de lapins
Quand l'un d'entre eux manquait a bord
C'est qu'il était mort
Oui, mais jamais, au grand jamais
Son trou dans l'eau n'se refermait
Cent ans après, coquin de sort
Il manquait encore
Des bateaux j'en ai pris beaucoup
Mais le seul qu'ait tenu le coup
Qui n'ai jamais viré de bord
Mais viré de bord
Naviguait en père peinard
Sur la grand-mare des canards
Et s'app'lait les Copains d'abord
Les Copains d'abord
Des bateaux j'en ai pris beaucoup
Mais le seul qu'ait tenu le coup
Qui n'ai jamais viré de bord
Mais viré de bord
Naviguait en père peinard
Sur la grand-mare des canards
Et s'app'lait les Copains d'abord
Les Copains d'abord"

"Les Copains d'abord" von Georges Charles Brassens

Thomas Martini
5. Juni 2019 19:04

"C'étaient pas des amis de luxe
Des petits Castor et Pollux
Des gens de Sodome et Gomorrhe
Sodome et Gomorrhe
C'étaient pas des amis choisis
Par Montaigne et La Boétie"

Singt Brassens an der Stelle nicht von "Schmuddelkindern"?

Wenn man die Dinge verstanden hat, bekommt man beim Lernen auch jede Menge zu Lachen. Oder anders gesagt, lernen kann auch "Spaß" machen. Das sollte man nie vergessen.

Nemesis
5. Juni 2019 22:12

@Thomas Martini
Wenn jemand Beiträge schreibt, sich aber nur auf Diskussionen mit denjenigen einläßt, deren Beiträge ihm passen, dann erzählt das eine ganze Menge - über ihn.

"Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten und Werke in der globalisierten Welt, werden heutzutage in der englischen Sprache gedacht und verfasst. Ist das nicht fatal?

Nein.
Alles hat seine Vor- aber auch seine Nachteile.

Beispiel:
Im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich gibt es eine digitale Schaltung, die man im Deutschen als "astabilen Multivibrator (astabile Kippstufe)" bezeichnet.
Da erschließt sich Einem doch sofort die Bedeutung?
Oder etwa nicht?

Im Amerikanischen heißt das Ding: Flip-Flop.

Eine digitale Schaltung, die in zwei Zustände kippen kann:
Flip (Zustand 1) oder eben Flop (Zustand 2).

Das Deutsche hat seine Vor-, aber eben auch seine Nachteile.
Ein Nachteil ist, daß man eine Menge heiße Luft abgeben kann, ohne wirklich etwas zu sagen.
Anders ausgedrückt: Mehr Schein als Sein.

Die vertiefende deutsche Sprache kann aber durchaus auch vorteilhaft sein (z.B. in der Philosophie, Literatur etc.).
Das wird man aber nicht begreifen, wenn man nur in schwarz-weiß Denkschemata operiert.

"Ausgerechnet in dieser vereinfachten und primitiven Sprache, soll der Fortschritt und die Zukunft der Menschheit erdacht werden?"

Der Transistor wurde in den "Bell-Laboratories" entwickelt,
die Quantenelektrodynamik wurde auf Amerikanisch formuliert.
Ja, ob Sie es glauben oder nicht: ausgerechnet in dieser "vereinfachten und primitiven Sprache".
Und Newton schrieb, soweit ich weiß, auch nicht auf Deutsch.
Sind alle englischsprachigen Philosophen "primitiv"?

Spricht das gegen die Deutsche Sprache?
Absolut nicht.
Aber es hebt sie eben auch nicht als etwas Besseres heraus.
Alles hat seine Vor-, aber eben auch seine Nachteile.
Sie sind eben nicht nur Flip - oder Flop.

Fritz
6. Juni 2019 07:31

@Thomas Martini: Haben sie mal was von Shakespeare gelesen (im Original meine ich)?

Thomas Martini
6. Juni 2019 18:38

"Wenn jemand Beiträge schreibt, sich aber nur auf Diskussionen mit denjenigen einläßt, deren Beiträge ihm passen, dann erzählt das eine ganze Menge - über ihn." - Nemesis
5. Juni 2019 22:12

Was denn? Meines Wissens hat sich zum Beispiel Arthur Schopenhauer sehr genau ausgesucht, mit wem er disputierte, und mit wem nicht. Erschien ihm dies schon vorab als Zeitverschwendung, ließ er es bleiben. Und was sagt das über ihn aus?

Astabile Kippstufe (Multivbrator) sagt mir wenig, aber unter Flip-Flop lässt sich für den Unwissenden auch ganz bestimmt keine technische Schalteinrichtung vermuten. Nicht das beste Beispiel, wenn man mich fragt.

"Sind alle englischsprachigen Philosophen "primitiv"?"

Das ist ein Sprung vom Kuchen backen zu Arschbacken. Es ging nur um eine Beurteilung der Sprachen.

"Spricht das gegen die Deutsche Sprache?
Absolut nicht.
Aber es hebt sie eben auch nicht als etwas Besseres heraus.
Alles hat seine Vor-, aber eben auch seine Nachteile."

Hinsichtlich der Nachteile der deutschen Sprache, hat kaum jemand so leidenschaftlich plädiert wie der von mir erwähnte Jean Paul. Der riet explizit dazu, sich Englisch im Hinblick auf Vereinfachungen zum Vorbild zu nehmen.

Die Nachteile liegen aber in der Schwierigkeit und Willkür unserer Sprqche, die das Erlernen derselben nur durch Sprachübung, nicht aber durch feste Regeln möglich macht.

Darauf wollte ich auch hinaus. Deutsch und vor allem Französisch sind definitiv schwerer zu lernen, wohingegen Englisch eine einfache Sprache für alle Menschen ist. Das begründet ja auch ihren weltweiten Erfolg. Englisch ist die Sprache der Globalisierung. Tolle Idee, als Globalisierunggegner in dieser Sprache zu parlieren.

Dem Vergleich von Orgel, Bootsmannpfeife und Fagott hatten Sie nichts entgegenzusetzen, außer den anerzogenen Impuls, dem Angelsachsenvolk hilfreich zur Seite zu springen. Wo kämen wir denn auch dahin, wenn wir uns gegenüber den Engländern erheben.

Boris Johnson hat mal einen sehr interessanten Artikel darüber geschrieben, voller Neid, wie überlegen wir Deutschen in der Musik mit Schöpfern wie Beethoven, Mozart, Händel, Haydn, Mendelssohn, Brahms und Wagner sind. Erzähl das einem kultivierten Deutschen, und er kommt sofort mit Purcell und Elgar.

Die Engländer und Amerikaner haben ganz unbestritten ihre Qualitäten, weltweiter Raub- und Völkermord gehören zum Beispiel seit Jahrhunderten zu ihren großen Stärken.

Entschuldigung wenn ich sage, daß sie damit für mich als Orientierungspunkt in der Wissenschaft, Kunst und Unterhaltung ausfallen.

"Haben sie mal was von Shakespeare gelesen (im Original meine ich)?"

Nein.

Thomas Martini
6. Juni 2019 18:55

Amis choisis reimt sich wunderschön auf La Boetie.

Nemesis
6. Juni 2019 22:15

@Thomas Martin
"Was denn? Meines Wissens hat sich zum Beispiel Arthur Schopenhauer sehr genau ausgesucht, mit wem er disputierte, und mit wem nicht. Erschien ihm dies schon vorab als Zeitverschwendung, ließ er es bleiben."

Sie vergleichen sich mit Schopenhauer?
Respekt.
Das nenne ich mal ein gesundes Selbstvertrauen.

Meines Wissens "bloggte" (auf Deutsch: "auf einer Webseite schreiben") Schopenhauer auch nicht auf einer öffentlichen Webseite.
Oder um es mit Ihren Worten zu sagen: "Warum ist die deutschsprachige Welt nicht in der Lage, daraus ein einziges Wort zu bauen? (s.u.)"

"Das ist ein Sprung vom Kuchen backen zu Arschbacken. Es ging nur um eine Beurteilung der Sprachen."

Sprache formt das Denken.
Und vice versa.

"Da fangen schon die Probleme an: Eine Bootsmannpfeife bedeutet auf Englisch: "Boatswain's call" Warum ist die englischsprachige Welt nicht in der Lage, daraus ein einziges Wort zu bauen?
Dem Vergleich von Orgel, Bootsmannpfeife und Fagott hatten Sie nichts entgegenzusetzen."

Da haben Sie Recht. Einem so völlig absurden Versuch, die Überlegenheit (oder die Primitivität) einer Sprache anhand der Anzahl der zur Beschreibung eines Sachverhaltes notwendigen Worte beweisen zu wollen, habe ich wirklich nichts entgegenzusetzen.

Beat around the bush - Um den heißen Brei herumreden 4:5
Bite the bullet - In den sauren Apfel beißen 3:5(!)
Cutting corners - Am falschen Ende sparen 2:4(!)
Get something out of your system - Das tun, was man möchte, um vorwärts zu kommen 6:9(!)
Get your act together - Etwas auf die Reihe kriegen oder es lassen 4:8(!)

Nach Ihrer Logik und in Anlehnung an Ihre eigenen Worte::
"Warum ist die deutschsprachige Welt nicht in der Lage, das mit weniger Worten zu bauen?" Merken Sie eigentlich nicht, wie absurd das ist?

"Wo kämen wir denn auch dahin, wenn wir uns gegenüber den Engländern erheben."

Warum sind Sie eigentlich so fixiert auf Überheblichkeit?

"Englisch ist die Sprache der Globalisierung. Tolle Idee, als Globalisierunggegner in dieser Sprache zu parlieren."

Was würden Sie wohl schreiben, wenn Deutsch die Sprache der Globalisierung wäre?

"Boris Johnson hat mal einen sehr interessanten Artikel darüber geschrieben, voller Neid, wie überlegen wir Deutschen in der Musik mit Schöpfern wie Beethoven, Mozart, Händel, Haydn, Mendelssohn, Brahms und Wagner sind. Erzähl das einem kultivierten Deutschen, und er kommt sofort mit Purcell und Elgar."

Was interessiert Sie Boris Johnsons Meinung dazu?
Sie interessieren sich doch auch sonst nicht fürs Angelsächsische.
Außer natürlich, wenn es um "Überlegenheit" geht.

"Entschuldigung wenn ich sage, daß sie damit für mich als Orientierungspunkt in der Wissenschaft, Kunst und Unterhaltung ausfallen."

Gleich in allen drei Bereichen?
Wieso sollte ich denn Orientierungspunkt für Sie sein wollen?
Sie suchen Orientierungspunkte?
Tja, das sieht dann wohl so aus, als müssten Sie sich einen Führer suchen. Einen Ortskundigen meine ich natürlich.

"Haben sie mal was von Shakespeare gelesen (im Original meine ich)?" "Nein."

Ist nicht von mir.
Aber Andere machen sich wohl auch so ihre Gedanken...

Fritz
7. Juni 2019 11:37

Ja natürlich. Englisch ist eine großartige Sprache, genau wie Deutsch oder Französisch oder Spanisch.

Vielleicht tut sich Thomas Martini mal das hier an:

https://www.dailymotion.com/video/x2kewo9

Thomas Martini
7. Juni 2019 15:58

Die letze Antwort von Nemesis ist - wie überraschend - ein einziges rabulistisches Ablenkungsmanöver aus der Trickkiste der Eristrik.

"Sie vergleichen sich mit Schopenhauer?
Respekt.
Das nenne ich mal ein gesundes Selbstvertrauen." - Nemesis
6. Juni 2019 22:15

Was es nun über Schopenhauer aussagt, daß er nicht mit Idioten diskutieren wollte, werden wir wohl nie erfahren?

"Da haben Sie Recht. Einem so völlig absurden Versuch, die Überlegenheit (oder die Primitivität) einer Sprache anhand der Anzahl der zur Beschreibung eines Sachverhaltes notwendigen Worte beweisen zu wollen, habe ich wirklich nichts entgegenzusetzen."

"Die deutsche Sprache bleibt unter allen europäischen Sprachinstrumenten eigentlich als die Orgel – doch soll auch die französische gelten als Schnarrwerk oder Flageolett und die englische als Bootmannspfeife – dastehen, und ihre Engelstimme und ihre Menschenstimme (vox angelica und humana) und ihr 32füßiges Grobgedackt und ihre vielen Mixturenregister sind ordentlich für dichterisch-fliegende Vogler gemacht." - Jean Paul, "Über die deutschen Doppelwörter"

Nemesis macht nicht einmal den Versuch, etwas Sachliches auf Jean Pauls Sprachvergleich zu erwidern. Einem ausgewiesenen Sprachenkenner und Meister der Dichtkunst, der immerhin wusste wovon er sprach. Wem mangelt es nun an Bescheidenheit?

Nemesis hat ganz offensichtlich, obwohl ich nun schon zweimal auf den guten Johann Paul Richter verwies, keinen blassen Dunst von den Besonderheiten unserer Sprache, und den Unterschieden zum Englischen. Das wird durch die sinnlose Anführung von englischsprachigen Redewendungen belegt, wo es von mir aus um die Unfähigkeit oder den Unwillen der Angelsachsen ging, ihre Haupt- und Bestimmwörter zu einem Wort zu vermählen.

"Warum sind Sie eigentlich so fixiert auf Überheblichkeit?"

Nun, ich muss zu meinem großen Bedauern seit einigen Jahren feststellen, daß Deutsche sich häufig als Duckmäuser entpuppen, sobald es um die englischsprachige Welt geht. Gegen Muslime haben manche ein großes Mundwerk. Da führt man bedenkenlos die Höherwertigkeit der westlichen Kultur, Sitten und Aufgeklärtheit an. Solche Töne kommen in der Regel von Menschen, die es sich ganz tief im Rektum des Angelsachsenvolks beqeum gemacht haben.

Was mich stört, oder besser gesagt erschüttert, ist die willfährige Anbindung an ein englischsprachiges Imperium, das seit mindestens vier Jahrhunderten die ganze Welt mit blutiger Gewalt unterdrückt und in das eigene "globale" Wirtschaftssystem einpresst.

Deshalb fallen die Anglos - und nicht Nemesis - für mich in jeder Hinsicht als kultureller Fixpunkt aus. Bei Staatenzerstörung, Kulturvernichtung, Völkermord und Methoden des organisierten Verbrechens, versuche ich eine Grenze zu ziehen.

"Was würden Sie wohl schreiben, wenn Deutsch die Sprache der Globalisierung wäre?"

Ich war 30 Jahre Anhänger des FC Bayern, und bin vor einigen Jahren als Mitglied ausgetreten, weil mir die erdrückende Dominaz dieses Vereins zuviel wurde. Diese ständigen Kantersiege gegen andere Bundesligisten empfand ich als todlangweilig und ungerecht.
Wenn es eine Sache gibt, die ich wirklich hasse, dann ist das der Zustand, wenn eine Gruppe auf alle anderen eine permanente und penetrante Dominanz ausübt.

Von diesem Gerechtigkeitsempfinden speist sich auch meine Abneigung gegen das englischsprachige Imperium.

Schade, daß sich soviele Deutsche gegenüber den Anglos verhalten müssen wie "Uncle Tom".

@Fritz

"Englisch ist eine großartige Sprache, genau wie Deutsch oder Französisch oder Spanisch."

Engländer sind gut, genau wie Deutsche oder Franzosen oder Spanier, darauf wollen Sie doch eigentlich hinaus. Ich hab's kapiert.

Nun, meine Vorbehalte gegen die englischsprachige Welt habe ich hinreichend begründet, und auch, warum ich da eine Grenze ziehe.

Daß Englisch die einfachste von den europäischsten Sprachen ist, bleibt das jetzt unwidersprochen oder will auch das noch jemand bestreiten?

Als Anregung, was die gleichwertige Großartigkeit des Französischen und Englischen angeht, abschließend folgende Empfehlung: Man vergleiche mal die von Jake Thackray interpretierten Chansons von Georges Brassens mit dem Original.

Stil-Bluete
7. Juni 2019 16:54

@ Thomas Martini

Es geht um die Maßlosigkeit der englischen Sprache, die sich in alle Bereiche der menschlichen Existenz, von der Wissenschaftssprache (mag ja noch angehen) bis in die Alltagssprache, ja das Liebesgeflüster ausdehnt. Deutsche Lieder? Nie wieder! Amerikanisches Englisch (geht) über alles!

Und wir spielen, auf Kostgen der eigenen ausdrucksstarken Muttersprache gehörig zu! Schande!

@ Till-Lucas Wessels
'Wie nah sind uns manche Tote, doch
Wie tot sind uns manche, die leben.' (Biermann)

Wie wär's die recht einseitige, um nicht zu sagen langweilige Reihe der Sonntagshelden durch Vorfahren zu erweitern? viele 'Helden' haben das getan, warum nicht auch hier, warum nicht auch wir, warum nicht auch Sie?

Stil-Bluete
7. Juni 2019 17:00

@ Till-Lucas Wessels

Da hätte ich gleich einen Sonntags-, nein Alltagshelden zu empfehlen:

Korbinian Aigner, genannt der Apfelpfarrer (* 11. Mai 1885 in Hohenpolding; † 5. Oktober 1966) ... Zwischen zwei Baracken pflanzte er Apfelbäume, und es gelang ihm sogar die Züchtung der neuen Sorten KZ-1, KZ-2 , KZ-3 und KZ-4. KZ-3 wird bis heute gezüchtet und heißt seit 1985 "Korbiniansapfel"

Thomas Martini
7. Juni 2019 17:05

"Das Bestimmwort – oder auch die Beifüge, wie es der vortreffliche Spate in seiner »Lehrschrift von der hochdeutschen Sprachkunst« nennt – ist eigentlich ein verstärktes oder ein verstärkendes Adjektiv, das sich mit dem Grundworte zu einem Worte verschmelzt und daher die gewöhnlichen Trenn- und Regierzeichen zwischen zwei Wörtern ablegt und dadurch das allgemeine Grundwort zu einer eingeschränkten Bedeutung bestimmt; z. B. es gibt viele abendliche Sterne, oder auch Sterne des Abends, aber der Abendstern ist ein besonderer und bestimmter; so wird aus großem Handel und großem Kreuze Großhandel und Großkreuz durch Einschränkung." - Jean Paul, "Über die deutschen Doppelwörter"

Im Englischen kannst du solche feinen Unterscheidungen nicht vornehmen, weil die Hochzeit zwischen dem Abend und dem Stern ausbleibt. Vielleicht braucht man erst ein feinsinnig ausgeprägtes Sprachgefühl, bevor man die Grobheit der englischen Sprache wahrnehmen kann?

"There are many evening stars, or even stars of the evening, but the evening star is a special and specific one."

Fritz
7. Juni 2019 17:38

Also ich habe zwei Fremdsprachen erlernt, Englisch und Spanisch. Englisch fiel mir wesentlich schwerer, was aber auch daran liegen mag, dass ich es in der Schule zwangsweise lernen musste. Vom Französischunterricht meldete ich mich nach einem Jahr ab, weil es mir sehr schwer vorkam (ich war auf einer Realschule). Dann nach der mittleren Reife ging ich auf eine Gesamtschule, und hatte dort die Möglichkeit, Spanisch zu lernen. Das gefiel mir besser, denn ich war inzwischen schon mit meinen Eltern in Spanien und mochte das Land. Spanisch erlernte ich wesentlich leichter als Englisch.

Nemesis
7. Juni 2019 17:40

@Thomas Martini

es sei Ihnen unbenommen, daß Sie Ihre persönlichen Abneigungen (oder Vorlieben) gegen bestimmte Sprachen oder Völker (Nationen, Ethnien) haben.

Etwas ganz Anderes ist es aber, wenn man ganze Völker, Nationen oder Ethnien undifferenziert unter Generalverdacht stellt.
Ihr Rundumschlag gegen "Anglos" oder " gegen Menschen, die es sich ganz tief im Rektum des Angelsachsenvolks beqeum gemacht haben" läßt jegliche Differenzierung vermissen.

Ich denke, daß z.B. ein Arbeiter in Sheffield oder eine alleinerziehende Mutter im Rust Belt ganz andere Schwierigkeiten haben, als "die ganze Welt mit blutiger Gewalt zu unterdrücken und in das eigene "globale" Wirtschaftssystem einzupressen" und sie in vielerlei Hinsicht den Nöten vieler Menschen hier sehr Nahe stehen.

Ihre Abneigung geht so weit, daß Sie nicht anerkennen wollen, daß auch diese Nationen durchaus Großartiges im Bereich von Kultur, Wissenschaft und Innovation geleistet haben.

Gegen diese Undifferenziertheit wende ich mich, denn das ist mein Gerechtigkeitsempfinden:
ganze Völker (Nationen, Ethnien) undifferenziert unter General-verdacht zu stellen.
Sein eigenes Licht erscheint dadurch nicht heller, das Gegenteil ist der Fall.

Ich jedenfalls wünsche Ihnen, daß Sie zu einer Sprache und zu einer Differenzierung finden, die es auch anderen Menschen ermöglichen kann, sie zu verstehen.
Jedenfalls ist es mir, in dieser Undifferenziertheit, so leider nicht möglich.

Nemesis

Fritz
8. Juni 2019 09:25

"Deutsche Lieder? Nie wieder! Amerikanisches Englisch (geht) über alles!"

Jede Sprache hat ihre eigene, klangliche Qualität. Rockmusik klingt nur gut auf Englisch (für meine Gefühl zumindest), Salsa oder Flamenco nur auf Spanisch. Deutsch klingt gesungen eigentlich nur bei klassischer Musik gut.

Bemerkenswert auch, dass es moderne, wissenschaftsorientierte Philosophie eigentlich nur auf Englisch gibt (Daniel Dennett, mein Lieblingsphilosoph), während deutsche Gegenwartsphilosophen sich im wesentlichen in Spekulation ergehen.

Eine dominierende Sprache für den internationalen Verkehr hat es immer gegeben, im Mittelalter das Lateinische, im 18. und 19. Jahrhundert das Französische, heute das Englische, daran vermag ich nichts schlechtes zu sehen. Ich habe beruflich mit Kunden aus Japan und Finnland zu tun gehabt, wie hilfreich, dass wir uns auf Englisch verständigen konnten.

Nemesis
8. Juni 2019 23:12

@Fritz
"Deutsche Lieder? Nie wieder! Amerikanisches Englisch (geht) über alles!"

Das würde ich so auch nicht unterschreiben wollen.
Man kann ja immer in zwei Richtungen vom Pferd fallen. :))

Danke übrigens für den Shakespeare Link.
Ich sehe das genauso.
Und wieso sollte man z.B so etwas wunderschönes wie das hier als primitiv bezeichnen, nur weil es ein Engländer komponiert hat?
https://www.youtube.com/watch?v=o2nr401xYTM

Das will mir einfach nicht einleuchten.

Stil-Bluete
9. Juni 2019 14:19

Und noch einen, diesmal lebenden Alltagshelden: Peter Weber

Stil-Bluete
9. Juni 2019 18:22

@ Fritz
Eine dominierende Sprache für den internationalen Verkehr hat es immer gegeben, im Mittelalter das Lateinische, im 18. und 19. Jahrhundert das Französische, heute das Englische.

Das Latein als Handels-, Theologie-, Medizin-, Bildungs-, Handels-, Arznei-, Biologiesprache war eine tote Sprache. Das Französische eine rein höfische Sprache, französische Brocken sind durch die Besatzung Napoleons ins Deutsche eingewandert und eingedeutscht worden.

Gegen die 1. Zweitsprache Englisch neben der Muttersprache ist insofern Einspruch zu erheben, weil sie mehr und mehr das Hochdeutsch durch Vulgärenglisch, Vulgärdeutsch und Denglisch ersetzt.

Die Problematik ist enorm, da sie schon dann beginnt, wenn den Kleinkindern Zwei-Sprachigkeit ohne zweisprachige Eltern im Kindergarten beigebracht wird, ohne daß sie fähig wären auf ihre Muttersprache - das A und O beim Fremdsprachenlernen - grammatisch und semantisch Bezug nehmen zu können.

Das Fundament des Hochdeutschen hat sich, wie wir wissen, durch Übersetzungen der alten Schriften, vor allem des AT und NT, aber auch der Griechen, Römer, Orientalen, der französischen, englischen, russischen Literatur, Philosophie, Wissenschaft, des Simultanübersetzens, des Dometschens, schließlich auch der Synchronisation der Filme und der Forschung und Sanktionierung von Grimm. bis Duden vorzüglich im Deutschen herausgebildet.

'Das ist ein zu weites Feld' und ohnehin 'Thema verfehlt', wäre gesondert einmal ausfühlicher in den Mittelpunkt zu stellen.

Übrigens: Die neue 'Sezession' ist exzellent!

Fritz
11. Juni 2019 08:55

"Gegen die 1. Zweitsprache Englisch neben der Muttersprache ist insofern Einspruch zu erheben, weil sie mehr und mehr das Hochdeutsch durch Vulgärenglisch, Vulgärdeutsch und Denglisch ersetzt. "

Ja welche dann? Gegen Fremdsprachenlernen im KIndergarten bin ich auch, aber später sollte jeder fremde Sprachen erlernen, weil sie einem die Welt in einer Weise erschlißen, wie es ein Einsprachiger niemals erleben kann.

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