Sezession
11. Juni 2019

WerteUnion oder AfD?

Götz Kubitschek / 63 Kommentare

Am 2. Juni, einem Sonntag, sollte der ehemalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, in Berlin referieren.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Maaßen referierte dann tatsächlich, aber er trug nicht dort vor, wo er erwartet wurde: nicht vor der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, sondern auf einer CDU-Abendveranstaltung im Wahlkreis des früheren Innensenators von Berlin, Frank Henkel. Per twitter bedankte sich Maaßen noch am selben Abend bei seinem Gastgeber und merkte an: "Wir schaffen die Politikwende".

Zur selben Stunde gab es auf der Veranstaltung der Erasmus-Stiftung lange Gesichter: Die teils von weit her angereisten Teilnehmer erfuhren erst zu Beginn des Vortragsabends, daß nicht Hans-Georg Maaßen, sondern der aus dem Libanon stammende Regisseur Imad Karim referieren werde - zweifellos ein interessanter Mann, aber eben nicht Maaßen. Auch die Polizei, die den Zugang zum Veranstaltungslokal mit Absperrgittern und sechs Einsatzfahrzeugen absicherte, war offensichtlich über die Absage nicht informiert.

Viel Aufwand, lange Anreisen, Enttäuschung über einen entgangenen Clou: ein Maaßen-Referat im AfD-Umfeld, mit Beisein einiger Bundestagsabgeordneter und Teilnehmern aus den diplomatischen Vertretungen Polens und Kroatiens; vielleicht ein paar Details aus dem Innenleben einer aus dem Ruder laufenden Behörde, die ja unmittelbar nach Maaßens Abgang widerrechtlich und gegen jeden bisher angelegten Maßstab die AfD öffentlich zum Prüffall für den Verfassungsschutz erklärt hatte; ein geistiger Schulterschluß der Verhaßten mit dem Geschaßten.

Tatsächlich halten nicht wenige AfD-Leute Maaßen für einen aufrichtigen Beamten, der mit der notwendigen preußischen Kälte des Herzens und sozusagen jenseits aller Parteilichkeit umgesetzt habe, was Amt und Gesetz forderten. Die Frage, wie jemand gestrickt sein müsse, wenn er es unter der gegebenen Parteienkonstellation an die Spitze eines parteipolitisch mißbrauchten Inlandsgeheimdienstes geschafft hat, spielt bereits keine Rolle mehr.

Maaßen: mit so einem könnte man leben; Maaßen: das Opfer einer linken Intrige: Maaßen: hat keine Berührungsängste mehr. In der Tat: Berührungsängste vielleicht nicht mehr, jedoch: ein Berührungskalkül. Deshalb hielt ja auch Imad Karim einen Vortrag, und nicht Maaßen.

Bis hierher ist die Sache nicht mehr als eine typisch konservative Fehleinschätzung, ein typisch konservatives Schielen nach Anschluß an Mainstream-Figuren und Amtsträger aus der Mitte der Gesellschaft. Pikant wird die Angelegenheit indes aufgrund einer Tatsache, die noch am Abend durchsickerte und für Empörung sorgte: Die Vorsitzende der Desiderius-Erasmus-Stiftung, Erika Steinbach, hatte mindestens eine Woche vor der Veranstaltung bereits gewußt, daß Maaßen nicht kommen würde. Nur wenigen Mitgliedern der Stiftung teilte sie dies mit, alle anderen erfuhren vom geänderten Programm erst zu Beginn der Veranstaltung.

Dies alles wäre ohne besondere Bedeutung und könnte unter der Rubrik "schlechter Stil" abgelegt werden - wäre die Konstellation nicht so, wie sie sich derzeit darstellt. Und so bietet sich mit der Erwähnung dieses Details die Gelegenheit, auf einen Umstand hinzuweisen, der sich bereits jetzt negativ auf die AfD auswirkt und sich zu einem strukturellen Problem ausweiten dürfte, wenn sie zum zweiten Mal in den Bundestag eingezogen sein wird:

Die AfD arbeitet an entscheidenden Punkten mit Leuten zusammen, deren politische Reformvorstellungen nicht über das hinausgehen, was sich innerhalb der CDU in der WerteUnion versammelt hat. Und mehr: In der Desiderius-Erasmus-Stiftung lenken Leute die Geschicke, die entweder jahrzehntelang innerhalb der CDU als konservatives Feigenblatt dienten (exemplarisch: Erika Steinbach) oder noch immer Mitglied sind (exemplarisch: Max Otte). Otte bekennt sich zur WerteUnion.

Mit ihrer Doppelzugehörigkeit und mit ihrer Herkunft aus Zusammenhängen, die für den deutschen Sonderweg unserer Tage hauptverantwortlich sind, stärken diese Leute den Mut zum Bruch mit der CDU nicht, sondern verhindern das Ausprobieren und Einüben echt alternativer Verhaltenslehren und die klare Profilierung der AfD.

Für die Richtigkeit dieser These oder Vermutung sprechen gute Gründe:

1. Die WerteUnion wurde im März 2017 gegründet, also erst zwei Jahre nach dem für viele konservative Deutsche schockierenden Jahr 2015. Eine offene Rebellion gegen den Bruch geltenden Rechts an und hinter den offenen Grenzen Deutschlands gab es innerhalb der Union nicht, sondern nur außerhalb der Partei jener Kanzlerin, die den "Staatsstreich von oben" erst in Gang gesetzt hatte.

Wer heute noch in der Union Mitglied ist und diese Partei für reformierbar hält, ist zu echt alternativen Schritten nicht in der Lage und für eine alternative Politik nicht zu gebrauchen. Er wird stets mit denjenigen auskommen müssen, die mit Kurskorrekturen vergessen machen wollen, was in den vergangenen Jahren geschah.

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2. Die programmatische Ausrichtung der seit einem guten Jahr aktiven WerteUnion ist in einem "Konservativen Manifest" niedergelegt - es ist als konservatives Minimum formuliert, das von etlichen liberal-konservativen AfD-Mitgliedern ohne Bedürfnis nach Verschärfung unterschrieben werden könnte.

Die Forderungen reichen von einer Einwanderungsobergrenze von 50 000 Migranten pro Jahr und einer restriktiven Auslese nach dem Bedarf an Fachkräften bis hin zu konsequenter Abschiebung illegaler Einwanderer. Integration reiche nicht aus, Assimilierung sei das, was man von den Migranten erwarte.

Man ist gegen die Vergemeinschaftung von Staats- und Bankenschulden in der Europäischen Währungsunion, will Familien und Steuerzahler entlasten, bekennt sich zur EU, ist aber gegen deren zentralistische Organisation und Führung. Im Bildungsbereich soll das Leistungsprinzip gelten, außerdem ist man bei der Besetzung von Stellen gegen Quoten und für die Eignung.

Dies alles klingt kompatibel und mag aus Sicht CDU-naher AfD-Mitglieder Koalitionsmöglichkeiten nahelegen. Vergessen wird dabei allerdings, daß dieser Entwurf (der entschieden nicht weit genug geht) innerhalb der Unionsparteien den rechten Flügel bildet, keinesfalls also Konsens ist und aufgrund dessen auch nicht als konservatives Minimum innerhalb der Union gelten darf.

Man blickt klarer, wenn man sich jenseits solcher Manifeste und Formulierungen das Verhalten in konkreten Situationen in Erinnerung ruft, etwa das knappe Dutzend bisher gescheiterter Versuche der AfD, mit den Stimmen anderer Parteien einen Kanditaten für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten durch eine Wahl zu bringen.

CDU und CSU haben in dieser unwesentlichen Frage wie stets auch in wesentlichen Entscheidungen zusammen mit den anderen Altparteien eine Allianz gebildet und der Alternative das ihr Zustehende verhindert. Sie hat das nicht als hermetischer Block getan, aber der Anteil derer, die für den AfD-Kandidaten stimmten, war wohl ebenso groß wie die Bedeutung der WerteUnion für die Gesamtpartei - nicht ausreichend.

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3. Die Schlußfolgerung des Manifests ist eine Loyalitätserklärung:

Die WerteUnion möchte diese Ziele gemeinsam mit ihren Mutterparteien CDU und CSU vorantreiben. Hierfür halten wir es für notwendig, dass unsere drei Säulen des Markenkerns die konservative, die wirtschaftsliberale und die christlich-sozialewieder an Profil gewinnen. Die Union muss hier für Persönlichkeiten aufbauen, die diese Flügel durch ihr Auftreten glaubhaft vertreten können. Angesichts der Etablierung einer Partei rechts von CDU/CSU ist insbesondere der konservative Flügel zu stärken und zu integrieren, statt ihn auszugrenzen.Die WerteUnion möchte ihren Teil dazu beitragen, dass CDU und CSU wieder zu erfolgreichen Volksparteien werden.

Dies ist die Langfassung jenes Tweets, den Maaßen an jenem Abend absetzte, als in einem anderen Stadtteil Berlins fünfzig düpierte, AfD-nahe Teilnehmer vergeblich auf ihn gewartet hatten. "Wir schaffen die Politikwende", und zwar innerhalb des Altparteien-Kartells und sicherlich unter Auschluß derer, die tatsächlich eine Alternative für Deutschland formulieren und politisch umsetzen wollten. Wer nämlich, wenn nicht die AfD, soll durch eine WerteUnion ausgedünnt werden?

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4. Dies alles geschieht in einer Lage, in der in entscheidenden Punkten immer wieder die AfD gegen einen Altparteienblock von grün bis christdemokratisch und das langsam entstehende alternative Milieu gegen ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis aus Kirchen, Bezahlfunk, aufgefütterten Initiativen, Kulturszene und Bildungseinrichtungen antreten muß.

Daß dies zermürbend wirkt, steht außer Frage. Daß man auf diese Dauerinfragestellung mit Selbstverharmlosung reagieren kann, ist verständlich. Daß daraus aber die Hoffnung auf Verständnis und die Bitte nach Schonung resultieren, ist das Resultat schwacher Tage und das typische Verhalten schwacher oder berechnender Charaktere. Eines ist es aber auf keinen Fall: politisch. Denn in der Politik gibt es keine Schonung jenseits ausgekungelter Machtverhältnisse.

Die AfD ist noch längst kein akzeptierter Mitbewerber um Machtanteile, und ihrem Selbstverständnis nach ist sie auch nicht angetreten, um irgendwann als Krähe den anderen Krähen kein Auge mehr auszuhacken.

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5. Ein letztes: Der rasante, für jeden Gegner beängstigende, für jeden Sympathisanten befeuernde Vorstoß der AfD ist zum Stehen gekommen. Institutionen wie die WerteUnion, die als grundsätzliches Korrektiv innerhalb der Unionsparteien die Funktion des "Flügels" innerhalb der AfD kopierten, haben den Zweck, den beinahe abtrünnigen Mitgliedern und Wählern der Mutterparteien zu signalisieren, daß es sich lohnen könne, doch noch abzuwarten: Kommt es nicht bereits zu Rückwanderungsbewegungen, weg von der Alternative, hin zur reformwilligen Union?

Wem gehört im Falle des Falles die Loyalität derer, die irgendwo zwischen WerteUnion und libralkonservativer AfD platziert sind? Einer altgedienten Partei, deren Rolle als durchlässige Mauer gegen die AfD auch von den Medien und der Zivilgesellschaft begriffen und gefördert wird - die also den vor dem Dauerbeschuß Flüchtenden Rückkehr und Aufnahme in eine ruhigere politische Heimat anbietet? Oder einer neuen, alternativen Partei, die gegen die geballte Medien- und Gesellschaftsmacht auf ihrer grundsätzlichen, auch habituellen und verhaltensmäßigen Gegenposition beharren muß, wenn sie vorankommen will?

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Was nun? Mir ist keine andere Partei bekannt, die in ihrem recht bald sehr finanzkräftigen und damit sehr stabilisierenden Stiftungsvorfeld Leuten das Sagen überlassen hat, deren Loyalität nicht eindeutig, deren Gestaltungsmut nicht alternativ genug und deren Bewertungsmaßstäbe aus dem Establishment stammen.

Nicht jeder schießt dabei so deutlich übers Ziel hinaus wie David Berger, der (Kuratoriumsmitglied der Erasmus-Stiftung) in Artikeln und Tweets den vorsichtigen Kritikern seines politischen Kurses und seiner Angewohnheit, mit seiner katholisch unterlegten Homosexualität hausieren zu gehen, im Antifa-Stil zusetzt und ihnen Homophobie ebenso grundlos vorwirft wie Antisemitismus und totalitäre, eliminatorische Politikentwürfe.

Noch einmal: Was nun? Auf solche Dissonanzen hinzuweisen und die Grundaufstellung für falsch zu halten, bedeutet nicht, die Debatte abzulehnen oder unentschiedene Kantonisten aus den Strukturen fernhalten zu wollen. Mitmachen sollen sie, auf jeden Fall! Nur sollten sie nicht führen, nicht die Richtung vorgeben.

Denn die Alternative für Deutschland ist ihrem Selbstverständnis nach als Alternative zum Altparteien-Block gegründet worden. Sie ist die Alternative für Deutschland, und keine Variante der Union. Nur eine Variante zu sein, wäre zu wenig, das hätte man billiger haben können, das ist die Rolle der WerteUnion. Dort sammeln sich diejenigen, denen der Mut zur Alternative fehlt oder die manchmal laute Ungezogenheit des alternativen Verhaltenstrainings peinlich ist.

Wir nehmen Absatzbewegungen wahr. In solchen Situationen ist es schlecht, wenn man bei der ein oder anderen Säule nicht weiß, wo sie steht und was sie trägt.

Hier noch ein Filmchen zur Thematik. Solche Verknüpfungsreportagen üben maximalen Druck auf diejenigen aus, sich innerhalb der Unionsparteien wenigsten bis in die WerteUnion vorgewagt haben. Botschaft: Holt zurück, wen ihr zurückholen könnt, aber geht nicht zu weit ...


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (63)

Ein gebuertiger Hesse
11. Juni 2019 12:45

Womit die Lage 2019 erneut in verantwortungsvoller Klarheit beschrieben wäre. Wer Augen hat, die sich nicht immer wieder aufs Neue schließen wollen, wird lesend begreifen - und handeln (und sei es nur, indem er das eigene Verhalten einer Prüfung unterzieht).

RMH
11. Juni 2019 13:36

Nur zur Vervollständigung beachte man doch bitte folgenden Abschnitt in dem sog. „Manifest“ der Werteunion:

„Geltendes Recht muss wieder eingehalten werden, die 2015 geöffneten Grenzen sind zukünftig wieder zu schützen. Die Masseneinwanderung seit 2015 war RECHTSWIDRIG und falsch. Daraus folgt, dass sie rückgängig gemacht werden muss. Illegale Einwanderer müssen schnell und konsequent abgeschoben werden.
Als dicht besiedeltes Industrieland ist Deutschland ungeeignet zur Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen.“

Hinter diesem Inhalt des Manifests versammeln sich nun Parteimitglieder und damit auch Abgeordnete des deutschen Bundestages, die diejenige, welche für den als RECHTSWIDRIG bezeichneten Vorgang seit 2015 federführend verantwortlich war und ist, erneut wiedergewählt haben. Es ist auch schon bemerkenswert, dass man bei dem „Rechtswidrigen“ von Einwanderern spricht und später dann das Lippenbekenntnis zur Ungeeignetheit Deutschlands zur Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen abgibt, hier also nicht mehr von Einwanderern spricht. Auch wenn man stilistisch Wiederholungen gerne vermeidet, so bewegt man sich hier auf dem Gebiet des Politischen und da zählt jedes Wort. Also: Einwanderung war rechtswidrig und Asylbewerber und Flüchtlinge seit 2015 waren dann was bitteschön? Im Zweifel legal (!), denn sonst hätte man ja eine rechtswidrig handelnde und dies immer wieder bekräftigende Kanzlerin und Regierung gewählt und unterstützt.

Dazu passt dann auch, dass man lediglich illegale Einwanderer – was ist mit illegalen Asylbewerbern und Flüchtlingen? – schnell und konsequent abschieben will. Man beachte hierzu die gerade erst im Bundestag verabschiedeten Gesetze, Maßnahmen und Beschlüsse zu Fragen der „Migration“, die dokumentieren, dass die Werteunion offenbar es nicht ernst meint oder keinerlei Schlagkraft hat.

Ein klar denkender Mensch kann sich von diesem Manifest eigentlich nur für dumm verkauft fühlen, denn wenn man keine Gedankenakrobatik betreiben will und mit Einwanderern einfach alle, die seit 2015 im Zuge der Migrationskrise gekommen sind, ansehen will, dann läge in dem Manifest der starke Tobak des Vorwurfs des RECHTSWIDRIGEN Verhaltens an Kanzlerin und unionsgeführte damalige Regierung (z.T. ja auch heute noch in den Ämtern). Gut, schon Seehofer konnte ohne Konsequenzen daraus zu ziehen, wortgewaltig von einer Herrschaft des Unrechts sprechen und dann trotzdem gemütlich sich an dieser Herrschaft weiterhin beteiligen und mitregieren ohne dabei auch nur ein schlechtes Gewissen zu entwickeln. Ist das die moderne Flexibilität von Unionsabgeordneten oder sind das gar deren „Werte“?

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet: Was ist das für eine Parteiführung, die es zulässt, dass nicht gerade wenige Mitglieder, davon auch solche in Amt und Würden, ihrer eigenen Parteiführung und der mit getragenen Regierung nicht einfach nur einen politischen oder sachlichen Fehler vorwerfen, was ja eher etwas Normales innerhalb einer Partei wäre, sondern explizit RECHTSWIDRIGES Tun durch mindestens Duldung und/oder Unterlassung? Was für Ziele verfolgt so eine, dies duldende Parteiführung? Die, für Klarheit zu sorgen oder die, mit diesen vermeintlichen „Renegaten“ irgendwelche trüben Süppchen zu kochen?

Auch hier wieder die Frage, für wie BLÖDE halten die einen als Wähler bzw. wie kann man sich als Unionsmitglied derart entblöden, sich hinter so einem Manifest zu versammeln, wenn man das Thema Rechtsstaatlichkeit und Recht und Gesetz GLAUBHAFT vertreten will?

Zusammengefasst:
G.K. liegt völlig richtig, wenn er hier den Braten riecht und unseriöses und taktisch veranlasstes Verhalten vermutet. Ich bin allerdings der Ansicht, dass hier viele Unionisten, die sich hinter dem Manifest versammelt haben, offenbar gar keine echten Gewissensfragen gestellt haben oder gar den Inhalt des Manifestes genau gelesen haben. Man ist ja heutzutage recht schnell immer irgendwo "dabei".

Die AfD ist in der Tat gut beraten, wenn sie erst noch eine ganze Zeitlang weiterhin klare Opposition ist und bleibt. Das schließt mitnichten aus, dass man jetzt künstlich und bekräftigend oder mutwillig begonnene Gesprächsfäden zerschneidet oder abreißen lässt. Auch hier gilt der alte Grundsatz suaviter in modo, fortiter in re. Stark bleiben!

Die SPD wird nach Dänemark sicher auch versuchen, auf dem Gebiet der AfD zu wildern, was der AfD deutlich gefährlich werden kann, als diese sog. „Werteunion“. Da gilt es gerade jetzt nicht sein vermeintliches Heil bei einer „Werteunion“ zu suchen, sondern klar zu machen, wer bei diesem Thema Zuwanderung/Migration etc. der „Marktführer“ ist.

PS: Die causa Berger würde ich nicht zu hoch kochen. Auch hier ist es schade, dass es überhaupt zu einem Schlagabtausch via Tweets und Retweets sowie Blogeinträgen gekommen ist. Schade, dass die sog. „alternative Szene“ hier offenbar keine anderen Kommunikationswege außerhalb des Öffentlichen zu kennen scheint und sucht. Es macht keinen Sinn, wenn man sich, bei aller gerechtfertigten Differenzierung, zu sehr aneinander reibt. Da lachen nur die, mit denen man sich ernsthaft reiben sollte und muss.

kommentar kubitschek zu diesem punkt:
wie stets beteilge ich mich an diesen internen streitigkeiten erst dann, wenn ich drei mal intern darum gebeten habe, daß der andere nun aufhören möge. hat er nicht.

Seneca
11. Juni 2019 13:40

Treffsicherer Kommentar. Die AfD ist aktuell selbst ihr größter Gegner. Politisch naiv und medial langweilig. Wer Standard-Wahlplakate mit Kandidaten im Alter 65 + und den alten Herren Floskelvokabeln „Stark, Sicher, Frei“ in den plakativen Mund legt, braucht sich über kommende Republikaner-Wahlergebnisse aus den 90ern nicht zu wundern. Wann kommt endlich der vor 2 Jahren angekündigte professionelle Newsroom und wann wird bspw ein Typ wie Martin Sellner Kampagnenchef ?!

cubist
11. Juni 2019 13:41

Vielen Dank für diese Analyse. Unaufgeregt, frei von zu optimistischer Lyrik. Die Alternative für Deutschland laboriert eben immer noch an ihrem Geburtsfehler, dass Lucke & Co. sie eigentlich als „Alternative für Teile von Union und FDP“ gegründet haben, eine echte alternative Programmatik, die über „der Euro ist doof“ und die EU sollte wieder zurück zu EGKS, EWG & Euratom entflochten werden, hinaus ging, hatten Lucke, Henkel usf. nie.

Das was dann in Ostdeutschland passierte, war im Grunde, aus deren Perspektive zumindest, eine politische Entartung, die sie ja auch komplett überfahren hat. Die Migrationskrise seit 2015 war zudem die Initialzündung für ein Wachstum, das sonst nur mit der Euroskepsis nie (so schnell oder überhaupt) stattgefunden hätte. Organisieren war fortan wichtiger als Programmatik. Personalpolitik erschöpfte sich oft im Auffüllen der Listen (keine Partei bei Trost, hätte zB einen Wolfgang Gedeon überhaupt in ihre Nähe lassen dürfen, allein aus Selbstschutz). Zusammen mit dem sofort konzertiert einsetzenden eliminatorischen Druck der öffentlichen Meinung, vor allem im Westen und in den Mainstream-Medien, verhinderte das bis heute die Entstehung einer ernsthaften, überwölbenden Programmatik für die gesamte AfD. (Übrigens ähnelt das alles sehr den Grünen in ihrer Phase von 1983 bis 1990 und ihrer Selbstsäuberung, das war auch extrem schmerzhaft, für Beobachter wie Beteiligte … nur hatten die bereits ein paar Jahre Verankerung in den „neuen sozialen Bewegungen“ der späten 70er Jahre und mussten eben nicht damit zurechtkommen, dass Aktivitäten bei den Grünen das Ende der sozialen & materiellen Existenz bedeuten konnten. Es wäre auch interessant zu sehen, was unter den medialen Bedingungen des Internets von heute aus den damaligen Grünen geworden wäre).

Die de-facto-Spaltung der Landesverbände und ihrer jeweiligen Landtagsfraktionen in Ost und West ist eine indirekte Folge der Lucke-AfD – im Westen hat sich in vielen Teilen, zumindest bei den Mandatsträgern, eine AfD etabliert, die sich bis heute nicht entscheiden kann, ob man Nationalliberale spielen will (im Sinne der FDP von Mende, Kühlmann-Stumm usf., die nach 1969 zur Union gingen) oder eher nostalgisch verklärt von einer CDU/CSU träumt, die zwischen Dregger und Kohl schwankend 1983 die Kanzlerschaft übernahm (und die 1989 am Ende gewesen wäre, ohne das unverdiente Glück der Revolution in der DDR). Dort ist man vor allem traurig, dass man nicht mitmachen darf, dass die Kollegen MdL einen schneiden. Inhaltlich sehe ich zumeist eine Mischung aus Vulgärliberalismus, Antiislamismus und Merkel-muss-weg (und, wenn sie weg ist, so kann man anfügen, dann können wir getrost wieder in die CDU).

Das ist etwas ganz anderes als das, was die AfD im Osten ausmacht. Zumindest in Teilen, Stichwort Höcke, soziale Verantwortung. Wobei ich mir trotz der interessanten Analysen von Kaiser nicht ganz sicher bin, was die Wahlerfolge zB in Brandenburg angeht, inwieweit hier die AfD nicht unverdientermaßen das Erbe der PDS als ostdeutsche Regional- und Protestpartei antrat, wo jegliche Programmatik über die Genugtuung des Protests hinaus ziemlich egal ist. Der Druck, von dem ich oben schrieb, verhindert ja selbst in Brandenburg oftmals, dass die AfD ihre Wahlerfolge auch durch „boots on the ground“ langfristig verankern kann (in meiner Mittelstadt bspw. kandidierte exakt eine (!) Person als AfD-Kandidat für den Gemeinderat – warum, weil es selbst hier sozialer bzw. wenn man Familie hat, erweiterter Suizid ist, sich derart für die Partei zu outen).

Die Erasmus-Stiftung (und das Hickhack um Namen & Kuratoriumsmitglieder) ist in der Tat das beste Beispiel dafür, dass die AfD derzeit Chimäre ist, ein Amalgam, die sich immer noch nicht entscheiden kann, geht es eher um’s Mitspielen, auch mit jenen, die zuvor fleißig mit Kot warfen, oder geht es um Fundamentalopposition? Um echte Alternative, auch programmatisch? Ich denke, nur letzteres hat eine langfristige Chance (es ist natürlich mühsamer als die, auch ökonomisch leider verständlichen „hygienischen“ Turnübungen, die im erweiterten Umfeld der AfD aufgeführt werden, um den anderen zu signalisieren, ich bin doch stubenrein, nimm mich auf). Ich habe die vage Hoffnung, dass das nicht zum Zerbrechen der Partei führt. Denn das wäre ein Problem, denn ohne gute Wahlergebnisse und entsprechend breiter Verankerung in gesetzgeberischen Gremien wird sich am sozialen, am selbstmörderischen Stigma AfD auf lange Sicht nichts ändern. Der Gegner hofft ja darauf (und, das muss man zugeben, er ist gut darin). Ich habe die noch vagere Hoffnung, dass ich irgendwann mal ein Partei- oder Wahlprogramm der AfD lese, das Nation, Volk, Europa, Heimat, Tradition, Ökologie, Konservatismus zusammen denkt und alternative Antworten auf Fragen der Gegenwart gibt. Und nicht, wie so häufig in peinlichen Twitter- und Facebook-Auftritten der AfD-Granden, nur alternative Fakten verbreitet.

Michael B.
11. Juni 2019 13:45

Aus meiner Sicht stagniert diese Partei tatsaechlich aus den genannten Unschaerfungsproblemen. Eine massgebliche Menge oder moeglicherweise sogar die Dominanz derart positionierter Leute an einer finanziellen Quelle der Organisation (sprich: der genannten Stifung) ist natuerlich ein verstaerkendes Alarmzeichen.

Ich kann hier nur fuer meine naehere und mittlere Umgebung in Dresden sprechen - Abfallen dieser Art kommt ganz schlecht an. Die notwendige Schaerfung wird massiv gewuenscht, aber (generell) leider meist nur an einem ominoesen 'Fluegel' und dann zu 99% der Person Hoecke festgemacht bzw. wahrgenommen. Das genuegt nicht. Dazu gehoeren noch andere Facetten als dessen nationalromantische Ader, die dann zusammen (seine Auspraegung explizit eingeschlossen) weiter tragen. Und eben Personen mit entsprechender Ausstrahlung. Aus dieser Partei sehe ich die nicht kommen. Die muessen naemlich in der Lage sein, die Leute ueber die gegenwaertig bestimmende Triebkraft ihrer Ablehnung der Zustaende hinaus zu motivieren. Diese Triebkraft ist Angst.

Maxx
11. Juni 2019 13:56

Schon sehr interessant und überlegt geschrieben. Apropos - Ihre damalige, m.E. berechtigte Kritik an Bergers naivem Gerede von einer gewünschten "Wiederherstellung eines herrschaftsfreien Diskurses" aus Anlass der AfD-Medienkonferenz hat wohl bei selbigem eine nachhaltige persönliche Kränkung herbeigeführt, die nun in Aggressivität gegen "Kreise aus dem Umfeld von Schnellroda" umschlägt, wen auch immer er damit meinen mag. Ich hielt Berger nach Kenntnis seiner Beiträge zwar bislang inhaltlich für erträglich (jedenfalls nicht feindlich gesinnt), aber charakterlich eher für einen aufmerksamkeitssüchtigen, klickversessenen Narzissten von mäßigem Format, der weniger aus Überzeugung denn in opportunistischer Manier auf der konservativen Welle surft und mit einem prominenten Platz auf dem Podium des Erasmus-Stiftungskuratoriums nun eigentlich sein höchstes Lebensziel erreicht haben könnte ... Na ja, was soll's. Wozu kommentiere ich das überhaupt?

Theren
11. Juni 2019 14:33

Die Afd in Sinne von Höcke und wohl auch Kubitschek (der ja auch schon einmal gar keine Hoffnung mehr sah), als letzter Weg eine Zivilisation in unserem Sinne zu erhalten? Mag ja sein und Alternativen zur Alternative wird es kaum geben, nur sollte man der breiten Masse der Kameraden als verantwortliche Multiplikatoren auch eine "Deadline" setzen. Wie lange wollen wir noch hoffen, wie lange dürfen wir noch hoffen, wann ist es soweit endgültig alle Ressourcen der Rettung zu widmen und nicht mehr stetig unterwanderten und halbherzigen Reformationsbestrebungen?

Gustav Grambauer
11. Juni 2019 14:47

Auch wenn es mir eigentlich nicht zusteht, hier Empfehlungen zu geben - aber wie wäre`s mal mit `nem parteiinternen antiimperialistisch-antizionistisch-antitransatlantisch-antikolonialistischen Schutzwall?!

Als ich erstmals gelesen habe, die parteinahe Stiftung würde Desiderius-Erasmus-Stiftng heißen, war ich stockwütend - eine Instiktlosigkeit und ein rotzfrecher Affront gegenüber den Hochburgen der Partei im Osten, denen sie nahezu allen Erfolg verdankt, und der mich an die Kolonisatorentypen der frühen 90er Jahre erinnerte. Der Name muß mit entsprechender Riecherei für Ost-Quarantäne auf das Sorgfältigste ausgesucht worden sein: Erasmus v. Rotterdamm hatte seine Lebensstationen überall in Europa von Rotterdam über Paris über Herfortshire bis hinunter nach Turin und Venedig und zurück bis Cambridge und wieder zurück nach Basel, aber außer einer kurzen Streifung von Freiburg keine einzige auf dem Territorium der heutigen deutschen Lande und erst recht keine in Mittel- bzw. Ostdeutschland. Ohne die Einzelheiten der Entscheidung zu kennen gehe ich von einer zynischen rheinisch-atlantischen Duftmarkensetzung aus, die sich auch klar im stark vertretenen Führungspersonal aus dem patriotisch gesehen absonderlich-bedenklichen Winkel des rheinischen Katholizismus bestätigt. Hinzu kommt, daß es unbedingt wieder ein Identifizierungsonkel für den typischen BRD-Oberlehrer / Bildungsspießer sein mußte. Man muß sich auch die Chuzpe vergegenwärtigen, einen Lutherhasser mit lateinischem Namen für die Stiftung einer Partei zu wählen, die dort so unvergleichlich stark ist und die Partei so stark prägt, wo Luther die Bibel ins Deutsche übersetzt hat. Hierbei wiederum gilt es zu bedenken, daß der Namensgeber üblicherweise als "E. v. Rotterdam" bekannt ist und ihn kaum jemnd in der Öffentlichkeit überhaupt als "Desiderius" kennt. Aber mit "E. v. Rotterdam" hätten zu viele einfach-gestrickte Parteimitglieder die Lunte gerochen, daß die Stiftung auf Teufel-komm-raus fremdgesteuert nach einem Ausländer, Verzeihung, "großen Europäer" benannt werden mußte.

Und wenn es mit dem Schutzwall heißt: "ihr spaltet die Partei", dann kommt der Donnerhall zurückgekracht: "Nein, im Gegenteil, allein mit der Benennung der Stiftung wart ihr es, die ihr von Anfang die Partei als Vehikel für eure verschrobene Duftmarkensetzung mißbraucht habt und mit der ihr euch somit als Spaltpilz betätigt habt!".

Dann kann die Stiftung endlich zu einer Hans-Dietrich-Sander-Stiftung umgewidmet werden, womit auch der gesamtdeutsche Bezug in seiner ganzen Gebrochenheit, Verletzlichkeit und Heilungsperspektive gewürdigt wäre, und wie ihn die für die Partei vektoriell maßgeblichen Kräfte auch mittragen können. Was hat der verehrte Erasmus von Rotterdam eigentlich mit den Fragen zu tun, die die "unverdrehten" (Caroline Sommerfeld) Mitglieder, Anhänger und Wähler der AfD bewegen, selbst wenn Burgund damals zum Reich gehörte?!

- G. G.

Gustav Grambauer
11. Juni 2019 15:12

Nachtrag:

Erasmus v. Rotterdam - bei allem Respekt der Prototyp des Anywhere!

- G. G.

Waldgaenger aus Schwaben
11. Juni 2019 15:59

"Wem gehört im Falle des Falles die Loyalität derer, die irgendwo zwischen WerteUnion und libralkonservativer AfD platziert sind? "

Davon fühle ich mich durchaus angesprochen. Es sind aber gewiss nicht die pull-Faktoren der CDU/CSU, sondern die push-Faktoren der AfD, die mich schwanken machen.

Die WerteUnion ist völlig bedeutungslos innerhalb der CDU/CSU, wie schon ein kurzer Blick in wikipedia zeigt - völlig einflusslose Personen. Hier versuchen einige Wenige, die politisch nichts zu verlieren haben, für den unwahrscheinlichen Fall, dass die CDU/CSU den Weg der ÖVP oder der dänischen Sozialdemokraten geht, einen guten Startplatz zu ergattern, wenn Posten neu vergeben werden.

Die zahlreichen und heftigen push-Faktoren der AfD sind zum Beispiel hier ganz gut dargestellt:
https://www.achgut.com/artikel/die_afd_und_das_scharze_loch

Speziell das Verhalten der AfD zum Klima-Thema zeigt deren völlige taktische Unfähigkeit. Das Thema ist nun mal gesetzt und die Zeiten, in denen die AfD Themen setzen konnte, sind vorbei. Anstatt hier nun die offene Flanke der CDU/CSU zu nützen und sich für die Rückkehr zur Kernkraft auszusprechen, schlägt man sich lieber in das Lager wissenschaftlicher Scharlatane. Laute einer INSA Umfrage sprechen sich 44,6% der Bundesbürger sich für einen längeren Betrieb der Kernkraftwerke aus.

https://nuklearia.de/2019/03/23/zustimmung-zur-kernenergie-waechst-auch-in-deutschland/

Dieses Potential ließ man aber ungenutzt liegen.

Andrenio
11. Juni 2019 16:11

Jahrzehnte hat Frau Steinbach sich auf den Vertriebenentagen immer kleiner Happen zuwerfen lassen und war sich am Schluß nicht zu schade, diese auch noch vom Boden aufzuheben. Wie sie sich selbst dieses unwürdige Verhalten in die Tasche gelogen hat, das weiß vielleicht ihr Beichtvater, so sie einen hat. Sie hat dann am Schluß doch noch einen Böller beim Abgang gezündet. Freunde in der CDU hatte sie zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie keinen mehr. Geblieben ist ein Papiertiger. Sie auf AfD-Treffen zu bejubeln, das bringt überhaupt nichts mehr außer ihr noch ein wenig Öffentlichkeit und eine kleine verspätete Genugtuung. Lucke war auch niemand anderes als jemand, der es in der CDU nicht aus der dritten in die zweite Reihe geschafft hat.

Solange sich die Abgeordneten der CDU/CSU nicht öffentlich outen und Asche auf ihr Haupt ob ihrer Zustimmung zu Merkel nach 2015 streuen, solange sind diese auch nichts anderes als wertloser Politmüll, der bei nächster Gelegenheit von nachdrängenden Karrieristen entsorgt werden wird.

Wer das unwürdige Verhalten von Meuten beim Parteitag zur Durchsetzung eines geltungsbedürftigen Narzissten zum Parteivorsitzenden in Baden-Württemberg erlebt hat, wird ihm ohne nachfolgendem Waschzwang nie wieder die Hand geben.

Das ändert auch nicht sein Auftritt in Schnellroda oder auf den Flügeltreffen. Aus demselben Mund kam die Forderung nach Abgrenzung und Ausschlusses der "Extremisten in der Partei", sprich: Flügelangehörige.

Die AfD steht vor der Spaltung und diese sollte auch schnellstmöglich vollzogen werden. Auch wenn das den Einzug in den nächsten Bundestag gefährden würde. Auf eine weitere Blockpartei können wir gerne verzichten.

A. Kovacs
11. Juni 2019 16:14

Die AfD wird nicht weiterkommen, wenn sie monothematisch beim sicher wichtigsten, aber eben nicht einzigen Problem Deutschlands und des Westens verharrt: dem Migrationsproblem. Es fehlt entschieden ein klares wirtschaftliches und soziales Profil. Der neoliberale Kurs von Lucke hätte längst überwunden werden müssen. Ein gutes Steuersenkungsmodell (nur ein Beispiel) würde Wunder wirken. Irgendein Reizthema wie das „Klima“ bei den Grünen. Auch die EU-Kritik könnte konstruktiver sein. Aber wahrscheinlich fehlt es dafür v. a., wie der Beitrag auch suggeriert, an neuem Personal. Wo soll das denn bei einer bürgerlichen Partei herkommen? Selbständige können nicht einfach ihren Laden zumachen. Beamte wie z. B. Lehrer können m. W. „politischen“ Urlaub nehmen, aber sind wohl eher links. Wie es mit den Juristen steht, weiß ich nicht... Das ist ein Dilemma. Jemand wie Joschka Fischer hatte, als er hessischer Minister wurde, schon über 15 Jahre politischer Betätigung hinter sich. So etwas wird sich auf der rechten Seite nur schwer finden. Ich weiß keinen Ausweg, muss ich leider sagen.

FFlecken
11. Juni 2019 16:49

Kann der Analyse von GK auch aus der Binnenperspektive nur voll zustimmen. Die Karten wurden seit Bundestagseinzug 09/2017 auf den Tisch gelegt und diverse Thesen des bürgerlich-konservativen Ansatzes wurden - wieder mal - von der Wirklichkeit enttarnt. Der dezidiert rechtsdemokratische und grundsätzliche Ansatz zu den irren Verhältnissen wurde eher bestätigt. Die politmediale Hassfront ist stärker denn je und die Tabuwächter sind noch frecher geworden.

Imagine
11. Juni 2019 18:05

Es zeigt sich, dass sog. „rechte Lager“ über keine gemeinsame Programmatik und Zielsetzung verfügt.

Inhaltlich gibt es – so mein Eindruck, man kann mich gern korrigieren – eine viel größere Nähe der politischen Positionen von Benedikt Kaiser zu jenen von Wolfgang Streck als zu denen von David Berger oder vielen AfD-Politikern.
https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExMTAwOTY/

Was verhindert, dass diese Kräfte gebündelt werden und zu einem politischen Kraftvektor werden? Darüber würde ich gern diskutieren. Aber ich weiß nicht, inwiefern dies auch ein Bedürfnis für politisch Engagierte im rechten Spektrum ist.

Streeck und Otte – zum Beispiel - könnten eine interessante und fruchtbare Diskussion miteinander führen und zu gemeinsamen Resultaten kommen. Beide sind Wissenschaftler und Patrioten. Streeck und Höcke – das geht nicht. Das liegt aber nicht an Streeck, sondern daran, wie sich Höcke gesellschaftlich positioniert hat. Streeck kann über Höcke reden, aber nicht mit ihm. Denn Höcke ist gesellschaftspolitisch ein Paria.

cnahr
11. Juni 2019 18:06

Generell ganz richtig. Zum ärgerlichen Berger: hier ist auch der aktuelle Southern-Skandal instruktiv. Homosexuelle und dergleichen sind keine Verbündeten für Traditionalisten. Es ist erstaunlich, daß man das heute ausdrücklich erwähnen muß.

Pedantisch bzgl. einiger Kommentare: hat das ostdeutsche Umlautkombinat die Versorgung mit Umlauten stark eingeschränkt, oder warum kann man hier kein ordentliches Deutsch mit äöü schreiben?

Der_Juergen
11. Juni 2019 18:39

Eine saubere Analyse. Meine Achtung vor Herrn Maassen hält sich in engen Grenzen. Er hat in Bezug auf die imaginären "Pogrome von Chemnitz" zwar die Wahrheit gesagt, zuvor aber alle Schurkereien des Regimes einschliesslich der Repression gegen friedliche Dissidenten mitgetragen. Leute wie ihn zu "Hoffnungsträgern" hochzustilisieren, ist lächerlich.

Sellner hat sich kürzlich gegen den "Akzelerationismus" ausgesprochen. Wenn man unter diesem die blutrünstige, vom Christchurch-Terroristen gepredigte Variante versteht, hat Sellner selbstverständlich recht, aber ich neige immer mehr der Ansicht zu, dass folgende Entwicklung die beste in Deutschland real mögliche wäre:

Die Grünen werden bei der nächsten Bundestagswahl zur stärksten Partei, während die SPD auf 10% oder noch weniger absinkt. Es wird eine grün-schwarze Koalition unter einem Kanzler Habeck gebildet, welche alle Abscheulichkeiten der Merkel-Politik in verschärfter Form fortführt, mit totaler Grenzöffnung und einem Krieg bis aufs Messer gegen Kernkraft und Diesel. Dies führt zu einem fast sofortigen gesellschaftlichen Kollaps, Massenarbeitslosigkeit, Verarmung breiter Schichten und einem Aufstand der "Kulturbereicherer", die man nicht mehr so versorgen kann wie bisher. Zugleich tritt eine Spaltung der AFD ein; der liberale, opportunistische Flügel schliesst sich mit der "Werteunion" oder einer ähnlichen Fake-Organisation zusammen, und der nationalpatriotische geht auf radikalen, unversöhnlichen Oppositionskurs.

Adler und Drache
11. Juni 2019 19:04

cnahr:

"hat das ostdeutsche Umlautkombinat die Versorgung mit Umlauten stark eingeschränkt, oder warum kann man hier kein ordentliches Deutsch mit äöü schreiben?"

Das sind witterungsbedingte Lieferausfaelle. Zum Glueck nur regional. Das aendert sich bis naechste Woche wieder.

Der_Juergen
11. Juni 2019 19:11

@cnahr

Ich bin wie Sie der Ansicht, dass wir nicht um die Unterstützung Homosexueller werben oder uns bei homosexuellen Aktivisten wie Berger anbiedern sollen. Diese Leute dürfen ruhig ihr Kreuzlein bei der AFD machen, aber wer für eine gesunde, mit der Schöpfungsordnung in Übereinklang stehende Gesellschaft eintritt, sollte ihnen mit der nötigen Distanz begegnen. Zumal es sich bei ihnen unweigerlich um Cucks handelt, die zwar aus begreiflichen Gründen gegen die Islamisierung wettern, ansonsten aber die "multikulturelle" Ideologie des Systems mit Feuereifer verteidigen.

Michael B.
11. Juni 2019 19:35

> das ostdeutsche Umlautkombinat

Da ich damit wohl gemeint bin: Ich bin seit bald 30 Jahren in diesem Netz unterwegs und arbeite auf Grund meines Berufes auf einem amerikanischen Tastaturlayout. Provinz liegt anscheinend nicht zwingend im Osten... (in dem ich uebrigens auch nicht ausschliesslich wohne). Manches ist halt Neuland.

Waldgaenger aus Schwaben
11. Juni 2019 19:44

@A. Kovacs
das nächste Thema für die kommende BTW wird eventuell der Pflegenotstand sein.
Lösung:
Einwanderung, Globalisierung, Vermögenssteuer

Und die AfD wird dabei ganz alt aussehen

cubist
11. Juni 2019 19:47

@Michael B.: Die Ignoranz liegt wohl bei anderen, suchen Sie einmal nach EurKEY und sie werden feststellen, auch mit ANSI liegt der Umlaut nur eine einfache Tastenkombination (zB alt-a für ä) nahe. Ich spreche aus Erfahrung. Aber gut, Neuland ... nicht wahr. Nein, das mit den Umlauten ist eine Sache der Höflichkeit.

cnahr
11. Juni 2019 19:48

@Michael B. Das ist ein guter Grund, die Umlaut-Inquisition entschuldigt Ihre Umstände!

heinrichbrueck
11. Juni 2019 20:08

Man konnte den Liberalen einreden, daß sie ewig leben. Solche Typen wird keine einzige Partei retten. Zuerst leben sie ewig, und nach ihrem Tod sind sie vergessen. Die Lebensformen der bürgerlichen Mitte sollen nicht angetastet werden. Bis in alle Ewigkeit, Geld. Die Egomanie nicht zu vergessen, wenn auch nicht bei allen. Eine Verwechslung der ihnen geliehenen Macht mit denjenigen, an deren Stelle sie sich nicht befinden und wodurch sie keine wahre Macht haben.

Zwei Minuten Streeck reicht. Hat mit Naturwissenschaft nichts zu tun. Eine andere Wissenschaft, auch wenn die bescheuerten Soziologen es nicht wahrhaben wollen, gibt es nicht. Überall Clowns. Nur halt ohne Gesichtsbemalung, dafür aber mit westlichem Doktortitel. Ein Streeck kann sich mit einem Höcke nicht sehen lassen? In dieser Konnotation ist die Existenz eines Streeck wertlos. Schamlos, überhaupt solche Ideen zu haben. Mir fällt in letzter Zeit zunehmend auf, solche Doktortitel werden so gut wie nie gebraucht. Zeitverschwendung, es sei denn die Liberalkonservativen wollen weiterhin der Putzlappen der Schuhputzer sein. Man muß sich dieses Video wirklich geben, und auch das gezeigte Publikum auf das Kabarettgedächtnis wirken lassen.

Martin Heinrich
11. Juni 2019 20:33

Wer sich als "AfDler" mit dem "Konservativen Manifest" der Werte-CDU anfreunden kann, der kann anscheinend nicht zwischen den Zeilen lesen. Man spürt doch beim Lesen förmlich, wie sich der Verfasser des Manifests vor Schmerzen krümmt, weil er es wagt, gegen "Mutti" aufzubegehren. Das Manifest strahlt mit seinem "... wir möchten ..." einen kratzfüßigen Untertanengeist aus, der jede echte, kraftvolle Rebellion vermissen läßt. Und das soll ein Rückkehrangebot an schwankende AfD-Mitglieder/ -wähler sein???
Wer sich aus "unserem" Lager unsicher über seine Position ist, sollte von Alex Kurtagić "Warum Konservative immer verlieren" lesen. (kaplaken 35). Diese wenigen Seiten sind ein guter Beichtspiegel und hinterfragen den "konservativen" Leser sehr genau.

Michael B.
11. Juni 2019 20:42

@cubist

Ich will das eigentliche Thema hier nicht zerfasern, deswegen nur noch ein einziges Mal zu Schreibstilen:

Wenn Sie 10-Finger schreiben, moegen Sie Loesungen wie von Ihnen genannt nicht. Um noch etwas weiterzugehen, es existieren sehr viel umfangreichere Themengebiete fuer deren Nutzer solche Kinkerlitzchen keinen Augenaufschlag wert sind. Ich beschwere mich auch nicht, wenn ein gebuertiger Slawe unbestimmte Artikel weglaesst, sondern kuemmere mich um seinen Gehalt.

Der Grossteil meiner Schreiberei ist halt nicht deutschen Inhalts bzw. er ist Code. Und in dem Kontext ist 7-Bit Ascii einfach letztlich die robusteste Loesung, die ich sicher nicht staendig aendere. Mit Hoeflichkeit oder einem Mangel daran hat das ueberhaupt nichts zu tun.

Aber Geschmaecker sind verschieden, ich liebe z.B. durchgehende Kleinschreibung nicht. Aber das ist eben nur mein Geschmack, obwohl ich den auch mit XYZ begruenden koennte.

Hartwig aus LG8
11. Juni 2019 20:47

@ Der_Jürgen

Ich kann mir zwar noch keinen grünen Kanzler vorstellen, aber Ihrem Szenario für diesen Fall kann ich dennoch nicht zustimmen. Wie lief es denn bisher? Unter einem grünen Vizekanzler ist die Bundeswehr erstmals in den Krieg gezogen. Unter einem SPD-Kanzler wurde die Deutschland-AG zerschlagen und der Sozialstaat demoliert. Und unter einer CDU-Kanzlerin wurde Deutschland zum Hippiestaat. Will man den Deutschen etwas verkaufen, das sie eigentlich nicht kaufen wollen, so muss es jemand tun, von dem sie es nicht erwarten.

Falls ein Habeck Kanzler wird, so wird er es nicht von ungefähr; nicht weil "die Wähler" so entschieden. Wenn Habeck Kanzler werden sollte, so wird er erkoren sein, den Deutschen Dinge zu verkaufen, die sie nur und einzig von den Grünen zu kaufen bereit sind. Dazu zähle ich z.B. so etwas wie "hässliche Bilder".

Die AfD wird nur mit neuem Personal dagegen halten können ... ein Mann von unten, eine Frohnatur, ein Optimist und Populist ... halt eine Art Salvini.

Lotta Vorbeck
11. Juni 2019 20:53

"... man müsse auf Friedrich Merz setzen, der unser Land und unsere Partei Team Captain ... aus der Misere führen kann." - zitiert das oben von GK verlinkte ARD-Video den Anführer der Werteunion.

https://youtu.be/wOiaYOiurHA?t=281

Merz, Maaßen, Otte, Steinbach und von Storch = ungenießbarer CDU-Wein in mürben Schläuchen. - Wohl bekomm's!

Na dann: Volle Kraft voraus, Team Captain!

Niekisch
11. Juni 2019 21:07

"Die AfD wird nur mit neuem Personal dagegen halten können ... ein Mann von unten, eine Frohnatur, ein Optimist und Populist ... halt eine Art Salvini."

@ Hartwig aus LG8 20:47: einen solchen Mann läßt auch die AfD nicht heranwachsen, für die Karrieristenherde ist er viel zu gefährlich. Selbst hier auf SiN hätte er aus einem anderen Grunde keine Chance. Warum? Weil Leute wie Salvini Maulkörbe irgendwelcher Art verweigern oder, wenn umgelegt, abwerfen. Wenn mit ihnen gewunken wird, dann bliebe er gleich weg. Auch für taktische Diskursbeschränkung wäre er nicht zu haben. Das ist für nichtdeutsche Patrioten von vorneherein undenkbar.

Jan
11. Juni 2019 21:25

Ich sehe keinen Grund Trübsal zu blasen. Es ist ein harter und steiniger Weg, der sich nur mit Beharrlichkeit und Ausdauer beschreiten lässt. Rückschläge, Krisen und Enttäuschungen sind ganz normal und gehören dazu. Dabei es sieht doch wirklich solide aus: vor genau zwei Jahren standen die Grünen in den Umfragen bei 6% und die AfD bei 7%. Unkenrufe aus den Altparteien: Die AfD fällt bei der BTW unter 5%. Jetzt steht man stabil bei 12%, hält also das Niveau und ist vor wenigen Wochen in Bremen und im EU-Parlament erstmals wiedergewählt worden. Und Bremen war ein sehr schweres Pflaster. Die Partei ist also mehr als nur ein Strohfeuer, ein Hype, wie die Altparteien immer wieder gehofft hatten. Dafür, dass das Imperium alle Kraft und Macht einsetzt, die AfD unten zu halten, hält sich die Partei sehr gut. Das zeigt, dass man mittlerweile eine echte Substanz hat. Im Moment ist mehr nicht drin. Aber das gibt einem Zeit, Strukturen weiter auszubauen und das Fundament weiter zu stärken. Da wir am Ende der fetten Jahre stehen und die Probleme mit Migration in den nächsten Jahren noch durch ökonomische Probleme verschärft werden, von Wohnungsnot ganz zu schweigen, hat die AfD noch weitere Hebel, um sich thematisch zu profilieren. Auch sollte man weiter an internationalen Allianzen arbeiten, denn der Umschwung wird in Deutschland nur die nötige Kraft entfalten, wenn er von einer europäischen Welle getragen wird. Für ein Europa auf kultureller Basis der Völker und Nationen, für eine demographische Erneuerung aus eigener Kraft und nicht eine zentralistische Bürokratie der Großindustrie und Hochfinanz mit einem austauschbaren Arbeitsheer als Bevölkerung, immer stärker zusammengewürfelt aus Afrika und dem Orient. Die europäische Kultur wird durch den europäischen Menschen geschaffen und nicht umgekehrt. Schafft man diese Menschen ab, stirbt auch Europa. So muss die Argumentation sein. Das kann auch jeder Mensch nachvollziehen, indem er in sich hinein horcht.

Ich bin zutiefst überzeugt, dass sich diese Sichtweise immer deutlicher durchsetzen wird. Bei vielen Menschen schwebt so etwas im Hinterkopf oder im Unterbewusstsein herum, sie können es nur nicht artikulieren oder sind sich dessen nicht bewusst. Vor der Werte-Union und den Klima-Grünen habe ich keine Angst. Das ist ein Retro-Revival, wo 30 bis 40 Jahre alte Hits mit neuen Beats remixed werden und mit großer Promotion die Charts hochschießen. Diese Leute spielen die Melodien der Vergangenheit, wir haben aber bald 2020 und stehen vor einer völlig neuen Epoche, die einen anderen Soundtrack hervorbringen wird. Es gibt schon längst ein neues "ewig gestrig". Die Betreffenden haben es nur noch nicht gemerkt. Die Zeit und die Realität sind auf unserer Seite. Dagegen wird man auf Dauer nicht anlügen können. Die Erschütterungen quer durch die politischen Landschaften des Westens in den letzten Jahren waren mehr als nur vorübergehende Turbulenzen. Das bröckelt was und kommt ins Rutschen. Merkel selbst scheint ja bereits was zu ahnen: alle 70 - 80 Jahre ändern sich politische Epochen.

Simplicius Teutsch
11. Juni 2019 21:32

@ Götz Kubitschek: „… unentschiedene Kantonisten ... Mitmachen sollen sie, auf jeden Fall! Nur sollten sie nicht führen, nicht die Richtung vorgeben.“

Sehe ich auch so. Mehr Ratschläge könnte und wollte ich dazu nicht geben.

Denn, wagen sich die Foristen hier wenigstens gelegentlich für einen längeren Zeitraum in die konsonante Anti-AfD-Medienrealität der Mainstreammedien, - vor allem auch in die des Zwangsgebührenfunks mit seiner großen Reichweite? - Und zwar gerade jenseits der „großen“ Sonntags-Talkshows, wo zu Alibizwecken auch mal ein Alexander Gauland oder eine Beatrix Storch eingeladen und in die Mangel genommen werden! - Jene Weihrauch-Propaganda für das Grüne Merkel-Regime ist nicht lange auszuhalten, ohne als Rechter aggressiv aufgewühlt zu werden. Für aber vermutlich die meisten im Publikum ist die vorgeführte Medienrealität die Grundlage für ihr Bild von der Realität - und von den Bösen Rechten.

Man muss schon fast den Hut vor so viel linker „journalistischer Handwerkskunst“ ziehen: Von den intoleranten Herrschern der Öffentlichen Meinung wird konsequent ein zivilgesellschaftliches Anti-rechts-Meinungsklima erzeugt, das als dunkle, blitzende und hagelnde Gewitterwolken über allen Rechts-Abweichlern aufzieht und Kälte und Zerstörung bringt.

Nur ein Beispiel: Die AfD bekommt in weiten Teilen der 1,5 Millionenstadt München keine Lokale mehr für eigene Veranstaltungen. Kein Wirt traut sich mehr, die Nachteile in Kauf zu nehmen.

Als Anfang Mai die „Jungen Alternativen Bayern“ für eine Veranstaltung mit Björn Höcke und Katrin Ebner-Steiner eine Sportgaststätte in München organisieren konnten, die allerdings auf städtischem Grund steht, schaltete sich sofort der Oberbürgermeister ein, der sonst immer von „Toleranz, Fairplay“ und den „Grundwerten unserer Verfassung“ daher schwätzt, um ein Hausverbot zu erteilen, was dann zwar vom Verwaltungsgericht aufgehoben wurde. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass nicht nur der gerade betroffene italienische Wirt die von linker Seite erwünschten Lehren daraus gezogen hat. Die persönlichen aggressiven Hineinrufe ins Lokal, wie: “Salvatore, da hast du Scheiße gebaut! Dann essen wir unsere Pizza woanders!“ haben beim Wirt und seiner Familie sicher Wirkung für die Zukunft hinterlassen.

Sechs Millionen AfD-Wähler bei der letzten Bundestagswahl und der besondere bisherige Erfolg im Osten sind mir angesichts dieser „zivilgesellschaftlichen“, aggressiven linken Dauerpropaganda (oder vielleicht besser: „Dreckspropaganda“?), die ja rechte Existenzen systematisch exponiert und zerstört, fast schon ein Rätsel.

Kaiza
11. Juni 2019 21:43

Dieses Gepoebel wegen den Umlauten ist zum Fremdschaemen.
Erinnert mich an eine Begegnung mit ewig Gestrigen die mich im Feldwebel-Ton anmaulten: "Das heißt nicht Laptop. DAS HEISST KLAPPRECHNER!" Ganz ehrlich Leute: Go and fuck yourself :^)

Zu den Inhalten:
Berger behauptet, Kubitschek hätte einen Kommentar freigeschaltet, der ihn (Berger) bezichtigt es mit einem Hund getrieben zu haben. Das kann schon sehr verletzend sein.
Kositza: Nein, nicht Kubitschek hatte den freigeschaltet. Und als David Berger Kubitschek darauf aufmerksam gemacht hatte, hat sich K. gleich entschuldigt und sofort gelöscht.

Zumal Homosexualität gerne mit Sodomie gleichgesetzt wird um das dann möglichst abartig erscheinen zu lassen. Homosexualität ist nicht unser Feind. Und Cucks sind wohl mehrheitlich Hetero, oder etwa nicht?
Diejenigen die behaupten, dass Homosexuelle niemals Verbündete sein können möchte ich widersprechen. Die sind genauso gut, oder genauso schlecht wie alle anderen auch. Da kommen wohl Ressentiments hoch die jetzt an Berger eine Projektionsfläche haben.

Apropos Umlaute: Erika Steinbach behauptet von sich selber "Informatikerin" gewesen zu sein. Steht auf Ihrem Twitter-Profil. Da musste ich schon lachen. Die Dame hat keine Ahnung von diskreter Logik noch von Auswertungsreihenfolgen logischer Schaltungen. Damit ist sie für die Informatik unbrauchbar. Sich mit diesem Alter dann doch noch mit fremden Federn schmücken wollen... also das ist schon sehr geltungsbedürftig.
Jahrzehnte als Stimmenbeschaffer bei den Sudetendeutschen für die Volksabschafferparteien liegen ihr wohl nicht schwer im Magen.

G.K. "Nur sollten sie nicht führen, nicht die Richtung vorgeben."

Wer will den Indianer sein? Alles Haeuptlinge. Gerade die Überläufer werden es niemals akzeptieren nur die zweite Geige spielen zu dürfen.

Egal. Bitte einfach unbeirrt weitermachen. Ich bitte Sie und alle die daran mitwirken uns zu retten.
Alleine schaffen wir es nicht. Um die Lage zu entspannen: jedes Jahr werden ca. 100.000 Personen mit der deutschen Staatsangehörigkeit versorgt. Nicht mitgezählt, pardon, mitgezaehlt muss es heißen, sind die Kinder der Flüchtlinge. Die haben -wegen des Verbotes der Staatenlosigkeit- die deutsche Staatsangehörigkeit von Geburt an.

Also Leute, beruhigt euch. Jeder macht das was er kann. Maximale Solidarität untereinander und klare Kante gegen den Feind.

Berger kann man vorwerfen, dass er mit seiner Retourkutsche allen schadet. Ist ihm das egal? Sollte man ihn fragen.

@Imagine
Was wäre denn Ihrer Meinung nach eine gute Taktik und eine gute Strategie für die Rechte?
Tun wir mal so, Sie könnten frei gestalten. Was würden Sie tun wenn Sie quasi diktatorische Vollmachten hätten? Was würden Sie in Deutschland tun und mit Deutschland anfangen, wenn Sie ab jetzt alle Gewalt hätten?

Nemesis
11. Juni 2019 23:52

@heinrichbrueck
11. Juni 2019 20:08

Yep.
Erinnert mich an das an hier:
https://www.youtube.com/watch?v=Z06TDTtOCf4

Klaus
12. Juni 2019 00:15

Die Taktiker in der AfD sind zur Zeit etwas ratlos bzw. wahrscheinlich gespalten und wollen keine Fehler machen.

Ich verstehe z.B. nicht warum man Herrn Kaeser nicht frontal angreift und an die Wand nagelt, Frau Weidel kann sowas und solche 11-Meter kommen nicht jeden Tag.

Der Siemens CEO ist ausserhalb der Machtelite, genau wie der Nestle-Konzern, kein Sympathieträger, aber das haben die AfD Strategen sowenig verstanden wie die Weinköniginnen in der CDU.

Die AfD braucht bessere Berater und muss sich mehr an Leuten wie Bystron orientieren.

Atz
12. Juni 2019 00:40

Ich bin ja nun kein CDU Wähler, aber deren klassiche Klientel war eben gegen Homosexuelle, für traditionelle Familie, für Wehrpflicht, für Atomkraft etc. Heute kriegt der CDU Wähler genau das Gegenteil für das seine Partei unter Kohl noch stand und Gegenpositionen werden nicht einmal mehr artikuliert.

Die Krux ist, dass konservative Wähler bei ihrer Partei bleiben. Darum kommt es zu diesen feindlichen Übernahmen durch Seilschaften.

"Wer heute noch in der Union Mitglied ist und diese Partei für reformierbar hält, ist zu echt alternativen Schritten nicht in der Lage und für eine alternative Politik nicht zu gebrauchen."

Entscheidend, was in Sachsen, Brandenburg und Thüringen demnächst die Wähler tun. Dort sind die Voraussetzungen sehr gut. Man braucht keine Versammlungen mehr zwingend. Gut gemachte Internetvideos erreichen viele Menschen siehe Rezo. Alles etwas professioneller und entspannter, volkstümlicher.

W. Wagner
12. Juni 2019 07:09

@cnahr und @Der_Juergen
Sie irren sich gewaltig! Ohne hier insgesamt reihenweise Schwule zu outen: wer kümmert sich denn zu einem nicht unerheblichen Teil heute um die Bewahrung unserer Kultur, unserer Musik (auch auf höchster Ebene), etc., gerade in sehr traditionellen Bereichen.
Sie würden sich vermutlich wundern, wer auch bei JF oder Sezession etc. schwul ist.
Als ob das nun das Wichtige ist. Hört auf weiter zu spalten!

Amos
12. Juni 2019 07:10

Sehr geehrter Herr Kubitschek,
das eher enttäuschende Wahlergebnis wird derzeit aus zwei Blickwinkeln analysiert. Der eine dürfte Ihrer sein und bedauert zurecht die Unentschlossenheit der Klemmkonservativen. Den anderen finden sie hier: https://www.achgut.com/artikel/sind_wirklich_die_medien_an_der_gebremsten_afd_schuldDort werden die Ursachen eben in einer AFD gesehen, deren "manchmal laute Ungezogenheit des alternativen Verhaltenstrainings" tatsächlich vielen peinlich ist.
Was verspricht Besserung? Klemmkonservative beschimpfen?
Die AFD hat neben dem Wahlergebnis noch ein Personalproblem und zwar nicht beim Spitzenpersonal, sondern in der Breite. Was sich da (West) so tummelt ist nicht unbedingt attraktiv für diejenigen, die gewonnen werden müssen, um zu gewinnen: Aktive in den Vereinen, ehrenamtlich und lokalpolitisch Aktive, die sogenannten Multiplikatoren. Die Querulanten und Sonderlinge haben sie ja schon. Nur ist es eben schwer, die richtigen Leute zu gewinnen, wenn sie alle zwei Wochen schamrot anlaufen müssen wegen einer "lauten Ungezogenheit", denn diese Leute werden angesprochen, müssen sich rechtfertigen, beim Bäcker in der Schlange zum Beispiel und da wäre es dann besser, man würde die Begründung für so manche "laute Ungezogenheit" gleich mit liefern, denn dann stehen diese Leute nicht so allein im Regen. Ansonsten sind diese Ungezogenheiten einfach nur egozentrisches und teils unnötiges "friendly fire", wie Sie es ja auch anhand der Causa "ersten Strophe" treffend analysiert haben. Mag sein, dass man mit mit den Ungezogenheiten im Osten so manchen Saal begeistern kann, im Westen geht dafür jedes Mal ein Stück mehr die Sache den Bach runter. Das gilt es zu bedenken.

Der_Juergen
12. Juni 2019 09:21

@W. Wagner

Sie missverstehen mich (und @cnahr) offenbar. Es fällt mir nicht ein, Homosexuelle wegen ihrer Neigung verfolgen zu wollen, und ich bin sicher, dass auch @cnahr das nicht will. Dass es viele begabte homosexuelle Künstler gab und gibt, ist mir ebenfalls bekannt; einer davon war Tschaikowski, der neben Beethoven mein Lieblingskomponist ist. Niemand will diesen Menschen das Schreiben, Malen und Komponieren verbieten.

In der Schweiz, wo es keine Entsprechung zum erst 1969 abgeschafften deutschen Paragraphen 175 gab, bestand früher ein stillschweigendes Abkommen zwischen der Gesellschaft und den Homosexuellen: Man liess sich gegenseitig in Ruhe. Die Schwulen und Lesben propagierten ihren Lebensstil nicht aufdringlich, sondern verhielten sich diskret. Ich würde, hätte ich das Sagen, keine Schwulenparaden und keine homosexuelle Agitation an Schulen dulden.

starhemberg
12. Juni 2019 09:53

Also nur mal ganz salopp und nebenbei - wenn Homosexualität ein wie auch immer geartetes "Thema" für manchen hier sein mag, dann lebt diese Person im falschen Jahrhundert. Solche Leute haben bei uns "Neuen Rechten" nichts mehr zu suchen. Was jemand in seinem Schlafzimmer treibt, geht uns einen feuchten Kehricht an, solange er dabei gegen keine Gesetze verstößt.

Schenkendorff
12. Juni 2019 10:14

Die Besetzung der Stiftungsposten ist sicherlich einerseits so zu werten wie der Beitrag das tut. Nach innen wäre fatal zu signalisieren, daß nunmehr ein Kuschelkurs mit Menschen angesagt wäre, die nicht bereit sind, eventuell vorhandener Einsicht entsprechende Taten folgen zu lassen. Nach innen muß man sich in der Gegnerschaft zu allen Ausprägungen der üblen Zustände in der politischen Kaste der Altparteien gegenseitig bestärken. In einem Signal nach innen erschöpft sich allerdings die Wirkung der Besetzung solcher Posten nicht. Es ist auch ein Zeichen nach außen an Irritierte; es bricht die Paria-Situation zumindest teilweise auf, die -nach außen! - ja durchaus die abschreckende Wirkung hat, die sie nach der Absicht der Altparteien auch haben soll. Wenn sich in einer solchen Situation Leute wie Herr Prof. Dr. Otte zur Verfügung stellen, ist das wenigstens etwas und geeignet, der Mär von der Verfassungswidrigkeit entgegenzuwirken.
Abgesehen davon ist es dringend notwendig, die Arbeit der Stiftung deutlich zu intensivieren, auch wenn die Wirkung von FES oder KAS erstmal nicht zu erreichen sein dürfte. Was der Partei elementar fehlt, ist eine Reihe von "Vorfeldorganisationen", wie sie auf der Linken und bei den Grüninnen in fast beliebiger Anzahl bestehen. Die Stiftung wäre eine solche.

Ulf Jannasch
12. Juni 2019 11:20

Vielen Dank für diesen Beitrag. Wenn man mal wieder etwas Klares und Grundsätzliches braucht ist man hier meistens richtig.

@cnahr
@Der_Juergen
Sie beide wollen hier wohl die Homophobie der Neuen Rechten beweisen.
Könnte so gelingen.

@W. Wagner
Danke!

Adler und Drache
12. Juni 2019 11:39

Meine Beobachtungen in Sachen AfD, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausgewogenheit: häufig kleinliche Charaktere, auf beiden Seiten. Gegenseitiges Sabotieren, Untergraben, Beinestellen. Hineinsteigern ins Prinzipielle, das aber doch nur Klein-klein ist. Rechthaberei, häufig Scham- und Schrankenlosigkeit beim Bekämpfen der "Parteifreunde". Disziplinlosigkeit - und das bei Leuten, die die "preußischen Tugenden" hochhalten. Bei der Wahl, welche Inhalte er vertreten möchte, wird jeder gute Gründe angeben können. Es stört mich nicht, ob sich nun einer etwas weiter rechts oder etwas weiter Richtung Mitte positioniert. Und es müsste auch keinen anderen stören. Aber es sind eben selten Leute von Format, mit starkem, gradlinigen Charakter, sondern leider häufig verdruckste, vermurkste Typen, die den Geruch des Kleinbürgerlichen nicht loskriegen. Der schnelle Aufstieg in höhere Positionen entfaltet ihn im Gegenteil mit noch deutlicherer Wirkung.

RMH
12. Juni 2019 12:26

Die AfD war in der Tat ein kleiner Erfolgs-Junkie. Kaum fällt der Rausch eines Wahlergebnisses einmal kleiner bis ganz aus, machen sich Entzugserscheinungen breit. Dabei befindet sich die Partei gerade in einer wichtigen Konsolidierungsphase und Personalfindungsphase, die entsprechende Anforderungen an die Disziplin stellen.

Allen liberalen und eher unionsnahen Mitgliedern in der AfD muss aber eines ganz klar sein. Die Union sieht sie, bei allen Nettigkeiten, die im zwischenmenschlichen Bereich evtl. ausgetauscht werden und allen andere etwaigen Löckungen, ganz klar als Feind - ohne jede Abstriche. Da geht im Zweifel eher was mit der Linkspartei (Tolerierungen etc.) als mit der AfD. Siehe bspw. das aufschlussreiche, aktuelle Interview von Günther und Ramelow bei SPON:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bodo-ramelow-und-daniel-guenther-zeit-der-ausgrenzung-ist-vorbei-a-1271775.html

Es wird hier ganz klar, woher der Wind weht und der weht aus der Richtung jeder mit jedem außer mit der AfD. Bei den anstehenden Wahlen in den neuen Ländern wird es daher mit Sicherheit keine ersten AfD-MPs geben, wie manche Träumen. Es geht hier schlicht darum, dass die AfD so stark wird, dass der ganze Rest an Parteien koalieren und tolerieren muss, damit der Laden überhaupt noch zusammen bleibt.

Im Übrigen: Wie und wo sucht die AfD eigentlich ihr Personal? Gibt sie Listenplätze für Nichtparteimitglieder frei? Wäre gerade im schwach aufgestellten Kommunalbereich eine gute Möglichkeit, an Leute heran zu kommen.

Imagine
12. Juni 2019 12:41

@Kaiza 11.Juni 2019 21:43
„Tun wir mal so, Sie könnten frei gestalten. Was würden Sie tun wenn Sie quasi diktatorische Vollmachten hätten? Was würden Sie in Deutschland tun und mit Deutschland anfangen, wenn Sie ab jetzt alle Gewalt hätten?“

Diktator in Deutschland? Das wäre kein Job für mich.

Spielen wir es in Gedanken durch:

Derjenige, der in Deutschland als Diktator oder Diktatorin fungieren würde, wäre nichts anderes als eine Marionette der USA. Denn dort ist das reale Machtzentrum im US-NATO-Imperium. Man kann von einer Sezession aus diesem Imperium träumen, aber das ist jenseits jeder Realität.

Dieses Imperium war ursprünglich ein Staatenbündnis gegen den Kommunismus. Dessen gemeinsames Ziel war die Aufrechterhaltung der existierenden Herrschaftsstrukturen und des kapitalistischen Systems.
Die europäischen Staaten haben sich dieser Staatengemeinschaft freiwillig angeschlossen.
Westdeutschland entschied sich unter Adenauers Führung für einen Beitritt zum Bündnis und für eine Teilung Deutschlands gegen Stalins Angebot eines neutralen Deutschlands unter Einschluss der DDR.

Lange Zeit hatten die USA die Rolle eines „primus inter pares“ in der „Staatengemeinschaft“ – wie das US-NATO-Imperium offiziell genannt wird – inne.

Inzwischen gilt ganz offen: „America first!“

Der erste entscheidende Schritt war die Aufkündigung des Bretton-Woods-Abkommens. Damit wurde ein uneingeschränkter Dollar-Imperialismus etabliert.

Der zweite historisch entscheidende Schritt war der Zusammenbruch des Ostblocks, welcher den USA die uneingeschränkte Weltherrschaft auf allen Machtebenen eröffnete („full spectrum dominance“). https://de.wikipedia.org/wiki/Full-spectrum_dominance

Deutschland wird von den eigenen Eliten rücksichtlos und raffgierig ausgeplündert wie ein Steinbruch, aus dem sich jeder etwas herausbricht.

Deutschlands historische Stärke basierte auf seinem Bildungssystem, welches Basis für seine wissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Innovationsmacht war. Aber dieses Bildungs- und Wissenschaftssystem ist heute völlig unterfinanziert und strukturell total desolat.
Zur Konkretisierung hier das Beispiel eines Spitzenforschers, der in die USA auswandern MUSSTE.
https://www.academics.ch/ratgeber/arbeitslose-akademiker#subnav_arbeitslose_akademiker_ploetzlich_vor_dem_nichts

Unter diesen Bedingungen würde in Deutschland ein Wechsel der politischen Führungspersonen – den demokratischen Politikerdarstellern – nichts daran ändern, dass der Verfall Deutschlands weitergeht.

Der Grund dafür liegt zum einen im US-NATO-Imperialismus, zum anderen an den Eliten, die Parteigänger dieses Imperialismus sind und Deutschland als Steinbruch missbrauchen, und drittens an der Bevölkerung, den Sheeples, die sich wie eine Schafsherde verhalten.

Deutschland befindet sich auf dem Weg zu einer Dritte-Welt-Struktur mit massenhafter Verarmung, Prekarisierung und ständigem kulturellen Verfall. Das stört jene nicht, die von diesen Zuständen profitieren und die Bevölkerung nimmt es größtenteils wie eine Schafsherde hin.

Was kann man als Patriot tun?

Im Prinzip nur auf bessere Zeiten warten. So wie die patriotischen Deutschen in der Nazi-Zeit und im WK IT.

Man weiß, dass gegenwärtige Herrschafts- und Wirtschaftssystem überwunden werden wird, weil dieses System aufgrund innerer Widersprüche an sein Finalstadium angekommen ist. Aber das Endgame kann noch Jahrzehnte andauern.

Was man bis dahin tut, ist eine individuelle Entscheidung.

M.E. ist dieses Deutschland nicht zu retten, genauso wenig wie die DDR zu retten gewesen war. Danach wird sich etwas Neues entwickeln.

Die historischen wissenschaftlichen und kulturellen Höchstleistungen der Deutschen werden in anderen Ländern dieser Erde weiterleben, so wie dies bereits heute schon der Fall ist. Diesen Kulturerhalt kann und sollte man als Patriot unterstützen, zumal wenn man über die entsprechende Bildung verfügt.

Klaus
12. Juni 2019 13:53

@Amos

Im Westen führt der Erfolg der AfD über die Grünen, diese besorgen nämlich die Existenzangst, die der Speckgürtel benötigt um sich geistig zu bewegen.

Vergessen sie nicht, Merkels Politik hat z.B. den Wert des Immobestandes um zig hundert Milliarden in Deutschland erhöht, natürlich nur auf dem Papier, aber das fühlte sich trotzdem gut an.

Die negativen Folgen der Massenzuwanderung trugen bis jetzt fast ausschliesslich die untersten Schichten, aber diese Zeiten liegen hinter uns.

Niekisch
12. Juni 2019 15:02

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/4294144:

Angesichts des bewaffneten "Wertedissenzes" ausländischer Verbrecher auf unseren Straßen sollten wir uns allmählich garnicht erst mehr bemühen zu prüfen, ob mit irgendwelchen "Werteunionen" in der CDU oder anderswo Übereinstimmung bzw. Zusammenarbeitsmöglichkeiten bestehen. Der Krieg auf unserem Restboden ist in Gang gesetzt und zwingt uns zur weltanschaulichen und körperlichen Rüstung, notfalls völlig ohne jede Parteipolitik. Die Frage ist jetzt nur noch: Wer bin ich, was will ich, was kann ich, wer ist meine Kameradin und mein Kamerad?

eike
12. Juni 2019 15:06

@Amos
Nur ist es eben schwer, die richtigen Leute zu gewinnen, wenn sie alle zwei Wochen schamrot anlaufen müssen wegen einer "lauten Ungezogenheit",..."

Richtig, denn von den 68ern lernen heißt siegen lernen.

Und die haben sich bekanntlich gut erzogen jeder "Ungezogenheit" enthalten, und wenn einer der ihren sich mal daneben benommen hat - das soll vorgekommen sein - dann sind sie allesamt sofort "schamrot angelaufen", in den cuck-Modus verfallen und jedes Mal ging die linke "Sache ein Stück mehr den Bach runter", bis sie dort landete wo sie heute ist.

Niekisch
12. Juni 2019 15:13

noch nachgeschoben: https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/massenschlaegerei-dortmund-polizei-100.html

Imagine
12. Juni 2019 16:16

Seit dem Abitur 1967 und beeinflusst von der derzeitigen APO verfolge ich bewusst die politische Entwicklung in Deutschland. Seit rund zwei Jahrzehnten auch aus ausländischer Perspektive.

Was mich schon immer an Deutschland störte, war und ist die Tendenz zum politischen Extremismus. Diese intolerante Bekämpfung und Ausgrenzung politischer Opposition, mal gegen links, mal gegen rechts gerichtet. Dazu gehört auch die Hetze gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie gegen Linke bzw. Rechte, Sozialhilfeempfänger, Beamte, Ärzte, Alte usw. usf.

Das habe ich anderswo in Westeuropa so nicht wahrgenommen. Aber vielleicht täusche ich mich, denn meine Erfahrungen mit anderen Ländern sind begrenzt.

Relativ und generell betrachtet, kann man in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern besser leben.

Zugleich sind aber für viele Berufe die Bedingungen bereits in den angrenzenden deutschsprachigen Regionen – Österreich, Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein – deutlich bis gravierend besser.

Deutschland befindet sich im kontinuierlichen Niedergang. Das zeigt sich sowohl bei den Reallöhnen wie auch in der Infrastruktur (Bildungs-, Gesundheits-, Verkehrswesen, Wohnungsbau etc.).

So hat sich in den letzten 50 Jahren die Schere z.B. zwischen Deutschland und der Schweiz immer weiter vergrößert.

Aber auch in Deutschland ist „innen“ die Schere bei Einkommen und Vermögen kontinuierlich immer weiter aufgegangen zwischen den oberen 10% und den 90% und insbesondere zwischen den Top 1 % und den 99%, bzw. 1 ‰ und den 99,9 %. So dass sich heute das Bild eines zutiefst klassengespaltenen Landes mit deutlicher Annäherung des Alltagslebens von Mittel- und Unterschichten zeigt.

Weder linke und rechte Parteien wollen daran etwas ändern. Nur von kleinen Teilen von Links- und Rechtsaußen wird die „soziale Frage“ angesprochen, einen realistischen und umsetzbaren Weg zur Lösung können sie allerdings nicht aufzeigen, denn die Umverteilung durch Steuererhöhungen, Enteignungen etc. sind tabu.

Enteignet werden darf nur das Volk, sei es durch Privatisierungen von Staatseigentum, sei es durch offene oder verdeckte Staatsverschuldung (wie z.B. PPP), sei es durch Inflation und Niedrigzins, sei es durch „Schattenverschuldung“ durch Kredite, Garantien oder Haftungsübernahmen für andere EU-Länder. https://de.wikipedia.org/wiki/Schattenverschuldung

Deutschland ist auf dem Weg, wirtschaftlich und kulturell „verrecken“, und zwar nicht durch die anti-deutschen Idioten, sondern durch die Politik der Eliten.

Zugleich gibt es sowohl links wie rechts Patrioten, die in Opposition zur herrschenden Politik der Eliten stehen, sowohl gegen deren Wirtschafts- wie auch Immigrationspolitik.

Die soziale und kulturelle Spaltung in Deutschland vertieft sich. Sozialpsychologisch geht die Entwicklung in Richtung Bürgerkrieg, angefeuert von den Extremisten von links wie auch von rechts.

Aus meiner Sicht ist es die Aufgabe von besonnenen Patrioten, dieser Entwicklung entgegenzutreten, und zwar durch die Förderung der Kommunikation zwischen linken und rechten Patrioten sowie der Ausgrenzung von linken und rechten Extremisten.

Niekisch
12. Juni 2019 18:44

@ Imagine 16:16: Da wir beide 1967 das Abi erreicht haben, von der damaligen APO beeinflußt wurden und Sie zuletzt einige wirklich überzeugende Kommentare eingestellt haben, möchte ich mit Ihnen in Zukunft besser zusammenarbeiten. Das setzt sicher voraus, daß ich mich bei Ihnen entschuldige. Dies tue ich hiermit. Meine bisherigen Anwürfe hinsichtlich Ihrer Stellung nehme ich mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Es gab eine schier unglaubliche Parallelität zu einem anderen Nutzer, den ich auf anderen Plattformen als Behördenmitarbeiter enttarnt hatte.

Können wir zusammenkommen?

Nemesis
12. Juni 2019 20:20

@Imagine @alle
"Aus meiner Sicht ist es die Aufgabe von besonnenen Patrioten, dieser Entwicklung entgegenzutreten, und zwar durch die Förderung der Kommunikation zwischen linken und rechten Patrioten sowie der Ausgrenzung von linken und rechten Extremisten."

Dazu bedürfte es einer sauberen und präzisen Definition der Begriffe linke und rechte Extremisten.
Deshalb die Frage an die Geistes- und Sozialwissenschaftler hier:
Existieren solche exakte Definitionen? Wie lauten diese?

Ratwolf
12. Juni 2019 22:02

Ich habe die Leute von der WerteUnion (+ Konserativen Aufbruch) besucht.

Man teilt größtenteils die Ansichten der AfD. Fast alle waren davon überzeugt, dass eine Koalition mit der AfD das best wäre, wenn die AfD den rechten Flügen stutzen würde. Kritisiert wurde, dass es angeblich auch neo-nationalsozialistische Mitglieder in der AfD gibt. Nachweise dafür konnte man nicht nennen.

Ich hatte den Eindruck, dass man aus Angst vor den ganz großen Repressalien noch in der CDU/CSU bleibt. Eine Mitgliedschaft in der WerteUnion scheint weniger gefährlich zu sein, als ein Austritt oder Übertritt in die AfD.

Es waren viele Beamte, Staatsangestellte und Soldaten dabei, welche die Auswirkungen der Merkel-CDU negativ zu spüren bekommen haben, aber irgendwie mit der CDU in diese Jobs gekommen sind und nun ais Loyalität oder ais Angst vor Repressalien in der CDU bleiben, wobei ausdrücklich mitgeteilt wird, dass auch eine Mitgliedschaft in der WerteUnion zu Repressalien im Beruf und bei der politischen Karriere führen wird.

Es waren einige schaue Leute dabei, welche auch die Führung übernommen haben, andere waren unglaublich naiv und irgendwie auf "Abenteuer" aus (wollten auch mal Grüne spielen). Einige hoffen auf einen Sturz von Merkel und eine bessere Position in der CDU/CSU.

Der größte Inhaltliche Unterschied zu AfD Mitgliedern und Wählern war die Position zu Russland. Die vielfach vorhandenen Soldaten waren klar auf "Putin = Böse" getrimmt. Sanktionen waren OK und zu derzeitigen Pipeline-Kontroverse vermute ich auch ähnliche Positionen, wie bei Trump.

Mein erster Eindruck:
Eine Gruppe von Menschen die Zweifelt. Und wer Zweifelt der verliert, weil er nicht überzeugend auftreten kann. Keine Klarheit dort.

Imagine
13. Juni 2019 08:49

@Niekisch

Die Entschuldigung wird von mir akzeptiert. Schauen wir vorwärts!

@Niekisch :
„Dazu bedürfte es einer sauberen und präzisen Definition der Begriffe linke und rechte Extremisten.
Deshalb die Frage an die Geistes- und Sozialwissenschaftler hier:
Existieren solche exakte Definitionen? Wie lauten diese?“

Was unter Extremismus verstanden wird, ist jeweils von dem soziokulturellen Kontext und dem Zeitgeist abhängig. Eine Definition ist daher immer relativ und eine exakte allgemeingültige sowie kultur- und zeitübergreifende Definition ist nicht möglich.

Aber man kann einen Begriff des Extremismus entwickeln.

Wenn beispielsweise ein Volk in einem Vorgängerregime arische Rassereinheit und Durchsetzung der „deutschen Eigenschaften“ als höchste Ziele anstrebt und anschließend genau das Gegenteil will, nämlich Völkervermischung und Multikulturalismus, dann zeigt sich eine Identitätsdiffusion sowie eine Tendenz zum Extremismus, denn beide Extreme verunmöglichen ein gelingendes freiheitliches und menschenfreundliches Gemeinschaftsleben. Bei beiden Extremen werden elementare Grundrechte verletzt.

Extremismus beinhaltet – so meine These – immer eine rechtliche, moralische und kulturelle Grenzüberschreitung zum erreichten Stand von Kultur und Zivilisation.
Extremismus ist folglich gekennzeichnet durch einen Rechts- und Zivilisationsbruch.

Dazu werde ich Beispiele anführen, die vor 50 Jahren als nicht hinnehmbarer Rechts- und Zivilisationsbruch angesehen wurden und heute zur akzeptierten Normalität geworden sind.

- Verfassungs- und völkerrechtswidrige Angriffskriege wie gegen das europäische Nachbarland Jugoslawien. Illegale Angriffskriege gegen Irak, Libyen, Syrien etc.

- Einführung eines entwürdigenden Zwangsarbeitssystems.

- Verletzung des Menschenrechtes auf kulturelle Selbstbestimmung sowie des verfassungsrechtlich kodifizierten Schutz des Eigentums (Kollektiveigentum, Rentenansprüche etc.) durch Ermöglichung einer unkontrollierten Massenimmigration von Kulturfremden und –feindlichen in den Staat sowie in die Sozialsysteme.

- Geheimverträge zwischen Staat und Privaten.

- Schaffung rechtsfreier Räume. Sei es durch Immunität von Führern (der EZB), sei es im Geschäftsleben durch Etablierung privater Schiedsgerichte.

- Einführung von Staatshaftung bei Profitausfall von Unternehmen durch neu geschaffene Gesetze (Umwelt-, Konsumentenschutz etc.).

- Abstimmung im Parlament über Geheimverträge etc. ohne Kenntnis der Inhalte.

- Inhaftierung sog. „Gefährder“ ohne Vorliegen einer Straftat oder einer Vorbereitung derselben.

usw. usf.

Oder – z.B. wie jetzt in Alabama – Verbot von Abtreibungen als Entrechtung von Frauen hinsichtlich ihres elementaren Menschenrechts auf reproduktive Selbstbestimmung.

Die Aufhebung des Folterverbotes für Polizei und Geheimdienste (z.B. Waterboarding). Rechtsverletzungen und Folter als gängige Praxis in TV-Filmen.

Die Propagierung von Homosexualität als sexuelles Normalverhalten ist ein weiteres Beispiel. Denn es ist wissenschaftlich unstrittig, dass die homosexuelle Orientierung erworben, also „erlernt“, ist und – anders als die heterosexuelle - nicht genetisch bedingt ist.

Heterosexualität als Homophobie zu pejorisieren, ist daher ein Extremismus. Genauso wie die Darstellung homosexueller Praktiken in der Öffentlichkeit und im TV, zumal dies häufig mit der Erzeugung aversiver Gefühle wie Ekel bei denjenigen mit natürlichem Geschlechtsverhalten verbunden ist.

Heterosexuelles Verhalten kann sich zu homosexuellen Verhalten wandeln (z.B. bei den „Spätlesben“) und umgekehrt. Das Verbot von selbstbestimmten „Konversionsbehandlungen“ – wie jetzt geplant – ist eindeutig ein Extremismus, weil damit gegen das Recht auf die sexuelle Selbstbestimmung verstoßen wird.

Denkbar ist, dass in Historiker in späteren Zeiten die heutige Zeit als erneute Regression in eine „Zeitphase des Extremismus“ ansehen werden.

heinrichbrueck
13. Juni 2019 12:16

"Wenn beispielsweise ein Volk in einem Vorgängerregime arische Rassereinheit und Durchsetzung der „deutschen Eigenschaften“ als höchste Ziele anstrebt und anschließend genau das Gegenteil will, nämlich Völkervermischung und Multikulturalismus, dann zeigt sich eine Identitätsdiffusion sowie eine Tendenz zum Extremismus, denn beide Extreme verunmöglichen ein gelingendes freiheitliches und menschenfreundliches Gemeinschaftsleben. Bei beiden Extremen werden elementare Grundrechte verletzt."

Solche Leute müssen in Zukunft richtig arbeiten. Dann gelingt auch wieder ein menschenfreundliches Gemeinschaftsleben.

Niekisch
13. Juni 2019 13:05

@ Imagine 8:49: ich freue mich, daß wir hier gemeinsam werkeln. Statt meiner haben Sie @ Nemesis zitiert, das macht aber nichts. Die Frage steht ja im Raum.

Jetzt gehe ich ich erst einmal meine mangelhaften Laufschuhe umtauschen. Es ist fast alles nur noch Schrott, selbst bei hohen Preisen....

Imagine
13. Juni 2019 16:54

Wenn von Extremismus die Rede ist, dann ist in der Regel der Rechts- oder Linksextremismus gemeint, also ein „Extremismus von unten“.

Aber es gibt auch den „Extremismus von oben“, ausgeübt durch die Oligarchie, ihre Eliten und das Establishment.

Als „Extremismus von oben“ gibt es die Diktatur, die Verbrecherherrschaft und den Staatsterrorismus. All dies gab es wiederholt in den letzten 100 Jahren in Europa.

Ein „Extremismus von oben“ kann schleichend mit einer Salami-Taktik des Abbaus elementarer Verfassungs- und Menschenrechte etabliert werden, wenn es keine wachsame und starke freiheitlich-demokratische Opposition gibt, die immer wieder die Legimitationsfrage in Bezug auf die herrschende Politik stellt.

Der Verfassungsschutz ist keine Institution, die vor einem „Extremismus von oben“ schützt.

In Deutschland fehlt eine wachsame und starke freiheitlich-demokratische Opposition, sowohl im Parlament wie auch als APO.

Die AfD ist zwar Oppositionspartei, aber nur in zwei Punkten, nämlich hinsichtlich EURO-Währung und Massenimmigration. Ansonsten ist die AdD eine Partei wie alle anderen etablierten Parteien und keine wirkliche Opposition gegen einen „Extremismus von oben“.

Imagine
13. Juni 2019 21:10

@Nemesis

Sorry für die Namensverwechslung.

Imagine
13. Juni 2019 21:22

@Niekisch

Zum zweiten Mal verwechselt, sorry. Aber als Rachegöttin angesprochen zu werden, hat ja auch etwas. ;-)

Franz Bettinger
13. Juni 2019 21:44

@Nemesis: Sie fragen nach Definitionen:
Rechte anerkennen und verteidigen Eigenheiten und Eigenes. Linke tun das Gegenteil, sie wollen alle gleich machen. Extremisten beider Couleur wollen diese Ziele mit Gewalt durchsetzen.

Nemesis
13. Juni 2019 22:05

@Imagine
Danke für Ihre ausführliche Antwort und Darlegung Ihrer Gedanken.

"Was unter Extremismus verstanden wird, ist jeweils von dem soziokulturellen Kontext und dem Zeitgeist abhängig. Eine Definition ist daher immer relativ und eine exakte allgemeingültige sowie kultur- und zeitübergreifende Definition ist nicht möglich."

Ja, ich verstehe das Problem der Geistes-u. Sozialwissenschaften an der Stelle. Ihre Schlußfolgerung, daß der Begriff des Extremismus folglich dynamisch-prozesshaft und nicht statisch zu betrachten ist, kann ich nachvollziehen. Nur führt das offensichtlich zu folgender Problematik:

Sie schrieben:
"Aus meiner Sicht ist es die Aufgabe von besonnenen Patrioten, dieser Entwicklung entgegenzutreten, und zwar durch die Förderung der Kommunikation zwischen linken und rechten Patrioten sowie der Ausgrenzung von linken und rechten Extremisten."

Eine Ausgrenzung, die durchaus notwendig sein kann (oder muß), kann aber ja nur anhand harter, sprich exakter Ausgrenzungskriterien durchgeführt werden. Diese Kriterien müssen also existieren und sie müssen folglich exakt definiert sein.

Und das ist ja logischerweise das Problem.
Ich mache es mal an zwei Beispielen von Ihnen konkret.

Sie schreiben:
"1. Oder – z.B. wie jetzt in Alabama – Verbot von Abtreibungen als Entrechtung von Frauen hinsichtlich ihres elementaren Menschenrechts auf reproduktive Selbstbestimmung."

Das sehe ich z.B. anders (ohne dieses Faß jetzt aufmachen zu wollen: a) Schutz ungeborenen Lebens ist für mich gleichwertig wie das von Vater oder Mutter; b) Problem der zeitlichen Abgrenzung... bin mir aber bewußt daß das Problem komplexer ist (Vergewaltigung etc.)
Folge: Für Sie bin ich Extremist und vice versa.

2. "Die Propagierung von Homosexualität als sexuelles Normalverhalten ist ein weiteres Beispiel."

Das wird aber jemand der homosexuell ist, zurecht anders sehen. Für ihn ist es ein Normalverhalten.
Folge: Für Sie ist er Extremist und vice versa.

Logische Schlußfolgerung: gegenseitige Ausgrenzung, da jeder den Anderen für einen Extremisten hält. Und damit wäre das Thema der Bestimmung und Ausgrenzung von Extremisten vom Tisch, da nicht durchführbar. Und in Folge davon die Kommunikation.
Das ist ja die Situation, die wir haben.

Sie schreiben weiterhin:
"Extremismus beinhaltet – so meine These – immer eine rechtliche, moralische und kulturelle Grenzüberschreitung zum erreichten Stand von Kultur und Zivilisation. Extremismus ist folglich gekennzeichnet durch einen Rechts- und Zivilisationsbruch."

Gleiche Problematik hier:
Wenn jemand z.B. eine andere Kultur und Zivilisationsauffassung als den erreichten Stand (was heißt erreichter Stand konkret?) haben sollte, ist der dann automatisch extremistisch?

Andereseits darf die Bestimmung von Extremismuskriterien aber auch nicht in eine endlose Definiererei ausarten.
Die Kriterien müssen ausreichend UND pragmatisch sein.

Wie wollen Sie das Lösen?

Mir fiele da eigentlich nur eine Art Faktorengewichtung, sprich Priorisierung von Ausschlußfaktoren ein, bei dem Linke, Rechte, Liberale (wer auch immer) auf einen gemeinsamen Grundnenner kommen könnten ("Minimalkonsensprinzip" nenne ich das mal).

Daraus folgt für mich:
1. Wille
2. Ziel (wozu)
3. Minimalkonsensprinzip (Bedingung)

Mir leuchtet nicht ein, das so etwas nicht möglich sein sollte.
Ist aber vielleicht auch eine Persönlichkeitsfrage.
Oder anders ausgedrückt: Höhenflug des Intellekts: Peng, Tücke des Objekts (Subjekts)...

Franz Bettinger
13. Juni 2019 22:12

@imagine: Je länger eine Definition, desto unbrauchbarer ist sie! "Identitäts-Diffusion", was soll das sein? Typisches Soziologen-Geschwafel! Absolut nichts-sagend! Das Bundes-Verfassungs-Gericht hat klar definiert, was unter Extremismus zu verstehen ist (Gewalt). Bin immer wieder erstaunt über den Mangel an Basiswissen - auch auf SiN. Habe auch die Redaktion des öfteren angeregt, ein kurzes Kompendium wichtiger Definitionen vorzulegen. Es ist doch verdammt wichtig, dass wir wenigstens dasselbe verstehen unter Rechts, Links, Nation, Rasse, Rassismus, Radikal etc. Ich habe wiederholt bemängelt, dass man sich auf SiN wohl darauf verlässt, dass alle Foristen und Leser die Kaplaken-Bändchen gelesen haben und also mit den Definitionen aus Rechter Sicht vertraut sind. Aber nein, sid sie nicht. Ich würde es sehr schätzen, wenn die gängigsten Begriffe nochmals für später hinzugekommene Leser dargelegt werden. Ich mache es auch gern selbst in einem eigenen Beitrag, kurz und knapp, versprochen, wenn Sie mich dazu auffordern.

Franz Bettinger
13. Juni 2019 22:16

Also gut, ich erlaube mir, falls mich die Redaktion diesmal lässt, ein paar Definitionen:
Rechts = Recht auf Eigenheiten und Eigenes
Links = kein Recht auf obiges, = Gleichmacherei
Radikal = gründlicher als normal
Extremistisch (sprachlich) = radikaler (Steigerungsform)
Extremistisch im Sinne des BuVerfG = gewaltbereit
Definition von -ismus: = Idee / Vorstellung / Glaube an ...
z.B. in Stalinismus, Hitlerismus, Maoismus, Merkelismus, Marxismus...
Rassismus = das Erkennen und Anerkennen verschiedener Rassen (einer Realität)
deskriptiver Rassismus = ohne Wertung ("Es gibt Weiße, Schwarze, Gelbe und Braune Gruppen von Menschen")
distinktiver Rassismus = mit Wertung ("Die Schwarzen sind schneller, die Gelben fleißiger, die Braunen schöner... ")
pauschalierender Rassismus: verallgemeinernder (z.B. die Behauptung: "Die Weißen sind generell erfolgreicher") (Diese Form von R lehne ich selbst ab, die anderen nicht.)
Patriotismus = Vaterlandsliebe = ziemlich identisch mit Nationalismus.
Nationalismus = Identifizierung und Solidarisierung mit der eigenen Nation.
Chauvinismus = Glaube an die Überlegenheit der eigenen Nation (auch: aggressiver Nationalismus).
Faschismus = Nationaler Sozialismus (Mussolini's) ohne Rassismus (ohne Antisemitismus).
Nationalsozialismus = (Hitlers) nationaler Sozialismus (der nur für die eigene Nation gelten soll) (= Kombiation von rechts + links)
Kommunismus = linker, internationaler Sozialismus (= der die ganze Welt beherrschen will).

Amos
13. Juni 2019 23:01

@ Klaus:
>>Vergessen sie nicht, Merkels Politik hat z.B. den Wert des Immobestandes um zig hundert Milliarden in Deutschland erhöht, natürlich nur auf dem Papier, aber das fühlte sich trotzdem gut an.<>Die negativen Folgen der Massenzuwanderung trugen bis jetzt fast ausschliesslich die untersten Schichten, aber diese Zeiten liegen hinter uns.<< Woher nehmen Sie hier Ihre Zuversicht, bzw. Ihren Pessimismus?
@elke
Der Vergleich mit den 68ern funktioniert nicht so 1:1, glaube ich. Die 68er führten Ihren Angriff auf Autorität, Disziplin, Sitten, Würde des Amtes, Bürgerliche Pflichten (wie die des Wehrdienstes, "Hair"!) aus einer existentiellen Position der "Menschenrechte", der nackten Haut heraus. Ihr Vorlagen waren Ghandi und Tolstoi, ihre geschichtlich einmalige Situation die ungeheure Missachtung des Lebensrechtes durch zwei Weltkriege und die Konzentrationslager. Ihre Bildersprache war entsprechend gewählt (Nackte Brüste im Gerichtssaal). Ihre Agenda war offenkundig die Verschiebung der Balance von Ordnungsstaat und Verfassungsstaat (Menschenrechte) in Richtung des Letzeren, bzw. die totale Delegitimierung des Ersteren. Der Text "Imagine"von John Lennon kann durchaus als als Programmatik verstanden werden. Nun würde ich wirklich gerne glauben, dass wir diese Strategien nur zu kopieren brauchen um Erfolg zu haben und dann wie die Grünen nach "nur" 30 Jahren siegreich durch die Institutionen marschiert zu sein.
Die Provokation gegen Autorität, gegen die Ordnung hat das moralische Moment immer auf ihrer Seite. Gegenüber dem Lebensrecht erscheinen alle Regeln, die das Zusammenleben ordnen als abstrakt und nachgeordnet. Die Provokation der Linken haben IMMER diesen Gegensatz zum Thema: Das Lebensrecht gegen das Abstrakte, Tradierte, Mittelbare, auf Ordnung, Frieden und die Abfolge der Generationen Gerichtete. Subversion ist die Kunst der Wölfe im Schafspelz, bedeutet, den Hebel der Moral richtig anzsetzen.
Wie wollen Sie diesen subversiven Prozess umkehren? Sicher, es gibt Provokationen, die die Verwerfung selbst erzeugt: Eingewanderte mit drei Ehefrauen und vierzehn Kindern, die hier in Vollversorgung leben und über uns lachen. Dann gibt es die Möglichkeit auf die Opfer der Verwerfungen unter den Einheimischen hinzuweisen. Das führt aber nicht zum Erfolg, denn die Gegenseite bietet sofort neue Elends- und Notstandsgebiete, diskriminierte Volksgruppen, Arme, Vertriebene und Verfolgte auf, an denen auf diesem Planeten kein Mangel ist. Es bleibt, die Provokatuere der Gegenseite an ihren moralischen Forderungen zu messen und so als Heuchler zu entlarven, bisher der einzig erfolgreiche Weg, allerdings mit Einschränkungen: erstens bleibt die Themensetzung weiter dem Gegner zu überlassen und zweitens bleibt diese Strategie rein defensiv, Reaktion statt Aktion.
Bleibt noch die Provokation der Ordnung gegen das Individuum, des Kollektives gegen die Person, des Gesetzes gegen die Lebens- und Freiheitsrechte. Schon die Formulierung zeigt die Unmöglichkeit dieses Ansatzes. Wenn Sie eine Lösung haben, bitte gerne, ich kann momentan keine aus dem Hut zaubern, da können Sie mich noch so lange als Cuckservative beschimpfen. Es ist eben unendlich viel mühsamer eine Ordnung zu erhalten und zu bewahren, als sie zu zerstören und es ist argumentativ schwieriger sie zu verteidigen, als sie im Namen von "Menschenrechten" nieder zu reißen. Wir haben es hier nicht so leicht wie die 68er und ihre Waffen können nicht die unseren sein.

Die Idee allerdings, man könne das Overton Window verschieben, in dem man mal eben das Horst-Wessel Lied singt (so als Provokation) und schon würde der Knebel der political correctness abfallen wie der böse Fluch im Märchen, wird hier ja wohl niemand vortragen wollen.

Götz Kubitschek
14. Juni 2019 07:35

badeschluß. hinter den kulissen geht's weiter. gruß aus schnellroda. kubitschek

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