7. Juli 2019

Sonntagsheld (113) – Ham’se mal ‘ne Schere?

Till-Lucas Wessels / 49 Kommentare

Vom Umgang mit der Selbstgerechtigkeit

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

 

Sie sind der Mc Donald’s unter den Interviewformaten: Spontane Straßeninterviews namhafter und weniger namhafter Persönlichkeiten, die mitten im Alltag – gern auch vor der privaten Wohnungstür, auf der Arbeit, oder beim Einkaufen – überfallartig mit irgendwelchen Informationen „konfrontiert“ werden und anschließend dazu „Stellung nehmen“ sollen.

Beliebt ist dieses Format in der Regel bei den zuständigen Rechercheuren, da ein kurzes Abgrasen der Kommentarspalten meist reicht um irgendeinen schwarzen Peter auszugraben, der dann quasi im Vorbeigehen dem Interviewpartner zugeschoben wird, während sich gleichzeitig das große Auge der Kamera auf ihn richtet und ihm ein Mikrofon unter die überraschte Nase gehalten wird.

Wie gesagt, der Aufwand ist gering, der Ertrag kann sich eigentlich fast immer sehen lassen: Wird unangenehm berührt geschwiegen, so ist das ja auch irgendwo eine Antwort, auch angenervtes Losplautzen ist geeignet, beim Zuschauer die wohligen Empörungsschauer hervorzurufen, die der Garant für den Erfolg dieser Form der peinlichen Befragung ist. Selbst wenn der Gejagte sich im Angesicht seines Jägers stellt und unverhofft zu einer sachlichen Antwort ausholt, wissen geübte Journalisten: Das Wild ist in der Falle und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es im Stakkato der dreisten Nachfragen ins Zaudern und ins Straucheln gerät.

Ignorantes Schweigen, selbstgefälliges Gelächter, wütende Abweisung oder hektisches Gestammel – alles das hatte sich das Team des ARD-Formats „Kontraste“  wohl erwartet, als es sich der Kundgebung des Demonstrationsbündnisses PEGIDA mit der Frage nach dem erschossenen Walter Lübcke näherte. Und alles das, oder viel mehr eine Mischung dessen und noch ein bißchen mehr, bekam man von den wenigen, die sich auch dieses Mal nicht zurückhalten konnten. Lutz Bachmann sprach in diesem Zusammenhang später von „Spezialisten“, ich weiß, daß im Osten auch der Begriff „Patienten“ für solche Leute geläufig ist, die sich unbedingt erklären müssen, wenn eine Kamera auf sie gerichtet ist und dabei vergessen, wer am Ende für den Schnitt des Beitrags verantwortlich ist.

Es ist meist keine böse Absicht dabei, aber auf einer PEGIDA-Kundgebung spricht man nun einmal so wie einem der Mund gewachsen ist und das was dabei am Ende herauskommt ist selten eine „kamerafähige Meinung“ und manchmal auch einfach nur dumm.

Schließlich wandte sich der offensichtlich kurz vor dem Heulen stehende Tremolo der weiblichen Interviewstimme an Lutz Bachmann persönlich, keinesfalls den Hinweis auf sein Strafregister auslassend, wohlweißlich aber verschweigend was das mit dem Mordfall Lübcke zu tun haben soll.

Und das klappte, muß man sagen, nicht ganz so gut wie das vorherige Abgrasen der Demo-Teilnehmer. Es gibt so eine gewisse rotzfrech-verschmitzte Bodenständigkeit, die ich als akademisch verdorbener Niedersachse im Osten immer mal wieder bewundern durfte. Es ist eine fast schon gaunerhafte Lässigkeit, die von Ostberlin über Halle bis nach Dresden gerade dann auftritt, wenn mit einer ernsthaften Antwort schlechterdings nichts mehr zu gewinnen ist.

Diese Abgeklärtheit in Verbindung mit einer schwer zu öffnenden Pappschachtel war es, mit der Bachmann dem öffentlich-rechtlichen Überfallkommando begegnete, das an ihn auf dem Weg vom Bahnhof zur Demonstration herantrat. Wie das genau abgelaufen ist, das läßt sich am besten hier verfolgen, den unheilsschwangeren Beitrag des ARD-Magazins gibt es hier zu sehen.

Für den Sonntagshelden jedenfalls reicht’s. Man braucht Lutz Bachmann und die laute Sprache seiner Reden nicht lieben. Aber er zeigt: Man muß sich auf das Spiel der Medien nicht einlassen. Man darf auch sein eigenes spielen, wenn man es kann.

Die aufgefrischte Aufmerksamkeit, die Bachmann durch den Beitrag erhielt, möchte dieser übrigens positiv nutzen: Er hat das denkwürdige Zusammentreffen in einem einfachen T-Shirt-Design verarbeitet, mit dem Erlös sollen patriotische Nachwuchsjournalisten unterstützt werden.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (49)

RMH
7. Juli 2019 11:50

Flip-Flops, kurze Hosen und Herren-Bauchtäschchen …

Und das bei einem erwachsenen Mann. Das sagt mehr aus, als alles andere.

Laurenz
7. Juli 2019 12:50

Ob auf einer Demo oder einem Parteitag, jeder Teilnehmer weiß doch, daß die mit Kamera-bewaffneten "Überfall-Kommandos" aufschlagen, und weiß auch, welche blöden Fragen die stellen. Daher ist Herrn Bachmanns Taktik die Gegenfrage zu stellen, die wahre. Die Schere war nur die geringste Wahl. Die 1. Wahl wäre die Rückfrage nach den NSU-Morden gewesen, so ganz ohne Pegida und AfD. Am Parteitag in Stuttgart 2016 belästigten mich auch 2 öffentlich-rechtliche TV-Teams. Ich fragte diese nur, ob sie nicht auch für mehr Bürgerbeteiligung seien....für mehr Basis-Demokratie? Ja, und warum sie dann nur beruflich hier seien? Daraufhin hatten die Haltungskämpfer keinen Bock mehr, weitere Fragen zu stellen.

Thorsten B
7. Juli 2019 14:56

Genau diese Abgeklärtheit, das Ablegen der Emotionen, die nüchterne Analyse "Welches Spiel läuft hier" und die rationale Bewertung den Schachzug nicht im ungünstigen Moment, unter Zeitdruck auszuführen, sondern selbst zu bestimmen, wann wir die Figur bewegen sollten wir kultivieren.

Dann werden wir reif, dann werden wir professionell. Besonders als AfD, als noch junge Partei, brauchen wir an vielen Stellen genau so eine Abgeklärtkeit. Wie oft haben uns da schon unüberlegte, voreilige Antworten zu denen wir uns getrieben fühlten geschadet! Ich denke da immer an das Zitat im letzten Absatz der "Afrikanischen Spiele": "Wir werden ein wenig zu wild geboren und heilen die gärenden Fieber durch Tränke von bitterer Art"

Sandstein
7. Juli 2019 20:39

Finde die Reaktion von LB gut, aber sicher nicht überragend. Ich bleibe dabei: pegida, höcke, ib und besonders die junge alternative haben die Sache um Jahre zurückgeworfen. Und Sympathie will bei mir für LB einfach nicht aufkommen. Sorry - nicht mein Sonntagsheld.

quarz
7. Juli 2019 22:10

"Ich bleibe dabei: pegida, höcke, ib und besonders die junge alternative haben die Sache um Jahre zurückgeworfen."

Die "Sache", die Ihnen da offenbar vorschwebt, wäre mehr der Verachtung als der Mühe wert.

Ratwolf
7. Juli 2019 22:51

Lutz Bachmann reagiert brilliant. Er hat aber schon seine Erfahrungen gemacht. Und er hat dann auch seine Schlüsse gezogen. Mit denen kann man nicht reden. Die wollen einen vernichten.

Die Lügenpresse wollte nicht wirklich ein ehrliches Gespräch. Sie wollten irgendwelche Filmausschnitte, welche sie dann zu neuen verlogenen Beiträgen zusammen schneiden.

Auf solchen Unsinn kann man mit Unsinn antworten.

Die Reporter kommen ja auch mit einen "Gib mir was". Da hat er richtig reagiert.

Das Scheren-Video ist das Meisterstück über Lutz Bachmanns Fähigkeiten. Ich bin schon seit langem überzeugt von diesem Mann und seinen Mitstreitern.

Ratwolf
7. Juli 2019 23:05

Im Umgang mit Medien und politischen Gegnern muss man durchsetzungsfähig und flexibel sein.

LB hat gezeigt, dass er es kann

Laurenz
8. Juli 2019 00:13

@Sandstein .... Ihre Aussage scheitert an den Wahlergebnissen Derer, Die Sie kritisieren, und an den Wahlergebnissen Derer, Die Sie befürworten. Von daher bleibt Ihr Beitrag zumindest oberflächlich.

Laurenz
8. Juli 2019 00:16

@RMH ... es ist sichtbar heiß, und Herr Bachmann hat nicht vor im Bundestag zu reden. Vielmehr achtet Er wohl auf die Befindlichkeiten Seiner Anhänger. Und ob die einen Goldkettchen-Gerd im italienischen Anzug sehen wollen, bleibt fraglich.

Hartwig aus LG8
8. Juli 2019 07:59

Garten, Strand, Sport.
Andernfalls verbietet sich eine kurze Hose.
@RMH hat recht! Das ist keine Kleinigkeit und durch nichts zu rechtfertigen.

RMH
8. Juli 2019 10:38

Im Nachhinein ist es ein bisschen schade, dass mein Beitrag der erste zu dem Artikel war, da er ja nicht direkt zum Thema gehört. Aber ich fühle mich schon seit Jahren von diesen nackten Hühnerbeinen erwachsener Männer ästhetisch belästigt. Deutschland war die Keimzelle von offen gezeigten, nackten, krummen z.T. Diabetes-geschädigten Männerbeinen, mit Füßen in Sandalen (der Fluch der "Trekking-Sandale"!), bei denen man dann allzu oft die vergilbten und verpilzten Zehennägel sieht. Darüber wölbt sich dann die Bier-Plautze und wenn sich diese Herren der Schöpfung dann einmal nach oben strecken, sieht man den Fettwanst unter dem Hemd (neudeutsch "shirt") hervor platzen. Alles einfach nur widerlich - und modisch komplett nicht erforderlich, da es auch Sommermode gibt, mit der man die persönliche Schändung seines Leibes gut verbergen kann. Früher waren die Knaben froh, die kurzen Hosen mit der Mannwerdung endlich los zu werden und heute ...

Das Schlimme: Während Deutschland in früheren Jahren im Ausland im mildesten Falle dafür nur belächelt und verspottet wurde, haben die kurzen Hosen ohne anderen Anlass, als dass es Sommer oder "Urlaub" ist, nunmehr auch in klassischen Langhosen-Ländern wir Italien und Spanien Fuß gefasst. Das die Holländer und Skandinavier ebenso die deutschen Unsitten pflegen, sei nur am Rande erwähnt. Wenn Deutschland doch an anderer, besserer Stelle den gleichen Einfluss gehabt hätte ...

Bachmann soll sein Ding machen und ihm gehen derartige Erwägungen sicher am A. vorbei, aber wo, wenn nicht hier, sollte man an einen gewissen Stil appellieren. Stil hat übrigens erst einmal nichts mit Mode oder persönlichem Geschmack zu tun. Das Ehepaar Kubitschek-Kositza kleidet sich bspw. in einer Art, die nicht meinem persönlichen Geschmack entspricht, aber doch eindeutig Stil und Kultur hat.

Ein Bachmann hingegen hat keinen Stil, keine Kultur und braucht sich dann auch nicht zu wundern, wenn seine Inhalte - ob berechtigt oder nicht - schneller in ihm unliebsame Schubladen wandern, als es sonst der Fall wäre.

Man bekommt ein Mädchen aus der Gosse, aber die Gosse nicht aus dem Mädchen - selbiges gilt für das männliche Geschlecht und offenbar scheint das auch heute noch so zu sein.

@Laurenz,
Man kann Herrn Altkanzler Schröder ja viel vorwerfen, aber Goldkettchen eher nicht. Lieber einen Kanzler, der am Abend ein gepflegtes Gläschen Tignanello o.ä. zu schätzen weiß, als eine mit Weißweinglas in der Hand über den Balkon des Kanzleramtes laufende Dame, die am nächsten Tag dann Zitteranfälle hat ...

Apropos Weinglas: Hier ist für mich der Dauer-Aufreger, dass die Leute mittlerweile vermehrt Weingläser, wie das us-amerikanische Proletenpack es in den entsprechenden Film-Erzeugnissen dieses Landes vormacht, nicht mehr am Stiel anfassen, sondern den ganzen Kelch in die Handfläche legen.

Ich will aber nicht weiter abschweifen und bin selber bestimmt kein Mode-Papst und schon gar keine Stil-Ikone, aber kurze Hosen oder eine Krawatte zu einem Kurzarm-Hemd wird man bei mir nicht sehen ...

Thymotiker
8. Juli 2019 11:02

@RMH, @Hartwig aus LG8
Man hat Stil oder eine gutbürgerliche Art und möchte das dann auch zeigen. Es ist auch gut, in seinem Umfeld da ein Vorbild zu sein oder integrativ zu wirken. Es sind aber nicht alle Deutschen Bürgerliche, es gibt auch Arbeiter, Alternative usw. - "Ich kenne nur noch Deutsche."

Bedenkt bitte auch, es ist eine Sache Leute, die bereits Rechte sind, von Kniggefragen zu überzeugen und eine andere, mit Nichtrechten in politischen Kontakt zu kommen. Ich sehe im Hintergrund von dem Video noch andere mit kurzer Hose. Ob Kleidungsstilfragen gerade wichtiger sind als Erfolg, Bürgerkontakt, -nähe bzw. Volkstümlichkeit? Es kommt, bei der Frage obs stilistisch passend oder zielführend ist, ob es den Kommunikationserfolg erhöht, aufs Publikum bzw. den Gesprächspartner an. Bachmann steht seit Jahren auf der Bühne und weiß, denke ich, was für ihn in welcher Situation funktioniert. Es kommt aber auch auf Authentizität an. Wenn man sich (in seiner Kleidung) wohlfühlt, strahlt man das auch aus, wirkt sympathischer, kann besser reden, verschmilzt möglicherweise mit der Menge. Aber nicht jeder fühlt sich in der gleichen Kleidung wohl und Deutschland besteht, wie schon erwähnt, auch nicht nur aus Universitätsprofessoren.

Ich finde, die Mosaikrechte kann kurze Hosen aushalten.

Atz
8. Juli 2019 11:19

In der Basis jeder Partei gibt es die Herren Sondermann und ko. Besonders viele davon bei Gewerkschaften und bei Demos.

Das ist auch nicht weiter schlimm.

Ich erinnere mich wie Deutschlandradio nach der Ermordung des ägyptischen Botschafters durch einen Mob, der angeblich über einen in Amerika produzierten D-Film mit Insider-Beleidigungen des Propheten furios war, in einem Beitrag eine Akademikerin interviewte, die Verständnis für die unartikulierten aufgebrachten Menschen weckte.

Geschichtsphilosophie auf dem Straßenniveau ist für den Bildungsbürger schwer verdaulich. Wer sich über die Straße echauffiert, dem mangelt es an politischem Dialog. Wir haben halt ein demokratisches System, in dem jedenfalls der Form halber das Volk herrscht, nicht eine Bildungselite.

Republikfluechtling
8. Juli 2019 11:36

Über Stilsicherheit lässt sich streiten, aber wie er die inquisitorisch auftretende „Investigativjournalistin“ hat abblitzen lassen: unbezahlbar, chapeau!

Sandstein
8. Juli 2019 11:49

Hier geht es ja nicht um mich, sondern Lutz Bachmann. Ich bin seit 2013 AfD Mitglied, lange vor der sog. Einwanderungskrise. Kenne Partei, Apperat und Personal ziermlich gut, auf allen Ebenen. Meine Einschätzung müssen Sie nicht teilen, aber nehmen Sie zur Kenntnis, dass 20% in Sachsen oder Brandenburg gemessen an den Einwohnerzahlen eben nicht die gewünschten großen Erfolge sind. Wir hatten auch in BaWü sehr gute Ergebnisse, bis dann Gedeons und Baums aus ihren Aluhutecken kamen.

Mag jeder beurteilen wie er möchte, der Flügelweg ist eine Sackgasse.

Unbd quarz, zu Ihnen fällt mir nichts ein. Gerne diskutiere ich mal mit Ihnen, und dann sehen wir, wer hier wen verachten darf..ist ja die Krönung, Sie haben wahrscheinlich nichtmal verstanden, wofür ich kämpfe.

Sandstein
8. Juli 2019 11:51

@ Laurenz

..und sie Zweistein zeigen mir bitte die Wahlergebnisse der IB und der Pegida.

qvc1753
8. Juli 2019 12:04

Auf einer Pegida Demo erwarte ich alles, aber eine ausgewogen formulierte Meinungsäusserung eher nicht. Wer sich diverse Kommentarspalten bei YT etc. durchlas, den wundert nicht, das sich Mitgefühl oder Betroffenheit der Befragten in engen Grenzen hielten. Ich bin erstaunt, das man sich nicht entschiedener verbeten hat mit der Tat und dem Täter in einen Topf geworfen zu werden. Auf diese Weise wie dort setzt man sich doch am ehesten dem Vorwurf aus solche Taten nicht entschieden zu verurteilen.

H. M. Richter
8. Juli 2019 13:02

@Hartwig aus LG8
"Garten, Strand, Sport.
Andernfalls verbietet sich eine kurze Hose."
____________________________________________

Sie haben die Truppe vergessen, - beispielsweise das Afrikakorps.

Abgesehen davon: Alle Hochkulturen von Ägyptern über die Maya bis zum Zweistromland zeigten - in der Regel mit rockähnlichen Mitteln - Knie, Griechen und Römer ebenfalls. Auch kommen Trachten meist ohne lange Hosenbeine aus.

In summa: Wer für sein Land kämpft, darf dabei auch Knie zeigen.

GuntherManz
8. Juli 2019 15:16

LB musste eine Weile nachdenken, wie er reagieren sollte. Er hat dann anders reagiert, wie die Dame das gerne wollte. Ob das eine besondere Hirnleistung war lasse ich einmal offen. Die Dame war aber auch ziemlich patzig, besonders zum Schluß, so als hätte Sie jetzt das"grundgesetzliche" Recht auf eine ihr genehme Antwort, da lag auf einmal eine gehörige Portion Anmaßung in der Fragestellung.
Diese Anmaßung aus solchen Leuten herauszulocken wäre das Ziel. Denn solche Arroganz stößt ab.

Die Interviewerin bewies dabei nicht so viel Abstand zum Ausbeutungs-Gegenstand , daß Sie der Bitte von LB zum "können Sie mal halten" nur ein mauliges "Nö" entgegensetzen konnte. Schön...mehr davon. Dann können die Leute auch herumlaufen wie sie wollen.

Lotta Vorbeck
8. Juli 2019 18:44

@Sandstein - 7. Juli 2019 - 08:39 PM

"Stark verdichtete Anhaltspunkte" für einen "Prüffall", sozusagen ...

Rautenklause
8. Juli 2019 19:56

@RMH @Hartwig aus LG8

na ja, mit eher kräftig gebauten Herren mit Herrenbauchtasche ist in der Regel nicht immer gut Kirschen essen. Hatte diesen Typus eigentlich ganz gerne um mich, wenn es turbulent wurde ...

Lotta Vorbeck
8. Juli 2019 20:40

@qvc1753 - 8. Juli 2019 - 12:04 PM

Wäre es vorstellbar, daß der Dresdner PEGIDA die Funktion eines Überdruckventils im Deckel auf dem sächsischen Schnellkochtopf zugedacht ist?

Lotta Vorbeck
8. Juli 2019 21:03

@RMH - 8. Juli 2019 - 10:38 AM

"Im Nachhinein ist es ein bisschen schade, dass mein Beitrag der erste zu dem Artikel war, da er ja nicht direkt zum Thema gehört. Aber ich fühle mich schon seit Jahren von diesen nackten Hühnerbeinen erwachsener Männer ästhetisch belästigt. Deutschland war die Keimzelle von offen gezeigten, nackten, krummen z.T. Diabetes-geschädigten Männerbeinen, mit Füßen in Sandalen (der Fluch der "Trekking-Sandale"!), bei denen man dann allzu oft die vergilbten und verpilzten Zehennägel sieht. Darüber wölbt sich dann die Bier-Plautze und wenn sich diese Herren der Schöpfung dann einmal nach oben strecken, sieht man den Fettwanst unter dem Hemd (neudeutsch "shirt") hervor platzen. Alles einfach nur widerlich - und modisch komplett nicht erforderlich, da es auch Sommermode gibt, mit der man die persönliche Schändung seines Leibes gut verbergen kann. Früher waren die Knaben froh, die kurzen Hosen mit der Mannwerdung endlich los zu werden und heute ...

Das Schlimme: Während Deutschland in früheren Jahren im Ausland im mildesten Falle dafür nur belächelt und verspottet wurde, haben die kurzen Hosen ohne anderen Anlass, als dass es Sommer oder "Urlaub" ist, nunmehr auch in klassischen Langhosen-Ländern wir Italien und Spanien Fuß gefasst. Das die Holländer und Skandinavier ebenso die deutschen Unsitten pflegen, sei nur am Rande erwähnt. Wenn Deutschland doch an anderer, besserer Stelle den gleichen Einfluss gehabt hätte ..."

*******************************************

Rhetorisch gefragt: Worin besteht das die von Ihnen aufgezählten Länder Verbindende?

In der von Ihnen erwähnten Szene mit dem Weißweinglas, machte das Weinglas noch eine vergleichsweise gute Figur: https://image.stern.de/8156766/16x9-867-488/93b79f711afd92634472b9a5e7335211/in/angela-merkel1.jpg

Ebenso wie es kaum noch jemand versteht, ein Weinglas an seinem Stil anzufassen, so scheint es seit Jahren schon ebenso nahezu komplett in Vergessenheit geraten zu sein, wie man einst einen Schal zu binden pflegte.

An dieser Stelle nachgereicht: zwei Photos zum Thema "kurzbehoste Angelsachsen"

+ Photo №.1: http://sapeur-osb.de/wp-content/uploads/2017/06/1.png

+ Photo №.2: https://www.bigtex.de/images/gallery/Blog/Geschichte%20der%20Bermuda-Shorts/bermudas-geschichte-eines-kleidungsst%C3%BCcks.jpg

Gustav Grambauer
8. Juli 2019 21:22

Die Deutsche Seerederei Rostock hatte für Äquatorfahrten eine Ausgangs- und sogar eine Cocktailuniform für die Arbeiter-und-Bauern-Kapitäne mit - sehr - kurzen cremefarbenen Hosen zu dunkelblauem bzw. cremefrbenem (langärmeligem) üppig-goldbeträßtem und lamettabehängtem Jackett, weißem Hemd, dunkelblauer Krawatte, ggf. weißen Glacéhandschuhen und schwarzen Halbschuhen und Strümpfen befohlen. Auch Horst Drinda in "Zur See" mußte die anziehen. Ein Grund, von dieser Karriere Abstand zu nehmen! Finde leider keines der "ehrabschneidenden" Bilder im Netz. Wunderlicher reisender Herr Wangenheim, übernehmen Sie!"

- G. G.

Frieda Helbig
8. Juli 2019 22:09

Lieber 150 Rechte in kurzen Hosen als 150 Linke in gepflegten langen Beinkleid. Will sagen: das Mode- und Stilproblem ist gerade mein geringstes...

Laurenz
8. Juli 2019 22:11

@RMH & alle.... da der aktuelle Sonntagsheld, Herr Bachmann, klug mit einer belanglosen Gegenfrage antwortete, bleibt auch wenig inhaltlicher Disput, der hier zu debattieren wäre.

Der Begriff "Goldkettchen-Gerd" wurde von Volker Pispers geprägt. Volker Pispers recherchiert in der Regel gut, auch wenn Er trotz dessen ab und an ganz opportun lügt. Aber das machen ja alle Menschen, eine Überlebensstrategie. Allerdings trinkt uns-Schröder lieber Bier als Wein.

Ich konnte mich bei Ihrem längeren Beitrag, RMH, eines Lächelns nicht erwehren. Es zeigt, wer Sie persönlich sind. Sie bevorzugen sicher auch lieber die alt-griechische Kunstgeschichte als die römische -. Gegen Ihre Lagerfeld'sche Neigung zur reinen Sichtbarmachung der schönen Jugend ist nichts einzuwenden. Aber mehr Toleranz gegenüber den (römischen) "Realisten" wäre, zumindest öffentlich, nicht unangebracht. Im Gegensatz zu den kurzen Hosen, waren viele Bürger der DDR, Künstler des Nationalsozialismus und die Natur-Fetischisten der Weimarer - und Kaiserzeit sogar der Nacktheit verhaftet. Man okkupierte sogar, nackt, ganze Südsee-Inseln. Das ist nicht meines. Aber warum sollte man diese nackten schönen, wie häßlichen Menschen in ihrem Tun bewerten, wenn es doch ihr Glück ist? Wollen Sie die Ketzer Ihrer Ästhetik ausgrenzen? Ihr Urteil hat noch nicht mal etwas mit einer gemeinen kulturellen Prägung zu tun, sondern rein mit einer familiären, persönlichen.
Da Sie das Beispiel der Kleidung Frau Kositzas und Herrn Kubitscheks angesprochen haben, so wage ich zu behaupten, daß sie jeweils dem Anlaß angemessen ausgewählt wird. Es steht nicht zu vermuten, daß jemand die Kleidung auf den publizierten Videos für die Gartenarbeit als angemessen ansehen würde. Die veröffentlichte Kleidung Beider entspricht, zurückhaltend, dem Zeitgeist und dem Alter angemessen.

Übrigens werden von der AfD aktuell Medien-Seminare organisiert, um die Mitglieder gegen die Einheitsfront-Heuschrecken mit Kamera zu wappnen.

Hartwig aus LG8
8. Juli 2019 22:19

Lutz Bachmann hat viel für die patriotische Sache geleistet. Es steht mir nicht zu, ihn zu maßregeln. Jedoch ist es ein Freundschaftsdienst, Ihn und alle Kameraden darauf hinzuweisen, dass ein Minimum an Ehrfurcht gebietender Gewandung unerlässlich ist.

KlausD.
9. Juli 2019 10:06

Die Forderung nach "Schlips und Kragen" - bei Pegida im Hochsommer - erinnert mich an folgende Situation:
ab 1:20
https://www.youtube.com/watch?v=En7KVdLmK4A

vik1
9. Juli 2019 11:31

Wer sich hier über Männer in kurzen Hosen echauffiert, hätte eher Anlaß, sich über die leichtest bekleideten Damen in unseren Innenstädten zu mokieren, die in kurzen Röckchen,
passend zu dicken Beinen, dazu noch tief dekolletiert und ohne BH umherstapfen.
Der Protagonist dieses Ausatzes hat keinen fetten Wanst, die Hose geschlossen und gerade, feste Beine, was man von der durchschnittlichen, auch älteren Weiblichkeit im öffentlichen Raum nicht behaupten kann.

Lotta Vorbeck
9. Juli 2019 12:53

Ein Bild, gefunden bei Raskolnikow:

https://apis.mail.yahoo.com/ws/v3/mailboxes/@.id==VjN-dJ8sjIjVuQYnMDV1j7GRM5elNJLFobsKMprmeOP_2x08GTs8d897GvbdBdRQdcJE0XmApdQOtkJ-wQksRpr4gg/messages/@.id==AISJ2zBPdU_VXFWz2AY5wPsZ6ZU/content/parts/@.id==48/thumbnail?appId=YMailNodin&downloadWhenThumbnailFails=true&pid=48

Laurenz
9. Juli 2019 13:09

@Sandstein ....

wenn Sie älter sind, erinnern Sie Sich, oder wenn Sie jünger sind, können Sie es recherchieren. Alle heutigen Parteien der Einheitsfront besaßen früher "Flügel" .... ob sogenannte Kanalarbeiter, Arbeitnehmerflügel, Fundis, die Rechten in der FDP der 50er Jahre, etcetc.
Warum wurden die nie direkt gefeuert? Man sah deswegen davon ab, weil man, relativ betrachtet, doch eine gewisse politische Schlagkraft erzeugen wollte, um größere Teile der Bevölkerung hinter sich versammeln zu können, zwecks Anteilnahme an der Regierungsmacht. Das bedeutet, auch in Parteien, immer eine gewisse Kompromiß-Findung.
Sektierer, wie Sie, sind trojanische Pferde, die sich mit der FDP um 2% der Wähler kloppen wollen. Das ist, mit Verlaub, ein lächerliches Unterfangen. Der Erfolg der AfD in Baden-Württemberg ist natürlich eine Leistung, auch wenn sich die dortige Landtags-Fraktion, genau wie Sie, spalterisch von allen Seiten, nicht immer mit Ruhm bekleckerte, der übliche Mangel an professioneller Disziplin. Es hat aber vor allem mit der grün-schwarzen Koalition zu tun, die nicht von allen konservativen Wählern (zurecht) getragen wird.
Wenn man zur Macht gelangen will, und ohne diesen Willen ist eine Partei keinen Pfifferling wert, ist es vonnöten, die Bedürfnisse der Wähler auch vor Ort zu beachten, ist mediale Überzeugungsarbeit zu leisten.
Ihre Methode, Politiker, die in Ungnade der Einheitsfront und ihrer Medien gefallen sind, auszusortieren, macht eine Wahl der AfD für den Wähler sinnlos, denn die Einheitsfront existiert bereits. Da wählt man doch lieber das Original.

Hartwig aus LG8
9. Juli 2019 13:10

Herr Grammbauer, Sie haben Glück - oder wie immer man es nennen mag. Der MDR wiederholt gerade jetzt die neun Folgen von "Zur See". Immer Montags "zur besten Sendezeit" ...
https://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/sendung845620_date-20190708_inheritancecontext-header_ipgctx-false_numberofelements-1_zc-c2e8f761_zs-1638fa4e.html

Lotta Vorbeck
9. Juli 2019 13:57

Hier nochmal - mit funktionstüchtigem Link - das Bild von Raskolnikow [email protected]

gepostet am 7. Nov. 2018:

https://pbs.twimg.com/media/DrY3KbfXQAAasC5.jpg

Atz
9. Juli 2019 14:13

Das Anprangern von Unartikuliertheit ist eine besonders böse Masche der Medienindustrie. Es ist auch sehr einfach.

Edmund Stoiber verhaspelte sich beim Transrapid. Einem Heinrich Lübke warf man seine Gedächtnislücken bei der Stegreifrede von Helmstedt vor - ein Mann, der die Stegreifrede nicht beherschte. Erich Mielke versemmelte seine freie Ansprache vor der Volkskammer - weil er das noch nie gemacht hatte. Und doch, es sagt das alles nichts über die politischen Programme dieser Politiker aus. Wir verstehen, was Stoiber sagen will. Wir verstehen in welcher Stadt wir sind. Wir verstehen, dass der Witz Mielkes ("stehen im engen Kontakt mit allen werktätigen Menschen") bierernst gemeint war und der Unterschied zwischen Genossen und Nicht-Genossen für ihn unerheblich, er "liebe doch alle".

Die drei Leute standen in der Öffentlichkeit, in höchsten Staatsämtern. Von ihnen muss man erwarten zu jedem Thema etwas sagen zu können. Wer das 3000 mal im Jahr macht, der kann sich artikulieren und ist professionell abgeschliffen.

Darf man das auch vom politisch interessierten Bürger erwarten?

Geh zu einer beliebigen Demo und lasst die Teilnehmer in ein Mikrofon reden. Danach veröffentlicht man das Best Of. Was für eine billige Masche.

Vielleicht mit mit Ködern wie diesen:
- Brauchen wir Umerziehungscamps für diese Pegida-Hetzer?
- Was kann man dagegen tun, dass Sachsen die Falschen wählt, Afd und so?
- Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Wie sollte der Staat Rassisten bestrafen?
- Was findest Du wär angemessene Notwehr gegen rechts?
- Wer ist der gefährlichste Rechte in Deutschland?
- Was würdest Du tun, wenn die AfD die absolute Mehrheit erhält?
- Sogar Herr Tauber von der CDU will den rechten Hetzern ihre Grundrechte entziehen. Wie setzt ihr da als linke Antifaschisten einen drauf?

H. M. Richter
9. Juli 2019 14:22

Wir leben inzwischen bekanntlich in hysterischen Zeiten, in der ganze Heere auf der Suche sind, etwas "aufzudecken" ...

Vor wenigen Tagen erst wurde aus einer harmlosen Geste, die in einer Fernsehsendung gezeigt wurde, ein hochgefährliches "Nazi-Zeichen" gemacht.
https://www.journalistenwatch.com/2019/07/04/peinliche-bild-kaffeesatzleserei/

Da die hier statfindende Diskussion über das rechte Beinkleid bzw. über die Schicklichkeit von kurzen Hosen nicht nur höchst ungewöhnlich ist, sondern gar etwas absonderlich zu werden droht, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß einschlägige 'Aufdecker' dahinter einen Code wittern könnten, der höchst konspirativ, wenn auch der Breitenwirkung wegen in aller Öffentlichkeit, dazu genutzt wird, sich über die Verwendung hochgefährlicher Dinge wie der Bevorzugung von Langfeuerwaffen ("lange Hose") gegenüber kurzen Handfeuerwaffen ("kurze Hose") auszutauschen, da es doch gänzlich ausgeschlossen ist, daß sich die ach so gefährliche 'Rechte' tatsächlich über die Schicklichkeit von in der Öffentlichkeit gezeigten Beinkleidern in die Haare geraten könnte.

Bliebe nur noch 'aufzudecken', was sich hinter "Schere" verbirgt. Und sprach Herr B*** nicht auch von einem "Messer"?!

Sandstein
9. Juli 2019 14:27

@ Laurenz

"Sektierer, wie Sie, sind trojanische Pferde, die sich mit der FDP um 2% der Wähler kloppen wollen."

Das geht langsam in Richtung Verleumdung, was wissen Sie denn schon...Sie haben sich für mich damit komplett disqualifiziert. Und wenn Sie glauben, dass ich mich um 2% kloppen möchte, während ich Ihnen versuche zu erklären, dass wir entweder im gesamten Bundesgebiet erfolgreich sind, oder eben bei 20% Ostdeutschen, dann haben Sie wirklich nichts begriffen.

Gruß und Tschau!

Sandstein
9. Juli 2019 14:41

Nachtrag @ Laurenz

Ich bin sicher deutlich jünger als Sie. Dennoch brauche ich keine Belehrung, ich kenne die eine oder andere Parteigeschichte. Deshalb weiß ich auch, dass für die allermeisten Parteien gilt und galt: sie werden/wurden erfolgreich, sobald die Flügel verstummten.

Eine Partei hat ganz andere Möglichkeiten, sich abzugrenzen. Wie wäre mal eine Partei, mit EINEM Programm, und keinen Dutzend Interessensgruppen. Ich nenne mal einige: Christen in der AfD, Lesben und Schwule in der AfD, AfD Mitte, Flügel, Junge Alternative.
Und IB und Pegida setzen dem ganzen die Krone auf, weil die Partei auf beide NULL Einfluss hat, deren Handlungen aber direkt impact auf die Darstellung der Partei.

Wer braucht das?
Was bringt das?

Ich habe auf beide Fragen nur Antworten, die Sie sicher nicht hören wollen.

Thomas Martini
9. Juli 2019 14:53

Dunkler Anzug und Krawatte: Das ist der typische Dress-Code der Demokraten.

Man bedenke, was die auf seriös getrimmten Schlipsträger auf der Welt alles anrichten. Wertet es einen George Soros auf, wenn er bei öffentlichen Auftritten stets die Etikette einhält?

In kurzen Hosen oder mit Turnschuhen, sieht man demokratische Berufslügner und Schwerverbrecher dagegen eher nicht.

Lutz Bachmann grenzt sich mit seinem "Outfit" klar ab von den Etablierten, oder Eliten, wie immer man sie nennen will. Grob gesagt: Von den Bonzen. Dicker Pluspunkt also!

Wenn ich demokratische Bonzen in Anzug und Krawatte sehe, assoziiere ich diesen Anblick mit Braun, wie bei einem Demokrat, wenn er an Nazis denkt.

Herzlich lachen muß ich, wenn Leute, welche sich schon oft mit der Veramerikanisierung Europas einverstanden zeigten, sich an anderer Stelle am schlechten Modegeschmack ihrer Mitmenschen stören. Kann man sich lebhaft vorstellen, wenn solche Typen selbst im Hochsommer in ihren langen "Jeans" rumlaufen, um dann mit dem Finger auf die Träger von "Shorts" zu zeigen.

deutscheridentitaerer
9. Juli 2019 15:00

Dass lange Hosen als Zeichen besonderen Stilbewusstseins gelten, rührt aus dem Wissen des Bürgertum um den wenig ästhetischen Anblick seiner atrophierten Waden her.

Wer sich mit dieser Auffassung identifiziert, bitte.

nom de guerre
9. Juli 2019 15:24

Lese die Diskussion über die Bekleidung des Herrn Bachmann mit einer gewissen Verwunderung und wage zu behaupten, wäre er "anständig angezogen" gewesen - die Szene wäre nicht halb so schön geworden. Gleiches gilt meiner Meinung nach im Übrigen, wenn der so Bedrängte reinstes Hochdeutsch gesprochen hätte.
Umgekehrt bedeutet das natürlich nicht, dass es hochdeutsch sprechend und einen leichten Sommeranzug tragend unmöglich gewesen wäre, die Dame vom GEZ-Medium ähnlich effektiv abzubügeln. Aber er hätte sich dann etwas anderes einfallen lassen müssen.

Fazit: Ich mag Bachmann nicht besonders und @RMH hat nicht ganz Unrecht, aber der gesamte Auftritt (mitsamt Flip Flops, ohne die geht es nicht) bringt mich auch noch Tage später zum Grinsen.

RMH
9. Juli 2019 17:06

Habe ich hier irgendwo geschrieben, dass man mit Anzug und Krawatte durch die Gegend laufen "muss" (!) ????

Ein Outfit sollte aber anlassbezogen halbwegs stimmig und nützlich sein, wenn man als Mann erwachsen sein bzw. als erwachsen wahrgenommen werden will und einem nicht mehr die Mutti/Ehefrau morgens die Klamotten hinlegen soll/muss. Kurze Hosen haben ihren Platz. Bei erwachsenen Männern eben außerhalb von Uniformen und Trachten nur noch sehr eingeschränkt. Und wer ein "Standing" entwickeln will, der steht auf gescheiten Schuhen und nicht auf Flip-Flops. Kleider machen in der Tat ein Stück weit Leute bzw. können sie auch in Situationen, wie bei einem Presseüberfall, helfen (dazu komme ich gleich noch einmal).

Und ja, für einen Sohn aus der Unterschicht hat G. Schröder deutlich mehr Stil entwickelt als die Pastorentochter A. Merkel, der H.K. unterstellt haben soll, dass sie nicht einmal richtig mit Messer und Gabel habe essen können.

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/helmut-kohl-merkel-konnte-ja-nicht-mit-messer-und-gabel-essen/10797310.html?

Ich habe das im Beitrag verlinkte Video gesehen und mir ist als erstes ein erwachsener Mann mit offensichtlichen Gewichtsproblemen in kurzen Hosen aufgefallen, der hektisch auf Flip-Flops herumeiert (gescheites Schuhwerk ist eben doch die halbe Miete), dabei an irgendwas herumnestelt und in einer Bauchtasche herumkramt und der etwas von einer Schere nuschelt, statt souverän zu antworten bzw. die Situation nicht durch eine einfallslose Ablenkung aufzulösen. Sehr überzeugend.

Dazu habe ich eine Anmerkung gemacht - erster Eindruck eben. Sonntagshelden gibt es meiner Meinung nach ganz andere, bspw. die Leute, die (naiverweise) ihre ungefilterte Meinung sagten und dafür jetzt Besuch von der Polizei bekommen, wobei das auch nichts heldenhaftes war oder ist, aber doch zumindest unser Mitgefühl und unsere Solidarität auslösen sollten, denn der Staat bzw. seine Repräsentanten verlieren offenbar jegliches Gefühl für Verhältnismäßigkeiten.

Im Übrigen kleide sich doch jeder nach seiner eigenen Façon - bedenke dabei aber, dass Kleidung immer auch Teil einer Kommunikation ist, wenn auch einer non verbalen. Und bei jeder Kommunikation gilt, wie man in den Wald schreit, so schallt es zurück. Einen Typen in langen Hosen, der nicht auf Flip-Flops hektisch herumeiert, hätten die Journalisten gleich gar nicht so dumm von der Seite her angelabert.

@T. Martini,
läuft ihr eigener Blog gerade mal wieder schlecht, dass Sie sich verstärkt erneut hier tummeln müssen?

qvc1753
9. Juli 2019 17:56

@Lotta Vorbeck:
Pegida als Ventil auf einem Druckkessel? Eine interessante Deutung. Ist der Druck befeuert? Wenn ja, dann von was und wem? Und ist der Druckablass mehr von Interesse als das der Kessel platzt?
Und kann ein lokales Druckungleichgewicht Symptom für die Gesamtlage sein?
Hin oder her: jemandem eine Kugel durch den Kopf zu schiessen ist gemeinhin eine verabscheungswerte Form der politischen Auseinandersetzung.
Das sollte auch unter Druck weder gutgeheissen, noch verharmlost werden. Umgekehrt möchte man es ja auch nicht.

Franz Bettinger
9. Juli 2019 21:48

@RMH: Nur ein Snob hält es für stilvoll oder gar für Haltung, sich nicht am Kopf zu kratzen, wenn's ihn juckt. Auch das Weiß beim Tennis gehörte früher dazu, heute nicht mehr. Die Welt und besonders die der Engländer ist voll solcher Mode- und Haltungs-Vorschriften. Haltung ist mE aber etwas ganz anderes. Und Bachmann hat sie an diesem Tag gezeigt.

Niedersachse
9. Juli 2019 22:27

@Sandstein @alle die sich angesprochen fühlen

Die Vorstellung, eine "rundgeschliffene AfD" würde von den Bürgern mehr gewählt und vom Etablishment weniger attackiert werden, ist ein nicht ausrottbarer und fataler Irrtum. Zunächst möchte ich festhalten, dass innerhalb der AfD - zumindest aus meiner Warte - kein einiger Extremist ist, auch Björn Höcke nicht. Er tritt mit viel Leidenschaft und Pathos auf, richtig. Wer aber den Inhalt seiner vielen guten Reden bisher verfolgt hat, der wird unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass das, was er formuliert, eigentlich Selbstverständlichkeiten sind. Selbstverständlichkeiten, die in diesem verdrehten und närrischen Staat als "Extremismus" gelten. Für mich sind daher alle AfDler, die den "Flügel" abspalten wollen, Feindzeugen, die das Geschäft des politischen Gegners besorgen und nicht im Dienst unserer Sache unterwegs sind.

Eine wirkliche Sackgasse hingegen ist es, sich von allem und jeden zu distanzieren, verbunden mit der kläglichen Minimalhoffnung, ein paar Prozent mehr Wählerstimmen im Westen zu generieren. Glauben Sie denn, wenn sich die AfD auf den Kurs der "alternativen Mitte" festlegen würde, würde sie vom Altparteienkartell und dem ihn angeschlossenen Staatsmedien verschont bleiben? Für die Deutschlandabschaffer, die hier fast jedwede Machtposition innehaben, ist jede Form von Patriotismus ein Hassobjekt. Würde der "Flügel" komplett aus der AfD entfernt, dann würde es genauso weitergehen. Sie und Ihre Parteifreunde wären immer Getriebene, die sich von Lügnern, Hetzern, ehrlosen Lumpen und wahnhaften Deutschlandhassern ihre Agenda aufdiktieren lassen würden. Wollen Sie das wirklich?

Eine wichtige Sache noch zum Schluß, vielleicht sogar die wichtigste: Ihnen sollte nicht entgangen sein, dass das Wahlverhalten speziell im Westen, nett gesagt ein wenig "sonderbar" ist. Die Tatsache, dass rund 90 Prozent der Einwohner zwischen Garmisch Partenkirchen und Flensburg die Altparteien wählen, lässt doch eigentlich auf zutiefst unmündiges, d...mliches und manipulierbares Volk schließen, nicht? Ein Volk, das eine Regierung wählt, die an seiner ethnischen Abschaffung arbeitet, gesetzlich benachteiligt und finanziell auspresst, wird auch eine "entflügelte AfD" nicht oder nur zu geringem Teil mehr wählen. Und zwar deshalb, weil ihm grundlegende Eigenschaften fehlen: Die Wertschätzung des Eigenen, selbstständiges Denken und politische Weitsicht.

zeitschnur
10. Juli 2019 08:51

Sehe schon - die "rechte Szene" - jedenfalls in diesen Kommentaren - wächst zu einer echten Lebensreformbewegung aus. Kleidung als Chiffre, Kleidung als Botschaft, Kleidung als "Wer ich bin". Kleidung nicht auch als Verneigung vor dem anderen?

Es sind in gewissem Sinne tatsächlich Zeichen für unsere Zeit und offenbar kann man in den gesetzten politischen Schützengräben wohl nirgends aus seiner Haut:
Während ein Rezo samt seinen arroganten und ignoranten jugendlichen Models für viel Geld, aber in zerfetzten Jeans, verschlampten, ekelhaft verpfuschten und fettverschmierten Frisuren und über und über tätowiert wie Galeerensträflinge oder Häftlinge den Zuschauer ebenso brüskieren wie herabverführen auf ihr Niveau, demonstrieren "Rechte" in schlechten Klamotten für gute Zwecke.
Die Scherenszene ist zwar witzig, aber sie passt zu den Klamotten. Für einen Rezo gibt es nur "eine legitime Meinung" und dazu passende Müllklamotten, die ja sooo geil sind, die Interviewerin tremoliert sichtlich artifiziell und lächerlich, stellt also so etwas wie ein stimmliches Trashdesign dar, und der Herr Bachmann verweigert seinerseits schlecht gekleidet den Diskurs, der allerdings sowieso nicht intendiert war.

Alle kotzen sich gegenseitig an, und es wäre wirklich ganz unangebracht, sich dabei auch noch schön anzuziehen...

Franz Bettinger
10. Juli 2019 09:56

Haltung hat mit innerer Souveränität zu tun - dem Gefühl, das Rechte zu wissen, zu empfinden und zu tun - nicht mit adretter Kleidung, trainierten Antworten und studiertem Auf-Fein-Machen. Letzteres nennt man Gehabe. Da ist mir Lutz Bachmanns authentische Art lieber.

@Sandstein: Besser ein Zweistein ([email protected]) als ein Halbstein sein, wenn's zum Einstein nicht reicht. Was die Mosaik-Rechten und die AfD betrifft sehe ich es wie der

@Niedersachse, dessen Kommentar ins Schwarze trifft: Eine Partei wie die AfD wird dem System Tiefer Staat nie schmecken. Die AfD wird in jedem Kostüm, jeder Form und jeder Besetzung als Feind betrachtet (werden). Die letzten Beispiele - Roth's 100:700= 50% und die Annullierung von über 40 Listenplätzen der Sachsen-AfD - haben gezeigt, was noch auf uns zukommt. Ich traue dem Merkel-Regime jede Sauerei zu. Egal, was man macht, sie finden ein Haar in der Suppe, weil sie wollen; und seien es 'Waffen' wie ein altes Luftgewehr, Pfeil und Bogen aus der Kindheit, einen 'rassistischen' Indianer-Kopfschmuck, zwei von Silvester übrig gebliebene 'Schweizer Kracher' oder ein Magazin Zahnstocher; vielleicht auch eine nicht Gender-gerechte Vorstellungs-Rede oder ein 'sexistisches' Berwerbungs-Formular. Die Clique findet stets einen Vorwand, um das Volk auszubooten, den Wähler zu betrügen und ihr (UN-) Un-Ding zu machen. Die Gauner, die den Feind in die Burg gelassen haben und momentan an der Regierung sind, sie könnten die AfD auch glatt verbieten. Vielleicht tun sie es bald. Zieht euch warm an und lächelt innerlich. Die Eiszeit dauert nicht ewig.

Hartwig aus LG8
10. Juli 2019 10:03

Wer soll denn die Maßstäbe oder gar die Trends setzen, wenn nicht Rechte Frontmänner und -frauen? Wer?!

Sollte man nicht konstatieren, dass die 68er nicht nur durch die Institutionen marschiert sind, sondern auch den Inhalt der Kleider- und Schuhschränke bestimmen?
Man muss sich nur mal vergegenwärtigen, wo der Begriff "hemdsärmelig" herkommt. Er kommt aus einer Zeit, als es ein Lapsus war, ohne Sakko/Gehrock etc. , sondern nur mit Hemd bekleidet herumzulaufen - was heute im Zeitalter des TShirts allgemein schon als gut gekleidet durchgeht.
Der Dresscode der Demokraten (@T.Martini) ist nicht Anzug und Krawatte, sondern die Kluft, die z.B. Lehrer und Lehrerinnen (diese besonders) während ihres Berufsalltags zu Schau stellen. Dabei muss es ja wirklich nicht das Business-Outfit der Bankangestellten sein.

Der Spruch "man solle tragen, worin man sich wohlfühlt" wird leider nur noch hinsichtlich Tragekomfort und Bequemlichkeit ausgelegt. Hinzu kommt dann noch das "praktische". Nein!
Insofern gebe ich @T.Martini recht: Auch die Blue Jeans gehört allenfalls zur Feldarbeit, nicht in die Fußgängerzone - genauso wenig wie rosa Pullover, gelbe Hosen, weisse Schuhe, Basecap, ...

Laurenz
10. Juli 2019 13:27

@Niedersachse .... sonderbar ist trefflich ausgedrückt. Die Zahl zugelassener SUVs übersteigt mittlerweile die der normalen PKWs, aber grün wählen rechtfertigt dies wohl. Die FfF-Jugend ist diejenige Jugend, mit dem prekärsten ökologischen Fußabdruck aller deutscher Zeiten. Die Grünen im Bundestag nutzen pro Kopf, die Fahrbereitschaft am häufigsten, und haben die meisten Flugmeilen auf dem Konto. Einsparen sollen immer die anderen. Mit 2 Lehrergehältern kann man gut und gerne 80 Euro Luftsteuer pro Flug zahlen, und braucht sich auch wenig Gedanken um das Schicksal von Arbeitern des Opelwerks oder des Frankfurter Flughafens zu machen. Das trifft natürlich genauso für den regierenden OB Frankfurts zu. Es ist die Abgehobenheit der neo-feudalen & politischen Klassen von der realen Lebenswelt der Bevölkerung, die natürlich unsere mediale Berichterstattung so sonderbar macht. Aber glücklicherweise trifft die Linke den Nerv der Zeit und fordert zum Wohle deutscher Interessen das Nachgeben gegenüber griechischen Kriegsreparationsforderungen. Die Linke weiß sonderbarerweise, wie man Wählerstimmen gewinnt.

Der_Juergen
10. Juli 2019 14:39

@Niedersachse

Uneingeschränkte Zustimmung zu Ihrer Wortmeldung. Viel besser kann man es kaum sagen. Wenn die Liberalen in der AFD mit der Formel "FDP plus Islamkritik" zufrieden sind, wird es allerdings zur Spaltung kommen, aber daran wird nicht der Flügel schuld sein.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.