Sezession
10. Juli 2019

Flügeltreffen, Erklärungen, Gespräche

Götz Kubitschek / 78 Kommentare

Das Signal, das der "Flügel" der AfD mit seinem Kyffhäusertreffen in Leinefelde-Worbis aussandte, war selbstbewußt und hat Folgen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die Selbstvergewisserung des "Flügels" gelang in drei Schritten: Das Kartenkontingent (800 Plätze) war eine knappe Woche nach Öffnung der Listen ausgeschöpft; die Inszenierung war perfekt und hat qualitative Maßstäbe gesetzt; die Gesamtpartei beschäftigt sich seit Tagen mit der Interpretation der Bildsprache und der Redebeiträge des Treffens und bestätigt dem "Flügel" dadurch seine Bedeutung.

Das Flügeltreffen war nach den Vorbildern aus Italien, Österreich und den USA inszeniert: geschlossene Halle, Fähnchen zum Winken an jedem Platz, riesige Leinwand, Bühne mit Laufsteg aufs Publikum zu, Abdunklungsmöglichkeit, intelligentes Lichtspiel,  stehende und mobile Kameras, straffes, durchmoderiertes Programm, Dramaturgie aus Vorrednern, Musik und Imagefilmen auf den Hauptredner zu, der zugleich die zentrale Figur des Flügels ist: Höcke.

Es war wie auf einem Konzert: Moderation, Vorband, Wartenlassen, Erregungssteigerung, Hauptband, große Zufriedenheit. Das haben die Organisatoren des Flügeltreffens studiert und begriffen, und sie haben es gekonnt umgesetzt. Das hat die Leute mitgerissen, und dagegen kann man nichts einwenden. Man sollte den in Szene gesetzten Höcke mit den Inszenierungen vergleichen, die den Grünen-Chefs Baerbock und Habeck auf den Leib geschneidert werden und sie von der Bühne herunter mit ihrem Wahlvolk spielen lassen wie Popstars mit ihren sehnsüchtigen Fans.

In der Politik gilt nämlich dasselbe, was für jeden Bereich gilt, in dem nonverbal überzeugt wird: Wer handelt und potent wirkt, hat recht, reißt mit und darf sich fast alles erlauben. Fast alles. Für die Grünen, diesen von den Medien hochgeschriebenen, gehätschelten Gegenentwurf zur AfD gilt das ohne Zweifel.

Aber es gilt nicht immer. Für die AfD und innerhalb der AfD gilt das Prinzip der Diskursherrschaft qua Machtdemonstration und Überwältigung nicht, und zwar aus drei Gründen:

1. Die Grünen sind eine durchgekaderte Partei, ausgestattet mit hypermoralisch aufgeladenen Mobilisierungsthemen, mit verlogenen Utopien samt Heiligenpersonal (Greta, Rackete) und mit "den Rechten" als einem politischen Feind, den es - unterstützt von den Meinungsmachern und den zivilgesellschaftlichen Gruppen - zu markieren, zu kriminalisieren und mundtot zu machen gilt. Aber niemand zieht von Habeck und Baerbock eine Parallele zu totalitären Führungsfiguren der linken Unheilsgeschichte, und zwar aus dem einfachen Grund, weil man ihnen nicht über mitspielen will. Von Höcke zu den Demagogen der dunklen Jahre ist es für die unfairen Berichterstatter (und im Nachgang: für die seit Jahrzehnten durchkonditionierten Leser und Zuschauer) hingegen nur ein denunziatorischer Assoziationsschritt. Darüber kann man sich die Haare raufen: Es ändert an der Lage nichts, und in ihr muß man leben und agieren.

2. Diesen denunziatorischen Assoziationsschritt sind auch die Höcke-Gegner in der eigenen Partei zu gehen bereit, denn der NS-Vergleich ist die billigste und zugleich zahlungskräftigste Münze unserer Zeit. Es mag denjenigen Parteifreunden, die sie in den Erregungsautomat werfen, bewußt sein, daß sie die Münze des Gegners verwenden, aber sie liegt nun einmal bereit, liegt nahe, ist rasch bei der Hand. Und parteiinterne Gegner werden umso ungeduldiger, je länger der zuvor geradezu spielend eingefahrene Erfolg zu bröckeln beginnt oder sogar in erste Mißerfolge umschlägt. In solchen Lagen wird der Zusammenhalt lockerer, werden Schuldige gesucht und markiert, und Risse, die gekittet waren, werden zur großen Sache erklärt. Auch darüber kann man sich die Haare raufen: Keinesfalls aber darf man selbst die Risse vergrößern oder dem anderen Lager in der Partei einen Anlaß dafür bieten.

3. Zuletzt das Bitterste: Jeder von uns, ob in der Partei oder davor, hat eine Szene-Geschichte, ein Image, hat eine Rolle zugewiesen bekommen, spielt sie gern oder lehnt sie ab, spiegelt sich in den Rollen seiner Mitstreiter, wird plastisch, hat den ihm zugemessenen Aktionsradius und - das ist das Entscheidende - "kommt aus der Nummer nicht mehr raus". Ich selbst (um ein Beispiel von außerhalb der Partei zu geben) bin niemals wieder in denselben Kreisen vermittelbar oder für dieselbe Ausweitung des Resonanzraums hilfreich, in denen sich ein Karlheinz Weißmann, ein Dieter Stein oder ein Michael Klonovsky bewegen oder an der sie mitwirken können, und dies, obwohl ich mit den ersten beiden zwei Jahrzehnte lang eng zusammenarbeitete und mich mit dem dritten gut verstehe. Meine Profilierung hat ihren Preis, die Attribute, die mit mir in Verbindung gebracht werden (ob ich es wollte oder nicht), verbieten es mir geradezu, Felder zu betreten, in denen ich Abwehrreaktionen auslöse. Höcke geht es nicht anders: jeder von uns muß wissen, daß er auch zu einem roten Tuch geworden ist.

Alles das sollte dem Flügel zukünftig nahelegen, sich selbst als integrative Struktur in Szene zu setzen, als Podium, als Diskussionsplattform, als kämpfendes Bündnis gegen den eigentlichen Gegner, mit Höcke als einem unter anderen, als Fragesteller und als gutem Zuhörer, denn gerade die Westler haben den Ostlern viel zu erzählen über ihren sehr schweren Stand in einer doch ganz anderen Gesellschaft.

Kurzum: Ein Flügel-Treffen sollte so sein, daß es keine parteiinterne Gegenreaktion auslöst, und selbst die gröbsten Unverschämtheiten der internen Gegner sollten Höcke nicht dazu verleiten, diesen Gegnern einen Anlaß für eine Reaktion zu bieten.

Zuletzt hatte ja der just am Samstag zurückgetretene NRW-Sprecher Seifen Höcke-Goebbels-Vergleiche gebracht - wohl wissend, daß er die Polarisierung damit auf die Spitze trieb und jenen Medien Futter gab, die nichts lieber tun, als einen Keil in die AfD zu treiben. Überhaupt äußert Höcke noch nicht einmal in persönlichen Gesprächen, daß es ohne diese oder jene Strömung in der Partei besser voranginge. Höckes Gegner und die angrenzenden Medienhäuser haben jedoch schon ein halbes Dutzend Mal genau diese Behauptung aufgestellt: daß es ohne ihn besser aussähe in der Partei und mit der Wählergunst.

Der nun gegen Höcke gerichtete Appell, dessen Inhalt gestern durchsickerte und der heute Morgen veröffentlicht wurde, impliziert erneut, daß es ohne Höcke wohl besser liefe. Er ist von Mandatsträgern der Partei aufgesetzt und unterzeichnet worden und mußte wohl an die Luft. Er ist keine Wegmarke, sondern wirkt überflüssig, ist das Produkt einer Ungeduld, die nachvollziehbar, aber nicht professionell ist. Und er kommt zum falschen Zeitpunkt.

Denn um Wähler gekämpft wird in den kommenden Monaten in Brandenburg, Sachsen und Thüringen, nicht in Nordrhein-Westfalen oder Bayern, und wenn man, wie die Unterzeichner behaupten, den Ostverbänden den größtmöglichen Erfolg wünscht, unterstreicht man den Wunsch am besten nicht mit einem Demontageversuch. Vor allem, und das wiegt schwer, steckt man einen solchen Appell nicht an diejenigen durch, denen die AfD egal in welchem Zustand zuwider ist. In der "Welt" konnte beispielsweise Matthias Kamann heute früh von einem "parteiinternen Aufruf" erzählen, der ihm vorliege.

Was die eigentlichen Gegner der Partei nun hoffen: daß diese Erklärung Fahrt aufnehmen und daß der "Flügel" reagieren werde. Beides wäre katastrophal, beides muß unbedingt verhindert werden, und es sieht zum Glück ganz danach aus, als ob das gelänge.

Denn vielleicht sollte man, bevor man Erklärungen veröffentlicht oder Kampfansagen macht, einmal gründlich (und frei von naheliegenden Interpretationen) über den simplen Umstand nachdenken, warum im Rahmen der nächsten Sommerakademie in Schnellroda Alice Weidel und Maximilian Krah Vorträge halten werden, warum Gauland und Meuthen auch schon referierten und warum auf dem Staatspolitischen Kongreß in Magdeburg Roland Hartwig einen starken Vortrag über den Verfassungschutz hielt. Meint jemand im Ernst, wir hätten beispielsweise bei Weidel einfach mal so angefragt?

Quertreiber in der AfD, die von solchen Schritten, von einem Zugehen aufeinander nichts halten, müssen sich fragen, ob sie begriffen haben, wo der eigentliche Gegner sitzt. Denen, die es immer noch nicht wissen, empfehle ich die Oberbürgermeisterwahl in Görlitz und das grüne Parteiprogramm zum gründlichen Studium.

Vielleicht sollte man den Blick also auf diejenigen richten, die diese "Erklärung der 100" nicht unterzeichnet haben, und vielleicht würde - bei genauer Betrachtung - klar, daß sich da im Hintergrund längst Gesprächsebenen angebahnt und Gemeinsamkeiten gebildet haben, deren zweifaches Ziel der Ausgleich und die Professionalisierung sind - daß da also auf das Wichtigste abgezielt wird, das diese Partei braucht.

Die soeben abgegebene Stellungnahme von Alice Weidel und Damian Lohr ist genau in diesem Tenor gehalten:

Die AfD steht in diesem Herbst vor drei richtungsweisenden Landtagswahlen. Eine sehr große Zahl an Wählern setzt das Vertrauen in unsere Partei. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Dieser Verantwortung müssen wir uns gemeinsam stellen, um erfolgreich zu sein. Gräben aufzureißen ist der falsche Weg. Es steht außer Frage, dass Spannungen innerhalb der Partei aufgetreten sind. Diese sind aber nur intern über die gewählten Gremien und ohne öffentliche Schlammschlacht zu lösen. Wir appellieren an alle Mitglieder: Gemeinsam für den Wahlerfolg in Brandenburg, Sachsen und Thüringen einstehen. Interne Konflikte intern lösen!


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (78)

Halenberg
10. Juli 2019 11:20

Herr Kubitschek. Ein nachdenklicher Artikel, wie man es gewöhnt ist. Aber dennoch einseitig. Die Erklärung wirft Fragen auf, ohne Zweifel. Inhaltlich ist sie aber nachvollziehbar. Es ist daran zu erinnern, dass der Flügel erheblich zum innerparteilichen Streit und Spaltung beiträgt und initiiert, wir alle erinnern uns an die sog. Erfurter Erklärung (über das Ungeschick Luckes und seiner Mitstreiter wollen wir mal nicht reden). Was soll der ganze Pomp des Flügeltreffens, den Sie da beschreiben, der Kult um Höcke, das ganze laute Auf-die-Brust-Trommeln von wegen „Wir sind die Grundsätzlichen, andere Karrieristen oder Warmduscher“ (was eine Unverschämtheit ist). Sie nennen es Selbstvergewisserung, andere nennen es scheinheilig, Provokation, oder einfach nur lächerlich (gefährlich für die Partei allerdings). Wieso sollte man da NICHT denken, der Flügel sei eine Partei in der Partei. Wenn der Flügel mal ein paar Gänge runterschalten täte, wäre vielen geholfen. Mal abgesehen davon, dass die Protagonisten oder prominente Anhänger oft nur sehr schwer zu ertragen sind, und man sich fragt, wie um alles in der Welt sie nur auf die Idee kommen, sie könnten Mehrheiten gewinnen.

Lotta Vorbeck
10. Juli 2019 11:28

IfS-Winterakademie, 17. Februar 2017, Vortrag Marc Jongens,:

https://youtu.be/cg_KuESI7rY

Der Name dieses Referenten befindet sich auf der hier veröffentlichten Unterzeichnerliste:

https://i0.wp.com/philosophia-perennis.com/wp-content/uploads/2019/07/2019-07-10-Appell-AfD-Unterzeichner.jpg?resize=696%2C1258&ssl=1

deralbatros
10. Juli 2019 11:36

Ich finde in diesem Konflikt gibt es zwei Seiten. Es gab auch diejenigen, die beharrlich sitzen geblieben sind. Obwohl sie dazu aufgefordert waren, den Platz für Neuwahlen freizumachen. Ja, damit sind die NRW-Wahlen bedacht und wären diese Personen ernsthaft an einem Ausgleich der Kräfte interessiert, dann hätten sie ihren Posten frei für Neuwahlen gemacht. Für mich persönlich ist die Sprache, die Präsentation der Flügelmenschen ein Grund gewesen, dieser Partei den Rücken zu kehren. Sie sind für mich in einer kommunalen Frage hinderlicher Ballast, da ich ihre sprachlichen Meisterleistungen stets erklären darf. Darauf hatte ich keine Lust mehr und möchte lieber Dinge vor Ort verbessern. NRW hat genügend Probleme, eine Partei, die sich nicht einig ist, braucht es nicht.

Stephanus
10. Juli 2019 12:27

Um nicht in den engen Grenzen eines von Außen aufgezwungenen Meinungskanals und somit in einer scheinbaren Schweigestarre zu verharren, was dabei herauskommt sieht man z.B. leider an den jüngsten Wahlergebnissen zu EU-Wahl in verschiedenen Wahlbezirken/Wahlkreisen, beispielhaft soll hier insbesondere Berlin erwähnt werden, werbe ich vehement dafür, sich der Vielfältigkeit innerhalb der AFD zu öffnen und bitte insbesondere die zu unterstützen, die sich in der Sache ehrlich, authentisch und "hart am Wind" (und vielleicht auch nicht immer ganz politisch korrekt) mit breiter Brust stante pede den Unbilden stellen. Die "Alternative" wird keine Alternative mehr sein, sobald es Anzeichen dafür gibt, dass Teile der gewählten Volksvertreter zur Befriedung der politischen Konkurrenz versuchen sollten sich zu assimilieren, um irgendwann einmal dem erlauchten Kreis des Establishments anzugehören und unbequeme politische Positionen nicht mehr ansprechen oder sogar preisgeben. Die AFD muss laut, fordernd und fest im Standpunkt sein. Die "nach Außen" Kommunikation ist aktuell defensiv, wobei diese offensiv sein sollte. Der Verlust der moralischen Lufthoheit des gesprochenen Wortes an den politischen Gegner, erfordert im Rahmen der gegeben Gesetze eine mutige diametrale Wende.

Die Liste an der sich die Parteimitglieder und Funktionsträger aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Realitäten abarbeiten können ist lang, da bedarf es ganz sicher nicht zusätzlich die nach Außenverlagerung von parteiinternen Scharmützeln. Es sollte doch möglich sein, Meinungsverschiedenheiten mit offenen Visier auszutragen und sich mit konträren Standpunkten des Gegenübers intern sachlich und fair (insbesondere ohne veröffentlichte alberne Unterschriftensammlungen) auseinandersetzen zu können. Ein wahrer Konservativer, was Kompetenz automatisch impliziert, wird sich jeder Diskussion stellen und auch gegebenenfalls Vertreter "unbequemer" Meinungen, bzw. "ungeschickter" Kommunikation argumentativ überzeugen können und auch selbst die Klasse besitzen, sich überzeugen zu lassen.

Wer auch immer den verbalen Fehdehandschuh in den Ring wirft, die AFD sollte ihn scharf argumentierend aufnehmen, Seite an Seite stehend, keine Störfeuer aus persönlichen Intentionen zulassend und klar in der politischen Sache positioniert.......zur Ehre und Erhaltung unserer Demokratie und Rechtsordnung, zur Ehre unseres Landes und zur Ehre der europäischen Nationen. AFD, überzeuge durch Fakten, Wahrhaftigkeit und Köpfe - Glück auf Deutschland!

Stephanus

Monika
10. Juli 2019 12:32

Ein paar kritische Anmerkungen
1. Eine Argumentation, die die gekonnte Inszenierung des Kyffhäuser-Treffens mit dem Hinweis darauf legitimiert, dass bei einer vergleichbaren Inszenierung bei den Stars der Grünen fast alles erlaubt sei, ist psychologisch gesehen, schwach. Es kommt an:
Die dürfen das, was wir nicht dürfen.
Eine Diskursherrschaft qua Machtdemonstration und Überwältigung ( ähnlich einem Popkonzert) herzustellen halte ich in beiden Fällen für nicht dauerhaft überzeugend.
(Obwohl natürlich alle Parteien ihre Rituale brauchen)
2. Die Frage, warum es diese Art der Diskursherrschaft nicht bei der AfD gibt/geben sollte, sollte nicht die Primärfrage sein. Im Diskurs sollte das bessere Argument siegen. Wahrheit braucht keine Inszenierung, (außer in der lateinischen Messe :)
3. Das Phänomen, dass niemand von Habeck und Baerbock eine Parallele zu totalitären Führungsfiguren der linken Unheilsgeschichte zieht ist m. E. nicht im gleichen Atemzug mit dem Phänomen zu nennen, dass dies im Falle rechter Politiker fast immer gemacht wird. Da klingt schlimmstenfalls an: Wir dürfen das nicht, was die dürfen.
Die Ungleichbehandlung linker und rechter Verbrechen ist doch vor allem der Tatsache geschuldet, dass zwischen rechts und rechtsextrem durch die extremistische Linke nicht unterschieden wird. Wir befinden uns inzwischen im geistigen Klima der DDR , wobei der antifaschistische Schutzwall durch unsere Köpfe verläuft.
Ich verweise auf einen Interessanten Beitrag von Lucien Scherrer, der heute in der NZZ erschien: „Wer zuerst „rechts“ ruft, hat gewonnen - warum der Kampf gegen rechts gefährlich ist.
https://www.nzz.ch/meinung/wer-zuerst-rechts-ruft-hat-gewonnen-warum-der-kampf-gegen-rechts-gefaehrlich-ist-ld.1494940
Scherrer: „die linksextreme Masche, Rechte pauschal zu Rechtsextremen zu machen, hat fatale Folgen: zwischen links und rechts wird ein moralischer Unterschied konstruiert, der wichtiger wird als der Gegensatz demokratisch- antidemokratisch.
4. Die Tatsache zweier Richtungen innerhalb der AFD (grob: bürgerlich-konservative / patriotisch/national/ sozial) wird m. E. irgendwann virulent werden . Ob vor oder nach den Wahlen im Osten, ist m.E. egal. Wo es zu einer Entscheidung drängt, ist jegliches Taktieren zweitrangig.

Sandstein
10. Juli 2019 12:38

@K

danke, sitzt der Text. Worauf Sie zu sprechen kamen, ist aber im Flügellager noch nicht angekommen: dass in diesem unfairen Wettbewerb für die AfD eben andere Maßstäbe gelten, andere Methoden legitim scheinen. Ich bestaune immer wieder, mit welcher Renitenz dann Aufrufe zu Bedachtsamkeit und Klugheit abgeschmettert werden: dann ist man sofort derjenige, der die Partei "rundschleifen" und "verwässern" will. Nö, nur erfolgreich sein.

Und es schmerzt, wenn man sieht, wie man in der nächsten Diskussion schon wieder zwei Schritte weiter hinten anfangen muss, weil man erstmal erklären darf, wieso Höcke Flügelmitglieder für besondere Verdienste mit einem Abzeichen ehrt (und die lassen sich das echt anpinnen!). Ich weiß nicht, ob ich da heulen oder lachen soll, ehrlich.

Ein gebuertiger Hesse
10. Juli 2019 13:14

Genau der richtige Rat an die Partei, möge er gehört und befolgt werden.

Aber auch, was Höckes Rede letzten Samstag angeht: es sieht halt nur, wessen Auge selbst sonnenhaft ist, nicht der, der Scheuklappen trägt. Selbst wenn Höcke seinen Aufruf zum Parteiaustritt jener Blinden hätte unterlassen sollen - seine Rede war BEFEUERND und das ist, was zählt, da es im Herzen der empfänglicheren Zuhörer oben schwimmt und in das eigene Verhalten und Handeln eingespeist werden wird. Alles andere (Aufrufe zur Raison und Mäßigung) ist wie kalter Haferschleim.

Herrmann
10. Juli 2019 14:36

Der deutsche Geist ist der Geist der Freiheit. Sozialismus gehört nicht dazu, Personenkult erst recht nicht. Das haben schon andere vorher in der AfD vergeblich versucht, so auch 2015 vor "Bremen", wo versucht wurde, die Satzung auf eine einzige Spitze zuzuschneiden. Vergeblich, mit bekanntem Ausgang. Um politisch inhaltliche Differenzen ging es dabei wenn überhaupt nur am Rande.

Der gemeinsame Gegner steht, wie beschrieben, außerhalb. Wir sind zu wenige (Patrioten), um uns gegenseitig zu schaden, wobei auch dieses Gebahren historisch immer wieder sein Vorbild hat, da hat sich seit Herrmann dem Cherusker ("der schlimmste Feind eines Germanen sind....andere Germanen") über die Deutschen Fürsten um 1813 (für und gegen Napoleon (vgl. (wenngleich hist. umstritten, so doch passend) auch: " es gibt kein leichtgläubigeres Volk.....Zwietracht braucht man unter ihnen nicht zu sähen.....")) leider nichts geändert.

Es gilt also der zitierte Schlußsatz von Alice Weidel. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Gotlandfahrer
10. Juli 2019 15:27

Danke für die Bewertung.

Rechte neigen dazu, aufgrund ihrer Affinität für das Starke, den Gegner in ritterlicher Manier nur im Felde entgegenzutreten, ihm ansonsten seine Freiheit zu lassen. Das ist ehrenhaft, führt aber auf Dauer zur räumlichen Ausweitung des Gegners, der sich der offenen Schlacht entzieht. Konkret hier: Die Truppe, die teilweise mit vollen Hosen anmerkt, gar keine gemeinsame zu sein, beisammenhalten zu wollen, also „interne Konflikte intern zu lösen“, heißt doch das Unverhandelbare einem diplomatischen Geplänkel zuzuführen, das zu nichts führen kann außer Verschleppung. Es geht hier ja nicht um Rentenpunkte, Abgaswerte oder Haushaltsfragen, wozu also verhandeln? Höcke stehen, vereinfacht gesagt, für das, worauf es hier im Endspiel ankommt. Ein zweites Endspiel gibt es nicht. Das werden auch die meisten Wähler in Brandenburg wissen. Und wer es in NRW noch nicht kapiert hat, dem ist mit Kompromissen auch nicht zu helfen, im Gegenteil.

Die Empfehlung an den Flügel, nicht aktiv zu reagieren ist klug, denn die Feigheit geht nicht von ihm aus. Diese Passivität sollte aber stoisch sein, nicht einladend. Die Professionalisierung des Flügels und Verzahnung führender Köpfe mit Schnellroda ist hochwillkommen, meine Hoffnung ist, dass den Kuschern in der AfD hierdurch klar wird, dass die Vertuschung des Endspielcharakters im Kuchenblock zwar ein Freigetränk herausschlagen hilft, die Trommel aber in der Kurve geschlagen wird. Und die Wahrheit ist sowieso aufm Platz.

Valjean72
10. Juli 2019 15:27

Kubitscheks Artikel kann ich nur uneingeschränkt zustimmen und es ist gut, dass er zeitnah, also heute noch veröffentlicht wurde.

Heute Morgen war ich doch ein wenig verwundert als ich auf WELT.de las, dass der Redaktion ein parteiinterner Aufruf von AFD-Mandatsträgern vorliege.

"In der AfD formiert sich die Anti-Höcke-Front"

Angesichts der anstehenden und möglicherweise wegweisenden Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern, gilt es die Kräfte zu bündeln, Animositäten und persönliche Eitelkeiten, sowie unterschiedliche Auffassungen zu einzelnen Sachfragen hintan zustellen, bzw. dies nur intern hinter geschlossenen Türen anzusprechen und ggf. zu klären.

Gleichwohl beschleicht mich der Verdacht, dass der ein oder andere westdeutsche Mandatsträger durchaus daran interessiert sein könnte, dass die Wahlergebnisse der Ost-AFD nicht zu gut ausfallen …

Th.R.
10. Juli 2019 16:04

Dem "Flügel" kann man trotzdem den Vorwurf machen, dass er Höcke, der nun einmal nicht unmstritten ist, zur zentralen Figur, ja zu seinem Gesicht, erhoben hat und ihn regelrecht verklärt. Warum stellt dieser Flügel sich personell nicht breiter auf mit weiteren Identifikationsfiguren in den vordersten Reihen, die weniger umstritten sind? In der Wahrnehmung von außen dreht sich irgendwie alles nur um Höcke; der eigentliche Programinhalt kommt wegen dieser Fokussierung auf Höcke immer weniger zur Geltung. Warum nur alles auf eine Person setzen, mit der alles nicht nur stehen, sondern auch fallen kann? Muß man sich in so eine Abhänigigkeit begeben? Wo sind die anderen, die neben Höcke treten und die weniger polarisieren?
---------
Nun möchte ich auf einen skandalösen Sachverhalt verweisen, der seitens der AFD viel zu wenig Beachtung fand:

Die Nichtanerkennung der Rechtmäßigkeit der Kandidatenlandesliste (Listenplätze 19-61) der sächsischen AFD zur Landtagswahl durch den Wahlausschuss letzten Freitag.

Ich möchte auf einen Artikel auf verfassungsblog.de und die in den Kommentaren sich darunter fortsetzende Diskussion verweisen mit der Bitte um weitestmögliche Verbreitung:

https://verfassungsblog.de/demokratische-tragoedie-in-sachsen/

Hier wird klar dargelegt, dass die Entscheidung dieses Wahlausschusses und die Argumente, mit denen sie von Frau Schreck begründet wurde, nicht im geringsten durch das Sächsische Wahlgesetz abgedeckt sind.

Niekisch
10. Juli 2019 16:12

"beschleicht mich der Verdacht, dass der ein oder andere westdeutsche Mandatsträger durchaus daran interessiert sein könnte, dass die Wahlergebnisse der Ost-AFD nicht zu gut ausfallen …"

@ Valjean 15:27: Dieser Verdacht ist berechtigt. Hier im Westen ist in manchen Ecken der Parteifreund des Parteifreundes größter Feind. Es wird wohl auf eine weitere Stärkung der AfD in Mitteldeutschland und einen Zerfall der Partei im Westen hinauslaufen. Deshalb sollte prophylaktisch das Überleben im vorpolitischen Raum geübt werden.

Der_Juergen
10. Juli 2019 16:45

Von den bisherigen Wortmeldungen zu diesem guten Artikel finden vor allem jene von @gotlandfahrer, @ein gebürtiger Hesse und @valjean meine Zustimmung.

Die Höcke-Kritiker im rechten Lager erinnern mich immer an Aslaksen, eine Figur aus Ibsens "Volksfeind": Aslaksen, Vorsitzender des Hausbesitzervereins und Sponsor des regionalen Blattes, stellt sich anfangs hinter Dr. Stockmann, der einen gewaltigen Skandal aufdecken will (das Stadtbad ist hochgradig verseucht, was der Stadvogt im Hinblick auf das sonst unvermeidliche Ausbleiben von Besuchern vertuschen will), doch als Aslasksen merkt, aus welcher Richtung der Wind weht, rückt er von Stockmann ab und ernennt diesen schliesslich zum "Volksfeind". Sein Lieblingswort ist "Mässigung", denn nur mit dieser gewinne man eine kompakte Mehrheit für sich. So argumentiert heute der liberale AFD-Flügel. Mit Mässigung erreicht man gegen ein bis ins Mark verfaultes und verrottetes System gar nicht. Hier hilft nur das schonungslose Aussprechen der Wahrheit. Und von allen bekannten Politikern der Bundesrepublik ist Björn Höcke derjenige, der dies noch am ehesten tut. Ihm gebührt hundertprozentige Unterstützung.

Lieber eine kompromisslos sozialpatriotische AFD mit 10% der Wählerstimmen als eine laue und kompromissbereite mit 25%. Wem nützt denn eine "Alternative", die gar keine ist und nur auf das Koalitionsangebot der Union wartet?

AvL
10. Juli 2019 17:27

Gut gedacht, gut analysiert, gut geschrieben. Zudem eine ausgestreckte Hand an den „Anti-Höcke“-Flügel in der AfD mit dem Ziel, die Einheit der AfD zu stärken und nicht die Spaltung zu befeuern. Gerade angesichts der anstehenden Wahlen für jeden, der es gut meint mit der AfD, eigentlich ein Muß. Möge dieser besonnene Beitrag zur innerparteilichen Befriedung führen.

Oberstelehn
10. Juli 2019 17:29

Für den Moment liegt Kubitschek mit seiner Einschätzung sicher richtig. Björn Höcke sollte sich der alten Erfahrung erinnern, daß es eine deutsche Eiche nicht schert, selbst wenn sich 100 Schweine daran reiben. Aber nach den mitteldeutschen Landtagswahlen muß in dieser Partei die Entscheidung fallen, die eigentlich auf dem für September geplanten Sozialparteitag hätte fallen müssen, dessen Absage nicht minder verwerflich war als die absurden Verlautbarungen des bayerischen Schiedsgerichts.

Was den nun veröffentlichten "mutigen" Appell angeht, ist es immerhin bemerkenswert, daß sich auch Albrecht Glaser, Merkels bester Mann in der AfD, offen daran beteiligt, während es bisher doch eher seinem Stil entsprach, verdeckt aus dem Hintergrund zu wirken. Fast schon belustigend wirkt die Unterschrift der beiden harmlos-jämmerlichen Typen, die die Glasertruppe als hessische Landessprecher installiert hat, um Lichert zu verhindern. Beide sind sich bewußt, wem sie Dankbarkeit schulden. Und gegen solche Figuren zurückzukeilen, wäre wahrlich zuviel der Ehre.

Lotta Vorbeck
10. Juli 2019 17:32

"Der Osten steht auf!" - Eröffnungsfilm zum Kyffhäusertreffen 2019:

https://www.facebook.com/derfluegel/videos/466966617425449/

Lotta Vorbeck
10. Juli 2019 17:39

Björn Höcke am Sonnabend, 6. Juli in Leinfelde auf dem Kyffhäusertreffen 2019

https://www.facebook.com/derfluegel/videos/404530490147415/

Lotta Vorbeck
10. Juli 2019 17:53

Das Kyffhäusertreffen 2019 in Leinefelde

https://www.facebook.com/derfluegel/videos/2258163684449119/

Niekisch
10. Juli 2019 17:54

@ Der_Juergen 16:45: treffender Kommentar! In der AfD sitzen zu viele spießbürgerliche Leute, die jahrzehntelang in den Altparteien nichts erreicht, aber deren Mist mitgetragen haben, nun notfalls im Bündnis mit CDU/CSU/FDP Karriere machen wollen. Zugleich benutzen sie dafür Wähler, die am dringendsten einer wirklich sozialen Politik bedürfen und derzeit wohl hauptsächlich rein aus Protest die AfD wählen.

Wie gewonnen, so zerronnen, der bisherige Erfolg, wenn sich Wahrheitsstreben, soziale und nationale Politik nicht miteinander vereinen.

Idise
10. Juli 2019 18:06

Höcke als „einer unter anderen“

Ja, das Flügeltreffen wirkte wie eine Inszenierung. Es war wohl auch der Sinn, ein sympathisches Bild von Björn Höcke zu zeigen. Es lässt sich schwerlich leugnen, dass er zu den charismatischsten und ausdruckstärksten politischen Rednern gehört. Dies wird wohl jeder bezeugen, der ihm einmal zugehört hat. Er ist nicht der Mann mit den zwei Hörnern. Die meisten Deutschen haben das schon lange begriffen. Und ja, er polarisiert und das ist auch gut so in Zeiten der Gleichmacherei. Position zu beziehen, das schließt jedoch kein Miteinander aus. Hier liegt der große Denkfehler. Es heißt nämlich nicht, dass dadurch, dass einem ein Stempel aufgedrückt wird - ein Stempel, an dem man vielleicht selbst geschnitzt hat - so automatisch der gegenseitige Respekt oder der Kommunikationswille verloren geht und über eine kritische Auseinandersetzung kein Miteinander möglich wäre. Wer dies glaubt, der knickt ein, ist eingeknickt und zum Meinungsaustausch nicht ernsthaft zu gebrauchen. Nie lernen wir so sehr, wie wenn wir ein Streitgespräch mit klaren Positionen führen. Klare Positionen sind nicht gleichbedeutend mit "vernagelt sein".

Viele fragten sich doch, wann man wieder einen Höcke sieht/hört, welcher sich nichts gefallen lässt von diesen unsäglichen diffamierenden Anfeindungen unter denen auch andere litten. Nein, es wurde ganz im Gegenteil viel zu lange gewartet und wie über eine Art Gewohnheitsrecht diese Hetze regelrecht legitimiert, geradezu hoffähig gemacht. Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

Zum Flügel und Björn Höckes Position darin: Wer glaubt, man könne einen Flügel gerade so weiterführen mit einem Björn Höcke in einer gemeinschaftlichen (Neben-)Rolle, der irrt gewaltig! Höcke ist zu einer Führungsperson avanciert, geliebt und verehrt von Flügelanhängern. Dies geschah gerade durch seine Reden der "klaren Kante". Er spricht aus, was viele nur denken, nicht zu sagen wagen oder fähig sind. Gerade dies macht ihn zu mehr als "einem unter anderen" auf einem Podium, einer Diskussionsplattform. Diese Tatsache sollte man akzeptieren. Das Volk hat gewählt, der Zuspruch steigt, das "rote Tuch" fällt bereits. Im Süden und Norden geht es voran, aber auch im Westen setzt sich die Erkenntnis langsam durch. Und gerade dies mag auch der Grund sein, warum eine Alice Weidel & Co. nun ihre Totalopposition gegen den Flügel aufzugeben scheinen.

Wir brauchen eine Höcke genauso wie er ist. Der heute erschienene Appell "Für eine geeinte und starke AfD" gleicht einem verzweifelten Versuch den eigenen Posten zu retten, da erkannt wurde, dass die Basis der AfD den Blick schon längst nach Osten gewandt hat. Längst hätten aufrichtige Parteimitglieder die Dreckwerfer zur Raison bringen sollen. Die unterzeichnende "Elite" der AfD hat sich in eben diesem Selbstverständnis selbst den Stempel aufgedrückt.

DAS VOLK IST DER SOUVERÄN.

GuntherManz
10. Juli 2019 18:13

Der_Juergen
10. Juli 2019 16:45

Volle Zustimmung zu ihren Sätzen. Herr Höcke ist vor allem echt. Man muß ihn nicht mögen (ich mag ihn sehr), aber Respekt sollte da sein. Der gemäßigte AfD Flügel sollte sich überlegen, ob er nicht von den spitzen FDP Positionen abrücken möchte.
Der kleine Mann ist die Zukunft der AfD, hier gilt es Leben über ein modifiziertes Parteiprogramm in die Gesellschaft zu tragen. Warum plädiert die West- AfD nicht für die Abschaffung/Regulierung von Zeitarbeitsunternehmen ? Eine ernstgemeinter und mit Vehemenz vorgetragener Angriff gegen die Auswüchse der Knebelung des Volkes hätte m.M mehr Erfolg als die Anbiederei bei Medien und (Volks)Parteien, oder die Selbstzerfleischung der AfD-Flügel

heinrichbrueck
10. Juli 2019 18:17

"Die Ungleichbehandlung linker und rechter Verbrechen ist doch vor allem der Tatsache geschuldet, dass zwischen rechts und rechtsextrem durch die extremistische Linke nicht unterschieden wird."

Als Christian Wulff den ESM nicht unterschreiben wollte, wurde der ESM von seinem Nachfolger unterschrieben. Die Eigenverantwortung eines Höcke läßt sich nicht so leicht domestizieren, aber wer weiß.

Thomas Martini
10. Juli 2019 18:26

Wie soll man im Angesicht der politischen Lage in unserem Land die Befürchtung einer "Polarisierung" verstehen?

Björn Höcke ist der Mann, auf den es zu achten gilt, gerade weil er polarisiert. Auch wer ihn nicht mag, muß ihn mindestens respektieren. Ein gefährlicher Mann.

Und ich persönlich mag ihn, Leute!

cnahr
10. Juli 2019 18:42

Kleiner realpolitischer Kommentar zu einem guten Beitrag. Die größte Schwäche rechter Parteien in Europa ist generell das Fehlen einer Regierungsoption. Die größte Stärke der Ost-AfD ist ihre Vermögen, eine solche Option zu erzwingen. Man hört dort von CDU-Mitgliedern, die bereits wackeln, weil sie sich zu Recht vor einer unmöglichen Viererkoalition gegen die AfD fürchten.

Man erinnere sich: der Weg der Linken zur Akzeptanz im Westen führte über Regierungsbeteiligungen im Osten. Sicher, die AfD wird viel härter bekämpft, aber dennoch: das ist die einzige realistische Option abseits eines großen gesellschaftlichen Wandels, der natürlich weiterhin wichtig bleibt.

Die BRD ist föderal organisiert, daher sind Sperrminoritäten mit Regierungsoption im Osten viel wichtiger als ein möglicher (und trotzdem unwahrscheinlicher) Ausbau von 10% auf 15% im Westen, ganz egal wo absolut mehr Stimmen abgegeben werden. Das westliche Gemecker um Höcke klingt daher reichlich nach egoistischer Postenjagd von Leuten, die sich mit ihrer Irrelevanz bereits abgefunden haben.

Ganz davon abgesehen erinnere ich an die Republikaner, die sich nach der Hetzjagd auf ihren populären Chef Schönhuber solide unter die 5%-Hürde selbst-distanziert haben. Wie geht’s inzwischen der total nicht-rechten Lucke-Partei? Tatsache ist, daß die AfD überall mit jedem Rechtsruck nur gewachsen ist, ob das irgendwelchen West-Funktionären gefällt oder nicht.

Thomas Martini
10. Juli 2019 18:46

"Der deutsche Geist ist der Geist der Freiheit." - Herrmann, 10. Juli 2019 14:36

Zuerst las ich "Geist der Feigheit". Mein Fehler.

Wobei diese Feststellung ja, bezogen auf "ist", weitaus eher zutrifft.

Hartwig aus LG8
10. Juli 2019 18:54

Zuerst: Ich respektiere Höcke, ich mag Höcke, ich schätze Höcke und ich wünsche Höcke ein triumphales Thüringer Wahlergebnis.

Zweitens: Ich halte die von Kubitschek beschriebene Inzenierung beim Kyffhäusertreffen für zielführend.

Drittens: Ich halte die AfD nur dann für zukunftsträchtig, wenn ganz neues Führungspersonal auf der Bühne erscheint. Ich hielt Höcke für "verbrannt". Leider! Momentan neige ich hin und her und ich hoffe sehr, dass ich mich diesbzgl. irr(t)e. So gesehen wird die Landtagswahl in Thüringen wohl noch viel wichtiger als die in Sachsen.

Und ein Letztes: Zwischen den Zeilen des Artikels von Kubitschek zeichnet sich ab, dass es gut war und gut ist, dass G.K. nicht Mitglied der AfD wurde.

Nemo Obligatur
10. Juli 2019 18:58

Seit ich die Höcke-Rede auf youtube gesehen habe, wäge ich zwei Fragen gegeneinander ab:

1. Hat die AfD als reine Ost-Partei eine Zukunft?
2. Darf man in diesen Zeiten weniger radikal sein als Björn Höcke?

Bin leider noch nicht zu eindeutigen Antworten gekommen.

d.n.
10. Juli 2019 18:58

Ein Name auf der Unterstützer-Liste der Anti-Höcke-Front irritiert ziemlich: Stefan Scheil.

Solution
10. Juli 2019 19:21

Bevor ich die Liste der Höcke-Gegner gelesen habe, dachte ich darüber nach, wen ich dort aus meinem Bundesland vermuten würde.

Und genau einige jener dubiosen Typen waren es dann auch. Bei diesen Liberalen und Linkskonservativen sind einige, die ich über Jahre persönlich näher kennengelernt habe.

Schon von Anfang an fielen diese Leute vor allem durch ein äußerst beschränktes Grundwissen und persönliche Motivationen auf. Sie informierten sich fast ausschließlich aus der Tagespresse und durch Fernsehen und Rundfunk. Gelesene Bücher oder Zeitschriften waren - und sind - eine Seltenheit und deren Inhalt kratzte sowieso nur an der Oberfläche.

Sie waren auch als Politikneulinge in Unkenntnis der zu erwartenden Repressionen deutlich risikofreudiger.

Da ist z.B. ein Handwerksmeister, jetzt MdL, den ich als politischen Analphabeten bezeichnen würde. Sollte dieser Typus sich gegen Höckes Flügel durchsetzen, geht die AfD den Bach runter.

Das Problem beim Aufbau der AfD war, daß die meisten Leute sich nicht kannten und auch kaum feststellbar war, wer welche Inhalte vertritt. So haben sich vor allem diese Liberalen und Linkskonservativen auf Kandidatenlisten nach vorne geschoben, von denen etliche als neue MdLs und MdBs froh waren, von den Mühen eines wechselhaften Arbeitslebens befreit worden zu sein.

Meiner Meinung nach ist die Bandbreite in der AfD viel zu groß. Sie sollte sich endlich entscheiden, ob sie eine Systempartei sein will oder nicht.

RMH
10. Juli 2019 19:34

Als kleine Ergänzung bietet sich noch der, aus meiner Sicht lesenswerte, aktuelle Artikel dazu auf Tichy an:

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/hoecke-zu-gemaessigten-geht-in-die-fdp-und-lasst-uns-in-ruhe/

Hat B. Höcke tatsächlich ne Art von Orden/Medaille verliehen? Ich kann es kaum glauben … Seit ich Höcke erlebt habe, wie er als Live-Redner die Ochsentour auch über die Plätze west- und süddeutscher Städte gemacht hat, war ich immer einer seiner Befürworter und dachte, so manches, was noch ungelenk und insbesondere stilunsicher wirkt, kommt noch mit der Zeit, aber bei Medaillen … und dem Rat, zur FDP zu wechseln, was soll man dazu noch sagen? Hat er keine echten (!) Freunde? Wer berät ihn? Etwas weniger dick auftragen wäre hier sicher sinnvoller gewesen, zumal B. Höcke sonst doch eher auch als bescheidener Mensch präsentiert wird und da will so eine Maximo Lider Präsentation nicht so recht dazu passen.

Wie auch immer, ich bin grundsätzlich auch auf der Linie, dass man das wichtige Projekt AfD nicht durch interne Grabenkriege zerstört und halte insbesondere auch weiterhin Höcke die Stange, da ich ihn für einen derart integren Menschen halte, dass er, auch wenn er leider durchaus auch echte politische Spinner unter seinen Anhängern/Fans hat bzw. diese ihn zu ihrer Projektionsfigur machen, gerade diese eben einbinden und moderieren kann, ohne dabei sich von diesen deren z.T. abwegige Agenden aufdrücken zu lassen.

Höcke ist ein Typ - nicht jedermanns Typ, aber ein Typ. Die AfD hat einige derartige Typen mittlerweile am Start. G. Reil und Gauland sind auch solche Typen. Oder G. Curio im Bundestag - wie der den etablierten Parteien die Leviten liest, ist jedes Mal ganz große Klasse. Bei den Frauen ist Weidel interessant, da sie eben wie frisch von der BWL- Vorlesung oder aus einer Vorstandssitzung eines DAX-Unternehmens getürmt daher kommt und dann Inhalte vertritt, die man ob diesen ersten Eindrucks nicht vermuten würde. Insgesamt macht ja gerade diese Vielfallt einen Reiz aus und eigentlich hat die AfD bislang - entgegen des Verdikts, ja nur eine reine Protestpartei ohne personelle Substanz zu sein - doch ziemlich überzeugt und bei Berücksichtigung all des Gegenwindes und der Unzulänglichkeiten einer Parteineugründung einen sehr, sehr guten, ja überraschend sehr guten job gemacht. Zu dem sehr guten job gehörte auch, dass sich Höcke eine Zeitlang von der bundespolitischen Bühne im Sinne der Partei fern gehalten hat. Das alles sollte man einfach auch einmal als Wähler anerkennen und loben. Da wurde echte Oppositionsarbeit gemacht und nicht nur die Proteststimmung abgeschöpft und das ist auch der Grund, warum die Angriffe der anderen Parteien immer heftiger, unfairer und schmutziger werden. Die spüren, da ist etwas am Kommen, was Substanz hat und bleiben kann und was ihnen damit die Pfründe dauerhaft streitig machen kann.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die AfD sich wieder auf den wahren Gegner konzentriert und nicht nur auf sich selber, da hat G.K. 100% recht.

Wesentlich heftiger als alle internen Streitereien empfinde ich als Wähler und durchaus auch Anhänger der AfD, dass in Sachsen die Landesliste nicht komplett zugelassen wurde. Das ärgert sehr, da die AfD in Sachsen sicher besser abschneiden kann, als sonst wo in Deutschland. Und machen wir uns nichts vor: Auch ein B. Höcke wird bei der Wahl in Thüringen keine Wunder vollbringen (ich glaube nicht, dass er ein besseres Ergebnis als die AfD in Sachsen bekommen wird und würde mich schon freuen, wenn er das bisherige Ergebnis in Thüringen verteidigen kann - ich wohne nicht weit weg von Thüringen und ich glaube nicht, dass die Thüringer solch einen "Thymos" haben, wie die Sachsen, da wird die Mehrheit sich vom Gerede von "Verantwortung" schon wieder im Sinne der Altparteien einfangen lassen) und damit wieder ein Stück weit eingenordet sein.

PS: Ich halte den in dieser Debatte bereits gemachten Vorschlag, dass die Gruppierung "Flügel" jetzt auch einmal andere ihrer Mitglieder als B. Höcke nach vorne stellt, für richtig. Damit könnte man zeigen, dass diese Gruppierung keine reine Höcke-Fan-Truppe ist, sondern eine breit aufgestellte innerparteiliche Gruppe. Von daher: Jetzt müssen auch einmal andere Flügelleute aufs Podium und an die Front.

MartinHimstedt
10. Juli 2019 20:23

Als ich heute Morgen, vor der Arbeit, den Artikel auf Welt.de las, wusste ich, dass Kubitschek reagieren würde – und offen gesagt, überrascht mich der Inhalt der Reaktion nicht im geringsten: Genau diesen (nötigen!) Text habe ich erwartet. Bitte nicht falsch verstehen, ich stimme dem Beitrag fast uneingeschränkt zu.

Allein:

„Das Flügeltreffen war nach den Vorbildern aus Italien, Österreich und den USA inszeniert: geschlossene Halle, Fähnchen zum Winken an jedem Platz, riesige Leinwand, Bühne mit Laufsteg aufs Publikum zu, Abdunklungsmöglichkeit, intelligentes Lichtspiel, stehende und mobile Kameras, straffes, durchmoderiertes Programm, Dramaturgie aus Vorrednern, Musik und Imagefilmen auf den Hauptredner zu, der zugleich die zentrale Figur des Flügels ist: Höcke.“ Und so weiter …

Ich habe mir gerade die YouTube-Videos angesehen: Die typisch deutsche Turnhalle, die Flaggen, der (ewig dauernde) „Einmarsch“ (wie "der Feind“ sagen würde), das „Lichtspiel“: All das, waren, meiner Meinung nach, hochnotpeinlich. Es bietet sich geradezu an für eine Verwurstung bei Neo-Casino-Royal, oder wie diese Art von Sendungen auch immer heißen. Nein, ich hatte Wunder erwartet, als ich den Artikel hier las und bin nun dezent unterwältigt.

Ferner: Kollege Jongen hat in der Sache inzwischen auf facebook reagiert: Bitte alle lesen.

Thomas Martini
10. Juli 2019 20:40

Dokumentation des bundesdeutschen Demokratie-Wahnsinns:

"Wenn es hilft die CDU wieder in die Mitte zu rücken wähle ich trotz Höcke die Afd."

"Die AfD sollte sich vom Höcke_Flügrl trennen, dann können sie auch die CDU in den Wahlen hinter sich lassen."

"Es ist doch offensichtlich, dass es die einzige Chance für die AfD ist, sich jetzt von ihren Ultra-Rechten zu verabschieden, um vom
konservativen Mittelstand (weiter) gewählt zu werden. Die Protestwähler aus CDU und SPD ist keine feste Größe für die AfD und die Parteiführung wird sich wundern, wie schnell sie um die 5% dümpeln, sobald die CDU mal wieder vernünftige Politik machen (würde)."

"Der Herr Höcke ist noch rechter als der rechte Flügel der AFD!"

"Viele scharren wartend mit den Füßen und wählen die AfD bisher nur wegen ihres deutlichen rechten Flügels nicht."

"Mit einem konservativen Kuschelkurs werden sich die gewaltigen Probleme, die sich aufgetürmt haben in diesem Land, nicht lösen lassen."

"Naja, der Rechtsextremismus ist schon eines der größeren Probleme im Land. Da finde ich es gut, dass die AfD das angeht."

"Ich habe auf YouTube die aktuellste Rede von Höcke angehört. Also wirklich - ich habe da nichts gehört, was irgendwie in Richtung Nationalsozialismus hindeuten könnte.

Konservativ. National, also den Interessen der einheimischen Bevölkerung zugewandt. Da kann man anderer Meinung sein. Aber verboten ist das doch nicht."

"Was Sie als "Interessen der einheimischen Bevölkerung" kennzeichnen, schreckt andere in der deutschen Bevölkerung ab!"

"Höcke und seinen braunen Flügel loszuwerden wäre mal ein erster Schritt in die Seriosität."

"Wenn die Höcke und die anderen völkischen in die NPD gehen wo sie hingehören, dann wird die AfD auch für mich als Frau mit Migrationshintergrund wählbar. Es wäre dann einfach eine neue CDU, vor allem wenn sie vielleicht mit der Werteunion verschmelzen würde."

"Schade dass Gauland, Weidel und Meuthen nicht unterschrieben haben. Ohne den Höcke-Flügel wäre die AfD m. E. bald reif als Koalitionspartner."

"Ich meine es wird Zeit, dass sich die anderen Parteien ernsthaft mit der AFD auseinandersetzen. Sie machen es sich ganz erheblich zu einfach, wenn sie alle AFD-Abgeordneten/-Mitglieder/-Wähler als Nazis ausgrenzen. Denn am rechten Rand der AFD siedeln sich tatsächliche Nazis an."

https://www.welt.de/politik/deutschland/article196621323/Kritik-am-Fluegel-In-der-AfD-formiert-sich-Front-gegen-Bjoern-Hoecke.html

Das sollte reichen. Also entweder haben die bei den Leitmedien jede Menge Auftragsschreiber. Oder aber, was ich eher vermute, diese Auszüge und Zitate zeigen letztlich nicht mehr und weniger als das unfassbare Ausmaß an Hirnverschmutzung beim gemeinen Wähler.

Auf diese vorsätzliche Manipulation der politischen Willensbildung, die in der BRD wie überall durch die "freie Presse" herbeigeführt wird, gehört in der Metapolitik ein besonderes Augenmerk gerichtet. Dafür hat Dr. Thor v. Waldstein mit seinen Schriften (Macht und Öffentlichkeit) wichtige Vorarbeit geleistet, an die man anknüpfen könnte.

silberzunge
10. Juli 2019 20:40

Höcke hätte den Sager bzgl. Bundesvorstand unterlassen sollen. "Sein" Parteitag zur sozialen Frage wäre viel eher der Zeitpunkt für eine notwendige inhaltliche(!) Weichenstellung. Denn die "Liberalkonservativen" haben bei einem starken Sozialstaat gleich einmal große Bedenken.

Jetzt muss es heißen:
- keine Reaktion des Flügels auf diesen Appell
- umso mehr und fleißiger wahlkämpfen
- gute Wahlergebnisse einfahren
- Parteitag abhalten zur sozialen Agenda und dort mit profunden Beiträgen die liberal-konservative Schicht ins Schwitzen bringen

Lotta Vorbeck
10. Juli 2019 21:15

@Nemo Obligatur - 10. Juli 2019 - 06:58 PM

1. Hat die AfD als reine Ost-Partei eine Zukunft?
2. Darf man in diesen Zeiten weniger radikal sein als Björn Höcke?

***********************

+ Antwort zur Frage №.1:
Die Redaktion von Radio Eriwan würde antworten: "Im Prinzip ja. - Im Falle einer Sezession Mitteldeutschlands."

+ Antwort zur Frage №.2:
Inwiefern ist Björn Höcke radikal?

Lotta Vorbeck
10. Juli 2019 22:00

@MartinHimstedt - 10. Juli 2019 - 08:23 PM

"...

Ferner: Kollege Jongen hat in der Sache inzwischen auf facebook reagiert: Bitte alle lesen."

************

Dokumentiert:

Björn Höcke - 8. Juli um 16:22

Hochmotiviert und ganz aufgeladen komme ich gerade von dem diesjährigen Kyffhäusertreffen zurück.
Die Ernüchterung stellt sich dann ein, wenn ich die Schlagzeilen des Wochenendes lese: Während wir im Osten eine echte Leistungsgemeinschaft leben, ist man in anderen Verbänden sehr damit beschäftigt, sich als Partei selbst zu zerfleischen. Kurz vor den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen, wo wir auf besonders großen Zuspruch hoffen können, scheint bei einigen Karrieristen innerhalb unserer Partei eine gewisse Nervosität ausgebrochen zu sein. Offenbar gibt es Menschen in unserer Partei, die gönnen uns den Erfolg nicht. Sie fürchten, daß unser Kurs durch gute Wahlergebnisse gestärkt werden und mehr Einfluß in der Partei gewinnen könnte. Was ist denn schlecht daran, wenn der Aufbruch des Ostens die gesamte Bundespartei aus der derzeitigen Stagnation reißt? Wir machen kein Geheimnis aus unserem Erfolgsrezept und laden alle ein, es sich zu eigen zu machen. Das Erfolgsrezept heißt Einigkeit und Geschlossenheit. Wir kreisen nicht ständig gedanklich darum, welche Parteifunktionäre in anderen Landesverbänden aus der Partei zu entfernen sind und wer nicht zu erfolgreich werden »darf«. Wir machen einfach unsere Arbeit und wir tun sie mit Freude.

Dr. Marc Jongen - 10. Juli um 18:06

+++ Offener Brief an Björn Höcke +++

Lieber Björn,

Du weißt, ich habe Dich immer geschätzt und gegen diejenigen verteidigt, die Dich absurderweise aus der Partei werfen wollten. In der Enquete Kommission im Thüringer Landtag haben wir gemeinsam der vereinigten Linksfront die Stirn geboten. Und auch jetzt anerkenne ich Deine großen Verdienste um die AfD. Umso mehr veranlasst mich Deine Verlautbarung unten, ein offenes Wort an Dich zu richten.

Ich will annehmen, dass Dein Aufruf zu Einigkeit und Geschlossenheit ehrlich und aufrichtig gemeint ist. Dann lass Dir aber bitte von jemandem, der sich stets genau dafür eingesetzt hat, sagen: Einigkeit und Geschlossenheit erreicht man nicht, indem man kritische Parteifreunde permanent als „Karrieristen“ diffamiert und ihnen üble Absichten unterstellt. Damit sät man im Gegenteil Zwietracht und wirkt trotz gegenteiliger Bekenntnisse spalterisch. Entsprechend sieht es in vielen westlichen Landesverbänden inzwischen aus: Flügel gegen Nicht-Flügel, „Ganze“ gegen „Halbe“ - ein beklagenswerter, unhaltbarer Zustand, an dessen Überwindung wir gemeinsam arbeiten müssen!

Leider habe ich in den letzten Monaten den Eindruck gewonnen, Du stellst Dir die Einigung so vor, dass die ganze AfD Dir so huldigt, wie es beim Kyffhäusertreffen der Flügel tut. Das wäre sicher ein möglicher Weg, aber es wäre keiner, der der Vielfalt unserer Bundesländer und unserer (potentiellen) Wählerschaft gerecht wird. Der „Thüringer Weg“ ist für Thüringen und Mitteldeutschland der richtige, in Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen sind andere Wege, eine andere Wortwahl und ein anderes Auftreten weit erfolgversprechender. Es wäre politisch höchst unklug, die nach wie vor großen regionalen Unterschiede in Deutschland auszublenden und einen dezidiert östlichen Weg allen Landesverbänden aufoktroyieren zu wollen.

Ich habe deshalb am gestrigen Abend eine Resolution mitgezeichnet, die diese Sorgen auf ihre Art artikuliert und einen kritischen Appell an Dich richtet. Mit Missgunst oder Neid, wie Deine Verlautbarung suggeriert, hat das nicht das Geringste zu tun. Sei für meine Person versichert, dass ich mir nichts mehr wünsche, als dass wir in Thüringen, Sachsen und Brandenburg stärkste politische Kraft werden - am besten so stark, dass wir ohne große Kompromisse den oder die Ministerpräsidenten stellen können. Ich helfe Euch im Wahlkampf, wo ich gerufen werde!
Werden wir aber so stark, dann wird das - erfreulicherweise - viele „Karrieren“ zur Folge haben. Daran ist nichts Schlechtes, solange niemand der Betroffenen sein eigenes Fortkommen über das der Partei oder gar des Landes stellt. Ich unterstelle das niemandem von Euch, bitte aber umgekehrt auch Dich, die vergiftete Rede von den „Karrieristen“ in anderen Landesverbänden einzustellen.

Lieber Björn, ich meine mich zu erinnern, wie wir uns einmal im persönlichen Gespräch darüber verständigt haben, wie perfide die allgemeinen Diffamierungsmechanismen unserer patriotischen Bewegung ins Innere der Partei hineinwirken und wieviel Intelligenz und Standhaftigkeit nötig sind, sie abzuwehren. Wer dieses Spiel durchschaut hat und an leitender Stelle aktiv ist, trägt eine besondere Verantwortung für die Partei. Lass uns dieser gemeinsam gerecht werden und Einigkeit im Dialog suchen. Der Kampf gelte allein dem politischen Gegner!

Mit besten Grüßen und Wünschen

Marc Jongen

Laurenz
10. Juli 2019 23:16

Guten Tag, Herr Kubitschek, ich kann an ihrem Artikel nichts Verhaltenes erkennen. Der Artikel strotzt geradezu vor positiven Entwicklungen, die Sie wahrnehmen und hier vermitteln. Der Aufruf zu mehr Professionalität von Frau Weidel einerseits und Ihnen andererseits, läßt nichts zu wünschen übrig. Ob sich das weiterhin, sicher auch mit Stolpersteinen, in vergehender Zeit verbessern läßt, ist zumindest nicht abwegig.

1. Ihre Analyse der Grünen ist quasi zu 100% korrekt. Die Mitforisten, @Monika & @Keinstein, liegen falsch. Die Grünen lagen mit Ihrem Diametral-Erdogan, Cem Özdemir, und KGE nicht mehr gut im Rennen, hinter der AfD mit 8-9% abgeschlagen. Bei CÖ wird das Welt-netzwerkliche Unbehagen angesichts der orientalischen Masse hier nicht mehr gezogen haben, was der nette türkische Gemüsehändler auch nicht mehr ausgleichen konnte, und bei KGE läßt wohl das Klimakterium die männlichen Wählerherzen nicht mehr höher schlagen, wenn sie dummes Zeug faselt. Nur der Austausch in ein kleines süßes Pummelchen und in einen 3. klassigen Robert Redford für Helikopter-Mütter hat den Hype der Grünen bewegt, also eine Steigerung um ca. 15% +-, auf 20-25%, mancherorts sogar mehr, im Westen bewerkstelligt, und das, obwohl sich inhaltlich rein gar nichts geändert hat.
Wenn Herr Höcke es schafft, in Seinem Bundesland auf ähnliche Werte zu kommen, hat das schlicht mit Seiner persönlichen Wirkung als Mensch und als oppositionelle Kraft zu tun und wird auch den grünen Hilfs-Bolschewisten zumindest standhalten. Charisma ist nun mal nicht sozial gerecht verteilt, wohl eher selten. Es ist diese persönliche historische und aktuelle Wirkung, die eben jede/n vierte/n anspricht. Und wir sind ausnahmslos auf diese charismatischen Mitstreiter angewiesen.

2. Und natürlich ist diese Wirkung ein Dorn im Auge unserer politischen Gegner der Einheitsfront. Die Wirkung auf Mitbewerber innerhalb der Partei hat einerseits mit dem menschlichen Phänomen des Neids zu tun und andererseits werden andere persönliche Lebensmodelle und politische Macht-Modelle zugrunde gelegt. Z.B. Herr Pazderski bevorzugt, als Transatlantiker, eine Annäherung an die Einheitsfront um "koalitionsfähig" zu werden. Mutmaßlich schwebt ihm ein konservatives FDP-Model als Zünglein an der Waage vor. Allerdings wird diese Partei-Rolle durch 3er - und wohl bald 4er-Koalitionen konterkariert, und die Originale existieren bereits schon.
Desweiteren sind die persönlichen Auseinandersetzungen im Posten-Roulette auch ganz abseits des Flügels nicht zu knapp, wenn wir Niedersachsen, das Saarland, Baden-Württemberg usw. und sofort betrachten. Auch in meinen Bundesland Hessen wurden die jeweiligen Abgeordneten-Plätze bei der letzten Landtagswahl gleich 2 oder 3 hart arbeitenden Aktivisten versprochen, wohl, um Sie bei der Stange zu halten. Privilegien von Mandaten sind eben allzu verlockend.

Mitglieder, welche die Öffentlichkeit nutzen, um in der eigenen Partei mit persönlichen Angriffen Druck zu erzeugen, sind entweder blöd, oder die Partei und ihre Entwicklung ist ihnen zwecks persönlichem Nutznießens egal. Manche mögen auch gekauft sein. Der Mitforist @Keinstein liegt hier in Seinen Analysen voll daneben. Man erinnere sich an die merkelistisch erikale Öffnung der Grenzen und die Betroffenheit, ja die tiefe Verzweiflung Herrn Seehofers. Die Frustration Herr Seehofers saß so tief, daß er den professionellen Weg der Partei-internen Klärung verließ und versuchte Druck über die Öffentlichkeit auszuüben. Der Wähler ist externem Streit innerhalb einer Partei nicht gewogen, und die Erika-Horst-Nummer kostete die CDU/CSU 10-15% ihrer Wähler aus 2013. Aber natürlich haben CDU und CSU ihre Fraktionsgemeinschaft nicht aufgegeben. Mittlerweile einigt man sich wieder, ganz professionell, intern. Bei der SPD funktionieren die unterschiedlichen Fraktionen ganz anders. Immer dann, wenn man sich nicht mehr einigen kann, feuert man den Parteichef und säuft in der Wählergunst weiter ab. Aber bis auf Thilo Sarrazin, will man weder den Seeheimer Kreis noch die Jusos, noch die Parlamentarische Linke, noch das Netzwerk Berlin etc. feuern.

3. Ihre Rotes-Tuch-These mag einerseits richtig sein, ich stehe oder, geschweige, laufe nicht in den Schuhen Herrn Höckes oder den Ihren. Daher fällt mir es schwer eine tatsächliche Meinung zu gewinnen. Anderseits braucht man Paradiesvögel um mediale Aufmerksamkeit zu erhalten. Das Argument der Einschaltquote schlägt desöfteren ideologische Gesinnung in den Medien, ganz egal, ob in den Massenmedien oder in elitären Kreisen.

Und die liberalen Weichspüler in der AfD sollten der Geschichte Herrn Prof. Dr. Meuthens eingedenk sein. Der Co-Bundessprecher begegnete am Anfang Seiner Karriere den Medien in einer sehr liberalen Atmosphäre. Er bemerkte spätestens bis kurz vor Seinem 1. Kyffhäuser, daß kein Politiker der Einheitsfront und deren Kontaktleute bei den Medien auf neue Mitbewerber gewartet haben, ganz gleich, ob die rechts, links oder liberal sind. In diesem Augenblick der Erkenntnis wurde Herr Meuthen konservativer. Natürlich kann solch ein intelligenter Kopf auch nicht Seine lebenslange Prägung in allen Bereichen abstellen, was man an Seiner Position in der Rentendebatte bemerken konnte, auch in Anbetracht dessen, daß Herr Meuthen kein Nutznießer Seines eigenen Renten-Models sein wird, wenn sich keine Schweizer- oder Ösi-Lösung durchsetzen wird.
Nicht zu vergessen, ist die Notwendigkeit grenzwertiger Aussagen von AfD-Granden, weil sich nur auf diese die hungrigen Medien stürzen. Ein AfD-Lindner bekommt keine Sekunde Sendezeit oder gar eine Zeile beim Spieglein. Lieber einen schlechten Ruf als keinen. Dadurch wird man wenigstens von den Querulanten gewählt. Von daher, Herr Kubitschek, der Zeitgeist rennt immer mehr, und wer weiß schon, was morgen ist?

@Thomas Martini .... in meiner Wahrnehmung haben Sie genau verstanden, worauf es ankommt. Mir ist Herr Höcke in Seiner Vermarktung zu historisch, obwohl mir Geschichte am Herzen liegt. Aber mich muß Er auch nicht überzeugen. Und die Frage der Wirkung ist die entscheidende. Umso mehr die Einheitsfront in den Sack haut, desto klarer kristallisiert sich die Alternative für Deutschland.

Andreas Walter
11. Juli 2019 01:00

Als Erstes:

100 von 33.651 [Stand Februar 2019].

0,3%. Also fast genau so viele AfD-Mitglieder wie die, denen Kontakte zu rechtsradikalen Gruppierungen nachgesagt werden.

Nennen wir es also mal lieber ein Flügelspitzen-Kämpfchen, das nur die Opposition und die Presse darum völlig die Wirklichkeit verzerrend hochspielt.

99,4% der Mitglieder der AfD gehören also weder zu der einen noch zu der anderen "radikalen" Gruppe. Alles also nur Anti-AfD-Propaganda, die mich darum (fast) völlig kalt lässt.

Fast weil zum Zweiten und zu meinem Bedauern:

Auf der Liste steht der Name von jemand, den ich persönlich kenne und für den ich sogar schon zwei mal meine Knochen hingehalten habe, gegen zwei Angriffe der Antifa. Von der Seite, jetzt verstehe ich auch die Nichtreaktion, brauche ich also keine Hilfe zu erwarten. Dabei war er es sogar der mich mal gefragt hat, warum ich denn kein Mitglied der AfD werden möchte. Genau darum. Weil mich wahrscheinlich der Falsche das gefragt hat. Macht korrumpiert.

Fredy
11. Juli 2019 06:23

Es ist ein Fehler von GK/Sezession stets die Partei von Höcke zu ergreifen und regelmäßig dessen Verteidigung zu übernehmen.

Höcke ist für die Mehrheit der Deutschen eine Zumutung. Und ich behaupte auch für die Mehrheit im rechten Lager.

Es ist nur eine Frage der Zeit bis es zu einer Abspaltung kommt. Mit einem Mann, der sich allen geistig und charakterlich überlegen fühlt und seine Parteikollegen für charakterlose Karriereisten hält, ein Mann der eben nicht bescheiden ist und das charakterliche Defizit des Größenwahns hat, mit dem gibt es kein paktieren. Er will Führer und Erlöser sein und nicht Diener. Er braucht Jünger und Schafe und keine Kameraden und Kollegen.

Waldgaenger aus Schwaben
11. Juli 2019 06:44

Der Angriff Höckes auf die parteiinternen Schiedsgerichte und den Bundesvorstand war unnötig wie ein Kropf.

In Sachsen wird die Wahl der AfD mit Methoden eines autoritären Regimes behindert und Herr Höcke hat tags darauf nichts anderes zu tun als auf die eigene Parteiführung los zu gehen.

Und auch für seine eigene politische Zukunft war es auch eher suboptimal. Wenn er in Thüringen hinter den Wahlergebnissen der anderen ostdeutschen Landesverbände zurückbleibt, war es das wohl für ihn. Selbst bei einem ähnlichen Ergebnis wie in Sachsen und Brandenburg, wird er sich vorhalten lasssen müssen, dass er auch nicht mehr mehr zustande bringt als die anderen. Wenn die AfD im Osten isngesamt hinter der EU-Wahl zurück bleibt, wird dies auch Höcke angelastet werden.

Die Erklärung der Gegenseite war nun auch nicht besonders klug, aber verständlich.

Wie soll es weiter gehen?

"Es kommt nicht darauf an, wer angefangen hat, es kommt darauf an wer aufhört.", sagte ich immer wenn meine Kinder mich im Streit als Schiedsrichter anriefen. Und hier sieht es bei der AfD schlecht aus. Beide Seiten eskalieren weiter und zeigen dem Wähler, dass die AfD nach wie vor weit von Regierungsfähigkeit entfernt ist.

Valjean72
11. Juli 2019 07:54

@Thomas Martini :

“Also entweder haben die bei den Leitmedien jede Menge Auftragsschreiber ...“

Es müssen gar nicht die Leitmedien selbst sein, welche Auftragsschreiber ins Feld schicken, um in den Leserkommentarbereichen den gewünschten Spin zu erzeugen.

Dafür sind unter anderem regierungsnahe Agenturen zuständig, die einerseits kritische Beiträge in den sozialen Medien löschen und Profile indirekt blockieren („shadow banning“).

Es herrscht ein regelrechter Informationskrieg und ein wichtiges „Schlachtfeld“ sind die Leserkommentarbereiche der Leitmedien, sowie die sozialen Netzwerke. Es wäre naiv zu glauben, dass die Machtstrukturen dieses Feld nicht intensiv bearbeiteten.

Der Schweizer TAGESSPIEGEL berichtete bereits vor zehn Jahren folgendes:

“Das US-Militär hat seine Propagandaabteilung gewaltig ausgebaut. Nichts wird unversucht gelassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon über 27'000 Personen, die ausschliesslich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind
[…]
Eine für den Informationskrieg zuständige Dienststelle namens «Joint Hometown News Service» befindet sich nach AP-Informationen auf einem früheren Luftwaffen-Stützpunkt in San Antonio, Texas.“

(Quelle: tagesanzeiger.ch ; 12.02.2009)

MARCEL
11. Juli 2019 07:54

Vertraut nicht allein auf Parteien!
Siehe aktuell Skandal um Zusammenstreichung der AfD-Landesliste in Sachsen. Es ist wieder alles möglich.
Viele unserer ( eher westdeutschen) Landsleute müssen ihre angewöhnte "Delegations-, bzw. Zuständigkeitsmentalität" abstreifen.
Alle sind gefragt!

RMH
11. Juli 2019 09:15

Danke für die Einstellung des Briefes von Marc Jongen.

Ich möchte Herrn Jongen in Bezug auf den Umgang mit dem Wort "Karrierist" uneingeschränkt zustimmen. Der Vorwurf des "Karrieristen" ist untauglich und sollte nicht verwendet werden. Zudem:
Ich möchte einen der "Flügel"-Leute sehen, der auf einen sicheren Listenplatz, einen gut dotierten Posten etc. verzichtet. Insofern trägt der Vorwurf "Karrierist" immer einen sehr großen Keim der Heuchelei in sich.

Herrn Höcke sei zudem angeraten, dass er sich nicht wie ein Zauberlehrling verhalten soll, der die Geister, die er rief oder zumindest duldete, nicht mehr los bekommt. Im Moment kann Herr Höcke solche Kreise, die ihn als Hoffnungsträger sehen und ihre Ziele in ihn hinein projizieren, ganz gut moderieren, aber diese politischen Manichäer kennen keinen Frieden, keine Koalition, keinen Kompromiss etc. Wenn es für Herrn Höcke gut laufen sollte, dann wird ihm genau das aber in den nächsten Jahren passieren: Er muss auch die Fähigkeit haben, Brücken zu schlagen, Kompromisse einzugehen und Regierungen zu bilden und auch ggf. regieren und selbst mit einer eigenen Mehrheit ist das kein Spaziergang oder ein mit dem Kopf durch die Wand Spiel. Spätestens dann ist die Zeit vorbei, idealistische Türme in den Wind zu bauen und spätestens dann werden die ganzen Claqueure, die so schnell das Wort "Verräter" im Munde führen und die in ihren feuchten politischen Träumen innerlich schon von irgendwelchen Tagen der Abrechnung und Tribunalen träumen, aber einstweilen nach außen noch Kreide fressen, auch einen Herrn Höcke einen Karrieristen und Volksverräter schimpfen, denn diesen Kreisen kann es KEINER recht machen, deswegen hat sie das Leben auch zumeist an den Rand der Gesellschaft gespült.

Im Übrigen gebe ich wieder einmal dem @Waldgänger recht. Ich trage die Vermutung, dass die Thüringen-Wahl nicht zu einem rauschhaften Wahlsieg führen wird sondern wieder zu einem Stück weit Bodenhaftung. Ich hoffe aber sehr, dass die 20%-Marke überschritten wird und bereits darum muss man kämpfen, dass darf man bitte nicht übersehen. Der Gegner geht dieses Mal sehr gut vorbereitet in den Wahlkampf und operiert mit allen Mitteln. Es gibt zudem keine Überraschungseffekte auf Seiten der AfD mehr. Das wird mithin kein Selbstläufer - auch nicht im "aufstehenden" Osten (der die Mitte Deutschlands ist - gerade im Falle Thüringens).

Seneca
11. Juli 2019 09:21

Stimmige Einschätzung dessen, was zu tun und nicht zu tun ist. Auffällig ist in der Tat, dass es mit der JF und auch TE zwei Medien aus dem eigenen Lager gibt, die aktiv gegen Höcke schießen und dies klar gegen den Willen der deutlichen Mehrheit Ihrer Leser/Kommentatoren. Bei TE ist man mittlerweile soweit, dass man gute, ruhig und abgewogene Kommentare zu Höcke nicht mehr veröffentlicht. So ist es mir gestern mit einem Kommentar zu einem Schmierstück von Wallasch ergangen. Wer profitiert von der Stimmungsmache gegen Höcke bzw die erfolgreiche Ost-AfD? Sicherlich nicht das Land.

atzele51
11. Juli 2019 10:24

Hier könnt Ihr die Höckerede in super Qualität geniessen >>>https://youtu.be/mN6QythST_w

Sandstein
11. Juli 2019 10:26

@ Laurenz

wenn Sie von der Parteigeschichte der Grünen reden wollen - aber beim Wachwechsel KGE zu Annalena und Robert hängenbleiben.
Sehen Sie Laurenz, das ist anscheinend genau die Dimension, in der Sie denken. Sie springen zwischen den Themen, Seehofer-Merkel wurden nicht einmal erwähnt,deshalb nochmal zur Erinnerung: es geht hier um die strategische Ausrichtung der AfD..meine Güte!
Aber klar, die Monika und der "Keinstein" (sehr originell..gähn) haben es nicht verstanden, zum prusten.
Und damit ist jetzt von meiner Seite zu Ihnen auch alles gesagt.

Franz Bettinger
11. Juli 2019 10:44

Stellt euch folgendes Horror-Szenario vor:

Die Cucks gewinnen den Machtkampf. Der in der letzten Talkshow promovierte Uwe Junge wirft Björn Höcke raus. Die AfD fällt darauf auf 7% und verharrt da. Junge und seine Co-Cucks werden von den Medien freundlicher als bisher behandelt, weil sie jeden echten Widerstand gegen die Umvolkung aufgeben. Uwe fordert, die Zuwanderung auf 190.000 pro Jahr zu beschränken. 200.000, wie von Seehofer gefordert, seien nicht tragbar. - "Uwe, Uwe ...", skandieren die Cucks. Die AfD wird Regierungs-Partei in einer Koalition mit der CDUCSU. Uwe Junge stellt weitere moderate Forderungen, auf die keiner eingeht. Irgendwann sagt ein AfD-Staatssekretär, dass unter den afrikanischen Flüchtlingen auch nicht integrierbare Verbrecher seien. Daraufhin fliegt die AfD, als Regierungs-Partei mit 7% im Bundestag, aus der Regierung. Die folgende Hetzjagd, der "wir haben's immer gewusst"-Medien zerlegt die AfD auf 3%. Ende. Aber sie waren mal dabei. Wie die Reps und die Piraten. Soviel zum "klaren Kurs" der Sandburgen-Bauer und anderer Realos in der AfD.

Nein, Björn Höcke aus der Partei zu schmeißen, wäre, als würde Merkel Seehofer feuern. Nicht nur undemokratisch, sondern dumm. Es muss verschiedene Strömungen in einer Partei geben, und basta. Mir sind Personen egal. Politiker kommen und gehen. Ich wähle ein Partei-Programm! Und ich würde einen Besenstil wählen, wenn er in der AfD wäre. Alles, nur nicht die Etablierten.

Franz Bettinger
11. Juli 2019 11:37

@Nemo und @Lotta: Radikal? Seit wann ist radikal was Schlechtes? Ubi pus ibi evacua! sagen die Mediziner. Wer an diesem faulen Zahn (BRD) keine Wurzelbehandlung vornehmen will, kann gleich einpacken.

Björn Höcke trifft ins Schwarze: Es gibt keinen Ersatz für den Erfolg. Und den erreicht man nicht hinterm warmen Ofen sondern vorne. In der Tat könnte der "Aufbruch des Ostens" die Deutschen aus der Stagnation reißen. Es wird sich zeigen, welches unserer AfD- Mosaik- Steinchen die anderen im Puzzle mit sich nach oben reißt. Ich tippe auf den Flügel als stärkstes Pferd. Das Erfolgsrezept heißt: Wahrhaftigkeit. Gerade weil diese unter Politikern am Aussterben ist.

Lotta Vorbeck
11. Juli 2019 11:42

@Waldgaenger aus Schwaben - 11. Juli 2019 - 06:44 AM

I.) "Der Angriff Höckes auf die parteiinternen Schiedsgerichte und den Bundesvorstand war unnötig wie ein Kropf."

+ Frage: Sagt wer?

II.) "In Sachsen wird die Wahl der AfD mit Methoden eines autoritären Regimes behindert und Herr Höcke hat tags darauf nichts anderes zu tun als auf die eigene Parteiführung los zu gehen."

+ Frage: Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

III.) "Und auch für seine eigene politische Zukunft war es auch eher suboptimal."

+ Frage: Sorgen Sie sich um Björn Höckes politische Zukunft?

IV.) "... dass die AfD nach wie vor weit von Regierungsfähigkeit entfernt ist."

+ Frage: Die Kartellparteien sind regierungsfähig?

Theren
11. Juli 2019 12:17

Die Reden waren herausragend, unglaublich motivierend; "ist nicht verhandelbar...", das Auftreten authentisch glaubhaft.

Herrn Höckes quasi Ankündigung nach den Wahlerfolgen in Mitteldeutschland für den Bundesvorsitz zu kandidieren wird die Partei zur Entscheidung zwingen und stellt endlich die Chance für eine Wende dar (wenn auch die Volksfront immer dagegen stehen wird).
Dennoch, auch wenn ich da empfindlich bin, diese "Disney-Inszenierung" und die Rührseligkeiten stoßen mich einfach nur ab, mag ja sein, daß so etwas "notwendig" ist um die Wähler zu erreichen, aber gibt es nicht doch etwas würdevolleres und weniger primitiv Plagiertes?

RMH
11. Juli 2019 12:39

OT, aber doch irgendwie dazu gehörend:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/identitaere-bewegung-verfassungsschutz-stuft-die-gruppe-als-rechtsextremistisch-ein-a-1276822.html

Die IB wird jetzt als rechtsextremistisch eingestuft. Wer den Bericht liest, erkennt exakt die Argumentation des BVerfG aus seinem letzten Urteil zu einem NPD-Verbotsantrag wieder. Bereits damals wurde vor der dort vorgenommen fast schon uferlosen Definition der "Menschenwürde" gewarnt (dazu gibt es hier auch eigene Artikel, nicht nur Debattenbeiträge). Ich persönlich schrieb hier auf diesem Blog, dass dieses Urteil eine Blaupause für ein Vorgehen gegen alle Bewegungen und Parteien, insbesondere die AfD, sein wird, die noch ansatzweise einen Unterschied zwischen einem Menschen deutscher Abstammung und einem Menschen nichtdeutscher Abstammung machen wollen, welcher sich dann auch in konkreten Rechtspositionen niederschlagen kann/ soll.

Wenn man es konsequent zu Ende denkt, ist damit als nächster Schritt die Feststellung des "Flügels" als rechtsextremistisch zwingend und dieser ist dann unter VS-Beobachtung zu stellen. Ich bin mir sicher, dass während ich diese Zeilen schreibe, irgendwo irgendein Politiker der etablierten Parteien genau dies bereits via Twitter fordert. Der Druck auf den Kessel wird kontinuierlich erhöht und damit werden die innerparteilichen Auseinandersetzungen sicher nicht so einfach ad acta gelegt werden können. Auch B. Höcke wird sich hierzu früher oder später äußern müssen. Klagen gegen derartige Einstufungen würde ich persönlich aufgrund der bisherigen BVerfG-Rechtsprechung und des dort vertretenen Personals für nicht unbedingt erfolgversprechend halten. Ich denke, die echte Zerreißprobe steht an, wenn der Flügel als rechtsextremistisch eingestuft werden wird, was bald kommen kann. Höcke scheint mir dann doch deutlich zu früh gestartet zu sein, mit seinem diesjährigen Kyffhäusertreffen. So verbrennt man auch Talente.

Lotta Vorbeck
11. Juli 2019 12:50

@Theren - 11. Juli 2019 - 12:17 PM

"...

Dennoch, auch wenn ich da empfindlich bin, diese "Disney-Inszenierung" und die Rührseligkeiten stoßen mich einfach nur ab, mag ja sein, daß so etwas "notwendig" ist um die Wähler zu erreichen, aber gibt es nicht doch etwas würdevolleres und weniger primitiv Plagiertes?"

**********************************

Mal angenommen, das Schloß Neuschwanstein sei etwas "Disney-Inszeniertes".

Demnach wäre beispielsweise das Bundeskanzleramt "doch etwas würdevolleres und weniger primitiv Plagiertes".

Halenberg
11. Juli 2019 12:54

Fredy: Sie bringen es auf den Punkt. Nicht vermittelbar und eben UNAUTHENTISCH. Herr Kubitschek, denken Sie um.

@Laurenz: “Lieber einen schlechten Ruf als keinen. Dadurch wird man wenigstens von den Querulanten gewählt.”
Das scheint aber in der Tat das Motto nicht weniger Kommentatoren hier und vor allem der Fluegler zu sein. Man ist fassungslos.

Atz
11. Juli 2019 12:56

Und dann das Handeln des Verfassungsschutzes gegen die Identitären. Ich bin sehr gespannt wie weit sich der Rechtstaat aus dem Fenster lehnt um der AfD im Landtagswahlkampf in die Suppe zu spucken. Warm anziehen und durch.

Homeland
11. Juli 2019 13:22

Sollte das Lager um Björn Höcke die AfD auf einem Bundesparteitag vor die Wahl stellen, versuchen, sie auf seinen / deren Kurs zu zwingen, erbringen er und die Seinen den Beweis, dass dergleichen auch mit dem Land versucht würde, das regieren zu wollen sie beabsichtigen. Ich sehe nicht, warum es hier anders als dort sein sollte. Solche Führer braucht keine Partei und kein Land. Es gilt dies jedoch auch uneingeschränkt für die Hardliner des anderen Lagers um Pazderski.

Die einen wie die anderen sind offensichtlich dabei zu vergessen, dass sie nicht von einem ominösen Staat, sondern von den Bürgern dieses Landes bezahlt werden, um ihnen zu dienen und nicht ihren Ideologien. Sollte die AfD erneut eine Spaltung vollziehen, ist sie wert aus den Parlamenten hinausgewählt zu werden. Professionalisierung ist das Spiel zu spielen, dabei einig zu sein und zu jagen, wie versprochen. Das, was geboten wird, ist kein Spiel. Es ist Ernst. Und gerade deshalb maßlos dilletantisch.

Laurenz
11. Juli 2019 13:29

@Fredy .... was ist denn Herr Habeck? Doch nichts anderes als eine Jesus-Figur, die allerdings nur virtuell am Kreuze hängt, sonst würden in jeder Talk-Schau seine Hände bluten.
Wie wollen Sie denn gegen solche Erlöser-Figuren antreten? Mit der Verhinderung der Ost-Tangente und Tempo 30 in und um Ihre Heimatstadt?
Aus Ihnen, Fredy, spricht der reine Neid. Herr Höcke und Seine Familie bezahlen für Seine Popularität genug. Konzentrieren Sie Sich doch lieber auf Ihre persönlichen Stärken, als an den unerreichbaren - anderer Leute.

Der Rechte
11. Juli 2019 14:13

Respekt! In der Außendarstellung sind die AfD-Spalter dem Höcke-Flügel klar überlegen. Trotz der immensen Verfolgung missliebiger Parteimitglieder – (wahrscheinlich) ausschließlich des Höcke-Flügels – gelingt es ihnen, sich als diejenigen darzustellen, denen die Einheit der AfD am Herzen läge.

Deshalb hier einige Fakten über Unterstützer oder gar Initiatoren des Aufrufs gegen Björn Höcke, der „die innerparteiliche Solidarität verletzt“ hätte und damit „unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen“ wäre.

-Seifen NRW: zum wiederholten Male verstößt er gegen die Ordnung der Partei indem er Parteimitglieder diffamiert. Er vergleicht Björn Höcke in einem öffentlichen Vortrag https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/afd-vergleich-hoecke-goebbels-100.html mit Hitler und Goebbels – wofür braucht's noch die Antifa? Konsequenzen vom BuVo? Keine!

-Bernd Gögel: auf dem Landesparteitag in Heidenheim spricht über parteiinterne Gegner als Schädlinge gegen die der Vermieter den Kammerjäger rufen kann. https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.parteitag-in-heidenheim-goegel-und-spaniel-fuehren-kuenftig-die-landes-afd.9c1a8464-3ddd-4d9d-8217-ba3f6f389f03.html PAV gegen Stefan Räpple,

-Uwe Junge: diskreditiert Parteimitglieder pauschal als Narrensaum und ist einer der großen PAV-Gestalter auf Landesebene: Christiane Christen u. Jens Ahnemüller.

-Pazderski: Berüchtigt für PAV: Andreas Wild u. Jessica Bießmann.

-Kay Gottschalk: Bei der Verhandlung am LSG Schleswig-Holstein gegen Doris von Sayn-Wittgenstein gibt Gottschalk zu, dass die angeblich „strafrechtlich relevanten“ Vorwürfe (Holocaustleugnung!) in der Pressemitteilung des BuVo vom 17. Dezember 2018 ein Vorwand zur weiteren Verfolgung von Doris von Sayn-Wittgenstein waren.

Und nach all dieser intriganten Arbeit gegen Höcke-Anhänger äußert sich Björn Hocke zum allerersten Mal, dass er diesem Treiben nicht weiter tatenlos zusehen wird. Und nun ist Höcke der Spalter? Ein grandioser Marketing-Coup der Alternmative-Mitte-Anhänger.

ps: Ist einem Foristen ein einziges PAV, das von Höcke-Anhängern gegen AM-Vertreter initiiert wurde, bekannt? Dann bitte ich um Mitteilung!

Sagan
11. Juli 2019 14:16

Ich kommentiere selten, beim letzten Mal ging es, wenn ich mich richtig erinnere, auch um Höcke: Es war Wahlkampf und ich berichtete, wie frustrierend es sei, hier im äußersten Südwesten der Republik am Wahlkampfstand ständig dessen irritierendes Verhalten erklären zu müssen. Natürlich wurde mir hier von Mitkommentatoren im schneidenden Ton beschieden, wenn ich nicht in der Lage sei Höcke zu verteidigen, doch lieber zu Alfa oder zur CDU zu gehen ...

Es ist scheint wohl so sein, dass Höcke in den neuen Bundesländern grundsätzlich anders wahrgenommen wird als im Westen: Freunde aus Thüringen preisen sein charismatisches Auftreten, er sei ein Volkstribun. Ich kann nur für mich und mein Umfeld hier im Westen (und nach vielen Kontakten mit den Leuten, die hier überhaupt an einen AfD-Stand kommen!) vermelden, dass "Höcke" abschreckt; seine Äußerungen werden bestenfalls als unbedacht, sein Auftreten als ungelenk, linkisch, peinlich bewertet. Dabei liegt die Latte hier in Baden-Württemberg, was die Erwartungen an *kluges* Verhalten von AfD-Repräsentanten angeht, nicht mehr besonders hoch, das können Sie mir glauben.

Und was einen Teil seiner Anhänger angeht: "Lieber einen schlechten Ruf als keinen" - in dieser Haltung, die auch hier von einem Kommentator vertreten wurde, liegt das ganze Problem, jedenfalls für eine Partei, die darauf angewiesen ist, viel mehr Wähler zu überzeugen:

Wer sich "rechts" engagiert, lernt rasche einige unerfreuliche Dinge, etwa, dass er verleumdet werden wird, ganz egal, ob er sich wirklich etwas zuschulden kommen lässt oder nicht.
Er lernt aber auch, dass es Mitstreiter gibt, die aus diesen Verleumdungsautomatismen den Schluss ziehen, dass es dann ja gar keine Rolle spiele, wie sie sich verhielten, die Reaktion sei ja sowieso immer dieselbe, verlogen und heuchlerisch - und genau so verhalten sie sich dann auch.

Das sind vorzugsweise die, die ihre Position gar nicht vernünftig, abgewogen und überzeugend vertreten und begründen *können*. Wer sich kein Interesse und keine Aufmerksamkeit erarbeiten kann, holt sie sich dann eben über "krasses" Verhalten, über radikale Äußerungen. Und wer das als schädlich kritisiert, der ist ein Kompromissler, ein Karrierist, dem wird angeraten, doch zu Alfa oder zur CDU gehen. Dieser Typus, der keinen Ruf zu verlieren hat, weil es ihm an Substanz fehlt, sich überhaupt einen zu erarbeiten, der hat dann in der Tat lieber einen schlechten Ruf als gar keinen: Besser mit Abscheu betrachtet als gar nicht beachtet!
Dem geht es letztlich nicht um die Sache, auch wenn er natürlich behauptet, diese besonders kompromisslos zu vertreten, dem geht es nur um sich selbst.

Nemo Obligatur
11. Juli 2019 17:34

Zeit gehabt, alles noch mal in Ruhe zu durchdenken und von allen Seiten zu betrachten. Vorweg: Es ist eigentlich bedauerlich, dass Sezession quasi ein AfD-Diskussionsforum geworden ist. Es ist aber verständlich und wird nicht so bleiben müssen.

Zum Thema: Was mir an Björn Höckes Auftritt entschieden missfallen hat, war die Inszenierung. Das ist eine Art von Personenkult, die viele Menschen, auch mich, abstößt. Vergleiche mit FJS verfangen nicht. Strauß war damals Ministerpräsident, zuvor Minister der Bundesregierung. Dahinter steckt eine Lebensleistung. Zudem hat er gewissermaßen Bayern repräsentiert. Höcke repräsentiert sich selbst. Einige Teile einer Rede mögen inhaltlich diskussionswürdig gewesen sein (z.B. zur japanischen Familienpolitik). Haarsträubend war das Austeilen von Bismarck-Medaillons an "verdiente Anhänger". Da drängen sich jedem die historischen Vergleiche von selbst auf. Hat Höcke denn niemandem, der wenigstens ein paar Instinktreste hat und ihm davon abrät? Ohne Zweifel desaströs war nach Art und Inhalt die Drohung, sich "mit Hingabe" um den Bundesvorstand zu kümmern. Sozusagen, nachdem Thüringen selbstverständlich zu 51% AfD wählt. Ich würde sagen, da haben zunächst die Wähler zwischen Erfurt, Jena und Weimar auch noch ein Wörtchen mitzusprechen. Soviel Demut sollte sein. Demut aber ist die Sache Höckes augenscheinlich nicht.

Und um nochmals auf meine gestern mir selbst vorgelegten Fragen zurückzukommen. Erstens, die AfD hat keine Zukunft als reine Ost-Partei. Eine Partei, die Deutschland nochmals spaltet, kann niemals die meinige sein. Ich glaube, viele hier sehen das ähnlich. Zweitens, ein gesundes Maß an Radikalität hat Höcke inzwischen deutlich überschritten. Er befindet sich auf einem Irrweg, auf dem ihm hoffentlich nicht viele folgen werden. Man muss als deutscher Patriot und Demokrat vor allem in schwierigen Zeiten möglichst viele Gemeinsamkeiten mit Gleichgesinnten suchen. Gerade die AfD sollte sich sagen: Wer nicht gegen uns, der ist für uns. Nur so wird das Ziel einer Erneuerung Deutschlands erreichbar sein.

Niekisch
11. Juli 2019 18:10

"Höcke ist für die Mehrheit der Deutschen eine Zumutung."

@ Fredy 6:23: Das zeigt zumindest mir, daß Björn Höcke richtig liegt.

Arrow
11. Juli 2019 19:55

Entscheidend scheint mir Folgendes: Mit Höcke schießen sich die Zuckerwasserkonservativen in der AfD nun auf denjenigen ein, auf den sich die feindliche Presse bereits eingeschossen hat. Hôcke sei schlecht für die Partei, weil sein Image im Wahlvolk von der permanenten Diffamierung seiner Person in den Medien zerschlissen ist. Indem man dieser Logik folgt, gibt man der feindlichen Presse die Macht über Personen in und damit auch die Richtung der Partei. Dass diese Medienmacht groß genug ist, einen parteiinternen Ostrazismus wie diese Unterschriftenkampagne auszulösen, muss erschrecken. Insbesondere sollte es die Parteispitze zutiefst alarmieren gegen solche Praktiken entschieden vorzugehen.

Fredy
11. Juli 2019 20:18

@Laurenz

Neid? Um Gottes Willen. Politiker wäre das Allerletzte. Da reinige ich lieber Latrinen. Ganz bescheiden.

Und was Habeck betrifft. Da mögen Sie Recht haben. Aber ging es hier um Habeck?

Mich stört gewiss nicht Höckes politische Einstellung. Der Habitus, der Dogmatismus, die Überheblichkeit, sein falsches Bild von sich selbst ...

Nur ein kleines Beispiel aus der Rede: "... dann waren es keine Freunde." Diesen Menschenschlag kenne ich, ich war früher mit ihm unterwegs. Alle einteilen in Freund und Feind bzw. Freund und Verräter. Wir sind aber Menschen. Menschen ändern sich, Interessen, Erkenntnis und Auffassungen ändern sich, Lebenswege führen zusammen und trennen sich. Das menschliche geht diesen Leuten völlig ab. An der Stelle sitzt der Stolz auf die Unversöhnlichkeit. Dieser Stolz führt zu nichts Gutem.

qvc1753
11. Juli 2019 20:32

Man kann denken was man will, aber die Inszenierung der Rede fand ich persönlich ein wenig provinziell. Hollywood, wenn es ausserhalb von Hollywood produziert wird, ist ein ähnlicher Effekt. Sieht annähernd so aus, aber irgendwie doch nicht richtig.
Für Thüringen scheint es zu funktionieren, in Oberhausen, Franfurt oder Wiesbaden habe ich Zweifel.
Aber zum Inhalt:
Wenn in der Aussenwahrnehmung (die die meinige ist) Lucke zuerst schon fast rechtsextrem, gegenüber Perty dann gemässigt schien. Dann Petry die Gemässigte im Vergleich zu dem was dann kam etc.
So langsam aber sicher schmiegt sich das Nationalkonservative an das noch weiter Rechte on meiner Wahrnehmung. Irgendwann passt dann da kein Blatt mehr zwischen.

Lotta Vorbeck
11. Juli 2019 20:52

@Franz Bettinger - 11. Juli 2019 - 10:44 AM

"Stellt euch folgendes Horror-Szenario vor: ..."

*************************

Es dürfte dem bestens eingespielten Kartell (und seinen Hilfstruppen) nicht sonderlich schwerfallen, die nur nach Koationsmöglichkeiten schielenden, cuckservativen Postenjäger zu einem diesbezüglich günstig gewählten Zeitpunkt, mittels eines "Ibiza-Videos" abzuservieren.

Thomas Martini
11. Juli 2019 21:01

Der Beitrag des Foristen "Der Rechte" vom 11. Juli, über die PAV, ist ein Volltreffer!

Großes Dankeschön für diese Zusammenfassung.

"Dieser Typus, der keinen Ruf zu verlieren hat, weil es ihm an Substanz fehlt, sich überhaupt einen zu erarbeiten, der hat dann in der Tat lieber einen schlechten Ruf als gar keinen:"

"Au village, sans prétention
J'ai mauvaise réputation
Que je me démène ou que je reste coi
Je passe pour un je-ne-sais-quoi
Je ne fais pourtant de tort à personne
En suivant mon chemin de petit bonhomme

Mais les braves gens n'aiment pas que
L'on suive une autre route qu'eux
Non les braves gens n'aiment pas que
L'on suive une autre route qu'eux
Tout le monde médit de moi
Sauf les muets, ça va de soi

Le jour du quatorze juillet
Je reste dans mon lit douillet
La musique qui marche au pas
Cela ne me regarde pas
Je ne fais pourtant de tort à personne
En n'écoutant pas le clairon qui sonne"

In diesem Chanson von George Brassens, geht es um eine Einordnung des schlechten Rufs. Sinngemäß singt Brassens, daß die "braven" Leute es nie mögen, wenn einer eigene Wege geht.

So ist es ganz sicher auch bei Hernn Höcke. Wie der Protagonist in George Brassens legendärem Chanson, ergeht es auch ihm:

"Ob ich mich anstrenge oder nicht,
ich gelte nur als Bösewicht."

Nebenbei bemerkt: Ob man bei seinem Gegenüber einen Vertreter der Spezies "homo bundesrepublicanensis" (Dr. Thor v. Waldstein) vor sich hat, bemerkt man schnell wenn es um Höcke geht.

Simplicius Teutsch
11. Juli 2019 21:12

Nemo Obligatur: „Höcke repräsentiert sich selbst.“

Entschuldigung, aber das können Sie so nicht im Ernst meinen. Björn Höcke steht politisch für Widerstand gegen eine übermächtige linke Öffentliche Meinung, für rechte Unbeugsamkeit und für die Hoffnung auf eine halbwegs deutsche Zukunft, wie kaum ein anderer. Mag ja sein, dass solch eine selbstbewusste politische Figur vor allem im Westen heutzutage Bauchkrämpfe, Hass und Augendrehen bei Linken und ihnen mit Druckleitungen verbundenen AfD-Funktionären verursacht; - das muss man natürlich strategisch und taktisch berücksichtigen.

Waldgaenger aus Schwaben
11. Juli 2019 21:32

@Lotta Vorbeck
11. Juli 2019 11:42

@Waldgaenger aus Schwaben - 11. Juli 2019 - 06:44 AM

I.) "Der Angriff Höckes auf die parteiinternen Schiedsgerichte und den Bundesvorstand war unnötig wie ein Kropf."

+ Frage: Sagt wer?

Ich und der gesunde Menschenverstand.

II.) "In Sachsen wird die Wahl der AfD mit Methoden eines autoritären Regimes behindert und Herr Höcke hat tags darauf nichts anderes zu tun als auf die eigene Parteiführung los zu gehen."

+ Frage: Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

Was in Sachsen abläuft ist nicht einfach nur eine schmutzige Medienkampagne. Hier wird das Wahlrecht, die Basis der Demokratie angegriffen. Die AfD müsste nun alle Kräfte darauf konzentieren, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit darauf zu lenken, dass in Deutschland etwas geschieht, das nicht weit weg ist von dem, was z.B. Erdogan in Istanbul versucht hat.
Ich verweise dazu auf den Verfassungsblog, der ansonsten mit der AfD sicher nichts am Hut hat:
https://verfassungsblog.de/demokratische-tragoedie-in-sachsen/

Diskutiert in der Öffentlichkkeit an AfD-bezogenen Themen wird aber Höcke. Höcke rauf und runter. Höcke oben, Höcke unten, Höcke links, Höcke rechts. Danke Höcke.

III.) "Und auch für seine eigene politische Zukunft war es auch eher suboptimal."

+ Frage: Sorgen Sie sich um Björn Höckes politische Zukunft?

Ich stelle auch hier seine Fähigkeit zum geschickten Taktieren in Frage. Und die braucht man, wenn man im BuVo mitmischen will. Mit einem starken Wahlergebnis im Rücken, hätte er eher einen Anspruch anmelden können, bei der Wahl des BuVo mitzumischen.
Warum hat er nicht bis nach der Wahl in Thüringen gewartet?

IV.) "... dass die AfD nach wie vor weit von Regierungsfähigkeit entfernt ist."

+ Frage: Die Kartellparteien sind regierungsfähig?

Parteiinterne Geschlossenheit ist Teil der Regierungsfähigkeit. Wenn man bei jedem Kompromiss sich mit heftigsten internen Angriffen auseinander setzen muss, erschwert das das Regieren schon etwas.

Andreas Walter
11. Juli 2019 21:37

Leider ist Höcke auch ein romantischer Träumer, ebenso wie auch seine Gegner, selbst die der anderen Parteien. Die Deutsche Krankheit eben.

Der_Juergen
11. Juli 2019 21:47

@Der Rechte

Danke für diese Zusammenstellung. Sie bestätigt, dass es in der AFD-Spitze von unbrauchbaren (um drastischere Worte zu vermeiden) Leuten nur so wimmelt. Ob es einem nun in den Kram passt oder nicht - die Spaltung der AFD ist unvermeidlich; vor den Landtagswahlen im Osten wird es nicht dazu kommen, da beide Flügel bis dann halbwegs stillhalten werden, aber dann wird der Riss nicht mehr zu kitten sein.

Wenn @Fredy meint, Höcke sei für die Mehrheit der Deutschen eine Zumutung, so dürfte das durchaus stimmen. Schliesslich haben ja über 85% der Deutschen ihre Stimme bei der letzten Bundestagswahl Parteien gegeben, die kaum noch ein Hehl daraus machen, dass sie das deutsche Volk abschaffen wollen. Mir tut es leid um die - sicherlich subjektiv ehrlichen - Foristen, die immer noch dem Wahn anhängen, die AFD werde durch eine Koalition mit einer Post-Merkel-Union die Lage in Deutschland grundlegend verbessern können. Wer noch an eine Rettung Deutschlands durch Wahlen glaubt, dem ist kaum noch zu helfen.

Warum denn überhaupt eine AFD, warum ein Höcke-Flügel? wird da mancher fragen. Antwort: Die Aufgabe der Partei besteht darin, den Herrschenden das Leben so schwer wie möglich zu machen, indem sie im Bundestag und in den Landtagen unermüdlich deren Schandtaten aufdecken und anprangern. Auf diese Weise kann sie entscheidend zu einem Stimmungswechsel im Volk beitragen, der am Tag X in eine Erhebung münden muss. Wenn die Wirtschaft kollabiert, viele Millionen Deutsche über Nacht verarmen und Merkels Goldstücke allenthalben plündern, werden "Radikale" wie Höcke plötzlich keine "Zumutung" für die Mehrheit der Deutschen sein. Eine Zumutung werden dann die erbärmlichen Cucks sein, von deren Feigheit und Opportunismus die von @Der Rechte angeführten Zitate Zeugnis ablegen.

Franz Bettinger
11. Juli 2019 21:58

@Laurenz: Ich glaube nicht an den Grünen-Hype. Er steht nur auf dem Papier und ist, wie einst beim Schulz-Zug, ein Medien-Fake, eine Manipulation der Rohdaten (bei denen die AfD ja manchmal auf rund 50% kommt). Gefälschte Umfrage-Ergebnisse aber weisen in eine ganz andere und gefährlichere Richtung: sie kündigen von der Absicht, die Wahlergebnisse zu fälschen. Das eine ist die Vorbereitung des anderen. Fazit: Die AfD braucht ihr eigenes Umfrage-Institut. Um vorher zu wissen und zu publizieren, was bei den Wahlen wirklich herauskommen müsste. Müsste - ja, wenn nicht gefälscht würde. (Das gute Wahlergebnis der Grünen in BW ist allein Stuttgart 21 zu verdanken, sonst nichts.)

Laurenz
11. Juli 2019 22:12

@Nemo Obligatur ..... was nutzt der Denktank, wenn er keinen Bezug zur tatsächlichen Politik hat? Als ob wir hier meist die AfD debattieren würden, und die Einheitsfront-Hanswurste nicht...

@Sagan ... heulen Sie doch nicht aus dem Ländle rum. Ich gehe in der liberalen Hochburg Deutschlands auf die Straße, in meinem Wahlkreis wohnen dazu noch ein Drittel aller Gepuderten unseres Landes. Ein Großteil meiner eigenen Mitstreiter sind FDP 2.0 Kandidaten, die Politik zum Selbstzweck machen. Wenn mich jemand nach Herrn Höcke fragt, bemerke ich einfach, daß in den Neuen Ländern die Mitbürger mehr sensibel für totalitäre politische Strukturen sind, weil Sie diese auch länger genießen durften als wir. Und deswegen wählen Die Herrn Höcke, um Ihrer Freiheit willen. Wenn Ihnen in der Debatte nichts einfällt, wessen Schuld ist das? Herrn Höckes? Kommen Sie von der Rechtfertigung weg. Stellen Sie Gegenfragen, greifen Sie an. Oder müssen Sie Ihre Existenz auf dem Planeten begründen?

@Der Rechte ... das wissen wir doch. Der Punkt ist, daß dies alles unprofessionell ist, ganz egal, ob die Parteifreunde von der Linken kommen oder vom katholischen Wasseramt.

@Homeland ... das genau gilt doch für jede Partei. Selbst Herr Lindner bekommt auf dem FDP-Parteitag keine 90%, obwohl er derjenige war, der die FDP aus dem Loch holte.

@Halenberg .... wie viele Interviews haben Sie denn bis jetzt bei Bertelsmann, Burda, Springer, und Staatsfunk für uns organisiert? Mit welchem Schlagwort kamen Sie in die Presse? Wo ist Ihr erfolgreicher Blog mit 200.000 Verfolgern? Außer SiN zulabern, leisten Sie was?

@RMH .... Ihre Argumentation führt zu nichts ... siehe hier https://youtu.be/WEw3uj2sNzw

@Theren .... ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Aber vermeiden Sie es doch bitte von sich oder uns auszugehen. Wir sind nicht repräsentativ. Um eine Atmosphäre zu schaffen, die zieht, ist es notwendig, dem Wähler gerecht zu werden. Jeder in der CDU wußte, daß Herr Weber keine Chance hatte, Kommissions-Präsident zu werden. Aber an Herrn Webers Wahl-Veranstaltungen wurde nicht gespart, warum wohl?

@Drittelstein .... Was soll ich hier die Parteigeschichte der Grünen anführen? Das tat ich bereits zur Genüge. Hier geht es um das hier und jetzt, also um die Wurst. Beim Horst-Erika-Syndrom ging es um unprofessionelle Partei-interne Zwistigkeiten, die öffentlich ausgetragen wurden. Wenn Sie das nicht verstanden haben, wer, außer @Franz Bettinger (Er ist vom Fach), sollte Ihnen hier noch helfen können? Und daß Sie mir Ihre eigenen bescheuerten Kindergarten-Witze vorhalten, sollte Ihnen zu denken geben. Außer wie @Maiordomus, wenn Er schlecht drauf ist, persönlich zu werden, fällt Ihnen zur Debatte nichts ein. Alter Schwede, wie sollen wir mit Ihnen eine Wahl gewinnen? Sehen Sie wenigstens halb so gut aus, wie Herr Habeck?

@Seneca ... nach den Landtagswahlen in diesem Jahr wird auch Roland Tichy berichten. Wer will nicht zu den Gewinnern gehören?

Laurenz
11. Juli 2019 22:19

@Der_Juergen ... Sie haben das gut geschrieben, aber spalten wird sich niemand. Denn gerade Funktionären ist das eigene Hemd näher als die Hose des Nachbarn. Eine Partei kann nicht auf Einflußnahme im Bundesrat verzichten. Und die AfD hat in den Neuen Ländern den größten indirekten Einfluß auf den Bundesrat und wird diesen auch noch steigern.

Sie glauben doch nicht im Ernst, daß Herr Junge nicht wüßte, daß Herr Höcke mit den schlechten Wahlergebnissen im Westen nichts zu tun hat. Aber wie Herr Kubitschek indirekt schrieb, es ist der leichteste Weg, das eigene Versagen zu kaschieren. Dafür schlägt man auch mal einen Messias ans Kreuz.

Niedersachse
11. Juli 2019 23:21

@Fredy

"Es ist ein Fehler von GK/Sezession stets die Partei von Höcke zu ergreifen und regelmäßig dessen Verteidigung zu übernehmen."

Kubitschek verteidigt in erster Linie eine grundsätzliche Haltung und diese Haltung wird am ehesten von Björn Höcke verkörpert.

@der_Jürgen

In Vielem stimme ich Ihnen zu und ich lese ihre Beiträge immer gerne, aber Ihre Annahme, das die Wirtschaft kollabiert ist falsch. Und schon gar nicht aufgrund des millionenfachen Goldstücke- Imports. Die Wirtschaft ist doch die treibende Kraft dahinter, alles nachvollziehbar und leicht zu recherchieren. Oder glauben Sie, Forderungen wie diese:

"Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung sagt voraus: Um den Arbeitsmarkt aufrechtzuerhalten, sind Hunderttausende Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern nötig. Auch niedersächsische Unternehmen betonen die Bedeutung der Zuwanderung."

oder diese:

"Deutschland braucht aus Sicht des Wirtschaftsinstituts DIW ein Einwanderungsgesetz. „Zur Sicherung des Wohlstands ist Deutschland immer stärker auf Zuwanderung angewiesen“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin."

würden erhoben werden, wenn es ihnen schaden würde?! Das kapitalistisch/ faschistische Bonzenpack hat einen ungesättigten Bedarf an "neuem Menschenmaterial", dass das ihnen ausgezahlte Geld des Steuerzahlers direkt wieder für teure Konsumgüter ausgibt- und wer davon profitiert wohl?! Nicht schwer zu erraten..

Das penetrante und hochnotpeinliche Gesabbel vom "Fachkräftemangel" ist nur ein Vorwandt für eine ganz andere Agenda. Steuergeldumverteilung von unten nach oben, darum geht es. Und ganz nebenbei brauchen millionen Goldstücke auch viel Wohnraum und Kitaplätze und Schulplätze und und und...Sie wissen worauf hinaus will. Erhöhte Nachfrage lässt die Preise explodieren, was widerum mehr Gewinne für das Bonzenpack bedeutet. Darum finde ich ja auch immer das Gerede einiger "Konservativer" so schlimm, die meinen "man müsse mehr auf die Wirtschaft hören". Denn wenn es nach denen ginge, dann würden in Deutschland 200 Millionen Menschen in Wohnsilos leben. Am besten alle ethnisch durchmischt, und intelligent genug um zu arbeiten, aber zu blöd, die richtigen Fragen zu stellen. Und für die Verblödung sorgt dann die Schule und die Uni.

Olsenbande
11. Juli 2019 23:28

Ich mag den B.Höcke so wie er ist.Aber diese ganze Abgenzerei,Unvereinbarkeitsbeschlüsse usw,usf in der Partei und dann noch gegen die IB ,Pegida ,Zukunft Heimat.Das bringt gar nichts.(siehe Österreich)Und hier tonnageweise Kommentare schreiben! Auf die Straße müssen hunderttausende und mehr!
Und nicht nur hinter Gardine gucken.Die schleusen sowieso überall Leute ein .Das haben wir schon mal alles gehabt.Ich arbeite auch schon Jahrzehnte in den gebrauchten Ländern da höre viel diese Sprüche (huhu hätte der das nicht gesagt, wären wir vorne dran)Manchmal denke ich die haben denen alle was in den Tee gemacht ,seit Jahrzehnten.Und in meiner Heimat denke ich das manchmal auch .30 Jahre und die Förderung bestimmter Richtungen Alles gegen Rechts!!

Niedersachse
11. Juli 2019 23:47

Ich meine es mit der AfD wirklich gut, alles was ich sage und schreibe, ist von Sympathie diktiert. Aber einige sollten sich wirklich mal überlegen, auf wessen Seite sie eigentlich stehen. Die Zitate von @der Rechte waren mir bekannt, man könnte sogar noch mehr hervorkramen. Ich habe dennoch überhaupt kein Problem wenn jemand meint, Höcke - im vernünftigen Stil - kritisieren zu wollen, so wie das Marc Jongen auf FB getan hat. Zu den wirklich üblen Verbalattackenz.B. eines Helmut Seifen auf Björn Höcke fällt mir nur ein:
Feind, Todfeind, Parteifreund.

eike
12. Juli 2019 05:41

Interessant: keiner der Höcke-Kritiker in diesem Kommentarstrang konnte darlegen, welche Aussagen Höckes denn zur Sache, zur Situation der "BRD" (nicht zur Situation der AfD) falsch oder kritikwürdig seien. Auch der Tichy/Wallasch Schmierartikel kommt ganz ohne inhaltliche Kritik aus.

Selbst die, die sich - dankenswerterweise - mühen und - unverständlicherweise - beschweren - "am Wahlkampfstand ständig dessen irritierendes Verhalten erklären zu müssen" können nicht erklären, was denn an Höckes Aussagen irritierte und warum.

Wie von Herrn Bettinger treffend karikiert: wir brauchen kein CSU-Korrektiv mehr, diese Zeit ist abgelaufen. Die AfD wird sich ein weiteres Mal spalten und wenn die Situation eskaliert und Merkels Goldstücke plündern (Der_Jürgen) wird der von Höcke "abgeschreckte" Südwesten schnell aufhören seine Nasen über "ungelenke, linkische, peinliche" Aussagen zu rümpfen und sich eine echte Alternative wünschen.

RMH
12. Juli 2019 06:41

"... der am Tag X in eine Erhebung münden muss. Wenn die Wirtschaft kollabiert, viele Millionen Deutsche über Nacht verarmen und Merkels Goldstücke allenthalben plündern, werden "Radikale" wie Höcke plötzlich keine "Zumutung" für die Mehrheit der Deutschen sein."

@Der_Juergen,
glauben Sie ernsthaft, dass es bei einem Wirtschaftskollaps zu einem Tag X der Erhebung kommen wird? Noch dazu zu einer Erhebung gerade durch Deutsche? In diesem Fall sichern sich eher ganz andere Kräfte ihre claims ...
Ich würde daher auf so etwas keinen Pfennig wetten. Realistischer verwandelt sich Deutschland dann eben in eines der x-beliebigen shitholes mit einem dann nicht mehr verdeckt repressiven System, sondern einer offenen Polizeiwillkür, die dann trotzdem keine Ordnung mehr schaffen kann.

Glauben Sie ferner ernsthaft, dass ein B. Höcke, der als guter Beamter einen Eid auf das GG abgelegt hat, Ihnen in Ihrer Einschätzungen öffentlich folgen könnte und in ihrem Sinne den Watschenmann und Stachel im Gesäß der Mächtigen bis zum ominösen Tag X spielen wird?

Glauben Sie ferner, dass ein Herr Höcke bspw. mit Leuten Ihrer politischen Ausrichtung ernsthaft in Verbindung gebracht werden will? Bitte das letztere nicht persönlich nehmen, sondern rein im Sinne einer realistischen Lagebeurteilung, denn es geht dabei nicht um ihre Person, sondern um politische Ansichten.

Meine persönliche Prognose, die ich oben schon angedeutet habe ist, dass es kurz vor den mitteldeutschen Landtagswahlen analog zur IB zu einer Einstufung des Flügels als rechtsextremistisch durch die politisch gelenkte Behörde VS kommen wird, dies groß öffentlich verbreitet wird und dann wird der Druck in der AfD auf Anschlag kommen. Der Vorstand der AfD wäre mithin mehr als gut beraten, sich jetzt ernsthaft darauf vorzubereiten und bereits jetzt und umgehend präventive Maßnahmen dagegen einzuleiten. Der Flügel könnte sich aber auch bspw. einfach einmal präventiv auflösen - kein Mensch braucht mehr solch eine "lose Verbindung", wo jetzt ohnehin jeder weiß, wer dahinter steht.

Valjean72
12. Juli 2019 08:09

@Arrow:

Entscheidend scheint mir Folgendes: Mit Höcke schießen sich die Zuckerwasserkonservativen in der AfD nun auf denjenigen ein, auf den sich die feindliche Presse bereits eingeschossen hat."

Das ist mE tatsächlich der springende Punkt.

Diese Leute springen auf das für sie und für die Anhänger der Blockparteien erzeugte Zerrbild/Feindbild Björn Höcke an.

Folgendes sollten jene allerdings zumindest in Betracht ziehen: Jeder AFD-Politiker mit Charisma, der aufrichtig für eine grundsätzliche politische Wende eintritt und Zuspruch von der Parteibasis erhält, wird vom polit-medialen Komplex angefeindet werden.

Das Ziel ist eine gezähmt wachsweich-konservativ-liberale Systempartei, gerade griffig genug, um enttäuschte Unionswähler bei der Stange zu halten und ruhig zu stellen, währenddessen der Bevölkerungsaustausch still (wohl ein wenig gebremst aber dennoch konsequent) weitervollzogen wird.

Götz Kubitschek
12. Juli 2019 09:22

badeschluß. (allgemeine kriterien für badeschlüsse wollen wir nicht aufstellen, redliche willkür war schon immer der leitfaden unseres blogs.)

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.