15. Juli 2019

Karlheinz Weißmann vs. Jakob Augstein

Martin Lichtmesz / 40 Kommentare

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit fand im Mai auf Schloss Ettersburg eine Debatte zwischen Karlheinz Weißmann und Jakob Augstein statt.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Videoaufnahmen wurden offenbar nicht gemacht oder zumindest nicht veröffentlicht. Alles was sich im Netz findet, sind ein paar Fotos, ein Kommentar von Dieter Stein, ein Bericht von Fabian Schmidt-Ahmad.

Das ist bedauerlich, denn der Ertrag eines solchen Matches wäre nicht von geringem Interesse. Natürlich möchte man wissen, wer denn da "gewonnen" hat (mir wurde berichtet, Weißmann habe Augstein quasi in der Pfeife geraucht, freilich von parteiischer Seite), wie in der Debatte zwischen Slavoj Žižek und Jordan Peterson. Es kommt selten genug vor, daß Linke und Rechte öffentlich debattieren, und noch dazu auf Augenhöhe (wobei Augstein kaum dem Niveau von Weißmann entspricht).

Oder präziser: Es kommt selten genug vor, daß Linke (die zum Konsensklub gehören) mit Rechten (die am Katzentisch des Konsensklubs sitzen oder völlig ausgeschlossen sind) öffentlich debattieren. Und dies vor allem aus zwei Gründen: Erstens will man die aus dem Sandkasten verbannte "Rechte", der häufig von links jedes Existenzrecht abgesprochen wird, nicht "legitimieren" (und wer es wagt, bekommt Feuer aus den eigenen Reihen), zweitens haben wohl etliche Papiertiger Angst, aufgefressen zu werden, wenn es hart auf hart kommt und harte Dollars gefordert sind.

Da wir uns die Debatte nicht ansehen können, müssen wir uns mit dem Ertrag der Meta-Ebene begnügen. Dieter Stein schrieb:

Es ist das Verdienst Augsteins, dieses Streitgespräch gegen erhebliche Kritik gesucht zu haben. Es ist müßig, zu urteilen, wer in diesem Gespräch wo inhaltlich punkten konnte. Gewonnen hat in erster Linie die demokratische Kultur.

Letztere scheint in der ins Neototalitäre kippenden Bundesrepublik des Jahres 2019 nur mehr ein frommes Lippenbekenntnis zu sein:

Obwohl jedes Kind in der Schule lernt, daß für unser Gemeinwesen die Meinungsfreiheit, der freie Austausch von Argumenten, der Streit über das Für und Wider konstitutiv sei, registrieren Schüler fast genauso schnell, daß dieser vermeintlich freie Diskurs von Tabus und Restriktionen verstellt ist, daß die Machtfrage entscheidend ist: Wer kommt auf das Podium? Wer darf sich öffentlich äußern? Wer gilt als „diskutabel“, wer verschwindet von der Bildfläche – steht außerhalb des Diskursraumes der Öffentlichkeit in Form von Fernsehen, Rundfunk und meinungsbildenden großen Zeitungen?

Insofern hat Augstein, der als "diskutabel" gilt, Weißmann, der als "indiskutabel" gilt, tatsächlich "legitimiert", indem er sich der Debatte gestellt hat. Daß die Fließrichtung links-rechts ist, und nicht umgekehrt, zeigt klar die Machtverhältnisse.

Zwei Monate später erscheint ein Interview mit Augstein, in dem sich dieser für sein Reden mit Rechten mehr oder weniger rechtfertigt. Das "Framing" ist etwas anders als jenes Steins:

Wenn eine Partei bei den Wahlen 20 und mehr Prozent bekommt, hat die demokratische Gesellschaft gar keine andere Option als sich mit den Inhalten und Argumenten dieser Partei und ihrer Sympathisanten auseinanderzusetzen.

"Die demokratische Gesellschaft" ist hier der Sandkasten, in dem ein Linker wie Augstein wie selbstverständlich Platz hat und von dem ein Rechter wie Weißmann wie selbstverständlich ausgeschlossen ist. Die Gesamtlinke (bis hin zu Antifanten) gehört nach den Regeln des Establishments zum Spektrum der "Demokraten", während die paar verbliebenen Zipfel der Gesamtrechten, die noch in dieses Spektrum hineinreichen, unter Beschuß stehen und eliminiert werden sollen.

Die rote Linie wird überschritten, sobald man sich den Themen Einwanderung und/oder Islam kritisch nähert, und dann gerät man rasch in Verdacht, ob man noch dazugehört, oder nicht schon ein Fall fürs Paria-Lager der "Rechtspopulisten" ist - so Thilo Sarrazin (SPD), Sahra Wagenknecht (Die Linke) oder Franziska Becker (die altgediente Hauscartoonistin der EMMA).

Die "Rechten" und "Reaktionäre" ist man inzwischen zu studieren gezwungen, sie bleiben aber "die Anderen" außerhalb des "demokratischen" Clubs, eben jenen, in dem Dieter Stein auch gerne aufgenommen werden möchte.

"Demokratisch" ist hier wie so oft eine Chiffre für das Kartell der Legitimen und Legitimierten, Etablierten und Herrschenden. Und wenn man genauer hinsieht: Nichts weiter als das. Sie sagen: "Wir, und nur wir sind die Demokraten. Wer uns opponiert, ist Antidemokrat, Demokratiefeind, Verfassungsfeind."

"Demokratie" ist im heutigen Gebrauch ein fast völlig sinnentleerter Begriff, der von einer historisch bedingten  Mystik oder Aura lebt. Häufig wird er einfach synonym für einen vagen universalistischen Humanitarismus benutzt, der mit einer "Herrschaft des Volkes" oder mit "Volkssouveränität" nicht mehr das Geringste zu tun hat, ja mittlerweile als Waffe gegen diese Konzepte wie auch den klassischen Volksbegriff selbst benutzt wird.

Der diskursive Vorsprung Augsteins zeigt sich allein daran, daß er und nicht Weißmann hier gebeten wird, über das Gespräch und den Gesprächspartner zu reflektieren. Die Perspektive ist klar: Wir schauen auf euch. Aber Augstein ist auch auf einer grundsätzlicheren metapolitischen Ebene im Vorteil:

Was ist der rechte Rand? Reaktionäre Konservative wie Weißmann teilen eine grundsätzliche Überzeugung der Aufklärung nicht: dass alle Menschen frei und gleich geboren sind und gleiche Rechte haben. Diese Haltung ist ihrem Wesen nach extrem, sie lässt sich nicht in die politische Mitte überführen, man kann nur das politische System nach rechts führen. Ich glaube, das ist das Ziel der AfD.

Dem kann man antworten: Die politische Mitte, das politische System hat sich längst weit nach links verschoben. Der von Augstein zitierte Grundsatz (den die meisten Konservativen nicht ablehnen würden) wurde universalistisch-egalitaristisch radikalisiert, was unter anderem zu utopischen Blüten wie dieser hier führt, ohne daß Phantasien dieser Art als "extrem" gewertet würden.

Wie sehr sich ein radikalisierter Egalitarismus als Staatsräson durchgesetzt hat, kann man ermessen, wenn man liest, welche Begründungen der (nun politisch zuverlässig bemannte) Verfassungsschutz liefert, warum die Identitäre Bewegung als "rechtsextrem" einzustufen sei. Sie sind im Stil der linksextremen Amadeu-Stifung formuliert, und enthalten die üblichen, zum Teil krassen Verdrehungen und Verleumdungen. Besonders grotesk ist, daß das öffentliche Zeigen des Slogans "Grundgesetz statt Scharia" als "verfassungsfeindlich" gewertet wird.

Welche ideologischen Prämisse liegen der Behauptung zugrunde, die Asyl- und Einwanderungskritik der IB ziele darauf ab, „Menschen mit außereuropäischer Herkunft von demokratischer Teilhabe auszuschließen und sie in einer ihre Menschenwürde verletzenden Weise zu diskriminieren“?

Hier werden nicht nur Menschenrechte und Bürgerrechte miteinander verwechselt, sondern auch noch insinuiert, es wäre eine die "Menschenwürde verletzende Diskriminierung", einem Menschen etwa einen deutschen Pass zu verwehren oder das Aufenthaltsrecht zu entziehen.

Die VS-Begründung ist so formuliert, als ob der Multikulturalismus schon nicht mehr zur Debatte stünde. Wer ihn ablehnt, begibt sich gemäß der herrschenden Ideologie bereits ins "rechtsextreme" Terrain und verläßt den Boden des Grundgesetzes. Ein Twitter-User schrieb treffend:

Das ist der Fall und letztendlich von links auch nur der logische Endpunkt der linken Auslegung von Egalitarismus und Universalismus. Es wird ja schon seit Jahren von links gesagt, dass dieser Prozess einfach hinzunehmen sei, weil eine Umkehrung GG-widrig. Wenn gemäß der gegenwärtigen Deutung Multikulturalismus ein demokratisch-pluralistischer Verfassungswert an und für sich ist, dann ist der Konservatismus verfassungswidrig geworden.

Auch in Deutschland hat sich eine ideologische Auffassung durchgesetzt, die Steve Sailer in Bezug auf die USA als ungeschriebenen, aber stillschweigend vorausgesetzten "nullten Zusatzartikel" ("Zeroth Amendment") des Grundrechtkatalogs ("Bill of Rights") bezeichnete:

Wie wir alle wissen, lautet der nullte Zusatzartikel des Grundrechtekatalogs, wie er in die Freiheitsstatue eingemeißelt wurde, daß Amerikaner kein Recht auf Grenzen haben, weil damit gegen das Bürgerrecht von Ausländern, einwandern zu dürfen, diskriminiert würde. Der nullte Zusatzartikel geht übrigens dem ersten (der "Redefreiheit" gewährleistet - ML) voraus, was bedeutet, daß man auch kein Recht hat, dagegen zu protestieren.

Laut Vera Lengsfeld (ich konnte die Originalquelle nicht finden), stuft der Haldenwang-VS selbst diese Aussage des AfD-Politikers Jörg Urban als "verfassungsfeindlich" ein:

Deutschland hat im Laufe seiner Geschichte viele Einwanderer aus benachbarten Kulturkreisen aufgenommen und integriert. Aber alles hat seine Grenzen.

Dem könnte man in der Tat etliche, sehr ähnliche Aussagen von etablierten Politikern wie Helmut Schmidt und Willy Brandt, Gauck oder Genscher entgegenstellen.

Angesichts dieser Zuspitzungen sollte es niemanden überraschen, wenn der Appetit der Linken mit der Stigmatisierung der IB nicht gestillt ist, wie Georg Restle hier unmißverständlich klarmacht. Die Gesamtrechte soll Stück für Stück gefressen werden, bis hin zur "Werte-Union". Dort betteln noch ein paar, daß sie zuletzt an die Reihe kommen mögen.

Um nun zu Augstein zurückzukehren, so zeigt er eine überraschend ehrbare und intellektuell saubere Haltung, wenn er sagt:

Ich will mit Rechten reden, aber ihnen nicht auf den Leim gehen. Natürlich muss man damit rechnen, instrumentalisiert zu werden. Das ist auch in Ordnung. Man sollte nicht naiv sein, aber selber auch nicht heucheln: Niemand geht tatsächlich ergebnisoffen in ein solches Gespräch, niemand ist in einer solchen Gesprächsumgebung bereit, den eigenen Standpunkt zu hinterfragen. Es geht darum, die eigenen Argumente und die des Gegenübers zu prüfen. Das ist schon viel.

Ist es, erst recht angesichts der immer absurder werdenden Inszenierungen von "Meinungsfreiheit" und Pluralismus, die wohl auch ein Grund sind, warum Hans-Georg Maaßen unlängst die NZZ als "Westfernsehen" bezeichnet hat (ich tat dies lange, bevor es cool war.)


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (40)

quarz
15. Juli 2019 09:11

"Die VS-Begründung ist so formuliert, als ob der Multikulturalismus schon nicht mehr zur Debatte stünde."

Mehr als der Beobachtungsstatus selbst hat dessen Begründung auch meine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Ich weiß nicht, ob allen aufgefallen ist, dass keiner minderen Instanz als der Wahrheit selbst jetzt von staatlicher Seite offiziell der Krieg erklärt wurde. Nicht hinterrücks und mit vernebelnder Trickserei, sondern frontal und unverhohlen. Offenbar glaubt man, dass man die Leute jetzt so weit hat, dass sie sich nur noch blind an der amtlichen Stigmatisierung orientieren und darauf verzichten, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen und Behauptungen mit der Realität zu vergleichen.

Konkret meine ich damit jetzt gar nicht den Umstand, dass in Bezug auf angebliche Positionen der IB faustdicke Lügen aufgetischt wurden wie z.B. die, die IB erkläre es zur Unmöglichkeit, dass ein Angehöriger einer fremden Kultur zu einem vollwertigen Partizipanten der hiesigen demokratischen Gesellschaft werden kann. Nein, ich meine den Umgang mit dem Gedanken, dass die eigene Kultur durch Überfremdung Schaden nehmen kann. Ich habe in diesem Medium ja selbst schon darauf hingewiesen, dass schädigende Wirkungen einer ethnischen Fraktionalisierung wissenschaftlich massiv belegt sind. Forscher von Weltruf haben das in aller Welt wieder und wieder nachgewiesen. Ihre Resultate lassen sich in den führenden wissenschaftlichen Publikationsmedien nachlesen (worüber zu berichten in den deutschen „Qualitäts“medien freilich peinlichst vermieden wird). Dieser Befund wird nun aber bei der Begründung der „Beobachtung“ zur verfassungswidrigen „Ansicht“ erklärt. Eine empirische Frage wird einer rechtlichen Norm unterworfen. Und diese Unterwerfung wird so geregelt, dass die wissenschaftlich erwiesene Wahrheit als verfassungswidrig eingestuft wird. Nach meiner Kenntnis ist Vergleichbares außerhalb von totalitären Systemen noch niemals geschehen.

Wir sind damit an einem Punkt angekommen, an dem ich mir ohne fiktionalen Beigeschmack vorstellen kann, dass mit derselben Dreistigkeit, mit der jetzt wissenschaftliche Erkenntnisse zu verfassungsfeindlichen Ideologemen umgelogen werden, noch in erlebbarer Frist der Widerstand gegen die Einführung von Scharia-Normen oder ähnlichen gesellschaftlichen Regeln nach dem Geschmack der neuerdings hier Lebenden für verfassungswidrig erklärt wird.

Wie geschmeidig sich die Auslegung des Grundgesetzes in kürzester Zeit an die Wünsche der Herrschenden anpassen lässt, zeigt die Art, wie eine fundamentale Leitbestimmung innerhalb von zwei, drei Jahren in ihr Gegenteil verkehrt wurde. Eben noch wiesen uns prominente Verfassungsrechtler wie z.B. Dietrich Murswiek darauf hin, dass es mit dem Prinzip der Volkssouveränität nicht vereinbar sei, den ethnischen Charakter des Souveräns zu verändern. Und kaum ist ein fügsamer Günstling der Machthaber an der Spitze des Verfassungsschutzes installiert, lässt man uns wissen, dass das Eintreten für den Erhalt des ethnischen Charakters des Demos verfassungsfeindlich sei. Die willkürlich Schaltenden und Waltenden scheren sich offenbar keinen Deut mehr um die Wahrheit oder auch nur um innere Konsistenz und Kohärenz ihrer Position. Die Verfassung ist Wachs in den Händen der Herrschenden. Sie wird nach Bedarf stets so ausgelegt, dass sie die Interessen der Machthaber zu bestätigen und die Ambitionen der Kritiker als schurkisch zu erweisen scheint. Und der eine oder andere linientreue Experte, der sein Placet gibt, findet sich immer.

Wenn ein Regime aufhört, seinen Kampf gegen die Wahrheit zu verschleiern, dann hat die Entwicklung eine qualitativ neue Stufe erreicht. Die Dinge spitzen sich zu.

Atz
15. Juli 2019 09:37

Die repressiven Einschläge kommen näher. Löschung von bekannten Youtube-Konten, Verfassungsschutz gegen Harmlosigkeiten der Identitären (man vergleiche Mario Müllers Vielfalt der Völker Formel als Indiz in den Zeitungen oder vor rotgrüne Verfassungsrealitäten als Nemesis), Bestreitung von Wahllisten zur Landtagswahl aufgrund von Formfehlern, Hausdurchsuchungen, politisch motivierte Brandanschläge, politische Agitation durch öffentlich-rechtliche Medien, Versammlungsverhinderung, politische Agitation von der Kanzel usw.

Die Linke hat oftmals die gleichen Erfahrungen demokratischer Ausgrenzung hinter sich. In einer liberal verfassten Gesellschaft wird nun gerade die Verfassung mit der umstrittenen Drittwirkung in Stellung gebracht gegen politische Akteure, sich sich rechts markieren. Man erinnere sich auch, als Augstein durch ein dubiosen amerikanischen Kangeroogericht einer NGO zum schlimmsten Antisemiten Deutschlands avanzierte und niemand die Courage zeigte ihn zu verteidigen, sondern öffentliche Medien in Deutschland darüber elaborierten, inwiefern das stimmen könnte. Heutige Toleranzpredigten von der Kanzel zur Rechtfertigung politischen Mobbings sind ebenso unerträglich wie der einstige Antikommunismus konservativer Dorfpfarrer und das politische Mobbing gegen die Fraktionen von Grüne und PDS vor 30-35 Jahren.

Meiner Meinung nach sollten Links und Rechts sich ohne unnötige Konfrontation begegnen. Es ist egal bei solchen Dialogen, wer gewinnt. Denn es geht nicht um Gewinne in der Konfrontation, sondern um die Bewahrung des Diskurses in der Gesellschaft. Wenn man konsequent neu-völkisch denkt als Grundlage wahrhaft demokratischen Denkens, dann kommt es darauf an, dass sich der Volkswille in der Politik in seiner ganzen Breite abformt. Eine Rechte braucht auch immer eine Linke. Was problematisch ist: Wenn die herrschende Politik, wie das ja auch 68 so hart kritisiert hat, positivistische Repression nutzt, um diesen Moderationsmechanismus zu stören und die Opposition zu schikanieren. Der Schutz von Opposition und politischen Minderheiten ist zentral. Wahre Liberalität besagt, welche verfügbaren Machtmittel man nicht gegen Interessengegner nutzt.

Innerhalb der Opposition zu den regierenden Akteuren gibt es mehr als eine gemeinsame Basis. Nämlich den Widerspruch zur Macht. Wenn zum Beispiel die Linke beklagt, dass Amazon keine Steuern zahlt, dann wird der Rechte ja nicht die Steuerflucht gutheißen, nur weil die Kritik von links kommt. Man kann also gemeinsam ein System zur Verantwortung ziehen, dass Unternehmensinteressen über unser Volk stellt.

Vor allem aber, muss sich die Linke aus dem Bannstrahl des Kampfes gegen rechts lösen, der sie politisch lähmt. Denn wie Amerika zeigt, kann man mit einer Hasskirche gegen den Präsidenten nichts gewinnen, so trottelig auch die Führung der Nation sich gerieren mag. Im Konsenthema der Opposition gegen rechts bleiben die herrschenden Verhältnisse die lachenden Dritten. Vor allem rechtfertigt der immer mehr hysterischer und wirkungsloser werdende "Kampf gegen rechts" (Stichwort: Identitäre als die neue HJ) nicht die Hässlichkeit und das Mobbing, das damit einher geht. Die Hässlichkeit der Agitation ist eine innere Belastung für jede politische Bewegung und auch für die prinzipiell offene Verfassungsordnung. Diese Ordnung bedeutet nicht: Wir sitzen auf ihrem Gipfel und werfen Steinchen auf die Opposition unten. Mit Stoismus wird man alle Herausforderungen meistern. Die Menschheit war immerhin vor 40 Jahren auf dem Mond, nach 7 Jahren, während heute Flughafen- und Ubahn-Bau jahrzehntelange Planung zu erfordern scheinen.

RMH
15. Juli 2019 10:05

Ein Gespräch mit dem so langsam Richtung Altersweisheit abbiegenden Stefan Aust hätte ich persönlich deutlich interessanter gefunden, da dann vermutlich auch mehr inhaltlich zu erwarten gewesen wäre ...

Bei dem Herrn Augstein hat man hingegen doch meistens den leichten Eindruck, er strickt vorrangig und immer eher an der eigenen Legende, als dass er unter Umständen ernsthaftes Interesse an dem hätte, was ein Weißmann ihm sagen kann.

Ein Durchbruch im Rahmen der Kommunikationsmöglichkeiten sehe ich nicht - solche Aktionen wirken ein bisschen nach Alibi-Verschaffung. Seht her, wenn der andere sich gepflegt unterhalten kann, dann reden wir auch mit ihm, aber nur, um ihn in die richtige Ecke stellen zu können und im Übrigen gibt es Druck ohne Ausnahmen. Dennoch war die Teilnahme von Weißmann sicher kein Fehler - Weißmann findet schon auch seine Zuhörer und manchmal bedient man damit dann eben auch nur seine eigene Klientel.

Wie auch immer, die uferlosen Maßstäbe der sog. "Menschenwürde", wie sie seitens des BVerfG vorgegeben wurden, werden nicht nur bei der IB oder der AfD für viel Freude sorgen, sondern auch im deutschen Konservatismus generell, so viel ist sicher ... evtl. wacht da noch der eine oder andere auf. Die deutsche Abstammung als Kriterium des Rechts wurde mehr oder weniger abgeschafft, da "diskriminierend" (ja was denn auch sonst? Unterscheiden ergo diskriminieren - mit Grund! So war die akzeptierte Spielregel bis vor gar nicht allzu langer Zeit).

Thomas Martini
15. Juli 2019 12:37

"Wie geschmeidig sich die Auslegung des Grundgesetzes in kürzester Zeit an die Wünsche der Herrschenden anpassen lässt, zeigt die Art, wie eine fundamentale Leitbestimmung innerhalb von zwei, drei Jahren in ihr Gegenteil verkehrt wurde." quarz, 15. Juli 2019

„Wir tappen in eine Falle, die schon lange aufgestellt ist. Das Grundgesetz zeigt nun, was in ihm steckt. Es ist halt doch die "Verfassung der Niederlage".“ - Prof. Robert Hepp, 1987 [sic!] im Interview mit Dr. Thor v. Waldstein

https://sezession.de/58228/der-soziologe-robert-hepp-ist-80-ein-interview

Verfassung der Niederlage, oder, um es präziser auszudrücken, Verfassung der Fremdherrschaft.

„"Demokratie" ist im heutigen Gebrauch ein fast völlig sinnentleerter Begriff, der von einer historisch bedingten Mystik oder Aura lebt.“ - Martin Lichtmesz

Das Entscheidende ist doch, was dieser Begriff beim Empfänger auslöst. Und da sind wir bei des Pudels Kern. Mindestens 95% der Deutschen verbinden mit der „Demokratie“ in ihrem Geiste immer noch die beste aller möglichen politischen Welten. Wahrscheinlich berufen sich > 25% von ihnen dabei auf Sir Winston. Der Gedanke an eine Alternative zu dieser Form der Politik, erregt bei den Deutschen nur Abscheu und Ekel. Dafür hat die demokratische Staatspropaganda, die man hierzulande von der Wiege bis zur Bahre verabreicht bekommt, gründlichst gesorgt.

Die „Aura der Demokratie“: Dabei denke ich an die niedergeballerten Arbeiter im Chicago der 1930er Jahre. Streikende mit Maschinengewehren von der Polizei abknallen zu lassen, war für einen Musterdemokraten wie Franklin D. Roosevelt überhaupt kein Problem. Zur gleichen Zeit wurden deutsche Arbeiter mit dem KdF-Programm belohnt. Davon kann man halten, was man will – immerhin gab es damals noch eine Alternative.

Bezeichnungen wie „Neototalitär“ stiften nur Verwirrung, und sind nicht mit einem 250jährigen Streben nach globaler Vorherrschaft in Einklang zu bringen.

Das was wir heute als Völker und Kulturen kennen, bildete sich in undemokratischen Zeiten aus. Bei der Überprüfung, wo die neuzeitliche Demokratie dazu beigetragen hat, völkische und kulturelle Eigenheiten der vielen verschiedenen Volksgruppen zu fördern und zu heben, muß man sehr lange suchen. Abgesehen von der amerikanischen Kultur, gibt und gab es nur äußerst wenige Gewinner.

Das deutsche Volk und seine Kultur, das lässt sich ohne akademisches Wissen feststellen, gehört zu den größten Verlieren. Oh, wie schade!

Frage in die Runde: Hat das möglicherweise etwas mit der Demokratie zu tun?

Laurenz
15. Juli 2019 12:40

@quarz ... ganz extrem zeigt sich dies bei den Sperrungen der YouTube-Kanäle von Jasinna, meines Wissens einer Deutsch-Perserin, die als kritisch, aber keineswegs als "rechts" zu verorten ist. Da meint man fast, die Gestapo und die Staatssicherheit hätten gemeinsam im Hause Google zugeschlagen.

@Herrn Lichtmesz .... das sind aber recht neue Marotten unseres Klima-Kämpfers im Frankreich-Urlaub.
Vor gar nicht allzu langer Zeit ließ Herr Augstein seinen ehemaligen Mitstreiter, Herrn Matussek, bezüglich des Umgangs mit "Rechten" nicht ungeschoren. Siehe hier https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/nach-der-party-ist-vor-dem-skandal

Gustav Grambauer
15. Juli 2019 13:42

"Die Perspektive ist klar: Wir schauen auf euch."

Das "Kippen der Bundesrepublik ins Neototalitäre" ist auch hier wieder tief durchsetzt mit Symbolik: Schloß Ettersburg war die zentrale Stätte der sogenannten Volksrichterlehrgänge, insofern nicht zufällig die nächstgreifbare Location im Die-Toten-mahnen-uns-Inspirationssog des Krematoriums von Buchenwald. Wie zärtlich-einvernehmlich, - schon der Einleitungssatz! -, und nachsichtig Augstein hier mit dem neuen Liebling des SPEIGEL turtelt, der, wie ich gerade erst gelesen habe, Henrichs "Vormundschaftlichen Staat" intern als "widerliches Machwerk" bezeichnet hat, sehen wir hier:

https://www.youtube.com/watch?v=-Wa2ZbaYt8A

- G. G.

Lotta Vorbeck
15. Juli 2019 13:46

@Atz - 15. Juli 2019 - 09:37 AM

"... Vor allem aber, muss sich die Linke aus dem Bannstrahl des Kampfes gegen rechts lösen, der sie politisch lähmt. ..."

+ Warum sollte sie sich aus diesem Bannstrahl lösen (wollen)?

~~~~~~~~~~~~

"... Die Menschheit war immerhin vor 40 Jahren auf dem Mond, nach 7 Jahren ..."

++ "Die Menschheit" [sic!] war immerhin vor 40 [sic!] Jahren auf dem Mond?

Als Datum der Landung US-amerikanischer Raumfahrer im Rahmen des Raumfluges Apollo 11 wird der 20. Juli 1969, 20:17:40 UTC angegeben.

In diesem Zusammenhang sei eine ketzerische Frage erlaubt, nämlich: Warum ist ein Ereignis, welches auf der 1940er-Jahre-Technik des Wernher von Braun basierte - mit im Vergleich zum Stand des Jahres 1969 wesentlich weiter entwickelter Technik - 50 Jahre später nicht wiederholbar?

Gracchus
15. Juli 2019 14:20

Ich schliesse mich den bisherigen Foristen an: Es handelt sich - wie Augstein zugibt - um ein Scheingefecht. Das liegt aber nicht an der Beteiligung Weißmanns als rechtem Renegaten. Das liegt daran, dass wir in einer virtuellen Demokratie oder Republik leben; die politischen Talkshows liefern uns ebenfalls nur Scheingefechte.

Niekisch
15. Juli 2019 14:44

"Wenn ein Regime aufhört, seinen Kampf gegen die Wahrheit zu verschleiern, dann hat die Entwicklung eine qualitativ neue Stufe erreicht. Die Dinge spitzen sich zu."

@ quarz 9:11: Mit Ihrer freundlichen Erlaubnis formuliere ich etwas um: Wenn das Regime anfängt, seinen Kampf gegen die Wahrheit ganz offen zu führen, dann hat die Entwicklung eine qualitativ neue Stufe erreicht. Die Dinge spitzen sich zu".

Gast
15. Juli 2019 16:32

# Atz

... Die Menschheit war immerhin vor 40 Jahren auf dem Mond, nach 7 Jahren ...

- die Mondlandung von Armstrong geschah (angeblich) vor
50, nicht vor 40 Jahren. Wobei ich auch
nicht sagen kann, ob A. tatsächlich auf dem Mond war...
oder doch nur in einer Kulissenlandschaft von Stanley
Kubrick.

- wenn den 'Menschen' auf dem Mond waren, dann waren
es US-Amerikaner und nicht 'die Menschheit'. Ja, Sie
haben recht: Es ist pingelig ... aber trotzdem.

sok
15. Juli 2019 17:11

Bei der Demokratiedebatte wird meiner Ansicht nach übersehen, dass es gute Gründe dafür gibt, die Unpatrioten als Totengräber der Demokratie anzusehen. Es ist völlig klar, dass es ungeheuer schwirig ist, die Interessen des Volkes durch Abfgeordnete vertreten zu lassen. Schon beim Einkommen unterscheiden sich Volk und Abgeordnete gewaltig. Wenn es nun keine Patrioten mehr gibt, dann können die Wähler niemand mehr wählen, der sich mit dem Volk identifiziert. Einer Willkürherrschung sind dann die Tore weit geöffnet. Man kann z.B. deutsche Interessen mit Füssen treten, um im Ausland zu gefallen und dort Doktorhüte einzusammeln

Wahrheitssucher
15. Juli 2019 19:03

„ - "Demokratie" ist im heutigen Gebrauch ein fast völlig sinnentleerter Begriff, der von einer historisch bedingten Mystik oder Aura lebt. Häufig wird er einfach synonym für einen vagen universalistischen Humanitarismus benutzt, der mit einer "Herrschaft des Volkes" oder mit "Volkssouveränität" nicht mehr das Geringste zu tun hat, ja mittlerweile als Waffe gegen diese Konzepte wie auch den klassischen Volksbegriff selbst benutzt wird.“

Herr Lichtmesz, Dank für diese brillante Formulierung des Wesens der „Demokratie“!

Atz
15. Juli 2019 19:46

@Lotta Warum sollte sie sich aus diesem Bannstrahl lösen (wollen)?

Weil es der politischen Linken schadet sich zu sehr in einen Gegner zu verbeissen und die Menschen Schaden an ihrer Seele nehmen. Denn am Ende ist gar keine linke Idee mehr zu erkennen.

Ich geh einfach mal forsch davon aus, dass es ein politisches Spektrum in der gesamten Breite geben muss. Wer sich nun in einem Hass auf dem politischen Gegner verhärtet, verliert die Initiative. Er tut nur noch Negatives. Er setzt keine positiven Impulse mehr und arbeitet sich an dem anderen ab.

Ich weiss nicht, ob ihr die Geldwesten-Facebook Gruppen mit Grünenhassern kennt. Das ist das gleiche. Es ist in dieser Dosis kaum erträglich für intelligente Menschen, was die da verzapfen. Gruppierungen, die nur durch den Hass auf einen politischen Gegner und übertriebenes Interesse an ihm zusammen gehalten werden, seien es nun Antifaschisten, Antisemiten, Grünenhasser, Tierschützer oder fanatische Muslimgegner, sind mit suspekt. Sie werden schnell unfähig eigene Lösungen zu entwickeln, weil sich ihr politisches Programm im Widerstand gegen andere erschöpft und sie den Gegner zu einem irren Popanz aufblasen. Demokratie heisst doch eigentlich der Wettbewerb der Ideen um die Gunst des Volkes, nicht die Eliminierung falscher politischer Meinungen bzw. ihrer Träger.

Zuletzt cui bono? Die Rechten werden erschlagen, die Welt wird links? Was für eine armselige Vorstellung von Politikgestaltung.

Franz Bettinger
15. Juli 2019 20:00

@Thomas Martini:
Dass die hiesige Demokratie eine missbrauchte, also nur zum Schein eine Demokratie ist, spüren und wissen wir alle. Die Frage ist: Was wollen Sie an ihre Stelle setzen? Die Monarchie? Die (Militär-) Diktatur? Wie garantiert man, dass Staatsformen und Führer (welche auch immer) nicht entarten? So in etwa formulierte F. Nietzsche das Problem in seinem Zarathustra. Meine Lösung bleibt die weiterentwickelte Direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild, wie sie im AfD-Programm beschrieben steht. Es muss dem Wahlvolk möglich und sogar leicht möglich sein, per Referendum die Führer auszutauschen, wenn das Volk es für opportun hält. Es muss dem Volk auch möglich sein, Sachfragen zu entscheiden. Beides ist in der existierenden repräsentativen Pseudo-Demokratie der brd nicht der Fall. Dahin muss der Weg gehen. Schade, dass die AfD diese Vision nicht mehr plakatiert. Denn sie schmeckt dem Volk, sie ist kaum auszuhebeln, sie ist sexy.

Thomas Martini
16. Juli 2019 06:29

@Franz Bettinger

Haben Sie eine Vorstellung davon, wie frustrierend es ist, mitanzusehen, wie Mitstreiter alle Nase lang in die gleiche Denkfalle tappen? Wissen Sie wie ermüdend es ist, wenn andere in ihren Erkenntnissen über Jahre keinen Zentimeter vorankommen wie bei einem Backspin?

Zu Ihrer Frage:

"Der Debitismus unterscheidet zwischen Urschuld und Kontraktschuld. Diesen Ansatz versuche ich auf das Feld der politischen Theorie zu übertragen und behaupte, bei dem Ja zur Demokratie handelt es sich um eine Kontraktschuld.

Sobald man sich zur Demokratie bekennt, ergeben sich daraus, wie bei jedem Vertrag, bestimmte Verpflichtungen. Welche das sind, ergibt sich, sobald man die wahren demokratischen Grundwerte zugrundelegt, von denen der Globalismus der wichtigste sein dürfte und mit ihm die Absicht, sämtliche Staaten und Völker aufzulösen.

Durch die unauflösliche Verknüpfung der Demokratie mit dem Globalismus verpflichtet sie ihre Anhänger, tatkräftig, freudig und ohne jedes Jammern an der Zerstörung des eigenen Landes und langsamem Ausrotten des eigenen Volkes mitzuarbeiten.

Aus diesem unheilschwangeren Kontrakt herauszukommen, geht angesichts der gegebenen Verhältnisse nur, indem man sich von der Demokratie lossagt und ihre Werte als für einen selbst nicht verbindlich erklärt, was leider wenig daran ändert, daß man auf kollektiver und staatlicher Ebene zum Begleichen der demokratischen Kontraktschuld herangezogen wird, wenn beispielsweise Mutti Merkel die Grenzen öffnet, Deutschland mit Millionen afrikanischer Asylanten flutet, uns in Lebensraumkriege verwickelt, und wir im eigenen Land rassisch diskrimimierte Menschen vierter Klasse sind.

Sollte ein Nein zur Demokratie die beabsichtigten und aus Sicht der Völker nur zu begrüßenden positiven Folgen haben, wird dieses System wie schon ab 1933 seine ganze satanische Kriegs- und Völkermorbestialität entfalten, um die hochheilige Demokratie vor einem neuen Faschismus, Nazismus, Monarchismus oder Populismus zu retten.

Versucht die BRD, die demokratische Kontraktschuld für null und nichtig zu erklären, spricht vieles dafür, daß in dem Fall die UNO-Feindstaatenklauseln aktiviert werden und sie uns mit einem weiteren Vernichtungskrieg überziehen.

Etwas anderes, als zu beten, daß die Gegenseite des demokratischen Zwangskontrakts, USA und Transatlantikimperium, möglichst bald von der Weltbühne verschwindet, bleibt angesichts unserer ausweglosen Lage kaum übrig." - Tempranillo, "Debitistische Etüde", 20.06.2019

Herr Bettinger, Ihre "weiterentwickelte Direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild" soll der Teufel holen! Allein schon wegen der "historisch bedingten Mystik", worunter z. B. die Enthauptung Marie Antoinettes fällt.

Man darf nie vergessen: Demokratie ist nur ein anderes Wort, für ew'gen Krieg und Völkermord.

Schaffen es die Deutschen noch irgendwann, sich von der demokratischen Völkermordaura loszusagen?

Der_Juergen
16. Juli 2019 08:56

@Thomas Martini

Demokratie auf kleiner Ebene, auf Gemeindeebene etwa, ist etwas sehr Gutes. Wenn die Bewohner eines Dorfes , wo jeder jeden kennt, ihren Schulzen oder Bürgermeister wählen, kann man getrost davon ausgehen, dass sie ihre Stimme nicht ausgerechnet dem Dorftrottel geben werden. Sie werden sich für einen Mann entscheiden, der ihr Vertrauen verdient hat, weil er sich als zuverlässig und ehrlich erwiesen hat und mit einer zumindest normalen Intelligenz gesegnet ist. In der heutigen Grossstadt, wo man kaum noch seinen Nachbarn kennt, ist es schlechthin absurd, aus lauter unbekannten Kandidaten auswählen zu müssen. Der Wahlentscheid wird fast zwangsläufig nach völlig willkürlichen Kriterien gefällt werden.

Der Parlamentarismus hat sich zur Farce entwickelt, weil ein Machtwechsel auf friedlichem Wege praktisch unmöglich ist. In der BRD schafft die AFD die absolute Mehrheit wegen der feindlichen Medienkontrolle nie; wenn sie mit der Union koaliert, muss sie ihre Grundsätze preisgeben; sollte sie die absolute Mehrheit durch ein Wunder doch schaffen, werden Justiz und Medien es ihr verunmöglichen, ihr Programm zu verwirklichen.

Man wird hier auf Gegenbeispiele wie Trump oder Salvini verweisen. Aber Trump sind durch das groteske politische System der USA die Hände weitgehend gebunden, und Salvinis beherzte Schritte gegen die illegale Masseneinwanderung werden ständig von Gerichten sabotiert. Diese auszuschalten, geht auf demokratischem Wege nicht. - Das beste Gegenargument gegen meine demokratieskeptische Einstellung wäre vermutlich Viktor Orban, doch leider lassen sich ungarische Verhältnisse nicht auf deutsche oder französische übertragen, und wie lange Orban dem permanenten Druck von aussen standhalten kann, ist noch ungewiss.

Diese theoretischen Überlegungen ändern allerdings nichts daran, dass es für die BRD von Anfang an keinen anderen Weg als die parlamentarische Demokratie gab. Die Sieger- und Besatzungsmächte, vorab die USA, hätten niemals eine andere Staatsform geduldet. Und durch ihre Kontrolle über die Medien (siehe hierzu Stefan Scheil, "Transatlantische Wechselwirkungen"), das Verbot einer Revision der Nürnberger Urteile, die Kanzlerakte usw. schufen die US-Okkupanten die Gewähr dafür, dass die Bundesdeutschen brav demokratisch blieben.

In den ersten Jahrzehnten fühlten sie sich dank ihrem stetig wachsenden Wohlstand und ihren zahlreichen Freiheiten dabei sehr wohl; sie lebten in einem goldenen Käfig mit viel Bewegungsfreiheit. Aber diese Bewegungsfreiheit schwindet immer mehr, und der grosse goldene Käfig hat sich längst zum eisernen Zwinger gewandelt. Und dieser Zwinger wird immer enger.

Gotlandfahrer
16. Juli 2019 08:59

@ quarz
„Wir sind damit an einem Punkt angekommen, an dem ich mir ohne fiktionalen Beigeschmack vorstellen kann, dass mit derselben Dreistigkeit, mit der jetzt wissenschaftliche Erkenntnisse zu verfassungsfeindlichen Ideologemen umgelogen werden, noch in erlebbarer Frist der Widerstand gegen die Einführung von Scharia-Normen oder ähnlichen gesellschaftlichen Regeln nach dem Geschmack der neuerdings hier Lebenden für verfassungswidrig erklärt wird.“

Volle Zustimmung. Ein solcher Punkt in der Entwicklung ist auch nur konsequent. Es entspricht dem Topos der verbrannten Schiffe oder Brücken. Sieg oder Sibirien. Wer sich in einem Glaubensfeldzug befindet und in Bedrängnis gerät, hat keinen Plan B und keine Verhandlungsmasse.

In einer Massendemokratie kann es, bis auf die durch natürliche Verteilung gegebenen widerspruchsgeneigten Akteure, niemandem geben, der aus seiner spieltheoretisch bedingt eingeschwungenen Haltung des Zustimmens durch Schweigens ausbricht. Denn um diese Haltung auch bereits zuvor in weitaus unkritischeren Phasen angenommen zu haben, bedurfte es einer inneren Übereinkunft mit sich selbst, in einer Art Selbstzensur nur selektiv wahrzunehmen und Gleichgewicht in der Übereinstimmung mit der herrschenden Meinung zu empfinden.

Unabhängig von der Intelligenz des Individuums lässt eine solche Einprägung nun keinen Loyalitätsbruch mit den zuvor stets unterstützten Machtausübern zu. Das Wissen um das, was hierzu nötig wäre, wurde zuvor ja auch konsequent vermieden. Die Welt der BoBos mag zunehmend voller Widersprüche für sie selbst sein, diese aufzulösen ist ihnen aber semantisch gar nicht möglich. Sie spielen Ihre Platte daher nur lauter und schneller. Sie steigern den Rückzug ihrer Aufmerksamkeit. Ersatzhandlungen finden statt.

Die Machtausübenden wiederum können ebenfalls nicht „zurück“, weil dies in vollständiger Induktion die strukturelle Konsistenz der vorherigen Eskalationsschritte ad absurdum führen und somit deren Unwahrhaftigkeit offenlegen würde.

Wir werden Progressivisten sehen, die sich (und zuvor andere) für die Freiheit der Scharia verbrennen werden. Mit dem innerlich als Heldenmut empfundenen Leitgedanken Voltaires auf den Lippen (so stilvoll werden sie es nicht ausdrücken können, aber dem Sinne nach): Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.

Ich bleibe bei meinem Eindruck: Hier hilft nur noch Steigerung der Hausse, um die Überhitzung schneller voranzubringen, in der Hoffnung, dass die Korrektur dann noch früh genug eintritt, um etwas sanierungswürdiges übrig zu lassen.

Laurenz
16. Juli 2019 09:31

@Thomas Martini ... die Logik Ihres Beitrags ist zwar nicht abwegig, allerdings liegt eine falsche Voraussetzung oder Annahme zugrunde.

Auch eine Schweizer vor-napoleonische Demokratie oder die älteste Demokratie der Welt, diejenige Islands, arbeiten nicht fehlerfrei, wie sollte das auch sein, wenn Menschen involviert sind. Und auch diese Demokratien sind natürlich grundsätzlich einer permanenten Bedrohungslage ausgesetzt, was in Island dazu führte, daß das Christentum freiwillig eingeführt wurde, um die christliche Okkupation des Landes aus Skandinavien heraus zu verhindern. Von daher ist nie eine politische Systemfrage entscheidend, sondern Voraussetzung ist, welche militärische Option zur Verfügung steht. Bis 1945 besaß unser Land eine zumindest kleine militärische Option. Seitdem sind wir quasi ohne militärische Option, was auch bedeutet, daß unser Außenministerium reine Staffage bleibt. Innenpolitisch ist dem nicht so. Innenpolitisch basiert unser Staat, ganz gleich, welches politische System man ihm beimißt, auf der Waffengewalt der Polizei, der Bundeswehr und die der noch vorhandenen Besatzungsmächte. Schon die Androhung Trumps, seine 35.000 Söldner abzuziehen, destabilisierte das politische Berlin. Insofern kann man sich in der Debatte beruhigt auf von Clausewitz zurückfallen lassen, der, natürlich zeitgenössisch, beschrieb, wie man als unterlegene militärische Macht seine Souveränität und damit den eigenen politischen Zweck verteidigt, welcher das auch immer sein mag.
Von daher bleibt es vordergründig vollkommen belanglos, für welches politische System sich das Deutsche Volk entscheidet. Die elementare Entscheidung unseres Volkes ist, ob es sich wieder eine militärische Option erschaffen will oder nicht. Aus den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts heraus, neigt die Mehrheit dazu, ohne diese Option bleiben zu wollen und auf die eigene Souveränität zu verzichten, was aber auch daran liegt, daß den wenigsten bewußt ist, was das bedeutet.

Franz Bettinger
16. Juli 2019 10:26

@Thomas Martini: Sie scheinen über Wissen zu verfügen, das andere nicht haben. Ich bedaure ihre Ermüdung und den Frust über mich Dummkopf, lieber Coriolan, aber ich kann's Ihnen und keinem ersparen: wir müssen zurück zu Adam und Eva. Sie 'müssen' es mir in meiner Sprache verständlich machen, eine andere verstehe ich nicht.

Erstens: Wieso ist der Globalismus ein demokratischer Grundwert? Haben die Athener das auch schon so gesehen und gemacht, und wieso weiß ich nichts davon? Der Demos umfasst - so dachte ich mir das jedenfalls immer - zwar viele, aber nicht alle. Der Demos umfasst das Dorf oder das Volk, aber nicht andere Völker und schon gar nicht die ganze Menschheit. Die Herrschaft des Demos und Le Contrat Social wirken also nur lokal, nicht global. Denkfehler?

Zweitens: Was soll die Demokratie ersetzen? Von allen Demokratie-Verächtern kriege ich auf diese Frage nie eine klare Antwort. Sie deuten allerdings mutig etwas an: Faschismus ... Monarchismus oder Populismus. Wobei ich mir unter Populismus als Staatsform nichts vorstellen kann, außer vielleicht eine ehrlichere Form von Demokratie.
Falls wir uns mit diesem Disput bereits in der brd'schen Tabu- bzw. Kopfschuss-Zone bewegen, bitte ich Sie, TM, mir privat zu antworten. Ich kann Sie übrigens schon lang nicht mehr per Email erreichen; weiß nicht warum.

RMH
16. Juli 2019 10:29

Ich bin dennoch der Meinung, dass Franz Bettinger durchaus die richtigen Fragen gestellt hat. Wer gegen etwas ist, sollte immer darauf vorbereitet sein, dass als Gegenfrage dann gestellt wird, wofür man denn sei - zumindest, seit dem die billige Abfuhr aus den 80er Jahren, "dann geh doch rüber", nicht mehr möglich ist.

Ebenso ist ein Finger zeigen auf welche auch immer gegebenen offenen oder verborgenen Strukturen stets nur ein erster Schritt, bei dem man dann Schritt 2, Lösungs- Änderungs- und Verbesserungsvorschläge, in der Hinterhand haben muss, wenn man nicht in den Verdacht des bloßen Schwätzertums geraten will.

Ich hätte jede Menge Vorschläge. Einen Teil davon finde ich sogar im Wahlprogramm der "Systempartei" AfD wieder.

Ganz grundsätzlich und allgemein: Bitte unterhalte sich doch einmal jeder mit einem älteren Juristen und frage ihn, was er vor ca. 30 Jahren noch in Sachen Staatsrecht und Grundrechtslehre gelernt hat und wie die heutigen Auffassungen davon doch erheblich bis diametral abweichen, obwohl an den geschriebenen Kerninhalten der Normen sich so gut wie nichts geändert hat. Und damit käme man dann schon zu einem ganz wichtigen "Pudelskern" ...

Valjean72
16. Juli 2019 10:47

@Thomas Martini:

„Man darf nie vergessen: Demokratie ist nur ein anderes Wort, für ew'gen Krieg und Völkermord.
Schaffen es die Deutschen noch irgendwann, sich von der demokratischen Völkermordaura loszusagen?“

In diesem Zusammenhang ist die Rezession zu Rolf Peter Sieferles „Krieg und Zivilisation“ in der Druckausgabe der aktuellen Sezession interessant. Gemäß Sieferle wohnt demokratischen Staaten - im Gegensatz zu monarchisch geführten - im Kriegsfalle eine „enthegt“ totalitäre (den ideologischen Feind unbedingt vernichtend wollende) Kriegsführung inne.

Werter Thomas Martini, Ihre grundsätzliche Demokratiekritik teile ich weitestgehend aber Sie gingen nicht auf die Frage Franz Bettingers ein, welche Regierungsform Sie anstelle der Demokratie gerne implementiert hätten.

@Der_Juergen@Thomas Martini

„Demokratie auf kleiner Ebene, auf Gemeindeebene etwa, ist etwas sehr Gutes.“

In der Tat auf kleiner, überschaubarer Ebene kann Demokratie positives entfalten und das entspricht auch dem historischen Vorbild.

“Keineswegs alle Bewohner Athens waren Bürger und damit frei und gleich im Vollbesitz politischer Rechte. Von den 60000 Männern unter den 200 000 Einwohnerinnen und Einwohnern waren nur etwa 30 000 Vollbürger.“

(Quelle: bpb.de/grundzuege-der-athenischen-demokratie )

Unsere Germanischen Vorfahren kannten den „Thing“. Darin wurden Sachfragen ausgiebig ausdiskutiert und nicht einfach per erster Mehrheitsentscheidung festgesetzt und ausgeführt.

Friedrich Schiller lässt in seinem Dramenfragment „Demetrius“ den Hauptprotagonisten folgendes zum Wesen der Demokratie sagen:

“Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn.
Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
[…]
Der Staat muß untergehn, früh oder spät,
wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.“

(Quelle: gutzitiert.de )

heinrichbrueck
16. Juli 2019 14:02

Solange die "Systempartei" AfD nicht beweisen muß, daß ihre Forderungen umgesetzt werden können, wie sich manche Wähler dieser Partei vorstellen, hilft ein Blick in die Nachkriegsdemokratiegeschichte.

"Es muss dem Wahlvolk möglich und sogar leicht möglich sein, per Referendum die Führer auszutauschen, wenn das Volk es für opportun hält."

Das Volk wäre bestimmt einverstanden. Aber kein Herrscher würde jemals mitmachen. Und überhaupt, was ist eine gute Führung? 1. Eine gute Führung tauscht das eigene Volk nicht aus. 2. Eine gute Verwaltung, Sicherheit und Schutz, Entfaltungsfreiheit im Familienleben usw.
Umvolkung scheint möglich zu sein. Also ist auch das Gegenteil möglich. Aber der Führer des Gegenteils, der nicht unter der Macht der Umvolkung agieren wird können, braucht zumindest eine Widerstandsmacht. Wahlen finden unter der Umvolkungsmacht statt.
Um einen Staat zu gründen, bedarf es einer Planung. Israel ist der Beweis. So läuft Politik, und nicht anders. Das ist Macht.

Thomas Martini
16. Juli 2019 14:19

"Wieso ist der Globalismus ein demokratischer Grundwert?" - Franz Bettinger

"Weshalb wurde denn Kirsten Heisig, wie ich annehme, vom BRD-Staat ermordet?

Die couragierte Richterin hat es gewagt, wider den Stachel der demokratischen Grundwerte zu löcken, deren wichtigster darin besteht, alle Staaten und Völker aufzulösen.

Gehen wir einmal davon aus, daß die mit Abstand übelsten Verbrecher weit und breit in Regierung und Bundestag sitzen. Wie wahrscheinlich ist es, daß ausgerechnet sie gegen Ihresgleichen, die arabischen, nigerianischen und kurdischen Clans vorgehen, deren kriminelle Energie nicht einmal annähernd an das heranreicht, was Merkel, Schäuble, Seehofer, Nahles, von der Leyen und die Altparteien auf dem Kerbholz haben?

Das wäre, ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mich wiederhole, zutiefst undemokratisch und stünde völlig quer zu dem für uns verbindlichen Spirit of America, unter dessen Blickwinkel Alfonso Capone, Meyer Lansky, Dutch Schultz, Salvatore Riina und Bernardo Provenzano als was zu betrachten wären?

Natürlich als lupenreine Demokraten und Kollegen derer, die bei uns regieren, Gesetze machen und *Recht* sprechen." - Tempranillo, "Ausnahmsweise bin ich mir sicher". 28.06.2019

Kennt hier jemand demokratische Nationalisten? Ich nicht.

Nationaldemokraten in der BRD? Zu dem Thema hätten wir viel zu lachen.

"Was soll die Demokratie ersetzen?" - Franz Bettinger

Mir geht es nicht um Ersatz. Wie oft muß ich das noch erklären?

Wichtig ist mir ganz allein das Lossagen von der Demokratie. Von diesem globalem Völkermord- und Geldherrschaftssystem geistig und seelisch Abstand zu nehmen, halte ich für ein Gebot der Stunde. Offensichtlich schaffen die Deutschen das nur zum Teil. Sie flüchten sich, mit einem Kunstgriff, in eine Vorstellung der Demokratie, die der realen, globalisierten Welt entzogen ist.

Ebenso käme es darauf an, die aktuellen Vorgänge der kanzleramtsnahen Tagespolitik endlich als demokratisch zu begreifen, und nicht den Fehler zu machen, die Anwendung totalitärer Machtinstrumente als kommunistisch, faschistisch oder wasweißichwas anzusehen.

Laurenz
16. Juli 2019 14:36

@Franz ..... als die Hellenen, einwandernd, die archaischen Griechen überwältigten, fanden sie eine Sklavenkultur vor, die sie übernahmen. Das archaische Griechen-Volk wurde zu Heloten gemacht. Das heißt, wir finden nur eine Eliten-Demokratie im antiken Hellas vor. Das mag zwar als Model in Ordnung gehen, aber der übliche historische Rückgriff als älteste Demokratie des Planeten ist absurd oder läßt nur Dunkles vermuten, vor allem in Anbetracht dessen, daß die heutigen Griechen rein gar nichts mit dem hellenistischen Griechenland zu tun haben, außer Touristen zu beköstigen.

Atz
16. Juli 2019 14:57

- Was soll die Demokratie ersetzen?

...fragt wer? Jedes staatliche Regime ist heute Demokratie oder Volksrepublik, auch wenn es real Diktatur oder Kleptokratie ist. Selbst der irre Gaddafi hatte ja schöne basisdemokratische Vorschläge, die in der ökologischen Rechten aufmerksam studiert wurden.

Die Demokratie gibt es nicht. Keine Demokratie ist so gut, dass es keine bessere Demokratie geben kann. Demokratie ist Herrschaft des Demos=Staatsvolkes. Das ist zunächst mal ein Ideal. Die Frage ist, wie man es approximiert. Dafür gibt es verschiedene Modelle, die mehr oder weniger funktionieren. Wie beim Kaleidoskop kommt es aber auch darauf an, was drin ist, nicht nur wie man dreht.

Die erste Frage ist das Verfahren der Repräsentantenbestimmung. Im Bundestag ist eine Mehrheit der Abgeordneten Juristen. Es gibt zugegeben auch zu wenig Frauen. Eine Abbildung des Volkes ist hier nur bedingt gegeben. Personen werden über sichere Listenplätze eingewählt. Das Volk ist hier nicht vertreten, sondern eine Parteifunktionärselite durch demokratische Wahl bestimmt. Man kann sagen das soll so sein oder wie Feministen anzweifeln.

Neben dem Wahlverfahren gibt es auch andere, etwa Ältestenrechte. Eine Alternative zur Wahl wäre eine Deliberative, eine Wahl durch Los. Aus dem Volke werden durch Losverfahren Repräsentanten bestimmt. Damit bildet die Kammer statistisch perfekt das Volk ab. Parteien und Wahlvereine werden überflüssig.

Die Wahl durch Los entspricht alter germanischer Sitte.

Die zweite Frage ist, wer das passive Wahlrecht besitzen sollte, also Ämter annehmen darf. Dies könnte man durchaus strikter und abgestufft regeln. Zum Beispiel sollte ein ungedienter Mann oder Frau meiner Auffassung nach nicht Verteidigungsminister werden.

Dann die Frage nach den Nebenverdiensten oder Dauer von Ämtern. 14 Jahre Kanzlerschaft ist meiner Ansicht nach zu viel.

Nun ist das Volk aber nicht gleich der Bevölkerung der Staatsbürger. Beim Wahlverfahren sollten Deutsche auch ihre minderjährigen Kinder und Ahnen bei der Wahl vertreten. So könnte sichergestellt werden, dass der Wille des Volkes als generationenübergreifendes Geschichtswerk sich demokratisch niederschlägt wie es unsere Verfassung will (allgemeine, gleiche Wahl) und nicht zugereiste Beutegermanen die Rechte des Volkes verwässern, dessen Teil sie vorgeben geworden zu sein. Voraussetzung der passiven Wahl sollte immer ein Gelöbnis sein dem deutschen Volk zu dienen. Wer sich uneindeutig zu seiner Nation bekennt, etwa durch doppelte Staatsbürgerschaft, sollte nicht wählbar sein.

Drittens, politische Einmischungen von außen sind konsequent und nachdrücklich abzuwehren. Hier bietet sich ja gerade die Cause Bannon für eine Grundsatzentscheidung an. Strafzahlungen auch im Falle einer Manipulation durch soziale Plattformen. Jede Form des Lobbyismus durch staatsfremde Akteure ist abzustellen.

Möglich ist auch ein Oberhaus einzurichten wie das Christian Wulff einmal für Niedersachsen vorgeschlagen hat. Das britische House of Lords ist ja eine hervorragende Institution und Herrenhäuser sind traditionsgemäß in Deutschland.

Breckert
16. Juli 2019 15:25

Mal ehrlich:

Das nimmt hier langsam Züge an wie im Wartezimmer eines Onkologen.

Wenn man im Jahr vier nach den Vorfällen auf der Domplatte in Köln schon allein ein Interview mit einer Unperson wie Augstein ("Feminist") als Erfolg feiern muß, dann hat die Rechte doch fertig.

Laurenz
16. Juli 2019 17:57

@Atz .... also das mit dem Frauenwahlrecht hat bisher nichts gebracht. Männer sind nur dann ihren hormonellen Befindlichkeiten ausgesetzt, wenn es um Frauen geht. Deshalb sind zB Frauen bei Kampfeinsätzen sinnentleert, außer man setzt nur Frauen ein, was aber im Orient auch nicht funktioniert, weil die dortigen Terroristen sich Frauen nicht ergeben, Männern schon.
Sonst ist der schönere Teil der Menschheit viel mehr hormonellen Befindlichkeiten ausgesetzt als Männer, was eine rationale Entscheidungsfähigkeit herabsetzt. Daß es da auch einige Ausnahmen gibt, bestätigt nur die Regel. Ansonsten sind Frauen für solche minderwertige Arbeit wie Politik einfach auch zu schade. Denn Frauen waren bis zu ihrem Wahlrecht der elementare Kultur-Träger.

@Breckert .... also wenn Sie persönliche Erfahrungen mit Onkologen haben machen müssen, tut mir das sehr leid. Aber es scheint Verständnisschwierigkeiten bezüglich des Artikels zu geben. Natürlich mag es sein, daß mancher gerne mit VIPs zu tun hat, aber es geht doch nicht wirklich darum, mit unserem untergeschoben Pseudo-Augstein zu quatschen. Der wird bis zu seinem Tod darunter leiden, niemals auch nur annähernd an seinen Stiefvater heranzukommen.
Es geht vielmehr darum, auszuloten, wie groß der gesellschaftliche Druck ist, sich mit uns auseinandersetzen zu "müssen".

Olle
16. Juli 2019 22:24

@ Breckert:
Nein, die Rechte ist fertig, wenn in ihrem Rahmen immer noch große Fundamentaldiskussionen über unsere "Demokratie" losgetreten werden können. Demokratie ist eine politische Ordnungsvariante unter vielen. In ihr wird Macht ausgeübt, aktuell gegen uns, und der Rest zum Thema besteht in Phrasen.

Vielleicht sind einige ja doch am Titel des Lichtmesz-Artikels interessiert. Ich war in Ettersburg und habe Augstein dort in die Augen gesehen!
Also: Es stimmt nicht, daß Weißmann jenen "in der Pfeife geraucht" habe. Augstein war konzentriert, charmant und er sah gut aus. Ein Medienprofi eben. So einen haut man nicht so einfach vom Podium! Überraschenderweise hatte er sich sogar gut auf seinen Gesprächspartner vorbereitet und er hatte auch viele Fans mitgebracht. Aber wir waren mehr und der Veranstalter meinte, er hätte den Event durchaus dreimal verkaufen können. Dreimal darf man raten an wen!
Dies ist die erste gute Nachricht aus Ettersburg: Es gibt eine hochintellektuelle umfangreiche Gegenöffentlichkeit! Die zweite: Natürlich war es unvorsichtig (oder mutig!) von Augstein, sich ausgerechnet an Weißmann heranzuwagen. Weißmanns mündliche Stärken sind nämlich noch bedeutender als seine schriftlichen und eine Podiumsdiskussion ist genau sein Ding. Außerdem war er an diesem Tag in Bombenform. Dieser Kombination hatte auch ein Augstein schließlich wenig entgegenzusetzen. Die Schlüsselszene war m.E., als Weißmann seine These, die Vergangenheitsbewältigung aktueller Art habe erst 1968 (und nicht 1945, wie Augstein behauptet hatte) eingesetzt, aus dem Gedächrnis mit drei einschlägigen, exakt datierten historischen Beispielen stützen konnte. Das war, boxerisch gesprochen ein Wirkungstreffer und danach schien Augstein in gewissem Sinne "satt". Offensichtlich hatte er mit solchen Kenntnissen einfach nicht gerechnet, wie sollte er auch. Er hatte für einen Augenblick hinter den Schleier der Isis blicken dürfen und war in diesem Moment nicht mehr besonders neugierig auf weitere einschlägige Enthüllungen. Am Ende wirkte der große Medienmann etwas "frustriert".
Die große Partie ist offen und vielleicht sehen sich die Verteidiger des status quo schon sehr bald durch die Normativität des Faktischen genötigt, den Sachverstand der konstruktiven Seite des politischen Spektrums einzuholen. Augstein jedenfalls weiß jetzt sehr genau, wen er fragen müßte, das ist doch schön.
Und das eine ist sicher: Einmal Weißmann bei Anne Will und diese Republik hätte am nächsten Morgen ein anderes Gesicht.

Thomas Martini
18. Juli 2019 02:50

"Wieso ist der Globalismus ein demokratischer Grundwert?" - Franz Bettinger

Wir bekommen mittlerweile seit Jahrzehnten auf allen Kanälen eingetrichtert, warum der Globalismus ein demokratischer Grundwert ist: Zuallererst geht es um den Freihandel.

Hat davon schonmal einer hier was gehört?

Ich mein' ja nur, denn das Thema steht bei den Demokraten seit Jahrhunderten auf dem Programm.

Zum Globalismus gibt es in einer echten Demokratie keine Alternative, denn das würde bedeuten, daß man wie in Ungarn, Dänemark oder auch Italien, wieder in "nationale Egoismen" zurückfällt.

In den typischen Demokratien des "Westens" ist die Globalisierung seit der Französischen Revolution ein ungeschriebenes Gesetz.

"Demokratie ist eine politische Ordnungsvariante unter vielen. In ihr wird Macht ausgeübt, aktuell gegen uns, ..."

Wann hat, und gemeint war und ist DIE Demokratie nach angelsächsischer Bauart, jemals im Sinne des deutschen Volkes Macht ausgeübt? Wann?

Dröhnendes Schweigen zu meiner Frage, ob der Niedergang der deutschen Kultur etwas mit dieser Demokratie zu tun haben könnte.

"Das eigene Volk verdrängen und fremde Kulturen zuführen, bekanntlich politischer Auftrag des Grundgesetzes. Steht zwar noch nicht "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, die zu uns wollen," in der Präambel aber wir praktizieren das schon mal." - Atz, 16. Juli 2019 08:40

Damit trifft der Kommentator Atz den Nagel in einem anderen Strang auf den Kopf. So funktioniert "die" Demokratie in der Realität, und das nicht erst seit gestern.

Was derselbe Schreiber in diesem Strang zum Thema beitrug, sind dagegen leider nur theoretische Spielereien. Klingt in der Phantasie super, hat aber mit der demokratischen Realität nichts zu tun. Dazu sage ich nur drei Wörter: Von der Leyen.

"Demokratie bedeutet Volksherrschaft".

Mit dieser Phrase, die nicht nur bei leichtgläubigen Menschen nachhaltig wirkt, lässt sich der bräsige Deutschmann noch in einer Million Jahre ködern. Ja sicher, das Volk herrscht, das ist nicht zu bestreiten. Aber es herrscht, was wohl für jeden Volksdeutschen offensichtlich ist, ganz bestimmt nicht das deutsche.

"Was soll die Demokratie ersetzen?" - Franz Bettinger

Das ist mir sowas von egal. Wesentlich bleibt: Die Demokratie ist der größte und hinterhältigste Betrug aller Zeiten. Schlimmer kann es also kaum kommen.

Der_Juergen
18. Juli 2019 08:12

@Olle

Danke für die nützlichen Informationen. Wenn Sie allerdings meinen, ein Weissmann-Auftritt bei Anne Will würde ausreichen, um die Republik zu verändern, irren Sie sich. "Steter Tropfen höhlt den Stein", nicht "Ein Tropfen höhlt den Stein".

Atz
18. Juli 2019 13:28

@Laurenz
Mit ging es allein um das Paradoxon, dass allgemeine gleiche Wahl zu einer sehr ungleichen Auswahl von Repräsentanten führt. Insbesondere einer übermässigen Repräsentation von Hochschulabsolventen, Juristen und Männern im Parlament. Bislang gibt es nur politische Forderungen die Unterrepräsentation von Frauen dort zu ändern. Perfekte Abbildung der Bevölkerung in einem Parlament ginge durch das urgermanische Losverfahren, den Götterspruch. Dann gäbe es Klempner und Dachdecker im Parlament und niemanden in zwei folgenden Legislaturperioden. Die Überrepräsentation von Juristen im Parlament hat die einen Folgen, die Überrepräsentation von Ingenieuren in Asien die anderen Folgen.

Aber: Ob wir jetzt wirklich vor das Frauenwahlrecht zurück müssen?
Bei Frauen im Militär halte ich es mit Hannah Arend, das schickt sich nicht. Im kommunistischen Manifest war einst die Frauenarbeit abzuschaffen, heute ist das Ideal der Linken die Geschlechterparität im DAX Unternehmensvorstand und die volle Teilhabe der kinderlosen Frau an der Lohnarbeit, der Arbeit für Geld und für andere. "Alles hat seine Grenzen." - Ökologie predigen, aber sobald's den Vorverständnissen entgegen steht, vom Verfassungsschutz solche Gedanken verfolgen lassen. Mit Entgrenzungsutopien den Urakt des Nomos ungeschehen machen, das geht nicht, aber nicht jeder wird das Vergebliche daran merken. Der süße Brei kocht munter weiter.

Laurenz
18. Juli 2019 16:27

@Atz .... ja sicher, allerdings hat die Linke keinen Motivator um bei der Müllabfuhr eine Quote zu fordern. Vor allem die mehr als über-repräsentierte Lobby der Homosexuellen in der Regierung braucht dringend eine Quote, Altmeier, Spahn, Tauber, das sind eindeutig zu viele.
Was die Historie der Frauenarbeit angeht, so basiert sie auf dem Kriegsfall. Im preußisch-französischen Krieg kam man noch um Frauenarbeit herum, im 1. Weltkrieg war das nicht mehr möglich. Auch damals hatte kein Vernunft-begabter Mensch Zweifel daran, daß Frauen dasselbe leisten können, wie Männer, zumindest im technischen Zeitalter. Aber darum geht es doch gar nicht.
Frauen haben es im Umgang mit Männern natürlicher leichter als Männer. Aber die Performance von Frauen in der Politik ist mittlerweile so schlecht, daß Frauen in der Politik im nächsten viertel Jahrhundert diskreditiert sein werden. Es ist eben ein Unterschied, ob man eine politische Tradition von 40.000 Jahren oder eine von 100 Jahren im Blut hat.

Niekisch
18. Juli 2019 16:41

"vom Verfassungsschutz solche Gedanken verfolgen lassen."

@ Atz 13:28: Die Gedanken sind frei von jeder gesetzlichen Beschränkung, Art. 5 I GG. Wie sollte der Verfassungsschutz sie auch verfolgen, wenn er sie nicht einmal sehen oder hören kann?

Olle
18. Juli 2019 18:52

@ Der Jürgen
Kommt auf den Tropfen an.
Aber Sie haben schon recht: Zwei Auftritte würden noch mehr bringen! UNd am besten wäre doch, wenn man Frau Will gleich durch Karlheinz Weißmann ersetzen würde. Aber dafür müßte man Weißmann wahrscheinlich erst gendern und das macht der nicht mit.

Montesquieu
18. Juli 2019 20:08

@Breckert

#Das nimmt hier langsam Züge an wie im Wartezimmer eines Onkologen.#

Treffer, versenkt.

Man verfolgt hier die Entwicklung gerne auf hohem theoretische Diskursniveau. Gleichzeitig hängt man infantile illusionären Hoffnungen nach.
Ich komme aus einer anderen Erfahrunswelt und bin irritiert, wie grundlegende soziologische und psychologische Konstanten tapfer ausgeblendet werden. Das ist mitunter sehr interessant, aber leider letztendlich genauso realitätsleugnend, wie es auch die #Linke# ist. Letztendlich alles Fluchten vor der menschlichen Natur.

Atz
19. Juli 2019 07:33

@Niekisch Gedanken schließen in meinem Sinne auch ihre unsanktionierte Äußerung im öffentlichen Diskurs mit ein, die "Gedanken sind frei" ist eine bittere Ironie. Und natürlich war die Freiheit der ungeäußerten Gedanken niemals das Ziel der deutschen Freiheitsbewegung.

Art 5.2 GG " Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."

Was v. Waldstein zum Volksbegriff ausführt, war - minus der kämpferischen Polemik - bis vor gar nicht so langer Zeit herrschende Lehre zum GG in der juristischen Ausbildung. Jetzt sind wir da, dass jeder der die Reformen zurücknehmen möchte, die ja tatsächlich mehr symbolisch dogmatisch als materiell waren, quasi ein Verfassungsgefährder sei. Auch nun jeder, der Multikulti Programmatik nicht ausdrücklich teilt. Das zeigen die extrem schwachen Indizien gegen die Identitären.

Gestern in der Tagesschau ein Bericht über Freital. Dort wurde so getan, als sei die zu erwartene AfD Mehrheit politisch bedrohlich, toll dagegen ein kitschiges Propagandatheaterstück, in dem das Migrantenbaby als "Freitaler" überzeugt. Und das irre ist, das all die Leute, die Demokratie nicht ergebnisoffen sehen, sich als Demokraten wähnen. Wohlan zum fröhlichen Beutegermanisieren!

Wie irre und unfundiert das alles ist, sieht man, wenn man an Polen denkt. Vor etwas über hundert Jahren gab es überhaupt keine Polen, nur russische und deutsche Staatsangehörige.

heinrichbrueck
19. Juli 2019 14:40

"Und das irre ist, das all die Leute, die Demokratie nicht ergebnisoffen sehen, sich als Demokraten wähnen."

Was ist daran irre?

Niekisch
19. Juli 2019 19:06

@ Atz 19.7. 7:33: Noch einmal ganz einfach und hoffentlich einleuchtend: Art. 5 I GG: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern... Dafür gelten dann auch die Schranken des Art. 5 II GG. Ergo: die Gedanken sind völlig frei, ihr Äußern kann beschränkt werden.

Es ist natürlich klar, daß es letztlich immer um nach außen getragene Gedanken geht.

Laurenz
20. Juli 2019 02:34

@heinrichbrueck .... ich mußte erstmal dem von Herrn Kubitschek zitierten Sloterdijk'schen Zynismus freien Raum geben und herzhaft lachen.

Wenn ich den Foristen Atz verstanden habe, so siehteEr den "Demokratie"-Begriff immer noch als sachlich definierten Terminus an, den die von ihm beschriebenen Protagonisten nur nicht verstanden haben oder nicht verstanden haben wollen.

Sehe ich Ihre Sicht der demokratischen Dinge richtig, wenn man davon ausgehen kann, daß die besagten Atz'schen Protagonisten den Terminus "Demokratie" nur deswegen noch als Kampfbegriff nutzen, weil sie denken, daß andere noch an ihn sachlich definiert glauben?

heinrichbrueck
20. Juli 2019 11:38

@ Laurenz

Der Demokratiebegriff ist zwar uninteressant, aber so zu verstehen: einmal mit Wahlprozessen und einmal ohne. Wer die Wahlen ausklammert, kommt den realen Machtverhältnissen näher. Beide Systeme sind gegeben; mit den Wahlen die Machtstrukturen der Phantasiedemokratie, wenn die Illusionen sich nicht vermeiden lassen und ins Kraut schießen, und zwar immer, unabhängig von akademischen Titeln; und die realen Machtstrukturen, denen Wahlkämpfe lediglich als Bewegung der Verschleierung dienen, der Wähler stimuliert werden muß, an seine eingetrichterten Mitbestimmungsrechte auch ganz fest glauben zu sollen. Man muß doch ein Märchen parat haben, kann schließlich schlecht sagen, daß es Leute gibt, die mit Billionensummen global jonglieren können. Also wird der Hochmut der armen Kirchenmaus bedient, Mitbestimmungsrechte = Demokratie, alles andere gleich Diktatur. Die Maus wird ganz wild, will man ihr die Rechte madig machen, schließlich will sie nicht in einer Diktatur leben. Um die Demokratie aufrechtzuerhalten, wird die intelligente Maus erfinderisch. Zwei Systeme: Illusion und Realität.

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