19. Juli 2019

Zynische Vernunft nach Sloterdijk

Götz Kubitschek / 50 Kommentare

Am 28. Dezember 2018 hat Peter Sloterdijk in der NZZ einen Text über das »zynische Bewußtsein zu Beginn des 21. Jahrhunderts« veröffentlicht.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Er griff darin Überlegungen aus jenem Wurf auf, der ihm 1983, also noch vor der friedlichen Revolution, mit seiner Kritik der zynischen Vernunft gelungen war.

Wir können Sloterdijks Aufsatz aus der Neuen Zürcher Zeitung als Unterfütterung der These lesen, daß die immer hemmungsloseren Attacken der "Zivilgesellschaft" gegen uns auf einem diskriminierenden Feindbegriff beruhen. Seine Ausführungen sind wichtig für die Deutung unserer Lage und für die Interpretation der politischen Theologie des Gegners.

Sloterdijk verfährt in der für ihn typischen Art, wenn er zunächst gesellschaftsphilosophische Grundbestandteile des BRD-Gemüts im Vorbeigehen abräumt – vorbereitend, weil er Platz braucht. Diesmal wird der »herrschaftsfreie Diskurs« zur Abholung an die Straße gestellt, denn es handelt sich bei ihm um eine rein theoretische (also durch keine Erfahrung gedeckte) Angelegenheit, wirkmächtig zwar, aber vor allem sedierend und vernebelnd, und damit das gefundene Fressen für den Entrümpler Sloterdijk, der über diese Habermassche Realitätsverweigerung sagt: »Es gibt ihn nicht, jedoch gibt es die Enttäuschung darüber, daß es ihn nicht gibt.« Zack, erledigt, damit ist die Fläche bereinigt, und nun wird neu möbliert.

Sloterdijk unterscheidet in seinem Text drei Gestalten des »irrenden Bewußtseins« – nämlich den unfreiwilligen Irrtum, der sich aufklären ließe, dann die bewußte Täuschung, die vom Getäuschten unfreiwillig erlitten werden muß, und drittens ein Stadium, in dem »das Getäuschtwerden von Freiwilligkeit« getragen wird: im Kino oder im Theater erlaubte Voraussetzung, im politischen Bereich dort auffindbar, wo die Suggestion die Nüchternheit ablöst und die Ideologie die Bandbreite des Möglichen und des Denkbaren zum Glauben, zu einer religiösen Haltung hin verengt und verdichtet.

Dieser »halb bewußte, halb unbewußte Pakt zwischen den Lügnern und den Belogenen« setzt sich unter »politisch-ethischen Vorzeichen« überall dort durch, wo – Sloterdijk –

ein Wille zum Glauben auf Propaganda trifft, sprich auf elaborierte und nachhaltige Überredungssysteme vom Typus Missionspredigt, Konfessionsliteratur, Sektenpresse und Parteiindoktrinierung.

Hier sind wir am entscheidenden Punkt: Die Notwendigkeit der politisch (und das heißt: der propagandistisch) Mächtigen, ein Bekenntnis zur Wahrheit abzulegen, ist in unserer Lage bereits eine Notwendigkeit von vorgestern. Wir beschreiben doch längst »Enthemmungs­phänomene«: unverhohlene Aufrufe zur Denunziation, Kriminalisierung, Verleumdung, Verfolgung und Ausgrenzung – natürlich nicht mit den geradezu plumpen Mitteln einer offensichtlichen Diktatur, sondern mit denen der »Totalitären Demokratie« im Internetzeitalter, also bemäntelt, subtil, diskriminierend.

Das ist unsere Lage, und wir sollten als gute Beobachter die Selbstdemaskierung des Gegners, die »Lockerung des Maskenzwangs« (Sloterdijk) genau registrieren:

Wenn die Oberen die Maske fallen lassen, verhehlen sie ihre Gleichgültigkeit gegen die ihnen offiziell zugewiesene Sorge um das Gemeinwohl nicht länger.

Bemäntelungsraffinesse steht neben schwindender Bemäntelungsmühe.

Das ist das Einfallstor: Jede Bemäntelung läßt einen Schlitz frei, jede Heuchelei wirkt irgendwann wie eine solche, und mit zunehmender Macht und Machtausübungsleichtigkeit prägt sich im Gebaren und in den Gesichtern der Gewinner der zynische Zug aus. Sloterdijk:

In ihrem Zynismus lassen die Herrschenden sich anmerken, daß sie es leid sind, die Mühe der Heuchelei auf sich zu nehmen. Sie glänzen mit der Ironie der Gut-Davongekommenen. Für sie sind Größen wie Ehre, Anstand, Wahrheitsliebe, Takt und Einfühlung bloße Spielfiguren im großen Welttheater. Sie genießen die Überzeugung, sie dürften jederzeit das Recht auf Ausnahme für sich beanspruchen.

Aus Sloterdijks Gedanken über die Lüge und den Zynismus in der Politik unserer Tage wird überraschend deutlich, was wir unter jenem Riß verstehen, von dem wir meinen, daß er sich quer durch die Gesellschaft zieht, wobei wir auf der anderen Seite die Macht, ihre Helfer, die Opportunisten, die nützlichen Idioten und die Nutznießer stehen sehen. Das Machtgefälle nimmt dabei jeden Tag weiter zu: Es gibt keinen Belegzwang mehr auf Seiten der Macht, es reicht die Behauptung, die Unterstellung, die Verleumdung, und sei sie noch so absurd.

Auch die Hoffnung, die auf unserer Seite des Rissen blüht, trügt wohl: daß es nämlich, je krasser die Verleumdung und der Machtmißbrauch würden, umso "kenntlicher" für diejenigen werde, die noch einen Maßstab von Gerechtigkeit und Spielregeln in sich trügen.

Aber bereits zu dem selbstverständlichen Vorgang, den Machtzynismus oben und die Umsetzungsbrutalität unten als solche zu benennen, gehört ein Mut, den in den vergangenen Wochen und Monaten trotz dutzender Gespräche, die wir mit Mainstream-Journalisten führten, von diesen keiner mehr aufzubringen bereit ist.

Oder näher an Sloterdijk: Etliche von ihnen glauben gar nicht mehr, daß da etwas aus dem Ruder gelaufen sei. Sie sind in jenem dritten Stadium angelangt, von dem oben schon die Rede war und in dem "das Getäuschtwerden von Freiwilligkeit" getragen wird.

Es gibt also kaum noch bremsende Kräfte. Das aber ist nun seit jeher das Kennzeichen dafür, daß denen, die auf der Seite der Macht und des zivilgesellschaftlichen Glaubens stehen, eigentlich alles erlaubt ist. Deswegen hat die Antifa am 19. 7. - sozusagen in Vorbereitung auf die Demonstration der Identitären Bewegung in Halle/Saale am 20. 7. - die Autos zweier IBler angezündet. Das Motto der Antifa-Gegendemo lautet übrigens "Nice to beat them". Aufgreifen wird diese selbstverständliche Gewalt von links selbstverständlich keiner. Und Konsequenzen für die Antifa-Gegendemo? Für das "breite Bündnis gegen rechts"? Aber nein.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (50)

quarz
19. Juli 2019 23:04

Ganz meine Rede. Aber der Mechanismus, mit dem die Masse gefügig gemacht wird, scheint mir einfacher zu sein als hier vermutet: klassischer Pawlow.

Mit Verbaletiketten wie "rassistisch" wird jede unliebsame Meinung samt Argumentation assoziativ an einen NS-Plot gekettet. Die Konditionierung beginnt in der Schule und wird dann nahtlos von den Medien übernommen.

Es genügt danach, die so in Funktion gesetzten Wörter bei Bedarf einzusetzen, um beim Empfänger des Signals eine fix verankerte Reaktionskette auszulösen, die den Wahrheitstest auslässt und direkt auf Abwehralarm schaltet.

So kommt es, dass die von den Herrschenden erwünschte Sichtweise denktechnisch alternativlos wird, weil sie als einzige frei von stigmatisierenden Etiketten ist. Und ihre Überprüfung wird überflüssig, weil ja ihre Verneinung bereits per Reflex verneint wurde und sie somit nach dem Gesetz der doppelten Verneinung (dieser Rest an Logik wird gewährt) richtig sein muss.

Niedersachse
19. Juli 2019 23:16

Zunächst einmal: Wenn ich die Möglichkeit habe die Situation für die beiden Geschädigten finanziell abzumildern, dann lasst es mich wissen. An wen spenden? Direkt an das IfS ? Lasst es mich wissen...

Dieses Regime war und ist an einem wirklichen "Diskurs" noch nie interessiert gewesen. Ganz im Gegenteil: Es verkündet "Wahrheiten" und entsorgt ganz nebenbei jeden, der es wagt an diesen offiziell verkündeten "Wahrheiten" zu rütteln. Es kennt nur Mitwirkende und Nicht- Mitwirkende. Letztere sind Hetzer, die Hass verbreiten. Die selbsternannte "Zivilgesellschaft" und ihre abschaumhaften Handlanger befinden sich in einem fiebrigen Wahn der sie glauben lässt, alles - und ich meine wirklich alles - zu dürfen. Klonovsky schrieb einmal:
"Der Kampf gegen vermeintliche Nazis bringt lauter neue echte hervor". Diese widerlichen Kretins, die von der Sudelpresse laufend darin bestärkt werden auf der richtigsten aller Seiten zu stehen, werden von missionarischem Eifer, blindem Hass und gnadenloser Dummheit getrieben. Tja, was tun?

Lotta Vorbeck
20. Juli 2019 01:02

@Niedersachse - 19. Juli 2019 - 11:16 PM

"Wenn ich die Möglichkeit habe die Situation für die beiden Geschädigten finanziell abzumildern, dann lasst es mich wissen. An wen spenden? Direkt an das IfS ? Lasst es mich wissen..."

+++ Sie könnten direkt an die IB mit einer entsprechenden Angabe als Verwendungszweck spenden.

~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Tja, was tun?"

+++ Es mag banal klingen: Sich "vernetzen", sowohl virtuell, als auch im "richtigen Leben".

+++ Demjenigen, der nicht ortsgebunden ist, tun sich weitere Möglichkeiten auf.

Laurenz
20. Juli 2019 02:17

Sehr geehrter Herr Kubitschek, vielen Dank für den Artikel aus der NZZ. Falls der im Nachrichten-Info-Brief der NZZ angekündigt war, hatte ich das überlesen. Ich fand den Artikel ziemlich gut, vor allem deswegen, weil ich das meiste verstehen konnte, auch wenn ich im einzelnen schon lange vergessen habe, was Spinoza oder Francis Bacon zu sagen hatten. An einem Punkt möchte ich einhaken.

Die Diskreditierung des politischen Gegners durch die Herrschenden und ihrer Büttel betrifft in erster Linie diejenigen, die sich beschwerend äußern und sich entsprechend kenntlich machen. Solange jemand still erträgt, passiert diesem jemanden nichts. Nur durch seine persönliche Betroffenheit materieller Natur, kann sich der Status seiner Stille durch Äußerung und der zwangsläufig folgenden Diskreditierung ändern und die Menge der Diskreditierten entsprechend erhöhen, was mehr politische Macht "unten" bedeutet.

Was mir bei Herrn Sloterdijk aufgefallen ist, daß er noch so ziemlich in der europäischen Weltsicht von vor hundert Jahren gefangen ist. Mittlerweile lebt die Mehrheit der Menschen mit dem asiatischen Model. In Asien ist die Lüge insofern absolut legitim in Anwendung zu bringen, um die wichtigste Eigenschaft des Menschen, die Gesichtswahrung zu gewährleisten.

Was hier Herrn Sloterdijk betrifft, so gilt das auch für unsere herrschende Kaste, ganz extrem in Deutschland. Denn das imperiale Sendungsbewußtsein scheint man nicht totschlagen zu können, und das nach 2 verlorenen Kriegen, wenn man die Integrationskosten mitrechnet, sind es 3. Und der erste moderne Krieg war nicht der 1. Weltkrieg sondern der amerikanische Bürgerkrieg, wo man quasi sogar auf sich selbst schoß.

@Niedersachse .... wenn Sie die Mittel besitzen, erachte ich Ihr Angebot an Geschädigte als äußerst kameradschaftlich.

Zitat- Der Kampf gegen vermeintliche Nazis bringt lauter neue echte hervor -Zitatende

Wie alt ist der Spruch bitte? Es erinnert mich an eine Aussage von Ignatz Bubis: "Eine Stunde Michel Friedman im deutschen TV bringt 100 Antisemiten".

Search4M
20. Juli 2019 06:04

Es gibt ein Sinnbild für die von GK hier beschriebenen Zustände: drei Frauen sitzen grinsend auf einer Bank. Und zu allen drei Frauen gibt es tausend Fragezeichen bezüglich ihres Vermögens und Wollens, gemäß ihrer Verantwortung das Bestmögliche für Deutschland zu tun. Ihr Grinsen könnte als verächtlich bezeichnet werden "ihr könnt uns mal! Wir tun was wir wollen." Gefragt, würden sie antworten: "wir machen nichts Falsches. Die Wähler wählen uns doch, für das was und wie wir es tun." Damit gebe ich mir selbst eine Antwort: das System hat bis auf Weiteres einen Boden, nämlich die Masse der Wählerschaft.

Franz Bettinger
20. Juli 2019 08:08

@"Diskriminierender Feindbegriff"

Solange Adam und Eva ihren Zustand realistisch sahen und für akzeptabel hielten, waren sie rechts. Als sie ihre Ansicht änderten und wie Gott werden wollten, waren sie links. Das Resultat ist bekannt. - So ungefähr brachte es Joachim Fernau auf den Punkt.

Auf dem Merkel-Banner steht der griffige Slogan "Kampf gegen Rechts". Eine Phrase, aber nicht schlecht gewählt! Die meisten Zeitgenossen glauben zu wissen, was Rechts ist. Doch kaum einer weiß es wirklich. Deshalb ist die Definition dieses politischen Kampfbegriffes so nötig. Eigentlich käme man gut ohne die Begriffe Rechts und Links aus, zu viel unhistorisches, dummes Zeug verbindet man mittlerweile damit. Aber sind sind nun mal in der Welt, kursieren wie Falschgeld, und deshalb müssen wir uns mit ihnen befassen.

Die schärfste Waffe unserer Gegner ist die Gleichsetzung Rechts = Nazis. Diese Lüge hat man (=UDSSR, DDR) nach dem 2. WK bewusst verbreitet. Sie hat sich in den Köpfen festgesetzt. Kein Geringerer als Marcel Reich-Raniki hat diese Gleichung R=N als Schwindel entlarvt, und zwar in seinem lesenswerten, keinesfalls deutschfeindlichen Buch 'Mein Leben'. Josef Goebbels sagte 1931 in 'Der Angriff': "Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die Deutsche Linke. Nichts ist uns verhasster als der Rechts stehende nationale Besitzbürger-Block." Zitat-Ende. - "Wenn ihr wirklich gegen Nazis kämpfen wolltet," so könnte man Antifanten vorhalten, "müsstet ihr gegen die unter Merkel Vereinigte Linke kämpfen! Denn die Nazis waren Linke."

Die Lüge von den rechten Nazis, diesen fein gewobenen Gordischen Knoten, zu zerschlagen, müsste (ginge es nach mir) unsere Hauptkampf-Linie werden. Wenn uns das nicht gelingt, werden sie uns immer mit diesen falschen Rechts-Links-Verdrehungen gegen die Wand drücken; werden wir immer unter dem Zwang der Rechtfertigung stehen. Ich habe mich oft gewundert, warum die AfD im Bundestag diese riesige Propaganda-Lüge nicht entlarvt und zum großen Thema macht. - Später dazu mehr, falls man mich lässt.

Homeland
20. Juli 2019 08:21

Den Mitstreitern zu deuten, wo die Eisernen Kreuze wachsen ohne der Strahlkraft der Orden den Platz zu weisen, ist Selbstgerechtigkeit, die sich lediglich auf das Versagen dieser dort oben und jener dort drüben stützt. Ist denn der gedankenschwere Schlüssel, der der Arroganz der Macht das Verlies aufsperrt, schon geschmiedet? Begriffe wie Ehre und Anstand sind ungeeignet, um Orientierung in einem Labyrinth zu gewähren, das angerichtet ist, die Illusion zu organisieren. Die allerwenigsten können beim Gebrauch zwischen Redlichkeit und Täuschung unterscheiden. So angefangen streiten wir darüber, wer das bessere Bild für die Vernissage gemalt hat.

Ruewald
20. Juli 2019 08:30

S. g. Herr Kubitschek. Mit Ihrem Beitrag haben Sie das Wesentliche von Sloterdijks Artikel viel deutlicher und verständlicher herausgearbeitet als er, dessen Sprachvirtuositätsverliebtheit oft sehr die Verständlichkeit beeinträchtigt.

@quarz: Sehr gut getroffen. Ihre meist kristallklaren Überlegungen (daher "quarz" ?) mit Betonung von Logik ragen in diesem Forum heraus. Ich sehe da eine Geistesverwandschaft.

antwort kubitschek:
Werter Ruewald, wir sind allesamt im wesentlichen Epigonen und Übersetzer.

Franz Bettinger
20. Juli 2019 08:30

@quarz: Sie schreiben (sehr schön): "Mit Verbal-Etiketten wie 'rassistisch' wird jede unliebsame Meinung an einen NS-Plot gekettet." - Klar, und da gehört das Etikett auch hin! Die Nazis waren zweifellos rassistisch; nur war dies nicht ihr Alleinstellungs-Merkmal. Rassistisch waren auch die Engländer, Amerikaner, die Polen. Alle! Alle Völker der Erde waren und sind rassistisch. Das ist banal. Rassismus ist die Bevorzugung der eigenen Rasse. Es entspricht der Natur des Menschen; aber auch der Biologie des Tieres und der Pflanze: das Eigene zu schützen und zu vermehren.

Rassismus ist keine Idee, keine Ideologie, es ist eine naturwissenschaftlich belegte, aber auch intuitiv leicht erfassbare Tatsache, eine Realität. Nützlich wäre die Unterscheidung in den nicht wertenden, rein deskriptiven Rassismus und in den pauschal wertenden Rassismus (den ich ablehne). Später vielleicht dazu mehr. (Weiß nie, wo die Tabu- bzw. Kopfschuss-Zone beginnt; taste mich daher vorsichtig vor.)

Lotta Vorbeck
20. Juli 2019 08:41

@Search4M - 20. Juli 2019 - 06:04 AM

"... Ihr Grinsen könnte als verächtlich bezeichnet werden "ihr könnt uns mal! Wir tun was wir wollen.""

*******************

Damit berühren Sie den springenden Punkt.

Ebenso ließe sich fragen: "Warum leckt sich der Hund die Eier?"

Antwort: "Weil er es kann."

Solange diese, ohne daß für sie selbst negative Konsequenzen daraus erwachsen, einfach weitermachen können, wird es beim verächtlichen Grinsen der Sprechpuppen bleiben.

Der_Juergen
20. Juli 2019 09:35

Götz Kubitschek sei Dank für die Verlinkung und Kommentierung dieses wirklich hervorragenden Artikels von Sloterdijk, in dem sich eine Perle an die andere reiht. Ich greife zwei Punkte heraus:

1. "Wenn die Oberen die Maske fallen lassen, verhehlen sie ihre Gleichgültigkeit gegen die ihnen offiziell zugewiesene Sorge um das Gemeinwohl nicht länger." In der Tat halten sich Teile des Systems, insbesondere dessen radikaler Flügel, schon für dermassen stark, dass sie auf demokratische Heuchelei verzichten und dem Feind, den Rechten, offen seine Vernichtung ankündigen. Vor etlicher Zeit hat ein deutscher Politiker, sein Name ist mir im Moment nicht gegenwärtig, geschrieben, der Unterdrücker lege "die wenigen demokratischen Hüllen, die er noch trägt", ab und offenbare sich in seiner ganzen Scheusslichkeit. Heute gilt dies noch mehr als damals.

Wie Sloterdijk festhält, hält es heute jedes Regime jeder ideologischen Färbung für erforderlich, Aggressionen gegen andere Länder mit "Provokationen" oder einer "Bedrohung" seitens des Angegriffenen zu rechtfertigen. Früher war das nicht so; als Cäsar Gallien eroberte, begründete er seinen Feldzug nicht mit gallischen "Provokationen", und auch Ludwig XIV. benötigte keinen solchen Vorwand, als er sich das Elsass unter den Nagel riss. Der letzte mir bekannte Fall eines imperialistischen Eroberers, der auf Heuchelei verzichtete, war Mussolini, der, nachdem seine Truppen Albanien besetzt hatten, davon Abstand nahm, sich "albanische Provokationen" aus den Fingern zu saugen.

@Franz Bettinger

Diesmal fand ich Ihren Kommentar wenig hilfreich. Was bringt es denn, darauf zu beharren, dass die Nationalsozialisten Linke gewesen seien? Als Massenbewegung mit einer stark sozialistischen Komponente waren sie Linke; in ihrem bis zum Äussersten getriebenen hierarchischen Denken - einerseits glaubten sie an eine hierarchische Rangordnung der Rassen, andererseits an ein straffes Führerprinzip im eigenen Staat - waren sie natürlich Rechte. Auch auf PI schreibt man sich die Finger darüber wund, dass die Nazis Linke gewesen seien, ohne dass dies unsere Feinde auch nur im geringsten beeindruckt hätte. Vergeuden wir unsere Zeit nicht mit dergleichen!

Franz Bettinger
20. Juli 2019 09:47

Nicht zu leugnen ist, dass die Ansicht, das Hemd sei einem näher als die Jacke, weltweit und für alle Zeiten Geltung hatte und immer noch hat. Das fängt bei einem selbst an, springt dann zur Familie, die einem schützenswerter ist als die Nachbarn, von dort auf das Volk, mit dem man ein und dieselbe Sprache und Geschichte teilt, und am Ende steht die eigene Rasse, die einem selbstverständlich näher ist als eine andere. - "Rassismus? Aber ja, es gibt ihn. Er ist ein Naturgesetz," würde Sloterdijk vielleicht sagen, "und ja, es gibt auch die Enttäuschung darüber, dass die Natur so ist." Zack, erledigt.

PS: "Foutez le camp. On n'a pas les memes valeurs. (Wir haben nicht die gleichen Werte)," singen Les Brigandes: https://www.youtube.com/watch?v=idRQsWTTVYA

Michael B.
20. Juli 2019 09:50

> Die schärfste Waffe unserer Gegner ist die Gleichsetzung Rechts = Nazis.

Das sehe ich auch so. Ich habe allerdings die Befuerchtung, dass nur ein Brand der Realitaet derjenigen Groessenordnung der den Nationalsozialismus damals in Szene gesetzt hat, diese Zuweisung auch wieder beseitigen wird. Eine Begriffsverschiebung im zahmen Umfeld geistiger Auseinandersetzung wird es nicht geben. Die Begriffe sind im Wortsinn verbrannt und Neue gehoeren her.
Das 'Alternative' in der AfD ist ein solcher Begriff, aber nur ein Anfang. Auch, weil er sich natuerlich per Definition als Gegensatz definiert und dahingehend noch zu kleine eigene Fuesse hat.

Michael B.
20. Juli 2019 10:00

Als Ergaenzung noch. M.E. liegen unsere Aufgaben als Land nicht im Rechts und Links und gestern, sondern im Jetzt. Achgut hat ja gestern die Rede von Grenell, dem amerikanischen Botschafter gebracht:

https://www.achgut.com/artikel/us_botschafter_richard_grenell_das_ist_die_trump_doktrin

Bei aller Kritik mit der man nun wieder an Seitenloeckchen herumdeuteln koennte - der dort erhobene Kernpunkt der Realitaetseinforderung ist der Wesentliche. Das muss gelingen, dann kommen auch die Begriffe mit, die sich nicht in vergangenen Zeiten erschoepfen.

Laurenz
20. Juli 2019 10:24

@Franz ..... ich weiß nicht, ob die vermehrte Beschäftigung mit dem Vergangenen Sinn ergebend ist, ich habe Zweifel. Die gesamte Existenz der Linken basiert auf 12 Jahren deutscher Geschichte, das ist weniger als die Herrschaft unserer Generalsekretärin Erika. Und es ist auch bald 75 Jahre her. Und weil Herr Gauland genau das benannte, und damit den gesamten Sinn der linken Existenz in Zweifel zog, war der Empörungssturm gewaltig. Da nutzt es auch wenig, wenn Er historisch betrachtet Recht hat. Genau hier setzt doch in meinen Augen der Artikel von Herrn Kubitschek an. Ich halte die Gauland-Rede schon für zweckdienlich, einfach deswegen, weil man ihm juristisch nicht beikommen kann, die Rede massive Aufmerksamkeit verbriefte, und man einem Mann mit weit über die 70 schlechter mit dem Tode drohen kann.
Grundsätzlich bin ich aber mehr für konkrete Lösungen in der Zukunft zu haben, weg von der ewig verblödenden Litanei der Linken. Herr Salvini macht das doch recht gut, und Er bezieht sich schlicht auf die brennende Spaghetti-Katine, die er löschen soll. Dazu wurde Er gewählt. Und hast Du jemals schon gehört, daß Herr Salvini groß auf 20 Jahre Faschismus in Italien eingegangen wäre? Ich denke nicht.

Von daher ist es die unprofessionelle interne Debatte in der AfD, die hier in den letzten Artikeln Herrn Kubitscheks angesprochen wurde, die wir überwinden müssen. Die Zeit der liberalen Methan-Bläser ist als politische Kraft gegessen. Wer zukünftig politisch erfolgreich sein will, muß die Lösung der soziale Frage im Verhältnis zur endenden aktuellen Globalisierungs-Phase in der Tasche haben. Jeder, der das nicht einsehen will, darf natürlich innerhalb einer Partei seine Interessen vertreten, aber eben nicht öffentlich.

Thomas Martini
20. Juli 2019 10:29

@Franz Bettinger

Ihr Rückgriff auf Marcel Reich-Ranicki ist mal wieder ein Griff ins Klo. Wie wäre das: "Ich lasse mir das Nachdenken über den Nationalsozialismus nicht länger vorschreiben, und werde mich selbst an die Primärquellen zu machen!" Ist das nicht besser, statt die Deutung der Geschichte seinen Leben lang aus dem erlesenen Munde von BRD-Granden zu empfangen? Das Goebbels-Zitat lässt sich ohne den rechten Kontext sowieso nicht begreifen.

Tatsächlich geht jeder Versuch fehl, die NSDAP einseitig rechts oder links festzunageln. Das erklärt - wie oft muß man das noch sagen? schon die Namensgebung: National = Rechts, Sozial = Links.

National + Sozial = ?

Eine Aufgabe für Kleinkinder. Erwachsene Deutsche, Promovierte und scheinbar gebildete Menschen aber antworten hier, je nach propagandistischem Einschlag, mit Rechts oder Links.

Man muß den letzten deutschen Reichskanzler jetzt nicht extra zitieren, aber da der Vorwurf der Lüge erhoben wurde, ist es notwendig, auf seine Reden zu7 verweisen. Darin ging es häufiger um die Frage, wie es gelungen ist, eine Partei an die Macht zu bringen, die rechte und linke Kräfte zusammengeschweißt hat, und die zu Beginn von allen Seiten nur bekämpft wurde.

Was es endlich zu verinnerlichen gilt: Der Kampf gegen Rechts, ist der Kampf gegen das Volk und nichts weiter.

Der Nationalsozialismus war und ist nicht zuletzt deshalb so gefährlich für die Demokratie, weil in ihn ihm das Kollektiv als wichtigster Bezugspunkt vorangestellt wird, und eben nicht das Individuum. Das Ideal war das Volk, nicht der Einzelne.

Im Wissen um diesen Unterschied, erklärt sich ferner, warum die Machtpolitik heutzutage nichts, aber auch gar nichts mit dem Faschismus, d.h. dem "bündeln" zu tun hat. Gesellschaftspolitisch wird in einer Demokratie das Gegenteil durchgesetzt - was nicht automatisch schlechter oder besser sein muß. Das muß man wertfrei konstatieren.

Wo der "Besitzbürger-Block" jedoch auch immer stehen mag, - und gemeint sind hier nur die oberen 5%! - als Nichtmitglied dieser Kaste, kann es doch nur in meinem Interesse sein, wenn es eine Partei oder Bewegung gibt, welche die Vorrechte und Privilegien der Besitzenden zu Gunsten der ausgebeuteten Leute auf der Straße verschiebt.

Zu guter Letzt noch zum eigentlichen Beitrag: Ich stelle mir die Frage, ob ich das noch irgendwann erleben werde, daß hier bei Sezession mal ein Autor oder Publizist gewürdigt oder besprochen wird, der etwas zur Entlastung der Deutschen beizutragen weiß.

In diesem Sinn, ist Sloterdijk auch ein Totalausfall.

Laurenz
20. Juli 2019 12:24

@Thomas Martini ... Sie haben das diesmal echt gut in Worte gefaßt. Nur in einem Punkt mag ich einhaken. Wenn Sie das seit Menschengedenken alte Wort "Seilschaft" mit Lobby ersetzen, wird klar, was die Nationalsozialisten wollten, quasi eine Volks-Lobby. Das Model ist deswegen gescheitert, weil die feudal geformte Parteispitze sich nur in ihren Werten von den Bolschewisten unterschied, und die Reformen aus der Angst vor dem Untergang zu schnell herbei geführt wurden.
Insofern hat @Franz Bettinger in anderen Beiträgen Recht. Dieses Scheitern läßt sich nur vermeiden, wenn es mehr Bürgerbeteiligungen gibt, was dem Bürger zeigt wer und mit wem er ist. Die linke Schwierigkeit im Angesicht der Öffentlichkeit demokratische Entscheidungen auch im Ausland zu respektieren, bereitet ihr großen Abbruch.

GuntherManz
20. Juli 2019 13:45

Es kommt zur gesellschaftlichen Einkreisung des Gegners, dem schließt sich zu gegebener Zeit die physische Auslöschung an.
Frei nach Ernst Jünger - Waldgang-

Elvis Pressluft
20. Juli 2019 15:48

Ad fontes: Dass das System sich der Mühe der Heuchelei kaum noch unterziehen mag, macht einfach (auch) aus der Not keine Tugend. Als Merkel vor Jahren noch Oppositionschefin war, bereitete ich mir einmal das dubiose Vergnügen, einer Bundestagsdebatte zu folgen – ihr Gestammel hätte sich kein Schülersprecher leisten können, ohne verlacht zu werden. Bis heute ist sie nicht besser geworden, nur maschineller. Zur kunstvoll gesponnenen Lüge fehlt ihr und ihren Helfershelfern jeder Funken von Begabung.
Das eigentlich Bemerkenswerte ist das Gebaren von weit über 90 % der Journaille, für die jeder Faux pas Kohls („Suffjetunion“) Anlaß zu grenzenloser Häme war. Kritische Distanz zu den Mächtigen war die erste Kardinaltugend; das hat sich ins genaue Gegenteil verkehrt. Wer beim shoulder rubbing mit den Autokraten nicht in vorderster Reihe steht, gilt als ideologisch suspekt oder einfach als Verlierer. Bei der „Welt“ dürfen heute abgehalfterte Altlinke wie Posener mitmischen, die vormals „Springer enteignen“ wollten. War es schon damals unwahr, und sie wollten die Verhältnisse gar nicht umstürzen?

eike
20. Juli 2019 16:05

@Martini
" ob ich das noch irgendwann erleben werde, daß hier bei Sezession mal ein Autor oder Publizist gewürdigt oder besprochen wird, der etwas zur Entlastung der Deutschen beizutragen weiß."

Wohl kaum, da kommt auch hier schnell der Bademeister und ersäuft den Kommentar, habe das selbst schon erlebt.
Sie sehen ja, auf welchen Samtpfötchen sich Herr Bettinger an das Thema herantastet...

Niekisch
20. Juli 2019 16:18

Und doch: "Das Provinzielle überlebt die Weltstädte" ( Spengler, Untergang, S. 48 ), mögen die extremliberalistischen Systembüttel, die der hervorragende Artikel entlarvt, manipulieren, toben und schreien, Terroristen in den Kampf schicken. Schon Josef Weinheber hat die Trennlinie in aller Schärfe gezeichnet:

"Die Heimat schließt die fremden Fernen aus:
zutiefst verdächtig, wer mit lautem Schwall
weltbrüderlicher Liebe überall
und nirgends kündet; wer sein Blut, sein Haus
den Freund verrät um eines Babelbaus
Verwirrung; um der Menschheit Glück und Fall
den Menschen abschwört und des Menschen Qual:
Sein Herz ist dürr, ein welker Distelstrauß".

Am heutigen 20. Juli lege ich diese Linie zurück in das Jahr 1944: Da Deutschland sich im Todeskampf mit den Babelbauern in West und Ost befand, hatte j e d e r Soldat sich auf die Seite von Blut, Gut, Familie und Heimat zu stellen, seinen Eid zu halten, lag er im Einmann-Loch und wurde von einem T - 34 zermalmt oder ging er mit seiner Aktentasche in der Wolfschanze zur Lagebesprechung.

Nemo Obligatur
20. Juli 2019 17:02

Ergänzend dazu:

https://www.danisch.de/blog/2019/07/20/die-regenbogenpolizei-von-berlin/

"Es ist wieder so weit. Wir haben wieder eine politische Polizei." (Danisch)

Als ich jung war, hätten wir darüber nur gelacht. Heute lacht niemand mehr.

Nebenbei bemerkt: Sloterdijk schön und gut. Aber er hat sich rechtzeitig auf einen Lehrstuhl gerettet und genießt somit quasi Narrenfreiheit. Alle anderen beißen die Hunde. Schauen Sie Marc Jongen an. Ein heller Kopf, aber wenn mit der Rechtsopposition aufgeräumt wird, wartet auf ihn Hartz IV. So macht man heute Politik.

Sorgen wir wenigstens dafür, dass einige der Patrioten eine Nische finden. Es gibt eine gewisse bürgerliche Restschicht, die bereit ist, finanziell zu helfen. Darauf wird es ankommen: Den Winter irgendwie zu überleben. Am Frühling kann angesichts der Großwetterlage kein Zweifel sein. Er lässt eben nur auf sich warten.

RMH
20. Juli 2019 17:58

Am Anfang der Debatte steht diese, m.M.n. völlig richtig erkannte These:

"wird jede unliebsame Meinung samt Argumentation assoziativ an einen NS-Plot gekettet."

und jetzt, nach 20 Debattenbeiträgen kommt im 21ten dann das hier:

"Am heutigen 20. Juli lege ich diese Linie zurück in das Jahr 1944: Da Deutschland sich im Todeskampf mit den Babelbauern in West und Ost befand, hatte j e d e r Soldat sich auf die Seite von Blut, Gut, Familie und Heimat zu stellen, seinen Eid zu halten, lag er im Einmann-Loch und wurde von einem T - 34 zermalmt oder ging er mit seiner Aktentasche in der Wolfschanze zur Lagebesprechung."

Was soll man da noch dazu sagen?
Wenn man sich ständig in der eigenen … wälzt, kann und wird man eben nicht sauber.
q.e.d.

@niekisch:
Wenn mich ganz persönlich jemand fragen würde, wo oder wie ich mich innerhalb einer "Rechten" irgendwie von Nazis oder Extremisten abgrenzen will, so würde ich sagen, diejenigen, die noch heute die Offiziere und Soldaten um den 20. Juli als Verräter oder mehr oder weniger als "Eidbrecher" bezeichnen, die sind für mich der berühmte Narrensaum und mit denen möchte ich mich nicht in eine politische Haftungslinie stellen, auch wenn ich durchaus mit ihnen reden oder diskutieren würde.

Schon allein, dass sich der "Führer" eines Lande seine Armee des Volkes und für das Volk auf sich als Person hat vereidigen lassen, hätte für jeden der Anlass sein müssen, in den Widerstand zu gehen … ich weiß, aus heutiger Sicht redet man da leichter etc. - ich bin mit der damaligen Generation aufgewachsen und habe hohes Verständnis für sie, aber wir brauchen das an dieser Stelle, denke ich, nicht zu vertiefen.

Werter Niekisch, um es zusammenzufassen: Ihr Kommentar war einfach nur schäbig.

Zum eigentlichen Thema:
Die Situation mit der entfesselten Antifa-Gewalt ist, um einmal eine Lieblingsformulierung der Kanzlerin zu gebrauchen, für unsere Etablierten eine sog. "Win-Win"-Situation.

Die Antifa-Gewalt zwingt Leute im bürgerlichem Umfeld und mit Familien zum Schweigen und gleichzeitig wird sie irgendwann auch einmal - egal wie viel Gewaltlosigkeit man sich selber verordnet - zu einer Notwehr-Reaktion führen, die man dann entsprechend im Sinne der Strategie der Spannung zum Kampf gegen Rechts verwenden kann.

Wir haben es hier mit einem komplett enthemmten Establishment zu tun.

Der_Juergen
20. Juli 2019 18:15

@Niekisch

Ein zweifacher Dank an Sie - für die Zeilen des bedeutenden Dichters Weinberger und für den letzten Satz. Ich schliesse mich jenen Nationalisten in keiner Hinsicht an, die Stauffenberg und seine Mitverschwörer als vulgäre Verräter abtun, denn an deren idealistischen Motiven und ihrer echten Sorge um Deutschland kann keinerlei Zweifel bestehen.

Andererseits kämpften die Alliierten nicht, wie sie vorgaben, nur gegen Hitler und den NS, sondern gegen Deutschland. Wäre der Putsch gelungen, hätte es deswegen keine Verhandlungen mit der neuen deutschen Regierung gegeben, und das Endergebnis des Krieges hätte gleich oder ähnlich ausgesehen, wie es im Mai 45 tatsächlich der Fall war, mitsamt dem Verlust der Ostgebiete und des Sudentenlandes sowie der Vertreibung der dortigen Deutschen. Deshalb gebührt all jenen deutschen Soldaten unsere Achtung, die bis zum bitteren Ende durchgehalten haben.

t.gygax
20. Juli 2019 18:58

Zu @Niekisch

Und der mit der Aktentasche unterm Arm, der die Wolfsschanze betrat? Stand der auf der Seite des Volkes?

Originalzitat eines schon längst gestorbenen Wehrmachtssoldaten, der am 20.Juli 1944 19 jahre alt war:" Wir haben davon nichts mit bekommen- ein alter Feldwebel sagte uns nachher, das waren wohl einige alte Adlige mit dem Attentat, die um ihre Privilegien und Besitztümer in der Zukunft Angst hatten".

Ich kann und will all das nicht beurteilen aus der zeitlichen Distanz, aber dieser Kult um dem Mann mit der Aktentasche, den Dieter Stein seit Jahrzehnten betreibt, der ist mir inzwischen völlig fremd.

Franz Bettinger
20. Juli 2019 19:35

@Jürgen: Ich halte es nicht für Zeitverschwendung, sich die Orwell'schen Wortverdrehungen der Linken vorzuknöpfen, auch wenn sie sich in unser Fleisch gefressen haben. Ich halte es für einen Angriff auf das Linke Fort Knox.

Wegen ihres praktizierten Hierarchismus seien die Nazis nicht nur Linke, sondern auch Rechte gewesen? Das soll als Beweis gelten, als Kennzeichen für Rechts? Gab es unter Stalin, Mao, Fidel und Pol Pot keine Hierarchien? Joachim Fest brachte es auf den Punkt: "Die Wirklichkeit ist immer rechts. Der Rechte ist nicht wegen einer besseren Idee oder Ideologie näher an der Wirklichkeit, sondern: weil er keine (fixe Idee) hat." Der Rechte hat keine Ideologie. Der Rechte ist Beobachter und sieht die Welt, wie sie ist. Und die Welt ist nun einmal hierarchisch aufgebaut.

Andere Assoziationen, die man gewöhnlich mit Rechts verbindet - wie Geld, Kapital, Nation oder der Wille zur Ordnung - all das hat nicht wirklich viel mit Rechts zu tun, weil diese Sach-Beschreibungen 1.) kein Alleinstellungs-Merkmal für Rechts sind (für Ordnung sorgte Stalin auch) und 2.) weil sie nicht einmal Ideen bzw. Ideologien sind, denn es sind Fakten. Fakten sogar, die auch dann wahr wären, wenn es keine Menschen und Menschen-Gehirne gäbe, denn Eigentum (Kapital) und Völker (Nationen) und Ordnungen gibt es auch im Tierreich. Kein Alpha-Rüde lässt sich sein Eigentum, die Beute, von einem Gamma-Pinscher so einfach wegschnappen. Wenn er satt ist: ja - andernfalls: nein. Was es aber in der Natur gewiss nicht gibt, ist Gleichheit. Die gibt es nur in linken Hirnen.

Bestimmte Assoziationen - wie der linke, progressive Anti-Kapitalismus und der rechte, reaktionäre, von 'den Reichen' gesteuerte Imperialismus - sind weitgehend falsch; Finten und Fallen, die vom Tiefen Staat aufgestellt wurden. Die Allianz mit der Großindustrie, der Wirtschaft, dem Kapital und den Banken? Die hat die Linken noch nie bedrückt. Die haben sich alle, Linke wie Rechte, zunutze gemacht: Stalin, Mao, Hitler, Churchill und Roosevelt, alle! Und alle Kriegs-Parteien - das Deutsche Reich, Russland, Hitler, Lenin, Stalin - wurden vom Tiefen Staat finanziert, also von den Aktien-Milliardären in London und New York. Pervers? Sicher! Eine Verschwörungs-Theorie? Nein. Es ist bewiesen.

(Leo Trotzki hat 1917 in New York von den Logenbrüdern Jakob Schiff, Morgan und Rockefeller 40 Mio. Dollar in Gold erhalten. In der Schweiz übergab er das Gold an Lenin, der im versiegelten Zug durch Deutschland nach Petersburg fuhr und dort die russ. Oktober-Revolution startete.)

Auch der Nationalismus ist weder typisch Rechts noch Links. Ja, sogar der übertriebene Nationalismus, also der aggressive Chauvinismus, ist keiner Seite allein zuzuordnen. Oder ist die UDSSR weniger imperialistisch als die USA gewesen? Ich erinnere an die russ. Aktionen in Vietnam, Korea und die Domino-Theorie für Südamerika. Ich erinnere aber auch an all die Regime-Change-Kriege unserer 'Freunde', den USA.

Reaktionär, das ist auch so eine nichts-sagende Vokabel, welche die Linken den Rechten gern vorwerfen. Als ob die Geschichte der Menschheit in actio und reactio aufteilbar wäre und die Linke stets vorprescht, also agiert, während die Rechte stets abwehrt und bremst also reagiert und den Fortschritt hemmt. Anscheinend brauchen Linke solche Einfach-Strickmuster, um im immer neuen Chaos noch Freund und Feind sortieren zu können.

Franz Bettinger
20. Juli 2019 20:19

@Laurenz: Ich denke, man muss mehrgleisig fahren. Das Zerschlagen des alten, uns fesselnden Gordischen Sprach-Knotens (Rechts = Nazis) ist ebenso wichtig wie die Hinwendung zu praktischen Lösungen à la Salvini. Wer weiß, auf welcher Strecke man das Ziel eher erreicht?!

@Martini: Ja, ein bisschen Rechts war Adolf Hitler schon auch, nur war das in der Vor-Orwell-Ära gar nicht der Rede wert, Rechts war ganz normal. Rechts war jeder, der nicht im Irrenhaus saß, einschließlich Lenin und Stalin: Rechts im Sinne von Unterschiede erkennen und Eigenes (wie Besitz, Kultur und Landesgrenzen) bewahren und verteidigen. Das war so normal wie das Charlie Chaplin-Bärtchen des GröFaZ.

RMH
20. Juli 2019 20:29

"Deshalb gebührt all jenen deutschen Soldaten unsere Achtung, die bis zum bitteren Ende durchgehalten haben."

@Der_Juergen,
Sie stellen meiner Meinung nach vor diesem gerade zitierten Satz richtig fest, dass das Ergebnis, die vollständige Besetzung und Teilung Deutschlands einschließlich Vertreibung, beschlossene Sache war und das auch ein Erfolg des 20. Juli nicht viel daran geändert hätte - Aber: Das Weiterkämpfen hat außer Zerstörung und Tod auch nichts mehr an dieser beschlossenen Sache geändert. Ich erinnere mich gut an einen Verwandten, der Soldat war, der mit "den Amis" vor allem deshalb nicht konnte, weil diese den Abschnitt in Mitteldeutschland, den er mit seiner Einheit bis zum Ende gegen die Russen verteidigte, dann absprachegemäß an die Russen übergeben haben, nachdem man sich den vorrückenden Amerikanern ergeben hatte, in der Hoffnung, damit würde das Land wenigstens nur von den Amerikanern besetzt und nicht von den Russen.

Im Ergebnis war alles, wofür man im Endkampf noch kämpfte - möglichst wenig Land den Russen - umsonst, da sich die Westalliierten damals noch an ihre Absprachen hielten und bekanntermaßen auch gefangene deutsche Soldaten an die Russen überstellten. Insofern liegt hier eine Tragik, die auch in einem weiteren deutschen Trauma mündete.

Unter dem Strich liegt der Wert des 20. Juli aber ganz woanders als in einer Mutmaßung über etwaige Kriegsverläufe oder Verrat oder Nichtverrat - der gerade eben veröffentlichte Artikel auf SiN von Erik Lehnert (auch eine Buchbesprechung), geht in diese Richtung.

Simplicius Teutsch
20. Juli 2019 20:57

„Grundgesetz statt Scharia"

Der Verlogenheitsgipfel des linken MACHTZYNISMUS ist aktuell der Einsatz des Verfassungsschutzes gegen die Identitären, die vom „Verdachtsfall“ zum „Beobachtungsobjekt“ hochkriminalisiert wurden, u. a. mit der Begründung, dass die IB bei einer ihrer Aktionen ein Transparent mit der Aufschrift „Grundgesetz statt Scharia“ aufgespannt hatte.

"Diese Aktion führt der Inlandsgeheimdienst nun als einen der Gründe an, die 600 Mitglieder starke Vereinigung als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung“ einzuordnen." (Ronald Berthold in der JF vom 19. Juli 2019).

Was soll man zu dieser demokratieverachtenden Haltung des Merkelregimes noch sagen?

@ Götz Kubitschek: „Es gibt also kaum noch bremsende Kräfte. Das aber ist nun seit jeher das Kennzeichen dafür, daß denen, die auf der Seite der Macht und des zivilgesellschaftlichen Glaubens stehen, eigentlich alles erlaubt ist.“

HomoFaber
20. Juli 2019 21:17

“In diesem Sinn, ist Sloterdijk auch ein Totalausfall.”

In anderem Sinne daher auch ein Kronzeuge.

HomoFaber
20. Juli 2019 21:19

“Tatsächlich geht jeder Versuch fehl, die NSDAP einseitig rechts oder links festzunageln.”

So ist es. Bei entsprechenden Versuchen handelt es sich um Selbsttäuschung. Der Nationalsozialismus war ein Aufstand gegen die Moderne mit modernen Mitteln. Bzw.: ein Aufstand gegen Links mit linken Mitteln.

Niedersachse
20. Juli 2019 22:26

@Laurenz

"Wie alt ist der Spruch bitte?"

Ich weiß nicht, seit wann es diesen Spruch gibt. Gelesen habe ich ihn mal Michael Klonovsky in der "acta diurna", einen Tag nach der BTW 2017.

@alle

Die links/ rechts- Diskussion ist viel zu allgemein gehalten und ich glaube es wird schwierig dass alle auf einen Nenner kommen, weil jeder was anderes darunter versteht. Ich verwende den Begriff "Rechts" für mich eigentlich gar nicht mehr, einfach deshalb weil er unpräzise ist. Ich beschreibe meine Weltanschauung grob zusammengefasst als "nationalorientiert, ökologisch und sozial". Und wenn man ehrlich ist stoßen sich diese Begrifflichkeiten nicht ab, sondern sie ergänzen sich. "Sozial" oder "sozialistisch" hat nichts mit Multikulti zu tun, sondern mit bestimmten sozialen Rahmenbedingungen innerhalb eines Nationalstaates. Soziale Politik ist die Grundvoraussetzung für die positive Entwicklung eines jeden Volkes. Dazu gehört das Kindergeld, das der Staat den Eltern für eine gesunde körperlich und geistige Entwicklung des Kindes zahlt, also für hochwertige Nahrung, für Erholung und freizeitliche Aktivitäten. Dazu gehört weiterhin nach Beendigung des Arbeitslebens eine auskömmliche Rente, von der man zumindest vernünftig leben kann und nicht auf Minijobs oder Pfandflaschensammeln angewiesen ist. Das was hier passiert hat nichts mit "sozialer Politik" zu tun, zumindest nicht für das eigene Volk. Als Beispiel ein Text aus Kindergeld org:

"Staatsangehörige der EU-Staaten sowie des Europäischen Wirtschaftsraumes (und gleichgestellter Staaten) steht Kindergeld auch ohne Niederlassungserlaubnis oder anderer Aufenthaltstitel zu, da diese aufgrund der Freizügigkeit von EU-Bürgern den deutschen Bürgern gleichgestellt sind."

Das heißt, eine eigentlich sehr gute Erfindung für das deutsche Volk wird in ihrer Wirkung komplett umgekehrt, da deutsches Steuergeld dazu verwendet wird, fremde Völkerschaften mit einer hohen Fertilitätsrate zu alimentieren.

Nationales Denken hat im Kern nichts mit dem Abwerten fremder Nationen zu tun, sondern gesteht diesen ebenso wie wir das für uns einfordern, das Recht auf nationale Selbstverwirklichung und weitestgehende Selbstbestimmung zu. Die Beibehaltung eines zumindest halbwegs homogenen Staatsvolkes, mitsamt der Förderung der ihm innewohnenden Kultur, seiner Sitten und Gebräuche, das ist für mich nationales Denken. All das schliesst natürlich ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu anderen Ländern nicht aus, denn das, was wir für uns einfordern können/müssen, gestehen wir ja auch anderen zu.

Ökologisches Denken und Handeln versteht sich eigentlich von selbst. Um mal eine Phrase zu benutzen, wir haben nur diesen einen Planeten und tun deshalb gut daran, die Natur zu schützen und mit Ressourcen sparsam umzugehen - eigentlich eine Selbstverständlichkeit. In Bezug auf Deutschland heisst das: Sämtliche Altparteien mit ihrem Globalisierungswahn, allen voran die grüne Pestbeule, handeln extrem umweltschädigend. Gerade durch den Bau von Windkraftanlagen, für die hektarweise Wald gerodet werden muss. Für das massenhafte Ansiedeln von Ausländern, für die Wohnraum geschaffen werden muss, dazu mehr Straßen, mehr Verkehr und vieles mehr. Das erneute Aufkommen der "Grünen" ist nur deshalb möglich, weil es eine gut vernetzte Clique aus Wirtschaftsbonzen, Politikern und ihren medialen Sprachrohren geschafft haben, Ängste vor dem "Klimakollaps" zu schüren und ihnen gleichzeitig die "Schuld" daran einzureden. Dem nun verängstigten und schuldbewussten Volk wird als Ablasshandel empfohlen, die Grünen zu wählen, sich ein E- Auto zu kaufen und bereitwillig mehr Kohle in die jetzt schon übervolle Staatskasse (Co2- Steuer) zu zahlen. Die Einzeller in Berlin, die sich allfreitaglich zur Demo versammeln, sind in dieser Angelegeheit nur Statisten, die gar nicht realisieren, dass sie eine vom Großkapital aufgebaute Truppe von hüpfenden Fruchtzwergen sind. Politisch und medial gepampert, eine Scheinopposition, die exakt auf Staatslinie ist. Mit Umweltschutz hat das nix zu tun.

Der Rechte
20. Juli 2019 22:46

@quarz:
die Erklärung mit Pawlow passt trotz allen Lobes nicht besser als die Sloterdijks. Dieser geht laut Kubitschek von einem »halb bewußte(n), halb unbewußte(n) Pakt zwischen den Lügnern und den Belogenen« aus.

Pawlow bedeutet ein reines Reiz-Reaktions-Schema. Das ist es nicht, denn die Betrogenen wissen im tiefsten Inneren, dass sie betrogen werden. Die Betrogenen spielen dieses Spiel aber mit, da sie genau wissen dass sie ansonsten aus diesem Spiel ausgeschlossen würden.
Dies ist eine zumindest teilweise willentlich getroffene Entscheidung.

Laurenz
20. Juli 2019 22:58

@HomoFaber ... selten einen solchen Unsinn gelesen. Die Nationalsozialisten hatten die modernste Wirtschafts-Konzeption, die Maßstäbe zur Berechnung des BSPs/GDPs gelten quasi noch in jedem Staat der Erde. Joint-Ventures..., das erste Tierschutzgesetz weltweit usw. und sofort.
China hat dieses Wirtschaftssystem quasi mit großem Erfolg kopiert.

@die den Widerstand diskutierenden.

Das, was historisch geleugnet wird, ist gut an der Geschichte des Admiral Canaris, auch einer aus dem Widerstand, abzulesen. Nachdem Herrn Canaris durch seine alliierten Kontakte klar wurde, daß jeglicher Widerstand politisch völlig belanglos sein würde, gab er diesen auf. Herr Churchill interessierte sich in keiner Weise für Herrn Hitler, Herrn von Papen oder sonstwen, und das sagte er auch desöfteren. Es ging rein um die Vernichtung Deutschlands und des deutschen Volkes. Die mediale Ablenkung in ein Reich des Bösen, soll seit 75 Jahren von der damaligen politischen Realität ablenken.

Die aktuelle Stauffenberg-Hysterie in der deutschen Politik ist riskant. Was ist denn, wenn es einen neuen Stauffenberg gibt, wird der dann auch gefeiert?

quarz
21. Juli 2019 10:16

@Der Rechte

"Das ist es nicht, denn die Betrogenen wissen im tiefsten Inneren, dass sie betrogen werden."

Ich glaube nicht, dass das auf die große Masse zutrifft. Ich glaube wohl, dass die Machthaber und ihre Helfer in den oberen Etagen ahnen/wissen, dass das von ihnen betriebene politische Projekt hochexplosiv ist und dass sie deshalb zunehmend nervös werden, sobald sich Widerstand regt und deshalb hektisch die Unterdrückungsmaßnahmen verschärfen.

Aber die für "Buntheit" eintretenden Schüler und Studenten und die freiwilligen Privathelfer in der Maschinerie der Migrationslogistik und die "Weiter so"-Wähler sind mehrheitlich naive Konditionierte, deren unterschiedliche Bedürfnisse (vom Ausleben des jugendlichen Idealismus bei Pubertierenden bis hin zur Sublimation erotischer Sehnsüchte bei Angegrauten) auf ein bestimmtes politisches Ziel hin kanalisiert werden.

Und die Technik für diese Kanalisierung beruht auf der von mir skizzierten relativ simplen Konditionierung. Das Gute daran: die Dekonditionierung wäre im Grunde vergleichbar simpel. Sie scheitert derzeit lediglich an einem Mangel an der dazu nötigen Medienmacht.

Ruewald
21. Juli 2019 10:17

Eine überaus erfolgreiche "zynische" Triade ist: (Deutsche, Juden, Antisemitismus) mit den beiden auserwählten Völkern: dem exklusiven Tätervolk und dem exklusiven Opfervolk, und dem Inbegriff des unausrottbaren Bösen: Antisemitismus.
Da es sich hierbei nur um einen kleinen Teil der Menschheit handelt, bedurfte es einer geeigneten Ausweitung auf die ganze Menschheit. Die Universalisierung der Begriffstriade (Deutsche, Juden, Antisemitismus) gelang durch die Ausweitung auf die Begriffstriade (Weiße, Nichtweiße, Rassismus). Wobei der "Antirassismus" sich als antiweißer Rassismus erweist.

HomoFaber
21. Juli 2019 11:31

@Laurenz

Das schrieb ich ja gerade: mit Mitteln der Moderne

Franz Bettinger
21. Juli 2019 11:35

Kondensat:

Die immer hemmungsloseren Attacken gegen Rechts beruhen auf einem menschenverachtenden Feindbegriff. Jedem von uns ist spätestens seit 2015 klargeworden: Es gibt keinen "herrschaftsfreien Diskurs" (Habermas). Die aktuell herrschende Clique und ihre Tentakel bestimmen den Diskurs und die sogenannte öffentliche Meinung; in ihrem Gefolge die ängstlichen Mitläufer, die nützlichen FfF-Idioten und die Krisen-Gewinnler.

Deutschland befindet sich schon lange nicht mehr in der Lage des Irrtums - das war bei Fukushima vielleicht noch der Fall - und auch nicht mehr in der Lage der Täuschung, die das getäuschte Volk unwissentlich erleidet - w.z.B. das fortgesetzte vertragswidrige bail-in von Pleite-Staaten. Nein, wir sind in ein drittes Stadium eingetreten, in dem das Getäuscht-Werden von Freiwilligkeit unterstützt wird. Längst haben Märchen (wie die Klimalüge) die Realität abgelöst. Ideologisches Wunschdenken hat Einzug in die Real-Politik gehalten. Alle Menschen werden Brüder?

Was wir unter Merkel erleben, ist ein halb bewusster, halb unbewusster Pakt zwischen Lügnern und Belogenen. Die Mächtigen sind so übermächtig geworden, dass sie schon nicht mehr die Notwendigkeit sehen, sich zur Wahrheit zu bekennen. Die Schlafschafe haben es ihnen auch zu leicht gemacht. "100 von 700 ist über 50%" darf Claudia Roth entscheiden, ohne dass jemand im Parlament auflacht oder wenigstens vor Scham in den Boden versinkt. Zwei Drittel der für die Sachsen-AfD gewinnbaren Parlaments- Sitze werden schon von vorneherein aberkannt. Lügen und Verbrechen sind Formsache geworden. Darüber wird nicht mehr öffentlich diskutiert.

Es handelt sich in Merkel-Deutschland um eine politische Enthemmung, die immer offener, schamloser, totaler und brutaler ihr Gesicht zeigt. Dazu zählen auch die Aufrufe zur "Gewalt gegen Rechts", Verfolgung, Kriminalisierung, Verleumdung, Sippenhaft und glasklare Rechtsbeugung.

Die immer schamloser werdenden Polit-Theologie des Gegners , die "Lockerung des Maskenzwangs" (Sloterdijk) spiegelt die Gleichgültigkeit der Oberen gegenüber dem Volk wieder. Ihre spöttisch herablassenden Dekrete zeigen, dass die Machthaber es leid sind, weiter kunstvoll zu lügen. Sie sagen offen, was sie wollen - Die Neue Weltordnung - und grinsen selbstsicher wie Harald Schmidt mit der Ironie der Gut-Davongekommenen. Für sie gelten Faktoren wie Ehre, Anstand und Wahrhaftigkeit: Nichts. Sie genießen ihre Macht und ihren Glauben, jederzeit das Recht auf Ausnahme für sich beanspruchen zu dürfen. Regiert wird zur Not mit Notstands-Gesetzen.

Heute sieht man, was unser Grundgesetz wert ist: Nichts! Wenn es drauf ankommt: Nichts! - Auch die Hoffnung, die auf unserer Seite blühte, trügt wohl: dass, je krasser der Machtmissbrauch, der Hofstaat und die nackte Königin dahinter umso kenntlicher würden.

Es gibt kaum noch bremsende Kräfte und auch kaum noch Scham. Das aber ist seit jeher das Kennzeichen dafür, dass denen, die auf der Seite der Macht stehen, alles erlaubt ist. Deswegen hat die Antifa das Motto herausgegeben: "Nice to beat them". Hass oder Hetze oder gar ein Aufruf zur Gewalt? Nein, nicht, wenn es den Richtigen trifft, denken die Schlafschafe, als herrsche schon Kriegsrecht.

Andreas Walter
21. Juli 2019 11:43

Wenn die Neue Rechte klug wäre, würde sie sich jetzt einfach auflösen.

Die IB und die AfD.

Ein schönes, grosses, schwarzes Loch dadurch entstehen lassen, in das dann hunderte, tausende reinfallen würden. Sie würden euch ohne Ende bald vermissen, ihren Blitzableiter für jeden Dreck. Denn irgendwo müssen eure Feinde ihren Frust, ihre Unsicherheit und ihre Engst ja abladen. Diese ganze negative Energie, die sie derzeit noch bei euch los werden fällt dann nämlich auf sie selbst zurück.

Solche Tipps aus dem Aikido funktionieren jedoch nur selten im Kollektiv - ziehen statt drücken. Dazu sind Gruppen zum Einen nicht durchgehend intelligent genug, und zum Anderen zu menschlich, mit den entsprechenden Schwächen wie Habsucht, Geltungssucht, Stolz, Eitelkeit, Ehrgeiz, eigene Engste, Furcht und so weiter. Denn im Notfall stellen oder organisieren echte Machtmenschen die Opposition selbst.

Notfalls müssen Nazis eben erfunden werden, wenn die letzten Echten bereits verstorben sind. Willkommen daher in der Virtuellen Realität, willkommen in WestWorld:

https://youtu.be/LcL3eP0Hfy4

Niekisch
21. Juli 2019 11:53

@ RMH 20.7. 17:58 und 20:29: Setzen Sie mich nur herab, es läuft an mir herab. Und die durch Sie beleidigten Toten werden durch den von Stauffenberg verehrten Meister Stefan George gewürdigt:

"wenn je dieses Volk sich aus feigem erschlaffen
Sein selber erinnert der kür und der Sende:
Wird sich ihm eröffnen die göttliche Deutung
Unsagbaren grauens...dann heben sich Hände
Und münder ertönen zum preise der würde
Dann flattert im frühwind mit wahrhaftem zeichen
Die königsstandarte und grüsst sich verneigend

Die Hehren - die Helden!

Ja, RMH, ein früheres Kriegsende hätte viele damalige Opfer erspart. Sie übersehen aber, daß damals lediglich die Verurteilung Deutschlands erfolgte, die Hinrichtung mit noch viel mehr Opfern findet j e t z t und in Zukunft statt.

Ratwolf
21. Juli 2019 11:55

Ich frage mich des Öfteren, in was für einer Welt Peter Sloterdijk wohl leben möchte. Also wie soll eine Gesellschaft nach seinen Vorlieben aussehen?

Und welche Rolle würde er gerne in dieser Welt spielen?

Als Philosoph benötigt man Distanz zum aktuellen Geschehen und zur "Herde". Das nächste Stadium wäre, sich gegen den aktuellen Strom zustellen. Der Nonkonformist hat es allerdings schwerer. Er bekommt die Wucht der "Herde" ab. Aber seine Produkte sind attraktiver und lukrativer, weil sie etwas anders sind als das was der Leser täglich sehen kann.

Stellt er sich über die anderen Menschen? Oder sieht er sich als einer von ihnen. Kämpft er mit ihnen oder ist er Ratgeber.

Bei Sloterdijk kann ich mir vorstellen, dass er sich genauso vor die jungen Menschen der IB auf einer Demos stellen würde, wie dass er sich vor den Afrikaner auf Lampedusa stellen würde.

Sein flehentlich vorgetragener Nonkonformismus ist der Hilfeschei eines Philospohen in einer Welt immer stärker vorformatierten Meinungen und Gruppen, welche sich in den oben beschriebenen Stadien von 1 bis 3 befinden.

Was wäre die Alternative?

Es ist die Fähigkeit der Analyse. Jeder einzelne einer Gesellschaft müsste immer auch BEIDE Seiten in Betracht ziehen und in seinen Schlußfolgerung seine eigenen Motive offen legen. Dazu gehört, dass man die Äußerungen der anderen Seite war nimmt und für Wahr nimmt. Wahrhaftigkeit ist auch eine Form der Einsicht. Das gilt nicht nur besonders für die Linke, sondern auch für die Rechte.

Ein offener Diskurs ist durch Provokation, Propaganda und Lüge nicht möglich.

Kann man aus einer Gesellschaft, in der sich alle in einen Sokrates verwandelt haben, zu einer überlebensfähigen oder konkurrenzfähigen Nation machen?

Peter Sloterdijk scheint dieser Ansicht zu sein.

Denn die andere Option wäre wenig schmeichelhaft: Er steht über den Dingen und das Schicksal seiner Mitmenschen ist ihm egal.

Also Herr Sloterdijk:
Wann stellen sie vor den jungen Menschen der IB oder den Asylanten, um nicht nur schöne Worte zu verfassen, sondern auch mit ihrer Physik Stellung zu beziehen?

MARCEL
21. Juli 2019 12:06

Es scheint wohl so zu sein: Unser Volk lernt nur in Katastrophen (immer wieder der kolportierte faustische Grundzug). Die nächste bahnt sich an und wird gleichwohl anders sein als 1918 oder 1945. Nach der erwartbaren Katastrophe rot-rot-grün (wahlweise auch schwarz-grün oder grün-schwarz-gelb) kommen wir. In den "Katakomben" werden wir bis dahin alles überstehen (müssen), um dann hervorzukommen, um zu retten, was noch zu retten ist.

Zu pathetisch? Zu naiv? Alternativen?

heinrichbrueck
21. Juli 2019 14:44

"Ich kann und will all das nicht beurteilen aus der zeitlichen Distanz, aber dieser Kult um dem Mann mit der Aktentasche, den Dieter Stein seit Jahrzehnten betreibt, der ist mir inzwischen völlig fremd."

Kampf gegen Rechts ohne sich die Hände schmutzig machen zu müssen. Aber wenn 400 Nafris im Freibad randalieren, dann ist wieder Hitler schuld. Historisch wird es doch erst in der Zukunft interessant. Die letzte Frage kann nur Stauffenberg beantworten! Einfach abwarten.

"Was ist denn, wenn es einen neuen Stauffenberg gibt, wird der dann auch gefeiert?"

Gegen die NWO wird ein Stauffenberg nicht ausreichen. Gegen solche Mächte kann nur der deutsche Geist gewinnen, der die Reeducation eines Nizer besiegt; davor haben sie auch Angst, sonst wäre die Mühe nicht so groß.
Stauffenberg ist eigentlich ein tragischer Held. Man kann mit ihm nicht verlieren, gewinnen aber auch nicht.

@ RMH
Das Wort "schäbig" sehe ich als Ironie einer Reeducation. Soll heißen, glaube ich Ihnen nicht.

Laurenz
21. Juli 2019 15:30

@HomoFaber .... die Frage der Progressivität des politischen und ökonomischen Systems beantworten Sie falsch. Historisch ist der Nationalsozialismus die neueste und jüngste Staatsform und wird deswegen ja auch als re-aktionär bezeichnet, was natürlich in die Irre führt. In China ist das System eines autoritären Staates mit staatlich kontrollierter, relativ freier Wirtschaft auf dem Siegeszug und wird mutmaßlich den Westen hinwegfegen.

@Niekisch .... @RMHs Aussagen sind natürlich historisch verfehlt und Unsinn. Der militärische Kampf wurde, bis auf ein paar Tage Ardennen-Offensive, im Osten geführt und vereitelte die gesamte Bolschewisierung Europas, auch wenn das politisch jetzt nachgeholt wird. Ebenso schwächte die militärische Auseinandersetzung die Alliierten soweit, daß die Kolonialreiche so nicht mehr aufrecht erhalten werden konnten. Graf von Stauffenbergs Machtübernahme, hätte eine damalige Befreiung des Planeten vom Kolonialismus erschwert.
Manchen gelingt es eben nicht, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken.

@Andreas Walter .... haben Sie getrunken? Wir waren seit 1949 bis 2013 bereits im Loch. Reicht das nicht? Kann man natürlich so sehen .... wenn man eingeliefert werden möchte.

RMH
21. Juli 2019 16:20

@niekisch,
im Gegensatz zu Ihnen habe ich niemanden beleidigt, schon gar nicht die, die im guten Glauben, letztlich aber sinnlos, bis zum Ende kämpften und auch starben. Sie hingegen haben mit dem Thema des Eidbruchs und damit der Ehrabschneidung für den Mann, der die Aktentasche getragen hat, angefangen … Eidbruch ist übrigens eine typische Formulierung für Leute, die die Widerständler verächtlich machen wollen, dass dürfte gerade Ihnen, als schon "länger in der Szene" sich Bewegenden, bekannt sein. Da hilft auch kein George mehr …

Aber lassen wir das, diese Schlacht ist geschlagen und unser beider oder unser aller Urteil dazu mittlerweile unerheblich - denn in diesem Punkt haben Sie recht: Es geht um das heute und um die Zukunft Deutschlands.

Thymotiker
21. Juli 2019 19:24

Herr Kubitschek, nach meiner Erfahrung benötigt es Zeit, bis Einige lernen gewisse Sachverhalte akzeptieren zu können, die außerhalb ihres eigenen Bezugssystems stehen. Argumentativ gut vorgebrachte Rede wird gehört, erinnert und arbeitet dann im Unterbewusstsein weiter, meist ist es dann ein besonderes Ereignis als Auslöser, meinetwegen 6 oder 8 Monate später, was zum bewussten Umdenken führt. So habe ich es oft erlebt.
Und wer sich freiwillig täuschen lassen möchte, wie so mancher (pseudo)religiöse Sinnsucher, weiß tief drinnen oder ahnt oder befürchtet auch immer, dass das, was er sich willfährig einträufeln lässt, nicht die ganze Wahrheit ist. Er kann verunsichert werden bzw. das Gleichgewicht seines sinngebenden Systems kann durch Hinterfragen und eigene konträre Erfahrungen gestört und dadurch in Bewegung gebracht werden, er wird dann langsam zu grübeln anfangen und irgendwann tritt offene Umorientierung ein. Bei manchen ist das Bewusstein und das Selbstkonzept natürlich verhärtet und bei denen bedürfte es z.B. einer großen Katastrophe, bevor ein Umdenken einsetzen 'kann'. Das sind aber unter 15% des Volkes. Krisen, ohne Anleitung zum Ausweg, lösen aber bei mehr Menschen Lethargie und Passivität aus statt Veränderung und Aktivität. Das an die Adresse jener, die meinen es müsse erst schlimmer werden bevor es besser werden kann.

Zum anderen würde ich mich in dieser Sache, das Unrecht und die zunehmende Willkür, mehr an von der Grundhaltung zugeneigte Gruppen halten als an profitierende Eliten aus dem politisch-medialen Komplex. Christen, Beamte, bürgerliche Liberale usw. für die Unrechts- und Radikalisierungsroblematik bei den Diskurseliten. Die dezidierte Gleichgültigkeit der politischen Klasse über von Linksterroristen abgefackelten Autos muss im Zusammenhang mit der systematischen Rechtsbeugung seit 2015 und vielen anderen Dingen gesehen werden. Und dann gibt es Deutsche und Europäer, die von Staat, Eliten, Globalkapitalismus benachteiligt, abgehängt und unterdrückt wurden oder werden, Leute die sich machtlos fühl(t)en, die nicht gut auf Machtzynismus, Repression und Willkür zu sprechen sind.

In Phasen der Repression gilt es, die Binnenintegrität bzw. den Zusammenhalt der Eigengruppe(n) zu stärken, ggf. der Lage angepasste Gegenstrukturen aufzubauen, sowie die notwendig durch die Radikalität und Realitätsferne des Gegners entstehende Entfremdung in Teilen des Volkes zur eigenen Verstärkung zu nutzen. Beispielsweise der neue Anlauf des "Refugees Welcome"-Wahns, z.B. Rackete: egal wieviele Steilvorlagen und wieviel moralisches Oberwasser die Eliten wieder zu besitzen meinen wegen Lübke, viele Deutsche sind fundamental gegen "Refugees Welcome" und werden von der Selbstgerechtigkeit der Diskurselite entfremdet werden. Diese Bürger können erreicht und gewonnen werden.

Vielleicht fehlen noch ausreichend Strukturen? Gerade im Westen. Mehr Wege, die Kommunikationbarriere zu durchbrechen, lokale Initiativen, "Counterculture". Eine ernstzunehmende, modern auftretende sozialpatriotische/sozialnationalstaatliche/ökosozialheimtliche Strömung fehlt noch.
Ich fasse mir da durchaus selbst an die Nase, weil ich zu wenig mache.

Gelddrucker
21. Juli 2019 20:27

@MARCEL

Jede Sicht ist berechtigt. Eins ist allerdings klar: Für Patrioten ist die Zeit des Nichtstuns vorbei. Jeder, dem was an Deutschland liegt, sollte sich überlegen, ob er nicht unnötige Beschäftigungen aufgibt und stattdessen am Erhalt unseres Volkes arbeitet, und das nicht nur durch Internetpropaganda. Egal, wann dieser Alptraum vorbei ist und wie er vorbeigeht, man darf sich wohl darauf vorbereiten, dass unser Volk etwas dezimiert sein wird. Aber das ist reparabel.

Search4M
21. Juli 2019 20:44

@Andreas Walter
"Wenn die Neue Rechte klug wäre, würde sie sich jetzt einfach auflösen"

Dieser Gedanke gefällt mir. Ein Kollektiv geht in den Wald, moderner: in die Matrix. Nur in einem Myzel im Hintergrund kann eine neue Metapolitik als Basis für die Gesellschaftsform der Post-Parteiendemokratie gefunden werden. Dieser Entwurf muss losgelöst sein vom alten Schema der Links-Rechts-Begriffe. Insofern ist eine "Neue Rechte" dann obsolet. Die AfD sehe ich dabei als Teil des Parteienstaats und sogar als hinderlich. Sie kritisiert zwar das System, hat aber keine Botschaften, die in der Breite eine Gesellschaft durchdringen können, die noch gar nicht bereit ist.

Der Rechte
21. Juli 2019 22:07

@quarz:
Die meisten sind Mitläufer und wissen, dass sie Mitläufer sind. Alle Gutmenschen sind Herdentiere, die mit der Masse schwimmen. Dushan Wegner beschreibt dies mehrfach z.B.: https://dushanwegner.com/die-schuld-der-gutmenschen/

"Wer heute „Gutmensch“ verwendet, meint damit schlicht Heuchler und aggressive Schönredner, er meint „Forderer“, die „Refugees welcome!“ rufen und die eigenen Kinder lieber an Schulen in „migrantenfreien“ Gegenden anmelden."

Schauen Sie sich die Dokumentation zum Herdentrieb von Linda Zervakis (eigentlich Lügenpresse) an und Sie werden erkennen, wie leicht es für die meisten Menschen ist, sich selbst zu belügen.

Ein linker Freund beichtet mir nach einem Moslem-Attentat, dass sein Weltbild bröckelt. Ich erkläre ihm meine Sicht der Dinge und irgendwann wird er sauer und will nichts mehr hören. Dann geht's aufs nächste refugee-welcome-Konzert und alle Zweifel sind betäubt. Das Thema durfte ich dann nie wieder ansprechen, so dass wir mittlerweile keinen Kontakt mehr haben.

Ach übrigens, ich bezeichne mich selbst als rechts. Dies erspart mit den ständigen Rechtfertigungszwang, dem erklärte Konservative unterliegen. Oft erfahre ich dadurch Interesse bei Gesprächspartnern. Vor allem ist es unsere Aufgabe, die Begriffe wieder zu setzen. Und rechts zu sein, war mein erster Schritt.

quarz
22. Juli 2019 08:47

@Der Rechte

"Ach übrigens, ich bezeichne mich selbst als rechts. Dies erspart mit den ständigen Rechtfertigungszwang"

Wenn das alle täten, die es sind, dann würde die Rechtfertigungslast sogar weitgehend umgekehrt. Denn dann wäre es nicht mehr möglich, das Wort "rechts" als bloßes Schimpfwort zu verwenden, bei dem die etablierte, erwartbare und somit kalkulierbare Reaktion ein erschrockenes Dementi ist. Das Wort würde dann wieder mehr zur Bezeichnung eines deskripitiven Begriffs, der denjenigen, der es vorwurfsvoll ins Treffen führt, nicht ohne Argument davonkommen lässt. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Dekonditionierung.

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