22. Juli 2019

Sonntagsheld (114) – 20. Juli 2019, Halle (Saale)

Till-Lucas Wessels / 40 Kommentare

Ein Bericht.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Am Samstag ging es in Halle heiß her: Die Identitäre Bewegung hatte zum Sommerfest und zur Demonstration geladen und bereits im Vorfeld hatte die Gegenseite unter dem Motto “Nice to beat you” angekündigt, an diesem Tag die Eskalation zu suchen.

Gleich vorab, weil die Kommentarspalte ohnehin vor Netzstrategen und eremitierten Möchtegern-Napoleons nur so wimmeln wird: Wir wußten, daß es schwierig und gefährlich werden würde, eine identitäre Demonstration in Halle durchzuführen. Wir wußten aber auch, daß wir uns nicht ewig darum würden drücken können. Und, Freunde, ich sage Euch: Es war groß, es war heiß, es war schön.

Wir hatten alles auf dem Zettel: Konzertierte Aktionen gegen das Haus im Vorfeld, eine mit Mutwillen zur Unfähigkeit bereite Versammlungsbehörde und das übliche “breite Bündnis” von militanten Alt-Maoisten, über hedonistische Antideutsche bis zur Boomer-Oma mit selbstgemaltem Pappschild – alles das hatten wir mit einkalkuliert und das meiste traf auf die eine oder andere Art und Weise ein.

Wir hatten auch gerechnet mit jener Handvoll abseitiger altrechter Gestalten, die – manchmal wohlwollend, nicht selten aber auch genau kalkulierend und entsprechend von staatlicher Seite protegiert – ihre eigenen Fetische und krankhaften Fixierungen in unsere Mitte zu tragen versuchen würden.

Sie merken schon: Die Demovorbereitung hieß für uns vor allem: Rechnen hier wie da, abwägen, abschätzen, aufdröseln, neu ins Verhältnis setzen und am Ende eine große Gleichung aufstellen. Ein Gleichung allerdings, die doch bei einer öffentlichen Veranstaltung stets bis zu einem gewissen Grad von einer großen Unbekannten getragen sein würde: Der Zusammensetzung der Teilnehmer und der Stimmung am Tag der Veranstaltung

Was wir nicht ahnen konnten, war, daß genau diese große Unbekannte es sein sollte, die uns an diesem Samstag wieder und wieder aufs neue überraschen würde und das durchweg positiv.

Auf den obligatorischen Abriß der Ereignisse für diejenigen, die über den Ablauf im Unklaren sind, verzichte ich an dieser Stelle. Nur soviel: trotz aktiver Behinderungen durch die Polizei gelang es uns schließlich am Nachmittag den Großteil unserer Veranstaltungsteilnehmer vor der AK16 zu versammeln. Allein das ist eigentlich schon ein kleines Wunder – hatte man von staatlicher Seite doch versucht, mit allen Tricks ein Durchkommen der mit dem Zug angereisten Demonstrationsteilnehmer zu verhindern.

Ohne ins Detail gehen zu wollen, wagen wir einen kleinen Blick in die versammlungsbehördliche Zauberkiste: Absichtlich falsche Ortsangaben an ortsunkundige Besucher, die nach dem Weg fragten, Platzverweise und “Stadtverbote” an Demonstranten, die darauf bestanden zum Veranstaltungsort durchgelassen zu werden, Nichteinhaltung sämtlicher Zusagen, die die Anreise zu unserem Haus betrafen (z.B. Ermöglichung der Anreise mit Straßenbahn, oder zu Fuß), usw. usf.

Wer nach langer Irrfahrt vom Hauptbahnhof (teilweise mit Umweg über den Leipziger Flughafen) doch bis in die Nähe des Hauses kam, den erwartete zumeist eines von zwei Schicksalen: Entweder er wurde durch ein antifaschistisches Spießrutenspalier geleitet und kam – um einige Spritzer unappetitlicher Flüssigkeiten, blaue Flecken, und Schürfwunden reicher – schließlich in unserer Mitte an, oder er wurde gar nicht erst durchgelassen und von den Beamten in die von Spähern und militanten Jagdgruppen durchvölkerten Querstraßen zurückgeschickt.

Wer sich am patriotischen Demonstrationsgeschehen der vergangenen Jahre beteiligt hat, der ist solcherlei ja irgendwo gewohnt und doch war es in diesem Fall aufs neue erschreckend, mit welcher Boshaftigkeit bereits die Anreise der Teilnehmer sabotiert werden sollte. Kein Grund zu verzagen, sicherlich – ist es doch gerade dieser Bereich, in dem der Staat die Grundrechte, die er sich selbst gesetzt hat, nicht mehr garantieren kann bzw. will, der für uns politische Aktivisten zum natürlichen Habitat geworden ist, weil unsere Aktionen auf seine Kenntlichmachung und Markierung ausgelegt sind.

Um 15 Uhr, als die Demonstration starten sollte, war das Haus eingeschlossen. Hier zeigte sich der große Vor- und Nachteil unserer Lage im Herzen des linksgeprägten Universitätsviertels: Schon unsere schiere Anwesenheit, allein die Tatsache, daß Rechte in diesem Biotop überhaupt leben können und wirken dürfen, war für die Gegenseite so unerträglich, daß sie den halben Tag wie ein wütender Ameisenhaufen auf unser Haus eindringen mußte.

Um das Haus herum hatte man die üblichen “Spontankundgebungen” genehmigt und so die fünf möglichen Zugänge nach und nach abgeriegelt. Die nachfolgenden Verhandlungen mit der Versammlungsbehörde, die ihren Endpunkt in der Untersagung des Demonstrationszuges fanden, sind keiner Rede wert. Sie bestanden aus dem üblichen Wechselspiel von Zeitverzögerung – denn die Einsatzleitung befand sich zu keinem Zeitpunkt vor Ort – und revidierten Zusagen.

Am Ende des zähen Hin und Hers lag alles offen zutage, was es zu wissen gilt. In anwaltlichem Beisein bestritt die Versammlungsbehörde, daß ein polizeilicher Notstand vorliege, gleichzeitig bestand man jedoch darauf, die Sicherheit unserer Teilnehmer aufgrund der Bedrohung durch linke Gewalttäter und deren Unterstützer nicht gewährleisten zu können. Zitat (sinngemäß): “Wir sind schon froh, daß sie überhaupt alle heil hier angekommen sind.”

Im Raum stehen für uns eigentlich nur drei Schlußfolgerungen:

1. Die zuständige Versammlungsbehörde war nicht in der Lage eine realistische Gefahreneinschätzung im Vorfeld zu machen, hatte die Situation daher gnadenlos unterschätzt und mußte vor der linksextremen Gewalt kapitulieren.

2. Es gab eine politisch motivierte Entscheidung der Einsatzleitung, die dazu führte, weniger, womöglich zu wenig Kräfte anzufordern und damit nicht nur uns um unsere Demonstration zu bringen, sondern auch die Gesundheit der eingesetzten Beamten zu gefährden.

3. Es war genug Polizei vor Ort, unsere Demonstration wäre möglich gewesen, aber es gab "von Oben" eine Anweisung uns unter keinen Umständen laufen zu lassen.

Gegen Abend servierte man uns nochmal einen kleinen Absurditäts-Absacker, indem man mitteilte, daß die Gefahreneinschätzung sich nicht wesentlich geändert, man aber einen Großteil der Polizeikräfte bereits auf den Heimweg geschickt habe und deshalb ein Demonstrationszug weiterhin nicht möglich sei. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich keine dreißig Gegendemonstranten mehr am Haus, der Großteil war bereits gegen 18 Uhr abgezogen. Ich verliere keine weiteren Worte über diese Clownereien, unser Anwalt ist bereits mandatiert.

Apropos Gefahreneinschätzung: Wie sah denn die Lage nun überhaupt aus?
Bereits im Vorfeld zur Demonstration hatten nachts in Rostock und in Leipzig Autos von Aktivisten gebrannt. Am Tag der Demo folgte in Halle ein weiterer PKW mit dem Berliner Aktivisten angereist waren. Ebenfalls am Samstag tagsüber wurden drei Privatwohnungen mit Buttersäure attackiert (diesmal hat’s mich auch erwischt) am Abend wurde außerdem ein Verbindungshaus mit der ätzenden, stinkenden Flüssigkeit angegriffen.

Hinzu kamen Angriffe auf Polizisten – unter anderem berichtete uns ein polizeilicher Ansprechpartner, daß zwischenzeitlich verletzte Polizeibeamte nicht behandelt werden konnten, weil Linke den Rettungswagen blockiert hatten; im selben Atemzug wurde uns von strategisch angelegten Steindepots im Umfeld des Hauses berichtet, die als Munition für Angriffe auf unsere Demonstranten dienen sollten.

Dazu gesellten sich die üblichen Übergriffe rund um die An- und Abreise unserer Versammlungsteilnehmer, wobei die Betroffenen eine schon an Pazifismus grenzende Disziplin an den Tag legten; und ein Brandsatz, den man aus einer der genehmigten “Spontankundgebungen” unter die Gäste unseres Sommerfestes warf.

Es war dieses Sommerfest, auf dessen Erfolg von Anfang an unser ganzer Organisationsaufwand gerichtet gewesen war und das sich als unser größtes As im Ärmel herausstellte: Während um unser Haus herum bereits nach zwei Stunden die ersten Demonstranten wieder abzogen, nachdem sie mit ihren Leidensgenossen ohne Schirm, Schatten oder Getränke in der prallen Sonne hatten stehen müssen, war unser Vorposten für die angekündigte Belagerung bestens ausgerüstet.

Das Getränkelager war voll, der Grill lief genau so auf Hochtouren, wie der Holzofen. Jede neue Hiobsbotschaft prallte an der ausgelassenen und zufriedenen Stimmung ab, der die kühle Apfelschorle in der einen und der dampfende Flammkuchen in der anderen Hand sicherlich nicht abträglich waren.

Der große Frust blieb aus, umso mehr, als gegen Abend nach stundenlanger Odyssee die Aktivisten der IB Bayern eintrafen und von ihrer abenteuerlichen Reise durch unsere Saalestadt berichteten. Ausgerüstet mit einem Hochtransparent, auf dem die treffenden Worte “Patrioten weichen nicht zurück” zu lesen waren, hatten sie ihre durch die Polizei erzwungene Wanderschaft kurzfristig in einen spontanen Demonstrationszug verwandelt und somit das linke Dogma, daß keine identitäre Demonstration durch Halle laufen werde, zumindest pro forma und als Ehrenrettung widerlegt.

Mit ihrer Ankunft braute sich über unserem Haus ein prächtiges Unwetter zusammen und während die Schwalben immer tiefer flogen und die Luft noch einmal dicker wurde, hing eine Spannung im Raum, die nochmal ein Ereignis anzukündigen schien. Die Polizei erhoffte von unseren Aktivisten offenbar eine Eskalation, hinter den Absperrgittern zogen die Beamten Sturmhauben und Helme auf.

Was dann geschah, damit hatte wohl keiner der Anwesenden gerechnet, wir Organisatoren am allerwenigsten. Mit einem strömenden Platzregen und grollendem Donner zog das Sommergewitter direkt über unser Haus hinweg, innerhalb kürzester Zeit flossen Bäche von Regenwasser über die Straße, es wurde rasch dunkel und in den anwachsenden Pfützen spiegelte sich das grelle Gleißen der Blitze.

Und das Sommerfest vor unserem Haus? Das fing spontan an zu tanzen! Ich selbst konnte meinen Augen kaum trauen, als ich aus dem Fenster blickte und unten einen fröhlichen Reigen durch den Dauerregen hüpfen sah. Es dauerte nicht lang und immer mehr Aktivisten und Unterstützer gesellten sich in die Runde und fanden sich schließlich grinsend im Angesicht des letzten Restes der Gegendemonstranten wieder, denen sie bis zum Versammlungsende um 22 Uhr (und auch darüber hinaus) herzhaft entgegenlachten, ohne sich über Gebühr aus der Ruhe bringen zu lassen.

Diese Ruhe und (Aus-)Gelassenheit kam aus einer Erkenntnis, die sich auch in den Reden auf unserer Kundgebung immer wieder niedergeschlagen hat: Was der Gegner für einen Kessel im gesellschaftlichen Vakuum hielt, den er in unsicherer Unentschiedenheit wahlweise als größte Bedrohung für den Landesfrieden vernichten, oder als belächelnswerte Minderheit isolieren wollte, sah von oben betrachtet anders aus: Wir lagen als Avantgarde direkt vor ihren Toren – das Antlitz nach vorne gewandt, den Gegner im Rücken wissend. Wie anders auch sollte es möglich sein, einen Vorposten im Herzen jener zu halten, für die unser schieres Dasein schon eine Unerträglichkeit darstellt?

Wer ist nun, mag sich manch’ ein Leser fragen, der Sonntagsheld dieses denkwürdigen Tages? Ist es Martin Sellner, der nach stundenlangen Umwegen eine ergreifende Rede in unserer Mitte hielt? Ist es das hallesche Urgestein Sven Ebert, das uns einen mit 3000€ dotierten Bürgerrechtspreis überreichte? Sind es die wackeren Bayern, die der Versammlungsbehörde und den Linken trotzten, oder sind es doch jene Verschwörer von vor 75 Jahren, deren Schwur wir dieser Tage in der Stille oft wiederholen, wenn es in der Frühe wieder einmal unverhofft an der Tür klingelt?

Meine zwei Helden, aber das ist eine ganz persönliche Auswahl, sind andere: Da ist zum einen die Taxifahrerin, die zwanzig Minuten auf unseren Anwalt warten mußte, weil die Polizei ihn absichtlich in die falsche Richtung geschickt hatte und die, als sie hörte, daß er uns Rechtsbeistand geleistet hatte auf eine Bezahlung verzichtete und ihn kostenlos zu seinem Hotel und anschließend wieder zurück zum Haus fuhr.

Zum anderen ist da der junge Polizist, der sich an einen Aktivisten wandte und ihm sagte, daß er damals Beamter geworden sei, um die Meinungsfreiheit zu schützen und für ihn nicht mehr verständlich sei, weshalb man uns – obwohl die Sicherheitslage es hergebe – nicht demonstrieren lasse. Er reihte sich damit ein in jene Handvoll Polizisten, die am Samstag die Anweisungen ihrer Vorgesetzten teils offen ignorierten und immer wieder einzelne Teilnehmer zu unserer Veranstaltung einließen, obwohl vorher von höherer Stelle gewissermaßen eine Zugangssperre ausgesprochen worden war.

Die Versammlungsleitung hatte diese Vorgabe, wie überhaupt jeden einzelnen ihrer Rechtsbrüche mit der Verhältnismäßigkeit begründet. Jener Verhältnismäßigkeit, die es nicht erlaubte, unangemeldete Versammlungen aus denen heraus Brandsätze und Steine flogen, aus denen heraus Polizisten und Demonstranten attackiert wurden, ein paar Meter beiseite zu schieben, um einer angemeldeten und gegen alle Unverschämtheiten unbedingt friedlichen Demonstration den ihr zustehenden Weg freizuräumen.

Verhältnismäßigkeit also ist das Wort der Stunde. In welchem Verhältnis stehen die linksextremen Angreifer zum “breiten Bündnis” des Bürgermeisters, das er aus Furcht vor “Straßenschlachten” auf den Marktplatz verlegte – freilich, ohne sich von den Gewalttätern an seiner Seite zu distanzieren? In welchem Verhältnis stehen sie zum Bündnis “Halle gegen Rechts”, das nach wie vor aus Landesmitteln finanziert wird und den erwähnten Brandsatz mit den Worten Bei jedem Derby wäre das keine Nachricht” bagatellisierte? In welchem Verhältnis steht die Freiheit und Unversehrtheit jener, die uns angreifen zu der unseren? Und: In welchem Verhältnis stand jener Polizist am Samstag noch zu seinen Vorgesetzten?

Fest steht: Jene, die am Samstag unserem Aufruf auf die Straße gefolgt sind, stehen in einem Verhältnis zu uns und wir zu ihnen, das nicht zu lösen ist. Es ist ein Verhältnis der Hoffnung, der Zuversicht und des Vertrauens, das uns daran bindet, allen Niedrigkeiten und Gemeinheiten zum Trotz, Tage wie diesen 20. Juli durchzustehen und zu beweisen, daß wir uns nicht nur auf den Gipfellinien zu halten vermögen, sondern, daß wir auch noch in der scharfen Höhenluft in der Lage sind zu tanzen und den schwarzen Wolken am Horizont mit einem Lachen ins Gesicht zu sehen.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (40)

H. M. Richter
22. Juli 2019 07:50

Im so wunderbaren Verhalten der Taxifahrerin aus Halle scheint Tieferes auf.

Als im Jahre 1989 Leipziger Bürgerrechtler ins Gefängnis geworfen worden waren, wurden als Zeichen der Solidarität und Verbundenheit Blumen an ein vergittertes Seitenfenster der Nikolaikirche gesteckt. Bald schon reichte dort der Platz nicht mehr aus, und so lagen zahlreiche Blumensträuße zunächst auf dem angrenzenden Bürgersteig und schließlich auf einem Teil des Nikolaikirchhofes, - also auf der Straße. Um dieses widerständige Zeichen so schnell wie möglich verschwinden zu lassen, wurde die Stadtreinigung gerufen. Ein Kehrfahrzeug rückte an. Doch der Fahrer hatte - wie die Taxifahrerin vorgestern in Halle - einen eigenen Kopf: Wieder und wieder fuhr das Kehrfahrzeug über den Nikolaikirchhof, doch um die Blumensträuße wurde stets ein Bogen gefahren ...

Dieter Rose
22. Juli 2019 08:19

"In welchem Verhältnis stand jener Polizist . . . zu seinen Vorgesetzten?" Diese Frage stelle ich mir seit langem in Bezug auf Beamtenschaft und Ministerialbürokratie. "Hauptsache der Job ist sicher", wird das Motto sein.

deralbatros
22. Juli 2019 09:50

Mein persönliches Highlight aus dieser von Oben gelenkten Farce war der "Stadtverweis". Ich kannte bisher nur den Platzverweis. Aber für "Rechte" scheint mittlerweile der Grundsatz zu gelten, das Verlassen der Stadt bis zum Sonnenuntergang, sonst Brandbombe.

deutscheridentitaerer
22. Juli 2019 10:42

@Dieter Rose

Man hat als Rädchen im Getriebe schlicht keine Möglichkeit, sich irgendwie querzustellen. Was man tun kann, ist in seinem eigenen kleinen Wirkungsbereich Vorgaben zu unterlaufen. Das geschieht auch oft genug. Freundliche Worte, Nachlässigkeit bei repressiven Maßnahmen erleben Aktivisten immer wieder. Bringt natürlich wenig, wenn die Institution als solches von Feinden geführt wird, aber persönliche Vorwürfe sind den normalen Beamten nicht zu machen.

Der mit dem Wolf tanzt
22. Juli 2019 10:55

Die Sichtweise der Hetz-Postille zu den Ereignissen in Halle.
Faszinierend, zu sehen, wie immer deutlicher die Maske fällt, gerade bei den politischen Wasserträgern:
https://www.mz-web.de/halle-saale/3-000-demonstrieren-gegen-identitaere-bewegung-so-lief-der-protest-am-samstag-in-halle-32883456

Sandstein
22. Juli 2019 10:57

"Man hat als Rädchen im Getriebe schlicht keine Möglichkeit, sich irgendwie querzustellen."

Nach der Definition natürlich nicht, aber Gottseidank ist es ja nicht ganz so. Natürlich hat jeder die Möglichkeit, sich zu wehren, und zwar jederzeit.
Es ist ja genau die Vorstellung, man sei alleine, die die Herrschenden so selbstsicher macht, dass sie mittlerweile unumwunden zugeben, was sie genau vorhaben.
Ein Anfang des stilllauten Protests wäre die Einstellung der GEZ Zahlung. Was glauben Sie, was dann loswäre? Aber klar, man kommt in den Knast, wenn man nicht zahlt. Was schätzen Sie, wieviele aus "unserem" Lager zahlen dennoch GEZ? Ich schätze 90%.

"aber persönliche Vorwürfe sind den normalen Beamten nicht zu machen."

Doch, irgendwann schon. Man hat ja auch schon ein ganzes Volk haftbar machen können.

stzellrich
22. Juli 2019 11:02

Ich finde Ihre Schilderungen oft sehr konzise, Herr Wessels, aber dieses Mal, nein: Ich habe mich nun sogar extra angemeldet, um Widerspruch zu erheben (dass ich ein Anmelden und also Kommentieren bislang nicht für nötig hielt, sei hier als Kompliment zu verstehen - es gab schlichtweg nichts zu bemängeln soweit).

Vorweg: Wir sind uns ja einig über die Schikane der Gegenseite. Das Trommelfeuer der Medien, die Boshaftigkeit der aufmarschierenden Gegenseite und des politischen Establishments. Wer sich als Sandkastenstratege aufschwingt und anderen ihr Versagen vorwirft, ohne diese Faktoren miteinzubeziehen, schweige lieber. Das ist klar. Aber: Wir sollten uns trotzdem nicht in die Tasche lügen.

Und das tun Sie leider, Herr Wessels. Nehmen wir nur folgende Stelle: "Nur soviel: trotz aktiver Behinderungen durch die Polizei gelang es uns schließlich am Nachmittag den Großteil unserer Veranstaltungsteilnehmer vor der AK16 zu versammeln. Allein das ist eigentlich schon ein kleines Wunder".

Es war nicht leicht in Halle an diesem Samstag, wie gesagt: Klar! Aber wir sollen nun feiern, dass wir uns WENIGSTENS vor einem Haus treffen und dort begafft wie im Zoo ein wenig Musik hören durften?

Im Süden machen sich wieder die Massen an Goldstücken bereit, um unser Land zu erstürmen. Unser Recht wird jeden Tag ausgehöhlt und viele Regionen kann man nur noch aufgeben; keine Reconquista denkbar, die sie für unser Volk retten könnte.

Aber hey, halb so wild: Wir konnten immerhin ein wenig Musik hören. Man kann nicht monatelang eine Demonstration im ganzen Land (und darüber hinaus) massiv bewerben, einen Schicksalstag ausrufen und heroische Selbstfeierei aussenden - und dann, wenn es in die Hose geht, nicht einmal die Niederlage eingestehen. Und Schlüsse darausziehen.

Das ist unredlich. Und vor allem: Verprellt es jene Jungen, die wir doch so dringend brauchen. Man kann ihnen nicht werweißwas vom Himmel versprechen, dann nichts bieten - und diese kognitive Dissonanz nicht einmal ansprechen. Ich sehe darin, in dieser auch durch äußeren Druck erzeugten Pleitenserie der IB, die sich nun leider schon über längere Zeit fortsetzt, auch den Grund, warum am Samstag leider nicht mehr als 300 Menschen erschienen sind.

Ist das alles, auf das wir hoffen können? Wie soll einem da nicht jede Zuversicht verlustig gehen? Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich werfe Ihnen das Versagen am Samstag nicht vor. Ich weiß um die Gegenmächte. Aber man müsste halt ehrliche Schlüsse daraus ziehen. Anstatt sich die Misere schön zu lügen.

Michael B.
22. Juli 2019 11:21

> Man hat als Rädchen im Getriebe schlicht keine Möglichkeit, sich irgendwie querzustellen.

Stimmt doch nicht, einfach (na ja, oder ohne 'einfach') mal probieren. Ich habe vor einiger Zeit einen guten Auftrag verloren, weil ich mich geweigert habe einen sogenannten 'Code of Conduct' des Auftraggebers zu unterschreiben der - besonders aergerlich - u.a. auch eine Denunziationspflicht enthielt. Trotzdem ich zu beidseitiger Zufriedenheit schon eine Weile in dem Projekt taetig war.

Unerfreulich, aber es gab auch Zustimmung von Einzelpersonen fuer das Zeigen von Haltung. Das tut ziemlich gut, trotz des Aergers. Ich koennte auch herumgreinen, dass das nur im Zwiegespraech erfolgte, aber was soll es. Es ist ein Anfang und mitunter zeitigt so etwas auch Ueberraschungen. Es gibt viele Dinge, die man als Anlass nehmen kann. Man muss es nur gelegentlich auch tun.

Atz
22. Juli 2019 11:35

Vielleicht muss erst noch jemand von uns todgeprügelt werden, bevor die Behörden umdenken.

Tiuri
22. Juli 2019 12:32

@stzellrich

Ich stimme Ihnen zu - man sollte sich Niederlagen nicht schön reden, lügen schon gar nicht, aber als einer jener "Jungen, die wir doch so dringend brauchen" und derjenigen die Samstag vor Ort waren kann ich Ihnen die freudige Mitteilung machen, dass es sicher keine Niederlage war.

Vorweg mein einziger Kritikpunkt an der Organisation: Während die mediale Welle den ganzen Samstag und Sonntag über uns hinweg spühlte, kam von Seiten der Gegenöffentlichkeit viel zu wenig Gegendarstellung. Die Rede von Sellner beispielsweise war historisch und wurde von den Anwesenden so auch empfunden, man konnte sogar sehen wie die Einsatzhundertschaften um uns herum aufhorchten, das hätte man livestreamen müssen oder mindestens noch am gleichen Abend ins Netz stellen.

Zu den Ereignissen: Es war zu Beginn eine Abnutzungsschlacht, eine Probe der gegenseitigen Ausdauer, denn stundenlang bei über 30° in der prallen Sonne stehen schlaucht. Aber: Wir hatten ein Haus im Rücken mit Verpflegung, Schatten, Toiletten und Musik und haben die Abnutzungsschlacht folgerichtig auch gewonnen. Um 16Uhr waren von uns nach wie vor 300-400 Mitstreiter vor Ort, auf der Gegenseite 100, die Demonstration hätte nun problemlos stattfinden können, insofern war die Planung exzellent! Das die Einsatzleitung/Versammlungsbehörde derart einknicken würde, gerade in Sachsen-Anhalt, war meines Erachtens nach nicht vorhersehbar und insofern auch nicht zu verhindern.
Von 16Uhr bis 22Uhr war von der Gegenseite überhaupt nichts mehr zu spüren, bei uns wurde da überhaupt erst die volle Mannstärke erreicht.

Wer die Ereignisse nur durch die Medien nachvollziehen konnte, wird vermutlich Frustration und ein Gefühl der Niederlage empfinden, wir vor dem Haus haben das nicht und in den nächsten Tagen werden sicherlich noch viele Videos erscheinen die von Anzahl, Motivation und Durchhaltewillen unserer Leute Zeugnis geben.

Breckert
22. Juli 2019 12:57

Drei Sachen von mir praktisch denkendem Menschen dazu:

1.
Glückwunsch zu Eurem Mut! In dieser Situation der staatlich geförderten Repression überhaupt noch aktiv zu sein, überstiege meine persönliche Kraft. Ehrlich. Da möchte ich Euch ernsthaft danken. Auch wenn Ihr vielleicht nur den zweifelhaften Titel "...es waren damals nicht alle konform.." erreichen werdet.

2.
Die Polizisten stehen auf unserer Seite! Ganz eindeutig und ohne wenn und aber. Ich weiß das durch persönliche Kontakte. Alles, was Uniform trägt und sich deshalb mit Fremden und Linken herumschlagen muß, ist zwangsläufig mit einem größeren Realitätssinn ausgestattet als die Führung. Überstunden, körperliche Verletzungen, Beleidigungen, Autoritätsverlust und das "im Stich lassen" bei schwierigen Situationen durch die Vorgesetzten haben da die Wut auch auf die Politik wachsen lassen.
NUR: Im Zweifel ist ein Polizist erst einmal Polizist und gehorcht seinen Vorgesetzten. Polizisten sind keine Idealisten wie Ihr, sondern Beamte und haben Familien zu ernähren. Gebt Ihnen keinen Grund, sich zwischen unseren (und damit auch ihren) Interessen und den offiziellen Anweisungen entscheiden zu müssen.

3.
Ich vemisse hier ganz dringend die Grundsatzdiskussion (jetzt auch mal persönlich an Herrn Kubitschek!) darüber, wer die Urheber für die Veränderungen sind, die uns durch Merkel als Statthalter ja nur vermittelt werden und wohin diese führen sollen. Sollte es nämlich so sein, wie es z.B. im gelben Forum diskutiert wird http://www.dasgelbeforum.net/board_entry.php?id=493004 (und dieser Sicht des Threaderstellers schließe ich mich an) bohren wir nicht nur an der falschen Stelle, sondern erfüllen genau die Erwartungshaltung, die die Thinktanks sich für die Opposition in Deutschland ausgedacht hat und damit immer zwei Schritte voraus ist.
Dann ist es auch egal, ob man identitär aktiv ist, die AfD wählt oder sich alternativ eine Kugel in den Kopf schießt. Ohne die Hintermänner und deren genaue Ziele zu kennen, machen solche Aktionen wie die hier dann überhaupt keinen Sinn. Es wird mir auch hier viel zu viel herumphilosophiert, geahnt und gemunkelt. Wir brauchen mehr als Anschuldigungen. Wir brauchen Fakten.
Wir brauchen ein Recherchenetzwerk. Es muß(!) auch im linken Lager genügend Leute geben, denen die jetzige Entwicklung langsam unheimlich wird und die sich mit der Verknüpfung "Regierungsopposition=Nazi" nicht abfinden können. Ich selbst habe mich hier ja auch schon als Ex-Grüner geoutet, finde hier aber wirklich nichts, wo ich mich mit meiner teilkonservativen Einstellung praktisch einbringen könnte.

Dieter Rose
22. Juli 2019 13:07

@ deutscheridenditärer
so ist es. sollte ja auch kein Vorwurf sein. Man kann sich ja in bestimmte Kreise/Personen hineinversetzen. und wünscht denen, dass sie
gut zurechtkommen und vielleicht doch einmal zum Wohle des Landes agieren können. es geht ja auch im Hinterkopf um die Frage,
die wir ja auch schon mal (öfter) gestellt haben: "Wie konntet Ihr das zulassen?" und mein Gefühl ist, dass wir in der Veränderung unseres Systems zum Schlechten schon sehr weit fortgeschritten sind.

@stzrellrich
kann Ihre Argumentation gut nachvollziehen. auf der anderen Seite soll man das Beste aus den "Niederlagen" machen. dann sind es keine niederlagen. "In der Not wächst das Rettende." oder so ähnlich. etwas mithelfen an seinem Platz bringt vielleicht auch weiter.

Janno
22. Juli 2019 14:08

Ich habe mir ein paar Aufnahmen des Tages bei YT angeschaut.

Erstmal waren mir die meisten der dokumentierten Teilnehmer recht sympathisch, junge Menschen ohne martialisches Auftreten, keine Spur der Stirnacken-Hools, die zwar gut für Bambule (Hogesa in Köln), aber schlecht für die öffentliche Rezeption (Chemnitz) sind. Und der Sache vermutlich nicht dienlich, solange die Sezession und die Notwendigkeit einer eigenen Prätorianer-Garde nicht geben sind.

Es gibt für die Gegenseite vermutlich keine unangenehmeren Feinde als eine junge, zarte, blonde Frau, die in tiefstem Chemnitzer Idiom der Polizei ihren Unmut kundtut. Da wird auch der resoluteste Truppenführer kleinlaut.

Wie überhaupt die Frauen in ihrer Relevanz nicht zu unterschätzen sind. Einmal, weil physische Gewalt gegen diese viel weniger akzeptiert wird als gegen Männer, aber auch metapolitisch-tiefenpsychologisch, weil nur sie als jene, die dem Volk den Fortbestand garantieren können, auch deutlich machen müssen, dass sie es nicht sind, die als Gebärende des zukünftigen Mischvolkes zur Verfügung stehen. Denn ein Punkt wird in der ganzen Migrationspolitik bisher auch von unserer Seite sträflich vernachlässigt.

Ein Staat, der in ganzen Alterkohorten das Geschlechterverhältnis aufbricht, in dem er den deutschen Frauen ein Überangebot an (paarungswilligen) fremden Männern vor die Nase setzt, verrät nicht nur die autochthonen Männer, er zwingt auch die Frauen in eine Rolle, die dem Staat nicht zusteht und dem die Frauen ein lautes, entschiedenes Nein entgegenschleudern müssen. Beides, der Verrat an der eigenen männlichen Jugend, sowie die Verpfändung der deutschen Frauen durch diesen Staat müssen von uns immer wieder benannt werden.

Zum Schluss aber noch ein ziemlich dickes Haar in der Suppe. Bei dem erzwungenen Irrlauf durch den Baustellen-Tunnel am Hallenser Bahnhof konnte man auf dem Live-Stream einige fragwürdige Kommentare der Demoteilnehmer vernehmen. Auf eine am Rande der Baustelle stehende Gasflasche, auf dem Marsch durch den Tunnel wurde mit Buzz-Words wie "Gaskammer", "Konzentrationslager", "Wolfsschanze" und andere Begriffe aus dem NS-Narrativ reagiert. Mir ist bewußt, dass insbesondere in Mitteldeutschland bis heute gerne mit diesen Nazi-Allegorien provoziert und gespielt wird, dass der ein oder andere das für humoristische hält, wie das berühmte Internet-Meme von der Katze, die darauf dressiert wurde, bei den Worten "Heil, Hitler" die rechte Pfote zu heben. Mich kotzt das ehrlich gesagt nur noch an. Da sind junge Menschen, die sich Patrioten nennen und doch selbst mit ihren gerade 20 oder 30 Lenzen nicht umhin können, immer wieder in den braunen Haufen zu latschen, und wenn auch nur als fragwürdiges popkukturelles Banalisieren der Nazi-Verbrechen.

Hört auf damit und prüft eure Assoziationsketten.

Munin
22. Juli 2019 18:54

Am Ende zählt es, welchen Eindruck die Demo bzw. Veranstaltung hinterlassen hat!
Hierbei kann ich mich nur zum äußeren Eindruck melden.
Mehrere tausend linke Demonstranten, gedeckt und gesponsert von der herrschenden Obrigkeit, haben erfolgreich die Demo verhindert. Die Polizeiführung hatte durch ihre Zermürbungs- (Demo hinhalten), Kessel- (im Bahnhof festhalten) und Salamitaktik (kleine Gruppen ziehen lassen) viel dazu beigetragen, dass nichts aus einer sichtbaren starken Demonstration werden konnte.
Was blieb, waren Bilder von relativ wenigen Leuten, eingeschlossen von vielen Gegendemonstranten bzw. der Polizei, vor ihrem Zentrum ausharrend, Entschuldigung, feiernd.
Natürlich ist es leicht, gute Ratschläge im nach hinein zu verteilen, doch war das so ähnlich nicht absehbar? Schließlich gab es schon Beispiele (wie Chemnitz), die gezeigt haben, dass es schwer bis unmöglich wird, wenn die Herrschenden sich vorbereiten können. Es kann ja nicht das Ziel sein, sich als kleine Gruppe von „Verirrten“ zu präsentieren. Ziel einer Elite muss es sein, voran zu gehen, damit die anderen folgen können und nicht hilflos zu wirken, wenn die Polizei nicht mitspielt.
Wir werden in diesem Land kein Bein auf den Boden bekommen, wenn wir dermaßen unattraktiv auf die unentschiedene oder wartende Jugend wirken.
Ich meine damit nicht, durch den Gebrauch von Gewalt in die aufgestellte Falle zu laufen, sondern die vorhandene Intelligenz zu nutzen und sich auf mögliche Szenarien vorzubereiten.
Vielleicht ist es zurzeit dann auch besser, nicht die große Demo anzukündigen, die man dann doch nicht durchsetzen kann, sondern lieber gleich nur ein „Fest“ anzukündigen.
Für eine große Demo brauchen wir noch besondere Ereignisse, die die Menschen auf die Straße treiben. Kleine Demos, in der Form wie bei den Altrechten, können ja kein Vorbild sein, sonst sind wir in 30 Jahren auch nicht weiter.
Vielleicht täuscht mein Eindruck, aber vielleicht bin ich auch nur von meinen eigenen Erwartungen enttäuscht, die den Durchbruch ersehnen.

Monika
22. Juli 2019 19:31

Nein, noch wimmelt die Kommentarspalte nicht von „emeritierten Netzstrategen und Möchtegern-Napoleons“.
So sollte es wohl heißen: „emeritiert“. Und da stolpere ich über „eremitiert“. Und da Herr Wessels immer sehr ordentlich schreibt, überlege ich gar, ob er diesen Fehler mit Absicht eingestreut hat ?
Ja, von außen betrachtet sieht das nicht sehr schön aus, es ist deprimierend und schönzureden gibt es aus meiner Sicht auch nichts. Allerdings ist die Niederlage der einen Seite noch lange nicht der Sieg der anderen Seite. Spätestens nach der Lektüre von Friedrich Sieburgs „DIE LUST AM UNTERGANG“ (besprochen von Ellen Kositza) versteht man, warum der Deutsche „sich lieber mit einem Exoten verständigt als mit einem politischen Gegner eigenen Stammes“ . Darüber wird man zum Eremiten.
Eremitiert zieht der Einzelne aus diesem Halleschen Geschehen vielleicht wichtige Erkenntnisse.
Oder es kommt zu Konversionstherapien ?
Nice to meet you. Ein identitärer Junge becirct eine linkes Mädel... hat schon vor 30 Jahren geklappt:))

stzellrich
22. Juli 2019 19:42

"als einer jener "Jungen, die wir doch so dringend brauchen" und derjenigen die Samstag vor Ort waren kann ich Ihnen die freudige Mitteilung machen, dass es sicher keine Niederlage war."
Na, dann erklären Sie mir doch bitte, warum es "sicher keine Niederlage" war. Notitiam: Wir brauchen hier (!) keine Beschwörung. Sondern Analyse, klaren Blick und Mut.

Jedenfalls: Monatelang zu einer Demonstration mobilisieren, die letztlich nicht stattfindet und nicht mehr als 300 Leute, die überhaupt hätten teilnehmen wollen - wenn das ein Sieg ist, will ich unsere Niederlagen gar nicht kennen. Da kann man ja direkt auf den Dachboden gehen und sich das Lasso nehmen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich will nichts schlecht reden, bin kein Defätist. Aber ich habe in meiner aktiven Zeit viele kennengelernt, die über Niederlagen hinwegsehen, sie schönreden, sich an "sich selber aufgeilen".

Das waren meistens jene, die nach einiger Zeit wieder weg waren. Charakterlose ohne Substanz. Ihnen geht es nicht um die Sache, sondern um "Entertainment", was die Reflexion hemmt, freilich.

Niekisch
22. Juli 2019 20:28

Für uns Ältere, die den Antifa-Terror in den 60iger Jahren miterlebt und erlitten haben, ein bewegender Bericht.

Weiter so und immer schön ruhig und gelassen bleiben! Ein Lächeln ins Gesicht des Feindes bewirkt mehr als jeder Faustschlag.

Venator
22. Juli 2019 23:02

Eine Demo die nicht geklappt hat, im Nachhinein zum Erfolg erklären zu wollen, ist aber verdammt "alt-rechts". Man kann es drehen und wenden, wie man will, es gibt einfach nicht ansatzweise genug (neu)rechte, nationale Jugendliche.

Laurenz
23. Juli 2019 03:28

@Sandstein, werden Sie Wahlhelfer oder Wahlbeobachter.

Ralph
23. Juli 2019 06:51

Zu den Neurechts- und Altrechts-Vergleichen:
Diese unsauberen Vergleiche zwischen der vermeintlich neuen Rechten mit der vermeintlich alten Rechten hinken gewaltig. Es gibt nämlich nicht DIE homogene Rechte. Und so lässt sich in der neuen Rechten der gleiche Typus wie in der alten Rechten wiederfinden. Also der, der Niederlagen beschönigt und verfälscht. Und aber auch der, der diese realistisch analysiert. Als Christian Worch in Leipzig noch tausende Demonstranten auf der Straße versammeln konnte, betrieb er im Nachgang tagelange Auswertungen. U.a. zählte er die eigenen Leute bis auf den letzten Mann und veröffentlichte das Datenmaterial. Das war seine Auffassung von korrekter Berichterstattung.
Ansonsten kann man Stzellrich nur zustimmen: Gerade einmal 300 Leute mit so einer aufwendigen Kampagne zu mobilisieren ist kein Erfolg. Aufgrund einer Blockade und eines schikanösen Polizeieinsatzes nicht laufen zu können ist ebenso kein Erfolg. Das sind die Fakten, so wird das Wochenende vom Beobachter wahrgenommen.

Weserlotse
23. Juli 2019 07:54

Diese sich vorgenommene Demonstration hat leider nur eines gezeigt: daß es für unsereinen in diesem Staat faktisch kein Demonstrationsrecht mehr gibt. Wenn man das damit zeigen wollte, dann hat das sehr gut funktioniert. Anderenfalls muß daraus die Schlußfolgerung gezogen werden, daß dies keine geeignete Aktionsform mehr ist, sondern daß sie nur bewirkt, dem Feind, der es geschafft hat, mit einem zahlenmäßig überlegenen Mob die Straße zu beherrschen, berauscht von seinen Vernichtungs- und Auslöschungsphantasien einen billigen Triumph zu verschaffen.

Martin Heinrich
23. Juli 2019 10:14

300.
Viel zu wenig, um etwas auszurichten.
300.
Genug, um in die Geschichte einzugehen.
"Wanderer, kommst Du nach Sparta ..."

Frieda Helbig
23. Juli 2019 10:16

@ alle Kritiker der Wesselschen "Schönrederei":

Was sollen die Jungs und Mädels anders bzw besser machen? Sollen sie es gar sein lassen mit ihren Aktivitäten und Festen?

Die Lage ist so wie sie ist. Vielleicht sollten wir Älteren mal in uns gehen und uns fragen, warum wir es soweit kommen ließen?? Irgendwie haben wir es ja auch nicht hinbekommen, diesen Unsinn hier zu verhindern!!

Deswegen: wenige hundert sind mehr als gar keiner. Respekt an alle, die noch kämpfen!!

heinrichbrueck
23. Juli 2019 10:40

Es mag eine Perspektive geben, aus der heraus gesehen, dieses identitäre Fest kein Erfolg gewesen sein kann; aber muß unbedingt diese Sicht der Dinge, wenn die gegebenen Zeiten veranschlagt werden, die ausschlaggebende sein? In der Politik halte ich Idealismus für trübes Gewässer, bei einem Identitätsfest allerdings nicht, denn in diesem spiegelt sich eine Seelenhaltung einer richtigen Gemeinschaft. Und wenn nur hundert junge Deutsche versammelt gewesen wären, an der Richtigkeit gibt es keinen Zweifel. Und gerade deshalb schickt der Feind seine Truppen, damit ein deutsches Fest überhaupt nicht mehr gedacht werden kann. Wer seiner inneren Stimme vertraut, sieht in einen Spiegel des Eigenen, wird sie nicht zertrümmert oder vergewaltigt, der Analyse einen besseren Weg weisen kann; nicht angewiesen auf die konsumistisch verschleißenden Ablenkungsversuche eines selbstoptimierenden Demontagesystems, deren Ergebnis die Selbstzerstörung wäre. Halle, Chapeau!

Niekisch
23. Juli 2019 11:41

"Gerade einmal 300 Leute"

@Ralph 6:51: Nicht viel, aber wenn wir in den 50iger und 60iger Jahren nicht trotz ebenso bescheidener Zahl weitergemacht hätten, dann gäbe es heute nicht einmal diese 300. Denn ausgesät haben wir sog. Altrechten, die gar nicht so altmodisch- hausbacken waren, wie es heute zumeist unterstellt wird. Wir lasen noch Literatur aller Lager, sprachen mit Leuten aller Lager, bauten Ideen aller Lager in unser Wollen ein und waren uns völlig bewußt, daß ein Ankämpfen gegen einen mächtigen Zeitstrom nicht möglich ist, daß wir aber mit unserem kleinen Floß den großen Fluß wie auf dem Rücken des Tigers befahren, uns gleiten lassen können, bis sich Gelegenheiten ergeben, die sich ganz sicher auf der langen Fahrt hinter einer der nächsten Biegungen des Stromes zeigen.

Vorpreschende Reisende, die sich wagemutig vom Floß in das von fressgierigen Krokodilen wimmelnde Wasser stürzen, um sich gegen die Strudel von Geschichtslügen zu behaupten, sollten wir nicht verachten. Sie machen uns den Weg frei und verdienen sich die allergrößten Meriten.

Laurenz
23. Juli 2019 12:15

@Ralph ......

Herr Kubitschek & Mitstreiter nennen die Rechte deswegen ja auch Mosaik-Rechte. Vielleicht wäre der Terminus "Flickenteppich-Rechte" adäquater, weiß ich aber nicht. Es reicht weit bis in die Weimarer Zeit zurück.
Die jungen Leute einer womöglichen Neu-Rechten haben selbst die Absurdität einer rechten Existenz in den 90ern oder früher gar nicht erlebt.
Seinerzeit kam man als Rechter für den veröffentlichten Begriff "Imperium Americanum" noch wegen Anti-Amerikanismus' in den Verfassungsschutzbericht dieses oder jenes Bundeslandes. Heute tänzelt Herr Ganser mit dem Imperium Americanum von Vortrag zu Vortrag, und macht dies, gemeinsam mit Herrn Jebsen, Herrn Müller und Herrn Mausfeld zur Grundlage seiner Friedens-bewegten Robin-Hood- und Wilhelm-Tell-Existenz. Im Prinzip ist das eine nationalsozialistische Methodik der Volkshelden-Stilisierung. Ken und Daniele gegen das Neo-Habsburg mit seinen üblen Sheriffs.

Der existentielle Druck von Verfassungsschutz-Ämtern schien vor einer Generation so hoch gewesen zu sein, daß die extreme Pseudo-Rechte fast nur aus VS-Leuten bestand und die hatten auch das Geld (Staatsknete), ähnlich wie bei der Antifa.

Auch damals gab es rechte Intelligenz, aber ohne Welt-Netz war die öffentliche Artikulation schwierig. Der Staatsschutz hingegen selbst prägte das Bild vom blöden Neanderthal-Neo-Nazi indem er die Alkoholflutwelle auf die Skin-Head-Szene entfesselte, und damit dieses Bild bis heute in die Videos von Jasinna hinein prägte.
Historisch hatte es auch damit zu tun, daß es den Nationalsozialsten gelang, 3 Mio. ehemals linke Proleten und Schläger in der SA zu bändigen und der damaligen Schwulen-Szene, wie heute in der Bundesregierung oder Vatikan, dazu verhalf, dort zur Herrschaft zu gelangen, um sie dann zu kastrieren.

Im Grunde ist es jetzt nur eine hervorragend ausgeführte Projektion des linken Seins auf den historisch "konter-revolutionären" Erfolg der Nationalsozialisten. Das linke Prinzip, in allen historischen Fällen beruht auf dem Neuen Testament, das den materiellen Klassenkampf zum Pseudo-Thema macht und an dessen Ende das Paradies steht. Die Bolschewisten taten in der Antike, wie in der Neuzeit faktisch ja nichts anderes, als die Feudalisten zu töten und abzulösen. Jesus, Paulus, Augustinus, Marx, Lenin und Engels waren keine Intellektuellen, denn wie will man über "das nichts" in einen Diskurs kommen? Das heißt, Links-Intellektuelle existieren bis heute gar nicht. Um die Worte des jungen Atheismus-Protagonisten Philipp Möller zu benutzen, handelt es sich hier bei besagten Protagonisten um Besucher eines Rhetorik-Kurses, welcher den Feudalisten die Deutungshoheit abnehmen soll(te). Nur heute ist die Linke ja selbst, wie in der Sowjetunion, die feudale Kaste.

Was hier und heute den Unterschied ausmacht und was Sie, Ralph, nicht verstanden haben, ist, daß besagte "300 erfolglose Kampagnen-Betreiber" ein echtes Weltbild vor sich hertragen, welches sich vom beliebigen und unverbindlichen "nichts" mit Werten und Identität (das Wissen darum, wer man selbst ist, und was die anderen sind), vor allem medial, abhebt. Das ist so gefährlich, daß die feudale linke Kaste alles in Bewegung setzt, damit Martin Sellner & Gefolge nicht zu einem El Cid oder Giuseppe Garibaldi mutieren. Also, um mal bei linker Dialektik zu bleiben ..... wenn man den Aufwand der Reaktion gegen die Identitäre Revolution in Augenschein nimmt, ist der Erfolg doch gewaltig.
Sie, Ralph, hegen nur zu hohe Erwartungen an andere, ohne hinsichtlich dessen selbst etwas zu leisten.

Sandstein
23. Juli 2019 18:02

"@Sandstein, werden Sie Wahlhelfer oder Wahlbeobachter."

@Laurenz

ersteres war ich schon öfter, letzteres würde ich mir mit Ihnen teilen.

Haben Sie mich jetzt eigentlich auf den Kieker, oder wie soll ich Ihren "Beitrag" bewerten?

Ach Laurenz, kommen Sie zur Sommerakadamie (wenn Sie nicht zu alt sind), dann trinken wir ein Bier oder nicht und reden oder nicht und vielleicht haben Sie sogar Recht, oder: Sie ahnen es: eben nicht.

Oh man... SiN war doch schon viel weiter als alte Rechte gegen junge Rechte, oder?!

Solution
23. Juli 2019 18:11

Unter einem "Erfolg" verstehe ich auch etwas anderes, als ein "Fest". Geben wir doch zu, daß der Wind uns derzeit wieder ins Gesicht bläst und unsere Möglichkeiten schwinden. Da muß schon was ganz anderes passieren, damit wir wieder in die Offensive gehen können.

Daniel Fiss
24. Juli 2019 06:36

Nachdem Kollege Wessels zutreffend die allgemeine Stimmungslage beschrieben hat, haben wir hier auch für die "Netzstrategen und eremitierten Möchtegern-Napoleons" eine Chronologie des Tages aus Sicht der IB Versammlungsleitung zusammengefasst.

https://www.identitaere-bewegung.de/blog/20-juli-in-halle-stellungnahme-und-chronologie-des-tages/

Ralph
24. Juli 2019 10:09

Laurenz

Den Druck bekommen keineswegs nur die Identitäten zu spüren. Am gleichen Tag veranstaltete die Kleinstpartei DIE Rechte in Kassel ebenso eine Demonstration welche mit ähnlichen Schikanen zu kämpfen hatte. Wirklich gefährlich für den Staat war aber keiner der beiden Aufmärsche. Natürlich ist man bestrebt einen Mythos zu schaffen. Nur muss man hierbei halt aufpassen, dass es nicht peinlich wird. Zudem, werter Laurenz, kann man auch ein Weltbild vor sich hertragen und trotzdem strategische und taktische Erwägungen in seine politische Arbeitsweise einfließen lassen. Im konkreten Fall der IB hätte man auf einen Demonstrationsversuch verzichten sollen und es bei einem gut organisierten Straßenfest belassen sollen.

Laurenz
24. Juli 2019 12:08

@Sandstein ... nein natürlich nicht. Ich mag nur nicht immer dieses Endzeit-Gedönse lesen, egal, wer hier jetzt die Flinte ins Korn schmeißt. Das macht unsere Klima-Linke schon bis zum Erbrechen. Das wird auch kurzfristig Folgen haben. Wer will sich schon von einer feudalen Kaste dauernd Kuchen verschreiben lassen, wenn er denn kein Brot hat? Die kleinen politischen Aktivitäten sind eben oft wichtiger als die großen Lösungen, deswegen hatte ich das Amt im Falle einer Wahl erwähnt.
Verlassen Sie Sich darauf, ich habe rein gar nichts gegen Sie. Und ich trinke ausnahmsweise auch mal Bier, mit Ihnen und allen anderen gerne.

Ratwolf
24. Juli 2019 21:32

Schöner Artikel

Am meisten dürften sich Linke, Medien und politische Führung in Halle über die Disziplin geärgert haben.

KlausD.
25. Juli 2019 07:58

@Ralph 24. Juli 2019 10:09
"... auf einen Demonstrationsversuch verzichten sollen und es bei einem gut organisierten Straßenfest belassen ..."
Genau, guter Vorschlag, die Taktik ändern, so wie es die Gelbwesten neuerdings in Frankreich vorhaben: Sie wollen jetzt statt uneffektiver Demonstrationen Blockaden durchführen.
S.a. im folgenden Beitrag ab 9:30 bis 10:30
https://nuoviso.tv/home/markmobil/markmobil-aktuell-die-neue-strategie-der-gelbwesten/

Ralph
25. Juli 2019 09:28

An Klaus D.:

Die Taktik muss natürlich den hiesigen Gegebenheiten angepasst werden. Mit Blockaden, wie nun scheinbar von den Gelbwesten praktiziert, wird man hier, bei einer deutsch-österreichischen Mannstarke von 300 Personen, nichts reißen können. Man sollte sich z. B. auf die Schaffung von Hausprojekten konzentrieren. Zumindest dort, wo man, wie scheinbar in Halle (Flammberg) und Cottbus (Mühle), über ein quantitativ und qualitativ ansprechendes Personal verfügt. Gerade aktuell, wo man scheinbar nur eine begrenzte Personenzahl öffentlich mobilisieren kann, ist die Schaffung von Orten der Begegnung und des freien Austausch ein wichtiger Baustein innerhalb der oppositionellen Arbeit.

Ralph
25. Juli 2019 09:39

An Daniel F.:

Angesichts des gescheiterten Aufmarsches in Halle, sollte man derart überhebliche Äußerungen meiden. Zumal in diesem Kommentarstrang sehr konstruktive Hinweise gegeben werden. Weiterhin ist natürlich nicht erkennbar wer sich hinter den hiesigen Pseudonymen verbirgt; in dem einen oder anderen Fall also wohlmöglich mehr als nur "Netzstrategen und eremitierte Möchtegern-Napoleons".

Niekisch
25. Juli 2019 16:30

"Der existentielle Druck von Verfassungsschutz-Ämtern schien vor einer Generation so hoch gewesen zu sein, daß die extreme Pseudo-Rechte fast nur aus VS-Leuten bestand und die hatten auch das Geld (Staatsknete), ähnlich wie bei der Antifa.
Auch damals gab es rechte Intelligenz, aber ohne Welt-Netz war die öffentliche Artikulation schwierig."

@ Laurenz 23.7. 12:15: Ein paar Beispiele der persönlich erlebten Verfolgung in ihrer Absurdität habe ich hier ja schon geschildert, ich nenne noch ein Extrem: Mir wurde in den 70iger Jahren durch behördlich-städtische Verfügung schriftlich verboten, mit Menschen in der Öffentlichkeit zu sprechen. "Freihester Rechtsstaat aller Zeiten"? In meinem Keller lagert ein Zeitungsarchiv von 1965 bis heute, das Vorfälle ausweist, die sich von Angehörigen der moralingeschwängerten jungen "Neuen Rechten" sicher niemand vorstellen kann: Von Überfällen berittener Polizei in Demoteilnehmer, angezogenem Polizei-Knie in den Unterleib, Bewurf mit Pflastersteinen und Betonplatten, Schlägen und Schüssen, Wegreißen von Sicherheitsgittern durch Antifa - LKws mit Stahlketten, systematischem Vernichten bürgerlicher Existenzen durch Boykotthetze usw. Die politische Arbeit war zumindest genauso schwierig wenn nicht schwieriger als heute. Dennoch verfallen wir Älteren nicht in Häme gegenüber dieser heutigen Avantgarde, sondern unterstützen sie von ganzem Herzen, notfalls immer noch unter Einsatz unseres Restlebens, so wie wir auch früher dazu bereit waren. Aber nur dann, wenn das tödliche Feuer der gegenseitigen Verdächtigung endlich ausgetreten wird.

deutscheridentitaerer
25. Juli 2019 18:04

@Artikel

Kritik muss natürlich geübt werden, wo sie angebracht ist. Gleichzeitig ist die Frage, ob eine solche Veranstaltung wie in Halle ein Erfolg ist oder nicht, immer eins des daraus entstehenden Narrativs. Dieses Narrativ sollte man nicht ohne Weiteres sabotieren, indem man es öffentlich aus den eigenen Reihen heraus als Niederlage darstellt, gerade eben wenn man selber nicht dabei war, und also gar nicht weiß, ob es nicht zumindest ein "interner" Erfolg war.

@Niekisch

Ich bin als IBler/Neurechter verstehe nicht ganz, woher ihre Empfindung kommt, wir würden Sie und ihresgleichen mit Häme überziehen. Die Neue Rechte ist in ihren Traditionslinien ja nun so neu nicht, sie ist eben nicht Nationalsozialistisch, weswegen hier eine klare Distanzierung erfolgt.

Leute wie Sie, auch wenn ich nicht in allen Punkten Ihrer Meinung bin, aber wann ist man das schon, werden von uns sicherlich nicht verstoßen. Wenn ich mich recht erinnere, waren Sie ja sogar in der Gründungszeit der IB D dort aktiv. Ich jedenfalls lese Ihre Beiträge gerne und grundsötzlich mit Zustimmung, auch bin ich ehrlich schockiert über das Ausmaß an Repression, das Sie erfahren haben.

Laurenz
25. Juli 2019 20:57

@Niekisch .... als ich 1998 nach Hannover kam, lief an einem der ersten Wochenenden (samstags) dort in der Innenstadt eine Demo von 500 Jung-Nationalen ... "Wir marschieren für nationalen Widerstand" ... so wieder mit Fahnen rumhampelnd. 10.000 Linke waren da und lieferten sich mit der Polizei eine echte Straßenschlacht. Ich empfand es damals von allen Seiten wenig werbewirksam, den arbeitenden Bürgern den Einkauf am Samstag zu verwehren. Lokale Aktionen mit Medien-Effekt sind meines Erachtens zweckdienlicher. An der Lokalität meines Brauchtums-Vereins auf dem Lande, verirrten sich dauernd abgedunkelte Vans und Angler, die nicht angeln konnten, an unserem Anwesen. Vermutlich wartete man damals vergeblich darauf, daß wir nachts mit Stahlhelm bekleidet einen Königstiger aus der Scheune schoben. Der VS bestand auch seinerzeit nur aus Vollidioten, weil denen mehr als definierte Symbolik verfolgen, nichts einfiel. Auch heute noch werden schreibenden Aktivisten die Rechner beschlagnahmt, insofern hat sich wenig geändert. Anzunehmen ist, daß die VS-Ämter längst der Kontrolle der Parlamente entfleucht sind, wie der Fall Edathi zeigt. Weder damals, wie heute gab es eine Debatte, die wäre ja auch gefährlich, weil sich irgendeine, wie auch immer geartete echte Opposition artikulieren könnte. Denn nur darum geht es. Echte Opposition wird grundsätzlich rechts verortet, was über das Selbstverständnis der herrschenden Kaste alles aussagt. Von daher finde ich die Strategie Herrn Kubitscheks so spannend, den Diskurs auf eine anderen Ebene quasi zu erzwingen. Daß das Netz heute mehr Möglichkeiten bietet, als damals, ist einfach so. Trotz der Fascho-Maas'schen Netz-Gesetze läßt sich die Organisation von Aktionen nicht mehr verhindern. Und Dank Trump ist der Friedens-bewegte Anti-Amerikanismus sogar hoffähig geworden.

Laurenz
25. Juli 2019 22:33

@deutscheridentitaerer .... hier liegt doch der Hund begraben. Als ob die Rechte vor 30 Jahren dem Nationalsozialismus anhing, das ist Quatsch. Wie schon beschrieben, das Bild des nicht-menschlichen Neo-Nazis war inszeniert. Wir wußten damals auch schon, daß die Beschäftigung mit einem gescheiterten politischen Model sinnentleert bleibt. Das einzige, was man aus der Historie ziehen kann, ist die Erkenntnis, wie es nicht funktioniert.

Niekisch
26. Juli 2019 16:14

@ deutscheridentitaerer 25.7. 18:04: Gerne beruhige ich Sie. Meine Sympathie für die Identitären ist nach wie vor ungebrochen und ich bewundere ihren Ideenreichtum, ihre überlegene Ruhe und Standhaftigkeit. Das einzige, was mich von Anfang an gestört hat und auch jetzt noch verwundert, das ist die Verehrung Stauffenbergs sowie die konsequente Verweigerung, gute Seiten des NS wahrzunehmen, als Signum der eigenen Vorfahren zu erkennen und als Ideenreservoir für das eigene Wollen zu nutzen.

@ Laurenz 25.7. 20:57 u. 22:33: Selbst der große Aufmarsch 1970 im Rahmen der "Aktion Widerstand" gegen die Ostverträge mit 15000 Teilnehmer verpuffte nahezu wirkungslos, weil wir durch nahezu menschenleere Straßen Bonns geleitet wurden und dann am "Pützchens- Markt" stundenlang bei eisiger Kälte eingekesselt, sozusagen gefangengenommen wurden und dann durch Polizeireiterstaffeln in den Stacheldraht des Pferdepferches um uns herum gejagt wurden, wobei eine alte Frau vor meinen Augen niedergeritten und schwer verletzt wurde. Die damaligen Organisationen haben es nie verstanden, metapolitisch zu arbeiten und dabei kreative Aktionen zu starten. Vielleicht wäre auch das vergeblich gewesen, weil es kein Netz gab, über das Vernetzung und Außenwirkung möglich sind.

Ernsthaft politisch Tätige waren auch damals keine dümmlichen Apologeten des NS, sie waren an dieser Zeit nur näher dran, um nicht jeden offiziös verkündeten Quatsch für bare Münze zu nehmen.

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