30. Juli 2019

Grenzen der Machbarkeit (1) – Zurück in die Fläche

Jonas Schick / 47 Kommentare

In den Klima- und Energiedebatten des Jahres 2019 werden korrekte Annahmen mit Mythen kombiniert. Das zeigen wir in dieser online-Serie.

Rund 4.000 Milliarden Euro – diese immense Summe würde Deutschland das Erreichen einer Reduktion der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis zum Jahr 2030, das bis 2050 konstant gehalten wird, im Vergleich zur Emission im Jahr 1990 laut einer Studie im Auftrag der Bundesregierung kosten, die von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldinia, die Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften vorgelegt wurde.

Legt man die Meßlatte auf 85 Prozent Reduktion bis 2050, was nahe an den im Energiekonzept 2010 der Bundesregierung formulierten 80 Prozent für diesen Zeitpunkt liegt, so stiegen die Kosten um 50 Prozent respektive 2 Billionen Euro. Die Wissenschaftler rechnen hierbei mit den kumulierten systemischen Gesamtkosten:

Darunter fallen alle Kostenanteile, die für den Erhalt beziehungsweise Umbau und Betrieb des Energiesystems im Zeitraum von heute bis 2050 notwendig sind: Investitionen in Neuanlagen und Ersatz von Altanlagen, Finanzierungskosten für Investitionen, Kosten für fossile und biogene Energieträger und sonstige Betriebs- und Wartungskosten für alle Anlagen. Einbezogen sind auch Kosten für wichtige Effizienzmaßnahmen wie insbesondere die energetische Sanierung von Gebäuden.

Dabei muß beachtet werden, daß in dieser Zahl noch keine externen Kosten miteingerechnet sind – das sind Kosten, die nicht direkt im Preis, den der Endkunde für Energie bezahlt, enthalten sind, die aber für die Gesellschaft dennoch anfallen (z.B. Industrialisierung des Landschaftsbildes durch Windräder).

Die Projektion der Kosten macht nachdrücklich deutlich: Deutschland vollzieht einen wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Kraftakt, um sein System der Energieerzeugung vollständig umzukrempeln – von der Zentralität zur Dezentralität.

Doch wofür und weswegen eigentlich? Die Antwort ist simpel und gleichzeitig hochkomplex: Durch die Energiewende wird versucht, die negativen (Umwelt-)Effekte des marktwirtschaftlichen Liberalismus abzudämpfen, indem man alle Anstrengung darauf konzentriert, Energiekreisläufe bestmöglich zu schließen.

Ein Aspekt dieser Schließung ist die Substitution der aktuellen fossilen Energieträger durch erneuerbare. Die Abhängigkeit von endlichen, fossilen Ressourcen soll auf ein Minimum reduziert werden, ohne daß auf die Annehmlichkeiten der liberalen Überflußgesellschaft verzichtet werden müßte – so zumindest der Plan der Bundesregierung. Der Grund für das Verfolgen dieser Strategie ist auf mehrere Negativfaktoren zurückzuführen, die mit der Nutzung der Schmierstoffe der Moderne verbunden sind.

  1. Die fossilen Ressourcen, auf denen aktuell unser kapitalistisches Wirtschaftssystem und daran angeschlossen unser gesamtes bürgerliches Gesellschaftssystem fußt, sind nur in begrenzten Mengen verfügbar. Diese Knappheit unterliegt zudem regionalen Divergenzen – während manche Staaten zu früheren Zeitpunkten über keine eigenen fossilen Rohstoffquellen mehr verfügen werden können oder dies schon immer nur in begrenzte Umfang konnten (siehe Japan), wird es anderen Staaten möglich sein, länger aus dem Vollen zu schöpfen.
  2. Der Abbau und die Nutzung von fossilen Ressourcen zieht negative Umweltauswirkungen nach sich. Landschaftszerstörung (siehe Braunkohleabbau), radioaktive Strahlung sowie Grundwasser- und Luftverschmutzung sind Beispiele für die Folgen der exorbitanten Energieaufwendung der letzten beiden Jahrhunderte.
  3. Das Verbrennen fossiler Ressourcen erzeugt CO2-Emissionen, die mit dem menschengemachten Klimawandel in Verbindung gebracht werden (die Kontroverse, inwieweit die steigende Durchschnittstemperatur der letzten Jahrzehnte auf den Menschen oder „natürliche“ Einflüsse zurückzuführen ist, soll hier nicht zur Debatte stehen). In der öffentlichen Diskussion dominiert speziell der Klimaaspekt; jedoch ist eine Reduktion der Energiewende auf den Parameter der Emissionseinsparung zu kurz gegriffen (siehe Punkte 1 und 2).

Um zu verstehen, in welchem tiefgreifenden Systemwandel sich das deutsche Energieregime befindet und welche Friktionen und Kontradiktionen das hervorruft, bedarf es eines konzisen historischen Blicks auf die Energiegewinnung in Europa vor und nach der Industrialisierung.

Denn ehe es zum großen technischen und energetischen Sprung der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kam, bezogen die europäischen Kulturen ihre benötigten Energien aus dem agrarischen Solarenergiesystem. Thomas Hoof beschreibt dieses System in seinem Artikel „Nachhaltigkeit als frommer Wunsch mit Vorbehalt“ für die 56. Sezession (»Heimatboden«) wie folgt:

Solarenergie wurde mittelbar genutzt über ein agrikulturelles Arrangement der photosynthetischen Leistungen der Biomasse, über die solar bewirkte Wettermechanik mit ihren Winden, Niederschlägen, Wellen und Strömungen, in die sich intelligente Artefakte (Mühlen-, Segel- und Fördertechniken) sowie listige Nutzungen der Schwerkraft in einfachen Maschinen (Schiefe Ebene, Flaschenzüge, Wellrad, Keil und Kurbel) einklinkten.

Demzufolge stellte die Flora die einzigen Energiespeicher; die Ressource Holz respektive „Wald“ bremste jedwede Wachstumsbemühung aus, die über die natürliche Regenerationsfähigkeit des Rohstoffs hinausging. „Nachhaltigkeit“ war in diesem direkten Rückkopplungszusammenhang ein unüberwindbares Prinzip, insofern als daß seine Mißachtung die folgende Generation unweigerlich in ihrem Wirken einschränkte. Die Grenzen der Machbarkeit wurden unmittelbar durch die verfügbaren „Ökosystemdienstleistungen“ bestimmt.

Mit der Nutzbarmachung der Kohle, gelang das Sprengen dieser organischen Ketten. In ihr waren Energiemengen gespeichert, die alle vorher genutzten Rohstoffe bei weitem übertrafen. Über Jahrmillionen konzentrierter Energie lagen in dem schwarzen Sedimentgestein, und die aus ihrer Nutzung entstehenden Infrastrukturen sollten diese Konzentration widerspiegeln. Die Fläche verlor an Bedeutung, die Energiegewinnung wurde zentralisiert.

Einzelne Großkraftwerke stillten den Elektrizitätshunger in ihrer näheren Umgebung. Grundlast, Mittellast, Spitzenlast – ein genau abgestimmtes Erzeugungsregime aus verschiedenen fossilen Energieträgern liefert die Ware entsprechend der Nachfrage. Wirtschaft und Gesellschaft ließen sich bereitwillig an die Leitung legen.

Mit dem exorbitant angehobenen Energieniveau überschlug sich der technische Fortschritt. Dieser machte es immer wieder möglich, die negativen Auswirkungen des neuen Energieregimes abzumildern und seine Fragilität soweit zu stabilisieren, daß es nicht auseinanderbrach. Anders als die restlichen Lebewesen auf der Erde, ist der Mensch als Kulturwesen immer wieder dazu in der Lage, die durch seine Manipulation der Umwelt entstanden negativen Rückkopplungseffekte, durch weitere, ausgefeiltere technische Manipulation abzudämpfen oder hinauszuzögern.

Seit der Industrialisierung sind die europäischen Gesellschaften in einer ständigen Anhäufung von Komplexität gefangen, um die eingangs hergestellte Instabilität zu bereinigen. Es werden quasi neue Probleme aus vermeintlichen Problemlösungen geschaffen.

Die aktuellste Form dieser Flucht nach vorne manifestiert sich in der Energiewende. Überall sprießen kleine Kraftwerke (Windräder, Photovoltaikanlagen) ins Stromnetz; das Elektrizitätsversorgungsystem wird hochkomplex. Zentrale Strukturen stehen in Dissonanz zu dezentralen Erzeugungseinheiten, die außerdem nicht steuerbar je nach Wetterlage Energie einspeisen.

Die Dezentralität der Energiewende bedeutet in letzter Konsequenz den Schritt zurück in die Fläche bzw. die erneute Energiegewinnung aus dem solarenergetischen Regime mit den technischen Hilfsmitteln des fossilen Energiezeitalters. Aber trotz des unbestreitbaren technologischen Fortschritts im Sektor solarer Energiegewinnung heißt das zwangsweise Begrenzung des Energieverbrauchs, da aus der Fläche das aktuelle Energieniveau nicht bereitgestellt werden kann, und höchstwahrscheinlich qua der volatilen Erzeugung auch die Absage an das für den marktwirtschaftlichen Liberalismus überlebenswichtige Gut der Versorgungssicherheit – Elektrizität besitzt nur dann einen Marktwert, wenn sie ständig verfügbar ist.

Die Energiewende wirft in ihrer derzeitigen Zielsetzung also ein Paradoxon auf: Dieses besteht darin, daß das bundesrepublikanische Establishment wirtschaftliches Wachstum bei zeitgleich radikalem Verzicht anstrebt. Führt man sich das „Energiekonzept 2010“ der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung zu Gemüte, das in seinen Grundpfeilern bis heute Bestand hat, so findet man die „Schlüsselfrage Effizienz“ unter dem Buchstaben B an zweiter, prominenter Stelle.

Das momentane Ziel ist es, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent zu senken und bis 2050 zu halbieren. Wirtschaftliches Wachstum zieht aber zwangsläufig Ressourcenverbrauch und fast immer Umweltfolgen nach sich. Sichtbar wird das anhand des Aspekts „CO2-Emission“.

Engt man die Sicht nämlich wieder auf den Klimaaspekt der Energiewende ein, ist zu konstatieren, daß der komplette monetäre, materielle und energetische Aufwand zur Substitution fossiler Energien, der seit 2011 forciert betrieben wird, „nur“ dazu ausgereicht hat, die CO2-Emissionen relativ konstant zu halten. Von den eingangs erwähnten 80 Prozent CO2-Einsparungen im Vergleich zu den Emissionen von 1990 ist man meilenweit entfernt.

Auf den ersten Blick mag das angesichts der in der Landschaft sichtbaren Zeugnisse aus Stahl verwirren, setzt man das ganze aber in Relation zu dem über die letzten 9 Jahre erfolgten Wirtschaftswachstum, wird klar, daß das Mammutprojekt „Energiewende“ lediglich die durch das Wachstum zusätzlich erzeugten Emissionen vermeiden konnte. Ferner darf in diesem Kontext nicht außer acht gelassen werden, daß die Energiewende bis heute vielmehr eine Stromwende geblieben ist. Die Sektoren „Verkehr“ und „Wärme“ existieren weitgehend unberührt von der Expansion der Erneuerbaren.

Das bundesrepublikanische Großprojekt „Energiewende“ mit dem Beweggrund, sich ein wiederholtes Mal per technischer Machbarkeit aus der Verantwortung für die angehäuften und aufgeschobenen ökologischen Rechnungen und der zeitlichen Begrenzung der Ressourcengrundlage des liberalen Systems zu stehlen, mutiert ironischerweise zur Selbstinfragestellung und Beweisführung gegen die dauerhafte Stabilität der eigenen Existenz.

Für den marktwirtschaftlichen Liberalismus steht alles auf dem Spiel, denn neben der wirtschaftlichen Transformation stieß die Nutzung fossiler Energien einen „sozialen Metabolismus“ an, der das Fundament für die „offene“ Gesellschaft und die grenzenlose „Freiheit“ des Individuums legte. Ein endgültiger Schritt zurück in die Fläche bedeutete auch für das gesellschaftliche Leben ein Zurück an die Kette. Letztlich stehen die #FridaysforFuture-Demonstranten vor dem unauflösbaren Widerspruch, daß die konsequente Umsetzung ihrer Forderung zeitgleich das Ende ihrer Gesellschaftsvorstellungen und angestrebten Lebenswelten nach sich zöge.

Feststeht, die Energiewende kann nur funktionieren, wenn ein Maßhalten auf allen Ebenen Einzug hält – sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich. Als unbedenklicher Freifahrtschein für Wachstum und individualistischen Exzeß ist sie zum Scheitern verurteilt. Dementsprechend ist sie keineswegs das Symbol für ein erfolgreiches Fortbestehen des liberalen Systems als das sie landläufig gehandelt wird, sie markiert vielmehr die Renaissance der organischen Ökonomie des vor-industriellen Zeitalters und damit das Ende der Moderne.

In der Energiewende manifestieren sich die Grenzen der Machbarkeit.



Kommentare (47)

zeitschnur
30. Juli 2019 09:18

Wenn man bedenkt, dass das Klimathema ja nicht auf ein Land begrenzt gedacht wird und werden kann, bläst sich Deutschland derzeit auf wie eine balzende Kröte mit seinen zweikommairgendwas Prozent Anteil an weltweitem CO2-Ausstoß. Es hat groteske Züge, um nicht zu sagen, es wirkt wie ein Wahn, ist eines der vielen historischen Wahnszenarien, wenn das deutsche Grünhemd nun meint, durch SEINE Reduktion der zweikommaihrwisstschon würde die Welt gerettet. Deutschland im messianischen Rausch. Denn jeder weiß, dass die volkreichsten Länder der Welt wie Indien gerade munter ihre CO2-Ausstöße erhöhen. Wie auch anders - da gibt es keine Fläche mehr, um dieses Land "nachhaltig" zum Wohlstand zu führen. Ohne Kohle kein Überleben, es sei denn, es gibt wirklich „freie Energie“, oder man baut eben mehr Atomkraftwerke wie die Chinesen und viele andere. Für jede deutsche Selbstkasteiung genehmigen sich dafür andere Länder zeitgleich gleich den doppelten Schluck aus dem Humpen... Und recht haben sie: wieso sollte man sich von dieser großmäuligen Bande aus Mitteleuropa, die sich von ein paar gekauften Gören aus Elitenfamilien anführen lässt, auch gängeln lassen, UNO hin oder her?

Mich befällt angesichts der Zustände in diesem Land allmählich echtes Grausen. Das ist gruselig und findet in der Verfassung unserer Kanzlerin auch einen zunehmend gruseligen Ausdruck. Nun will sie auch noch einen Burggraben um den Reichtag bauen. Die Damen und Herren in der Elite fühlen sich inzwischen in dem von ihnen geschaffenen Wahnland nicht mehr sicher vor der Vernunft.

Mir fallen jedenfalls angesichts dieser Kostenvoranschläge und ihrer Potenzen nur die Gedichte eines gewissen schizophrenen Dichters ein, dessen Werke in der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg archiviert sind: er baut ein ganzes Universum aus Zahlengebilden, nicht unähnlich übrigens der neuzeitlichen Kosmologie. Vielleicht gibt es demnächst ja auch Raumfahrten ins Universum des Klimaneutralitätsaufwandes. Denn der Euro ist keine flache und harte Münze, wie man einst glaubte, sondern hat die vollkommene Form einer Kugel, und da draußen im Wahnall kreisen sie umeinander, die Eurokügelchen, beliebig vermehrbar wie der Dollar, alles, alles kann man damit kaufen, auch den vollständigen Umbau hin zur Klimaneutralität.
Aber Spaß beiseite: es wird vollends gruselig, denn es stört in diesem Szenario ja vor allem der Mensch, dieser notorische CO2-Produzent. Er muss weg, er muss reduziert werden, und wir wissen hier alle, dass genau diese Gedanken ja offen und ungeschminkt ausgesprochen werden und gewisse Frauen, Wahnträgerinnen par excellence, Kinderlosigkeit zur nachhaltigsten Tat ausrufen, um das Klima zu retten. Uns ist hoffentlich klar, wo dieser Wahn enden wird. Denn bei Kinderlosigkeit wirds kaum bleiben.
Warum will der Autor die Grundfrage nicht stellen, ob der ganze Irrsinn überhaupt nicht schon auf Irrsinn gegründet ist?

Werner
30. Juli 2019 09:28

Sehr interessant! Die Forderung nach Abkehr von Konsum und Zwang zu ständigem Wachstum wurde früher mal von den Grünen vertreten. Damals wurde das von der damals eher rechts stehenden CDU mit der Aussage, die Grünen wollten eine Rückkehr in die Steinzeit als Irrsinnig abgetan.

t.gygax
30. Juli 2019 09:55

@zeitschnur
"wo dieser Wahn enden wird"
Shakespeare: " ist es Wahnsinn, hat es doch Methode"

Der ganze Klimaschwachsinn ist eine unter anderen Methoden, uns abzuschaffen. So einfach ist das.

Und es tröstet nicht, dass die ganze Welt ( fragen Sie mal in Polen oder Frankreich, von außereuropäischen Ländern will ich gar nicht reden) nach "Greta" und dem " Klimawandel". Die halten uns alle für total verrückt ( da hat der alte Atomkraftgegner Holger Strohm im Compact Interview mit Elsässer absolut recht) und das stimmt leider. Nichts weiter als eine Neuauflage des " am deutschen Wesen soll die Welt genesen" in veränderter Form. Was mich aber wirklich beunruhigt: die anderen sehen das als typisch deutsche Überheblichkeit und schulmeisterliche Arroganz, und hassen uns deswegen noch mehr als vorher.....aber das wird ja wohl von den Herrschenden bei uns gewollt vorangetrieben, denn die setzen sich im Ernstfall ab. Der Rest muss bezahlen, und das wird teuer.

limes
30. Juli 2019 11:40

Nicht nur in der Energiewende manifestieren sich die Grenzen der Machbarkeit, sondern auch in der parallel verlaufenden Wende der „Bevölkerungszusammensetzung“ - und sicher bald auch in der „geldpolitischen Wende“ der Negativzinsen. Egal, welche dieser destruktiven oder auch nur experimentellen Wenden zuerst zu einem Kollaps führt: Es wird eine Kettenreaktion geben, bei der uns alles um die Ohren fliegt.

Wenn nicht rechtzeitig eine massive politische Wende einsetzt.

Laurenz
30. Juli 2019 11:43

1. Hier wird die Frage der geo-strategischen Aspekte der Politik ausgelassen. Japan sah sich 1941 einem Öl-Embargo durch die USA und Britannien ausgesetzt, was den inner-asiatischen Konflikt zu einem pazifischen Weltkrieg ausufern ließ, was wohl im Sinne der Provokateure lag. Aktuell wird das Gegenteil gemacht, Sanktionen hindern den Iran daran, sein Öl zu verkaufen, was wiederum dazu führen soll, den Ölpreis hochzutreiben, und Fracking in die Gewinnzone zu bringen. Und um das durchzusetzen, will man sogar eine Flotte in die Straße von Hormus schicken.

Politische Befindlichkeiten und Fragen der Souveränität stellen also ein viel wahrscheinlicheres Risiko einer Energie-Knappheit in den Vordergrund als ein natürliches Versiegen von Rohstoffen, gut erkennbar an der aktuellen NorthStream2-Debatte, in der selbst unsere "Freunde" die politische Erpressbarkeit und Tributpflicht Deutschlands hochhalten wollen.

Die US Army ist nach wie vor der größte Einzelverbraucher an Erdöl. Das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern (außer wir marschieren in die USA ein), Wasserstoff getriebene Flugzeuge brauchen um etwa 1/3 größere Tanks bei gleicher Leistung. Wenn die US Amerikaner eine Öl-Knappheit befürchten würden, würden sie eine globale Vorkaufs-Option implementieren. Stattdessen wollen sie aber Öl und Gas verkaufen. 

Um das mal ins richtige Verhältnis zu setzen. Gemessen am aktuellen Energie-Verbrauch Deutschlands, würden dessen Kohlevorräte noch weit über 1.000 Jahre ausreichen, einschließlich des Sprit-Bedarfs an hydrierter Kohle.

Im Kriegsfall kann man Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke in den Keller verlegen, Wind- und Solar-Kraft nicht.

Mit der geplanten Energiewende können wir uns gleich ergeben, wenn Liechtenstein bei uns einmarschiert.

2. Natürlich treten unangenehme Effekte beim Rohstoff-Abbau auf, aber die Industrialisierung hat, immer mit anfänglichen Nebenwirkungen, dazu geführt, daß die Lebenserwartung bis heute stieg. Auch Rohstoffe für die Akkuherstellung machen in der Zerstörung von Umwelt keine Ausnahme. Die Seßhaftwerdung führte anfangs zu einer Verringerung der Lebenserwartung, was dann aber später mehr als kompensiert werden konnte.

3. Wäre dem so, daß eine Abhängigkeit vom CO2-Gehalt der Luft zur Wärmeentwicklung auf dem Planeten bestehen würde, wäre das ja viel mehr ein Argument um erst recht fossile Brennstoffe zu verballern. Der aktuelle Klimawandel bringt im Schnitt mehr Vor- als Nachteile. Gerade die Heizkosten können eminent reduziert werden. 
https://youtu.be/VcoKJI5wCQg

Von daher ist die Idiots-for-Sphincter-Jugendbewegung irrational, sollte man eher als geschäftstüchtige Religion ansehen. Manche glauben auch an teure Vorwerk-Staubsauger.

Zitat - „Nachhaltigkeit“ war in diesem direkten Rückkopplungszusammenhang ein unüberwindbares Prinzip" -Zitatende.

Die Segelschiffahrt wurde nach tausenden von Jahren erst 1957 nach dem Untergang des Salpeter-Frachters "Pamir" endgültig eingestellt. Nur eine nennenswerte Reederei beschäftigt sich aktuell mit einer theoretischen Planung einer modernen Nutzung von Windkraft auf den weltweiten Transportrouten.

Die Russen planen den Bau von 15 schwimmenden Kernkraftwerken, von denen eines bisher fertiggestellt wurde, um die Energieversorgung für den Rohstoffabbau im zukünftig eisfreien Nordpolar-Meer sichern zu können. Auch die Kanadier rüsten massiv ihre Polarmeer-Flotte auf, um den Russen etwas entgegen zu stellen. Vielleicht können wir ja dann auch mit der wiederauferstandenen Gorch Fock mitmischen.

Zitat - "Überall sprießen kleine Kraftwerke (Windräder, Photovoltaikanlagen) ins Stromnetz;" -Zitatende

"Überall" ist etwas wenig, denn es bedeutet, nur bei uns. Und da Deutschland das zentrale Land Europas ist, sieht es bei der Bereitstellung der Infrastruktur für den trans-europäischen Güterverkehr mau aus. Vor allem in Anbetracht dessen, daß über viele Jahrzehnte Bundesregierungen aller ehemaliger Couleur eine verfehlte Verkehrs-Politik betrieben, in bolschewistischer Manier den Personenverkehr sozialisierten und den Güterverkehr immer weiter individualisierten. Ja, wie soll denn das dann zukünftig laufen? Völlig aussichtslos, eher marschieren unsere Nachbarn wieder bei uns ein, wenn hier nichts mehr geht, um eine Ordnung wiederherzustellen.

Zitat- Elektrizität besitzt nur dann einen Marktwert, wenn sie ständig verfügbar ist. -Zitatende

Ja klar, im Kapitalmarkt nennt man das Liquidität.

Zitat- Dieses Paradoxon besteht darin, daß das bundesrepublikanische Establishment wirtschaftliches Wachstum bei zeitgleich radikalem Verzicht anstrebt. -Zitatende

Ja klar, aber das führt natürlich zu einem Ende der Investitionen um konservative Energieverbraucher weiter im Verbrauch zu optimieren. Und der radikale Verzicht ist immer nur der Verzicht der anderen.

Verfälschtes Zitat -Letztlich stehen die #Idiots-for-Sphincter-Demonstranten vor dem unauflösbaren Widerspruch, daß die konsequente Umsetzung ihrer Forderung zeitgleich das Ende ihrer Gesellschaftsvorstellungen und angestrebten Lebenswelten nach sich zöge. -verfälschtes Zitatende

"Mama, Papa, wo sind mein Handy, Fernseher, PlayStation.....?

Liebes Kind, beim Pfandleiher -um Nebenkosten, Strom, Diesel, Benzin, zu bezahlen - dafür warst Du doch demonstrieren."

Der Gehenkte
30. Juli 2019 12:26

@ Der_Jürgen

Sie hatten seinerzeit recht, ich sehe das jetzt ein. Wollte gerade ein paar Gedanken zu diesem Artikel loswerden, aber da ist der Strang schon wieder zugemüllt - und mir alle Lust vergangen.

Bleiben Sir dran, an dem Thema, Herr Schick - das sind wichtige Überlegungen und sie gehen in die richtige Richtung. Vielleicht schlagen Sie noch mal bei Bahro nach - steht in Schnellroda links hinten im Regal -, das könnte einige Arbeit ersparen.

RMH
30. Juli 2019 12:27

Der Artikel stellt leider wieder einmal die Lage der Dinge aus einer Art deutscher Nabelschau dar - die gerade bei diesem Thema komplett abwegig ist. So wird schon der Strom an und für sich schon lange nicht mehr nur in Deutschland produziert und gehandelt. Das "Klima" wird auch global betrachtet.

Zum Thema "liberales System", was ja offenbar einmal wieder zu einer Art von Buhmann erklärt werden soll, folgendes:

Die Stromerzeugung einschließlich Netz und allem, was zur Stromversorgung dazugehört, war einmal - bis evtl. ein paar kleinere Wassermüller etc. - als Daseinsvorsorge zu weiten Teilen in öffentlicher Hand (wie "liberal"). Dann meinte man, "liberal" sein zu müssen und das Ganze zu "privatisieren". Ergebnis war ein eher kleines Oligopol mit starken Kartell-Neigungen (da kannte sich jeder) und weiterhin vorhandenen öffentlichen Anteilsinhabern (insgesamt: wie "liberal" ... ).

Dann kam man zur Auffassung, man müsse jetzt viele kleine Stromerzeuger via Solar und Windkraft regional aufstellen - natürlich geht das nur mit massiven öffentlichen Subventionen (auch hier: wahnsinnig "liberal"). Dann muss wegen der ungleichen Verteilung von vor allem der Windkraft das Netz über den Steuerzahler entsprechend ausgebaut werden - ebenso, sehr "liberal". Dazu müssen u.a. über staatliche Eingriffe die Leute zur Duldung entsprechender Stromautobahnen von Nord nach Süd gezwungen werden (auch wieder: sehr "liberal") - die Deutschen gehören schließlich zu jener Sorte Mensch, die Klimaschutz und Ökostrom fordern, aber Stromtrassen einige km am eigenen Dorf vorbei, dass geht dann auf einmal auch wieder gleich gar nicht (ewige Floriansjünger eben).

Schlussendlich kauft man über das europäische Stromnetz dann den Atomstrom und anderen Strom aus Großkraftwerken bei den Nachbarn und anderen Ländern ein, denen die deutschen Befindlichkeiten dazu rein am ... vorbei gehen. Das wiederum ist "liberal". Ganz illiberal meint man dann aber, bei gutem Wetter erzeugte Stromüberproduktion (ja, die gibt es bereits!) diesen Nachbarn dann ins Netz drücken zu müssen (fragt mal bspw. bei den Polen nach).

Die größten "Klima-Schädlinge" wie China, Indien etc. setzen derweil weiterhin auf einen Energie-Erzeugungsmix, bei dem Großkraftwerke in Form von Atomkraftwerken selbstverständlich dazu gehören (aber auch Solar- und Windkraft, dass darf man nicht unterschlagen). Die Atomkraft wird in diesen Ländern für diesen Energiemix stark ausgebaut werden, denn auch diese Länder wollen ihren Kohleverbrauch senken (und das tun sie sogar ohne das "Vorbild" Deutschland und völlig unabhängig davon).

Im Industrieland Deutschland hingegen wird den Leuten verkauft, dass die Deutschen alleine die Welt retten können bzw. zumindest als gutes Beispiel voran gehen MÜSSEN und vor allem dafür BEZAHLEN müssen. Immerhin ist man jetzt so ehrlich, und umschreibt die Mehrkosten dafür nicht mehr mit "1 Kugel Eis im Monat" (Trittin dixit).

Zusammengefasst: Der Artikel liegt dann doch etwas abseitig zur aktuellen Faktenlage und berücksichtigt insbesondere nicht, dass Deutschland eben nicht mehr in seiner Einwohnerzahl schrumpft - ein Migrations-Stopp hätte hier, aus rein deutscher Sicht, wiederum ökologisch gesehen durchaus Vorteile.

"Feststeht, die Energiewende kann nur funktionieren, wenn ein Maßhalten auf allen Ebenen Einzug hält – sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich. Als unbedenklicher Freifahrtschein für Wachstum und individualistischen Exzeß ist sie zum Scheitern verurteilt."

Genau aus diesem Grund ziehen die anderen Länder das auch ganz anders auf, als Deutschland und Deutschland selber wird die Energiewende eben auch nicht nach "reiner Lehre" umsetzen, sondern eben seinen für eine stabilen Energiemix benötigten Atomstrom aus anderen Ländern beziehen.

Und hierin liegt dann auch das Positive an diesem Artikel: Er zeigt, was für ein Schwindel, was für eine Heuchelei bei den ganzen plötzlichen Klima-Aktivisten (schönen Gruß an Herrn Söder) am Start ist.

zeitschnur
30. Juli 2019 13:12

@ t.gygax

Nein, es tröstet nicht, dass uns unsere Nachbarn fassungslos betrachten wie einen Irren, den man in ein Schaufenster gestellt hat. Weiß auch übrigens nicht, ob der Irrsinn nicht tendenziell beim Nachbarn auch wütet, nur vielleicht nicht so sehr beim Klimawahn, aber beim Migrationswahn zB sehr wohl und teilweise schon viel länger als hierzulande. Ich habe einfach als Deutsche im Hinblick auf Deutschland geschrieben, das mir nachts Alpträume beschert.
Nur: all diese Irren sind Deutsche wie ich. Europäer wie ich.
Was hab ich mit denen gemein außer der Herkunft?!
Wer sich heute noch über diese "Nation" identifizieren will, dem ist nicht zu helfen. Das ist eine Nation des Wahns, und man kann dem nur individuell widerstehen und sich damit auch retten. Und von da aus vielleicht ein Stück Deutschseins, Europäerseins, des Abendlandes retten in ein Danach, das erst noch gestaltet werden will. Falls es noch eines gibt. Da man aber nicht weiß, ob das alles auf das Ende zugeht, muss man sich immer noch mit einem Neuanfang befassen, der nicht utopisch, aber lebensfähig und fruchtbar sein könnte.
Die FFF-Idiotie und das alles - das sind Abgehängte aus freien Stücken, man kann ihnen nicht mehr helfen, sollen sie doch den Weg gehen, den sie sich ausgesucht haben, was soll man denn machen. Dass übelste Kräfte diese Idiotie ausgedacht und manipulativ unters Volk gebracht haben, muss man angesichts der Gradlinigkeit, mit der jeder Widerstand der Vernunft organisiert ignoriert wird, annehmen. Das Mitmachen aber kann niemand dem einzelnen abverlangen, es hat soviele Warner und Mahner gegeben wie noch nie zuvor (!), man hat heute Möglichkeiten der Information, von denen man zur Zeit des Hexenwahns oder des 3. Reiches nur träumen konnte (damit wussten tatsächlich viele nicht, was sie tun). Hier liegt der Fall heute anders als je zuvor, es ist der Offenbarungseid Europas, es trennt sich Spreu von Weizen, unwiederbringlich. Und es muss jeder den Wahnsinn, den er dann trotzdem mitgemacht hat, auch vollauf verantworten. Aufgrund der besten Informationslage, die wir je hatten, wird der, der heute mitmacht, wirklich im vollen Sinn zum Mittäter und Mitschuldigen.

Ruewald
30. Juli 2019 15:15

Ein ganz herausragender Beitrag - zusammen mit den Ergänzungen von RMD -, und grundlegend und bei jeder einschlägigen Gelegenheit zum Thema zitierwürdig.

Oberschwabe
30. Juli 2019 15:26

In den 70er und 80er Jahren hatte Deutschland eines der großartigsten Kernenergieprogramme der Welt. Es wurde die Uranzentrifuge perfektioniert. Das PUREX-Verfahren zur Wiederaufarbeitung entwickelt. Es gab Schnelle Brüter, mittels derer man den Kernbrennstoff um den Faktor 60 besser ausnützen kann. Es gab Hochtemperaturreaktoren zur Bereitstellung von wertvoller Prozesswärme für die chemische Industrie. Wir waren nur wenige Jahre davon entfernt, den nuklearen Brennstoffkreislauf zu schließen (WAA Wackersdorf). Nicht zuletzt war dadurch auch die Deutsche Bombe in Sichtweite. Alles hin...

Thomas Martini
30. Juli 2019 16:35

"Der linke Teil – eine Minderheit der Studenten, der Lehrer, der Pädagogen, der Dozenten, der Assistenten, der Psychologen, der Politologen, der Soziologen – da kommt das alles doch her. Das sind doch keine Arbeiter, meine Damen und Herren. Die haben in ihrem Leben doch noch nie eine Schaufel oder einen Schraubenzieher in der Hand gehabt." - Franz-Josef Strauß

Die Strategie sieht hier also jetzt so aus, daß man den Gegner mit den eigenen Waffen zu schlagen versucht? Ganz wertfrei, ich möchte weder nörgeln, noch meckern, oder gar vorgeben es besser zu wissen; nur verstehen, was hier passiert. Der obige Beitrag, und die zu erwartende Kolumne, ist wohl eine Reaktion auf die Europawahl, und die Dauerpräsenz des Themas "Klima" in den Mainstreammedien. Und die AfD kann, wie es diese Medien vorbeten, nicht nur mit dem Thema Migration bestehen.

„Das Ausland empfindet es schlichtweg als unerträglich, von Deutschland ohne Unterlass ermahnt und belehrt zu werden. Die Politik zum Schutze der Umwelt ist dafür nur ein Beispiel. Kein vernünftiger Mensch und schon gar nicht ein konservativer Politiker, für den das Bewahren ein wichtiges Wesenselement darstellt, wird sich dieser Herausforderung verweigern. Der emotionsgeladene Fanatismus aber, der in dieser Frage insbesondere von linken und grünen Kreisen praktiziert wird, stößt ab und alarmiert. Er weckt draußen Misstrauen gegen die irrationalen Deutschen, die offensichtlich wieder einmal glauben, am deutschen Wesen müsse die Welt genesen.“ - Franz-Josef Strauß

Das Zitat ist aus den 1970ern oder 1980er Jahren? Aus der Zeit, als Deutschland noch "eines der großartigsten Kernenergieprogramme der Welt" (Oberbayer) hatte.

Wie soll man dem heutigen ins Tausendfache gesteigerten "Irrsinn" (Zeitschnur) aber begegnen? Hochtrabend seriös im Sinne "der Studenten, der Lehrer, der Pädagogen, der Dozenten, der Assistenten, der Psychologen, der Politologen, der Soziologen" (Strauß)?

Oder wäre auch schärfster Sarkasmus, bitterer Zynismus, und vor allem eine ans Volk gerichtete Sprache zulässig?

heinrichbrueck
30. Juli 2019 16:48

@ zeitschnur

Morgen vormittags werden wieder frische Brötchen gekauft; man stelle sich vor, der Bäcker hat den Wahnsinn mitgemacht, diese Brötchen zu backen! Der Kerl muß wahnsinnig sein, und weil aus Deutschland, gleich doppelt wahnsinnig. Und derjenige, der diesem Bäcker Wahnsinn vorwirft, ist selbstverständlich glasklar im Oberstübchen. So kann Systemkritik natürlich auch an den Bäcker gebracht werden.

Laurenz
30. Juli 2019 16:57

@Der Gehenkte ... warum fahren Sie nicht gleich nach Schnellroda und übernehmen den Laden? Wir liegen im Staub vor Dir, o Imperatore.

@RMH .... Was soll uns Ihr Beitrag sagen? Das wir nicht wirklich ersichtlich.
Der Liberalismus scheitert nicht am Angebot, sondern beim Konsumenten, dem kein Zugang zum europäischen Binnenmarkt gewährt wird. Sie, jedenfalls, haben den Liberalismus nicht verstanden. Welcher "liberale" Konzern wünscht und besorgt sich denn Mitbewerber?
Zitat- Die Stromerzeugung einschließlich Netz und allem, was zur Stromversorgung dazugehört, war einmal - bis evtl. ein paar kleinere Wassermüller etc. - als Daseinsvorsorge zu weiten Teilen in öffentlicher Hand (wie "liberal").-Zitatende
Das ist blanker Unsinn. Leitungen betreiben einen hochgradigen Energieverlust. Ein Diesel im Keller ist die günstigste Art, Strom zu erzeugen, ölologisch, wie ökonomisch.

@zeitschnur .... es ist die Generation der jetzigen Rentner und bereits getorbenen Nachkriegsmacher, die im wirtschaftlichen Eroberungswahn diese Entwicklung, die sie betrauern, politisch zugelassen hat. Und warum soll es uns besser gehen, als denjenigen, die bereits vor 100 Jahren selbst dem Deutsch-sein ausgesetzt waren?

@Oberschwabe .... Sie haben die Historie gut beschrieben und wenden sich als einer der wenigen der globalen Politik zu, haben also im Gegensatz zu den meisten verstanden, daß wir nicht alleine über den Planeten wandeln. Aber die deutsche Politik hatte Herrn Strauß die Unterstützung versagt. Aber wenn Sie schon die Bombe favorisieren, die Souveränität gewährleistet, dann sollten Sie auch die negative Seite von Kernkraftwerken zumindest beleuchten.

Niekisch
30. Juli 2019 18:24

"auch die Deutsche Bombe in Sichtweite. Alles hin..."

@ Oberschwabe 30.7. 15:26: Glücklicherweise!!!!!!!!!!!

Kuonirat
30. Juli 2019 21:11

Großartiger Beitrag, lieber Herr Schick! Vielen Dank dafür.

Ich freue mich, dass es mit Ihnen nun endlich wieder einen Autor auf SiN gibt, der sich dem wichtigen Themenkomplex Ökologie annimmt - und das auf sehr glaubwürdige Art und Weise. Nachdem Lutz Meyer aufhörte, hier zu publizieren, lag dieses Feld ja lange Zeit gänzlich brach.

Aber dies ist noch lange nicht genug. Es bedarf von neurechter/konservativer Seite noch sehr großer Anstrengungen, dieses Thema wieder in das eigene Lager zurückzuholen. Und eines sollte dabei klar sein: Nicht jeder, der den aktuellen Klimawandel auf den menschlichen Einfluss zurückführt oder Atomenergie für zu risikobehaftet hält, als dass sie eine Lösung für unsere Energieprobleme sein könnte, ist linksgrünversifft. Man kann hier durchaus unterschiedlicher Meinung sein und es sagt nichts darüber aus, ob nun jemand ein guter oder schlechter Patriot ist. Man müsste schon ziemlich vernagelt sein, wollte man es daran festmachen.

Der Kampf gegen den Großen Austausch ist natürlich von größter Dringlichkeit, doch zugleich bedarf es auch schneller Antworten auf die rasant fortschreitende Zerstörung der Natur, denn ohne sie ist alles nichts. In einer Welt immer knapper werdender Ressourcen, in der jedes weiteres Wirtschaftswachstum uns nur noch einen Schritt weiter an den Abgrund führt, bedarf es neuer Spartaner; in einer Welt, in der die Jugend einem Konsumkult nie gekannten Ausmaßes verhaftet ist, bedarf es neuer Lebensreformer; in einer Welt, in der unter den jungen Menschen nur etwas gilt, wer sich auf Instagram vor einer Kulisse möglichst weit entfernter Reiseziele präsentiert, bedarf es neuer Wandervögel; usw. usf. Wir können uns aus einem großen geschichtlichen Fundus bedienen. Nutzen und adaptieren wir ihn!

Simplicius Teutsch
30. Juli 2019 22:18

Gut, dass dieses wichtige Thema auch hier aufgegriffen wird. Ich bin ein rechter Hardliner-Grüner, d.h. ich bin nicht kleinlich in dieser Frage, schon immer, und ich weiß, wie junge Mädchen und Frauen in dieser Frage ticken, auch wenn ich schon bald ein alter Knacker bin. Sie wollen, dass die geschundene Erde gerettet und nicht weiter brutal ausgebeutet und vergewaltigt wird. Und sie wollen eine lebenswerte, hoffnungsvolle, gesicherte Zukunft: „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut!“ Es geht gegen die Herrschenden und um unsre Zukunft. Trotzdem zitiere ich in der Klima- und Energiedebatte des Jahres 2019 (wen wohl?):

„Die Ideen, Instrumente und Technologien dafür sind vorhanden. Die Unterstützung in der Bevölkerung wächst und wächst. Die Kinder, von denen wir unsere Erde nur geborgt haben, gehen zu Hunderttausenden für Klimaschutz auf die Straße. Etliche Unternehmen haben sich auf den Weg gemacht, weil sie wissen, dass eine Green Economy neue Wertschöpfungsketten und neue Arbeitsplätze schaffen wird. Klimaschutz ist nicht nur die ökologische Schicksalsfrage, sondern auch maßgeblich für die Zukunft unserer Wirtschaft: Nur wenn der Übergang zu einer kohlestofffreien und ressourcenleichten Wirtschaft gelingt, bleibt „Made in Germany” eine international erfolgreiche Marke. Nur so sichern wir den Industriestandort Deutschland und damit auch zukunftsfähige Arbeitsplätze. … Die Europawahl und die Fridays-for-Future-Bewegung zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger konsequenten Klimaschutz wollen und keine parteipolitische Bedenkenträgerei.“

Also, gehen wir doch diesen deutschen Weg, der sich anbietet und fangen wir an. CO2-Lüge, hin oder her, was soll's? - nehmen wir das Klima- oder vielleicht besser Natur- und Heimatschutzthema in unsere deutschen Hände, und lassen wir die inländerfeindlichen, bündnisgrünen BRANDSTIFTER nicht weiter die verlogene FEUERWEHR spielen, die unser Land kaputt machen. - Ich mag den Söder (bayerischer Ministerpräsident) überhaupt nicht, ein verschlagener Typ, wie er schon redet. Aber das Klimathema hat er jetzt erkannt und geht volle Kraft voraus, zumindest propagandistisch.

Mich wundert, dass bisher zu diesem existentiellen und emotionalen Thema noch so wenig von der Schnellrodaer Frauenfront gekommen ist. - Oder habe ich das übersehen?

Atz
30. Juli 2019 22:54

Hauptsache ist, die Scheichs mit und ohne Knochensäge kassieren nicht mehr. Energiewende ist auch Energieautharkie.

Laurenz
31. Juli 2019 01:58

@Niekisch .... Sie haben Unrecht. Jeder Staat strebt unter der Fuchtel der US Amerikanischen Kuhhirten nach der Bombe. Sie bringt die Freiheit, gemäß Jesse Ventura "The US do not match with nukes". Nur die Bombe kann dafür sorgen, daß man sie abschafft. Denn die transatlantischen Monster haben keine Hemmung sie auch einzusetzen.

RMH
31. Juli 2019 07:39

"Sie, jedenfalls, haben den Liberalismus nicht verstanden. Welcher "liberale" Konzern wünscht und besorgt sich denn Mitbewerber?"

@Laurenz,
Irrtum, werter Laurenz. Sie verwechseln Liberalismus mit Kapitalismus bzw. stellen diesen gleich. Das Kapital will, wie alle Lust, die Ewigkeit, sprich nach Möglichkeit wenig Wettbewerb und Monopole (so sah das zumindest auch Marx). Aber damit sind Sie in diesem Forum wahrlich nicht alleine. Ein liberales (kein "neoliberales" - der Begriff an und für sich ist ein trojanisches Pferd der Kapitalisten) System hat eben gerade als eines seiner wenigen Ordnungsprinzipien die Verhinderung von Oligopolen und Monopolen ganz oben auf seiner Liste und hat daher auch eine Wettbewerbskontrolle und insbesondere eine Fusionskontrolle zu gewährleisten. Gleichzeitig will es wenig Staat bis wenig Staatseigentum (daher auch mein Rekurs auf die öffentliche Hand als Strom- und Netzbetreiber).

Ach ja, wie kommt denn der Diesel zu Ihrem Haus?
Das Thema Transport von Energie oder zumindest der Energieträger hat man immer - ich würde behaupten, ein gasbetriebenes Kraft (Strom)-Wärme-Kopplungs-System würden ihren Diesel locker schlagen (bspw. Systeme wie der "Dachs"), zumal da die Heizung dabei wäre.

Ein Haus für die berühmte statistische 4-Personen-Familie ließe sich mit Solar zzgl. entsprechender Speichermedien bereits heutzutage ohne Transportverluste weitestgehend autark versorgen, ja auch dieses würde dann Überschüsse an Sonnentagen irgendwohin abgeben müssen.

Das große Thema in Sachen Strom ist nicht der Privatverbraucher, sondern der Großverbraucher, die Industrie, die eben mal konstant 3-Schichten durch richtigen Strombedarf hat und nicht so Pillepalle Mengen braucht, wie "Haushalte".

Im Übrigen geht die meisten Energie in Deutschland nach wie vor im Bereich der Gebäude drauf, sprich Heizung und Warmwasser, was bei den Diskussionen um den Ökostrom und den Netzen gerne übersehen wird.

Laurenz
31. Juli 2019 08:12

@Kuonirat ..... Zitat- Großartiger Beitrag, lieber Herr Schick! Vielen Dank dafür. -Zitatende

Ja, das stimmt. Da die "Grenzen der Machbarkeit (1)" augenscheinlich nur der erste einer ganzen Artikelserie sein soll, war/bin ich vielleicht zu ungeduldig.
Allerdings ist das eben eine Frage der Prioritäten. Die These, Deutschland müsse in energiepolitischer Abhängigkeit der sogenannten Staatengemeinschaft sein, ist explizit, aufgrund unserer Geschichte, absurd. Wir kaufen bisher Öl, weil es billiger ist, als Sprit aus heimischer Kohle zu hydrieren. Wir kaufen Kohle, weil sie billiger ist, als die aus heimischer Förderung. Das ist eben ein hoch brisantes Souveränitäts-Problem.
Umweltpolitik ist am Boden national, beim Wasser zum Teil national, bi-, trilateral etc. bis international, Luft grundsätzlich international, auch wenn man uns mit Fahrverboten was anderes verkaufen will.

Zitat-Es bedarf von neurechter/konservativer Seite noch sehr großer Anstrengungen, dieses Thema wieder in das eigene Lager zurückzuholen. -Zitatende

Ich erinnere mich noch haargenau an eine Wahlkampfveranstaltung der Grünen in Usingen (Taunus), an der Joschka Fischer detailliert über seine Arbeit als hessischer Umweltminister referierte. Das war wohl seine beste und einzig glaubwürdige Zeit. Allerdings hielt diese Phase nur bis 1998, als er als Bundesaußenminister nach Washington/DC reiste.
In 2005 war klar, die Grünen waren nicht mal in der Lage, den Dosenpfand adäquat zu regeln, geschweige ist bis heute ein adäquates Pfandsystem für unser gesamtes Warenangebot implementiert worden. Niemand hier hält einen CSU-Desperado auf, der für den agrar-wirtschaftlichen Lobby-Komplex in Brüssel ein Veto abgibt. Elektro- und digitaler Hardwareschrott wird nachwievor nach Ghana gebracht, um dort "wiederverwertet" zu werden. https://youtu.be/XUrvRs_fW94

Und wissen Sie was, Kuonirat? Es interessiert keine Sau, schon gar nicht unsere Jugend. Demonstriert hier irgendwer für standardisierte wiederverwertbare Rechner-, Bildschirm oder Telefon-Gehäuse?
Ob nun der BDF zu mehr Jagd oder mehr Wölfen in deutschen Wäldern auffordert, um den Wildbestand zu reduzieren zwecks Vermeidung eines womöglichen Waldsterbens 2.0 aufruft oder nicht, bleibt doch jedem hohlköpfigen, Helikopter-verwöhnten Tertianer verborgen.
Ob Peter Böhringer nun Recht hat oder nicht, https://youtu.be/wJgA-V3nxFI mag dahingestellt bleiben. Aber an Ihm werden Debatten gewiß nicht scheitern. Aber was Peter Böhringer, vielleicht auch ungewollt, deutlich aufzeigt, ist das prekäre Bedürfnis oder der kranke Bedarf an Heilsbringern, die uns ohne Eigenleistung retten werden. Er bennent sogar im Beitrag die christliche, das Hirn befallende Seuche als Urheber einer bigotten Moral vor Recht. Markus Söder mag auch nur da ansetzen, wo er Medien-Aufmerksamkeit vermutet https://www.spiegel.de/politik/deutschland/markus-soeder-fordert-bundesweites-plastiktuetenverbot-a-1279761.html
Er will mit dem Einzelhandel reden, ja was hatte er denn als bayerischer Umweltminister sonst gemacht?
Den letzten Absatz Ihres Beitrag nehme ich Ihnen übel, Kuonirat. Akzeptieren Sie doch den Willen der Anywheres konsumieren zu wollen. Akzeptieren Sie, daß weder einer Spartaner noch Wandervogel-Sänger werden will. Denn auch Ihr Verzicht, Kuonirat, ist immer nur der Verzicht der anderen. Ihr böses Wirtschaftswachstum ist vordergründig deswegen nötig, weil immer mehr Menschen ernährt werden müssen. Ein Minus-Wachstum ist nur dann möglich, wenn wir, weltweit, signifikant weniger werden. Und Sie sind, wie ein Politiker der Einheitsfront, zu feige, das in Ihrem Beitrag zu benennen.
Oder wollen Sie 3 Milliarden Menschen mit weniger als 2 US$ Einkommen am Tag erzählen, Sie konsumierten zuviel?
Entweder schaffen Sie es, Martin Sellner als Gegen-Kurz und Björn Höcke als Gegen-Habeck zu installieren (wovon ich nicht ausgehe), und einen 8jährigen konservativen Klima-Kämpfer in Messias-Anwartschaft auf Welt-Tournee zu schicken, oder Sie kehren in eine sachliche, vor allem ehrliche Debatte zurück und zeigen uns etwas auf, was uns wirklich weiter bringt, anstatt alte Kamellen aufzuwärmen, die keiner lutschen will.

Laurenz
31. Juli 2019 08:38

@RMH ... ich verwechsele hier gar nichts. Liberalismus braucht Kapitalismus, wie sollte er sonst umzusetzen sein? Und was Sie gnädigst ignoriert haben, ist der Konsument, das Volk, die Masse, der einzelne als wesentlicher Faktor. Als der Kündigungsschutz liberalisiert wurde, betraf das wen? Wenn der Energie-Konsum international nicht liberalisiert wurde, betrifft das wen? Wenn der Mobilfunk-Markt nicht liberalisiert wurde, betrifft das wen? In Ösi-Land sind die Mobilfunk-Konditionen viel günstiger als bei uns, in Frankreich der Strom billiger. Wie viele Banken gab es vor der Schröder-Grünen Kapitalmarkt-Liberalisierung und wie viele sind es jetzt? Und lassen Sie ruhig den Loser Marx weg, unser Original-Marx INRI vertrieb wenigstens noch die Geldwechsler aus dem Tempel. Halten Sie doch nicht Ihre Mitbürger für blöd. Wenn ein Energie-Konzept für das Haus billiger und praktikabler wäre als eine Ölheizung würde das jeder liquide Hausbesitzer kaufen. Und fragen Sie mal den Feuerwehr-Chef Ihres Vertrauens vor Ort. Ein vom Bund Dämmungs-gefördertes Ein-2-Familien-Haus ist im Brandfall nicht zu löschen, und die Heizkosten-Ersparnis beträgt 200 Euro im Jahr.

RMH
31. Juli 2019 09:39

@Laurenz,
Sie schießen mal wieder deutlich über das Ziel. Liberalismus ist kein "Alles ist möglich" sondern auch ein Ordnungssystem - das haben Sie und viele andere eben gerade nicht begriffen und diese Ordnung will für Wettbewerb und nicht für Monopoly sorgen. Im Übrigen habe ich das Volk, den einzelnen gerade nicht übersehen. Ihr Beispiele sind ja weitestgehend (bis auf den Kündigungsschutz - welchen dann im Übrigen am Ende über entsprechende Preiskalkulationen des Faktors Arbeit/Lohn, wozu auch Abfindungskosten zählen, auch wieder der einzelne bezahlt. In der Praxis läuft der bundesrepublikanische Kündigungsschutz auf Abfindungszahlungen heraus, die ein Unternehmer mit einkalkuliert) gerade Beispiele, wo es eben nicht "liberal" zugegangen ist. Also halten Sie bitte mich und die Mitleser nicht für blöde.

Ihr Plädoyer für eine Ölheizung ist obsolet - Befassen Sie sich doch einmal mit den AKTUELLEN Kosten heutiger, moderner Systeme. Ihr verweis auf den "liquiden" Hausbesitzer geht übrigens in die richtige Richtung, nur scheinen Sie keine Leute mit Geld zu kennen. Was machen die Leute, die keine Kredite brauchen und für Ihren Bimbes 0 Zinsen auf der Bank bekommen? In der Vergangenheit haben sie sich eine Solaranlage auf ihre Dächer, Scheunen und Hallen gepackt, um die Subventionen abzugreifen oder sie haben sich an Windenergieanlagen beteiligt, da diese Rendite versprachen. Kredite wurden da allenfalls noch aufgenommen, um die Zinsen bei den Steuern steuermindernd zu haben, aber bei den niedrigen Kreditzinsen wird auch das mehr oder weniger so langsam unattraktiv. Mit sinkender Einspeisevergütung bei gleichzeitig weiterhin hohen Strompreisen (mit der CO2-Steuer wird es nochmal teurer) rechnet sich bspw. eine Solaranlage für einen Eigenverbraucher, der das Ding von seinem ansonsten ertraglosen Eigenkapital bezahlt, nach wie vor.

Was glauben Sie, warum man fast schon sklavisch bei der 0- Zins Politik bleibt und unter der neuen EZB-Chefin vermutlich sogar zum Strafzins übergehen wird?

Die Leute mit Kohle investieren derzeit in Sachwerte wie nie zuvor - und solche Kleinigkeiten wie eine Solaranlage auf dem Dach, was ja nicht immer zwingend das Dach eines Wohnhaus sein muss, ist da nur ein kleines Bruchstück. Weitere Immobilien, Edelmetalle, Aktien und Unternehmensbeteiligungen sowie einfach Geld in die Ausstattung der eigenen, bereits abbezahlten Immobilie zu stecken (Küchen, Pools, Spa- und Wellnessbereiche) sind weitere Spielfelder.

zeitschnur
31. Juli 2019 10:38

Ich verstehe die Diskussion hier zu großen Teilen nicht. Ich habe den Artikel so verstanden, dass der Autor nachrechnet, ob die energiepolitischen und klimaaktivistischen Pläne der Regierung überhaupt durchführbar ("machbar") sind.
Seine Rechnung zeigt doch, dass das nicht möglich ist, wenn man zugleich den Zivilisationsstandard aufrechthalten will, den man derzeit lebt.
Ich breche das mal runter auf das, was ich verstanden habe: man muss zurück in Lebensformen einer länger zurückliegenden Vergangenheit, wenn man das erreichen wollte, was propagiert wird.
Er spricht von "Grenzen der Machbarkeit" hinsichtlich der Energiepolitik, bleibt aber die Betrachtung der Frage schuldig, ob ein "Weiter so" weiterhin machbar ist.

"Erneuerbare" Energie kann in Deutschland nicht die kontinuierliche Energieversorgung sichern. Oder doch? Und wenn ja, wie? Ich weiß, dass die Nationalsozialisten schon in diese Richtung geforscht hatten.
Dabei wird der größte Anteil der Energie nicht von Privaten genutzt. Wir haben schlicht zu wenig kontinuierliche Sonneneinstrahlung und zu wenig Wind, von Überlandleitungen ganz zu schweigen, auf denen nicht die wunderschöne Energie bereits wieder flöten geht, bis sie am Zielort ankommt...

Deutschland kauft sich inzwischen den Strom aus dem Ausland ein - produziert von all jenen Kraftwerken, die wir hier abschalten. Unter „Autarkie“ verstehe ich was anders übrigens…
Und nicht vergessen, die gute alte Kerze geht auch nicht: wer den Weihnachtsbaum mit echten Kerzen anstelle elektrischer Lämpchen bestückt, ist ja ein ganz böser (wegen CO" und so).

Kurzum: der Teufel wird mit Beelzebul ausgetrieben - dass inzwischen die Mafia ins Windradgeschäft verstrickt ist (Mordfall Lübke hat das wieder ins Gespräch gebracht, und das hier: https://www.welt.de/wirtschaft/article117715862/Mafia-waescht-ihre-Milliarden-mithilfe-von-Windparks.html), dass seltene Erden für all diese "erneuerbaren" Ideen von Kindern in Afrika aus tiefen Stollen gebuddelt werden müssen, die Entsorgung ein echtes Ökoproblem darstellt und natürlich ein "Verzicht" so einfach gar nicht möglich ist, denn man findet entweder alternative Erhaltungsmöglichkeiten des Standards oder man stürzt ab in die Steinzeit, es werden dann noch schlimmere Verteilungskämpfe ausbrechen und ein großer Teil der Menschheit sterben müssen - es sind zu viele für die Steinzeit… dass all dies und noch mehr wie ein unüberwindlicher Berg aufgetürmt vor uns steht, wurde leider nicht gesagt. dass insbesondere die Windräder inzwischen ganze Tierpopulationen schreddern, lässt ausgerechnet die Grünen eiskalt.

Ich weiß daher nicht so recht, was das Ziel des Artikels war, was die eigentliche Aussage, aber vielleicht kommt das ja in den nächsten Teilen.

Nordlicht
31. Juli 2019 11:30

"... von der Zentralität zur Dezentralität..."?

Diese Charakterisierung der Energiewende scheint mir falsch zu sein. Eine auf Wind- und Solar basierende Stromversorgung sowie die komplette Verstromung von Prozesswärme, Hausheizung und Verkehr setzt ein extrem eng verbundenes und zentral gesteuertes System voraus. Die Batterieauto-Befürworter sehen selbst dies ureigen private Verkehrsmittel eingebunden als Speichersystem. Man wird nicht mehr selbst über die Autonutzung entscheiden können.

Zur Frage: "Warum das alles"?

Es geht nicht um Umwelt- und Naturschutz (- diese leiden unter der Energiewende-Politik), sondern um Klimapolitik. Die deutsche Weltrettung-Hybris wurde von etlichen Lesern angesprochen. Meine Ansicht: Im globalen Geleit der CO2-Reduzierer mitmachen, aber keine Sonderwege und keine "Vorreiterrolle".

Grundsätzlich ist es richtig, "rechte" Umwelt- und auch CO2-Politik zu entwickeln; mit dem Etikett "Klimaleugner" konnten die Altparteien die AfD hervorragend in eine Bornierten-Ecke schicken. Es ist nutzlos, über anthropogene Anteile und Temperaturtrends zu streiten, besser wäre eine für Wähler plausible Politikstrategie zu haben. Diese muss mE an den begrenzten deutschen Emissionsanteilen und Handlungsmöglichkeiten ansetzen: Wir müssen unsere wirtschaftliche Kraft erhalten, weitere Auslagerung von energieaufwändiger Produktion nutzt der globalen CO2-Bilanz nicht, sondern schadet - weil andernorts die Energieeffizienz schlechter ist. (Als ein Beispiel.)

Weiter: Ein "Zurück auf die Scholle" darf es nicht geben - dann hätte Morgenthau gewonnen. Unseren Wohlstand und der hohe Versorgungs-Stand lassen sich nur aufrecht erhalten, wenn wir mit Forschung und Ingenieursintelligenz Produkte schaffen und jede Gesellschaften verkaufen, die das nicht können. (Allein die medizinische Versorgung hier: Eine Öko-Gesellschaft kann sich keine Kernspin-Tomografie und keinen Rettungshubschrauber leisten. Die brauchen wir aber, um möglichst viele hierzulande gesund und arbeitsfähig zu halten.)

In der globalen Klima- wie der Migrationsdebatte wird behauptet, unser Volk, dies Land, der "Westen" hätten (auch) durch ihre technisch-wirtschaftliche Vergangenheit Schuld auf sich geladen. Wir müssten verstärkt CO2 deswegen mindern, weil wir in den letzten zwei Jahrhunderten CO2- emittiert hätten; die später industrialisierten Länder dürften wegen dieser historischen Emissionen erst einmal prassen.

Diese Sicht verkennt allerdings, dass der in zwei Jahrhunderten von der westlichen Entwicklung geschaffene Stand von Wissenschaft und Entwicklung allen Menschen weltweit zugute kommt. Auch der beginnende indische Wohlstand ruht auf den Schultern der europäischen "Riesen", ohne 125 Jahre Auto- und Pumpenproduktion hier gäbe es so gut wie keinen Fortschritt in Asien und Afrika. (Von der Lebenserwartung in deren Ländern ganz zu schweigen.)

Eine rechte Klimapolitik sollte a. das Problem nicht leugnen, b. unser richtiges und wirtschaftlich vertretbares Maß an CO2-Minderung einfordern (- d. h. gegen die Grünen Übertreibungen aufzustehen), aber c. dies mit guten Argumenten zu untermauern. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss gewahrt werden.

Schliesslich d.: Jeglicher Schuld-Kult auch in der globalen Klimapolitik (wie bei der Migration) sollte zurück gewiesen werden. Dazu gibt es (- siehe "auf den Schultern der westlichen Riesen der Vergangenheit) keinen Grund.

NB
Umwelt- und Naturschutz ist primär eine nationale Aufgabe. Gute Nachbarn schicken sich keine Emissions-Frachten per hohen Schornsteinen; insofern sind grenzüberschreitende Abkommen sinnvoll. Aber: "Good fences make good neighbors." Die Entscheidungen dürfen nicht auf supranationale Ebenen delegiert werden, denn dort (- sei es in Brüssel oder bei der UN) bestimmen Leute, die ihre eigenen Interessen haben. Das sind nicht unsere Interessen.

RMH
31. Juli 2019 12:04

@Nordlicht,
ich stimme Ihrem Beitrag zu.

Laurenz
31. Juli 2019 12:35

@zeitschnur .... ich habe es auch den Artikel genau wie Sie verstanden. Die Dezentralisierung der Stromproduktion zieht eine Dezentralisierung der Lebenswelt zwingend nach sich. Allerdings wird das durch die Verhinderung der Digitalisierung, wohl durch die Immobilien-Spekulanten, in der Peripherie und dem Lande massiv verzögert, ein innerer Widerspruch, den Herr Schick als solchen auch kenntlich machte. Welche auch noch so kleine Firma kommt ohne ordentliches Netz aus? Auch sind von der heiligen Nord-Süd-Strom-Trasse bisher erst 7 KM gebaut. Und im föderalen Deutschland dauert das noch mindestens 100 Jahre bis die fertig ist, wenn überhaupt.

@Nordlicht ... Sie haben das ziemlich gut zusammen gefaßt. Was noch fehlt, ist eine Strategie zur Werbewirksamkeit der Vernunft, und die ist aktuell nicht wirklich angesagt. Also bräuchten wir einen ziehenden Platzhalter, so einen Habeck'schen Jesus-Christ-Superstar-Faktor oder Bonus.

zeitschnur
31. Juli 2019 14:00

@ Nordlicht

Irgendwie ticke ich immer noch nach dem alten Motto: Erst denken, dann handeln (jedenfalls idealiter, hmmm).

Die Klima- und Energiepolitik funktioniert aber wie so vieles andere heute nach dem Motto: erst mal was tun, drüber nachdenken kann man dann immer noch. Zumindest sieht es sich für den Normalbürger so an. Jemand wies zurecht drauf hin, dass aus einer anderen Warte natürlich System dahinterstehen dürfte, das aber der Michel nicht für möglich hält, weil man ihm gesagt hat, dass es keine Intrigen und Verschwörungen geben kann...

Ich frag mal ganz anders herum: Was ist eigentlich, wenn wir alles in Grund und Boden zertrümmert haben, um CO2 zu sparen und es auch wirklich ganz doll reduziert haben... und dann müssen wir feststellen, dass die Erdtemperatur sich um 2 Grad Celsius weiter erhöht hat, also doppelt so viel... bei gesunkenem CO2-Ausstoß weltweit? Also: die Theorie sich als falsch erwiesen haben könnte, denn es ist nur Theorie, noch dazu eine sehr wacklige.

Da noch keine langfristige Klimakurve seriöser Natur (nicht die nachgebesserten!) eine Korrelation von CO2-Anstieg und Erderwärmung aufweisen konnte, kann logischerweise auch keine Kausalbeziehung bestehen.
Alleine das sollte uns doch erst mal genauer forschen und denken lassen - vor allem: denken!
Welche Säue hat die angebliche politisch verwertbare Wissenschaft nicht schon durchs Dorf getrieben - angefangen von den Rassentheorie, die man auch mal für zu 97% sicher hielt, über all den Quatsch vom Sauren Regen und dem Waldsterben etc. pp. Immer ging die Welt unter, wenn man nicht handelt, und in mindestens einem Fall ging sie unter, weil man handelte... wenn ich an all die frommen Alarmisten dachte, die mir was vom Mühl Hiasl erzählten, der schon geschaut habe, wie der Bayerwald kahl wird, und jetzt bin ich paar Jahrzehnte älter, und der Mühl Hiasl hatte zumindest bis jetzt nicht recht...

Ich kann mir also sehr gut vorstellen, dass der gesamte CO2-Hype in drei Jahren überholt sein wird. Denn auf Dauer lässt sich das klare Denken nicht unterdrücken, und auch Greta wird älter, und immer noch'n merkwürdiges Kind, das uns ausschimpft, wird irgendwann nicht mehr gehen. Lutscht sich aus. Aber vielleicht landen ja dann Aliens und halten uns Bußpredigten.

Das einzige, was wirklich relevant ist, ist nicht "Klimaschutz" (was v.a. Schutz eines bestimmten Konstruktes vom Klima sein kann, also Schutz einer SciFi), sondern Schutz der Natur.
Sie weisen zurecht drauf hin, dass diese gesamte hirnlose Energie- und Klimapolitik die Natur in größere Leidensphasen stürzt als je zuvor.

Was "rechte Umweltpolitik" aber sein sollte - wie wollen Sie eigentlich bei solchen Fragen den Lobbyismus vermeiden, der sofort und oft schon bevor die Fragen populär gemacht werden, im Spiel ist? Das sind wahre Goldgruben, diese Themen, und rechts und links interessiert da nicht mehr.

Nordlicht
31. Juli 2019 16:45

@ zeitschnur

Die Bezeichnung "rechte Umweltpolitik" soll bedeuten, dass eine rechte Partei zum Thema Umwelt eine Position haben muss, die das Eigeninteresse unseres Landes in den Vordergrund stellt; dazu gehört ein gutes Verhältnis zu Nachbarländern (- was zB eine Hochschornstein-Politik, wie sie bis ca. 1980 betrieben wurde, ausschließt). Eine solche Politik müsste die Risiken abwägen (- Bodenwasserbelastung durch Nitrate aus Überdüngung/Gülle ist ein grosses Problem, NO2 in Stadtluft durch Abgase ein eher kleines Problem). Die anderen Parteien zeichnen sich gegenwärtig durch Hypes und Paniken auch. ("Schadstoff der Woche".)

Ihr Beurteilung "Quatsch vom Sauren Regen und dem Waldsterben" teile ich nicht, die Schwefel-Emissionen vor allem aus Braunkohlekraftwerken und die Stickoxidemissionen aus Steinkohle sowie dem Verkehr sind mit gutem Grund 1978 bis 1990 durch Entschwefelung- und Entstickung-Anlagen erheblich reduziert worden, nach 1990 auch bei den tschechischen und polnischen Anlagen. Die Schäden im Erzgebirge, im Bayrischen Wald wie auch - geringer - im Schwarzwald durch Saure Niederschläge waren damals manifest. Und dass die schwedischen Seen unter grenzübertragene deutschen und polnischen Emissionen litten, ist auch nicht zu leugnen.

Diese Emissionen sind bis ca. 2000 stark gesenkt worden, das war absolut bezahlbar (- aus den Entschwefelungsanlagen (REA) wird etwa 50% des deutschen Gips-Bedarfs gedeckt).

Ihre Anmerkung zu der Klimapolitik bzw CO2-Reduzierung ist natürlich berechtigt. ("Was ist eigentlich, wenn wir alles in Grund und Boden zertrümmert haben, um CO2 zu sparen ...") Was ist, wenn sich die CO2-Theorie als falsch erweist?

Deshalb lautete mein erster Rat: CO2-Reduzierung nur so weit (mit-)machen, wie die Kostenvernunft das erlaubt. Mit Blick auf die Konkurrenten auf dem Weltmarkt kann man ganz gut einschätzen, was sinnvoll ist; ich schrieb auch, dass zB China und Indien gegenüber keine historische Industrialisierungs-Schuld besteht. "Abgewogen" mit unseren Eigeninteressen ist es zB grundsätzlich, mit Energie sparsam umzugehen und zu diversifizieren. Das sind "No-regret policies".

Ob es in einigen Jahrzehnten eine Erkenntnis geben wird, dass der "CO2-Hype" falsch bis nutzlos war, weiss niemand. Ihre Vermutung, dass evtl. "... der gesamte CO2-Hype in drei Jahren überholt sein wird", dürfte sich so schnell nicht bewahrheiten. Die politische Bedeutung gibt es seit mehr als 30 Jahren, und eine wissenschaftliche Debatte über CO2 und Treibhauseffekt gibt es seit ca. 1990 (- Arrhenius etc.). Meine persönliche Einschätzung ist, dass menschliche CO2-Emissionen einen gewissen Einfluss auf die Klimaentwicklung haben - aber bitte, ich bin weder Meteorologe noch Atmosphärenphysiker noch Ozeanograph oder wer auch immer dort forscht.

Diese Debatte halte ich für nicht entscheidbar - die Politik muss auch zu unsichere Problemstellungen eine Position haben. "Tun, was keinen Schaden anrichtet.", also so weit mindern, wie wirtschaftlich sinnvoll und vertretbar ist.

Konkret: 90 oder gar 100 % Minderung bis 2050 ist wirtschaftlicher Selbstmord, 50% Minderung bis 2030 schadet erheblich. (Siehe die Ziele-Grafik des UBA: https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/klimaschutzziele-deutschlands) Also sollte man in der EU sowie auf diesen unsäglichen Klimakonferenzen nicht noch hetzend/verschärfend auftreten wie die deutsche Umweltministerin. (Ihr Name ist bald vergessen.)

zeitschnur
31. Juli 2019 18:51

@ Nordlicht

Wir sind alle keine "Experten", müssen aber doch entscheiden, auf wen wir hören, nicht? Wir müssen prüfen, was an Argumenten vorgetragen wird und wie plausibel diese Argumente sind. Als einigermaßen gebildeter Mensch sollte man das schon irgendwie vermögen. Ein Argument ist immer ein Argument - egal in welcher Wissenschaft, und die Logik ist nicht von anderer Struktur, bloß weil sie auf ein anderes fach angewandt wird. Mein Vertrauen in "Experten" hält sich zudem in Grenzen, wenn ich sehe, was alleine in meinen Fachgebieten so läuft, aber das nur am Rande.

Und die Umwelt- und Klimadebatte ist faktisch, da wo echte Wissenschaft und nicht Lobbyismus betrieben wird (was man nicht immer so leicht unterscheiden kann) kontrovers, wird aber öffentlich immer einseitiger geführt. Das meinte ich.
Auch die Sache mit dem Sauren Regen bzw übersäuerten Böden wird anderswo als in Ihren Quellen anders dargestellt, und zwar so, als wachse das Problem mit der Übersäuerung der Böden immer mehr - https://www.spektrum.de/news/waldsterben-und-saurer-regen-sind-nicht-wirklich-geschichte/1491575

Für eine kausale Beziehung von CO2 und Erderwärmung gibt es, wie ich es aufgenommen habe, keinerlei Beweis. es gibt darüber nur Thesen und Theorien. Noch vor acht Jahren wurde auch im Mainstream darüber differenzierter diskutiert und berichtet, zB hier https://www.welt.de/debatte/kommentare/article13466483/Die-CO2-Theorie-ist-nur-geniale-Propaganda.html
Dort heißt es zB "Er (Nigel Calder) hat mit seiner Einschätzung der Parteien Recht behalten. Die Ergebnisse der Forscher, die wissenschaftliche Arbeiten über die Auswirkungen der Sonne und der Strahlungen aus dem Weltall auf unser Klima beinhalten, aber werden weitgehend totgeschwiegen."

Ich verstehe nicht, warum man überhaupt "handeln" soll, wenn keine Sicherheit, ja nicht einmal so etwas wie Plausibilität für eine Problematik vorliegt.
man nimmt doch erst dann die Mühe einer Intervention (auch einer "ausgewogenen") auf sich, wenn dafür ein triftiger Grund gegeben ist.

Simplicius Teutsch
31. Juli 2019 19:39

Ich bin dafür, dass die von Politik und Medien ins hysterische gedrehte Klimadebatte hier nicht zynisch verbittert, sondern sachlich und offen angegangen wird (z.B. wie @Nordlicht).

Das angeblich wissenschaftliche CO2-Dogma („Kohle ist der Klimakiller Nummer eins; C02-Killergas“) sollte man unbedingt kritisch hinterfragen und keinesfalls auf diesen grünen Treibhausgaul aufsteigen. Der wird sich tot laufen, meiner Meinung nach.

Andererseits sehe ich im Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energieträger überhaupt nichts Falsches. Im Gegenteil. Wir müssen handeln. Abgewogen natürlich, nicht klimawahnsinnig. Auch weil das fossile Zeitalter definitiv zu Ende gehen wird. Das Motto muss sein: Entwicklung effektiver alternativer Technologien zur Energieerzeugung.

Nordlicht
31. Juli 2019 20:24

@ zeitschnur

"Ich verstehe nicht, warum man überhaupt "handeln" soll, wenn keine Sicherheit, ja nicht einmal so etwas wie Plausibilität für eine Problematik vorliegt."

Ich sehe eine Plausibilität, aber - da bin ich bei Ihrer Sicht - keinen Beweis. Ich bezweifle, dass es in dieser Sache Beweise im Sinne zB einer DNA-Analyse bei einer Straftat (oder einen Täter mit noch rauchendem Colt in der Hand und Schmauchspuren) geben kann.

Ob man angesichts unklarer Kausalität dennoch CO2 mindern sollte? Ja, wenn die dazu aufgewandten Maßnahmen nicht andernorts mehr Schaden anrichten. Letztlich ist das eine politische Bewertung der kontroversen Informationslage. Die Entscheidung mag sich später als unnötig erweisen, dann gab es viele Kosten und lokale Umweltschäden, die man m. E. heilen kann.

In anderen Politikbereichen, zB bei den Torheiten unserer Regierung in Sachen Zuwanderung, sind die Schäden katastrophal und praktisch nicht zu heilen.

Laurenz
31. Juli 2019 21:04

@Nordlicht & zeitschnur
(...)
Kositza: nee, es bleibt dabei, daß sich hier niemand mehrere Youtubeclips anschaut, um zu entscheiden, ob ein Beitrag freigeschaltet wird!

zeitschnur
31. Juli 2019 22:32

@ Nordlicht

Verstehe ich Sie richtig, dass Sie sozusagen, um des lieben Friedens willen, nur um es allen Disputanten recht zu machen, irgendwie ein bisschen Maßnahmen ergreifen würden, die irgendwie verträglich erscheinen?

Ich würde das einsehen, wenn eine Forschungslage wirklich "unentscheidbar" wäre. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass hier eine echte Pattsituation vorliegt.

Auch habe ich den Eindruck, dass Sie in die Richtung denken, aus strategischen Gründen ein bisschen auf Klima zu machen, weil das Thema als weiteres "Fass" nicht auch noch beackert werden sollte, wo wir doch wichtigere Probleme haben wie das von Ihnen zuletzt genannte.

Ich sehe allerdings das Klimathema als letztendlich in der Folge genauso verheerend an wie das Migrationsthema. Nur sieht man das vielleicht nicht sofort. Aber eines scheint mir evident: der Artikel, auf den wir ja antworten, beschreibt es doch: wollte man das alles stemmen, müsste man die gesamte Zivilisation zerschießen. Ob ein bisschen mehr oder weniger, erscheint mir hier nicht wirklich machbar. Dieses Thema stellt an sich vor ein Entweder-oder - so erscheint es mir.
Ich verstehe Sie schon richtig: Sie denken, ein bisschen, solange es nicht schadet, kann man ja mitmachen. Aber ich denke, das Klimathema basiert ebenso auf einer glatten, vorsätzlichen Lüge wie das Migrationstheater. Ich glaube da nicht an die Dosierung.
Deutschland wurde auch vor 2015 schon übermäßig überschwemmt mit Migranten, und ich erinnere mich sehr klar, dass das auch vorher immer ein Zankapfel war und auch vor 2015 bereits Probleme mit Migrantenkriminalität thematisert wurden, Brennpunktschulen und das ganze Programm von mangelnder Integration, Hasspredigern und Ehrenmorden. Eine Berliner Juristin, die mit Jugendkriminalität befasst war und damit v.a. mit jungen Ausländern in Deutschland kam unter dubiosen Umständen ums Leben (sie hieß Heise). Es gab schon vor 2015 den Heinz Buschkowsky, der eindringliche Warnungen aussprach. Auch Sarrazin schrieb lange vor 2015 schon (ich sehe ihn aus anderen Gründen aber sehr kritisch). Und damals schien vieen die "Dosis" an Migration noch harmlos und "verträglich".

Wenn ich diese geradezu verrückte Energiepolitik unserer Regierung sehe und diese Aufwiegelung der Jugend (darüber äußert sich insbesondere Gerhard Wisnewski sehr besorgt) gegen die Älteren, dann hängt das mE sogar mit dem Aufstand gegen die "alten weißen Männer" zusammen, der auch in der Migrationsthematik eine große Rolle spielt. Das sind zusammen mit E-Autos, Anmache gegen Flugreisende durch Klimaktivisten und dem demagogischen Geschwätz Greta Thunbergs Bausteine ein und derselben Dekonstruktionsinszenierung.

Andreas Walter
1. August 2019 00:42

"Was ist, wenn sich die CO2-Theorie als falsch erweist?"

Dann haben manche 4.000.000.000.000 Euro in 10 Jahren mehr, und andere 4.000.000.000.000 Euro in 10 Jahren weniger.

4 Billionen Euro = 4.000.000.000.000 Euro

4.000.000.000.000 geteilt durch 40 Millionen = 100.000 (oder 10.000 im Jahr, 833 im Monat)

100.000 ist eine Wohnung für 2 mit Enkel. Entlastet die Rentenkasse dann schon mal enorm, und Mama und Papa auch, wenn beide halbtags arbeiten gehen. Oder Mama alleinerziehend ist.

Laurenz
1. August 2019 09:13

Es handelte sich um Vorträge des Physik-Nobelpreisträgers Prof. Ivar Giaever, einen von Prof. Kirstein und das RT Interview mit Dipl. Ing. Michael Limburg, die alle 3 keinen historischen Zusammenhang von CO2 und Erd-Erwärmung/Abkühlung sehen.

Uodal
1. August 2019 11:36

Der Essay von Jonas Schick ist besonders. Vielleicht wird er in ein paar Jahren erinnert, als wegweisend aus der lethargischen Gefangenschaft der Rechten - falls aus ihm die richtigen Schlüsse und Handlungsanweisungen gezogen werden.

Vielleicht habe ich ja was falsch verstanden, aber ich denke nicht, dass es in dem Artikel im Kern um einen möglichen Klimawandel geht. Ist dieser doch nur einer unter mehreren - Zitat - negativen Rückkopplungs-effekten, die man durch immer ausgefeiltere technische oder Social Engeneering-Manipulationen hinauszuzögern versucht.

Der "Klimawandel" steht als Symbol für das Scheitern einer linken Denkweise, die, sich immer mehr beschleu-nigend, den Menschen aus seinen vorgegebenen Bindungen lösen will. Diese ganz konkreten Bindungen leugnet. Spätestens seit der Renaissance, verstärkt dann seit der "Aufklärung" soll der Mensch sich "emanzipieren", d.h. aus Vorgefundenem lösen. Bereits z.B. der Renaissance-Philosoph Giovanni Pico della Mirandola steht in dieser linken Tradition, die lehrt, dass der Mensch keine festgelegte Natur habe. Sondern die Freiheit, sein Wesen permanent selbst zu erschaffen. Genauso leugnet heute der Genderismus die Existenz zweier biologischer Geschlechter. Statt dessen wird behauptet, Geschlecht sei etwas, das jeder individuell selbst festlegen kann. Andere Beispiele sind die Behauptung einer völligen Gleichheit aller Menschen unter Leugnung der ganz konkreten Prägung durch Ethnie, Kultur oder Religion. Der Mensch wird hier gedacht als eine Art Schraube, die sich in jede Gesell-schaft problemlos eindrehen lasse. So weit so bekannt.

Hinter diesem Denken steht die linke Vorstellung, dass der Mensch in entscheidenden Bereichen nicht den Naturgesetzmäßigkeiten unterliege, sondern sich selbst und seine Umwelt autonom gestalten kann.

Eine rechte Weltanschauung, die jedoch seit Jahrhunderten immer stärker auf dem Rückzug ist, geht hingegen davon aus, dass es Naturkonstanten gibt, denen der Mensch, als ein Teil seiner Lebensumwelt, unhintergehbar unterworfen ist. Wen dies jetzt an die Grundannahme des Islam erinnert, liegt richtig.

Unsere Zeit, diese Generation, scheint die zu sein, in der der linke Machbarkeits-Größenwahn an seine natürliche Grenze gerät. Wobei "Klimawandel" wohl für ein allgemeines Unbehagen angesichts von Bevölkerungs-explosion, Ressourcen-Endlichkeit und Umweltver-schmutzung steht.

Notwendig ist angesichts dessen eine zielgenauere Definition von "Rechts", jenseits von vordergründigem Nationalismus, Bevölkerungsaustausch oder gar "Merkel muss weg". Wir müssen viel tiefer ansetzen - oder wir bleiben weitere hunderte Jahre marginal.

Es geht um eine moralische Grundlegung rechten Handelns und rechter Politik. Wenn ich den Essay von Jonas Schick richtig lese, waren die Chancen für uns seit Langem nicht mehr so erfolgversprechend.

Denn das Tor für ein erfolgreiches Trojanisches Pferd öffnet die Linke ja gerade selbst. Wenn eine Linke, aus rein antikapitalistischen Motiven, das Thema "Klimawandel" auf die Agenda setzt und medial nach oben bringt, weiß sie anscheinend nicht, welche Pforten sie damit aufgestoßen hat. Zum ersten Mal muss sie einräumen, dass menschliches Handeln eben nicht autonom ist, sondern einer vorgegeben Gesetzmäßigkeit unterworfen ist.

Eine fortgesetzte Behauptung, dass dies in anderen Sphären des menschlichen Seins nicht genau so ist, ist fast nicht mehr möglich. Falls wir den zugeworfen Ball tatsächlich aufgreifen...

Ratwolf
1. August 2019 23:04

CO2?

Die Kernkraft liefert CO2-frei unbegrenzt alle Formen von Energie welche eine moderne Industrienation benötigt.

Die Atombombe?
Wer sie haben will, der bekommt sie auch. Das haben Pakistan, Nord Korea und der Iran bewiesen.

Die Endlagerung?
Inzwischen sicher Handhabbar.

Uranimporte?
Wenn man den Brennstoffkreislauf schließt, gibt es keinen Bedarf an ext. Uran mehr. Zusammen mit verschiedenen Brütertechnologien, Mischoxitbrennstäben, Wiederaufbereitung, etz kommt man einige tausend Jahre über die Runden.

Warum nicht?
Man hatte wohl andere Pläne mit Deutschland gehabt.

Laurenz
2. August 2019 10:21

@Ratwolf .... Iran bleibt meist im 6 Wochen-vor-der-Bombe-Modus. Israel besitzt ca. 300 taktische nukleare Sprengköpfe. Bei Saudi-Arabien ist man sich nicht ganz sicher.

Bei der friedlichen Nutzung der Kernkraft bleibt die Frage bestehen, wie die Endlagerung abgebrannter Brennstäbe zu gestalten ist. Frau IM Erika verballerte 6 Milliarden Deutschmark als Umweltminister ohne eine vorzeigbare Lösung zu etablieren.
Auch deutsche Kohlevorkommen reichen über 1.000 Jahre für den aktuellen Energie-Bedarf Deutschlands. Und was soll die Nutzung der Kernkraft bringen, außer die Bombe zu bauen, wenn der Planet vornehmlich auf die billige Kohle setzt? Es ist auch nicht festzustellen, daß internationale Reedereien von Schweröl auf Kernkraft oder Windkraft schwenken würden. Bis jetzt haben wir ein deutsches Kreuzfahrtschiff, welches mit Flüssiggas fährt, eine, mit Verlaub, kümmerliche Quote.

Ratwolf
2. August 2019 17:03

@Laurenz
Abgebrannte Brennstäbe dürfen nicht der Endlagerung überführt werden. Das ist Verschwendung. Abgebrannte Brennstäbe sind wertvolles Brenn- und Brütermaterial zur Energieerzeugung und zur Gewinnung von neuen Brennmaterial. Dabei steigt die Menge an nutzbaren Brennmaterial in einer recht langen Periode sogar.

Man kann Kohle in Öl/Benzin/Kerosin umwandeln. Es wird nur eine Menge Energie benötigt. Kohle ist aber günstiger, als gleich Wasserstoff zu erzeugen. Deutschland hat Kohle und ist damit erst einmal unabhängig. Solange es keine Probleme gibt, kann man die hochwertige Steinkohle aus Australien kaufen. Wenn es Probleme gibt (Terrorismus, Krieg, Sanktionen) kann man wieder die eigene Kohle nutzen. Es gibt allerdings Probleme mit langfristigen Schäden nach Schließung von UnterTBgW.

Für den PKW-Sprit könnte man zusätzlich auf landwirtschaftliche Produkte oder auf Bio-Reaktoren (gentechnisch Optimiert) setzen. Leider sind die Bio-Reaktoren zu langsam. Eine mögliche Optimierung der Organismen könnte bei einer Freisetzung zu Schäden führen.

Was soll die Kernkraft bringen?
Ich Bitte Sie.
Die Reichweite, die Unabhängigkeit, die Kosten, die Ergiebigkeit, die Kontrolle der Verluste an zentralen Orten (große Kraftwerke) und die Option zur Bombe.

Internationale Reedereien setzen auf das, was erlaubt ist und wenig kostet. Das externe Öl wird aber weniger und es wird teurer. Zudem macht es abhängig. Man ist erpressbar.

Flüssiggas ist zu teuer und begrenzt.

Laurenz
2. August 2019 20:00

@Ratwolf .... hier das neueste Video Tagesdosis auf dem KenFM-Kanal. Der reportierende Journalist ist Rainer Rupp und das rezitierte, übersetzte Interview ist mit Piers Corbyn geführt worden. Das sind beide richtige Alt-Linke. Und die erzählen ganz was anderes.
Das Interview ist etwas lange, bleibt aber spannend.
https://youtu.be/AeTQW2XGocA

Ruewald
3. August 2019 18:05

@an alle
Im Strang von E. Lehnert zu Stauffenberg war off-topic erwähnt, daß ich gerade über einer Ausarbeitung zur Kritik des Klimaparadigmas bin, und ich hatte auch ein vorläufiges Inhaltsverzeichnus angegeben. Zunächst war das für einen kleinen Bekanntenkreis (i.w. von Physikern) gedacht, scheint nun aber breiteres Interesse zu finden.
Ich werde mich dabei nicht auf Fachdiskussionen im einzelnen einlassen, sondern es "meta-wissenschaftlich" angehen, soll heißen: nach wissenschaftstheoretischen Kriterien.
Es wird sich ergeben – so viel kann ich verraten, nicht überraschend - , daß das "starke Klimaparadigma", wie es offiziell von der Politik und vom IPCC vertreten wird, nicht den Standards einer wissenschaftlichen Theorie erfüllt. Dies läßt sich zwar erreichen durch eine Abschwächung zu einem "schwachen Klimaparadigma", welches aber dann keinen Anlaß mehr für einen Alarmismus bietet.
Ich habe zum Thema eine Menge Quellenhinweise gesammelt. Wissenschaftlich sehr ergiebig ist:
"1350+ Peer-Reviewed Papers Supporting Skeptic Arguments Against ACC/AGW Alarmism" http://www.populartechnology.net/2009/10/peer-reviewed-papers-supporting.html

Was mir noch etwas fehlt, das sind Videos von qualifizierten Wissenschaftlern; ich habe bisher nur die vom EIKE und die von Prof. Kirstein. Das vom Foristen @Laurenz genannte Video mit dem Physik-Nobelpreisträger Prof. Ivar Giaever füge ich gerne hinzu.
Für weitere Hinweise aus der Foristen-Schar wäre ich dankbar, aber bitte nur wissenschaftliche und nicht solche aus zweiter Hand. Es genügt wohl Name und genauer Titel, so daß man per Youtube-Suche ans Ziel kommt.

(betr. Fertigstellung kann ich mich nicht festlegen, vielleicht schaffe ich's noch im August)

Franz Bettinger
3. August 2019 21:30

@Nordlicht, @Zeitschnur
Wenn sich die AfD - und sei es auch nur aus taktischen Gründen - der Klimalüge anschließen würde (wie es das @Nordlicht empfiehlt), würde ich sofort aus der Partei austreten. Die Fakten sind eindeutig, Dokumentationen überzeugend, und wärmer ist aus vielen Gründen besser als kälter. Es wird leider in wenigen Jahren wieder kälter werden.

Franz Bettinger
3. August 2019 21:50

Beantwortet doch mal die Frage: Leben wir heute im besten Klima, das sich vorstellen lässt? Und wenn Ja, warum? Wenn Nein stellt sich eine 2. Frage: Wäre wärmer besser? Oder kälter? Ist doch eigentlich ganz einfach.

Je nachdem, unter welchem Vorurteil ihr lebt, werdet ihr die zwei Fragen gar nicht beantworten WOLLEN, denn ihr fühlt euch überrumpelt. Eine Hilfsthese dazu: Wenn man die gerade erst entdeckten Algen unter dem Packeis der Arktis, die dort bei Minus-Temperaturen im Dunklen zu leben gelernt haben, fragen und auch Antwort bekommen könnte, was würden diese Lebewesen zum "besten Klima, das sie sich vorstellen können" sagen?

Wer die Leute vor Ort fragt - im kalten Narvik, schwülen Singapore oder im heißen Nairobi - wird in der Regel zur Antwort bekommen: "It's all fine the climate here," auch wenn WIR (Deutsche) uns unter dem Äquator oder am Polarkreis nicht wohl fühlen würden. Die Menschen haben sich an das vorherrschende Klima gewöhnt und im besten evolutionären Sinn adaptiert. Das Klima kann man nicht ändern. Wir können nicht einmal das Wetter von morgen beeinflussen, dabei ist Wetter eine viel kleinere Nummer als Klima. Wir Lebewesen aber, wir können uns ändern und tun es auch ständig. So herum wird ein Schuh draus.

Es sind keine hypothetischen Fragen, die ich oben gestellt habe, sondern sehr reale. Ein Befragter gab zur Antwort: "Ja, wo ich lebe, ist es perfekt, aber anderswo… ." Es ist immer anderswo, und das ist verdächtig. Denn über das Anderswo - Burundi, Sibirien, Aleuten - können wir meist nur spekulieren. Wir sollten uns auf die Umwelt und das Klima vor unserer Haustür konzentrieren, das verstehen wir besser, als gleich die ganze Welt in Angriff zu nehmen. Da irren wir uns nämlich eher öfter als selten.

Es wird oft behauptet, Global Warming sei nun mal Fakt, ohne zu erklären, warum es Fakt sei soll. "Es gibt nun mal Hexen. Das ist nun mal Fakt." Ja?

Die Geschichte ist voller Irrtümer und falscher a priori-Wahrheiten. Man benutzt gern das Massen- und das Autoritäts-Argument: "Alle sagen", "Jeder weiß", "der Herr Professor sagte doch... ". Der Hexenglaube wurde auf DIE Art begründet. "Gerade jetzt, wo unsere besten Theologen (Kramer, Gremper und Sprenger) nach mühseligen Testen einen verbindlichen Hexen-Hammer vorgelegt haben - ein 754 Seiten starkes Werk zum Erkennen und Behandeln von Hexen - nun kommst du, William v. Baskerville, und sagst, es gäbe keine Hexen?" Die Argumentation klingt in unseren Ohren heute ziemlich lächerlich, aber man argumentiert in der Klima-Frage genauso wie die Inquisition damals. Nein, die zwei Argumentations-Methoden, das Massen- und das Autoritäts-Argument, ziehen nicht. Sie ziehen die Wahrheit nie herbei.

Wenn die Arktis schmilzt, ist gut - dass die Luft in vielen Städten verheerend ist, schlecht. Dagegen sollte und wird man etwas tun. Nur braucht es dazu nicht die These vom man-made global-warming. Dass man im Spätmittelalter gegen die grassierende Syphilis ankämpfen wollte, war ja verständlich, nur hätte man dazu nicht die Hexen-These gebraucht. Die Scheiterhaufen habe das Problem nicht gelöst. Dennoch verbrannte man viele hundert Jahre lang Frauen. "Ja, verdammt, aber irgendwas muss man doch tun!" hieß es damals wie heute. - Muss man?

Eine Idee, die sich in den Köpfen festgesetzt hat, noch einmal loszuwerden, ist verdammt schwer. Mit dem etwas wärmeren Klima, das wir seit kurzer Zeit genießen dürfen und das hoffentlich noch eine Weile anhält, werden immer größere Teile der Erde fruchtbar und bewohnbar. Sieben von insgesamt acht Eisbär-Populationen vermehren sich mehr als je zuvor. Die Grönländischen Eskimos finden das wärmere Klima prima, und die Malediven liegen nicht einen Zentimeter tiefer im Wasser als früher. Wenn man sich die Klima-Modelle aus dem Jahr 2010 ansieht, die ein völliges Verschwinden des arktischen Eises innerhalb weniger Jahre prognostizierten, worauf dann aber in Wirklichkeit eine Verdickung genau dieses Eises gemessen (!) wurde, sieht man, dass die 'Wissenschaft' die Mechanismen, die das Klima verändern, nicht versteht. Die Prognosen sind völlig ungewiss, ganz anders als die konkreten und am Geldbeutel wahrnehmbaren Auswirkungen der Klima-Religion.

Freunde, auch wenn's weh tut: Wollt ihr nicht doch mal meine zwei Fragen beantworten? Wenigstens für das Klima vor der eigenen Haustür? Es könnte aufschlussreich sein. Nein? Okay, ich ahnte es: Eher erfrieren die Umwelt-Apokalyptiker im dünnen Glaubenshemd beim demnächst arktischen Kälteeinbruch, als von ihrer Erderwärmung zu lassen.

Laurenz
4. August 2019 07:23

@Ratwolf .... Herr Schick hatte leider nicht die Tagesdosis vom 02.08.19 gepostet. Aber natürlich ist es sinnentleert, nicht den billigsten Energie-Träger zu wählen. Polen wählt den billigsten Energieträger und verfügt damit über maximale Souveränität in Energiefragen, die auch Kernenergie nicht zu bieten hat. Frankreich schickt die Fremdenlegion und die Bundeswehr nach Mali um den günstigen Import von Uranerz zu gewährleisten. Diese neo-koloniale Handlungsweise kann nicht in deutschem Interesse liegen.

Andreas Walter
4. August 2019 08:59

@auch an alle

Gibt es irgendjemand in Schnellroda oder auch unter den Etablierten hier im Forum, der sich für Ruewald verbürgen kann?

Dann soll er das bitte mit Begründung jetzt tun.

Wenn nicht rate ich dringend davon ab, ihm jedwede Informationen zukommen zu lassen oder ihm zuzuarbeiten solange Ihr nicht wisst, wer er ist.

Intuition und selbst gesunder Menschenverstand sind nämlich auch Formen der Intelligenz, die Ruewald jedoch notorisch zu negieren und zu meiden versucht wie der Teufel das Weihwasser. Selbst einfachste Aufgaben, die man Ihm stellt, ist er deswegen nicht in der Lage zu lösen oder mit Ausflüchten bereit zu erfüllen. Nur wenn er was will, dann sollen möglichst alle liefern.

Ein klassischer Informationsvampier daher, doch die Frage ist, mit welcher Absicht tatsächlich.

Kositza: Ohje, jetzt auch noch für Kommentatoren bürgen... "Informationen zukommen lassen" etc., - Du liebe Güte, muß immer gleich katastrophisiert werden?

Ruewald
4. August 2019 20:48

@alle
Meiner naiv gestellten Anfrage (auf freiwilliger Basis) in meinem Kommentar vom 3.8. 18:05 braucht niemand nachzukommen. Ich habe für meinen Aufsatz mit über 80 Quellenangaben völlig ausreichend Material, auf ein paar mehr kommt es überhaupt nicht an. Nur, da ich etwas zu Perfektionismus neige, stören mich Lücken. Mir plagiatorische Mißbrauchsabsichten unterstellen zu wollen, wäre absurd.

Mir widersteht es zutiefst, sachliche Argumente durch solche ad hominem zu kontaminieren. Wenn hier ein Forist zu dieser Trennung zwischen ad rem und ad hominem nicht in der Lage ist und zudem – weil sein Ich eine sachliche Korrektur nicht ertragen konnte - sich zu Insinuationen unter die Gürtellinie und Rufmordattacken gegen Unbekannt hinreißen läßt, dann ist diese Person für mich inexistent. Wer sich zu den gegen mich anschwärzenden angeblichen Inkompetenzunterstellungen informieren möchte, möge den Disput am Ende des Strangs von Jonas Schick vom 27. Juli, Netzfundstücke(20), ab 29.7. 21:52 nachverfolgen.
Mein letzter Kommentar dort wurde bisher nicht freigegeben, der endet folgendermaßen:
Der mehrfach beklagte Niveauabfall im SiN-Forum scheint sich auf diesem Strang* ab dem 31. Juli potenziert zu haben. Ich werde meinerseits versuchen, mich in Zukunft nicht mehr auf diesem Niveau zu involvieren.
* dito vom 27.7.

Andreas Walter
4. August 2019 21:19

@Kositza

Lieber einmal zu oft oder zu viel vorsichtig sein als einmal zu wenig. Das können Sie sowohl die FPÖ fragen wie auch alle Opfer von Merkels und Junckers Willkommenspolitik. Oder fragen Sie die 100 Millionen Opfer des Marxismus, wenn Ihnen das dann immer noch nicht reicht.

Mir ist schon klar, das Frauen und warum Frauen nicht gerne oder ständig in Sorge und Engst leben, doch das lässt sich mit so vielen Verrückten in Deutschland nun mal derzeit nicht so leicht ändern.

Allein schon, weil auch unsere "Freunde" in Übersee wirklich ganze Arbeit geleistet haben:

https://www.youtube.com/watch?v=RK7V9hUlI-8

Tipp: Den Film in mindestens zwei Abschnitte teilen, sonst wird er zu einer Tour de Force.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.